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FDP zur Bildung

Aus dem Programm „Was das Land jetzt braucht. Wahlprogramm der Freien Demokraten (Programm der FDP Schleswig-Holstein zur Landtagswahl 2022)“

Landtagswahl Schleswig-Holstein 2022, 8. Mai 2022Original-PDF, 142 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-0,8), aus 17 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 15 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 1 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschaftausgewogen (-0,2), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich progressiv, 1 eher progressiv, 2 ausgewogen, 2 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Außenpolitikeher Abschreckung zuerst (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Diplomatie zuerst, 0 eher Diplomatie zuerst, 0 ausgewogen, 1 eher Abschreckung zuerst, 0 deutlich Abschreckung zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Unterrichtsversorgung über 100 Prozent sicherstellen

Die FDP will an allen Schulen so viele Lehrkräfte einsetzen, dass auch Vertretungsunterricht abgedeckt ist. Dafür hält das Programm eine Unterrichtsversorgung von mehr als 100 Prozent für nötig. So soll Unterricht verlässlich stattfinden, ohne dass Lehrkräfte dauerhaft Mehrarbeit leisten.

Die FDP will mehr Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen. Es soll weniger Unterricht ausfallen. Wenn eine Lehrkraft fehlt, soll eine andere einspringen können. Dafür soll es zusätzliche Stellen geben.

Das Programm sieht zusätzliche Stellen vor, die auch als gemeinsamer Pool für mehrere Schulen einer Region dienen können. Die Versorgung soll für allgemeinbildende und berufsbildende Schulen gelten. Lehrkräfte sollen nicht langfristig Mehrarbeit leisten müssen, um Ausfälle aufzufangen. Außerdem will die FDP mehr junge Menschen für den Lehrerberuf gewinnen und das IQSH, das SHIBB und die Ministerien stärken, damit sie die Schulen besser unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 8)
„eine Lehrerversorgung an allen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen sicherstellen, die den notwendigen Vertretungsunterricht berücksichtigt“
Seite 8 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Lehrerstellen über den regulären Bedarf hinaus bedeuten mehr öffentliche Ausgaben für Bildung.

Schulsozialarbeit ausbauen und Hilfen bündeln

Die FDP will die Schulsozialarbeit an allen Schularten ausweiten. Zudem sollen Schulbegleitung, Schulassistenz und Schulsozialarbeit neu geordnet und zusammengeführt werden. Das Programm begründet dies mit gestiegenem Betreuungsbedarf und einem effizienteren Einsatz der Mittel.

Die FDP will mehr Sozial-Arbeit an den Schulen. Das sind Fachleute, die Kindern bei Problemen helfen. Verschiedene Hilfen an der Schule sollen besser zusammenarbeiten. So sollen Teams aus mehreren Berufen entstehen.

Laut Programm ist der sozialpädagogische Betreuungsbedarf gestiegen, etwa durch Inklusion, Migration und Schulabsentismus, während die Zahl der Fachkräfte nicht gewachsen sei. Die drei Unterstützungssysteme sollen so zusammengeführt werden, dass multiprofessionelle Teams arbeiten können. Dafür nennt das Programm auch regionale Poollösungen als Möglichkeit.

Originalzitat anzeigen (Seite 8)
„die Angebote der Schulsozialarbeit an allen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schularten erweitern“
Seite 8 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau der Schulsozialarbeit erweitert eine öffentliche Leistung, verbunden mit dem Ziel effizienteren Mitteleinsatzes.

Inklusion nur mit ausreichenden Ressourcen ausweiten

Die FDP will inklusiven Unterricht dort unterstützen, wo die Rahmenbedingungen dafür gegeben sind. Eine höhere Inklusionsquote zulasten der Lehrkräfte lehnt sie ab. Die nötigen Ressourcen will die Partei bereitstellen.

Inklusion heißt: Kinder mit und ohne Behinderung lernen zusammen. Die FDP will das dort fördern, wo die Bedingungen passen. Lehrkräfte sollen dadurch nicht überlastet werden. Die Partei will die nötigen Mittel bereitstellen.

Das Programm knüpft gemeinsamen Unterricht an passende Rahmenbedingungen vor Ort. Aus Sicht der FDP gelingt Inklusion nur, wenn genug Mittel vorhanden sind. Eine steigende Inklusionsquote soll nicht dazu führen, dass Lehrkräfte die Last allein tragen. Die Partei sagt zu, die erforderlichen Ressourcen zu gewährleisten.

Originalzitat anzeigen (Seite 9)
„Inklusion ist aus unserer Sicht nur dann erfolgreich möglich, wenn die dafür notwendigen Ressourcen zur Verfügung stehen.“
Seite 9 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftausgewogen

    Der Punkt bejaht Inklusion, macht ihren Ausbau aber von vorhandenen Ressourcen abhängig und verbindet so beide Anliegen.

Recht auf kostenfreie Lehrerfortbildung einführen

Die FDP will allen Lehrkräften ein Recht auf kostenlose Fortbildung geben, die zum Bedarf und zur Schulart passt. Die bisher vor allem angebotsorientierten Formate sollen überprüft werden. Jede Schule soll zudem ein eigenes Budget für Fortbildungen erhalten.

Lehrkräfte sollen ein Recht auf Fortbildung bekommen. Die Fortbildung soll nichts kosten. Sie soll zu dem passen, was die Schule braucht. Jede Schule soll dafür eigenes Geld bekommen.

Das Programm fordert, Fort- und Weiterbildung am Bedarf von Schulen und Lehrkräften auszurichten statt am vorhandenen Angebot. Alle Schulen sollen einen eigenen, ausreichenden Etat bekommen, um Fortbildungen zu bezahlen, die zu ihrer Lage passen. Digitales Lernen soll fester Teil der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 9)
„Wir wollen ein Recht aller Lehrkräfte auf Fortbildungen, die kostenfrei, bedarfs- und schulartgerecht angeboten werden müssen.“
Seite 9 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein neuer Anspruch auf kostenfreie Fortbildung und eigene Schuletats erweitern öffentliche Leistungen im bestehenden System.

Klassen verkleinern und Lehrkräfte entlasten

Die FDP will die Vorgaben für Klassengrößen senken, damit Schülerinnen und Schüler individueller betreut werden. Lehrkräfte sollen von Verwaltungsaufgaben entlastet werden und sich auf den Unterricht konzentrieren können.

Die FDP will kleinere Klassen. Dann haben Lehrkräfte mehr Zeit für jedes Kind. Lehrkräfte sollen weniger Büro-Arbeit machen müssen. Sie sollen sich um den Unterricht kümmern können.

Nach dem Programm soll guter Unterricht samt Vor- und Nachbereitung sowie Beratung die Kernaufgabe des Lehrerberufs sein. Die Rahmenbedingungen sollen so gesetzt werden, dass Lehrkräfte diese Aufgaben reibungslos erfüllen können. Die individuellen Lernbedürfnisse der Kinder sollen mehr Gewicht erhalten. Ergänzend will die FDP Unterrichtsformen wie Projektunterricht und Kooperationen mit Unternehmen fördern, um Forscher- und Gründergeist zu wecken, sowie bilingualen Unterricht an weiteren Schulen.

Originalzitat anzeigen (Seite 9)
„die bisherigen Vorgaben zu den Klassengrößen verringern, um so eine individuellere Betreuung der Schülerinnen und Schüler in ihren Lernprozessen zu gewährleisten“
Seite 9 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Kleinere Klassen erfordern mehr Personal und damit höhere öffentliche Bildungsausgaben.

Schulen digital ausstatten, Endgeräte für alle

Die FDP will die Digitalisierung der Schulen vorantreiben: Jedes Kind soll ein digitales Endgerät haben, jeder Klassenraum Gigabit-Internet und WLAN, jede Schule IT-Support. Digitales Lernen soll auch nach der Pandemie als Unterrichtsform rechtlich verankert werden. Vom Bund fordert die Partei dauerhafte Mittel und einfachere Anträge.

Die FDP will Schulen mit moderner Technik ausstatten. Jedes Kind soll ein Gerät zum Lernen bekommen, zum Beispiel ein Tablet. In jedem Klassenraum soll es schnelles Internet geben. Auch Lehrkräfte sollen Geräte bekommen. Der Bund soll dafür dauerhaft Geld geben.

Soft- und Hardware sollen gemeinsam mit den Schulträgern bereitgestellt werden. Endgeräte für Schülerinnen und Schüler zählt die FDP zur Lernmittelfreiheit; Schulbücher sollen nach und nach durch digitale Medien ersetzt werden, wo es sinnvoll ist. Alle Lehrkräfte sollen Geräte, eine Dienst-Mail-Adresse sowie Lernplattformen und Videokonferenz-Werkzeuge vom Land erhalten, wobei das Ministerium für landesweit einheitliche Lösungen sorgen soll. Datenschutzregeln sollen geprüft und bei Bedarf geändert werden, damit sie digitales Lernen ermöglichen. Präsenzunterricht behält laut Programm die höchste Priorität.

Originalzitat anzeigen (Seite 10)
„Das Ziel ist, dass jedes Kind in der Schule und zu Hause über ein zeitgemäßes digitales Endgerät zum Lernen verfügt“
Seite 10 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Geräte für alle Kinder als Teil der Lernmittelfreiheit und dauerhafte Bundesmittel erweitern öffentliche Leistungen und Investitionen.

Mehr Informatikunterricht an den Schulen

Die FDP will den Stundenumfang des Fachs Informatik schrittweise erhöhen. Die Einführung als Pflichtfach in Klasse 7/8 zum Schuljahr 2022/23 sieht sie als ersten Schritt. Vier Jahreswochenstunden in der gesamten Mittelstufe hält die Partei für zu wenig.

Die FDP will mehr Unterricht im Fach Informatik. In Informatik lernt man, wie Computer arbeiten. Ab Klasse 7 wird das Fach Pflicht. Der FDP reichen die geplanten Stunden nicht. Sie will nach und nach mehr Stunden.

Ab 2022/23 wird Informatik Pflichtfach, und zwar in den Klassen 7 und 8 der Mittelstufe. Das Programm bewertet die dafür vorgesehenen vier Jahreswochenstunden über die Mittelstufe als unzureichend. In der Sekundarstufe II soll das Fach weiter angeboten werden. Die FDP begründet dies damit, dass digitale Technik alle Lebensbereiche prägt.

Originalzitat anzeigen (Seite 10)
„Wir wollen diesen Stundenumfang sukzessiv erhöhen und das Fach in der Sekundarstufe II weiterhin anbieten.“
Seite 10 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Unterrichtsstunden an Grundschulen weiter erhöhen

Die FDP will die Zahl der Wochenstunden an Grundschulen schrittweise anheben und an das höhere Niveau anderer Bundesländer angleichen. Das Programm verweist auf Leistungsstudien, in denen Schleswig-Holstein schlechter abschneide als andere Länder.

Kinder in der Grundschule sollen mehr Unterricht bekommen. Die FDP will die Stunden pro Woche nach und nach erhöhen. Andere Bundesländer haben mehr Stunden. Schleswig-Holstein soll genauso viele haben.

Nach Angaben des Programms wurde die Stundenzahl in den ersten beiden Schuljahren bereits um je eine Stunde auf insgesamt 94 Wochenstunden über vier Grundschuljahre erhöht. Die FDP hält das im Ländervergleich für nicht ausreichend. In der Grundschule sollen Lesen, Schreiben, Rechnen und Sozialkompetenz als Grundlage des weiteren Bildungswegs vermittelt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 11)
„die Wochenstundenzahl an den Grundschulen in den kommenden Jahren sukzessiv weiter anheben“
Seite 11 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Unterrichtsstunden bedeuten einen schrittweisen Ausbau einer öffentlichen Leistung mit zusätzlichem Personalbedarf.

Verbindlichen Grundwortschatz und Rechtschreibung stärken

Die FDP will für die Grundschulen einen verbindlichen Grundwortschatz als Mindestanforderung einführen. Rechtschreibung soll nach den bundesweit einheitlichen Regeln gelernt werden, und alle Schularten sollen die Leistungen in Rechtschreibung und Grammatik steigern. Zudem soll die Schulartempfehlung beim Übergang auf die weiterführende Schule gestärkt werden.

Die FDP will, dass Kinder besser lesen, schreiben und rechnen lernen. Es soll eine feste Liste mit Wörtern geben. Diese Wörter müssen alle Grundschul-Kinder richtig schreiben können. Die Empfehlung für die nächste Schule soll mehr Gewicht bekommen.

Der Grundwortschatz soll mindestens dem Niveau anderer Bundesländer entsprechen. Die Verpflichtung, Rechtschreib- und Grammatikleistungen zu verbessern, begründet das Programm mit der Studier- und Ausbildungsfähigkeit. Eltern sollen schon am Ende des dritten Schuljahres verlässlich über Angebote und Bildungsauftrag der allgemein- und berufsbildenden Schulen informiert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 11)
„Daher muss auch für Schleswig-Holstein ein verbindlicher Grundwortschatz als Mindestanforderung entwickelt werden“
Seite 11 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Deutsch und Mathematik im Grundschullehramt verpflichtend machen

Die FDP will fachfremden Unterricht an Grundschulen vermeiden, weil er aus Sicht des Programms vor allem in Deutsch und Mathematik schadet. Dafür soll eine verbindliche Studienordnung für das Grundschullehramt kommen, in der beide Fächer Pflicht sind.

Die FDP will gut ausgebildete Lehrer an Grundschulen. Lehrer sollen nur Fächer unterrichten, die sie studiert haben. Wer Grundschul-Lehrer wird, soll immer Deutsch und Mathe studieren. Ein drittes Fach kann man frei wählen.

Die Studienordnung soll Bachelor und Master umfassen und Deutsch und Mathematik sowie ein frei wählbares drittes Fach vorschreiben. Begründet wird das mit negativen Folgen fachfremden Unterrichts in den Basisfächern. Außerdem will die FDP sicherstellen, dass die amtsärztliche Untersuchung zum Schulstart an allen Schulen stattfindet. Das soll auch für Kinder aus anderen Ländern gelten, die während des laufenden Schuljahres angemeldet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„für das Lehramt an Grundschulen die Einführung einer verbindlichen Studienordnung (Bachelor- und Masterstudiengang umfassend) mit den verpflichtenden Fächern Deutsch, Mathematik und einem dritten Fach der Wahl“
Seite 12 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Abschlussbezogene Klassen an Gemeinschaftsschulen ermöglichen

Die FDP will, dass Gemeinschaftsschulen selbst entscheiden können, Klassen nach angestrebtem Abschluss einzurichten. Das Programm hält eine stärkere Trennung nach Neigung und Leistung für nötig, um die Zahl der Jugendlichen ohne Abschluss zu senken. Neue Oberstufen an Gemeinschaftsschulen sollen kritisch geprüft werden.

Gemeinschafts-Schulen sollen selbst entscheiden dürfen. Sie sollen Klassen für bestimmte Abschlüsse bilden können. Die FDP meint: So schaffen mehr Schüler einen Abschluss. Neue Oberstufen an diesen Schulen will die FDP genau prüfen.

Nach Ansicht der FDP reicht Unterricht, der nur innerhalb einer Klasse differenziert, nicht für alle Leistungsniveaus aus; späte Maßnahmen wie Flex-Klassen seien wenig erfolgreich. Über abschlussbezogene Klassen sollen die Schulgremien frühzeitig selbst befinden. Anträge auf weitere Oberstufen sollen kritisch geprüft werden, damit genug Profile zur Auswahl stehen und Gymnasien sowie berufliche Gymnasien der Region nicht gefährdet werden. Zudem soll evaluiert werden, ob die Mindestgröße dieser Oberstufen ausreichende Unterrichtsqualität sichert. Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe sollen enger mit Gymnasien zusammenarbeiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„den Gemeinschaftsschulen früh die Möglichkeit eröffnen, in den zuständigen Gremien selbst zu entscheiden, abschlussbezogene Klassen einzurichten.“
Seite 12 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Sammelfächer NaWi und Weltkunde in Einzelfächer aufteilen

Die FDP will an Gemeinschaftsschulen das Fach NaWi durch getrennten Unterricht in Physik, Chemie und Biologie ersetzen und Weltkunde in Geschichte und Geografie aufteilen. Damit sollen Qualität und Interesse an den MINT-Fächern steigen. Ein eigenes Programm soll Mädchen stärker für diese Fächer gewinnen.

Die FDP will einzelne Fächer statt Sammel-Fächern. Statt NaWi soll es Physik, Chemie und Biologie geben. Statt Weltkunde soll es Geschichte und Geografie geben. Mädchen sollen mehr Lust auf Mathe, Technik und Natur-Wissenschaften bekommen.

Der getrennte Fachunterricht soll sicherstellen, dass der Wechsel in die gymnasiale Oberstufe, in eine Lehre oder später in ein Studium der Naturwissenschaften oder der Technik gelingt. Inhaltliche Verbindungen zwischen Geschichte und Geografie sollen über neu gestaltete Lehrpläne berücksichtigt werden. Das Programm für Mädchen soll bereits Grundschülerinnen erreichen und an den weiterführenden Schulen fortgesetzt werden. An Gymnasien will die FDP die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer schon ab der Mittelstufe stärken, damit sich wieder mehr Jugendliche für das naturwissenschaftliche Profil entscheiden.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„Dies wollen wir durch einen differenzierten Fachunterricht in den Fächern Physik, Chemie und Biologie anstelle des Faches NaWi erreichen.“
Seite 12 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein neues Programm soll gezielt Mädchen für MINT-Fächer gewinnen, was ein schrittweiser Beitrag zur Gleichstellung ist.

Berufs- und Studienorientierung verbindlich im Stundenplan verankern

Die FDP will Berufs- und Studienwahlunterricht als festen Teil der Stundentafel stärken. Nach dem Leitsatz „kein Abschluss ohne Anschluss“ soll jede Schülerin und jeder Schüler nach der Schule eine gesicherte Perspektive haben.

Schüler sollen in der Schule mehr über Berufe und Studium lernen. Das soll fest im Stundenplan stehen. Jeder soll nach der Schule wissen, wie es weitergeht. Die FDP will auch mehr Praktika und Kontakte zu Betrieben.

Die Jugendberufsagenturen sollen dabei eine zentrale Rolle spielen und unterstützt werden. Die Beratung soll an jedem Wechsel in eine andere Schulart ausgebaut werden und früh Wege in Ausbildung oder Studium zeigen. Berufsorientierende Initiativen sollen durch mehr Praktika, Kooperationen mit örtlichen Betrieben und mehr Auftrittsmöglichkeiten für Unternehmen an Schulen verstärkt werden. Planspiele und Projektunterricht sollen Jugendliche ermutigen, eigene Geschäftsideen zu entwickeln.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„den Berufs- und Studienwahlunterricht an den Schulen als verbindlichen Teil der Stundentafel stärken.“
Seite 12 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Abschlussprüfungen bundesweit vergleichbar machen, Gymnasium stärken

Die FDP will sich für bundesweit vergleichbare Bedingungen bei Abschlussprüfungen einsetzen, weil Abiturnoten über Studienplätze und Ausbildungsverträge entscheiden. Am Gymnasium soll der Fachunterricht als Kern erhalten und ausgebaut werden.

Prüfungen sollen in ganz Deutschland ähnlich sein. Denn die Abitur-Noten entscheiden über Studienplätze. Am Gymnasium sollen Fach-Lehrer ihre Fächer unterrichten. Schüler sollen in der Oberstufe ihre Fächer freier wählen können.

Auch für den Unterricht sollen einheitlichere Rahmenbedingungen im ganzen Bundesgebiet gelten. Die FDP bekennt sich zum Fachunterricht, gestützt auf eine fachwissenschaftliche und an der Schulart ausgerichtete Lehrerausbildung. Vernetztes, problemlösendes Denken und selbstorganisiertes Lernen sollen im Alltag des Unterrichts mehr Raum bekommen. Die oberste Schulaufsicht der Gymnasien soll gestärkt werden, um Schulentwicklung anzustoßen und zu begleiten. In der Oberstufe soll es mehr Freiheit bei der Fächerwahl geben.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„uns dafür einsetzen, die Rahmenbedingungen für Abschlussprüfungen bundesweit vergleichbar zu gestalten, um objektiv beurteilbare Leistungsanforderungen zu schaffen.“
Seite 13 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Förderzentren stärken und Inklusionskonzept überprüfen

Die FDP will, dass Eltern von Kindern mit Förderbedarf zwischen Förderzentrum und inklusivem Unterricht wählen können. Das bisherige Konzept der inklusiven Beschulung soll auf seine Wirksamkeit hin evaluiert werden. Zugleich soll der Beruf der Sonderpädagogin und des Sonderpädagogen attraktiver werden.

Manche Kinder brauchen besondere Hilfe beim Lernen. Ihre Eltern sollen die Schule selbst wählen können. Die FDP will Förder-Zentren erhalten. Sie will prüfen, wie gut der gemeinsame Unterricht bisher klappt. Es soll mehr Sonder-Pädagogen geben.

Die FDP will keine Förderzentren ohne eigene Schülerschaft, sondern für jedes Kind die passende Schule. Diagnostik und Prävention in Kitas sollen als Aufgabe der sonderpädagogischen Lehrkräfte gestärkt und mit Zeit ausgestattet werden. Pädagogische Teams an den Schulen sollen inklusive Bildungswege verbessern und die Chancen auf einen Abschluss erhöhen. An der Europa-Universität Flensburg sollen Ausbildungsplätze, Personal und Geld aufgestockt und der Studiengang inhaltlich verbessert werden. Das Programm verweist auf einen erheblichen Mangel an Sonderpädagogen.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Wir wollen, dass Eltern eines Kindes mit sonderpädagogischem Förderbedarf selbst entscheiden können, wie ihr Kind unterrichtet werden soll.“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftausgewogen

    Der Punkt verbindet bessere Bedingungen für inklusive Bildungswege mit dem Erhalt eigenständiger Förderzentren und einer Überprüfung des Inklusionskonzepts.

Ganztagsschulen ausbauen und besser finanzieren

Die FDP will die Qualität der Ganztagsschulen verbessern und den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen möglichst rasch umsetzen. Der Bund soll sich stärker beteiligen, auch an den laufenden Betriebskosten. Mittelfristig sollen Ganztagsangebote auf weitere Schularten ausgedehnt werden.

Die FDP will mehr und bessere Ganztags-Schulen. Kinder an Grundschulen sollen schnell ein Recht auf Betreuung am Nachmittag bekommen. Der Bund soll mehr Geld dafür geben. Später soll es Ganztag auch in den Klassen 5 bis 10 geben.

Mehr Geld soll Kooperationen mit Musikschulen, Kunstschaffenden, Sportvereinen, Unternehmen und anderen Organisationen ermöglichen. Schulen sollen mehr Spielraum bei der Gestaltung einer verlässlichen Betreuung erhalten. Die Trennung des Schultags in Vormittag und Nachmittag soll schrittweise abgebaut werden; Ganztagsangebote sollen inhaltlich an den Unterricht anknüpfen. Die Ausweitung auf andere Schularten soll mit den Klassen 5 bis 10 beginnen. Jugend- und Schulsozialarbeit an Ganztagsschulen soll nach Bedarf weiter ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 15)
„den bis 2025 vorgesehenen bundesweiten Rechtsanspruch für die Ganztagsbetreuung an Grundschulen so schnell wie möglich umsetzen.“
Seite 15 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das öffentliche Ganztagsangebot soll ausgeweitet und mit mehr Geld von Land und Bund ausgestattet werden, was einen schrittweisen Ausbau staatlicher Leistungen bedeutet.

Schulen mehr Eigenständigkeit geben, Leitungen entlasten

Die FDP will Schulen mehr Freiheit beim Einsatz ihrer Mittel geben und sie über Zielvereinbarungen steuern. Schulleitungen und Lehrkräfte sollen durch Fortbildungen und mehr Ausgleichsstunden unterstützt werden. Das Programm begründet dies damit, dass Verantwortung entsprechende Freiräume voraussetzt.

Schulen sollen selbst entscheiden, wofür sie ihr Geld ausgeben. Schule und Schul-Aufsicht sollen gemeinsam Ziele festlegen. Schul-Leiter sollen mehr Fortbildungen bekommen. Lehrer sollen mehr Zeit für Organisation und Team-Arbeit erhalten.

Mittel sollen gegenseitig deckungsfähig sein und ins folgende Haushaltsjahr übertragen werden können. Zielvereinbarungen sollen zwischen Schulaufsicht, Schulträger und Schule geschlossen und anhand definierter Qualitätskriterien evaluiert werden. Schulleitungen sollen auf ihre Führungsrolle vorbereitet und begleitet werden; Lehrkräfte sollen gezielt für Leitungsaufgaben gewonnen werden. Der Stundenausgleich für Organisation, Verwaltung und Schulentwicklung soll steigen, und Teamsitzungen sowie Beratungsgespräche sollen bei der Arbeitszeit stärker zählen. Der Fortbildungsetat der Schulen soll erhöht werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 16)
„den Schulen mehr Eigenständigkeit bei der Verwendung der zugewiesenen finanziellen Mittel, z. B. für Lehr- und Lernmittel, zubilligen.“
Seite 16 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Einheitliche Standards und Sonderprogramm für Schulbau

Die FDP will einheitliche Qualitätsstandards für Bau und Ausstattung von Schulen und fordert ein Sonderprogramm Schulbau von Bund und Land. Begründet wird das mit Chancengerechtigkeit, da Ausstattung und Internetanbindung der Schulen bisher stark voneinander abweichen.

Schulen sind sehr unterschiedlich ausgestattet. Die FDP will gleiche Regeln für alle Schul-Gebäude. Bund und Land sollen Geld für die Sanierung geben. Schulen sollen gute Technik, Lüftung und moderne Toiletten haben. Alle Schulen sollen barrierefrei sein.

Gemeinsam mit den kommunalen Landesverbänden soll die Schulbaurichtlinie neu gefasst werden, um digitale Medien, die nötige Technik und Gruppenräume einzuplanen. Ein „Schulraum der Zukunft“ soll als Maßstab für Neubauten und Sanierungen dienen. Die Richtlinien sollen Lüftungsanlagen in Unterrichtsräumen und moderne Toiletten vorsehen. Hinzu kommen eine allgemeine Richtlinie für ergonomische Ausstattung und Barrierefreiheit an allen Schulen. Für Teamarbeit der Lehrkräfte sollen Zeit und geeignete Räume bereitstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„ein von Bund und Land getragenes Sonderprogramm Schulbau fordern, um die Schulgebäude in einen den heutigen Anforderungen entsprechenden Zustand zu versetzen.“
Seite 17 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein zusätzliches öffentliches Investitionsprogramm und verbindliche Baustandards erweitern staatliche Ausgaben und Vorgaben schrittweise.

Politische und ökonomische Bildung ausbauen

Die FDP will das Fach Wirtschaft/Politik durchgehend bis zum Mittleren Schulabschluss oder Abitur verpflichtend unterrichten lassen. Der Landesbeauftragte für politische Bildung soll zu einer eigenständigen Landeszentrale für politische und ökonomische Bildung werden. Anlass ist die Sorge über wachsenden Extremismus, Rassismus, Antisemitismus und Verschwörungserzählungen.

Schüler sollen mehr über Politik und Wirtschaft lernen. Das Fach WiPo soll bis zum Abschluss Pflicht sein. Eine neue Landes-Zentrale soll Wissen über Politik und Wirtschaft vermitteln. Die FDP sorgt sich, weil Extremismus zunimmt.

Die neue Landeszentrale soll nur dem Landtag verpflichtet sein, mehr Personal erhalten und neben politischen auch wirtschaftliche Themen behandeln. Sie soll enger mit der Lehrerausbildung verbunden werden und als Plattform für Fort- und Weiterbildung im Fach Wirtschaft/Politik dienen. Ihre Angebote sollen sich auch gezielter an Erwachsene richten. Ökonomische Bildung soll Menschen auf ihre Rollen als Verbraucher, Beschäftigte, Arbeitgeber und Teilnehmer der Finanzwirtschaft vorbereiten. Zudem will die FDP den Gründergeist junger Menschen fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„sicherstellen, dass das Fach WiPo in der Mittel- und Oberstufe gestärkt wird, indem es verbindlich und durchgängig bis zum Mittleren Schulabschluss bzw. Abitur unterrichtet wird.“
Seite 18 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Berufliche Bildung als gleichwertigen Bildungsweg stärken

Die FDP will die berufliche Bildung modernisieren und als gleichwertig zum Studium im Bewusstsein von Eltern und Jugendlichen verankern. Das soll auch dem drohenden Fachkräftemangel in Schleswig-Holstein entgegenwirken. Vom Bund fordert sie eine rasche Umsetzung der „Exzellenzinitiative Berufliche Bildung“ und eines „Digitalpakt 2“ für berufsbildende Schulen.

Eine Ausbildung soll genauso viel zählen wie ein Studium. Die FDP will die Berufs-Schulen moderner machen. Es soll mehr Weiterbildung geben. So will die FDP dafür sorgen, dass es genug Fachkräfte gibt. Der Bund soll Geld für digitale Technik geben.

Weiterbildungsangebote und die Begabtenförderung in der beruflichen Bildung sollen ausgebaut werden. Unterstützt werden sollen Modelle, bei denen in drei Jahren Ausbildung und Fortbildungsabschluss zusammen erreicht werden oder ein Berufsabschluss mit einem akademischen Abschluss an einer Beruflichen Hochschule kombiniert wird. Weitere Bereiche wie die Fort- und Weiterbildung sollen in das Schleswig-Holsteinische Institut für Berufliche Bildung (SHIBB) verlagert werden. Berufsbildende Schulen brauchen laut Programm hochqualifizierte Lehrkräfte und moderne Ausstattung, um digitalisierte Geschäfts- und Produktionsabläufe abzubilden.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„die Gleichwertigkeit akademischer und Beruflicher Bildung, sowohl der beruflichen Erstausbildung als auch die Fort- und Weiterbildung, stärken.“
Seite 19 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Berufsausbildung im ländlichen Raum sichern

Die FDP will ein Konzept erarbeiten, damit möglichst viele Berufe überall im Land ausgebildet werden können. Die Versorgung mit Fachkräften auf dem Land hat für sie hohe Priorität.

Die FDP will Ausbildung auch auf dem Land möglich machen. Viele Berufe soll man überall im Land lernen können. Wer weit zur Berufsschule fahren muss, soll mehr Geld bekommen. Manche Klassen könnten auch online lernen.

Das Konzept soll zugleich den technischen Wandel und veränderte Arbeitsabläufe berücksichtigen. Die FDP prüft dafür eine Änderung des Schulgesetzes, um mobilen Unterricht zu fördern. Auszubildende, die eine Landesberufsschule oder Bezirksfachklasse besuchen müssen und dadurch höhere Fahrtkosten oder Internatskosten haben, sollen mehr finanzielle Hilfe erhalten. Geprüft werden soll auch, ob bestimmte Fachklassen ganz oder teilweise virtuell stattfinden können.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„ein Konzept für die duale berufliche Ausbildung in Schleswig-Holstein entwickeln, das die Ausbildung möglichst vieler Berufe in der Fläche ermöglicht“
Seite 20 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Schulische Berufsausbildung ausbauen und besser fördern

Die FDP will Berufsfachschulen und Fachschulen ausbauen und modern ausstatten. Wer dort lernt, etwa für den Erzieher- oder Pflegeberuf, soll finanziell besser gefördert werden, weil es anders als in der dualen Ausbildung oft keine Vergütung gibt.

Manche Berufe lernt man nur an einer Schule. Dort bekommen die Schüler oft kein Geld. Die FDP will das ändern und sie besser fördern. Sie will auch für Erzieher-Berufe und Pflege-Berufe werben.

Das Programm begründet den Ausbau damit, dass schulische Ausbildungsgänge stark an Bedeutung gewonnen haben und Fachkräfte in Technik, Wirtschaft, Sozialwesen, Gestaltung und Gesundheit hervorbringen. Die Schulen sollen moderne Lehr- und Lernmittel erhalten. Für die Ausbildung zu Erzieherinnen und Erziehern sowie in der Pflege will die FDP gezielt werben, weil dort viele Fachkräfte fehlen. Die Praxisintegrierte Ausbildung (PIA) für Erzieherberufe soll weiter gefördert und auf andere geeignete Berufe ausgedehnt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Häufig erhalten die Schülerinnen und Schüler – anders als in der dualen Berufsausbildung – während ihrer Ausbildung keine Ausbildungsvergütung. Dies wollen wir z. B. durch eine verbesserte Ausbildungsförderung ändern.“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die staatliche Ausbildungsförderung soll ausgeweitet werden, was mehr öffentliche Leistungen innerhalb des bestehenden Systems bedeutet.

Berufsbildende Schulen stärken und bekannter machen

Die FDP will die Berufsbildenden Schulen und Regionalen Berufsbildungszentren in allen Schularten stärken. Allgemeinbildende Schulen sollen verpflichtend darüber informieren, dass man über die berufliche Bildung auch Schulabschlüsse nachholen kann.

Die FDP will die Berufs-Schulen stärken. Dort kann man auch Schul-Abschlüsse nachholen, sogar das Abitur. Darüber sollen alle Schulen ihre Schüler informieren. Das soll Pflicht werden.

Das Programm verweist darauf, dass zu viele Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen, und sieht in Bildungsgängen mit Berufsbezug einen Ausweg aus Schulmüdigkeit. Berufsbildende und allgemeinbildende Schulen sollen beim Übergang von der Schule in den Beruf enger zusammenarbeiten. Ausbildungsinhalte aus beruflicher und schulischer oder akademischer Bildung sollen gegenseitig besser angerechnet werden. Zudem will die FDP das Lehramt an beruflichen Schulen attraktiver machen und aktiv dafür werben.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„die Information über Chancen der Beruflichen Bildung, im Rahmen einer beruflichen Ausbildung allgemeinbildende Schulabschlüsse zu erreichen, verpflichtend in die Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen aufnehmen.“
Seite 22 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Berufliche Weiterbildung fördern und kostenfrei machen

Die FDP will berufliche Fort- und Weiterbildung finanziell dem Studium gleichstellen und mittelfristig kostenfrei anbieten. Lernen in jedem Alter soll durch Steueranreize, Bildungsgutscheine und mehr Förderung unterstützt werden.

Menschen lernen ihr ganzes Leben. Die FDP will Weiterbildung im Beruf mit Geld fördern. Später soll sie nichts mehr kosten, so wie ein Studium. Auch Menschen, die nicht lesen können, sollen Hilfe bekommen.

Das Programm nennt Weiterbildung eine Voraussetzung für die Sicherung von Fachkräften und für Aufstiegschancen nach einer Ausbildung. Geprüft werden soll, ob die heutige Höchstdauer der Freistellung nach dem Weiterbildungsgesetz genügt. Die Landschaft der Weiterbildungsanbieter soll überprüft und übersichtlicher werden, die Beratung soll wachsen, unter Einbezug von Fachschulen und Volkshochschulen. Wer eine Weiterbildung abgeschlossen hat, soll leichter an eine Hochschule wechseln können. Außerdem sollen einfache Wege zum Nachholen von Schulabschlüssen und Angebote zum Lesen- und Schreibenlernen für Analphabeten entstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 23)
„Mittelfristig muss es unser Ziel sein, diese Bildungsgänge wie auch ein Studium kostenfrei anzubieten.“
Seite 23 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Weiterbildung soll stärker öffentlich gefördert und mittelfristig kostenfrei werden, was öffentliche Leistungen ausweitet.

Lehrerberuf durch Bezahlung und Entlastung attraktiver machen

Die FDP will dem Lehrermangel mit besseren Arbeitsbedingungen begegnen. Dazu gehören ein 13. Monatsgehalt, mehr Unterstützung an den Schulen und eine Prüfung, ob die Pflichtstunden sinken können.

In Schleswig-Holstein fehlen viele Lehrer. Die FDP will den Beruf attraktiver machen. Lehrer sollen wieder ein 13. Monats-Gehalt bekommen. Andere Fachleute sollen ihnen Arbeit abnehmen. Vielleicht müssen Lehrer dann weniger Stunden unterrichten.

Externe IT-Betreuung, mehr Schulsozialarbeit und Schulpsychologie sollen Lehrkräften mehr Zeit für den Unterricht geben; auch Bundesfreiwillige und FSJ-ler sollen an Schulen arbeiten können. Die FDP will zusätzliche Arbeitsräume und die Übernahme der Kosten für Vorbereitungsmaterial durch den Dienstherrn. Besoldung und vor allem Beförderungen sollen stärker von Leistung abhängen. Die Pflichtstunden sollen neu berechnet werden, weil das Land im Ländervergleich weit oben liegt. Weitere Vorhaben sind Gesundheitsschutz, Schutz vor Gewalt und Cybermobbing, Anreize für Stellen auf dem Land und Stipendien für Lehramtsstudierende in Mangelfächern.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„uns für die Wiedereinführung der Sonderzahlung in Form eines 13.Monatsgehalts für Lehrkräfte einsetzen.“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine zusätzliche Sonderzahlung und mehr Unterstützungspersonal erhöhen die öffentlichen Ausgaben für Schulen, auch wenn die Besoldung stärker an Leistung geknüpft werden soll.

Lehrkräftebildung verbessern und Studienplätze anpassen

Die FDP will die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften verbessern. Eine Bedarfsprognose soll zeigen, wie viele Studienplätze an den Universitäten Kiel und Flensburg nötig sind, vor allem in Fächern mit Lehrermangel.

Die FDP will mehr Lehrer ausbilden. Zuerst soll das Land berechnen, wie viele Lehrer es braucht. Dann kann es mehr Studien-Plätze geben. Weniger Studenten sollen das Studium abbrechen.

Hürden beim Wechsel vom Bachelor in den Master sollen untersucht und abgebaut werden. Eine Kampagne soll junge Menschen für den Beruf gewinnen; die bereits beschlossene Allianz für Lehrkräftebildung soll konkrete Maßnahmen erhalten. Ein eigenes Programm richtet sich an Studienberechtigte mit Migrationshintergrund. Für MINT-Fächer sind Brückenkurse und Tutorien am Studienbeginn vorgesehen. Bessere Studienbedingungen und frühere Praxisanteile sollen die Zahl der Studienabbrüche senken.

Originalzitat anzeigen (Seite 25)
„eine mittel- bis langfristige Lehrkräftebedarfsprognose erstellen und ggf. die Anzahl der Studienplätze in Kiel und Flensburg insbesondere in den Mangelfächern anpassen.“
Seite 25 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Hochschulen besser finanzieren und modernisieren

Die FDP will eine landesweite Hochschulstrategie und mehr Geld für die Hochschulen. Grundfinanzierung, Hochschulbau und Digitalisierung sollen ausgebaut werden, damit die Hochschulen im bundesweiten und internationalen Wettbewerb bestehen.

Die FDP will die Hochschulen im Land stärken. Sie sollen mehr Geld bekommen. Alte Gebäude sollen modern werden. Lehre und Verwaltung sollen digitaler werden. Dafür soll es einen Plan für das ganze Land geben.

Die Strategie soll wissenschaftsgeleitet sein, die Stärken der einzelnen Standorte ausbauen und Wissenschaft zu einem Schwerpunkt im Landeshaushalt machen. Die Investitionen in den Hochschulbau sollen steigen, der Bedarf soll systematisch erfasst und abgearbeitet werden. Die Digitalisierung betrifft Lehre, Verwaltung und die Vernetzung der Fachbereiche; das Land soll das Bundesprogramm „Digitale Hochschule“ ergänzen und die Cybersicherheit verbessern. Außerdem will die FDP Profilbildung, die beiden künstlerischen Hochschulen in Kiel und Lübeck, Internationalisierung und Kooperationen mit der Wirtschaft fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 26)
„die Grundfinanzierung der Hochschulen aufgabengerecht schrittweise weiter verbessern.“
Seite 26 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Grundfinanzierung und Bauinvestitionen der Hochschulen sollen schrittweise steigen, also mehr öffentliche Investitionen.

Autonomie der Hochschulen ausweiten

Die FDP will den Hochschulen per Gesetzesänderung mehr Eigenständigkeit geben, etwa bei Finanzen, Bau und Personal. Das Ministerium soll künftig eher Ziele vorgeben als Einzelheiten steuern.

Die Hochschulen sollen mehr selbst entscheiden dürfen. Das gilt für Geld, Bauen und Personal. Das Ministerium soll nur noch Ziele vorgeben. Dafür will die FDP das Hochschul-Gesetz ändern.

Die größere Eigenständigkeit soll auch die Strukturen der Hochschulen umfassen. Das Programm verbindet sie mit mehr Freiräumen bei der Profilbildung und mit wissenschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen. Zugleich sollen die Zusammenarbeit mit Mittelstand und Industrie gefördert und Ausgründungen stärker unterstützt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„die Hochschulautonomie (z. B. bei den Strukturen und Finanzen, beim Bau und beim Personal) durch entsprechende Änderungen des Hochschulgesetzes sinnvoll ausweiten“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Weniger Detailsteuerung durch das Ministerium und mehr Eigenverantwortung der Hochschulen verringern staatliche Lenkung innerhalb des bestehenden Systems.

Wissenschaftsfreiheit stärken, Zivilklauseln ablehnen

Die FDP will die Wissenschafts- und Redefreiheit an Hochschulen stärken. Sie wendet sich gegen Extremismus und gegen das, was sie Cancel Culture nennt, will Gendern freiwillig halten und Zivilklauseln nicht zulassen.

Die FDP will, dass an Hochschulen frei geforscht und geredet wird. Gendern soll freiwillig sein. Es darf keine Folgen für Noten haben. Hochschulen sollen Forschung für das Militär nicht verbieten dürfen.

Gendern soll eine persönliche Entscheidung sein, die Noten und Bewertungen nicht beeinflusst. Die FDP will außerdem verhindern, dass ausländische Regime Einfluss auf die Hochschulen nehmen. Zivilklauseln sind Selbstverpflichtungen von Hochschulen, nur für zivile und nicht für militärische Zwecke zu forschen; solche Klauseln sollen nicht erlaubt sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„die Wissenschaftsfreiheit stärken, indem wir Extremismus konsequent entgegentreten, der Cancel Culture eine Absage erteilen, das Gendern als freiwillige, individuelle Entscheidung ohne Einfluss auf eine Benotung oder Bewertung betrachten“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Gendern soll ausdrücklich freiwillig bleiben und nicht in Bewertungen einfließen, was sich gegen verbindliche Vorgaben zu geschlechtergerechter Sprache richtet.

  • Außenpolitikeher Abschreckung zuerst

    Der Ausschluss von Zivilklauseln hält Hochschulen für militärbezogene Forschung offen.

Spitzenforschung und KI-Forschung ausbauen

Die FDP will Spitzenforschung, Exzellenzcluster und Forschung zu Künstlicher Intelligenz im Land fördern. Lübeck soll ein führender Standort für KI in Medizin und Medizintechnik werden, und ein neues Wissenschaftskolleg soll entstehen.

Die FDP will sehr gute Forschung im Land fördern. Besonders wichtig ist ihr Künstliche Intelligenz, kurz KI. Lübeck soll bei KI für die Medizin führend werden. Außerdem soll ein neues Institut für Forscher entstehen.

Eine erneute Bewerbung der Universität Kiel in der Exzellenzstrategie soll Rückhalt bekommen, auch in Kooperation mit der Universität zu Lübeck. Einrichtungen wie das Institut für Weltwirtschaft und das GEOMAR sollen besondere Unterstützung erhalten, ebenso die Ansiedlung und Erweiterung außeruniversitärer Forschungsinstitute. Der KI-Handlungsrahmen des Landes soll weiterentwickelt und der Mittelstand stärker eingebunden werden. Die Wissenschaftsabteilung der Landesverwaltung soll mehr Personal und mehr Gewicht bekommen. Ein „Schleswig-Holstein Institute for Advanced Study“ soll als Wissenschaftskolleg und Think-Tank des Landes fächerübergreifend arbeiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Spitzenforschung und Exzellenzcluster fördern und auch einen möglichen neuen Anlauf der Kieler Christian-Albrechts-Universität bei der Exzellenzstrategie unterstützen“
Seite 27 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Berufliche Hochschule gründen

Die FDP will die Gründung einer Beruflichen Hochschule unterstützen, die eine duale Ausbildung mit einem Bachelorstudium verbindet. Das soll die duale Ausbildung stärken und den Bedarf an Fachkräften decken.

Die FDP will eine neue Hochschule unterstützen. Dort macht man eine Ausbildung und studiert zugleich. Am Ende hat man einen Berufs-Abschluss und einen Bachelor. So soll es mehr Fachkräfte geben.

Die Berufliche Hochschule soll sich an anspruchsvolle Berufe richten. Wer dort lernt, erwirbt einen dualen Berufsabschluss und zusätzlich einen wissenschaftlichen Bachelor. Die FDP begründet das mit der Stärkung der dualen Ausbildung und dem Bedarf an qualifizierten Fachkräften.

Originalzitat anzeigen (Seite 28)
„die Gründung einer Beruflichen Hochschule unterstützen, die in anspruchsvollen Berufen neben einem dualen Berufsabschluss zusätzlich ein wissenschaftliches Studium bis zum Bachelor anbietet“
Seite 28 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Grundlagenforschung mit eigenem Fonds ausbauen

Die FDP will die Grundlagenforschung ausbauen und dafür einen Forschungsfonds einrichten, der zusätzlich zu den bestehenden Budgets Geld bereitstellt. Sie sieht diese Forschung als Grundlage für Innovation und Spitzentechnologie.

Die FDP will mehr Grundlagen-Forschung im Land. Das ist Forschung ohne direkten Nutzen für ein Produkt. Dafür soll es einen eigenen Geld-Topf geben. Daraus sollen später neue Ideen und Techniken entstehen.

Der Fonds soll exzellente Grundlagenforschung zusätzlich zu den vorhandenen Mitteln finanzieren. Anträge müssen einen engen Bezug zu den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen haben, wobei der Meeresschutz (Ziel 14) wegen der Lage des Landes besonders zählt. Fachleute sollen die Anträge im Auftrag des Landes begutachten. Außerdem will die FDP Forschungskooperationen im norddeutschen Raum und im Ostseeraum fördern, den Zugang zu Forschungsdaten erleichtern sowie Wissenschaftskommunikation, Bürgerwissenschaft und Open Access stärken.

Originalzitat anzeigen (Seite 28)
„Wir sehen die Grundlagenforschung als Basis für Innovation an. Daher wollen wir sie neben der angewandten Forschung weiter ausbauen.“
Seite 28 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein zusätzlicher öffentlicher Fonds erhöht die staatlichen Ausgaben für Forschung innerhalb des bestehenden Systems.

Hochschullehre verbessern, Kapazitätsrecht reformieren

Die FDP fordert eine Qualitätsoffensive in der Hochschullehre, an der sich der Bund finanziell erheblich beteiligen soll. Das Kapazitätsrecht will sie grundlegend ändern, damit Hochschulen mehr in digitale Lehre, Betreuung und Weiterbildungsmodule investieren können.

Die FDP will bessere Lehre an den Hochschulen. Der Bund soll dafür viel Geld geben. Eine Regel legt heute fest, wie viele Studien-Plätze es gibt. Diese Regel will die FDP stark ändern. Dann können Hochschulen mehr für gute Betreuung tun.

Die Mittel sollen nach qualitätsorientierten Kriterien verteilt werden. Förderprogramme für Lehre und Forschung sollen Hochschulen unabhängig von ihrem Träger offenstehen, also auch privaten. Die FDP will die Lehrverpflichtungsverordnung anpassen, vor allem für Fachhochschulen, und die Bedingungen für Lehrbeauftragte und wissenschaftliche Hilfskräfte verbessern. Studienberatung und Betreuung sollen besser werden, um Abbrüche zu verringern. Hinzu kommen mehr Internationalisierung mit Schwerpunkt Ostseeraum, die Unterstützung von Erasmus+ und Orientierungssemester mit BAföG-Anspruch.

Originalzitat anzeigen (Seite 29)
„Wir wollen das starre Kapazitätsrecht, das die Zahl der bereitgestellten Studienplätze regelt, grundlegend reformieren“
Seite 29 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Keine Studiengebühren, mehr Wohnraum für Studierende

Die FDP will keine Studiengebühren einführen und das Semesterticket beibehalten und weiterentwickeln. Zudem will sie den Bau von mehr Wohnraum für Studierende unterstützen.

Das Studium soll weiter keine Gebühren kosten. Das Semester-Ticket für Bus und Bahn soll bleiben. Die FDP will auch mehr Wohnungen für Studierende. Die Städte und Gemeinden sollen dafür Grundstücke geben.

Mehr studentischer Wohnraum ist aus Sicht der FDP vor allem für Erstsemester sowie für internationale und Austauschstudierende wichtig. Die Kommunen sollen dafür Grundstücke bereitstellen. Das Semesterticket soll fortgeführt und weiterentwickelt werden. Studiengebühren schließt das Programm aus.

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„das Semesterticket fortführen und weiterentwickeln. keine Studiengebühren einführen.“
Seite 29 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Die Gebührenfreiheit des Studiums bleibt wie heute bestehen; die Unterstützung für Wohnraum bleibt allgemein.

BAföG elternunabhängig machen und schneller bearbeiten

Die FDP unterstützt eine umfassende BAföG-Reform, die unabhängig vom Einkommen der Eltern ist und unterschiedliche Lebensentwürfe berücksichtigt. Im Land will sie den Zuschuss an das Studentenwerk erhöhen, damit Anträge schneller bearbeitet werden.

BAföG ist Geld vom Staat für Studierende. Heute hängt es vom Einkommen der Eltern ab. Die FDP will das ändern. Außerdem sollen Anträge schneller fertig werden. Dafür soll das Studentenwerk mehr Geld für Personal bekommen.

Der höhere Landeszuschuss an das Studentenwerk Schleswig-Holstein soll zusätzliches Personal für die Antragsbearbeitung ermöglichen. Auf längere Sicht soll niemand mehr als einen Monat auf den Bescheid warten. Die Reform des BAföG selbst ist Sache des Bundes; die FDP will sie unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 29)
„eine umfassende BAföG-Reform unterstützen, die verschiedene Lebensentwürfe angemessen berücksichtigt und elternunabhängig ausgerichtet sein muss“
Seite 29 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine elternunabhängige Förderung würde den Kreis der Berechtigten erweitern und die staatliche Leistung ausbauen.

Hochschulgremien und Standorte neu ordnen

Die FDP will eine landesweite Vertretung der Studierenden im Hochschulgesetz festschreiben und den Erweiterten Senat abschaffen. Außerdem plant sie einen Pflegestudiengang im Norden des Landes und die weitere Modernisierung des Universitätsklinikums.

Studierende sollen eine Vertretung für das ganze Land bekommen. Das soll im Gesetz stehen. Ein Gremium an den Hochschulen soll wegfallen: der Erweiterte Senat. Im Norden soll man Pflege studieren können. Das Uni-Klinikum soll moderner werden.

Die Landesstudierendenvertretung soll die Mitsprache der Studierenden in der Landespolitik verbessern. Den Erweiterten Senat hält die FDP für nicht bewährt. Der neue Pflegestudiengang könnte etwa in Neumünster entstehen und bestehende Angebote ergänzen. Beim Universitätsklinikum Schleswig-Holstein sollen Gebäude und Ausstattung modernisiert und die Arbeitsbedingungen gut gestaltet werden. Privaten Hochschulen will die FDP faire Bedingungen bieten.

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„eine Landesstudierendenvertretung zur besseren landespolitischen Partizipation im Hochschulgesetz verankern“
Seite 30 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Vollverschleierung unterbinden, keine Gender-Pflicht

Die FDP will es Hochschulen ermöglichen, Vollverschleierung und andere aus ihrer Sicht extremistische Symbole zu unterbinden. In Prüfungen an Universitäten soll es keine Pflicht zum Gendern geben.

Hochschulen sollen das Verhüllen des ganzen Gesichts verbieten können. Das gilt auch für Zeichen, die die FDP extremistisch nennt. In Prüfungen soll niemand gendern müssen. Gendern heißt: Man nennt alle Geschlechter in der Sprache.

Das Programm ordnet die Vollverschleierung in eine Reihe mit extremistischen Symbolen ein. Das Unterbinden soll ermöglicht oder unterstützt werden. Eine Pflicht zu geschlechtergerechter Sprache in universitären Prüfungen will die FDP nicht zulassen.

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„das Unterbinden von Vollverschleierung sowie anderen extremistischen Symbolen ermöglichen bzw. unterstützen“
Seite 30 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Ein mögliches Verbot religiöser Vollverschleierung und die Ablehnung einer Gender-Pflicht stellen sich gegen neuere gesellschaftliche Normen.

Mehr Studienplätze für Architektur und Bauingenieurwesen

Die FDP will zusätzliche Studienplätze in Architektur und Bauingenieurwesen schaffen. Damit sollen Fachkräfte für den Wohnungsbau und für den Abbau des Sanierungsstaus bei Land und Kommunen gewonnen werden.

Die FDP will mehr Studien-Plätze für Architektur und Bau. Im Land fehlen Fachleute für den Wohnungsbau. Sie sollen auch helfen, alte Gebäude zu sanieren.

Der 2018 gestartete Studiengang Bauingenieurwesen an der Fachhochschule Kiel und der Fachbereich Bauwesen in Lübeck sollen wachsen. Nach dem Programm können Aufträge oft nicht rechtzeitig ausgeführt werden, und die Konkurrenz mit Hamburg um Fachkräfte verschärft die Lage. Auch in Architekturbüros fehle zunehmend Nachwuchs.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Aus diesem Grund wollen wir ebenfalls zusätzliche Architektur-Studienplätze schaffen.“
Seite 64 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Landesförderung für kommunale Schwimmbäder ausbauen

Die FDP will die Landesförderung für kommunale Lehrschwimmbecken ausbauen, damit jedes Kind schwimmen lernen kann. Weil Schwimmen zum Pflichtunterricht gehört, sieht sie das Land in der Verantwortung, Schließungen von Bädern entgegenzuwirken.

Jedes Kind soll schwimmen lernen können. Dafür braucht es Schwimmbäder. Die FDP will, dass das Land mehr Geld für Schwimmbäder gibt. Die Städte und Gemeinden sollen die Kosten nicht allein tragen.

Das Programm verweist darauf, dass Schwimmunterricht fester Teil des schulischen Lehrplans ist. Die FDP gibt an, eine strukturelle Förderung für kommunale Lehrschwimmbecken durchgesetzt zu haben, die an erteilten Schwimmunterricht geknüpft ist und den Betrieb sichern soll. Diese Förderung soll wachsen. Die Kosten sollen nicht allein bei den Kommunen liegen, die ein Bad betreiben.

Originalzitat anzeigen (Seite 76)
„Die Kosten hierfür dürfen nicht nur von den Städten und Gemeinden getragen werden, die diese Leistung ermöglichen.“
Seite 76 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine bestehende Landesförderung für öffentliche Bäder soll ausgebaut werden, was schrittweise mehr öffentliche Ausgaben bedeutet.

Religionsunterricht durch Ethik und Religionskunde ersetzen

Die FDP will den bisherigen Religionsunterricht an Schulen abschaffen und durch ein Fach Ethik und Religionskunde ersetzen. Es soll neutral über verschiedene Religionen und Weltanschauungen informieren. Die Partei begründet das mit der Trennung von Staat und Religion.

Heute gibt es in der Schule Religions-Unterricht. Die FDP will ihn ersetzen. Stattdessen soll es Ethik und Religions-Kunde geben. Dort lernen Kinder neutral etwas über viele Religionen. Die FDP sagt: Staat und Religion sollen getrennt sein.

Das neue Fach soll einen offenen und neutralen Einblick in unterschiedliche Religions- und Weltanschauungsmodelle geben. Grundlage ist für die FDP die Religionsfreiheit, die sie mit einer grundsätzlichen Trennung von Staat und Religion verbindet. Religion gilt ihr als Privatsache, deren Ausübung im Rahmen der Gesetze zu achten ist.

Originalzitat anzeigen (Seite 139)
„den Religionsunterricht durch einen Ethik- und Religionskundeunterricht ersetzen“
Seite 139 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Der konfessionelle Religionsunterricht würde als Schulfach abgeschafft und durch ein weltanschaulich neutrales Fach ersetzt, was eine überlieferte Rolle der Kirchen in der Schule beendet.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Schleswig-Holstein im Vergleich