Zum Inhalt springen
parteiprogramm

Grüne zum Verkehr

Aus dem Programm „Zukunft möglich machen! Bürgerschaftswahlprogramm 2023“

Bürgerschaftswahl Bremen 2023, 14. Mai 2023Original-PDF, 249 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Verkehr

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,1), aus 10 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 9 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1,1), aus 22 Punkten

    Punkte je Stufe: 3 deutlich Klimaschutz zuerst, 19 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Autoverkehr deutlich reduzieren, Innenstadt autofrei machen

Die Grünen wollen den Autoverkehr in Bremen stark verringern, um Platz für Bäume, Spielflächen, Cafés und Bänke zu gewinnen. Sie berufen sich auf die Klimaschutzstrategie des Parlaments mit einem Drittel weniger zugelassenen Kfz bis 2030 und zwei Dritteln weniger bis 2038. Die Innenstadt soll bis 2030 autofrei sein.

Die Grünen wollen viel weniger Autos in Bremen. Bis 2030 soll es ein Drittel weniger Autos geben. Bis 2038 sollen es zwei Drittel weniger sein. Die Innenstadt soll bis 2030 ohne Autos sein. So soll mehr Platz für Menschen und Bäume entstehen.

Nach Ansicht der Grünen steigert weniger Autoverkehr die Lebensqualität, stärkt lokale Geschäfte und erhöht die Verkehrssicherheit. Damit die Innenstadt besser erreichbar ist, soll die Haltestelle Domsheide barrierefrei umgebaut werden. Falschparken soll konsequent unterbunden werden, um Flächen für Radwege, Spielflächen und Fußwege zu gewinnen und Rettungsfahrzeugen die Durchfahrt zu sichern. Der Straßenraum soll insgesamt anders verteilt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 66)
„In Bremen sollen bis zum Jahr 2030 ein Drittel weniger Kfz zugelassen sein und bis 2038 sogar zwei Drittel weniger.“
Seite 66 im Original

Einordnung

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Zwei Drittel weniger zugelassene Kfz und eine autofreie Innenstadt würden den heutigen Verkehr mit Einschränkungen für das Auto grundlegend verändern.

Radwegenetz und Fahrradbrücken ausbauen

Die Grünen wollen das Netz der Radpremiumrouten bis 2027 fertigstellen und Lücken im Radwegenetz schließen. Fünf neue Brücken für Fuß- und Radverkehr sollen geplant und begonnen werden. Mehr Planungsfachkräfte sollen die Umsetzung beschleunigen.

Die Grünen wollen mehr und bessere Rad-Wege. Ein Netz aus besonders guten Rad-Routen soll bis 2027 fertig sein. Fünf neue Brücken für Fußgänger und Räder sollen entstehen. Dafür soll die Stadt mehr Planer einstellen.

Breite Radstreifen sollen auf bisherigen Autospuren oder Parkstreifen entstehen, etwa an der Friedrich-Ebert-Straße, der Wilhelm-Kaisen-Brücke und der Parkallee. Radwege an mehreren Heer- und Landstraßen sollen saniert, verbreitert oder auf die Fahrbahn verlegt werden. Die Brücken sind von Woltmershausen zur Überseestadt, über den Europahafen, von Habenhausen nach Hemelingen sowie am Wallring vorgesehen, wo sie die Große und die Kleine Weser queren sollen; zwei davon soll auch der ÖPNV nutzen. Auf Hauptverkehrsstraßen sollen geschützte Radstreifen das Fahren sicherer machen, wobei die Beiräte beteiligt werden. Ganz Bremen-Stadt soll über Radwege verbunden sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 67)
„Wir haben mit der Umsetzung des Radpremiumroutennetzes begonnen. Bis 2027 soll dieses Radwegenetz fertiggestellt sein.“
Seite 67 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Radwege auf bisherigen Autospuren und neue Radbrücken fördern klimaschonenden Verkehr schrittweise zulasten des Autos.

Parkplätze am Straßenrand schrittweise umnutzen

Die Grünen wollen Parkplätze am Straßenrand in den innenstadtnahen Stadtteilen nach und nach anders nutzen. So soll mehr Raum für Rad- und Fußverkehr, spielende Kinder und Grünflächen entstehen. Das Programm begründet das damit, dass Straßen nicht allein dem Auto dienen.

Die Grünen wollen Park-Plätze am Straßenrand anders nutzen. Das gilt für Stadtteile nahe der Innenstadt. Dort soll mehr Platz für Räder und Fußgänger sein. Auch Kinder und Grün sollen mehr Platz bekommen.

Betroffen sind Findorff, Schwachhausen, die Östliche Vorstadt, Mitte, die Neustadt und Teile von Walle. Geprüft wird, ob Parkraum für Pflege- und Notdienste, Handwerk, Paketzustellung und Menschen mit eingeschränkter Mobilität erhalten bleibt. Wo bisher regelwidrig auf Straßen- oder Grünflächen geparkt wird, sollen Anwohnende früh über die Umstellung informiert werden. Für eine Parkordnung, die der Straßenverkehrsordnung und dem Baumschutz entspricht, können laut Programm Umbauten nötig sein. In den Innenbereichen soll der Autoverkehr gemäß der Enquete-Kommission Klimaschutz stark sinken.

Originalzitat anzeigen (Seite 70)
„Dafür werden wir straßenbegleitende Parkplätze in den innenstadtnahen Stadtteilen (Findorff, Schwachhausen, Östliche Vorstadt, Mitte, Neustadt und Teile von Walle) Schritt für Schritt umnutzen.“
Seite 70 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Parkraum soll schrittweise wegfallen und der Autoverkehr in der Innenstadt sinken, was Einschränkungen zugunsten klimafreundlicher Mobilität bedeutet.

Amt für Straßen und Verkehr neu ausrichten

Die Grünen wollen das Bremer Amt für Straßen und Verkehr zu einem „Amt für Verkehrswende und nachhaltige Mobilität“ umbauen. Es soll die Mobilitätswende koordinieren und umsetzen und den öffentlichen Raum neu verteilen.

Bremen hat ein Amt für Straßen und Verkehr. Die Grünen wollen dieses Amt neu ausrichten. Es soll einen neuen Namen bekommen. Es soll sich um klimafreundlichen Verkehr kümmern.

Das neue Amt trägt die Abkürzung AVM. Es soll Angebote für Bürgerinnen, Bürger und Betriebe entwickeln, die klimafreundlichen Verkehr mit einer starken Wettbewerbsposition der Wirtschaft verbinden. Öffentliche, gewerbliche und private Mobilität soll eng mit Stadt- und Wirtschaftsentwicklung verzahnt werden. Davon erwartet das Programm mehr Aufenthaltsqualität, Wohlstand und Klimagerechtigkeit.

Originalzitat anzeigen (Seite 70)
„Ziel des so geschaffenen AVM soll vor allem die Koordinierung und Umsetzung der Mobilitätswende sein.“
Seite 70 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Verkehrsbehörde soll auf die Verkehrswende als Hauptaufgabe ausgerichtet werden, was Klimazielen in der Verwaltung mehr Gewicht gibt.

Verkehrssicherheit und barrierefreie Fußwege durchsetzen

Unter dem Leitbild „Vision 0“ wollen die Grünen erreichen, dass niemand mehr im Verkehr stirbt. Dazu sollen Fußwege frei von Hindernissen sein, mehr Tempo-30-Bereiche und Spielstraßen entstehen und Kreuzungen sicherer werden. Im Bund wirbt die Partei für Tempo 30 als Regel in Städten.

Die Grünen wollen keine Toten mehr im Verkehr. Autos sollen nicht mehr auf dem Gehweg parken. Es soll mehr Tempo 30 geben. Kreuzungen sollen sicherer werden. Wege und Haltestellen sollen barrierefrei sein.

Das Parken mit zwei Rädern auf dem Gehweg soll konsequent unterbunden werden; Leihräder und -roller müssen auf ausgewiesenen Flächen zurückgegeben werden. Weitere Tempo-30-Zonen werden rechtlich geprüft, ein Modellprojekt „Familienstraßen“ soll kostengünstige Spielstraßen erproben. An großen Kreuzungen sind Warteflächen für Räder vor den Autos und markierte Linksabbiegespuren geplant, zu Fuß soll eine Ampelphase zum Queren reichen. Enge Radschutzstreifen sollen durch Trennstreifen, rote Farbe und Überholverbote sicherer oder zu echten Radwegen werden. An Baustellen haben Fuß- und Radverkehr Vorrang.

Originalzitat anzeigen (Seite 72)
„Wir setzen uns außerdem auf Bundesebene für eine flächendeckende Tempo 30-Regel in Städten ein.“
Seite 72 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Arbeitswege klimafreundlich anbinden

Die Grünen wollen den Weg zur Arbeit weniger autoabhängig machen. Geplant sind Expressbusse in Gewerbegebiete, Schienenanschluss für neue Gewerbegebiete und bessere Radwege dorthin. Außerdem setzt sich die Partei für das 49-Euro-Ticket ein.

Viele Menschen fahren mit dem Auto zur Arbeit. Die Grünen wollen das ändern. Schnelle Busse sollen in Gewerbe-Gebiete fahren. Neue Gewerbe-Gebiete sollen eine Bahn bekommen. Das 49-Euro-Ticket soll schnell kommen.

Expressbusse sollen die Gebiete Hansalinie, GVZ, Industriegebiet West, Bremer Kreuz, Überseehafen und den Fischereihafen Bremerhaven bedienen sowie Stadtteile quer verbinden. In neuen Gewerbegebieten werden asphaltierte Radwege zum Standard, bestehende Radinfrastruktur wird mit Blick auf Sicherheit aufgewertet. Berufs- und Hochschulen sollen gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen sein, etwa der Berufsschulcampus in Bremen-Nord. Beim 49-Euro-Ticket verlangt das Programm eine dauerhafte Kostenbeteiligung des Bundes. Lösungen sollen gemeinsam mit Unternehmen gefunden werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 73)
„Neue Gewerbegebiete in der Stadt Bremen soll es nicht mehr ohne Straßenbahn- oder Bahnanbindung geben.“
Seite 73 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Punkt sieht zusätzliche öffentliche Verkehrsangebote und ein dauerhaft vom Bund mitfinanziertes günstiges Ticket vor.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Berufsverkehr soll vom Auto auf Bus, Bahn und Rad verlagert werden, und Gewerbegebiete werden an eine Schienenanbindung gebunden.

Takt und Angebot im Nahverkehr ausbauen

Die Grünen wollen Busse und Bahnen in Bremen häufiger fahren lassen und das Netz bis in die Wohnquartiere verdichten. Bis 2027 soll auf größeren Strecken mindestens ein 7-Minuten-Takt gelten. Die Preise für Jugend-, Semester- und Sozialticket sollen stabil bleiben.

Busse und Bahnen sollen öfter fahren. Auf großen Strecken soll alle 7 Minuten etwas kommen. Jedes Wohn-Gebiet soll eine Haltestelle in der Nähe haben. Kleine Busse sollen auf Bestellung fahren. Manche Tickets sollen nicht teurer werden.

Die Verkehrsleistung der BSAG soll bis 2027 jedes Jahr um 5 Prozent wachsen. Metrobusse sollen dort fahren, wo die Straßenbahn noch fehlt; sonntags und nachts wird der Takt verbessert. Quartiersbusse sollen alle 20 oder 30 Minuten verkehren, dazu kommen Kleinbus-Shuttles auf Abruf mit 10 bis 15 Minuten Wartezeit. In den äußeren Stadtteilen erhält der Ausbau von ÖPNV und Radrouten höchste Priorität. Geprüft wird die Aufnahme dreier Weserfähren in den VBN-Tarif. Die verbliebenen 35,4 Kilometer Schottergleise sollen nach und nach begrünt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 73)
„Bis zum Jahr 2027 sollen auf allen größeren Verkehrsstrecken mindestens alle 7 Minuten eine Bahn oder ein Bus in die gewünschte Richtung fahren.“
Seite 73 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das öffentliche Verkehrsangebot soll deutlich wachsen und vergünstigte Tickets sollen im Preis stabil bleiben, was mehr öffentliche Leistungen bedeutet.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Ausbau von Bus und Bahn soll Alternativen zum Auto schaffen und stärkt so klimafreundlichen Verkehr.

Ladenetz und Mobilitätsstationen ausbauen

Die Grünen wollen das öffentliche Ladenetz für Elektroautos ausbauen und in der Stadt kleine Mobilitätsstationen einrichten. Dort sollen Carsharing, Leihräder, Lastenräder, E-Scooter und Ladesäulen gebündelt stehen. Dafür werden Parkplätze am Straßenrand umgewidmet.

Die Grünen wollen mehr Lade-Säulen für Elektro-Autos. Auf 10 Elektro-Autos soll eine Säule kommen. Es soll kleine Stationen mit Leih-Autos, Leih-Rädern und Rollern geben. Dafür fallen Park-Plätze am Straßenrand weg.

In stark genutzten Bereichen sollen die begrünten Stationen etwa 400 Meter auseinanderliegen, in dünner besiedelten weiter. Ladesäulen sollen bidirektionales Laden erlauben, also Strom aus der Autobatterie ins Netz zurückgeben können, und alle Zahlungssysteme annehmen. Alle BREPARK-Parkhäuser und öffentlichen Parkplätze erhalten Ladesäulen und möglichst Solardächer; GEWOBA, BREBAU und STÄWOG sollen dabei unterstützt werden, dasselbe zu tun. Die öffentliche Hand soll ab sofort Fahrzeuge mit CO2-neutralem Antrieb kaufen, soweit verfügbar. Für den Wirtschaftsverkehr sind Lademöglichkeiten im öffentlichen Raum vorgesehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 74)
„Dazu werden wir das Ladenetz in Bremen so ausbauen, dass mindestens eine öffentliche Ladesäule pro 10 Elektroautos vorgehalten wird.“
Seite 74 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Elektromobilität und geteilte Verkehrsmittel sollen gefördert und Parkplätze dafür umgewidmet werden, was den Verkehr schrittweise klimafreundlicher machen soll.

Regio-S-Bahn und Regionalbusse für Pendelnde stärken

Die Grünen wollen das Regio-S-Bahn-Netz dichter takten und besser mit dem lokalen Verkehr verknüpfen. Das soll Pendlerinnen und Pendlern den Umstieg vom Auto erleichtern. Auch der Regionalbusverkehr in die Nachbarorte soll wachsen.

Viele Menschen pendeln nach Bremen. Die Grünen wollen, dass die S-Bahn öfter fährt. Mindestens alle 30 Minuten soll ein Zug kommen. Es soll neue Halte-Punkte geben. Busse sollen die Nachbar-Orte jede Stunde erreichen.

Auf der Linie RS1 zwischen Achim und Blumenthal ist in den Hauptverkehrszeiten ein 15-Minuten-Takt vorgesehen. Die RS2 soll zusätzlich am Bahnhof Walle halten. Zwischen Bremen und Bremerhaven soll der Takt auch nachts dichter werden; dafür werden Hauptbahnhof und Bahnsteige ausgebaut und barrierefrei gemacht. Alle Nachbargemeinden sollen mindestens stündlich erreichbar sein. Die nötigen Bahnen sollen schnell bestellt werden und Platz für Räder, Kinderwagen und Rollstühle haben.

Originalzitat anzeigen (Seite 75)
„Wir wollen die Taktzeiten auf mindestens einen 30-Minuten-Takt in alle Richtungen erhöhen und weitere Haltepunkte schaffen.“
Seite 75 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Punkt sieht mehr öffentlich bestellte Zug- und Busleistungen sowie Investitionen in Bahnhöfe und Fahrzeuge vor.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Pendelverkehr soll durch ein besseres Schienen- und Busangebot vom Auto weg verlagert werden.

Radverkehrsoffensive und Radschnellwege starten

Die Grünen kündigen eine Offensive für den Radverkehr an, damit bis 2038 ein Viertel aller Kilometer in Bremen mit dem Rad gefahren werden kann. Dazu gehören Radschnellwege, Lückenschlüsse, geschützte Radwege und mehr Abstellplätze. Eine eigene Task-Force soll die Vorhaben umsetzen.

Die Grünen wollen viel mehr für Fahrräder tun. Es soll schnelle Rad-Wege in mehrere Richtungen geben. Lücken im Rad-Netz sollen verschwinden. Es soll mehr sichere Stellplätze für Räder geben. Ein eigenes Team soll das umsetzen.

Radschnellwege sollen in der kommenden Wahlperiode den Bremer Norden, Hemelingen, Woltmershausen und Delmenhorst anbinden; weitere nach Weyhe, Lilienthal und Achim werden geplant. Der Hauptbahnhof soll Mittelpunkt des Radnetzes werden. Vorgesehen sind außerdem eine grüne Welle für Räder, Querverbindungen in den Stadtteilen sowie Winterdienst und Reinigung mit Blick auf Rad- und Fußverkehr. Auf die Fahrbahn verlegte Radwege an Hauptstraßen werden zu baulich geschützten Spuren. Das Förderprogramm für Lastenräder und Anhänger wird neu aufgelegt, das Lastenrad-Sharing ausgeweitet und das Online-Meldeportal für Radwegmängel ausgebaut.

Originalzitat anzeigen (Seite 75)
„Dazu starten wir eine große Radverkehrsoffensive mit den drängendsten zentralen Maßnahmen“
Seite 75 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Anteil des Fahrrads am Verkehr soll durch Ausbau der Infrastruktur und Förderprogramme deutlich steigen.

Park & Ride und Bike & Ride ausbauen

Die Grünen wollen Umsteigeplätze für Auto und Fahrrad ausbauen. Wer nahe der Innenstadt wohnt und dennoch ein Auto benötigt, soll es künftig auf Park-&-Ride-Plätzen abstellen. An jedem Bahnhof und jeder größeren Haltestelle soll es Bike & Ride geben.

Die Grünen wollen mehr Park-and-Ride-Plätze. Dort stellt man das Auto ab und fährt mit Bus oder Bahn weiter. An Bahnhöfen soll es Stellplätze für Räder geben. Diese Stellplätze soll man abschließen können.

Die Park-&-Ride-Plätze sollen sehr gut an den ÖPNV angebunden sein und Car- und Bikesharing, Ladepunkte für E-Fahrzeuge sowie günstige Tarife bieten. Ein Online-Auftritt soll über Anfahrt, Preise und Auslastung informieren. Zu Bike & Ride gehören Leihräder und ein Rollerverleih. Abschließbare Fahrradstellplätze sollen direkt an den Stationen entstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 76)
„Bike & Ride soll es an jedem Bahnhof und jeder größeren Haltestelle geben – inklusive Bikesharing und eines Rollerverleihsystems.“
Seite 76 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Autos sollen aus den innenstadtnahen Vierteln an den Rand verlagert und der Umstieg auf Bahn, Bus und Rad erleichtert werden.

Carsharing verdoppeln und Bikesharing fördern

Die Grünen wollen die Zahl der Carsharing-Autos im Land Bremen bis 2026 auf rund 1.000 verdoppeln. Damit soll die Zahl privater Pkw sinken, was das Programm als Voraussetzung für die Klimaziele nennt. Auch Bikesharing soll mit Fördergeld wachsen.

Beim Carsharing teilen sich viele Menschen ein Auto. Die Grünen wollen doppelt so viele solche Autos. Bis 2026 sollen es etwa 1.000 sein. So sollen weniger private Autos in der Stadt stehen. Leih-Räder sollen eine halbe Stunde lang kostenlos sein.

Laut Programm ersetzt ein Carsharing-Auto derzeit etwa 16 private Pkw. Nötig seien mindestens 60 neue Stationen im öffentlichen Straßenraum sowie Stationen auf Privatgrund, vor allem bei Neubauten. Ein Förderprogramm soll das Angebot in allen Quartieren ausbauen. Die Flotte soll schrittweise elektrisch werden, die Stationen erhalten dafür Ladetechnik. Beim Bikesharing soll die erste halbe Stunde mindestens ein Jahr lang gratis sein, und das Netz soll engmaschig bis in die Quartiere reichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 76)
„Wir wollen das Carsharing bis 2026 auf rund 1.000 Carsharing-Fahrzeuge im Land Bremen verdoppeln.“
Seite 76 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der private Pkw-Bestand soll durch geförderte Sharing-Angebote sinken, was das Programm ausdrücklich mit den Klimazielen begründet.

Verkehrsplanung auf Rad, ÖPNV und Fußverkehr ausrichten

Die Grünen wollen die Verkehrsplanung nicht mehr am gemessenen Bedarf, sondern an den Verkehrszielen ausrichten. Neue Wohn- und Gewerbegebiete sollen nur mit einer Infrastruktur genehmigt werden, die das Auto weitgehend entbehrlich macht. Neue große Ausfallstraßen und Autobahnausbauten lehnt die Partei ab, ausgenommen die A281.

Die Grünen wollen anders planen. Erst sollen gute Wege für Bus, Rad und Fußgänger da sein. Dann nutzen die Menschen sie auch. Neue Gebiete sollen fast ohne Auto auskommen. Neue große Straßen für Autos wollen die Grünen nicht.

Grundlage ist ein neues Verkehrsnachfragemodell; ein Gutachten soll klären, wie weit die Planung rechtssicher umgestellt werden kann. Bisher dürfen etwa Querungshilfen nur bei nachgewiesenem Bedarf gebaut werden. In innenstadtnahen Lagen sollen bei Neubauten Parkflächen nur ausnahmsweise entstehen, dann als Tiefgarage oder Parkdeck. Radwege sollen möglichst mindestens 2,50 Meter breit sein, Radschnellwege 3 Meter, und nicht für Parkplätze verschmälert werden. Bei Umbauten an Kreuzungen haben Rad- und Fußverkehr Vorrang.

Originalzitat anzeigen (Seite 77)
„Weitere große Ausfallstraßen aus der Stadt und weitere Autobahnausbauvorhaben, mit Ausnahme des Ringschlusses der A281, unterstützen wir nicht.“
Seite 77 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Straßenausbau wird weitgehend abgelehnt und Neubaugebiete werden an autoarme Erschließung gebunden, was Verkehrszielen Vorrang vor der Nachfrage nach Autoverkehr gibt.

49-Euro-Ticket vergünstigen, Tarife vereinfachen

Die Grünen wollen sich im Bund für ermäßigte Varianten des 49-Euro-Tickets für bestimmte Gruppen einsetzen. Im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen soll es außerdem ein einfaches und bezahlbares Tarifsystem geben. Das Programm verweist auf das 9-Euro-Ticket, das gezeigt habe, wie sehr einfaches Einsteigen die Mobilität ohne Auto erleichtert.

Die Grünen wollen das 49-Euro-Ticket für manche Menschen billiger machen. Das gilt zum Beispiel für Rentner, Schüler und Studierende. Auch Menschen mit wenig Geld sollen es sich leisten können. Die Preise für Bus und Bahn in der Region sollen einfacher werden.

Ermäßigungen soll es etwa für Menschen in der Grundsicherung, für Rentnerinnen und Rentner, für Schülerinnen und Schüler sowie für Studierende geben. Das Bürgergeld soll nach dem Willen der Grünen einen Betrag enthalten, mit dem sich das regionale Ticket bezahlen lässt. Im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen setzt sich die Partei für übersichtliche und günstige Tarife ein. Die App der BSAG soll Fahrrad, Roller und Nahverkehr kombinieren und auch Sharing-Angebote abrechnen.

Originalzitat anzeigen (Seite 78)
„Bei der Ausgestaltung des 49 €-Tickets setzen wir uns auf Bundesebene dafür ein, dass es Vergünstigungen für bestimmte Gruppen gibt“
Seite 78 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Vergünstigte Tickets und ein höherer Mobilitätsanteil im Bürgergeld bauen öffentliche Leistungen schrittweise aus.

Parken flächendeckend kostenpflichtig machen

Die Grünen wollen in einem Mobilitätsgesetz regeln, dass Parken auf öffentlichen Flächen in der Stadt Bremen in der Regel Geld kostet, anfangs rund 30 Euro monatlich. Die Einnahmen sollen den Ausbau des Nahverkehrs bis 2027 und Angebote wie Carsharing bezahlen. Zugleich soll das Parken auf Gehwegen konsequent unterbunden werden.

Parken auf der Straße soll in Bremen Geld kosten. Die Grünen nennen etwa 30 Euro im Monat. Mit dem Geld wollen sie mehr Busse und Bahnen bezahlen. Autos sollen nicht mehr auf dem Gehweg parken dürfen. Sonst werden sie abgeschleppt.

Zuerst soll rechtlich geprüft werden, wie sich Gebühren für alle öffentlichen Parkplätze per Automat und App erheben lassen und ob sie nach Fahrzeuggröße, Antrieb und ÖPNV-Anbindung gestaffelt werden können. Stadtteile dürfen über ihre Beiräte Bewohnerparken einführen, das aber nicht billiger sein darf als der allgemeine Tarif. Öffentliche Parkgebühren sollen sich schrittweise denen privater Stellplätze annähern; städtische Quartiersgaragen lehnt die Partei als weitere Subvention des Autoverkehrs ab. Gegen Gehwegparken setzen die Grünen auf Abschleppen, Poller, mehr Kontrollen durch das Ordnungsamt und ein Online-Formular für Anzeigen. Begründet wird das mit der Barrierefreiheit für Menschen mit Rollstuhl oder Kinderwagen.

Originalzitat anzeigen (Seite 78)
„Darauf aufbauend entwickeln wir ein Konzept, das Parken im öffentlichen Raum in der Stadt Bremen im Regelfall zunächst ca. 30 Euro im Monat kosten lassen wird.“
Seite 78 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine neue kommunale Gebühr soll öffentliche Verkehrsangebote finanzieren, was Abgaben und öffentliche Leistungen ausweitet.

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Bisher meist kostenloses Parken würde stadtweit gebührenpflichtig, um Autoverkehr zu verringern und den ÖPNV auszubauen; das ist eine neue Einschränkung zugunsten der Verkehrswende.

Ticketlosen Nahverkehr per Verkehrsumlage einführen

Die Grünen wollen im Land Bremen einen Nahverkehr ohne Fahrscheine einführen. Bezahlt werden soll er über eine Verkehrsumlage, die alle Einwohnerinnen und Einwohner, Pendelnde und Gäste entrichten. So soll der ÖPNV-Ausbau auch dann gesichert sein, wenn es weniger Parkplätze und damit weniger Parkeinnahmen gibt.

Die Grünen wollen Busse und Bahnen ohne Ticket. Dafür zahlen alle Menschen in Bremen jeden Monat einen Beitrag. Auch Pendler und Touristen zahlen etwas. Dann können alle einfach einsteigen.

Die Umlage besteht aus einem Monatsbeitrag der Bremer Bevölkerung und der Pendelnden sowie einer Abgabe für Touristinnen und Touristen. Im Gegenzug sollen Busse und Bahnen alle sieben Minuten fahren und ohne Fahrschein nutzbar sein; auch sichere Wege für Rad- und Fußverkehr nennt das Programm. Mit dem Geld sollen außerdem Fachkräfte für die Verkehrswende ausgebildet und eingestellt werden. Die Einzelheiten will die Partei in der kommenden Wahlperiode ausarbeiten und die Umlage möglichst bald einführen.

Originalzitat anzeigen (Seite 79)
„Dafür wollen wir eine Verkehrsumlage in Bremen entwickeln: ein monatlicher Beitrag von allen Bremer*innen, Pendler*innen und eine Abgabe für Tourist*innen.“
Seite 79 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine neue Pflichtabgabe für alle würde einen fahrscheinfreien, öffentlich finanzierten Nahverkehr schaffen, den es bisher nicht gibt.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der fahrscheinfreie Nahverkehr mit dichtem Takt soll den Umstieg vom Auto fördern und die Verkehrswende dauerhaft finanzieren.

Fachkräfte für die Verkehrswende ausbilden

Die Grünen wollen mehr Personal für Verkehrsplanung und Nahverkehr gewinnen. Geplant sind neue Studien- und Weiterbildungsangebote, eine Ausbildungsoffensive und bessere Arbeitsbedingungen im ÖPNV. Die Partei begründet das damit, dass in acht Jahren mehr Infrastruktur entstehen soll als in den vergangenen dreißig Jahren zusammen.

Für mehr Busse und Bahnen braucht Bremen mehr Fachleute. Die Grünen wollen deshalb mehr Menschen ausbilden. Es soll ein neues Studium für Verkehrs-Planung geben. Die Arbeit im Nahverkehr soll besser bezahlt werden.

Mit der Hochschule Bremen soll ein duales Studienprogramm sowie ein Studiengang Verkehrsplanung mit den Schwerpunkten Nahmobilität und Barrierefreiheit entstehen. Für Quereinsteigende sind Abend- und Wochenendkurse vorgesehen. Die Ausbildungsoffensive soll noch 2023 starten und Fahrpersonal, Monteure sowie Technikerinnen und Techniker hervorbringen. Die BSAG soll beim Aufbau eines Ausbildungs- und Kompetenzzentrums Unterstützung bekommen. Um Beschäftigte zu halten, setzt die Partei auf faire Löhne, bessere Vereinbarkeit mit der Familie und Entlastung bei der Arbeit.

Originalzitat anzeigen (Seite 80)
„Wir beginnen noch 2023 gemeinsam mit der BSAG, Bremerhaven Bus, dem ASV und Magistrat eine große Ausbildungsoffensive.“
Seite 80 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentliche Ausbildung, mehr Personal und bessere Bezahlung im ÖPNV weiten staatliche Leistungen und Ausgaben schrittweise aus.

Busse elektrifizieren, Straßenbahnnetz ausbauen

Die Grünen wollen den Nahverkehr auf klimaneutrale Elektroantriebe umstellen und keine neuen Busse mit fossilem Antrieb mehr anschaffen. Das Schienennetz soll wachsen, unter anderem durch eine Straßenbahn durch Woltmershausen. E-Roller sollen künftig nur noch auf festen Flächen abgestellt werden.

Bremen soll nur noch Busse mit Elektro-Antrieb kaufen. Die Grünen wollen auch mehr Straßenbahnen. Eine neue Linie soll durch Woltmershausen fahren. E-Roller sollen nur noch auf festen Plätzen stehen.

Der Betriebshof in Bremen-Nord für die neuen Busse soll 2025 fertig sein, nach und nach sollen alle Betriebshöfe für E-Busse umgerüstet werden. Damit soll die BSAG bis Mitte 2030 klimaneutral werden. Geprüft wird, ob die Straßenbahn über die geplante Brücke zwischen Woltmershausen und Überseestadt fahren und Teil einer Ringlinie werden kann. Für die Weserfähren will die Partei einen klimaneutralen Umbau oder Neukauf bis 2030 prüfen. In Bremerhaven soll erneut geprüft werden, ob eine Straßenbahn eingeführt wird.

Originalzitat anzeigen (Seite 81)
„Mit uns werden ab sofort keine Busse mehr mit fossilem Antrieb neu gekauft.“
Seite 81 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue Fahrzeuge, Betriebshöfe und Strecken bedeuten zusätzliche öffentliche Investitionen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Verzicht auf neue fossile Busse und der Ausbau von Schiene und E-Antrieben beschleunigen den Klimaschutz im Nahverkehr innerhalb des bestehenden Systems.

Bahn statt innereuropäischer Flüge stärken

Die Grünen wollen Bahn und Nachtzüge ins europäische Ausland stärken, damit Flüge innerhalb Europas überflüssig werden. Bremerhaven soll dauerhaft ans ICE-Netz kommen. Bremen soll zugleich Standort der Luft- und Raumfahrt bleiben und Modellstandort für weniger CO2 im Flugverkehr werden.

Die Grünen wollen mehr Züge und Nachtzüge in Europa. Dann braucht man weniger Flüge in Europa. Bremerhaven soll dauerhaft ICE-Züge bekommen. Bremen soll zeigen, wie Fliegen klimafreundlicher wird.

Im Bund setzt sich die Partei für kürzere Fahrzeiten und dichtere Takte im Fernverkehr von und nach Bremen ein. Alle Bahnverbindungen von und nach Bremen und Bremerhaven sollen elektrifiziert und nach Bedarf ausgebaut werden. Beschäftigte im öffentlichen Dienst sollen für Dienstreisen leichter die Bahn wählen können, auch bei höherem Preis und bei der Anreise zu großen internationalen Flughäfen. Als Grundlage für den Modellstandort nennt das Programm die vorhandene Industrie und die Ingenieurwissenschaften in Bremen.

Originalzitat anzeigen (Seite 81)
„Wir setzen uns auch weiterhin im Bund dafür ein, den Bahnverkehr sowie Nachtzüge ins europäische Ausland zu stärken“
Seite 81 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Ausbau der Bahn soll Flüge innerhalb Europas ersetzen, auch wenn Bahnreisen für den öffentlichen Dienst teurer sind.

Parkflächen für Fußgänger, Räder und Gastronomie umnutzen

Die Grünen wollen das Parken auf den Hauptstraßen des Bremer Viertels beenden, um Raum für Fußgänger, Radverkehr, Außengastronomie und Bäume zu gewinnen. Außengastronomie auf Parkflächen, die in der Pandemie entstand, soll dauerhaft möglich bleiben.

Im Bremer Viertel parken Autos auf den wichtigen Straßen. Die Grünen wollen das beenden. Dort soll Platz zum Gehen und Rad-Fahren entstehen. Lokale sollen Tische auf Park-Plätze stellen dürfen. Das soll auch in anderen Stadtteilen gelten.

Genannt werden der Sielwall, Am Dobben, der Ostertorsteinweg und die Straße Vor dem Steintor; dass dort geparkt werden darf, hält das Programm angesichts der Rolle dieser Straßen als Einkaufs- und Gastronomiemeile für unpassend. Die Lage soll in jedem Quartier zusammen mit Anwohnern, Kaufleuten, Gewerbetreibenden und Beiräten betrachtet werden. Für Orte, die während der Pandemie auf Parkplätzen entstanden, soll eine Verstetigung möglich sein. Anträge auf dauerhafte Außengastronomie auf Parkflächen sollen weiterhin gestellt und möglichst genehmigt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 155)
„Das soll sich aus unserer Sicht endlich ändern, damit Platz fürs Flanieren, für sicheres Radfahren, für Außengastronomie und vielleicht sogar den einen oder anderen Baum entsteht.“
Seite 155 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Parkraum für Autos soll zugunsten von Fuß- und Radverkehr wegfallen, was das Programm als Teil der Verkehrswende einordnet.

Bremer Innenstadt bis 2030 autofrei machen

Die Grünen wollen die Bremer Innenstadt bis 2030 schrittweise vom fahrenden und parkenden Autoverkehr befreien. Sie begründen das mit dem Klimaschutz und mit mehr Platz für Fußgänger, Grün, Kultur und Gastronomie. Ausnahmen soll es etwa für Rettungsdienste, Lieferverkehr, Handwerk und Menschen mit eingeschränkter Mobilität geben.

Die Grünen wollen bis 2030 keine Autos mehr in der Bremer Innenstadt. So soll mehr Platz für Menschen und Bäume entstehen. Das soll auch dem Klima helfen. Für Rettungs-Wagen, Lieferungen und Menschen mit Behinderung gibt es Ausnahmen.

Die Martinistraße soll pro Richtung nur noch eine Spur haben; der frei werdende Raum ist für breite Radwege und eine Allee vorgesehen. Das Parkhaus Mitte soll schließen, für die Parkhäuser Katharinenklosterhof und Am Dom sind neue Nutzungen geplant. Die Fußgängerzonen sollen wachsen, und der Umbau soll auch die Bahnhofsvorstadt und die vordere Neustadt erfassen; die Bahnhofstraße soll in der nächsten Wahlperiode autofrei werden. Am Ostertorsteinweg und Vor dem Steintor soll zunächst das Parken am Straßenrand und auf Gehwegen enden. Für Zufahrtsrechte von Anwohnern, die im Grundbuch stehen, sucht die Partei nach eigener Aussage noch eine Lösung.

Originalzitat anzeigen (Seite 159)
„Die Bremer Innenstadt bis 2030 autofrei machen.“
Seite 159 im Original

Einordnung

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Ein weitgehendes Autoverbot in der Innenstadt, das es heute nicht gibt, wird ausdrücklich mit Klimaschutz begründet und schränkt den Autoverkehr grundlegend ein.

Innenstadt ohne Auto besser erreichbar machen

Die Grünen wollen die Innenstadt vor allem über Bus und Bahn, Fahrrad und Fußwege erreichbar machen und enger mit den Nachbarstadtteilen verbinden. Dazu sollen Wege und Radrouten ausgebaut und neue Brücken errichtet werden. Wer mit dem Auto von weiter her kommt, soll außerhalb des Zentrums parken und umsteigen können.

Die Grünen wollen bessere Wege in die Innenstadt. Es soll mehr Fuß-Wege und Rad-Wege geben. Neue Brücken sollen über die Weser führen. Auto-Fahrer sollen außerhalb parken und mit Bus oder Bahn weiterfahren.

Das Programm setzt auf den sogenannten Umweltverbund aus öffentlichem Nahverkehr, Rad- und Fußverkehr. Neue Brücken sind über die Weser und stellenweise über den Wall vorgesehen. Die Haltestelle Domsheide soll barrierefrei umgebaut werden, damit alle Menschen das Zentrum erreichen. Parkplätze außerhalb sollen gut an Bus und Bahn angeschlossen sein. Eine Verlegung der Straßenbahn lehnt das Programm als zu teuer ab.

Originalzitat anzeigen (Seite 165)
„Wir wollen das Netz der Spazierwege und Fahrradrouten zwischen dem Zentrum und den umgebenden Wohnquartieren systematisch ausbauen.“
Seite 165 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Ausbau von Rad-, Fuß- und Nahverkehr statt Autoverkehr verschiebt die Verkehrspolitik schrittweise in Richtung Klimaschutz.

Hochstraße Breitenweg prüfen, Rembertikreisel neu gestalten

Die Grünen wollen prüfen, ob die Hochstraße am Breitenweg noch sinnvoll ist, wenn in der Innenstadt weniger Autos fahren sollen. Den Rembertikreisel halten sie für überdimensioniert und wollen die Fläche neu gestalten.

Am Breitenweg gibt es eine Hochstraße für Autos. Die Grünen wollen prüfen, ob Bremen sie noch braucht. Der Rembertikreisel ist ein großer Kreisverkehr. Die Grünen finden ihn zu groß. Sie wollen den Platz anders nutzen.

Die Prüfung der Hochstraße soll mit dem Ziel verbunden werden, den Autoverkehr in der Innenstadt zu verringern. Aus dem Ergebnis soll ein Konzept entstehen, das die Bahnhofsvorstadt aufwertet. Der Rembertikreisel stammt laut Programm aus einer Zeit, in der Städte vom Auto her geplant wurden, und entstand für die später verhinderte Mozarttrasse. Deshalb sehen die Grünen seine Größe als überholt an. Außerdem soll der Durchgangsverkehr in einem Straßenzug der Innenstadt schrittweise sinken; eine Sperrung und eine spätere autofreie Gestaltung sollen mit den Beiräten geprüft werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 166)
„Wir wollen die Potentiale und Sinnhaftigkeit dieses Bauwerks genau prüfen, insbesondere im Zusammenhang mit einer geplanten Reduzierung der Autoverkehre in der Innenstadt.“
Seite 166 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Autoverkehr in der Innenstadt soll schrittweise sinken und Straßenflächen sollen umgewidmet werden, was den heutigen Stand in Richtung weniger Autoverkehr verschiebt.

Haltestelle Domsheide vor der Glocke bündeln

Die Grünen wollen die Domsheide umbauen, damit die Haltestelle mehr Fahrgäste aufnehmen kann. Alle Straßenbahnen sollen an einer gemeinsamen Haltestelle vor dem Konzerthaus Glocke halten, weil das aus Sicht der Partei die Lösung mit den wenigsten Barrieren ist.

Die Domsheide ist ein wichtiger Platz für Straßen-Bahnen. Die Grünen wollen die Haltestelle dort umbauen. Alle Bahnen sollen an einer Stelle halten. So kommen auch Menschen mit Behinderung gut zurecht. Die Bahnen sollen leiser fahren.

Der Umbau gilt im Programm als Teil einer autofreien Innenstadt, die gut mit Bus und Bahn erreichbar sein soll. Eine Verlegung der Gleise in die Balgebrückstraße lehnen die Grünen ab. Auf das Konzerthaus Glocke soll Rücksicht genommen werden: Der Abstand zwischen Haltestelle und Eingang soll so groß wie möglich sein, und der Bereich soll ansprechend gestaltet werden. Gegen Lärm sind Flüstergleise und Federsysteme vorgesehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 166)
„Wir setzen dabei die barriereärmste Lösung um – das bedeutet keine Verlegung der Gleise in die Balgebrückstraße, sondern eine Haltestelle für alle Bahnen vor der Glocke.“
Seite 166 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Verkehrslärm mit Tempolimits und Lärmschutz senken

Die Grünen wollen den Lärm durch Straßenverkehr verringern. Auf Autobahnstücken in Wohngebieten soll nachts Tempo 80 gelten, und im Bund setzen sie sich für Tempo 30 als Regel in Städten ein. Hinzu kommen baulicher Lärmschutz und Kontrollen.

Die Grünen wollen weniger Lärm durch Autos. Auf Autobahnen in Wohn-Gebieten soll nachts Tempo 80 gelten. In Städten soll überall Tempo 30 gelten. Dafür setzen sich die Grünen im Bund ein. Kitas und Schulen an großen Straßen bekommen Lärm-Schutz.

Das Programm nennt Tempolimits als sehr wirksames Mittel gegen Lärm von Straßen und Autobahnen. Die fertige A 281 soll die B6 vom Güterverkehr entlasten. Gegen sogenannte Autoposer sollen weiter Straßensperren und nächtliche Kontrollen eingesetzt werden. Kitas, Spielplätze und Schulen an Hauptverkehrsstraßen sollen baulichen Lärmschutz erhalten, dazu kommen Flüsterasphalt und moderne, gut gewartete Straßenbahnen. Künftige Lärmaktionspläne sollen auch die Hafeneisenbahn erfassen und in verkehrsrechtliche Entscheidungen einfließen.

Originalzitat anzeigen (Seite 214)
„Wir wollen auf den Autobahnabschnitten im Land Bremen, die durch Wohngebiete führen, ein nächtliches Tempolimit von 80 km/h einführen und setzen uns auf Bundesebene für eine flächendeckende Tempo 30-Regel in Städten ein.“
Seite 214 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Neue Tempolimits schränken den Autoverkehr gegenüber heute ein und werden im Programm mit der Verkehrswende verbunden, im Kern aber mit Lärm begründet.

Nachtruhe am Bremer Flughafen strenger durchsetzen

Die Grünen wollen, dass am Flughafen Bremen zwischen 22 und 6 Uhr außer Ambulanzflügen keine Flugzeuge mehr starten oder landen. Ausnahmen für verspätete Maschinen sollen weiter eingeschränkt werden. In den Randzeiten sollen nur besonders leise Flugzeuge erlaubt sein.

Am Flughafen Bremen soll es nachts ruhig sein. Von 22 Uhr bis 6 Uhr sollen keine Flugzeuge fliegen. Nur Flüge für Kranke sind erlaubt. Früh morgens und spät abends dürfen nur sehr leise Flugzeuge fliegen.

Sondergenehmigungen für Nachtflüge sollen auch bei Verspätungen seltener werden, indem die späteste reguläre Ankunftszeit vorverlegt wird. Ab 21 Uhr sowie zwischen 6 und 7 Uhr sollen nur besonders leise Luftfahrzeuge fliegen dürfen. Diese müssen die höchsten technischen Lärmstandards erfüllen. Maßgeblich ist eine Zulassung gemäß den Kapiteln 4 und 14 im ersten Band des ICAO-Anhangs 16.

Originalzitat anzeigen (Seite 214)
„Am Bremer Flughafen soll die Nachtruhe von 22.00 bis 6.00 Uhr noch konsequenter eingehalten werden und dieser Zeitraum soll, mit der Ausnahme von Ambulanzflügen, frei von Flugbewegungen sein.“
Seite 214 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Flugbetrieb soll durch strengere Zeit- und Lärmvorgaben stärker reguliert werden als heute.

Hafenhinterland stärker über Bahn und Schiff anbinden

Die Grünen wollen, dass mehr Güter von und zu den Häfen mit Zug und Schiff statt mit dem Lkw transportiert werden. Dafür sollen Bahnstrecken ausgebaut und elektrifiziert werden. Das Programm sieht darin einen Vorteil im Wettbewerb und einen Hebel für Klima- und Umweltschutz.

Waren kommen mit Lkw, Zug oder Schiff zum Hafen. Die Grünen wollen mehr Züge und Schiffe und weniger Lkw. Dafür sollen Bahn-Strecken ausgebaut werden. Die Züge sollen dort mit Strom fahren. Das soll dem Klima und dem Hafen helfen.

Bis 2025 sollen die Bahnlinie Bremen–Uelzen–Stendal und die EVB-Strecken über Bremervörde ausgebaut und elektrifiziert sein. Die Grünen unterstützen den dafür nötigen Ausbau des Verschiebebahnhofs Speckenbüttel und nennen ein drittes Gleis zwischen Bremen und Bremerhaven als weitere Maßnahme. Alles soll sich in einen bundesweiten Plan für klimafreundlichen Hinterlandverkehr einfügen. Für den Lkw-Verkehr in Bremerhaven soll die Cherbourger Straße samt Hafentunnel zur Bundesstraße hochgestuft werden. Den Neustädter Hafen wollen die Grünen als Umschlagplatz erhalten und besser auslasten; Wohnungsbau auf den Hafenflächen und Bauten auf dem Hochwasserpolder lehnen sie ab.

Originalzitat anzeigen (Seite 236)
„Die Weiterentwicklung des Modal-Splits im Güterverkehr zugunsten von Bahn und Schiff muss das gemeinsame Ziel der deutschen Seehäfen sein.“
Seite 236 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau von Bahnstrecken und Rangieranlagen bedeutet zusätzliche öffentliche Investitionen in Infrastruktur.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Güterverkehr soll schrittweise vom Lkw auf Bahn und Schiff verlagert und Strecken sollen elektrifiziert werden, was den Klimaschutz im bestehenden System voranbringt.

Was sagen die anderen Parteien zum Verkehr?

Alle Programme in Bremen im Vergleich