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SPD zur Bildung

Aus dem Programm „Sozial. Digital. Klimaneutral. – Zukunftsprogramm Schleswig-Holstein (SPD. Besser ist das.)“

Landtagswahl Schleswig-Holstein 2022, 8. Mai 2022Original-PDF, 96 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 17 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 17 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 2 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 1 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Ausbildungsvergütung in sozialen Berufen einführen

Die SPD will, dass alle nicht akademischen Ausbildungen im sozialen Bereich vergütet werden, und zwar mindestens auf dem bundesweiten Durchschnitt. Auszubildende des Landes sollen zudem eine Übernahmegarantie erhalten.

Wer einen sozialen Beruf lernt, soll dafür Geld bekommen. Das Geld soll mindestens so hoch sein wie im Durchschnitt in Deutschland. Azubis beim Land sollen danach sicher eine Stelle bekommen.

Das Programm sieht dies als nächsten Schritt nach dem Wegfall der Ausbildungsgebühren in Pflege- und Therapieberufen, den es der SPD zuschreibt. Mittelfristig sollen alle Ausbildungsberufe unter das Berufsbildungsgesetz fallen. Die garantierte Übernahme beim Land soll jungen Menschen Planungssicherheit geben. Eine Vergütung soll auch Quereinsteigern den Zugang zu Sozial- und Gesundheitsberufen erleichtern.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„Die Einführung einer guten Ausbildungsvergütung mindestens in Höhe der durchschnittlichen Ausbildungsvergütung in Deutschland für alle nicht akademischen Ausbildungsberufe im sozialen Bereich ist unser Ziel.“
Seite 22 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine Vergütungspflicht für bisher teils unbezahlte Ausbildungen und eine Übernahmegarantie des Landes erweitern öffentliche Leistungen und Vorgaben.

Recht auf Weiterbildung und Bildungsurlaub stärken

Die SPD will es Beschäftigten leichter machen, Fort- und Weiterbildungen zu nutzen. Sie plant eine Informationskampagne zum Bildungsurlaub und will prüfen, ob die Zahl der Bildungsurlaubstage verdoppelt wird.

Beschäftigte sollen leichter etwas dazulernen können. Dafür gibt es Bildungs-Urlaub. Das sind freie Tage zum Lernen. Die SPD will darüber besser informieren. Sie prüft auch, ob es doppelt so viele Tage geben soll.

Anbieter von Weiterbildungen sollen leichter anerkannt werden. Die Kampagne soll Beschäftigte, Arbeitgeber und Veranstalter über Möglichkeiten und Anspruch informieren. Auszubildende sollen ihren Bildungsurlaub auch für die Vorbereitung auf Prüfungen verwenden dürfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 23)
„Darüber hinaus prüfen wir, eine Verdoppelung der Bildungsurlaubstage einzuführen.“
Seite 23 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein stärkerer Weiterbildungsanspruch und mögliche zusätzliche Freistellungstage erweitern die Rechte von Beschäftigten gegenüber Arbeitgebern.

Eigenes Ministerium für Hochschulen und Forschung

Die SPD will für Hochschulen, Forschung und Technologietransfer ein eigenständiges Ministerium schaffen. Zudem will sie stark in Forschung und deren Übertragung in Unternehmen investieren und die Hochschulen internationaler ausrichten.

Die SPD will ein neues Ministerium nur für Hochschulen und Forschung. Das Land soll viel mehr Geld in Forschung stecken. Es soll mehr Studien-Gänge auf Englisch geben. Studierende aus dem Ausland sollen erfahren, wie sie bleiben können.

Hohe Investitionen in Forschung und Transfer begründet das Programm damit, dass Schleswig-Holstein sonst das westdeutsche Land mit den niedrigsten Löhnen bleibe. Weitere englischsprachige Angebote sollen vor allem in den MINT-Fächern entstehen, auch gegen den Fachkräftemangel. Eine Aufklärungskampagne und individuelle Beratung sollen internationale Studierende über dauerhafte Aufenthaltsperspektiven informieren. Das Promotionsrecht für forschungsstarke Fachrichtungen an Fachhochschulen soll erleichtert, das Promotionskolleg überprüft werden. Die SPD unterstützt außerdem Tenure-Track-Professuren, Diversität und Forschung zu geschlechtsspezifischen Fragen.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Wir werden deshalb ein eigenes Ministerium für Hochschulen, Forschung und Technologietransfer schaffen, in dem alle diesbezüglichen Kräfte gebündelt werden.“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Programm setzt auf deutlich höhere öffentliche Investitionen in Forschung und Transfer als Motor für Löhne und Arbeitsplätze.

  • Migrationeher offen

    Internationale Studierende sollen gezielt angeworben und über dauerhafte Bleibemöglichkeiten beraten werden.

Sichere Stellen im wissenschaftlichen Mittelbau

Die SPD will klare Karrierewege und sichere Arbeitsbedingungen für wissenschaftliche Beschäftigte unterhalb der Professur. Stellen nach der Promotion sollen in der Regel unbefristet sein, Stellen für wissenschaftliche Mitarbeitende als Vollzeitstellen geplant werden.

Viele Forschende an Hochschulen haben nur befristete Stellen. Die SPD will das ändern. Nach der Doktor-Arbeit soll es feste Stellen geben. Stellen sollen als volle Stellen geplant werden. Dafür brauchen die Hochschulen mehr Geld.

Qualifikationsstellen für Promotion oder Habilitation und Stellen für die Lehre sollen deutlicher getrennt werden. Erstere bleiben befristet und haben wenig Lehrverpflichtung; Lehrstellen sollen ohne sachgrundlose Befristung auskommen und Zeit für Tagungen im Forschungsfeld lassen. Unbefristete Stellen gelingen laut Programm nur, wenn die Hochschulen finanziell entsprechend ausgestattet sind. Mit den Hochschulen will die SPD über eine Departmentstruktur sprechen und bessere Bedingungen für Promovierende schaffen.

Originalzitat anzeigen (Seite 28)
„Dazu gehört auch, dass Stellen nach der Promotion grundsätzlich unbefristet ausgeschrieben werden müssen“
Seite 28 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Weniger Befristungen und Vollzeitstellen als Regel stärken den Beschäftigtenschutz und erfordern mehr öffentliche Mittel für Hochschulen.

Grundfinanzierung der Hochschulen und Open Science

Die SPD will die Grundfinanzierung der Hochschulen erhöhen, damit gute Lehre nicht von eingeworbenen Drittmitteln abhängt. Außerdem soll eine Open-Science-Strategie Forschungsergebnisse für alle zugänglich machen.

Hochschulen sollen mehr festes Geld vom Land bekommen. Gute Lehre soll nicht von Geld von außen abhängen. Ergebnisse der Forschung sollen alle Menschen lesen können. Dafür will die SPD einen Plan machen.

Das Programm betont die Rolle der Universitäten Kiel und Flensburg für die Ausbildung von Lehrkräften. Die Strategie „Schleswig-Holstein Open Science“ soll nach Hamburger Vorbild entstehen, dauerhaft gefördert und norddeutsch vernetzt werden. Fach- und hochschulübergreifende Projekte sowie Projekte mit der Zivilgesellschaft sollen Unterstützung erhalten. Reallabore und Experimentierräume sollen Forschung und Transfer stärken; länderübergreifende Einrichtungen wie der European XFEL sollen gemeinsam mit Hamburg gefördert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 28)
„Für die Gewährleistung eines quantitativ ausreichenden und qualitativ guten Lehrangebots muss die Grundfinanzierung der Hochschulen gestärkt werden.“
Seite 28 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine höhere staatliche Grundfinanzierung verringert die Abhängigkeit der Hochschulen von wettbewerblich eingeworbenen Mitteln.

Mehr Geld für politische Bildung und Medienkompetenz

Die SPD will die Ausgaben für politische Bildung und Medienpädagogik deutlich erhöhen. Aus ihrer Sicht beugt das Radikalisierung, Alltagsrassismus und anderen Formen von Ausgrenzung vor.

Die SPD will mehr Geld für politische Bildung geben. Menschen sollen auch den Umgang mit Medien besser lernen. Die SPD sagt: Das hilft gegen Hass und Ausgrenzung. Die Angebote sollen alle Menschen erreichen.

Das Programm nennt Aufklärung und praktische Erfahrung als bestes Mittel gegen Ausgrenzung, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Radikalisierung. Die Angebote sollen alle Geschlechter, sozialen Schichten und Altersgruppen erreichen. In Bildungseinrichtungen soll zudem die digitale Kompetenz von Kindern aus benachteiligten Familien gezielt gefördert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 38)
„Wir werden für politische Bildung und Medienpädagogik deutlich mehr Mittel bereitstellen.“
Seite 38 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Mittel für Bildung gegen Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit stärken schrittweise Vielfalt und Gleichstellung.

Abschulungen untersagen, zehntes Schuljahr ermöglichen

Die SPD will, dass Kinder in der Regel nicht mehr auf eine andere Schulart herabgestuft werden, auch nicht nach der sechsten Klasse. Zudem soll es einen freiwilligen Anspruch auf zehn statt neun Schuljahre geben, und Ganztagsschulen sollen ausgebaut werden. Ziel ist, den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft zu lösen.

Manche Kinder müssen vom Gymnasium auf eine andere Schule wechseln. Die SPD will das fast immer verbieten. Schüler sollen freiwillig zehn Jahre zur Schule gehen dürfen. Es soll mehr Ganztags-Schulen geben.

Nach Auffassung der SPD haben Kinder Anspruch darauf, sich ohne störende Klassen- oder Schulwechsel zu entwickeln. Erzwungene Wechsel auf eine andere Schulart sollen deshalb grundsätzlich verboten werden; Lernwege sollen gemeinsam mit allen Beteiligten ermutigend gestaltet werden. Der freiwillige Anspruch auf ein zehntes Schulbesuchsjahr soll unbürokratisch gewährt werden und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen länger Förderung sichern. Ganztagsschulen sollen ausgebaut und Mittel an Schulen mit besonderem Bedarf gelenkt werden. Schulpolitik will die SPD im Dialog und möglichst im Konsens gestalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 62)
„Daher sind „Abschulungen“ auch nach Klassenstufe 6, wie sie in den letzten Jahren wieder häufiger geworden sind, in aller Regel zu untersagen.“
Seite 62 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Digitale Ausstattung der Schulen zentral sichern

Die SPD will, dass das Land allen Schulträgern ein zentrales Angebot für digitale Ausstattung samt Betrieb und Wartung macht. Schülerinnen und Schüler sollen ab der achten Klasse ein digitales Gerät erhalten oder erwerben können, und Lehrkräfte sollen von der Technikbetreuung befreit werden.

Nicht alle Schulen haben gute Technik. Die SPD will: Das Land hilft allen Schulen dabei. Ab Klasse 8 sollen Schüler ein Gerät wie ein Tablet bekommen. Lehrer sollen sich nicht mehr um die Technik kümmern müssen.

Das Programm beschreibt den Stand der Digitalisierung an den Schulen als sehr uneinheitlich und sieht darin eine Quelle von Bildungsungerechtigkeit. Zusammen mit dem öffentlichen IT-Dienstleister Dataport soll das Land Ausstattung, Betrieb und Wartung anbieten. Unterrichtsmaterialien sollen die Schulen unbürokratisch bereitstellen. Die SPD will Mittel aus dem angekündigten Digitalpakt 2.0 des Bundes nutzen. Lehrkräfte sollen durch Fortbildung sowie angepasste Inhalte in Studium und Referendariat auf digitalen Unterricht vorbereitet werden. Eine Cloud mit fertigen Unterrichtseinheiten, Klassenarbeiten und Klausuren soll die Unterrichtsplanung erleichtern.

Originalzitat anzeigen (Seite 63)
„Daher wird das Land in Zusammenarbeit mit Dataport den Trägern ein zentrales Angebot für eine gute Ausstattung aller Schulen in Schleswig-Holstein machen“
Seite 63 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land übernimmt zusätzliche Aufgaben und Kosten bei der Ausstattung der Schulen, was öffentliche Leistungen ausweitet.

Unterrichtsversorgung über 100 Prozent sichern

Die SPD will so viele Lehrkräfte bereitstellen, dass Unterricht auch bei Krankheit oder Klassenfahrten kaum ausfällt. Der langfristige Einsatz von Vertretungskräften ohne Lehrerausbildung soll enden, befristete Verträge sollen zur Ausnahme werden.

Die SPD will mehr Lehrer, als für den Stunden-Plan nötig sind. Dann fällt weniger Unterricht aus. Vertretungs-Lehrer ohne Ausbildung soll es nicht mehr lange geben. Lehrer sollen feste Verträge bekommen.

Eine Versorgung über dem rechnerischen Bedarf soll Ausfälle durch Krankheit, Klassenfahrten und andere Verhinderungen weitgehend auffangen. Das Programm kritisiert, dass derzeit viele Vertretungslehrkräfte ohne passende Ausbildung dauerhaft unterrichten, und will das rasch beenden. Zeitverträge für Lehrkräfte sollen auf ein Minimum sinken. Für regelmäßig auftretenden Vertretungsbedarf will die SPD Lösungen mit unbefristeten Stellen schaffen.

Originalzitat anzeigen (Seite 63)
„Für uns steht fest, dass die Unterrichtsversorgung auch künftig über 100 Prozent liegen muss.“
Seite 63 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr ausgebildete Lehrkräfte und unbefristete Stellen im öffentlichen Dienst erhöhen die staatlichen Ausgaben für Bildung schrittweise.

Schulbaufonds wieder einführen

Die SPD will einen Schulbaufonds neu auflegen, um Schulgebäude gemeinsam mit den Trägern zu sanieren und modern zu gestalten. Dazu gehören ein Förderprogramm für Schulhöfe und Mensen sowie neue Raumkonzepte aus dem Projekt #SchuleDerZukunftSH.

Viele Schul-Gebäude sind alt und kaputt. Die SPD will Geld für den Schulbau bereitstellen. Auch Schulhöfe und Mensen sollen besser werden. Schulen sollen schöne Orte zum Lernen und Leben sein.

Das Programm sieht bei vielen Schulgebäuden hohen Sanierungsbedarf. Mit dem Projekt #SchuleDerZukunftSH will die SPD bauliche Ideen entwickeln lassen, die modernes Lernen und Inklusion erleichtern, etwa barrierefreie Lernlandschaften statt langer Flure mit Klassenzimmern. Gebäude sollen zu Aktivität anregen, Rückzugsorte bieten und auch ästhetischen Ansprüchen genügen. Im Bildungsministerium sollen Fachwissen und Ansprechpersonen für den Schulbau vorhanden sein. Teil der Bauoffensive ist ein Programm für sanierte Schulhöfe und neue Mensen.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Wir werden wieder einen Schulbaufonds einführen, um unsere Schulen zusammen mit den Trägern auch baulich fit für die Zukunft zu machen“
Seite 64 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein neuer Landesfonds für Schulbau bedeutet zusätzliche öffentliche Investitionen in die Infrastruktur.

Lehrerausbildung und Fortbildung reformieren

Die SPD will Studium, Vorbereitungsdienst und Fortbildung der Lehrkräfte überarbeiten. Fortbildungen sollen häufiger verpflichtend sein und von ganzen Kollegien besucht werden, weil die bisherige Form laut Programm wenig wirkt.

Lehrer sollen besser ausgebildet werden. Die SPD will das Studium und die Zeit danach prüfen. Fortbildungen sollen öfter Pflicht sein. Viele Lehrer einer Schule sollen sie zusammen besuchen.

Gemeinsam mit den Hochschulen soll der universitäre Teil der Ausbildung überprüft werden. Den Vorbereitungsdienst will die SPD mit dem Landesinstitut IQSH verbessern, sowohl beim Personal als auch bei den Inhalten. Das Programm beruft sich auf Studien, nach denen die heutige Lehrerfortbildung kaum Wirkung zeigt. Die Qualifikation für Deutsch als Zweitsprache soll in Studium und Fortbildung stärker verankert werden. Außerdem soll das Projekt „Teach First“ in Zusammenarbeit mit den Hochschulen des Landes ausgeweitet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Wir werden umsteuern zu mehr verpflichtenden Angeboten, die von großen Teilen eines Kollegiums wahrgenommen werden.“
Seite 64 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Eltern von Schulkosten entlasten

Die SPD will die Kosten senken, die Eltern durch den Schulbesuch ihrer Kinder entstehen. Die Kosten für die Schülerbeförderung sollen landesweit bis zum angestrebten Abschluss entfallen, und eine neue Untersuchung soll die Entwicklung der Schulkosten erfassen.

Schule kostet Eltern viel Geld. Die SPD will diese Kosten senken. Die Fahrt zur Schule soll für Schüler nichts mehr kosten. Eine neue Studie soll zeigen, wie viel Eltern zahlen.

Laut Programm ergab die letzte Untersuchung Kosten von 1.000 Euro pro Jahr; seither seien Ausgaben für digitale Geräte dazugekommen. Die SPD will eine neue Studie beauftragen. Zusammen mit Bund, Schulträgern und Schulen sollen Wege gefunden werden, die Belastung zu verringern. Die Fahrtkosten zur Schule sollen im ganzen Land wegfallen, bis der angestrebte Abschluss erreicht ist.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„In diesem Sinne werden wir die Schülerbeförderungskosten im ganzen Land bis zum Erreichen des angestrebten Schulabschlusses abschaffen.“
Seite 64 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentliche Hand soll Kosten übernehmen, die bisher Eltern tragen, was Familien entlastet und staatliche Leistungen ausweitet.

Perspektivschulen und Schulsozialarbeit stärken

Die SPD will das Programm der Perspektivschulen fortsetzen und Schulen in schwierigem Umfeld nach einem Sozialindex besser ausstatten. Schulsozialarbeit soll an jeder Schule in angemessenem Umfang möglich sein, vor allem in benachteiligten Stadtteilen.

Manche Schulen haben es besonders schwer. Die SPD will diesen Schulen mehr Geld und Personal geben. Dort sollen kleinere Klassen möglich sein. Jede Schule soll Schul-Sozialarbeit haben.

Ein Sozialindex soll bestimmen, welche Schulen zusätzliches Geld und Personal bekommen. Perspektivschulen sollen kleinere Klassen beantragen können und Unterstützung für Teams aus verschiedenen Berufen erhalten; die Wirkung wird wissenschaftlich überprüft. Schulleitungen sollen durch zusätzliche Stellen für Finanzen, Kooperationen und Organisation entlastet werden. Die Schulsozialarbeit soll finanziell so ausgestattet werden, dass sie überall stattfinden kann, mit einem Stundenkontingent für den Austausch der Teams. Für Schüler- und Elternvertretungen ist eine unterstützende Geschäftsstelle vorgesehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Nach einem Sozialindex sollen Schulen mit schwierigen Bedingungen zusätzliche Ressourcen erhalten: für Investitionen, für Lehrkräfte und für weiteres Personal.“
Seite 64 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche öffentliche Mittel sollen gezielt an benachteiligte Schulen fließen, was auf Umverteilung zugunsten sozial Schwächerer zielt.

Grundschullehrkräfte nach A13 bezahlen

Die SPD will Lehrkräfte an Grundschulen so schnell wie möglich in die Besoldungsgruppe A13 einstufen. Sie begründet das mit dem kommenden Anspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule und einer angemessenen Bezahlung des Fachpersonals.

Lehrer an Grundschulen sollen mehr Geld verdienen. Die SPD will sie in die Gehalts-Stufe A13 bringen. Das soll schnell passieren. Die SPD sagt: Die Arbeit an Grundschulen wird mehr.

A13 ist eine Besoldungsgruppe für Beamtinnen und Beamte. Die Anhebung soll nach dem Willen der SPD schnellstmöglich erfolgen. Als Grund nennt das Programm den anstehenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter. Als ersten Schritt zu mehr Entlastung plant die SPD außerdem einen Stundenpool für Klassenlehrkräfte und besonders belastete Lehrkräfte und will dazu mit den Gewerkschaften sprechen.

Originalzitat anzeigen (Seite 65)
„Wir wollen schnellstmöglich unsere Lehrkräfte in den Grundschulen auf die Gehaltsstufe A13 heben.“
Seite 65 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine höhere Besoldung für Grundschullehrkräfte erhöht die Personalausgaben des Landes im bestehenden System.

Sexualpädagogik und Gewaltschutz an Schulen ausbauen

Die SPD will das Prinzip „Nur Ja heißt Ja“ von der Kita an vermitteln und in Schulbüchern verankern. Schulen sollen mit Fachberatungsstellen zur Sexualpädagogik zusammenarbeiten und Konzepte gegen Gewalt entwickeln, um Kinder und Jugendliche vor Übergriffen zu schützen.

Kinder sollen früh lernen: Nur Ja heißt Ja. Niemand darf sie gegen ihren Willen anfassen. Das soll auch in Schul-Büchern stehen. Lehrer sollen dazu Fortbildungen machen. Schulen sollen Pläne gegen Gewalt haben.

Der Grundsatz soll schon in der Kita als Schutz vor ungewollten Berührungen und Übergriffen vermittelt und in offizielle Lernmaterialien aufgenommen werden. Lehrkräfte sollen in der Ausbildung oder durch Pflichtfortbildungen lernen, ihn aktiv zu unterrichten. Kooperationen mit Fachberatungsstellen sollen Jugendliche nach Darstellung des Programms auch vor Missbrauch, Cybergrooming und Loverboy-Methoden schützen. In der Lehrerausbildung sind Workshops zum Umgang mit Vielfalt geplant, um Stereotype abzubauen. Eine Qualifizierungsoffensive soll Schulen helfen, mit externer Hilfe Präventions- und Interventionskonzepte zu erarbeiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 66)
„Der Grundsatz „Nur Ja heißt Ja“ ist im Rahmen von Bildung frühzeitig und nachhaltig zu vermitteln“
Seite 66 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die feste Verankerung von Konsensprinzip, Sexualpädagogik und Abbau von Geschlechterstereotypen im Unterricht stärkt Selbstbestimmung und Gleichstellung.

Ganztag an Grundschulen ausbauen und kostenfrei machen

Die SPD will die Grundschulen auf den Ganztagsanspruch ab 2026 vorbereiten, mehr gebundene Ganztagsschulen schaffen und den Ganztag an Grundschulen kostenlos anbieten. Dazu sollen gesundes Essen und eine verlässliche Betreuung in den Ferien kommen. Das Programm begründet dies mit Bildungsgerechtigkeit und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Ab 2026 haben Grundschul-Kinder ein Recht auf Ganztag. Die SPD will die Schulen darauf vorbereiten. Der Ganztag an Grundschulen soll nichts kosten. Es soll gesundes Essen geben. Auch in den Ferien sollen die Schulen Kinder betreuen.

Der Rechtsanspruch soll ab 2026 mit der ersten Klasse beginnen und dann Jahr für Jahr wachsen. Angebote sollen gemeinsam mit Vereinen, Kultureinrichtungen, Feuerwehr und THW entstehen; jede Schule soll zusätzliche Entlastungsstunden für die Koordination erhalten. Eine Taskforce der Landesregierung soll Leitfäden, Musterverträge und Finanzierungskonzepte bereitstellen. Vorgesehen sind ein gesundes Frühstück und ein warmes, regionales, bezahlbares Mittagessen, das sich an den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientiert. Über die Qualität des Ganztags soll ein landesweiter Dialog mit Kommunen, Eltern, Schülern, Lehrkräften, Jugendhilfe und Verbänden geführt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 67)
„Daher werden wir die Anzahl an gebundenen Ganztagsschulen erhöhen und das Ganztagsangebot an den Grundschulen kostenfrei machen.“
Seite 67 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Ganztagsangebot soll ausgebaut und für Eltern gebührenfrei werden, was öffentliche Leistungen ausweitet.

Berufsorientierung und Jugendberufsagenturen flächendeckend ausbauen

Die SPD will berufliche Orientierung ab der 7. Klasse verbindlich machen und Jugendberufsagenturen in allen Kreisen und kreisfreien Städten aufbauen. Außerdem soll das praxisnahe Angebot „Produktives Lernen“ in allen Regionen verfügbar sein. Ziel ist laut Programm, dass kein junger Mensch ohne Abschluss, Ausbildung oder Studium bleibt.

Schüler sollen ab der 7. Klasse mehr über Berufe lernen. Das soll Pflicht werden. Überall im Land soll es Jugend-Berufs-Agenturen geben. Sie helfen jungen Menschen bei der Suche nach einer Ausbildung. Kein junger Mensch soll ohne Ausbildung bleiben.

Die Orientierung soll unter anderem über mehr Praktika, Berufsberatung, Botschafter der Kammern und den Unterricht in Wirtschaft/Politik laufen. Für die Jugendberufsagenturen sind landeseinheitliche Standards, mehr Bekanntheit und eine stärkere Präsenz in den Oberstufen aller Schularten vorgesehen; junge Menschen sollen an der Weiterentwicklung beteiligt werden. Das „Produktive Lernen“ in den Jahrgängen 8 und 9 verbindet drei Tage im Betrieb mit zwei Tagen Schule und soll an Gemeinschaftsschulen überall im Land angeboten werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 69)
„Wir werden Kommunen bei der Einrichtung einer Jugendberufsagentur in allen Kreisen und kreisfreien Städten unterstützen“
Seite 69 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Staatliche Beratungs- und Unterstützungsangebote für den Übergang in den Beruf sollen ausgeweitet werden.

Berufliche Schulen in der Fläche sichern

Die SPD will eine landesweite Planung für die beruflichen Schulen einführen und bis dahin die bestehenden Angebote erhalten. In Berufsfeldern mit Nachwuchsmangel soll das Land kleine Klassen ermöglichen. Das Programm zählt berufliche Bildung in allen Landesteilen zur Daseinsvorsorge.

Die SPD will einen Plan für alle Berufs-Schulen im Land machen. Bis der Plan fertig ist, sollen alle Angebote bleiben. Das Land soll auch kleine Klassen bezahlen. So sollen Berufs-Schulen gut erreichbar bleiben.

Kleine Klassen sollen die Schulen nicht länger aus eigenen Mitteln tragen müssen. Auch für berufliche Schulen und Regionale Berufsbildungszentren (RBZ) gilt das Ziel einer vollständigen Unterrichtsversorgung. Die Trennung von allgemeiner und beruflicher Bildung in der Landesregierung sowie die Zuordnung des Instituts für Berufliche Bildung (SHIBB) zum Wirtschaftsministerium will die SPD zurücknehmen. Die Umwandlung beruflicher Schulen in RBZ soll weitergehen, verbunden mit besserer digitaler Ausstattung und Schulung des Personals. Der Trave-Campus in Lübeck soll mit Landeshilfe verwirklicht werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 68)
„Deshalb werden wir eine landesweite Schulentwicklungsplanung für die beruflichen Schulen einführen“
Seite 68 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll Angebote der Berufsschulen planen, absichern und kleine Klassen finanzieren, was die öffentliche Daseinsvorsorge stärkt.

Weiterbildungsgesetz zu einem Fördergesetz ausbauen

Die SPD will das Weiterbildungsgesetz des Landes zu einem Weiterbildungsfördergesetz umbauen und das Recht auf Weiterbildung praktisch nutzbar machen. Beschäftigte sollen sich schon während ihrer Tätigkeit qualifizieren können. So sollen laut Programm Menschen auch im Strukturwandel in Arbeit bleiben.

Menschen sollen ihr ganzes Leben lang lernen können. Die SPD will das Gesetz für Weiterbildung verbessern. Menschen sollen sich weiterbilden, während sie noch Arbeit haben. So sollen sie auch später Arbeit haben.

Die Reform soll im Dialog mit Volkshochschulen, Hochschulen, beruflichen Schulen und der Wirtschaft entstehen. Die Freistellungsregeln sollen überprüft und mit den Gewerkschaften neu gefasst werden; hinzu kommen verbindliche Förderstandards. Schwerpunkte sind branchenbezogene Qualifizierung, digitales Lernen, Grundbildung und Alphabetisierung sowie Bildung nach dem Berufsleben. Freie digitale Lernmaterialien (OER) sollen gefördert und über Volkshochschulen verbreitet werden. Förderung und Zertifizierung beruflicher Weiterbildung sollen an gute Arbeitsbedingungen für Dozenten gebunden sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 70)
„das bestehende Weiterbildungsgesetz zu einem vollwertigen Weiterbildungsfördergesetz reformieren“
Seite 70 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Staatliche Förderung, verbindliche Standards und bessere Freistellungsregeln sollen Weiterbildung stärker öffentlich absichern.

Digitale Lehre fördern und Campus als sozialen Ort stärken

Die SPD will einen Innovationsfonds für digitale und flexible Studienformen einrichten, etwa für Teilzeit-, Fern- und berufsbegleitendes Studium. Zugleich soll in die Hochschule als Ort der Begegnung investiert werden, weil digitale Lehre aus Sicht des Programms das Präsenzstudium nicht ersetzt.

In der Corona-Zeit haben Studierende viel online gelernt. Die SPD will gute digitale Angebote behalten und fördern. Dafür soll es einen Fonds geben. Ein Fonds ist ein Topf mit Geld. Die Hochschule soll aber auch ein Ort zum Treffen bleiben.

Die Erfahrungen der Pandemie sollen ergebnisoffen und vor allem qualitativ ausgewertet werden. Studierende mit wenig Geld sollen nötige Geräte kostenlos erhalten, und es soll ruhige Arbeitsplätze für Online-Veranstaltungen geben. Studierendenwerk und Hochschulen sollen dafür die erforderlichen Mittel bekommen. Geplant ist zudem eine digitale Plattform für den Austausch aller Studierenden und Lehrenden über Hochschulgrenzen hinweg. Effiziente Strukturen wie gemeinsame Servicezentren und Infrastrukturen will die SPD fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 70)
„Wir werden zur Förderung dieser Lehr- und Lernformen einen Innovationsfonds einrichten.“
Seite 70 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein neuer Fonds und zusätzliche Mittel für Hochschulen und Studierendenwerk bedeuten mehr öffentliche Investitionen.

Studium gebührenfrei halten und Masterplätze ausbauen

Die SPD will bis zum Masterabschluss keine Studiengebühren erheben und den Master grundsätzlich allen offenhalten. Wo es nötig ist, sollen die Kapazitäten der Masterstudiengänge steigen. Zudem soll die Studienberatung personell verstärkt werden.

Studieren soll weiter nichts kosten. Das gilt bis zum Master. Alle sollen nach dem Bachelor einen Master machen können. Dafür soll es genug Plätze geben. Es soll auch mehr Beratung für Studierende geben.

Der Master bleibt aus Sicht der SPD der Abschluss, der allen zugänglich sein soll, auch wenn viele mit dem Bachelor in den Beruf einsteigen. Verstärkt werden soll vor allem die psychosoziale Studienberatung. Das Programm „Studienstarthilfe“ soll weiter wachsen.

Originalzitat anzeigen (Seite 70)
„Deshalb wird es mit uns weiterhin keine Studiengebühren bis zum Master geben und der Übergang vom Bachelor zum Master darf keine Kapazitätsfrage sein.“
Seite 70 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Gebührenfreiheit wird beibehalten und das öffentlich finanzierte Studienangebot im Master soll wachsen.

Anwesenheitspflicht abschaffen und Studium flexibler gestalten

Die SPD will Anwesenheitspflichten in allen Lehrveranstaltungen abschaffen und das Studium weniger verschult gestalten. Dazu sollen mehr Wahlmöglichkeiten, weniger Modulprüfungen und verpflichtende Freiversuche bei Prüfungen gehören.

Studierende sollen nicht mehr zu jeder Veranstaltung kommen müssen. Es soll weniger Prüfungen geben. Studierende sollen mehr selbst wählen können. Sie sollen eine Prüfung auch einmal ohne Risiko probieren dürfen. Das nennt man Freiversuch.

Die Anmeldung zu Prüfungen und Veranstaltungen soll einfacher werden: mit Abmeldemöglichkeiten auch bei Hausarbeiten, früh veröffentlichten Regeln und ohne Vergabe nach dem Windhund-Prinzip. Leistungspunkte sollen beim Wechsel zwischen Universität und Fachhochschule sowie zwischen Hochschulen leichter anerkannt werden. In den Hochschulgremien sollen alle Gruppen beteiligt sein; das Management soll nach Ansicht der SPD dienen und nicht dominieren. Im Lehramtsstudium soll der Umgang mit psychischen Problemen von Schülern vorbereitet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 71)
„Es braucht die Abschaffung von Anwesenheitspflichten in allen Veranstaltungen.“
Seite 71 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

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