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Grüne zur Landwirtschaft

Aus dem Programm „Von hier an Zukunft. Das grüne Wahlprogramm zur Landtagswahl 2022 (Alle Stimmen für den Wandel)“

Landtagswahl Nordrhein-Westfalen 2022, 15. Mai 2022Original-PDF, 122 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Landwirtschaft

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,2), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 5 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 1 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 1 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Ökolandbau auf 30 Prozent steigern

Die Grünen wollen den Ökolandbau in NRW bis 2030 von knapp 7 auf 30 Prozent ausbauen und den Tierbestand mittelfristig verringern. Leitbild ist eine ökologische, bäuerliche Landwirtschaft ohne Gentechnik und chemisch-synthetische Pestizide.

Die Grünen wollen mehr Bio-Landwirtschaft. Bis 2030 sollen 30 Prozent der Höfe-Fläche bio sein. Heute sind es knapp 7 Prozent. Es soll weniger Tiere in den Ställen geben. Bauern sollen beim Umstieg Hilfe bekommen.

Das Programm will naturverträgliche und ressourcenschonende Betriebe gezielt fördern, damit sie sicher planen und investieren können. Industrielle Intensivtierhaltung hat nach Ansicht der Partei keine Zukunft; die Zahl der Nutztiere soll auf ein für Umwelt und Tiere verträgliches Maß sinken. Zusammen mit dem Bund sollen die EU-Regeln zum Stickstoffeintrag durch Dünger umgesetzt werden, um Trinkwasser und Böden zu schützen. Die Agrarforschung soll stärker auf naturverträgliche Verfahren wie vielfältige Fruchtfolgen und Agroforst ausgerichtet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 29)
„Unser Ziel ist es, den Anteil des Ökolandbaus von heute knapp 7 Prozent auf 30 Prozent bis 2030 zu steigern.“
Seite 29 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat soll die Landwirtschaft über Förderung und Vorgaben stärker in Richtung Ökolandbau und kleinere Tierbestände lenken.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Weniger Nutztiere und weniger Stickstoffeintrag stellen Umwelt- und Klimaschutz vor Produktionsmengen.

Pestizideinsatz halbieren und Abgabe einführen

Die Grünen wollen den Pestizideinsatz in NRW kurzfristig halbieren und die Landwirtschaft langfristig von chemisch-synthetischen Mitteln unabhängig machen. Das Programm begründet das mit Schäden für Artenvielfalt und Gesundheit.

Die Grünen wollen weniger Pflanzen-Gifte auf den Feldern. Die Menge soll schnell auf die Hälfte sinken. Wer die Gifte nutzt, soll dafür eine Abgabe zahlen. Bauern bekommen Geld und Beratung für die Umstellung.

Ein verbindliches Programm soll die Menge halbieren; Mittel und Mischungen, die für die Artenvielfalt besonders kritisch sind, sollen gar nicht mehr verwendet werden. Eine landesweite Pestiziddatenbank soll den Ausstieg steuern und nachvollziehbar machen. Mehrkosten der Betriebe sollen durch Förderung, Ausgleich und Beratung, etwa zum Einsatz von Nützlingen, aufgefangen werden. Eine Pestizidabgabe nach dem Verursacherprinzip, möglichst bundesweit, soll die Umstellung und die Wiederherstellung von Natur finanzieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 30)
„Mit einem verbindlichen Pestizidreduktionsprogramm halbieren wir den Einsatz von Pestiziden kurzfristig.“
Seite 30 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine verbindliche Halbierung des Pestizideinsatzes, Anwendungsverbote und eine neue Abgabe greifen deutlich stärker in die Betriebe ein als heute.

Agrarförderung auf kleine und naturschonende Höfe ausrichten

Die Grünen wollen öffentliche Agrargelder an Betriebe lenken, die Natur und Tiere schützen, und kleine Höfe gezielt stützen. Bisher fließt nach Darstellung des Programms der größte Teil der Förderung an die größten Betriebe.

Die Grünen wollen das Förder-Geld für Bauern anders verteilen. Mehr Geld sollen Höfe bekommen, die Natur und Tiere schützen. Kleine Höfe sollen besondere Hilfe bekommen. Sie sollen nicht aufgeben müssen.

NRW soll alle Spielräume nutzen, damit Mittel von EU, Bund und Land an Betriebe gehen, die Natur- und Tierschutz leisten. Ein eigenes Landesprogramm soll Stallbauten kleiner und mittlerer Betriebe für tiergerechtere Haltung fördern, weil bestehende Programme für sie zu hohe Hürden hätten. Beratung für Familienbetriebe, etwa zu Regionalvermarktung, Erzeugergemeinschaften oder solidarischer Landwirtschaft, soll wachsen und die Hofübergabe erleichtern. Bürokratie soll abgebaut werden. Gegen Ausbeutung in Landwirtschaft und Verarbeitung will die Partei vorgehen und strengeren Arbeitsschutz bei Bund und EU unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 30)
„Mit zielgerichteter Unterstützung bäuerlicher Betriebe und dem Abbau unnötiger Bürokratie stoppen wir das Sterben kleiner Höfe.“
Seite 30 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Fördermittel sollen umverteilt und durch ein neues Landesprogramm ergänzt werden, was die staatliche Lenkung der Landwirtschaft schrittweise ausbaut.

Regionale Verarbeitung und Bio-Essen in Kantinen fördern

Die Grünen wollen in jedem Kreis und jeder Großstadt Zentren für handwerkliche Lebensmittelverarbeitung schaffen und Kantinen beim Umstieg auf Bio- und Regionalprodukte fördern. Verlässliche Abnehmer sollen Landwirten Planungssicherheit geben.

Die Grünen wollen mehr Essen aus der Region. Überall soll es Zentren geben, die Lebensmittel handwerklich verarbeiten. Kantinen sollen mehr Bio-Essen anbieten. Dafür bekommen sie Fördergeld.

Was ein Zentrum leistet, soll vor Ort mit Kommunen und Betrieben entschieden werden, vom kleinen Schlachthof bis zur regionalen Vertriebsstelle. Ein Programm soll mindestens 300 Kantinen und Mensen in Betrieben, Kliniken, Behörden, Kitas und Schulen fördern, damit sie wenigstens 30 Prozent Bioware und möglichst viel Regionales einkaufen. Auch der Ausbau von Schulkantinen soll Geld erhalten. Fleischlose und vegane Gerichte sollen täglich angeboten, regionales Biofleisch stärker gefördert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„Wir richten in jedem Kreis und jeder Großstadt ein Zentrum für handwerkliche Lebensmittelverarbeitung ein.“
Seite 31 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll mit neuen Zentren und Förderprogrammen regionale Märkte aufbauen und damit stärker in die Lebensmittelwirtschaft investieren.

Lebensmittelverschwendung eindämmen, Containern erlauben

Die Grünen wollen Handel und Hersteller verpflichten, noch essbare Lebensmittel weiterzugeben, und das sogenannte Containern straffrei stellen. Das Programm verweist auf 12 Millionen Tonnen essbarer Lebensmittel, die jährlich in Deutschland im Müll landen.

In Deutschland wird viel gutes Essen weggeworfen. Die Grünen wollen das ändern. Läden und Hersteller sollen essbare Lebensmittel abgeben müssen. Wer Essen aus Müll-Tonnen von Läden holt, soll keine Strafe bekommen.

Gemeinsam mit dem Bund sollen Projekte gegen Lebensmittelverschwendung ausgeweitet werden. Für Handel und Produzenten soll eine Pflicht gelten, genießbare Ware weiterzugeben. Containern, also das Herausholen weggeworfener Lebensmittel aus Abfallbehältern, soll nicht länger strafbar sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„verpflichten den Handel und die Produzent*innen, noch genusstaugliche Lebensmittel weiterzugeben, und entkriminalisieren das Retten von Lebensmitteln, das so genannte Containern.“
Seite 31 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine neue Abgabepflicht für Handel und Hersteller erweitert die Regulierung von Unternehmen.

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Das Containern soll nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden, wodurch eine bisher mögliche Strafbarkeit entfällt.

Gemeinnützige Landgesellschaft gründen

Die Grünen wollen in NRW eine gemeinnützige Landgesellschaft schaffen, die Boden vorhält und nach Gemeinwohlkriterien vergibt. Damit soll die Nutzung unbebauter Flächen für Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft gesteuert werden.

Die Grünen wollen eine Land-Gesellschaft gründen. Sie soll Boden kaufen und weitergeben. Der Boden soll für Naturschutz, Bauern und Wald da sein. Ein unabhängiges Gremium soll das überwachen.

Das Programm verweist darauf, dass andere Bundesländer solche Gesellschaften seit Langem haben. Die Gesellschaft soll Flächen etwa für die Renaturierung von Flüssen, für landwirtschaftliche Betriebe und für ökologische Forstwirtschaft bereitstellen. Ein Gesetz soll festlegen, welche Kriterien für das Gemeinwohl bei der Vergabe gelten. Ein unabhängiges, fachübergreifendes Gremium soll die Aufsicht führen.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Mit einer gemeinnützigen Landgesellschaft können wir Boden für ökologische, aber auch für agrar- und forststrukturelle Zwecke bevorraten und vergeben.“
Seite 35 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine neue öffentliche Gesellschaft soll Boden erwerben und nach Gemeinwohlkriterien vergeben, was den staatlichen Einfluss auf den Bodenmarkt ausweitet.

Was sagen die anderen Parteien zur Landwirtschaft?

Alle Programme in Nordrhein-Westfalen im Vergleich