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Grüne zur Bildung

Aus dem Programm „Wir sind Stadt. Land. Schleswig-Holstein. Programm zur Landtagswahl am 8. Mai 2022“

Landtagswahl Schleswig-Holstein 2022, 8. Mai 2022Original-PDF, 212 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 17 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 17 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 8 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 3 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

  • Migrationeher offen (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 3 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Kita als Bildungsort ganzheitlich ausbauen

Die Grünen verstehen die Kita als Bildungseinrichtung und wollen die Bildungsleitlinien des Landes überarbeiten. Ernährungsbildung soll ins Kita-Gesetz, Naturerfahrung und Leseförderung sollen gestärkt werden.

Die Grünen sehen die Kita als Ort zum Lernen. Das Land soll die Regeln für Bildung in Kitas erneuern. Kinder sollen etwas über Essen lernen. Sie sollen viel in der Natur sein. Auch das Vorlesen soll mehr gefördert werden.

Die Bildungsleitlinien sollen an die veränderte Lebenswelt von Kindern und Familien angepasst werden. Ernährungsbildung, vom Naschgarten bis zum gemeinsamen Kochen, soll gesetzlich verankert und von Pädagogik- und Hauswirtschaftskräften gemeinsam gestaltet werden. Die Partei will mehr Grünflächen als Spiel- und Lernorte schaffen und sieht Wald- und Naturkindergärten als wichtige Säule. Projekte zur Lese- und Sprachförderung wie die „Lesepaten“ sollen ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 8)
„Eine Überarbeitung der Bildungsleitlinien des Landes Schleswig-Holstein ist fast 20 Jahre nach der Erstveröffentlichung erforderlich“
Seite 8 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Mitbestimmung und Traumahilfe in Kitas stärken

Die Grünen wollen aus Modellprojekten zur Beteiligung von Kindern einen Qualitätsstandard für alle Kitas machen. Zudem soll das Landesprogramm für Traumapädagogik in Kitas weiterlaufen und möglicherweise wachsen.

Kinder sollen in der Kita mitbestimmen können. Das soll in allen Kitas so sein. Manche Kinder haben Schlimmes erlebt. Für sie gibt es ein Hilfs-Programm des Landes. Die Grünen wollen dieses Programm behalten.

Das Programm beschreibt Kitas als Kinderstube der Demokratie, in der Kinder Beteiligung erstmals erleben. Die bisherigen Modellprojekte der Träger sollen in einen Qualitätsbaustein für sämtliche Einrichtungen münden. Kinder mit belastenden oder traumatisierenden Erfahrungen sollen Unterstützung erhalten. Dafür soll das Landesprogramm TiK-SH fortgeführt und bei Bedarf erweitert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 8)
„Wir begrüßen die zahlreichen Modellprojekte von Trägern für die Partizipation von Kindern und wollen daraus einen Qualitätsbaustein für alle Kitas entwickeln.“
Seite 8 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Mehr Personal und Vorbereitungszeit in Kitas

Die Grünen wollen die Qualität der Kitas vor allem durch mehr Personal verbessern. Die Zeit, die Fachkräfte für Vor- und Nachbereitung haben, soll um mindestens eine Stunde steigen.

Die Grünen wollen mehr Personal in den Kitas. So sollen die Beschäftigten weniger Stress haben. Sie sollen auch mehr Zeit zum Vorbereiten bekommen. Es soll mindestens eine Stunde mehr sein.

Die Partei verweist auf die Kita-Reform der vergangenen Wahlperiode mit einheitlichen Mindeststandards, kleineren Gruppen und einem besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel. Darauf aufbauend soll eine „Kita-Reform 2.0“ die Qualität weiter steigern. Trotz Fachkräftemangels soll mehr Personal die Beschäftigten entlasten. Die bereits erhöhten Mindestverfügungszeiten sollen nochmals um wenigstens eine Stunde wachsen.

Originalzitat anzeigen (Seite 9)
„Unser Schwerpunkt liegt in der weiteren Verbesserung der Qualität in den Kitas. Das bedeutet vor allem eine weitere Entlastung durch mehr Personal.“
Seite 9 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal und mehr Vorbereitungszeit erweitern die öffentlich finanzierte Kinderbetreuung schrittweise.

Heilpädagogische Fachkräfte in alle Kitas bringen

Für die Inklusion sollen langfristig in allen Kitas Heilpädagoginnen und Heilpädagogen arbeiten. Zunächst soll jede große Kita, die über vier Gruppen hat, eine solche Fachkraft bekommen.

Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen in die Kita gehen. Dafür braucht es besondere Fachleute. Sie heißen Heilpädagogen. Zuerst sollen große Kitas eine solche Person bekommen. Später sollen alle Kitas eine haben.

Das Programm will heilpädagogisches Personal nicht nur in Inklusionszentren, sondern perspektivisch in jeder Kita. Wegen des Fachkräftemangels wollen die Grünen verstärkt Menschen für diesen Beruf gewinnen. Übergangsweise dürfen die Einrichtungen zur Unterstützung auch auf sonstige geeignete Kräfte zurückgreifen.

Originalzitat anzeigen (Seite 9)
„In einem ersten Schritt wollen wir den großen Einrichtungen mit mehr als vier Gruppen je eine heilpädagogische Kraft zur Verfügung stellen.“
Seite 9 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliches öffentlich finanziertes Fachpersonal baut die staatliche Leistung in der Kinderbetreuung aus.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung soll schrittweise in allen Kitas möglich werden.

Kita-Fachkräfte besser bezahlen und ausbilden

Die Grünen wollen erreichen, dass sich mehr Menschen für einen Beruf in der Kita entscheiden. Dafür sollen die Gehälter aller pädagogischen Berufsgruppen steigen, die Ausbildungswege ausgebaut und die Fachkräfte von Verwaltungs- und Hauswirtschaftsarbeit entlastet werden. Auch die Kindertagespflege soll weiter unterstützt werden.

Die Grünen wollen mehr Personal für Kitas. Die Beschäftigten sollen mehr Geld bekommen. Es soll mehr Ausbildungs-Plätze geben. Auch Tages-Mütter und Tages-Väter sollen mehr Hilfe bekommen.

Das Programm nennt eine bessere Eingruppierung der sozialpädagogischen Assistentinnen und Assistenten im Finanzierungsmodell der Kitas. Die Fachschulausbildungen und die praxisintegrierte Ausbildung mit Ausbildungsentgelt sollen ausgebaut werden; zusammen mit Bund und Kommunen streben die Grünen eine Vergütung in allen Ausbildungsformen an. Angebote für den Quereinstieg sollen erweitert werden, ausbildende Kitas erhalten Anleitungsstunden. Berufstätige Fachkräfte sollen berufsbegleitende Weiterbildung bekommen. Für die Tagespflege sind Fortbildungen und Investitionen in Räume vorgesehen, höhere Budgets für Auszeiten, Ausstattung und Ausflüge sollen geprüft werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 11)
„Dazu gehört die Anhebung des Gehaltsniveaus für alle pädagogischen Beschäftigungsgruppen.“
Seite 11 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Gehälter und vergütete Ausbildung im öffentlich finanzierten Kita-Bereich bedeuten mehr staatliche Ausgaben für öffentliche Leistungen.

Inklusion und Integration in Kitas ausbauen

Die Grünen wollen die Kita-Reform mit dem Schwerpunkt Inklusion fortführen. Geflüchtete Kinder sollen von Anfang an reguläre Kitas besuchen, und Menschen mit Behinderung sollen als Fachkräfte in Bildungseinrichtungen arbeiten. Das Programm begründet dies damit, dass das tägliche Miteinander Vorurteilen entgegenwirke.

Die Grünen wollen, dass alle Kinder zusammen in die Kita gehen. Das gilt auch für Kinder mit Behinderung. Geflüchtete Kinder sollen sofort in normale Kitas gehen können. Menschen mit Behinderung sollen dort auch arbeiten können.

Familienzentren und Familienbildungsstätten sollen stärker gefördert werden, weil sich dort Kinder aus verschiedenen Kulturen begegnen. Familien geflüchteter Kinder sollen Beratung und Unterstützung erhalten. Für die Inklusion sollen rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen und das Personal bei Bedarf aufgestockt werden. Die Bundesreform des Sozialgesetzbuchs VIII wollen die Grünen nutzen, um Inklusion als Leitgedanken der Kinder- und Jugendhilfe festzuschreiben.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„In der kommenden Wahlperiode wollen wir die Kitareform mit dem Schwerpunkt Inklusion weiterentwickeln.“
Seite 12 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Inklusion soll in Kitas und in der Jugendhilfe stärker verankert werden, was Gleichstellung und Vielfalt schrittweise ausbaut.

  • Migrationeher offen

    Geflüchtete Kinder sollen von Beginn an Zugang zu regulären Kitas erhalten, was die Rechte Zugewanderter erweitert.

Unterricht öffnen und Notenfreiheit erweitern

Die Grünen wollen das Lernen an Schulen inhaltlich weiterentwickeln, mit offenen Lernformen sowie fächer- und jahrgangsübergreifendem Unterricht. Die Stundentafel soll überarbeitet werden, damit Schulen mehr Spielraum erhalten. Zudem sollen die Möglichkeiten, auf Noten zu verzichten, erweitert werden.

Die Grünen wollen den Unterricht verändern. Schulen sollen mehr selbst entscheiden können. Kinder sollen ihre Stärken besser entdecken. Schulen sollen öfter auf Noten verzichten dürfen.

Die angepasste Kontingentstundentafel soll vier Bereiche stärken: Informatik, Wirtschaft/Politik, Verbraucherbildung und Nachhaltigkeitsbildung. Schülerinnen und Schüler sollen Grundkenntnisse zu Verbraucherrechten, zu Kauf-, Miet- und Versicherungsverträgen und zu Beratungsangeboten erhalten. Nachhaltigkeitsbildung soll im Unterricht, in neuen Formaten und mit außerschulischen Lernorten mehr Raum bekommen. Fortbildungen für Lehrkräfte in den MINT-Fächern sollen ausgebaut und der Austausch mit Hochschulen verstärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Dazu werden wir die Kontingentstundentafel auf den Prüfstand stellen und anpassen, um den Schulen mehr Freiräume bei der Umsetzung innovativer Konzepte zu geben“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Notenfreiheit und offene Lernformen verändern überlieferte Formen von Unterricht und Leistungsbewertung schrittweise.

Gendersensible Sprache und Grundschrift zulassen

Die Grünen wollen, dass Schülerinnen und Schüler gendersensible Sprache wieder verwenden dürfen, ohne dadurch Nachteile zu haben. Grundschulen sollen außerdem die Grundschrift wieder als Schulausgangsschrift einsetzen können.

Schüler sollen wieder gendern dürfen. Sie sollen dafür keine Nachteile bekommen. Grundschulen sollen wieder die Grundschrift nutzen dürfen. Das ist eine bestimmte Schreib-Schrift für Kinder.

Beide Forderungen zielen darauf, frühere Möglichkeiten wiederherzustellen. Die Grundschrift soll als eine von mehreren Schriften zur Wahl stehen, mit denen Kinder das Schreiben lernen. Bei der gendersensiblen Sprache geht es darum, dass ihre Verwendung in der Schule nicht zu Nachteilen führt.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Wir werden uns dafür einsetzen, dass Schüler*innen wieder ohne Nachteile gendersensible Sprache verwenden können.“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Gendersensible Sprache soll in der Schule wieder ohne Nachteile möglich sein, was eine bestehende Einschränkung zugunsten sprachlicher Vielfalt lockert.

Späteren Schulbeginn am Morgen ermöglichen

Die Grünen wollen sich für einen späteren Unterrichtsbeginn einsetzen, damit der Schultag besser zum Schlafrhythmus der Kinder und Jugendlichen passt. Für Grundschulkinder soll es zugleich überall eine Betreuung vor Schulbeginn geben.

Die Schule soll morgens später anfangen. Dann sind die Kinder besser ausgeschlafen. Grundschul-Kinder sollen trotzdem früh betreut werden können. Das hilft Eltern, die arbeiten.

Neue Wege für den späteren Beginn sollen in Absprache mit Schulen, Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Schulträgern gesucht werden. Die Betreuung vor dem Unterricht soll flächendeckend möglich sein. Das Programm begründet sie mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Wir wollen uns aktiv für einen späteren Schulbeginn am Morgen einsetzen, um den Schulrhythmus besser an den Schlafrhythmus der Schüler*innen abzustimmen“
Seite 14 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

PerspektivSchulen ausbauen und Sozialindex einführen

Die Grünen wollen das PerspektivSchul-Programm für Schulen in einem schwierigen sozialen Umfeld ausbauen. Ein Sozialindex soll dafür sorgen, dass Geld nach Bedarf an die Schulen fließt. Das Programm begründet dies damit, dass die soziale Herkunft noch immer stark über Bildungschancen entscheide.

Manche Schulen haben es besonders schwer. Diese Schulen sollen mehr Geld bekommen. Ein Sozial-Index soll zeigen, welche Schule wie viel braucht. Kinder mit Lern-Lücken durch Corona sollen Hilfe bekommen.

Das 2019 gestartete Programm versorgt bisher 62 Schulen mit einem sogenannten Bildungsbonus. Der Sozialindex soll regelmäßig aktualisiert werden. Zusätzliche Unterstützung erwarten die Grünen vom Startchancen-Programm des Bundes. Die Folgen der Schulschließungen in der Pandemie sollen gemeinsam mit den Schulen untersucht werden; bei Bedarf soll es besondere Aufholprogramme geben. Elternbriefe und andere Schreiben sollen in verständlicher Sprache verfasst sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 15)
„Wir werden uns für die Entwicklung eines regelmäßig zu aktualisierenden Sozialindex einsetzen, um die Mittel bedarfsgerecht auf die Schulen zu verteilen.“
Seite 15 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche öffentliche Mittel sollen gezielt an Schulen in sozial schwierigen Lagen gehen, was staatliche Leistungen ausgleichend ausbaut.

Ganztag mit einheitlichen Standards ausbauen

Die Grünen wollen den ab 2026 geltenden Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für Grundschulkinder gemeinsam mit den Kommunen schrittweise umsetzen. Für Räume, Personal und Ausstattung sollen im ganzen Land gleiche Vorgaben gelten. Der Ganztag soll aus Sicht der Partei nicht nur Betreuung, sondern auch Bildung bieten.

Grundschul-Kinder sollen den ganzen Tag in der Schule bleiben können. Ab 2026 haben sie ein Recht darauf. Die Grünen wollen überall im Land gleiche Regeln dafür. Vereine und Musik-Schulen sollen mitmachen.

Alle Beteiligten sollen ein Rahmenkonzept für das Land entwickeln, Vor- und Nachmittag sollen verzahnt werden. Die Leitung des Ganztags sollen (sozial)pädagogische Fachkräfte übernehmen, die zur erweiterten Schulleitung gehören; dafür streben die Grünen eine Schulgesetzänderung an. Das Essen soll sich am Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ausrichten. Geschwisterermäßigung und Sozialstaffel sollen auch im schulischen Ganztag gelten. Sportvereine, Musikschulen und Jugendarbeit sollen einbezogen werden, und eine Modulreihe zur Multiprofessionalität soll die Teamarbeit der verschiedenen Berufe stärken.

Originalzitat anzeigen (Seite 15)
„Wir setzen uns für landesweit einheitliche Rahmenbedingungen bei Raumstandards, Personal und Sachausstattung im Ganztag ein“
Seite 15 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau öffentlicher Ganztagsangebote mit verbindlichen Standards und sozial gestaffelten Beiträgen erweitert staatliche Leistungen.

Digitale Geräte für alle Schulkinder sichern

Die Grünen wollen, dass jedes Kind in der Schule und zu Hause mit einem digitalen Gerät lernen kann, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Dazu soll mit den Schulträgern ein Gesamtkonzept entstehen. Lehrkräfte sollen mehr Fortbildungen zum digitalen Unterrichten erhalten.

Jedes Kind soll mit einem Tablet oder Laptop lernen können. Das soll nicht vom Geld der Eltern abhängen. Lehrer sollen mehr über digitales Lernen lernen. Alle Schulen sollen schnelles Internet bekommen.

Das Gesamtkonzept soll Ausleihe, Beschaffung, Wartung und Verwaltung der Geräte dauerhaft regeln und den geplanten Digitalpakt 2.0 des Bundes einbeziehen. Datensicherheit, umweltschonende IT, Kosteneffizienz und Open-Source-Software sollen dabei berücksichtigt werden. An Hochschulen soll ein Pflichtmodul zu digitalem Lernen und digitaler Pädagogik entstehen. Alle Schulen sollen möglichst bis Jahresende einen Glasfaseranschluss haben. Im Bund setzen sich die Grünen für eine Bildungsflatrate mit einem „Education Pass“ ein, die Schülerinnen und Schülern zu Hause Internetzugang verschafft. Assistive Medien für inklusives Lernen sollen selbstverständlich werden und für Schulträger leichter anzuschaffen sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 16)
„Jedes Kind soll unabhängig vom finanziellen Hintergrund der Eltern oder Erziehungsberechtigten die Möglichkeit haben, in der Schule und auch zuhause mit einem digitalen Gerät zu lernen.“
Seite 16 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Geräte und Internetzugang sollen unabhängig vom Einkommen der Eltern öffentlich abgesichert werden, was staatliche Leistungen ausweitet.

Informatik und Medienbildung an Schulen stärken

Die Grünen wollen Medienbildung und informatische Bildung für alle Schülerinnen und Schüler ausbauen. Informatische Bildung soll verbindlich in der überarbeiteten Stundentafel verankert werden, ohne die Belastung der Kinder zu erhöhen. Um genug Lehrkräfte zu haben, sollen Informatik-Studiengänge in Flensburg entstehen.

Alle Schüler sollen mehr über Computer und Medien lernen. Das soll fest zum Unterricht gehören. Dafür braucht es mehr Informatik-Lehrer. In Flensburg soll man dafür studieren können.

Bei der Umsetzung wollen sich die Grünen an den Ergebnissen des Landesprogramms „Zukunft Schule im digitalen Zeitalter“ orientieren. Die Weiterbildung für Lehrkräfte in Informatik soll ausgebaut werden. Grundschulen sollen an mehreren Orten im Land Materialkisten zu Programmieren und Robotik ausleihen können. Damit sollen Kinder von Beginn an unter Anleitung in der digitalen Welt experimentieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Daher unterstützen wir die Einführung von Informatik-Studiengängen an der Europa-Universität Flensburg und bauen die Weiterbildungsangebote aus.“
Seite 17 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Schulische Inklusion ohne Ressourcenvorbehalt absichern

Die Grünen wollen den Vorbehalt im Schulgesetz streichen, der gemeinsames Lernen von den verfügbaren Mitteln abhängig macht. Bis 2024 sollen 490 zusätzliche Stellen für Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen bereitstehen. Am Nebeneinander von Regelschulen und Förderzentren hält die Partei fest.

Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen lernen. Das soll nicht mehr vom Geld abhängen. Es soll 490 neue Stellen für Sonder-Pädagogen geben. Förder-Zentren soll es weiter geben.

Um die Stellen zu besetzen, setzt das Programm auf mehr Studien- und Referendariatsplätze sowie Quer- und Seiteneinstieg. Für die Förderschwerpunkte Hören sowie körperliche und motorische Entwicklung sollen weitere Qualifizierungen geprüft werden. Campusklassen sollen inklusives Lernen für Kinder mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung erleichtern; die Rahmenbedingungen sollen mit erfahrenen Förderzentren erarbeitet werden. Schulbegleitung und Schulassistenz sollen in Pool-Modellen je nach Bedarf in Klassen eingesetzt werden können. Fortbildungen zum Erkennen von Lernproblemen sollen ausgebaut und Unterrichtsmaterialien barrierearm werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Wir verfolgen das Ziel, den bestehenden Ressourcenvorbehalt aus dem Schulgesetz zu streichen.“
Seite 17 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Stellen und der Wegfall des Mittelvorbehalts verpflichten den Staat zu höheren Ausgaben für öffentliche Bildung.

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Anspruch auf gemeinsames Lernen soll nicht mehr unter Mittelvorbehalt stehen, was die Gleichstellung von Kindern mit Behinderung stärkt, während das duale System bestehen bleibt.

Bildungsrecht für alle Kinder und DaZ stärken

Die Grünen wollen ein Recht auf Bildung auch für Kinder und Jugendliche garantieren, die in Einrichtungen der Erziehungshilfe leben oder keinen sicheren Aufenthaltsstatus haben. Der Unterricht in Deutsch als Zweitsprache soll ausgebaut werden, damit Geflüchtete und Zugewanderte qualifizierte Schulabschlüsse erreichen können.

Alle Kinder sollen ein Recht auf Schule haben. Das gilt auch für Kinder ohne sicheres Bleibe-Recht. Es gilt auch für Kinder in Heimen. Kinder mit anderer Mutter-Sprache sollen mehr Deutsch-Unterricht bekommen.

Die Regeln zur Schulpflicht sollen dafür weiterentwickelt werden. Der Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ) soll mit ausreichend Personal aus verschiedenen Berufen ausgestattet werden. Das Programm sieht darin die Grundlage für die Schulbildung von Menschen mit anderer Muttersprache.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„Die Ausgestaltung der Schulpflicht wollen wir weiterentwickeln und ein Bildungsrecht für alle Kinder und Jugendlichen, die in Erziehungshilfeeinrichtungen leben oder deren Aufenthaltsstatus unsicher ist, garantieren.“
Seite 18 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Kinder mit unsicherem Aufenthaltsstatus sollen ein garantiertes Bildungsrecht und mehr Sprachförderung erhalten, was die Rechte Zugewanderter ausbaut.

Lernmittelfreiheit auf alle Materialien ausweiten

Die Grünen wollen, dass Schülerinnen und Schüler alle im Unterricht benötigten Materialien kostenlos erhalten. Das soll neben Schulbüchern auch Atlanten, Lektüren und Arbeitshefte umfassen und für alle Schularten gelten.

Schul-Material soll für alle Kinder kostenlos sein. Das gilt auch für Atlanten und Lese-Bücher. Auch Arbeits-Hefte sollen nichts kosten. Das soll an allen Schulen gelten.

Atlanten, Ganzschriften und Lektüren sollen leihweise ausgegeben werden, Verbrauchshefte unentgeltlich. Die Schulträger sollen bei den zusätzlichen Kosten Unterstützung bekommen. Die Partei bezeichnet dies als echte Lernmittelfreiheit.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„Auch Arbeitshefte, die zum Verbrauch bestimmt sind, wollen wir kostenlos bereitstellen.“
Seite 18 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Bisher von Familien bezahlte Materialien sollen öffentlich finanziert werden, was staatliche Leistungen ausweitet.

Förderstunden pauschal an Schulen vergeben

Die Grünen wollen zusätzliche Förderstunden nicht mehr pro Kind, sondern nach dem Bedarf der jeweiligen Schule zuteilen. So sollen Kinder auch ohne förmlich festgestellten Förderbedarf vorbeugend unterstützt werden können. Landesweit sollen außerdem gleiche Regeln für die Diagnose gelten.

Manche Kinder brauchen in der Schule mehr Hilfe. Heute bekommt die Schule dafür Stunden pro Kind. Die Grünen wollen die Stunden direkt an die Schulen geben. Dann können Kinder auch ohne amtliche Prüfung Hilfe bekommen. Im ganzen Land sollen die gleichen Regeln gelten.

Das Programm sieht landesweit einheitliche diagnostische Standards und verbindliche Verfahrensregeln vor, um regionale Unterschiede zu verringern. Die Zuteilung der Stunden soll sich an den unterschiedlichen Bedarfen der Schulen orientieren. Ein Konzept dafür soll zusammen mit Schulen, Eltern und kommunalen Spitzenverbänden entstehen. Beim Wechsel zwischen Bildungsstufen soll die Inklusion stärker mitbedacht werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„Wir wollen die Pro-Kopf-Zuweisung von zusätzlichen Stunden für Schüler*innen mit Förderungsbedarf in eine systemische Zuweisung von Stunden an die Schulen überführen“
Seite 19 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Inklusion an Regelschulen soll durch vorbeugende Förderung ohne förmliche Feststellung schrittweise gestärkt werden, was Teilhabe und Gleichstellung dient.

Schulsozialarbeit und multiprofessionelle Teams ausbauen

Die Grünen wollen, dass Lehrkräfte mehr Unterstützung durch andere Fachkräfte bekommen, etwa aus Ergotherapie und Logopädie. Langfristig soll jede Schule im Land eine Stelle für Schulsozialarbeit haben. Begründet wird das mit immer unterschiedlicher zusammengesetzten Klassen.

In den Schulen sollen mehr Fachleute mitarbeiten. Das sind zum Beispiel Sprach-Therapeuten oder Sozial-Arbeiter. Jede Schule soll auf lange Sicht eine Person für Sozial-Arbeit haben. So sollen Lehrer mehr Hilfe bekommen. Jedes Kind soll gut gefördert werden.

Die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen an Schulen soll dauerhaft weiterentwickelt und im ganzen Land verbreitet werden. Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen sollen häufiger durchgehend an Regelschulen arbeiten können. Schulen sollen dauerhaft Beratung zur Organisationsentwicklung erhalten. Ziel ist nach dem Programm eine individuelle Förderung in heterogenen Lerngruppen.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„Wir setzen uns dafür ein, dass langfristig an jeder Schule im Land eine Person für Schulsozialarbeit bereitgestellt wird.“
Seite 19 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliches öffentlich finanziertes Personal an allen Schulen bedeutet einen schrittweisen Ausbau staatlicher Leistungen.

Lehramtsstudium um Digitales, Inklusion und Gesundheit erweitern

Die Grünen wollen angehende Lehrkräfte besser auf Digitalisierung, Inklusion und eigenverantwortliches Lernen vorbereiten. Digitale Bildung samt Grundlagen der Informatik soll fester Teil des Studiums werden. Hinzu kommen Angebote zur psychischen Gesundheit.

Wer Lehrer werden will, soll im Studium mehr lernen. Dazu gehören Computer und digitale Medien. Dazu gehört auch der Unterricht für Kinder mit Behinderung. Die Grünen wollen auch mehr Angebote für die seelische Gesundheit. Das soll Lehrern im Beruf helfen.

Die Reform soll zusammen mit der Allianz für Lehrkräftebildung erfolgen. Vorgesehen sind weitere Angebote zur inklusiven Didaktik; Menschen mit Behinderungen sollen als Bildungsfachkräfte qualifiziert werden, wofür das Institut für inklusive Bildung als Basis genannt wird. Ab dem Studium sollen Lehrkräfte lernen, Gesundheitsprävention zu vermitteln und selbst mit Belastung umzugehen. Im Beruf soll es mehr Supervision geben, und Maßnahmen für die Gesundheit der Lehrkräfte sollen wachsen, etwa bei Lärm, Pausen und Arbeitsplätzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„Dabei wollen wir Lehrinhalte zur Bildung in der digitalen Welt im Curriculum des Lehramtsstudiums verbindlich verankern“
Seite 19 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Lehrkräftemangel mit Quereinstieg und besserer Planung begegnen

Die Grünen wollen Vertretungskräften ohne Masterabschluss einen dauerhaften Weg in den Lehrberuf öffnen. Studienplätze sollen genauer am Bedarf geplant werden, weil Stellen nicht immer mit passend ausgebildeten Kräften besetzt werden können. Auch der Vorbereitungsdienst soll transparenter werden.

Es fehlen gut ausgebildete Lehrer. Manche Menschen unterrichten als Vertretung ohne vollen Abschluss. Sie dürfen das heute nur fünf Jahre lang. Die Grünen wollen ihnen eine Weiterbildung anbieten. Dann können sie dauerhaft als Lehrer arbeiten.

Bislang endet die Anstellung von Vertretungskräften ohne Master nach fünf Jahren; durch fachliche und pädagogische Weiterbildung sollen sie dauerhaft im gehobenen Dienst unterrichten können. Vertretungslehrkräfte sollen besser durch Mentorinnen und Mentoren begleitet werden. Das Programm befürwortet Pilotprojekte für duale Masterstudiengänge und will Wartezeiten zwischen Studium und Referendariat vermeiden. Die Kriterien für das zweite Staatsexamen sollen offengelegt werden. Für das Berufsschullehramt sollen Fachhochschulen enger mit den Universitäten Kiel und Flensburg kooperieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Wir wollen diesen Vertretungskräften den Weg des Quer- und Seiteneinstiegs als Fachlehrkraft an allgemeinbildenden Schulen eröffnen.“
Seite 20 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Schulleitungen und Lehrkräfte mit Sonderaufgaben entlasten

Die Grünen wollen Schulleitungen mehr Zeit für Leitungsaufgaben geben und ihnen Verwaltungsfachkräfte zur Seite stellen. Die Bezahlung soll sich an den Aufgaben orientieren. Begründet wird dies mit wachsenden Erwartungen an die Leitung von Schulen.

Eine Schule zu leiten wird immer schwerer. Die Grünen wollen den Schul-Leitungen mehr Zeit dafür geben. Schulen sollen Fachleute für die Verwaltung einstellen dürfen. Die Bezahlung soll zu den Aufgaben passen. Lehrer mit besonderen Aufgaben sollen auch entlastet werden.

Die sogenannte Leitungszeit soll je nach Anforderung weiter steigen. Für Schulleitungen aller Schularten ist eine systematische Qualifizierung geplant, um Nachwuchs zu gewinnen. Die Besoldung soll allen geeigneten Laufbahnen offenstehen; bei Förderzentren soll sie nicht mehr von der Zahl der Kinder mit festgestelltem Bedarf abhängen. Mehr Poolstunden sollen Schulen Spielraum geben, und für klar umrissene, befristete Aufgaben soll es einen Leistungszuschlag geben.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Wir wollen den Schulen die Möglichkeit eröffnen, Verwaltungsfachkräfte zur Unterstützung der Schulleitungen einzustellen.“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Leitungszeit, zusätzliche Verwaltungskräfte und Zuschläge erhöhen die öffentlichen Ausgaben für Schulen schrittweise.

Politische Bildung und Mitbestimmung an Schulen stärken

Die Grünen wollen Wirtschaft/Politik ab der siebten Klasse an allen Schularten unterrichten lassen. Zudem sollen Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte mehr mitbestimmen können, etwa über Klassenräte. Die Schule gilt dem Programm als zentraler Ort für demokratische Bildung.

Schüler sollen mehr über Politik und Wirtschaft lernen. Das Fach soll es ab Klasse 7 an allen Schulen geben. Schüler sollen in der Schule mehr mitreden. Dafür gibt es zum Beispiel Klassen-Räte. Auch Eltern sollen dabei mitmachen.

Geplant sind mehr Beteiligung aller Gruppen an der Schule, eine Feedback-Kultur sowie ein wissenschaftlich begleitetes Unterrichtsmodul zur Mitbestimmung. Ein Pilotprojekt soll politische Bildung für Menschen mit Behinderungen ausbauen, etwa an Förderzentren und in entsprechenden Einrichtungen. Die Landesvertretung der Schülerinnen und Schüler soll über Sitzungen des Bildungsausschusses im Landtag informiert werden. Schüler- und Elternvertretungen der Förderzentren sollen auf Landesebene wiederbelebt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„Deshalb werden wir den Bereich Wirtschaft / Politik in der Schule intensiv stärken und sicherstellen, dass Schüler*innen in der Sekundarstufe I an allen Schularten ab Klasse 7 in diesen Fachinhalten Unterricht bekommen.“
Seite 22 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt an Schulen umsetzen

Die Grünen wollen, dass Konzepte zur Vorbeugung gegen sexualisierte Gewalt an allen Schulen regelmäßig angewendet werden. Alle an der Schule sollen wissen, wo Kinder und Jugendliche Hilfe bekommen. Das Programm verweist darauf, dass statistisch in jeder Klasse Betroffene sitzen.

Manche Kinder erleben sexuelle Gewalt. Das passiert zu Hause, in der Freizeit oder in der Schule. Die Grünen wollen, dass jede Schule etwas dagegen tut. Jede Schule soll ihren Plan zum Schutz wirklich anwenden. Alle sollen wissen, wo Kinder Hilfe finden.

Nach dem Programm zeigen Statistiken, dass im Schnitt in jeder Klasse Kinder oder Jugendliche solche Gewalt erleben. Als Orte nennt es Familie, Freizeitangebote und Schule. Die Schutzkonzepte sollen nicht bloß schriftlich vorliegen, sondern in der Praxis gelebt werden. Die gesamte Schulgemeinschaft soll Anlaufstellen für Rat und Unterstützung kennen.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„Wir engagieren uns dafür, dass Präventionskonzepte zum Schutz vor sexualisierter Gewalt nicht nur auf dem Papier stehen, sondern an jeder Schule regelmäßig umgesetzt werden“
Seite 22 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Traumapädagogik in Kitas und Schulen ausbauen

Die Grünen wollen Kitas und Schulen für traumatische Erfahrungen von Kindern sensibilisieren. Dazu soll ein vorbeugendes Gruppenangebot an Schulen entstehen, das später zum Regelangebot wird. Als Auslöser nennt das Programm etwa Flucht, den Verlust Angehöriger oder Belastungen zu Hause in der Coronakrise.

Manche Kinder haben sehr Schlimmes erlebt. Das kann eine Flucht sein oder der Tod in der Familie. Die Grünen wollen diesen Kindern in Kita und Schule helfen. Dafür soll es Gruppen an den Schulen geben. Fachleute sollen dafür extra geschult werden.

Das Gruppenangebot richtet sich an Kinder, Eltern und pädagogisches Personal und soll auch für Kinder ohne Deutschkenntnisse geeignet sein. Die Eingliederungshilfe der Kreise und die Familienzentren sollen einbezogen werden. Erfahrungen aus dem Projekt „TiK SH“ sollen einfließen und bestehende Strukturen wachsen. Heil- und traumapädagogische Grundlagen sollen fester Teil pädagogischer Ausbildungen werden, ergänzt durch Fortbildungen.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Dafür werden wir ein präventives traumapädagogisches Gruppenangebot für Schüler*innen, Eltern und (Sozial-)Pädagog*innen an Schulen ermöglichen“
Seite 24 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Nachhaltigkeit als Bildungsziel verankern

Die Grünen wollen Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Teilen des Bildungssystems fest verankern. Zudem sollen Aus- und Fortbildung in allen Branchen auf den Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft ausgerichtet werden. Das Programm sieht dafür nur noch zehn bis 20 Jahre Zeit.

Alle sollen lernen, wie man die Umwelt und das Klima schützt. Das soll ein festes Ziel in Schulen und anderen Bildungs-Orten sein. Die Grünen wollen auch mehr Fachleute für den Klima-Schutz ausbilden. Museen und Volks-Hochschulen sollen über die Klima-Krise informieren.

Gute Praxisbeispiele sollen gefördert und ausgezeichnet werden. Außerschulische Lernorte wie der „ErlebnisWald Trappenkamp“ oder die „Phänomenta“ sollen Hilfe bei NUN-Zertifizierung, Finanzierung und Bekanntmachung erhalten. Die bestehende Landesstrategie soll ausgeweitet werden, mit Beteiligung junger Menschen. Ein Runder Tisch „Bildung, Ausbildung und Klima“ soll die Fachkräftesicherung begleiten; hinzu kommen Aufklärungskampagnen und Informationszentren.

Originalzitat anzeigen (Seite 25)
„Unser Ziel ist es daher, Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Bereichen des Bildungssystems als festen Bestandteil der Bildungsziele festzuhalten.“
Seite 25 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Bildung, Ausbildung und öffentliche Aufklärung sollen stärker auf Klimaneutralität ausgerichtet werden, was den Klimaschutz schrittweise stützt.

Pauschalen für freie und dänische Schulen überarbeiten

Die Grünen wollen die Kostenpauschalen für Schulen in freier Trägerschaft in der kommenden Wahlperiode überarbeiten. Dänische und freie Schulen gelten dem Programm als wichtiger Teil der Schullandschaft.

Es gibt Schulen, die nicht dem Staat gehören. Dazu gehören auch die dänischen Schulen. Sie bekommen Geld vom Land. Die Grünen wollen die festen Beträge dafür neu berechnen. Es geht etwa um Geld für Gebäude, Verwaltung und Schul-Busse.

Das Programm verweist auf die Neuordnung der Ersatzschulfinanzierung von 2014, die Planungssicherheit gebracht habe. Die Sätze pro Schülerin und Schüler sind an die Bildungsausgaben für staatliche Schulen gekoppelt, sodass freie Schulen an steigenden Mitteln teilhaben. Überprüft werden sollen unter anderem die Pauschalen für Investitionen, Schulverwaltung und Beförderung.

Originalzitat anzeigen (Seite 26)
„Dennoch bedarf es in der nächsten Wahlperiode einer Überarbeitung der Pauschalen, unter anderem für Investitions-, Schulverwaltungs- und Schülerbeförderungskosten.“
Seite 26 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Übergang in Ausbildung und Schulabschlüsse sichern

Die Grünen wollen, dass mehr Jugendliche nach der Schule eine Ausbildung beginnen und alle einen Abschluss erreichen. Dazu sollen Jugendberufsagenturen im ganzen Land entstehen und Schulen Konzepte gegen Schulabbruch erhalten. Praxisnahe Programme sollen weiterlaufen oder wachsen.

Alle Jugendlichen sollen einen Schul-Abschluss schaffen. Mehr Jugendliche sollen danach eine Ausbildung anfangen. Dafür soll es überall Beratungs-Stellen für Jugendliche geben. Schulen sollen früh helfen, wenn jemand abbrechen will. Es gibt auch Klassen mit viel Praktikum im Betrieb.

Zu den zehn bestehenden Standorten der Jugendberufsagenturen sollen weitere kommen, damit Beratung wohnortnah möglich ist. Ausbildungsvorbereitende Maßnahmen sollen zu Bausteinen werden, die für eine Ausbildung qualifizieren. Schulen sollen Präventions- und Interventionskonzepte gegen Schulabbruch bekommen, begleitet von Fortbildungen für Lehrkräfte. Das „Produktive Lernen“ mit drei Praktikumstagen pro Woche in Klasse 8 und 9 soll nach Bedarf wachsen, die Flex-Klassen sollen fortbestehen.

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„Daher möchten wir neben der Stärkung der bereits bestehenden zehn Standorte flächendeckend Jugendberufsagenturen im Land etablieren“
Seite 26 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Beratungs- und Förderangebote für Jugendliche sollen flächendeckend ausgebaut werden, was staatliche Leistungen schrittweise erweitert.

Schulbau mit Landeshilfe und Musterraumprogramm modernisieren

Die Grünen wollen, dass sich das Land stärker an der Modernisierung der Schulgebäude beteiligt, auch damit finanzschwache Schulträger bauen können. Ein Musterraumprogramm soll landesweite Standards für moderne Schulen festlegen. Das Programm begründet dies damit, dass viele Kommunen mit Planung und Kosten allein überfordert seien.

Viele Schul-Gebäude müssen erneuert werden. Die Grünen wollen, dass das Land den Städten und Gemeinden dabei mehr hilft. Es soll einen Plan mit festen Regeln für gute Schul-Räume geben. Neue Schulen sollen dem Klima nicht schaden.

Das Musterraumprogramm soll Standards für Räume, Verwaltungsflächen, Arbeitsplätze der Lehrkräfte, Gebäudetechnik, Wärme, Energie, Digitalisierung und Lärmschutz enthalten und fortgeschrieben werden. Auch fest eingebaute Lüftungsanlagen gehören dazu, mit Blick auf künftige Infektionswellen. Räume für Ganztag, Betreuung, Inklusion und Mensen sollen ebenfalls beschrieben werden. Neubauten sollen von Beginn an klimaneutral geplant werden. Das Land soll Kommunen bei der Planung beraten und einen Stellenpool für Planung, Vergabe und Durchführung bereitstellen. Die Klimaschutz-Förderkriterien des Programms IMPULS 2030 II sollen übernommen werden.

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„Daher wollen wir für die Schulen im Land ein Musterraumprogramm, das zukunftsfähige Standards für moderne Schulen definiert.“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll sich finanziell und personell stärker am kommunalen Schulbau beteiligen, was öffentliche Investitionen ausweitet.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Schulneubauten sollen von Anfang an klimaneutral geplant und Klimaschutzkriterien in die Förderung übernommen werden.

Berufsbildende Schulen stärken und SHIBB neu zuordnen

Die Grünen wollen das Schleswig-Holsteinische Institut für Berufliche Bildung (SHIBB) vom Wirtschafts- zurück ins Bildungsministerium holen. Alle berufsbildenden Schulen sollen zu Regionalen Berufsbildungszentren werden. Eine landesweite Planung soll den Standorten trotz sinkender Schülerzahlen eine Perspektive geben.

Das SHIBB ist ein Institut für die Berufs-Schulen im Land. Heute gehört es zum Wirtschafts-Ministerium. Die Grünen wollen es zum Bildungs-Ministerium bringen. Alle Berufs-Schulen sollen zu regionalen Zentren werden. Ein Plan für das ganze Land soll die Standorte sichern.

Das SHIBB ist Anfang 2021 mit rund 5.000 Lehrkräften gestartet und dem Wirtschaftsministerium unterstellt worden. Die Grünen wollen Themen wie den Wechsel aus der Schule ins Berufsleben, die Vergleichbarkeit von Abschlüssen, berufliche Orientierung und Lehrkräftebildung unter einem Dach bündeln. Wegen zurückgehender Schülerzahlen und sehr kleiner Klassen in manchen Berufen soll gemeinsam mit Schulen und Schulträgern eine landesweite Schulentwicklungsplanung entstehen. Die Umwandlung in Regionale Berufsbildungszentren soll es den Schulen erlauben, flexibler auf den Bedarf vor Ort zu reagieren.

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„Wir werden das SHIBB wieder dem Bildungsministerium zuordnen.“
Seite 28 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Ausbildungsgarantie umsetzen und Berufsorientierung ausbauen

Die Grünen wollen die vom Bund angestrebte Ausbildungsgarantie in Schleswig-Holstein umsetzen, sodass alle Jugendlichen eine Chance auf einen Ausbildungsplatz erhalten. Dazu sollen die berufliche Orientierung an allgemeinbildenden Schulen verstärkt und die Sprachförderung an beruflichen Schulen ausgebaut werden.

Alle Jugendlichen sollen eine Chance auf einen Ausbildungs-Platz bekommen. Das gilt auch für Jugendliche, denen das Lernen schwerfällt. Schulen sollen besser über Berufe informieren. Junge Zugewanderte sollen mehr Hilfe beim Deutsch-Lernen bekommen.

Der Ausbildungsplatz kann im Betrieb, betriebsnah an einer beruflichen Schule oder bei einem freien Träger liegen. Geprüft werden soll, ob Berufsschullehrkräfte bei der Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen mitwirken; Schülerinnen und Schüler sollen auch die Werkstätten der Berufsschulen besuchen können, und die Jugendberufsagenturen werden einbezogen. Der Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ) an beruflichen Schulen soll ausgebaut werden, damit neu zugewanderte und geflüchtete junge Erwachsene einen Schulabschluss erreichen. Betriebe sollen mehr Ausbildungsplätze anbieten, und das SHIBB soll dafür mit den Beteiligten eine Strategie erarbeiten. Ein Modellprojekt soll zusätzliche Praktika und Auslandsaufenthalte in der Ausbildung ermöglichen.

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„Ziel ist es, dass jede*r Jugendliche die Chance auf einen Ausbildungsplatz im Betrieb oder betriebsnah in den beruflichen Schulen oder bei freien Trägern bekommt.“
Seite 29 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine Ausbildungsgarantie mit schulischen und trägergestützten Plätzen weitet die staatliche Verantwortung für den Ausbildungsmarkt aus.

  • Migrationeher offen

    Der Ausbau der Sprachförderung soll neu Zugewanderten und Geflüchteten Schulabschluss und Ausbildung erleichtern, was die Integration fördert.

Berufshochschule einführen und duale Studienplätze aufstocken

Die Grünen wollen den Wechsel zwischen beruflicher und akademischer Bildung erleichtern. Dafür soll eine Berufshochschule entstehen, die Berufsabschluss und später auch Bachelor verbindet. Zudem soll es mehr duale Studienplätze geben, um den Fachkräftebedarf zu decken.

Die Grünen wollen Ausbildung und Studium besser verbinden. Dafür soll es eine Berufs-Hochschule geben. Dort macht man erst einen Berufs-Abschluss. Später soll auch ein Bachelor möglich sein. Es soll auch mehr Plätze im dualen Studium geben.

Fachhochschulen, berufsbildende Schulen und Betriebe sollen enger und in festen Strukturen zusammenarbeiten. Aus dieser Kooperation soll die Berufshochschule hervorgehen. Nach Darstellung des Programms macht die Zusammenarbeit der Lernorte die duale Ausbildung attraktiver und durchlässiger. Die Zahl der dualen Studienplätze soll steigen, weil viele Branchen künftig einen hohen Bedarf an Fachkräften haben.

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„Wir wollen über diese Kooperation das Konzept einer Berufshochschule umsetzen, die zunächst einen Berufsabschluss und perspektivisch einen Bachelor-Abschluss einschließt.“
Seite 29 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Grundfinanzierung der Hochschulen erhöhen, Standorte sichern

Die Grünen wollen die Grundfinanzierung der Hochschulen weiter anheben, um ihnen Planungssicherheit zu geben. Keine staatliche Hochschule im Land soll in ihrem Bestand bedroht sein. Zusätzlich sollen in Neumünster neue Fachbereiche entstehen, vorrangig für ein Pflegestudium.

Die Hochschulen sollen weiter mehr Geld vom Land bekommen. So können sie besser planen. Keine staatliche Hochschule soll schließen müssen. In Neumünster sollen neue Studien-Angebote entstehen, zuerst für die Pflege.

Gemeinsam mit den Hochschulen soll die Rolle der Fachhochschulprofessur weiterentwickelt werden. Gegen den Mangel an Fachkräften und Lehrenden in sozialen Berufsfeldern sollen Professuren attraktiver werden und mehr Promotionsstellen entstehen. Die Mitbestimmung an den Hochschulen soll ausgebaut werden; über Änderungen der Gremien wollen die Grünen mit den Statusgruppen beraten. Die Beteiligung von Studierenden soll gestärkt und die Landes-ASten-Konferenz als feste Einrichtung unterstützt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 30)
„Deswegen werden wir die Grundfinanzierung der Hochschulen weiterhin verlässlich erhöhen.“
Seite 30 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentliche Grundfinanzierung der Hochschulen soll weiter steigen und die staatliche Hochschullandschaft erweitert werden.

Hochschulen digitaler und internationaler aufstellen

Die Grünen wollen die digitale Infrastruktur und Ausstattung der Hochschulen verbessern und Open Data sowie Open Access ausbauen. Ausländische Abschlüsse sollen leichter anerkannt werden. In der Grenzregion zu Dänemark sollen deutlich mehr gemeinsame Studiengänge entstehen.

Die Hochschulen sollen bessere digitale Technik bekommen. Forschungs-Ergebnisse sollen frei im Internet stehen. Abschlüsse aus dem Ausland sollen leichter anerkannt werden. Deutsche und dänische Hochschulen sollen mehr zusammen anbieten.

IT-Systeme und Cloud-Lösungen sollen hohen Sicherheitsstandards genügen, besonders in der Forschung. Neben den Vorteilen der Digitalisierung soll auch ein kritischer Umgang mit digitalen Lösungen entwickelt werden. Aufenthalte internationaler Studierender im Land und von hiesigen Studierenden und Forschenden im Ausland gelten dem Programm als wichtig. Nachteile in Studienordnungen, bei der Anrechnung von Studienleistungen und im Beschäftigungsrecht sollen abgebaut werden. Die Grenzregion soll zu einem gemeinsamen Standort für Bildung und Innovation werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„Gerade in der deutsch-dänischen Grenzregion setzen wir an den Hochschulen auf einen deutlichen Ausbau der grenzüberschreitenden Bachelor- und Masterstudiengänge.“
Seite 31 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Exzellenzstrategie ablehnen, Forschung in der Breite fördern

Die Grünen lehnen die Exzellenzstrategie des Bundes ab, weil sie aus Sicht des Programms elitäre Strukturen stärkt und viele Fachbereiche leer ausgehen lässt. Stattdessen soll der Bund die Mittel für alle Hochschulen grundsätzlich erhöhen. Den Wissenstransfer wollen die Grünen über Innovationsagenturen stärken.

Der Bund gibt besonders viel Geld an einzelne Spitzen-Forschung. Die Grünen finden das nicht gerecht. Sie wollen mehr Geld vom Bund für alle Hochschulen. Bis dahin sollen die Universitäten im Land das Programm trotzdem nutzen können.

Die Exzellenzstrategie ist ein Wettbewerb von Bund und Ländern, der ausgewählte Spitzenforschung an Universitäten fördert. Bis es eine andere Förderung gibt, wollen die Grünen die Universitäten im Land dennoch dabei unterstützen, von ihr zu profitieren. Die Partei befürwortet Innovationsagenturen nach dem auf Bundesebene geplanten D.Innova-Konzept und will dafür eine starke regionale Struktur schaffen. Zusammen mit den Hochschulen soll außerdem ein Auffrischungsstudium entstehen, das nach dem Abschluss Zugang zu neuen wissenschaftlichen Entwicklungen gibt.

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„Wir lehnen die Exzellenzstrategie der Bundesregierung ab.“
Seite 31 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Statt wettbewerblich vergebener Mittel soll eine allgemeine, höhere Grundförderung aus Bundesmitteln treten, also weniger Wettbewerb und mehr öffentliche Breitenfinanzierung.

Studium gebührenfrei halten und soziale Hürden abbauen

Die Grünen lehnen Studiengebühren ab und wollen die Studienstarthilfe für Studierende aus Bedarfsgemeinschaften fortführen. Das Studentenwerk soll mehr Geld erhalten, vor allem für Wohnraum und psychosoziale Beratung. Beim BAföG setzt die Partei auf höhere, regelmäßig angepasste und stärker elternunabhängige Leistungen.

Studieren soll weiter keine Gebühren kosten. Studierende aus armen Familien sollen weiter Geld zum Start bekommen. Das Studentenwerk soll mehr Geld für Wohnungen und Beratung erhalten. Das BAföG soll höher werden und schneller ankommen.

Bedarfsgemeinschaften sind Haushalte, die Grundsicherung beziehen. Gegen Stress im Studium sollen kleinere Gruppen vor allem in Eingangsvorlesungen, mehr Aufenthaltsqualität auf dem Campus und Konzepte gegen Lerndruck helfen. Bei der BAföG-Reform des Bundes wollen die Grünen auf eine automatische Anpassung der Berechnungsgrundlagen, höhere Beträge besonders fürs Wohnen, höhere Altersgrenzen und eine Förderung des Teilzeitstudiums achten. Damit Anträge schneller bearbeitet werden, sollen die Abläufe beim Studentenwerk modernisiert und digitalisiert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„Hierzu werden wir die in der letzten Wahlperiode geschaffene Studienstarthilfe für Studierende aus Bedarfsgemeinschaften fortsetzen. Studiengebühren lehnen wir ab.“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Gebührenfreiheit wird verteidigt, und Studienförderung sowie die Mittel des Studentenwerks sollen ausgeweitet werden, also mehr öffentliche Leistungen.

Weiterbildung und Volkshochschulen gesetzlich stärker fördern

Die Grünen wollen das Weiterbildungsgesetz zu einem Weiterbildungsfördergesetz umbauen und Volkshochschulen sowie Bildungsstätten stärker unterstützen. Lebenslanges Lernen gilt dem Programm angesichts des raschen gesellschaftlichen und technischen Wandels als tragende Säule des Bildungssystems.

Auch Erwachsene sollen weiter lernen können. Die Grünen wollen dafür ein neues Gesetz machen. Volkshochschulen sollen mehr Kurse anbieten können. Menschen mit Problemen beim Lesen und Schreiben sollen überall Hilfe finden.

Die Volkshochschulen sollen ihr Angebot ausbauen und zusätzliche Grundbildungszentren einrichten können. Für Menschen, die nur eingeschränkt lesen und schreiben können, soll ein flächendeckendes und leicht erreichbares Angebot entstehen. Erwachsenenbildung versteht das Programm als Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit im Alter. Den kompetenten Umgang mit Medien beschreibt es als Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie.

Originalzitat anzeigen (Seite 34)
„Daher wollen wir eine Neuauflage des Weiterbildungsgesetzes zum Weiterbildungsfördergesetzes umsetzen.“
Seite 34 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein Fördergesetz und der Ausbau der Volkshochschulangebote erweitern die öffentliche Finanzierung der Erwachsenenbildung.

Schulfach „Philosophie und Religionskunde“ einführen

Die Grünen wollen das Fach Philosophie zu einem bekenntnisunabhängigen Fach „Philosophie und Religionskunde“ umbauen. Der konfessionelle Religionsunterricht soll daneben weiter besucht werden können.

In den Schulen lernen Kinder mit vielen Religionen und ohne Religion zusammen. Die Grünen wollen ein neues Schulfach. Es heißt Philosophie und Religions-Kunde. Es gehört zu keiner Kirche. Den normalen Religions-Unterricht gibt es trotzdem weiter.

Das Programm begründet den Umbau mit der zunehmenden Vielfalt sozialer, kultureller, religiöser und säkularer Hintergründe an den Schulen. Das neue Fach soll an allgemeinbildenden Schulen eingerichtet werden. Zur Unterstützung soll an den Hochschulen ein Studienfach Religionswissenschaften entstehen, das religionskundliche Themen überwiegend nicht-theologisch behandelt.

Originalzitat anzeigen (Seite 87)
„werden wir das Fach Philosophie in Schleswig-Holstein zu einem bekenntnisunabhängigen Lehrfach „Philosophie und Religionskunde“ an allgemeinbildenden Schulen umstrukturieren und dort etablieren.“
Seite 87 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein bekenntnisunabhängiges Fach zu Religionen stärkt eine säkulare, plurale Wertevermittlung, während der konfessionelle Unterricht erhalten bleibt.

Wissenschaft stärker in den Klimaschutz einbinden

Die Grünen wollen die Wissenschaft aktiv am Umbau zu einer klimaneutralen Gesellschaft beteiligen. Geplant sind ein landesweites Netz von Nachhaltigkeitsmanagerinnen und -managern an Hochschulen, ein Reallabor „SH.Klimaneutral“ und eine Plattform für Bürgerwissenschaft.

Die Grünen wollen die Wissenschaft beim Klima-Schutz mehr beteiligen. An den Hochschulen soll es Fachleute für Nachhaltigkeit geben. Ein neues Netzwerk soll Forschung, Firmen und Bürger zusammenbringen. Auch Bürger sollen bei der Forschung mitmachen können.

Nach einem Pilotprojekt von 2022 sollen Nachhaltigkeitsmanager landesweit arbeiten und Mitwirkungsrechte im Hochschulgesetz erhalten. „Green Offices“ sollen Studierenden und Hochschulangehörigen Räume für ihr Engagement geben. Das Reallabor soll als fachübergreifendes Netzwerk etwa Klimaforschung, Chemieindustrie, Naturschutz und Landwirtschaft verbinden. Eine unbürokratische Struktur soll Akteure vernetzen und Forschungsergebnisse schnell in die Praxis bringen. Transformationsstudien sollen ausgebaut und die Wirtschaftswissenschaften breiter aufgestellt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 93)
„Wir wollen die daraus gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um ein landesweites Netzwerk von Nachhaltigkeitsmanager*innen zu schaffen.“
Seite 93 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Neue Stellen, Netzwerke und Rechte an Hochschulen sollen den Weg zur Klimaneutralität unterstützen, was den Klimaschutz schrittweise fördert.

Umweltbildung und ökologische Freiwilligendienste ausbauen

Die Grünen wollen Naturkunde in und außerhalb der Schule, Artenkenntnis und die Ausbildung von Fachkräften im Naturschutz fördern. Das Freiwillige Ökologische Jahr und der ökologische Bundesfreiwilligendienst sollen wachsen und auch Älteren offenstehen.

Menschen sollen mehr über die Natur lernen. Das soll in der Schule und in der Freizeit möglich sein. Die Grünen wollen mehr Plätze im Freiwilligen Ökologischen Jahr. Dort arbeitet man ein Jahr für die Umwelt. Auch Menschen über 27 Jahre sollen mitmachen können.

Gefördert werden sollen Angebote, die Artenkenntnis vermitteln, und die Qualifizierung von Naturführerinnen, Naturführern und Naturschutz-Fachkräften des Landes. Die „Akademie für Artenkenntnis“ am Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume soll dazu beitragen. Bestehende Naturerlebniseinrichtungen und außerschulische Lernorte erhalten weiter Förderung und sollen leicht zugänglich bleiben, damit alle die gleichen Bildungschancen haben.

Originalzitat anzeigen (Seite 103)
„Wir wollen das Freiwillige Ökologische Jahr ausbauen und den ökologischen Bundesfreiwilligendienst erweitern, auch für Interessierte, die älter als 27 Jahre sind.“
Seite 103 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Juristische Ausbildung modernisieren, Justiz diverser machen

Die Grünen wollen Jura-Studium und Referendariat didaktisch erneuern und weniger belastend gestalten. Die Justiz soll so vielfältig werden wie die Gesellschaft, und Fortbildungen zu Rassismus, Sexismus und Queerfeindlichkeit sollen fest zur Ausbildung gehören.

Die Grünen wollen das Jura-Studium moderner machen. Es soll weniger belastend sein. In der Justiz sollen mehr unterschiedliche Menschen arbeiten. Juristen sollen mehr über Rassismus und Sexismus lernen.

Geplant sind unter anderem das E-Examen, eine angemessene Beihilfe für Referendarinnen und Referendare sowie mündliche Prüfungen ohne Diskriminierung. Menschenrechtsbildung soll fester Teil von Studium, Referendariat und verpflichtender Fortbildung für Anwaltschaft, Staatsanwaltschaft und Richterschaft werden. Ziel ist laut Programm, dass Juristinnen und Juristen rassistische, queerfeindliche und sexistische Straftaten erkennen, wirksam verfolgen und mit Betroffenen angemessen umgehen. Black People of Color gelten dem Programm als unterrepräsentiert; sie sollen für das Studium gewonnen und in ihrer Laufbahn gefördert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 174)
„Wir wollen außerdem die Grundlagenfächer in der juristischen Ausbildung stärken, kritische Rechtswissenschaft fördern und Diversity-Kompetenz als juristische Kernkompetenz anerkennen.“
Seite 174 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Verpflichtende Antidiskriminierungs-Inhalte und gezielte Förderung von Vielfalt in der Justiz verschieben den Stand schrittweise in eine progressive Richtung.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Schleswig-Holstein im Vergleich