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Grüne zur Bildung

Aus dem Programm „Von hier an Zukunft. Das grüne Wahlprogramm zur Landtagswahl 2022 (Alle Stimmen für den Wandel)“

Landtagswahl Nordrhein-Westfalen 2022, 15. Mai 2022Original-PDF, 122 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,1), aus 19 Punkten

    Punkte je Stufe: 2 deutlich mehr Staat, 17 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 9 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 9 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 3 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

  • Außenpolitikeher Diplomatie zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Diplomatie zuerst, 1 eher Diplomatie zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Abschreckung zuerst, 0 deutlich Abschreckung zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung überall verankern

Die Grünen wollen Bildung für nachhaltige Entwicklung in sämtlichen Bildungsbereichen fest etablieren, von der Kita bis zur Senioren-Uni. Mehr Menschen sollen so Wissen über Umwelt-, Natur- und Klimaschutz erwerben.

Die Grünen wollen, dass alle Menschen mehr über Natur und Klima lernen. Das Thema soll in Kitas, Schulen und Unis vorkommen. Auch ältere Menschen sollen dazu lernen können. Dafür soll es ein Netzwerk im ganzen Land geben.

Das Land soll einen Rahmen setzen, den die Bildungsträger mit eigenen didaktischen Konzepten ausfüllen. In den regionalen Bildungsnetzwerken soll das Thema eine tragende Rolle bekommen, auch in der Ausbildung von Lehrkräften. Außerschulische Partnerschaften sollen gefördert werden. Die bestehenden BNE-Regionalzentren sollen zu einem landesweiten Netzwerk mit mehr Projekten und Partnern wachsen.

Originalzitat anzeigen (Seite 25)
„das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), das wir in allen Bildungsbereichen fest verankern werden“
Seite 25 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Fachkräfteoffensive für das Handwerk starten

Die Grünen wollen zusammen mit Innungen und Kammern mehr Menschen für das Handwerk gewinnen. Die Offensive umfasst eine stärkere duale Ausbildung, neue Zielgruppen, bessere Aufstiegswege und leichteren Zugang für Fachkräfte aus dem Ausland. Hintergrund ist, dass viele Meister und Gesellen bald in den Ruhestand gehen.

Das Handwerk braucht mehr junge Leute. Die Grünen wollen die Ausbildung besser machen. Azubis sollen günstiger Bus und Bahn fahren und Wohnheime bekommen. Die Meister-Ausbildung soll der Staat bezahlen wie ein Studium. Handwerker aus dem Ausland sollen leichter hier arbeiten können.

Die duale Ausbildung soll mehr überbetriebliche Praxis und Inhalte zu Klimaschutz, Digitalisierung und Automatisierung erhalten; Berufsschulen und Hochschulen sollen enger kooperieren. Für Auszubildende sind geförderte Wohnheime, ein günstigeres Azubiticket auf dem Niveau des Studierendentickets und mehr Auslandsaufenthalte vorgesehen. Mehr Frauen sollen in technische Handwerksberufe kommen, ebenso Menschen mit Behinderung oder Zuwanderungsgeschichte. Die Meisterausbildung soll wie ein Studium finanziert werden, ergänzt um mehr Stipendien und Übergänge zwischen Handwerk und Hochschule. Für Handwerker aus dem Ausland sollen Arbeitsmarktzugang, Anerkennung und Qualifizierung verbessert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 42)
„werden wir gemeinsam mit den Innungen und Kammern eine Fachkräfteoffensive starten, die aus vier Säulen besteht“
Seite 42 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentlich finanzierte Meisterausbildung, Wohnheime und vergünstigte Tickets weiten staatliche Leistungen aus.

  • Gesellschafteher progressiv

    Frauen und Menschen mit Behinderung sollen gezielt für Berufe gewonnen werden, in denen sie bisher selten vertreten sind.

  • Migrationeher offen

    Arbeitsmarktzugang und Anerkennung von Abschlüssen für Handwerker aus dem Ausland sollen erleichtert werden.

Qualifizierungsoffensive starten, Ausbildungsgebühren abschaffen

Die Grünen wollen dem Fachkräftemangel mit einer breiten Qualifizierungsoffensive begegnen. Gebühren für Berufsausbildung und Meisterbrief sollen erst sinken und dann nach und nach entfallen. Hürden für bisher wenig erreichte Gruppen sollen abgebaut werden, mit besonderem Blick auf Asylbewerber.

In vielen Berufen fehlen Fachkräfte. Die Grünen wollen mehr Menschen ausbilden. Ausbildung und Meisterbrief sollen nach und nach nichts mehr kosten. Auch Asyl-Bewerber sollen früh eine Ausbildung machen können. Abschlüsse aus dem Ausland sollen leichter gelten.

Duale Ausbildung und Meisterbrief sollen gestärkt werden. Außerbetriebliche und schulische Ausbildungszentren von Industrie, Handwerk und sozialen Berufen sollen mehr Geld erhalten, überbetriebliche Bildungsstätten mehr Personal und Ausstattung. Hochschulen und Berufskollegs sollen enger zusammenarbeiten, und landesweite Bildungsinstitute sollen Lernen mit aktueller Technik ermöglichen. Hürden für Frauen, Ältere, Jugendliche, Menschen mit Behinderungen oder Migrationsgeschichte sollen fallen. Asylbewerber sollen früh in passende Ausbildungsberufe kommen, und ausländische Abschlüsse sollen leichter anerkannt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„Gebühren für Berufsausbildungen und Meisterbriefe werden wir senken und schrittweise abschaffen.“
Seite 44 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der schrittweise Wegfall der Gebühren und mehr Geld für Ausbildungszentren verlagern Kosten auf die öffentliche Hand.

  • Migrationeher offen

    Asylbewerber sollen früher in Ausbildung kommen und ausländische Abschlüsse leichter anerkannt werden, was Zugewanderten mehr Zugang gibt.

Kita-Plätze ausbauen und Personalschlüssel neu regeln

Die Grünen wollen jedem Kind ab dem ersten Lebensjahr einen guten Platz in Kita oder Kindertagespflege anbieten. Dafür sollen das Angebot ausgebaut und der Personalbedarf nach wissenschaftlichen Standards neu berechnet werden.

Jedes Kind ab einem Jahr soll einen guten Platz in der Kita bekommen. Dafür wollen die Grünen mehr Plätze schaffen. Sie wollen neu festlegen, wie viele Kinder eine Fachkraft betreut. Zusätzliche Kräfte sollen bei Büro-Arbeit und Küche helfen.

Die Zahl der Kinder pro Fachkraft sowie die Zeit für Leitung und Fortbildung sollen anhand wissenschaftlicher Standards neu festgelegt werden. Urlaub, Krankheit und Fortbildung sollen in die Personalberechnung einfließen. Das Land soll Verwaltungsstellen und Hauswirtschaftskräfte in Kitas bezahlen. Erzieherinnen, Erzieher und Träger sollen an Fragen der Arbeitsbedingungen und Qualität beteiligt werden. Auch die Kindertagespflege und ihre Fachberatungsstellen sollen nach Bedarf ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„Wir werden jedem Kind ab dem ersten Lebensjahr ein gutes Angebot für frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung machen.“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Plätze, bessere Personalschlüssel und zusätzliche Stellen bedeuten einen Ausbau öffentlich finanzierter Leistungen.

Kita-Mittagessen beitragsfrei machen, Qualität stärken

Die Grünen wollen das Mittagessen in Kitas und Kindertagespflege beitragsfrei stellen und die Qualität der frühkindlichen Bildung verbessern. Einrichtungen in benachteiligtem Umfeld sollen besonders gefördert werden, damit Bildungschancen von Beginn an fairer verteilt sind.

Das Mittagessen in der Kita soll für Eltern nichts mehr kosten. Kitas in ärmeren Vierteln sollen mehr Hilfe bekommen. Kinder sollen in der Kita mitbestimmen können. Die Grünen wollen auch Sprache, Bewegung und gesundes Essen stärker fördern.

Die sogenannten plusKitas sollen nach Bedarf ausgebaut und mit zusätzlichen Stunden für Kita-Sozialarbeit gestärkt werden. Sprachmittlerinnen, Logopäden und andere Therapeuten sollen ohne großen Aufwand ins Kita-Team eingebunden werden, Mehrsprachigkeit soll gefördert werden. Für gesundheitliche Bildung sollen lokale Netzwerke etwa aus Gesundheitsdienst, Ärzteschaft, Krankenkassen und Sportvereinen entstehen. Kitas sollen bei Beteiligungskonzepten für Kinder unterstützt werden, und die kulturelle Bildung soll unabhängig vom Einkommen der Eltern zugänglich sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„Eine qualitativ hochwertige Mittagsverpflegung wird in Kitas und der Kindertagespflege mit uns beitragsfrei.“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein beitragsfreies Mittagessen und zusätzliche Förderung für Kitas in benachteiligten Lagen erweitern öffentliche Leistungen.

Mehr Fachkräfte für Kitas gewinnen

Die Grünen wollen deutlich mehr Erzieherinnen und Erzieher gewinnen, indem Ausbildungs- und Studienplätze ausgebaut und neue Zugänge zum Beruf geöffnet werden. Arbeitsbedingungen und Bezahlung sollen die Verantwortung des Berufs widerspiegeln.

In Kitas fehlen Fachkräfte. Die Grünen wollen mehr Menschen für den Beruf ausbilden. Auch Menschen aus anderen Berufen sollen leichter in der Kita arbeiten können. Mehr Männer sollen Erzieher werden. Kitas, die ausbilden, sollen mehr Geld bekommen.

Die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) soll ausgebaut und auch in Teilzeit möglich werden. Studienplätze in Erziehungswissenschaften sollen dem Bedarf entsprechen, ausbildende Kitas mehr Mittel erhalten. Ausländische Abschlüsse sollen praktikabel anerkannt, der Quereinstieg einfacher und zugleich hochwertig gestaltet werden. Ein Programm für Jungen soll sie bei Berufsorientierung und Praktika an soziale Berufe heranführen. Das Alltagshelfer-Programm aus der Corona-Zeit soll vorerst weiterlaufen, und die Helferinnen und Helfer sollen sich weiterqualifizieren können.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Klar ist auch, dass wir Fachkräfte ausbilden müssen. Die Ausbildungskapazitäten müssen wir steigern.“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Ausbildungsplätze, zusätzliche Mittel für ausbildende Kitas und fortgeführte Programme erhöhen die öffentlichen Ausgaben für Betreuung.

  • Gesellschafteher progressiv

    Das Programm will gezielt Männer für den Erzieherberuf gewinnen und damit Rollenbilder in sozialen Berufen aufbrechen.

Kommunen bei Schulsanierung finanziell unterstützen

Die Grünen wollen Städten und Gemeinden helfen, ihre Schulgebäude zu sanieren und zu modernisieren. Das Land soll dabei nicht nur Kredite bereitstellen, sondern sich auch an deren Rückzahlung beteiligen. Zudem soll die Zusammenarbeit von Bund und Ländern in der Bildung für Investitionen und zusätzliches Personal genutzt werden.

Viele Schulgebäude müssen repariert werden. Die Grünen wollen den Städten und Gemeinden dabei helfen. Das Land soll auch beim Zurückzahlen der Kredite helfen. Bund und Land sollen bei den Schulen mehr zusammenarbeiten.

Als Vorbild für die Tilgungshilfe nennt das Programm „Gute Schule 2020“. Über die Bund-Länder-Kooperation sollen Investitionsprogramme für Sanierung und Neubau an schwierigen Standorten sowie mehr Personal für Ganztag, Inklusion und Sozialarbeit entstehen. Wer Schulentwicklungsplanung steuert und Schulen finanziert, wollen die Grünen mit den kommunalen Spitzenverbänden neu aushandeln. Bundesmittel, Schulbudgets und Stellen für Schulsozialarbeit sollen nach sozialen Kriterien verteilt werden. Eine Grundgesetzänderung des Bundes für mehr Bildungskooperation würde die Partei mittragen.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Wir wollen die Kommunen bei der Sanierung und Modernisierung ihrer Schulen unterstützen – und zwar nicht nur mit neuen Krediten, sondern auch bei der Tilgung“
Seite 61 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll mehr öffentliches Geld für Schulbauten bereitstellen und Kredittilgung übernehmen, was öffentliche Investitionen ausweitet.

Schulen mehr pädagogische Freiheit geben

Die Grünen wollen den Schulen mehr Spielraum bei der Gestaltung des Unterrichts einräumen. Dazu gehören Projektlernen, Alternativen zu Noten und mehr eigene Entscheidungen beim Personal. Begründet wird das damit, dass die Schulen die Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler am besten kennen.

Schulen sollen mehr selbst entscheiden dürfen. Sie sollen zum Beispiel mehr in Projekten unterrichten können. Sie sollen auch andere Bewertungen als Noten nutzen dürfen. Die Grünen sagen: Schulen wissen selbst, was ihre Kinder brauchen.

Vorgesehen sind fächerübergreifendes Lernen in Projekten, Alternativen zum üblichen Notensystem und Rückmeldungen auch durch Schülerinnen und Schüler. Schulen sollen in Personalfragen mehr selbst entscheiden und mehr Ressourcen sowie ein Förderprogramm für Schulentwicklung erhalten. Modelle wie die „Primusschulen“ sollen im Schulgesetz verankert werden. Grundschulen will die Partei besonders fördern. Für Kinder mit Geburtstag vom 1. Juli bis 30. September sollen die Eltern über den Zeitpunkt der Einschulung entscheiden.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Dafür werden wir unseren Schulen mehr pädagogische Freiheit geben, denn sie wissen selbst am besten, was ihre Schüler*innen brauchen.“
Seite 61 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Alternativen zu Noten und Projektlernen verschieben die Schule schrittweise weg von überlieferten Unterrichtsformen.

Alle Schulen digital ausstatten

Die Grünen wollen, dass digitales Lernen an allen Schulen in NRW alltäglich wird. Dafür sollen alle Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte mobile Geräte bekommen. Eine Fortbildungsoffensive über fünf Jahre soll das Schulpersonal auf neue Medien vorbereiten.

Alle Schüler und Lehrer sollen ein tragbares Gerät bekommen, zum Beispiel ein Tablet. Das Lernen mit digitalen Medien soll überall normal werden. Die Lehrer sollen dafür Schulungen bekommen. Diese Schulungen sollen fünf Jahre lang laufen.

Das Programm nennt Informatikkenntnisse als Grundlage für Teilhabe in der digitalen Gesellschaft und will informatische Grundlagen allen zugänglich machen. Besonders gefördert werden soll die Medienkompetenz. Die Geräteausstattung soll auf Dauer gesichert sein. Die Fortbildungsoffensive richtet sich an alle, die an Schulen arbeiten. Gelder aus dem Digitalpakt sollen schneller abfließen, und den vom Bund geplanten Digitalpakt 2.0 wollen die Grünen zusammen mit den Kommunen zügig umsetzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Damit dies möglich ist, statten wir alle Schüler*innen und Lehrer*innen mit mobilen Geräten aus und sichern diese Ausstattung langfristig ab.“
Seite 61 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Geräte für alle auf Dauer aus öffentlichen Mitteln weiten die staatlichen Leistungen im Schulwesen aus.

Politische Bildung und Nachhaltigkeit im Unterricht stärken

Die Grünen wollen an Schulen mehr Gewicht auf Politik, Sozialwissenschaften und Gesellschaft legen. Hinzu kommen Schwerpunkte bei Bildung für nachhaltige Entwicklung und Antidiskriminierung. Aus Sicht des Programms soll Schule so Demokratie stärken und zum Schutz von Umwelt und Klima beitragen.

In der Schule soll es mehr um Politik und Gesellschaft gehen. Kinder sollen auch mehr über Umwelt und Nachhaltigkeit lernen. Die Grünen wollen damit die Demokratie stärken. Auch Sprachen und Schüler-Austausch wollen sie fördern.

Die Partei stellt sich hinter „SoWi bleibt“, eine Initiative für Schulen wie Hochschulen. Lernorte und Angebote außerhalb der Schule sollen häufiger genutzt werden. Kurze und lange Austauschbegegnungen sollen in allen Schulformen gefördert werden, mit Hilfe für die Lehrkräfte. Mehrsprachigkeit und Sprachenlernen sollen gestärkt, Schüler- und Elternvertretungen auf kommunaler Ebene verankert werden. Förderprogramme sollen Schulen und Schulträgern helfen, das Schulessen gesünder und nachhaltiger zu machen.

Originalzitat anzeigen (Seite 62)
„Wir werden außerdem Schwerpunkte in den Bereichen „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, „Antidiskriminierung“ und „Politische Bildung“ legen“
Seite 62 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Gewicht für Antidiskriminierung, Mehrsprachigkeit und Nachhaltigkeit im Unterricht verschiebt die Lehrinhalte schrittweise in Richtung Vielfalt.

Mehr Personal und gleiche Besoldung für Lehrkräfte

Die Grünen wollen den Lehrkräftemangel mit einer Reform der Ausbildung, mehr Qualifizierungswegen und zusätzlichen Berufsgruppen an Schulen angehen. Alle Lehrämter sollen mit der Besoldungsstufe A13 einsteigen. Lehrkräfte sollen weniger Verwaltungsarbeit haben, damit mehr Zeit für den Unterricht bleibt.

An vielen Schulen fehlen Lehrer. Die Grünen wollen die Ausbildung für Lehrer ändern. An Schulen sollen auch andere Fachleute arbeiten, zum Beispiel Sozial-Arbeiter. Alle Lehrer sollen am Anfang gleich viel verdienen.

Das Lehramtsstudium soll praxisnäher werden und duale Elemente erhalten. Multiprofessionelle Teams sollen unter anderem Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, IT-Fachkräfte, Verwaltungskräfte und Quereinsteigende umfassen. Hürden beim Seiten- und Quereinstieg und bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse sollen fallen; Menschen mit Fluchterfahrung will die Partei für die Arbeit an Schulen gewinnen. Für Schulen in schwierigen Lagen sind Anreize bei Geld und Laufbahn sowie weniger Unterrichtsverpflichtung vorgesehen. Die Arbeitszeit der Lehrkräfte soll mit deren Verbänden neu bewertet werden. A13 soll nicht nur für neu Ausgebildete gelten.

Originalzitat anzeigen (Seite 63)
„Die gleiche Besoldung für alle Lehrämter (A13 als Eingangsbesoldung) – nicht nur für die neu ausgebildeten Lehrer*innen – ist unser Ziel.“
Seite 63 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Einstiegsbesoldung und mehr Stellen an Schulen erhöhen die öffentlichen Ausgaben für Bildung.

Ganztag ausbauen und Finanzierung verdoppeln

Die Grünen wollen 200.000 zusätzliche Ganztagsplätze schaffen und die Finanzierung je Platz auf 4.000 Euro verdoppeln. So soll NRW auf den ab 2026 geltenden Rechtsanspruch in der Grundschule vorbereitet sein. Außerdem soll verbindlich festgelegt werden, welche Qualität der Ganztag haben muss.

In NRW gibt es zu wenige Ganztags-Plätze an Grundschulen. Die Grünen wollen 200.000 neue Plätze schaffen. Für jeden Platz soll es doppelt so viel Geld geben wie bisher. Ab 2026 haben Kinder ein Recht auf einen Platz.

Laut Programm hat bisher nur knapp die Hälfte der Grundschulkinder in NRW einen Ganztagsplatz. Die Qualität hängt nach Darstellung der Partei bislang von der Finanzkraft der Kommune und den Bedingungen vor Ort ab. Schulen sollen in multiprofessionellen Teams arbeiten, und die Arbeitsplätze im Ganztag sollen attraktiver werden. Auch der gebundene Ganztag an Grund- und weiterführenden Schulen soll wachsen. Der Ausbau soll über ein vom Land getragenes Anreizprogramm laufen.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Dafür verdoppeln wir die Finanzierung des Ganztags auf 4.000 Euro pro Platz und werden mit einem vom Land breit unterstützten Anreizprogramm 200.000 zusätzliche Plätze einrichten“
Seite 64 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Die öffentliche Finanzierung je Ganztagsplatz soll sich verdoppeln, also um weit mehr als ein Viertel steigen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Ganztagsbetreuung soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Elternteile erleichtern.

Bildung schrittweise beitragsfrei machen

Die Grünen nennen als Ziel, dass Bildung für alle beitragsfrei wird. Als Zwischenschritt sollen landesweit gleiche, sozial gestaffelte Elternbeiträge für Kitas, Tagespflege und offenen Ganztag gelten, mit Befreiung für Geringverdienende. Die Lernmittelfreiheit soll auch digitale Lernmittel umfassen.

Bildung soll später für alle kostenlos sein. Zuerst sollen die Eltern-Beiträge in ganz NRW gleich geregelt werden. Wer wenig verdient, soll nichts zahlen. Auch digitale Lern-Mittel sollen kostenlos sein.

Das Programm begründet dies damit, dass Bildungserfolg weiterhin von Einkommen und Herkunft der Eltern abhänge. Es verweist auf Kosten für Lernmittel, Gebühren, Endgeräte, Ausflüge und Mittagessen, die Familien mit kleinem Einkommen besonders belasten. Die einheitlichen Beitragstabellen sollen Gebühren sozial staffeln. Die Partei spricht von einem Systemwechsel hin zu frühen Hilfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Auf dem Weg dahin werden wir landesweit einheitliche Elternbeitragstabellen für Kitas, Kindertagespflege und offene Ganztagsschulen einführen“
Seite 64 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Gebühren sollen sozial gestaffelt und für Geringverdienende gestrichen werden, was öffentliche Leistungen und Umverteilung schrittweise ausweitet.

Schulmittel nach Sozialindex verteilen

Die Grünen wollen Geld und Stellen für Schulen künftig nach Bedarf vergeben. Ein Sozialindex für jede einzelne Schule soll bestimmen, wo zusätzliche Lehrkräfte, Sozialarbeit und Mittel hingehen. Schulen an schwierigen Standorten sollen dadurch mehr bekommen.

Nicht alle Schulen sollen gleich viel Geld bekommen. Schulen mit vielen Problemen sollen mehr bekommen. Ein Sozial-Index soll das zeigen. Das ist eine Zahl, die die Lage jeder Schule beschreibt.

Die Partei formuliert als Grundsatz, Ungleiches ungleich zu behandeln. Der Sozialindex soll solide, transparent und auf die einzelne Schule bezogen sein. Verteilt werden sollen danach zusätzliches Lehrpersonal, mehr Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, weitere Stellen und zusätzliches Geld. Auch Investitionsmittel des Bundes und Schulbudgets für benachteiligte Quartiere sollen sozialen Kriterien folgen.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Wir werden die staatlichen Mittel zukünftig nach Bedarf und nicht mehr mit der Gießkanne verteilen.“
Seite 64 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Mittel sollen gezielt zu benachteiligten Standorten umgelenkt werden, was eine stärkere Umverteilung innerhalb des Schulsystems bedeutet.

Inklusion an allen Schulformen umsetzen

Die Grünen verstehen Inklusion als Menschenrecht und als Aufgabe aller Schulformen; Leitlinie ist die UN-Behindertenrechtskonvention. Abschulungen und unfreiwilliges Sitzenbleiben soll es nicht mehr geben. Schulen sollen dafür mehr Personal, Geld und barrierefreie Räume erhalten.

Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen lernen. Das soll an allen Schulen möglich sein. Kein Kind soll gegen seinen Willen eine Klasse wiederholen. Die Schulen sollen dafür mehr Personal und Geld bekommen.

Geplant sind feste multiprofessionelle Teams, Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, Fortbildungen und Inklusionskoordination in der Schulleitung. Für Barrierefreiheit soll es landesweite Baustandards geben, die das Land bezahlt. Als Zwischenschritt sollen Vorreiterschulen besonders ausgestattet und an regionale Unterstützungszentren mit Schulpsychologie, Jugendhilfe und Beratung angebunden werden. Der LRS-Erlass (Lese-Rechtschreib-Schwäche) soll überarbeitet, ein Erlass zu Dyskalkulie (Rechenschwäche) erstmals erstellt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 65)
„Alle Kinder sind an allen Schulen und an allen Schulformen willkommen und werden zu dem für sie bestmöglichen Abschluss begleitet.“
Seite 65 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliches Personal und vom Land finanzierte Baustandards erhöhen die öffentlichen Ausgaben.

  • Gesellschafteher progressiv

    Gemeinsames Lernen an allen Schulformen und das Ende von Abschulung bauen die Gleichstellung von Kindern mit Behinderung im bestehenden Schulsystem aus.

Ausbildungsgarantie und Ausbildungsfonds einführen

Die Grünen wollen allen Jugendlichen eine Ausbildung bis zum vollwertigen Berufsabschluss garantieren. Ein Fonds, in den sämtliche Unternehmen einzahlen, soll die Kosten der Ausbildung verteilen. Außerbetriebliche Ausbildungsplätze sollen ausgeweitet werden.

Jeder Jugendliche soll eine Ausbildung machen können. Das wollen die Grünen garantieren. Alle Firmen sollen in einen gemeinsamen Topf einzahlen. So tragen auch Firmen ohne Azubis einen Teil der Kosten.

Die Partei will prüfen, wie Betriebe, die bisher nicht ausbilden, an der Fachkräfteausbildung beteiligt werden können. Berufsorientierung soll an allen Schulformen stattfinden; „Kein Abschluss ohne Anschluss“ und die Berufseinstiegsbegleitung sollen fortgeführt werden. Verbundausbildungen mehrerer Betriebe sollen gefördert werden, damit auch kleine und mittlere Unternehmen ausbilden. Für junge Menschen mit Behinderung sind theoriereduzierte Ausbildungen vorgesehen. Digitalisierung und Klimaschutz sollen Teil der überbetrieblichen Lehrinhalte werden, und für Erasmus+ ist eine Informationskampagne geplant.

Originalzitat anzeigen (Seite 66)
„Dafür werden wir eine Ausbildungsgarantie einführen, die es allen Jugendlichen ermöglicht, einen vollwertigen Berufsabschluss zu erreichen.“
Seite 66 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine staatliche Ausbildungsgarantie und ein Pflichtfonds für alle Unternehmen wären neue Instrumente, die es heute nicht gibt und die Betriebe zu Abgaben verpflichten.

Auszubildende bei Wohnen und Mobilität unterstützen

Die Grünen wollen es Auszubildenden erleichtern, für die Ausbildung umzuziehen. Dazu sollen gemeinsame Wohnheime für Lernende entstehen, und Azubitickets sollen den Tickets für Studierende gleichgestellt werden. Auszubildende mit unsicherem Aufenthaltsstatus sollen vor Abschiebung geschützt sein.

Azubis sollen leichter in eine andere Stadt ziehen können. Dafür soll es Wohnheime für Azubis und Studenten geben. Das Azubi-Ticket soll so gut sein wie das Ticket für Studenten. Azubis ohne sicheres Bleibe-Recht sollen nicht abgeschoben werden.

Die Wohnheime sollen Azubis, Studierenden und Teilnehmenden an Sprachkursen offenstehen. Ausbildungen sollen flexibler werden; Teilzeitmodelle sollen etwa jungen Eltern oder gesundheitlich eingeschränkten Menschen einen Abschluss ermöglichen. Zusammen mit Unternehmen will die Partei benachteiligten Jugendlichen helfen, einen Ausbildungsplatz zu finden und zu halten. Der Schutz vor Abschiebung soll den Ausbildungsbetrieben Sicherheit geben. Ausbildungsvergütungen und Gehälter danach sollen deutlich steigen, wobei das Land bei den eigenen Beschäftigten vorangehen soll.

Originalzitat anzeigen (Seite 67)
„Azubitickets im ÖPNV wollen wir mit Studierendentickets gleichstellen.“
Seite 67 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentlich geförderte Wohnheime und bessere Tickets erweitern staatliche Leistungen für Auszubildende.

  • Migrationeher offen

    Auszubildende mit ungesichertem Aufenthaltsstatus sollen vor Abschiebung sicher sein, was den Schutz für diese Gruppe ausweitet.

Weiterbildung und zweiten Bildungsweg ausbauen

Die Grünen wollen allen Menschen ermöglichen, einen Schulabschluss oder eine Ausbildung nachzuholen. Dafür sollen der zweite Bildungsweg gestärkt, Berufskollegs zu regionalen Zentren ausgebaut und die Weiterbildung dauerhaft mit steigenden Mitteln finanziert werden. Für das Handwerk sind eine Reform der Meisterausbildung und Gründungsprämien vorgesehen.

Erwachsene sollen einen Schul-Abschluss nachholen können. Dafür soll es mehr Angebote geben, zum Beispiel an Volkshochschulen. Die Weiterbildung soll auf Dauer mehr Geld bekommen. Handwerker sollen leichter Meister werden können.

Laut Programm bleibt in NRW jede fünfte Person nach der Schule dauerhaft ohne Berufsqualifikation; ein Landesprogramm soll beraten und orientieren. Die Finanzierung der gemeinwohlorientierten Weiterbildung soll dynamisch wachsen und angemessene Honorare für Kursleitungen einschließen. Die Berufskollegs sollen in staatlicher Verantwortung bleiben. Der Deutsche Qualifikationsrahmen, der Meister und Bachelor gleichstellt, soll rechtlich verankert werden. Geplant sind zudem mehr duale Studiengänge, Stipendien, Qualifizierungen für den Seiteneinstieg etwa in die Kindertagespflege und einfache Kurse zu digitaler Verwaltung, vor allem für Ältere.

Originalzitat anzeigen (Seite 67)
„Jede und jeder soll das Recht haben, einen Schulabschluss zu erwerben oder eine Ausbildung abzuschließen.“
Seite 67 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Dauerhaft steigende öffentliche Mittel für Weiterbildung und der Verbleib der Berufskollegs beim Staat bauen öffentliche Leistungen aus.

Studienstarthilfe und mehr Geld für Studierendenwerke

Die Grünen wollen bedürftige Studienanfängerinnen und Studienanfänger mit bis zu 1.000 Euro unterstützen. Die Studierendenwerke sollen höhere Zuschüsse erhalten, unter anderem für Neubau und Sanierung von Wohnraum. Nach Auffassung der Partei ist der Staat dafür verantwortlich, dass ein Studium nicht an finanziellen oder sozialen Hürden scheitert.

Studenten mit wenig Geld sollen zum Start bis zu 1.000 Euro bekommen. Es soll mehr Wohnungen für Studenten geben. Die Studierenden-Werke sollen dafür mehr Geld bekommen. Die Semester-Beiträge sollen bezahlbar sein.

Das Programm beschreibt das Studium als Vollzeittätigkeit ohne Einkommen, die viele mit Behinderung, chronischer Krankheit oder Care-Arbeit verbinden müssen. Deshalb fordert es neben Geld auch flexible Studienmodelle. Die Semesterbeiträge sollen für Studierende gut bezahlbar werden. Erhöhte Zuschüsse an die Studierendenwerke sollen mehr Wohnungen schaffen und die soziale Infrastruktur an den Hochschulen verbessern.

Originalzitat anzeigen (Seite 68)
„Mit einer Studienstarthilfe von bis zu 1.000 Euro fördern wir bedürftige Studienanfänger*innen unbürokratisch und schnell.“
Seite 68 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine neue Starthilfe und höhere Zuschüsse an die Studierendenwerke weiten öffentliche Leistungen für Studierende schrittweise aus.

Zugangshürden im Studium abbauen

Die Grünen wollen Hürden beim Zugang zum Studium beseitigen, damit alle unabhängig von Geld, Behinderung oder Lebenslage studieren können. Dazu sollen unter anderem Materialkosten für finanziell benachteiligte Studierende übernommen und Teilzeitstudiengänge ausgebaut werden.

Die Grünen wollen, dass alle studieren können. Wer wenig Geld hat, soll nötige Studien-Materialien bezahlt bekommen. Es soll mehr Studiengänge in Teilzeit geben. Studierende mit Behinderung sollen mehr Hilfe bekommen.

Das Land soll für finanziell benachteiligte Studierende die Kosten zwingend nötiger Studienmaterialien tragen und das NRW-Zentrum für Talentförderung verlässlich unterstützen. Die Beauftragten für Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit sollen gestärkt werden, Inklusion soll in allen Bereichen der Hochschule mitgedacht werden. Die psychologische Beratung an Hochschulen und Studierendenwerken soll wachsen, ebenso Programme für Diversity Management. Mehr Studierende sollen an Erasmus+ und anderen Austauschprogrammen teilnehmen können. Zulassungsvoraussetzungen für Bachelor und Master sollen transparenter mitgeteilt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 69)
„Wir stärken die Beauftragten für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung und machen Inklusion zur Querschnittsaufgabe in Forschung, Lehre und Administration.“
Seite 69 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll zusätzliche Kosten für benachteiligte Studierende übernehmen und Beratungsangebote ausbauen, was öffentliche Leistungen schrittweise erweitert.

  • Gesellschafteher progressiv

    Inklusion und Diversity Management sollen an Hochschulen stärker gefördert werden, was Vielfalt und Gleichstellung schrittweise ausbaut.

Anwesenheitspflichten abschaffen und Lehre verbessern

Die Grünen wollen die Hochschullehre verbessern und inklusiver machen. Anwesenheitspflichten sollen wegfallen, das Betreuungsverhältnis soll deutlich besser werden und der Senat soll gegenüber Hochschulrat und Rektorat mehr Gewicht erhalten.

Die Grünen wollen bessere Lehre an den Hochschulen. Studierende sollen nicht mehr anwesend sein müssen. Es soll mehr Lehrende pro Studierende geben. Der Senat der Hochschule soll mehr zu sagen haben.

Das Verhältnis von Lehrenden zu Studierenden soll sich stark verbessern. Barrierefreie Lehre wird etwa durch Induktionsschleifenanlagen und passende Einrichtung gefördert, Nachteilsausgleiche sollen studierendenfreundlicher werden. Neben dem Ende der Anwesenheitspflicht setzt sich die Partei dafür ein, Letztversuchsregeln zu streichen, um Belastungen zu senken. Im Senat soll die Viertelparität, soweit rechtlich zulässig, wieder die Regel sein. Ein Studium Generale soll den Austausch zwischen Fächern fördern, das Praktische Jahr im Medizinstudium soll fairer werden. Zusätzlich sind berufsbegleitende und Teilzeit-Studienplätze geplant, etwa für Lehrpersonal der Pflegeausbildung.

Originalzitat anzeigen (Seite 69)
„Wir schaffen die Anwesenheitspflichten wieder ab und setzen uns für die Abschaffung von Letztversuchsregeln ein, um die (psychische) Belastung von Studierenden zu senken.“
Seite 69 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Dauerstellen und planbare Karrieren an Hochschulen schaffen

Die Grünen wollen die Arbeitsbedingungen an den Hochschulen verbessern, weil gute Lehre und Forschung aus ihrer Sicht davon abhängen. Kern sind unbefristete Stellen für dauerhafte Aufgaben, verlässliche Qualifikationswege und mehr Mitbestimmung.

Die Grünen wollen bessere Arbeit an den Hochschulen. Wer dauerhafte Aufgaben erledigt, soll eine feste Stelle bekommen. Der Weg in der Wissenschaft soll planbar sein. Beschäftigte und Studierende sollen mehr mitbestimmen.

Mit Geld von Land und Bund, verbindlichen Regeln und Vereinbarungen vor Ort sollen Verträge über die gesamte Promotions- oder Habilitationszeit, Karrierewege neben der Professur und Wiedereinstiege möglich werden. Studentische Hilfskräfte sollen einen eigenen Tarifvertrag und eine gesetzliche Personalvertretung erhalten. Geplant sind mehr Mitarbeiterstellen und Juniorprofessuren mit zugesagter unbefristeter Professur nach der Bewährung. Frauen sollen durch Mentoring und Stipendien gefördert werden, Besetzungskommissionen sollen quotiert sein. Ein ehrenamtliches studentisches Mitglied im Rektorat und Jobtickets für Beschäftigte gehören ebenfalls dazu.

Originalzitat anzeigen (Seite 69)
„fördern wir gute Arbeitsbedingungen und planbare Karrierewege an den Hochschulen unseres Landes. Dazu gehören vor allem Dauerstellen für Daueraufgaben“
Seite 69 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr unbefristete Stellen, ein Tarifvertrag für Hilfskräfte und stärkere Personalvertretung erweitern öffentliche Beschäftigung und Arbeitnehmerrechte schrittweise.

  • Gesellschafteher progressiv

    Quotierte Besetzungskommissionen und Förderprogramme für Frauen bauen die Gleichstellung in der Wissenschaft schrittweise aus.

Forschung in NRW stärker fördern

Die Grünen wollen Forschung aus NRW besser finanzieren, weil sie Antworten auf soziale Fragen, Konflikte und Klimaschutz liefere. Im Mittelpunkt stehen die Institute der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft und die Hochschulen für angewandte Wissenschaften.

Die Grünen wollen mehr Geld für Forschung in NRW geben. Fach-Hochschulen sollen mehr forschen können. Dafür sollen Professoren weniger unterrichten müssen. Es soll auch mehr Stellen geben.

Die Institute der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft sollen mehr Geld erhalten. An Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind geringere Lehrverpflichtungen, zusätzliche Professuren und Mitarbeiterstellen sowie eine verlässliche Finanzierung des Promotionskollegs NRW vorgesehen. Gefördert werden sollen außerdem Gender-Forschung, Alternativen zu Tierversuchen, Kreislaufwirtschaft, Waldökologie und Alternsforschung; Plurale Ökonomik soll mehr Beachtung finden. Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sollen langfristig unterstützt und in fächerübergreifende Projekte eingebunden werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 70)
„Die Forschung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften stärken wir durch eine Reduzierung der Lehrverpflichtung von Professor*innen, mit zusätzlichen Professuren“
Seite 70 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Landesmittel und zusätzliche Stellen für Forschungseinrichtungen erhöhen die öffentlichen Ausgaben schrittweise.

Zivilklausel wieder einführen, Friedensforschung fördern

Die Grünen wollen die Zivilklausel wieder gesetzlich verankern, damit öffentlich finanzierte Forschung transparent bleibt und friedlichen Zwecken dient. Die Friedens- und Konfliktforschung soll dauerhaft gefördert werden.

Die Grünen wollen die Zivil-Klausel zurückbringen. Das ist eine Regel: Forschung mit öffentlichem Geld soll dem Frieden dienen. Die Forschung zu Frieden und Konflikten soll dauerhaft Geld bekommen.

Die Friedens- und Konfliktforschung, auch die naturwissenschaftlich-technische, soll angemessene Dauermittel und ein landesweites Netzwerk erhalten. Die Zivilklausel soll rechtlich wieder gelten. Für Kooperationen mit Partnern in autoritären Staaten verlangt das Programm, dass sie auf freiheitlichen Werten beruhen. Forschung und Lehre sollen nicht durch Einflussnahme von außen beschränkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 71)
„Dass öffentlich geförderte Forschung transparent ist und dem Frieden dient, stellen wir über die Wiedereinführung der Zivilklausel rechtlich sicher.“
Seite 71 im Original

Einordnung

  • Außenpolitikeher Diplomatie zuerst

    Die Rückkehr zur Zivilklausel bindet Hochschulforschung an friedliche Zwecke und stärkt Friedensforschung, was Zurückhaltung gegenüber militärischer Forschung bedeutet.

Praktische Philosophie ab Klasse eins, Religionsunterricht weiterentwickeln

Die Grünen wollen, dass Schülerinnen und Schüler von Beginn an frei wählen können, ob sie am konfessionellen Religionsunterricht teilnehmen. Als Alternative soll überall Praktische Philosophie angeboten werden; der islamische Religionsunterricht wird unterstützt.

Kinder sollen ab der ersten Klasse frei wählen können. Sie sollen Religion oder Praktische Philosophie belegen können. Die Grünen unterstützen auch islamischen Religions-Unterricht. Die Lehrkräfte dafür sollen in NRW studieren. Später sollen die Religionen gemeinsam unterrichten.

Hindernisse bei der Umwandlung von Bekenntnisschulen in bekenntnisfreie Grundschulen sollen abgebaut werden. Der islamische Religionsunterricht soll auf Grundlage der Verfassung stattfinden, mit in NRW akademisch ausgebildeten Lehrkräften. In der zuständigen Kommission sollen liberale muslimische Stimmen gestärkt werden; aus dem Ausland gesteuerte Verbände sollen dort keinen Platz haben. Mittelfristig soll der Religionsunterricht im Gespräch mit den Religionsgemeinschaften zu einem kooperativ-konfessionellen Fach werden, das auch den islamischen Unterricht einschließt.

Originalzitat anzeigen (Seite 95)
„Ab der ersten Klasse soll flächendeckend Unterricht in Praktischer Philosophie angeboten werden.“
Seite 95 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein flächendeckendes nichtkonfessionelles Alternativfach und leichtere Umwandlung von Bekenntnisschulen verringern schrittweise die Rolle der Konfession in der Schule.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Nordrhein-Westfalen im Vergleich