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AfD zur Bildung

Aus dem Programm „Wahlprogramm der Alternative für Deutschland für die Wahl zum 18. Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen“

Landtagswahl Nordrhein-Westfalen 2022, 15. Mai 2022Original-PDF, 55 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 2 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher konservativ (+1), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 0 eher progressiv, 0 ausgewogen, 6 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Europaeher weniger EU (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 0 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 1 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Mehrgliedriges Schulsystem erhalten und ausbauen

Die AfD will die verschiedenen Schulformen erhalten und ausbauen und lehnt eine Entwicklung zu Einheitsschulen ab. In allen Schulen sollen Lerngruppen mit ähnlichem Leistungsstand gebildet werden. Haupt-, Real- und Sekundarschulen sollen gezielt auf die duale Berufsausbildung vorbereiten.

Die AfD will verschiedene Schul-Arten behalten. Sie will keine Schule für alle. Kinder mit ähnlicher Leistung sollen zusammen lernen. Die AfD will auch die Berufs-Ausbildung stärken. Schulen sollen besser auf eine Ausbildung vorbereiten.

Aus Sicht des Programms ermöglicht nur ein gegliedertes, aber durchlässiges Schulsystem gezielte individuelle Förderung und Bildungsgerechtigkeit für alle sozialen Schichten. Klassen mit zu großen Leistungsunterschieden erzielten schlechtere Lernerfolge, daher sollen Lerngruppen leistungshomogen sein. Die AfD hält es für falsch, einseitig für akademische Bildungswege zu werben, weil dies zu falscher Berufswahl und Fachkräftemangel beitrage. Hauptschulen, Realschulen und Sekundarschulen sollen deshalb bestmöglich auf Berufskollegs und Ausbildungsberufe vorbereiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 11)
„Der schleichenden Abschaffung der unterschiedlichen Schulformen und Entwicklung hin zu gleichmacherischen Einheitsschulen muss Einhalt geboten werden.“
Seite 11 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Das überlieferte gegliederte Schulsystem mit Leistungstrennung soll gegen den Trend zu integrierten Schulformen bewahrt und ausgebaut werden.

Schreiben mit verbundener Handschrift lernen

Die AfD fordert, dass Kinder ab der ersten Klasse mit verbundener Handschrift und nach der Fibelmethode schreiben und lesen lernen. Diktate und Schreibübungen sollen wieder fester Teil des Deutschunterrichts sein. Das Programm sieht in einer guten Handschrift eine Voraussetzung für Schulerfolg.

Kinder sollen in der ersten Klasse Schreib-Schrift lernen. Sie sollen mit einer Fibel lernen. Eine Fibel ist ein Buch, das Buchstaben Schritt für Schritt einführt. Diktate sollen wieder fest zum Deutsch-Unterricht gehören.

Das Programm beruft sich auf Studien, nach denen fehlende Übung im Schreiben mit verbundener Schrift mit schlechteren Leistungen in anderen Bereichen zusammenhänge. Die Digitalisierung dränge die Handschrift weiter zurück. Am besten lernten Kinder die Rechtschreibung mit der Fibelmethode, die neue Buchstaben und Wörter nach einem festen Plan nacheinander einführt. Deshalb soll in Klasse eins sofort mit der lateinischen Ausgangsschrift begonnen werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„Diktate und Schreibübungen müssen wieder zu einem Grundbestandteil des Deutschunterrichts werden.“
Seite 12 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Der Unterricht soll zu überlieferten Lehrmethoden wie Schreibschrift, Fibel und Diktat zurückkehren.

Förderschulen erhalten, Inklusionspraxis stoppen

Die AfD will die bisherige Praxis der schulischen Inklusion beenden und die Förderschulen erhalten und ausbauen. Aus ihrer Sicht erfüllt Deutschland die Vorgaben der Vereinten Nationen zur Teilhabe an Bildung bereits durch das Förderschulsystem.

Förder-Schulen sind Schulen für Kinder mit besonderem Bedarf. Die AfD will diese Schulen behalten und ausbauen. Sie will den gemeinsamen Unterricht in der heutigen Form stoppen. Die AfD sagt: Förder-Schulen helfen diesen Kindern am besten.

Das Programm beschreibt das Förderschulsystem als hochspezialisierten Teil des allgemeinen Schulwesens, dessen Qualität über die UN-Konvention hinausgehe. Kinder bekämen dort eine Unterstützung, die Regelschulen nicht bieten könnten. Der Besuch einer Förderschule sei daher keine Diskriminierung, sondern Voraussetzung für ein späteres Leben ohne Diskriminierung. Die AfD will die Inklusion in ihrer derzeitigen Form stoppen.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„Deshalb setzt sich die AfD für den Erhalt und den Ausbau der bewährten Förderschulen ein.“
Seite 12 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Der laufende Ausbau des gemeinsamen Lernens soll gestoppt und die getrennte Beschulung in Förderschulen gestärkt werden.

Kleinere Klassen und besserer offener Ganztag

Die AfD will mehr Lehrkräfte für alle Schulformen einstellen und die Klassen mittelfristig auf 12 bis 20 Schüler verkleinern. Den offenen Ganztag will sie beibehalten und professionalisieren. Das Land soll sich maßgeblich an dessen Finanzierung beteiligen und die Personalkosten tragen.

Die AfD will kleinere Schul-Klassen. In einer Klasse sollen 12 bis 20 Kinder sein. Dafür soll es mehr Lehrer geben. Die Betreuung am Nachmittag soll bleiben und besser werden. Das Land soll das Personal dafür bezahlen.

Das Programm führt volle Klassen auf Lehrermangel und Organisationsmängel zurück und sieht das Problem durch Zuwanderung verschärft. Kleinere Klassen gäben mehr Zeit für jeden einzelnen Schüler. Für den offenen Ganztag sollen die Kommunen geeignete Räume und qualifiziertes Personal bereitstellen. Neben Hausaufgabenhilfe und individueller Förderung sind Kooperationen mit Sportvereinen vorgesehen. Die AfD betont die Freiwilligkeit des Angebots und nennt die Erziehung durch die Eltern weiterhin den Idealfall.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„Daher ist mittelfristig eine Idealgröße von 12-20 Schülern pro Klasse (je nach Schulform) anzustreben.“
Seite 12 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Lehrkräfte und die Übernahme der Ganztags-Personalkosten durch das Land bedeuten höhere öffentliche Ausgaben für Bildung.

Verbindliche Kleiderregeln, kein Kopftuch bis 14

Alle Schulen sollen sich nach dem Willen der AfD eine verbindliche Bekleidungsrichtlinie geben. Kopftücher bei Schülerinnen lehnt die Partei bis mindestens zum Alter von 14 Jahren ab. Sie begründet dies mit der Neutralität der Schule und einer professionellen Lernatmosphäre.

Jede Schule soll feste Regeln für Kleidung haben. Die Regeln gelten für alle an der Schule. Mädchen unter 14 Jahren sollen in der Schule kein Kopftuch tragen. Die AfD sagt: Die Schule soll neutral sein.

Die Richtlinie soll von der Schulkonferenz beschlossen werden und für alle am Schulleben Beteiligten gelten. Nach Ansicht des Programms stören auffällige religiöse oder weltanschauliche Kleidungsbotschaften die Neutralität der Schule. Auch freizügige oder provozierende Kleidung beeinträchtige die Lernatmosphäre. Das Programm führt an, viele Mädchen würden von ihren Familien zu religiös begründeter Kleidung gedrängt oder gezwungen.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Das Tragen von Kopftüchern lehnt die AfD für Schülerinnen bis mindestens zum 14. Lebensjahr strikt ab.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Verbindliche Kleiderregeln und die Ablehnung des Kopftuchs für jüngere Schülerinnen würden die heutige Freiheit bei Kleidung und religiösen Zeichen einschränken.

Bundeseinheitliche Abiturstandards und Propädeutikum

Die AfD fordert bundesweit einheitliche Standards für Aufgaben, Bewertung und Korrektur des Abiturs. Zusätzlich will sie an Gymnasien ein freiwilliges Propädeutikum als erweiterte Abiturprüfung einführen, das auf wissenschaftliches Arbeiten vorbereitet.

Das Abitur soll in ganz Deutschland nach gleichen Regeln ablaufen. Das gilt für Aufgaben und Noten. Die AfD will außerdem eine freiwillige Zusatz-Prüfung am Gymnasium. Sie heißt Propädeutikum. Sie bereitet besonders gute Schüler auf das Studium vor.

Die einheitlichen Standards sollen die Qualität des Abiturs sichern. Das Propädeutikum soll besonders leistungsbereiten Schülern einen herausgehobenen gymnasialen Abschluss ermöglichen. Gymnasien, die es anbieten, sollen dafür Personal und Sachmittel erhalten, und der Lehrplan soll angepasst werden. Hochschulen sollen Absolventen des Propädeutikums bei der Studienplatzvergabe gesondert behandeln dürfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Wir befürworten außerdem die Einführung von Propädeutika als einer erweiterten, optionalen Abiturprüfung an Gymnasien.“
Seite 13 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Lehrer als fachliche und erzieherische Autorität

Die AfD will den lehrergeleiteten Plenumsunterricht wieder zum wesentlichen Teil des Lernens machen. Lehrkräfte sollen als fachliche und erzieherische Autorität gestärkt werden. Auffälligkeiten im Sozial- und Arbeitsverhalten sollen auf dem Zeugnis stehen.

Lehrer sollen den Unterricht wieder selbst leiten. Sie sollen vor der ganzen Klasse unterrichten. Die AfD will mehr Disziplin in der Schule. Im Zeugnis soll stehen, wie sich ein Schüler verhält und wie er arbeitet.

Das Programm kritisiert, dass die pädagogischen Leitlinien in NRW Lehrer vor allem als Moderatoren sähen, wodurch Schüler oft überfordert und alleingelassen würden. Lehrkräfte sollen sich weiter fachlich fortbilden müssen und den Unterricht selbst leiten. Tugenden wie Fleiß, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit gelten der AfD als Grundlage einer guten Lernatmosphäre. Positive wie negative Auffälligkeiten im Verhalten sollen im Zeugnis dokumentiert werden. Schulleitungen sollen Lehrkräfte in ihrer Erziehungsaufgabe unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Deshalb muss eine Rückkehr zum bewährten Plenumsunterricht als wesentlichem Bestandteil des Lernprozesses stattfinden.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Der Unterricht soll zu lehrerzentrierten Formen, klassischen Tugenden und Verhaltensbewertungen im Zeugnis zurückkehren.

DITIB vom islamischen Religionsunterricht ausschließen

Die AfD will die Kommission für den islamischen Religionsunterricht nur mit Vertretern von Vereinigungen besetzen, die eine der europäischen Aufklärung verpflichtete Religionsauffassung haben. Organisationen, denen sie fundamentalistische Tendenzen zuschreibt, etwa DITIB, sollen ausgeschlossen werden.

In NRW gibt es eine Kommission für den islamischen Religions-Unterricht. Die AfD will dort nur bestimmte islamische Gruppen zulassen. Diese Gruppen sollen die Werte der Aufklärung teilen. Der Verband DITIB soll nicht mehr mitmachen dürfen.

Nach dem Programm soll die Schule Wissen über Religionen vermitteln und eine rationale, auch kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben ermöglichen. Der christliche Religionsunterricht leiste das, beim islamischen sieht die AfD noch Klärungsbedarf. Deshalb soll die von der Landesregierung eingesetzte Kommission anders besetzt werden. Die AfD nennt den türkischen Verband DITIB als Beispiel für eine Organisation, die nicht mehr mitwirken soll.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Organisationen mit islamisch-fundamentalistischen Tendenzen, wie die türkische DITIB, sollen von der Mitwirkung in der Kommission ausgeschlossen werden.“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die Mitwirkung islamischer Verbände am Religionsunterricht soll gegenüber heute eingeschränkt und an eine bestimmte Religionsauffassung gebunden werden.

Diplom, Magister und Staatsexamen wieder zulassen

Die AfD will an den Hochschulen in NRW Diplom, Magister und Staatsexamen neben Bachelor und Master wieder zulassen. Sie hält die Bologna-Reform für gescheitert. Auch die Lehrerausbildung soll umgebaut werden, mit Pädagogischen Hochschulen und einem zweijährigen Referendariat.

Früher gab es an Unis die Abschlüsse Diplom, Magister und Staats-Examen. Die AfD will diese Abschlüsse wieder erlauben. Bachelor und Master soll es weiter geben. Auch Lehrer sollen anders ausgebildet werden. Ihre praktische Ausbildung soll zwei Jahre dauern.

Aus Sicht des Programms hat die Umstellung auf Bachelor und Master das Studium verschult, Bürokratie vermehrt und das Niveau gesenkt, ohne mehr internationalen Austausch zu bringen. Die AfD will das gegliederte System aus dualer Ausbildung, Fachhochschulen und Universitäten stärken, das Niveau der Schulabschlüsse heben und die Abschlüsse von Fachhochschulen und Universitäten unterscheiden. Für Lehrkräfte fordert sie Pädagogische Hochschulen, eine Reform des Grundschullehramts und Staatsexamensstudiengänge für Realschule und Gymnasium. Das Praxissemester soll entfallen, die Praktika bleiben. Im Referendariat soll der eigenständige Unterricht von neun auf sechs Stunden sinken.

Originalzitat anzeigen (Seite 15)
„die jahrzehntelang bewährten Studiengänge Staatsexamen, Magister und Diplom parallel zu den Bachelor- und Masterstudiengängen wieder zuzulassen.“
Seite 15 im Original

Einordnung

  • Europaeher weniger EU

    Neben den europaweit vereinheitlichten Bologna-Abschlüssen sollen wieder nationale Abschlüsse zugelassen werden, was die europäische Harmonisierung teilweise zurücknimmt.

Forschungsfreiheit stärken, Akkreditierung zurückfahren

Die AfD will Lehrstühle unabhängiger von Drittmitteln machen und verlangt von den Hochschulleitungen, die freie Debatte an den Hochschulen zu sichern. Die Genehmigung von Studiengängen soll von privaten Akkreditierungsagenturen zurück an das Ministerium gehen, um Bürokratie abzubauen.

Forscher brauchen oft Geld von außen. Die AfD will, dass sie weniger davon abhängen. An Unis soll jeder seine Meinung sagen können. Studien-Gänge soll wieder das Ministerium genehmigen. Heute machen das private Firmen.

Das Programm sieht die Forschungsfreiheit gefährdet, weil die Grundfinanzierung der Lehrstühle gering sei und Fördermittel häufig an Themen wie Klimawandel, Gender oder Nachhaltigkeit gingen. Zudem würden Professoren mit kontroversen Positionen an Veranstaltungen gehindert oder diffamiert. Die Hochschulleitungen sollen deshalb für volle Diskursfreiheit sorgen. Die Akkreditierung beschränke die Freiheit der Lehre und erzeuge unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand. Eine neue Akkreditierung soll nur noch bei erheblichen Änderungen der Studiengrundlagen nötig sein, und für Promotionsprogramme lehnt die AfD sie ab.

Originalzitat anzeigen (Seite 16)
„Um die völlige Freiheit von Forschungsvorhaben zu gewährleisten, fordert die AfD eine größere Unabhängigkeit der Lehrstühle von der Drittmittelausstattung.“
Seite 16 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine geringere Drittmittelabhängigkeit und die Rückgabe der Studiengangsgenehmigung von privaten Agenturen an das Ministerium stärken die staatliche Rolle im Hochschulwesen.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Nordrhein-Westfalen im Vergleich