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Grüne zu Gesundheit und Pflege

Aus dem Programm „Zukunft möglich machen! Bürgerschaftswahlprogramm 2023“

Bürgerschaftswahl Bremen 2023, 14. Mai 2023Original-PDF, 249 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gesundheit und Pflege

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 12 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 10 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheitdeutlich Bürgerrechte zuerst (-2), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 1 deutlich Bürgerrechte zuerst, 0 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 4 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Pandemierat für das Land Bremen einrichten

Die Grünen fordern einen Pandemierat für Bremen, in dem vor allem Fachleute aus der Wissenschaft und Vertreter des Gesundheitswesens sitzen. Er soll die Politik bei langfristigen Strategien wissenschaftlich beraten. Die Partei hält weitere Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie für nötig.

Die Grünen wollen einen Pandemie-Rat für Bremen. Eine Pandemie ist eine Krankheit, die sich weltweit ausbreitet. In dem Rat sitzen Fachleute aus Forschung und Medizin. Sie beraten die Politik.

Der Rat soll aus verschiedenen Fachrichtungen besetzt sein, damit auch soziale, pädagogische und andere nicht medizinische Gesichtspunkte einfließen. Die Vorschriften des Infektionsschutzgesetzes sollen daraufhin überprüft werden, ob sie zur Eindämmung übertragbarer Krankheiten angemessen sind. Der öffentliche Gesundheitsdienst soll mehr epidemiologische Kompetenz erhalten. Die Partei will Bremen für künftige Pandemien besser vorbereiten und sieht das Ende der Corona-Bedrohung noch nicht erreicht.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Wir fordern die Einrichtung eines Pandemierates für das Land Bremen, in dem vor allem Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen und Repräsentant*innen des Gesundheitswesens vertreten sein sollten.“
Seite 17 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Wohnortnahe Versorgung und Arbeitsbedingungen verbessern

Die Grünen wollen, dass Menschen in der Nähe ihrer Wohnung verlässlich medizinisch versorgt werden. Dafür sollen die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung im Gesundheitswesen besser werden und Anreize Fachkräfte nach Bremen und Bremerhaven holen. Auch Pflege, Hospizplätze und Psychotherapie sollen ausgebaut werden.

Die Grünen wollen gute Ärzte und Praxen in jedem Stadtteil. Wer im Gesundheits-Bereich arbeitet, soll bessere Bedingungen bekommen. So sollen mehr Fachleute nach Bremen kommen. Es soll auch mehr Plätze für Psycho-Therapie und Pflege geben.

Hebammen, Arztpraxen, Kinderärzte und Psychotherapeuten sollen in beiden Städten leichter erreichbar sein. Genannt werden familienfreundlichere Arbeitszeitmodelle, weitere Hebammenzentren in den Stadtteilen und ein kostenfreies Bachelorstudium für Hebammen mit älterer Qualifikation. Ambulante Psychotherapieplätze sollen wachsen, auch für Kinder und Jugendliche. Pflegebedürftige sollen möglichst lange selbstbestimmt im gewohnten Umfeld leben können; dafür sind mehr Hospiz- und Palliativplätze sowie ambulante Pflege vorgesehen. In Pflegeheimen setzt sich die Partei für faire Löhne ein und will finanzielle Fehlanreize schrittweise abbauen. Zusätzlich sollen Gesundheitszentren aufgebaut und Vorsorge gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„Wir schaffen für die Beschäftigten im Gesundheitswesen im Land Bremen bessere Arbeitsbedingungen. Es braucht Anreize für medizinisches Personal, nach Bremerhaven und Bremen zu kommen.“
Seite 18 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Bessere Bezahlung und der Ausbau von Versorgungs-, Pflege- und Therapieangeboten erweitern öffentliche Leistungen innerhalb des bestehenden Systems.

Menstruationsartikel in öffentlichen Gebäuden bereitstellen

Die Grünen wollen allen Menschen Zugang zu Menstruationsartikeln verschaffen, die sie als notwendiges medizinisches Gut einstufen. Zunächst sollen die Artikel in den Toiletten aller öffentlichen Gebäude ausliegen. Die Partei begründet das mit der finanziellen Belastung für viele Betroffene.

Binden und Tampons kosten Geld. Für manche Menschen ist das zu teuer. Die Grünen wollen sie in öffentlichen Gebäuden auslegen. Das sind zum Beispiel Schulen und Ämter.

Als Beispiele für die Gebäude nennt das Programm Schulen, Hochschulen und Ämter. Maßnahmen sollen verhindern, dass die Artikel zweckentfremdet werden. In einem weiteren Schritt will die Partei prüfen, wie Menschen mit wenig Geld die Artikel kostenlos erhalten können. Die Ergebnisse dieser Prüfung sollen umgesetzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„In einem ersten Schritt wollen wir sie in Toiletten aller öffentlichen Gebäude (z. B. Schulen, Hochschulen, Ämter) zur Verfügung stellen“
Seite 18 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentliche Hand soll ein bisher privat bezahltes Gut in ihren Gebäuden kostenlos bereitstellen, was öffentliche Leistungen begrenzt ausweitet.

Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen durch Fortbildung sichern

Die Grünen sehen bei Schwangerschaftsabbrüchen einen Mangel an Versorgung. Um ihn zu beheben, soll medizinisches Personal die dafür nötigen Fortbildungen erhalten können. Das soll auch über Pilotprojekte geschehen.

Die Grünen sagen: Es gibt zu wenig Angebote für Schwangerschafts-Abbrüche. Sie wollen mehr Fortbildungen für medizinisches Personal. Dafür soll es auch Test-Projekte geben.

Das Vorhaben zählt im Programm zu den wichtigsten Projekten der Gesundheitspolitik. Die Partei spricht von einem Versorgungsnotstand, den sie beenden will. Ansatzpunkt ist die Qualifizierung von medizinischem Personal, auch im Rahmen von Pilotvorhaben.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Um den Versorgungsnotstand bei Schwangerschaftsabbrüchen zu beenden, ermöglichen wir medizinischem Personal die notwendigen Fortbildungen auch im Rahmen von Pilotprojekten.“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr geschultes Personal soll den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen innerhalb der geltenden Rechtslage erleichtern, was die Selbstbestimmung schrittweise stärkt.

Gesundheitsämter personell stärken und digitalisieren

Die Grünen wollen die Gesundheitsämter dauerhaft mit mehr Personal und besserer Technik ausstatten. Digitalisierung soll den Datenaustausch verbessern, Beschäftigte entlasten und Abläufe effizienter machen. Die Ämter sollen außerdem zentrale Stellen für Pandemievorsorge und Bevölkerungsschutz werden.

Die Grünen wollen die Gesundheits-Ämter stärken. Sie sollen mehr Personal und bessere Technik bekommen. Die Ämter sollen sich auf neue Pandemien vorbereiten. Ein Hilfs-Dienst für seelische Krisen soll wieder Tag und Nacht da sein.

Die Ämter sollen als Arbeitgeber für medizinisches und pflegerisches Fachpersonal attraktiver werden und regelmäßig Gesundheits- und Pflegekonferenzen abhalten. Stellen für Gesundheitsfachkräfte in Quartieren und Schulen sollen bleiben und ausgebaut werden. Zur Pandemievorsorge gehören Vorräte an Schutzausrüstung, funktionierende Meldesysteme und Übungen; hinzu kommen die Koordination bei Katastrophen und die Vorsorge gegen gesundheitliche Folgen des Klimawandels. Der Sozialpsychiatrische Dienst soll unter dem Dach des Gesundheitsamts mehr Personal bekommen und wieder rund um die Uhr erreichbar sein. Im Gesundheitswesen insgesamt will die Partei Telemedizin, Robotik, die elektronische Patientenakte und eine datenschutzkonforme Dateninfrastruktur fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Wir wollen die Gesundheitsämter personell und technisch dauerhaft stärken.“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal, Technik und Aufgaben für die Gesundheitsämter bedeuten einen Ausbau des öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Kommunale Kliniken erhalten und Krankenhauslandschaft neu ordnen

Die Grünen wollen den Klinikverbund Gesundheit Nord in städtischer Hand behalten, ihn aber wirtschaftlich tragfähig machen. Dazu sollen medizinische Abteilungen gebündelt und die Notaufnahmen neu aufgestellt werden. Auf Bundesebene soll die Klinikfinanzierung nicht mehr allein von Fallzahlen abhängen.

Die Grünen wollen: Die Kliniken der Gesundheit Nord bleiben im Besitz der Stadt Bremen. Die Kliniken sollen aber besser wirtschaften. Nicht jede Klinik soll alles anbieten. Die Notaufnahmen sollen nur noch für echte Notfälle da sein.

Das Programm hält dauerhafte Zuschüsse zum laufenden Klinikbetrieb wegen der Finanzlage des Landes für nicht vertretbar. Deshalb sollen Abteilungen sinnvoll verteilt und konzentriert werden, gesteuert über eine aktive Landeskrankenhausplanung, die kommunale, freigemeinnützige und private Häuser gleichermaßen einbezieht. Mit Niedersachsen wollen die Grünen über eine finanzielle Beteiligung an Angeboten für das Umland sprechen. Gegen die Überlastung der Notaufnahmen sollen integrierte Notfallzentren entstehen, in denen Klinik und ärztlicher Bereitschaftsdienst einen gemeinsamen Empfang haben. Im Bund setzen sich die Grünen für eine neue Finanzierung der Klinikleistungen ein.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„Wir wollen, dass der Klinikverbund Gesundheit Nord (GeNo) in der Stadt Bremen in kommunaler Trägerschaft bleibt.“
Seite 22 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Der Punkt verteidigt die öffentliche Trägerschaft und will weg von der reinen Fallzahlfinanzierung, lehnt aber dauerhafte Zuschüsse ab und verlangt wirtschaftlichen Betrieb, verbindet also beide Seiten.

Zentren für sexuelle und reproduktive Gesundheit schaffen

Die Grünen wollen fachübergreifende Zentren für sexuelle, reproduktive und geschlechtsspezifische Gesundheit aufbauen und bestehende Angebote weiter fördern. Die Zentren sollen auch Anlaufstelle für trans*, inter* und nicht-binäre Menschen sein.

Die Grünen wollen neue Gesundheits-Zentren in Bremen. Dort geht es um Verhütung, Schwangerschaft und Krankheiten, die man beim Sex bekommt. Auch trans, inter und nicht-binäre Menschen bekommen dort Hilfe. Frauen ohne Kranken-Versicherung sollen eine eigene Sprechstunde bekommen.

Die Zentren sollen von der Wahl der Verhütungsmethode bis zum Test auf sexuell übertragbare Krankheiten alles abdecken. Vorgesehen sind eine gynäkologische Sprechstunde für Frauen ohne Krankenversicherung sowie leicht zugängliche, mehrsprachige Beratungs- und Bildungsangebote. Für trans*, inter* und nicht-binäre Personen sollen die Zentren bei der medizinischen Transition unterstützen und den Mangel an Behandelnden in Bremen ausgleichen. Das Programm sieht besonders in Gynäkologie und Endokrinologie Bedarf an einem sensiblen Umgang mit marginalisierten Gruppen.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„zusätzlich interdisziplinäre Zentren für sexuelle, reproduktive und genderspezifische Gesundheit schaffen“
Seite 22 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Neue Anlaufstellen für geschlechtliche Vielfalt und reproduktive Gesundheit bauen das bestehende Angebot in Richtung Selbstbestimmung und Vielfalt aus.

Psychotherapeutische Versorgung ausbauen

Die Grünen wollen, dass Menschen in psychischen Krisen schneller Hilfe bekommen. Dazu soll es im Land Bremen genügend Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, mehr Anlaufstellen und besser vernetzte Hilfen geben. Vorbeugung und Suizidprävention sollen mehr Mittel erhalten.

Menschen in einer seelischen Krise warten oft monatelang auf Hilfe. Die Grünen wollen das ändern. Es soll mehr Therapie-Plätze und mehr Anlauf-Stellen geben. Auch Kinder und Jugendliche sollen leichter Hilfe bekommen.

Das Programm nennt monatelange Wartezeiten auf psychotherapeutische oder psychiatrische Hilfe unzumutbar. Bestehende Hilfestrukturen sollen über Sektorengrenzen hinweg besser zusammenarbeiten. Bei der weiteren Psychiatriereform sollen Betroffene einbezogen und Peer-Ansätze wie das Genesungsbegleitungsprojekt Ex-In gestärkt werden. Inklusive Wohnprojekte sollen helfen, Klinikaufenthalte möglichst zu vermeiden. Für Kinder und Jugendliche soll der Weg zu vorsorgender Beratung und einer Behandlung ohne Stigmatisierung leichter werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 23)
„Wir setzen uns für bessere Zugänge zu passgenauer psychosozialer und psychotherapeutischer Versorgung ein.“
Seite 23 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Therapieplätze, Anlaufstellen und Präventionsmittel bedeuten einen schrittweisen Ausbau öffentlicher Gesundheitsleistungen.

Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern

Die Grünen wollen dem Fachkräftemangel in der Pflege mit Entlastung, angemessener Bezahlung und familienfreundlicher Arbeitsorganisation begegnen. Ausbildungsplätze sollen ausgebaut, die Akademisierung gefördert und ausländische Abschlüsse zügig anerkannt werden. Für das Land soll es eine Pflegebevollmächtigte geben.

In der Pflege fehlen viele Fachkräfte. Die Grünen wollen die Arbeit dort besser machen. Pflegekräfte sollen weniger Stress und mehr Geld bekommen. Es soll mehr Ausbildungs-Plätze geben. Abschlüsse aus dem Ausland sollen schneller anerkannt werden.

Als Ursachen des Mangels nennt das Programm hohe Belastung, unattraktive Bezahlung und geringe Aufstiegschancen. Die Personalausstattung soll sich an wissenschaftlich fundierten Bemessungsinstrumenten orientieren, um mehr Zeitsouveränität zu ermöglichen. Die Zahl der Ausbildungsplätze für Fach- und Assistenzkräfte soll steigen, Weiterbildungen sollen in Bremen in ausreichender Zahl stattfinden. Pflegekräfte aus dem Ausland sollen ein transparentes, schnelles Anerkennungsverfahren und gute Qualifizierung erhalten. Eine Pflegebevollmächtigte soll die Interessen der Pflegenden in den Entscheidungsgremien vertreten.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Damit Pflegekräfte in ihrem Beruf bleiben, wollen wir ihre Arbeitsbedingungen so verbessern, dass sie nicht über ihre Belastungsgrenze gehen müssen oder selbst krank werden.“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Bessere Bezahlung, verbindlichere Personalbemessung und mehr öffentlich getragene Ausbildungsplätze erweitern Regulierung und öffentliche Leistungen schrittweise.

Gewinnorientierung in Pflegeheimen begrenzen

Die Grünen wollen verhindern, dass Finanzinvestoren Pflegeeinrichtungen aufkaufen, und langfristig mehr Alten- und Pflegeheime in kommunale Hand zurückholen. Kurzfristig soll das Land die Investitionskosten tragen und die Eigenanteile der Bewohnerinnen und Bewohner sollen gedeckelt werden.

Manche Firmen kaufen Pflege-Heime, um viel Geld zu verdienen. Die Grünen wollen das verhindern. Mehr Heime sollen wieder den Städten gehören. Das Land soll einen Teil der Kosten übernehmen. Bewohner sollen nicht immer mehr selbst zahlen müssen.

Das Programm beschreibt, dass Private-Equity-Gesellschaften Heime kaufen, zusammenlegen und mit Gewinn weiterverkaufen, wobei es ihnen um die Immobilien gehe. Aus Sicht der Grünen leidet darunter die Pflegequalität bis hin zu erheblichen Versorgungsmängeln. Solche Übernahmen sollen unterbunden werden. Die Kostenübernahme durch das Land und die Begrenzung der Eigenanteile sollen weitere Kostensteigerungen für Pflegebedürftige und Angehörige vermeiden.

Originalzitat anzeigen (Seite 25)
„Wir setzen uns dafür ein, diese gewinnorientierten Privatisierungen zu verhindern und streben langfristig eine vermehrte Rekommunalisierung von Alten- und Pflegeeinrichtungen an.“
Seite 25 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Private Investoren sollen aus dem Pflegemarkt gedrängt, Heime rekommunalisiert, Investitionskosten vom Land übernommen und Eigenanteile gedeckelt werden, was das heutige marktoffene System grundlegend in Richtung Staat umbaut.

Ambulante Versorgung in den Stadtteilen ausbauen

Die Grünen wollen die ambulante Versorgung in unterversorgten Stadtteilen ausbauen und die haus- und fachärztliche Versorgung stabilisieren. Gesundheitszentren und Gesundheitskioske sollen Medizin, Vorsorge und Pflege an einem Ort verbinden. Pflegende Angehörige sollen mehr Entlastung erhalten.

In manchen Stadtteilen gibt es zu wenige Ärzte und Pflege-Dienste. Die Grünen wollen dort mehr Angebote schaffen. Es soll Gesundheits-Zentren geben, wo vieles unter einem Dach ist. Wer Angehörige pflegt, soll kostenlose Kurse und mehr Hilfe bekommen.

Pflegebedürftige sollen möglichst lange zu Hause leben können. Für Angehörige und Freunde, die Ältere versorgen, sind kostenfreie professionelle Fortbildungen geplant. Zur Entlastung soll es im Land Bremen mehr Kurzzeitpflegeplätze samt Tages- und Nachtpflege geben. In einem Modellprojekt wollen die Grünen erproben, Quartierszentren mit ambulanten Behandlungszentren zu verbinden.

Originalzitat anzeigen (Seite 25)
„Wir wollen zudem die Gründung von integrierten Gesundheitszentren und Gesundheitskiosken weiter vorantreiben“
Seite 25 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Gesundheitszentren, Kurzzeitpflegeplätze und kostenfreie Fortbildungen bauen öffentliche Leistungen im bestehenden System aus.

Mehr Hospiz- und Palliativplätze schaffen

Die Grünen wollen das Angebot an Hospiz- und Palliativversorgung im Land Bremen rasch erweitern, weil es angesichts der wachsenden Zahl alter Menschen nicht ausreiche. Die erwartete Bundesregelung zur Sterbehilfe soll in Bremen umgesetzt und finanziert werden.

In Bremen gibt es zu wenige Plätze für sterbende Menschen. Die Grünen wollen mehr Hospiz-Plätze und mehr Hilfe gegen Schmerzen. Jeder Mensch soll selbst über sein Lebens-Ende entscheiden können. Bremen soll das neue Bundes-Gesetz zur Sterbe-Hilfe umsetzen.

Nach dem Programm bleibt Sterbenden der Weg in Hospiz oder Palliativversorgung häufig versperrt, obwohl das Angebot bereits gewachsen ist. Stationäre wie ambulante Palliativangebote und Schmerzlinderung sollen allen offenstehen. Suizidprävention soll für jede Altersgruppe erreichbar sein. Den anstehenden Beschluss des Bundestags zur Sterbehilfe wollen die Grünen verantwortungsvoll umsetzen und die nötigen Mittel bereitstellen.

Originalzitat anzeigen (Seite 26)
„Diese Situation wollen wir schnell verbessern und weitere Angebote der stationären und ambulanten Palliativversorgung und der Schmerzlinderung für alle“
Seite 26 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Hospiz- und Palliativangebote sowie Landesmittel für die Umsetzung der Sterbehilfereform erweitern öffentliche Leistungen schrittweise.

Drogenpolitik auf Entkriminalisierung und Prävention ausrichten

Die Grünen setzen in der Drogenpolitik auf Aufklärung, Jugendschutz, Entkriminalisierung und Suchtprävention. Sie wollen ein Drugchecking-Angebot schaffen und die Cannabis-Legalisierung des Bundes in Bremen rasch umsetzen. Bis dahin soll die Staatsanwaltschaft entsprechende Delikte nicht mehr verfolgen.

Die Grünen wollen mehr Aufklärung über Drogen und Sucht. Menschen sollen Drogen auf Gift testen lassen können. Das heißt Drug-Checking. Wenn der Bund Cannabis erlaubt, soll Bremen das schnell umsetzen. Schon vorher soll die Staats-Anwaltschaft solche Fälle nicht mehr verfolgen.

Aufklärung und Prävention sollen ausgebaut und auf Süchte ohne Substanz wie Glücksspiel-, Kauf- und Medienabhängigkeit ausgeweitet werden. Projekte, die im Nachtleben über Substanzen und Schadensminderung informieren, sollen Unterstützung erhalten. Beim Drugchecking können Konsumierende Beimengungen und Dosierung prüfen lassen; es soll mit Beratung und Ausstiegshilfe verbunden sein. Nach einem Bundesbeschluss zur Cannabis-Legalisierung wollen die Grünen zügig genügend Lizenzen vergeben. Auch die Jugendarbeit soll gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Schon vorher soll die Bremer Staatsanwaltschaft angewiesen werden, keine Delikte mehr zu verfolgen, deren Legalisierung geplant ist.“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheitdeutlich Bürgerrechte zuerst

    Die Strafverfolgung von Cannabisdelikten soll per Weisung schon vor einer Gesetzesänderung enden und Drogenkonsum entkriminalisiert werden, womit Strafbarkeit faktisch wegfällt.

  • Gesellschafteher progressiv

    Drugchecking und Legalisierung behandeln Drogenkonsum als Gesundheitsfrage statt als Regelverstoß und verschieben den Umgang damit in eine liberalere Richtung.

Rettungsdienst modernisieren

Die Grünen wollen neue Rettungsfahrzeuge anschaffen und den HanseSani sowie Telemedizin im Rettungsdienst ausbauen. Die Nummern 116 117 und 112 sollen enger verknüpft werden, damit Hilfesuchende besser gelenkt werden. Eine Ersthelfer-App soll bei Herzstillstand Helfende in der Nähe alarmieren.

Die Grünen wollen neue Rettungswagen kaufen. Der HanseSani soll dauerhaft bleiben. Er soll unnötige Fahrten ins Krankenhaus vermeiden. Die Notruf-Nummern sollen besser zusammenarbeiten. Eine App soll Ersthelfer rufen, wenn ein Herz stehen bleibt.

Der HanseSani, der unnötige Kliniktransporte vermeiden soll, hat sich nach Darstellung des Programms bewährt und soll dauerhaft und breiter eingesetzt werden. Die schrittweise Verknüpfung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 mit dem Notruf 112 und weiteren Leitstellen soll eine ständige Lotsenfunktion ermöglichen und das Gesundheitssystem entlasten. Die Ersthelfer-App soll registrierte Helfende in unmittelbarer Nähe benachrichtigen, damit sie bis zur Ankunft des Rettungsdienstes Hilfe leisten.

Originalzitat anzeigen (Seite 100)
„Ihn wollen wir verstetigen und ebenso ausweiten wie den Einsatz der Telemedizin im Rettungsdienst.“
Seite 100 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue Fahrzeuge und der Ausbau öffentlicher Rettungsangebote bedeuten zusätzliche öffentliche Leistungen.

Assistenz im Krankenhaus für alle Bedürftigen

Die Grünen wollen, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Dafür soll jeder, der im Krankenhaus eine Assistenz braucht, diese auch bekommen.

Manche Menschen brauchen im Krankenhaus eine Begleit-Person. Diese Person hilft ihnen bei der Behandlung. Die Grünen wollen: Alle sollen diese Hilfe bekommen, wenn sie sie brauchen. Das soll auch für pflegebedürftige Menschen gelten.

Das Programm nennt den gleichberechtigten Zugang zur Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderungen als Ziel. Die Begleitung im Krankenhaus soll jedem zustehen, der sie für eine gelingende Behandlung braucht. Über eine Initiative im Bundesrat wollen die Grünen erreichen, dass auch pflegebedürftige und intensiv pflegebedürftige Menschen diese Unterstützung erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 126)
„Dazu muss die Assistenz im Krankenhaus allen gewährt werden, die diese für eine erfolgreiche Krankenhausbehandlung benötigen.“
Seite 126 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Anspruch auf eine öffentlich finanzierte Assistenzleistung soll auf weitere Gruppen ausgedehnt werden.

Drogenhilfe und Drogenkonsumraum ausbauen

Die Grünen wollen die Hilfe für drogenabhängige Menschen deutlich erweitern und den bisher provisorischen Drogenkonsumraum durch eine dauerhafte, größere Einrichtung ersetzen. Mehr Streetworker und dezentrale Angebote sollen hinzukommen. Das soll nach Darstellung des Programms auch Konflikte am Hauptbahnhof verringern.

Die Grünen wollen mehr Hilfe für Menschen, die von Drogen abhängig sind. Es soll einen festen Raum geben, in dem sie Drogen sicherer nehmen können. Dort bekommen sie auch Beratung und einen Arzt. Mehr Sozial-Arbeiter sollen auf der Straße helfen.

Die Einrichtung soll längere Öffnungszeiten, mehr Platz und mehr Personal bekommen und Konsumraum, Substitutionsräume, Essensausgabe, Therapie und ärztliche Versorgung verbinden. Als Standort schlägt das Programm das Areal an der Friedrich-Rauers-Straße nahe dem Bahnhof vor. Geplant sind zudem ein eigener Schutzraum für Frauen und queere Menschen, mehr muttersprachliche Streetworker und ein attraktiverer, länger geöffneter Szenetreff. Das Projekt „ElternPlus“ für suchtkranke Schwangere und Eltern kleiner Kinder soll mehr Streetwork leisten. Dezentral sollen unter anderem Automaten für Konsumutensilien bereitstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 163)
„Daher wollen wir das Hilfsangebot zur nachhaltigen Verbesserung der Situation von drogenabhängigen Menschen in Bremen deutlich ausbauen“
Seite 163 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal, Räume und Angebote in der Suchthilfe bedeuten einen schrittweisen Ausbau öffentlicher Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Ausbau von Konsumraum, Substitution und Utensilienautomaten stärkt einen akzeptierenden Umgang mit Drogenkonsum gegenüber dem heutigen Stand.

Hebammen die Nachqualifizierung zum Bachelor erleichtern

Die Grünen wollen, dass Hebammen mit klassischer Ausbildung einfach einen Bachelor nachholen können. Dafür soll die Ausbildung zu drei Vierteln auf das Studium angerechnet werden. So sollen Nachteile bei Gehalt und Stellung gegenüber studierten Hebammen vermieden werden.

Hebammen lernen ihren Beruf heute im Studium. Früher gab es dafür eine Ausbildung. Die Grünen wollen: Die Ausbildung soll im Studium viel zählen. Dann können Hebammen den Abschluss neben dem Beruf nachholen. So sollen sie nicht weniger verdienen als andere.

Für die Anrechnung von 75 Prozent wollen sich die Grünen auf Bundesebene einsetzen. Das restliche Viertel soll sich nach dem Programm neben dem Beruf studieren lassen. Als Risiko nennt das Programm unterschiedliche tarifliche Eingruppierungen von ausgebildeten und studierten Hebammen. Studierende mit Kindern sollen sich im Internationalen Hebammenstudiengang der Hochschule Bremen vom Pflicht-Auslandssemester befreien lassen können.

Originalzitat anzeigen (Seite 176)
„Dazu wollen wir uns im Bund dafür einsetzen, dass eine abgeschlossene Hebammenausbildung zu 75 Prozent im Hebammenstudiengang anrechenbar ist.“
Seite 176 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Biotonne verpflichtend einführen

Die Grünen wollen Biomüll in ganz Bremen und Bremerhaven getrennt sammeln, um ihn besser zu verwerten und zur Energiegewinnung zu nutzen. Dazu soll die Biotonne Pflicht werden.

Die Grünen wollen Bio-Müll überall getrennt sammeln. Dafür soll die Bio-Tonne Pflicht werden. Aus dem Bio-Müll kann man Energie gewinnen. Es soll auch mehr Container für Altglas geben.

Die Biotonne soll in beiden Städten verpflichtend werden. Eine Kampagne zur Mülltrennung soll sich an große Wohnanlagen richten, in denen das Trennen bislang schlechter klappt. Außerdem soll es mehr Standorte für Altglascontainer geben.

Originalzitat anzeigen (Seite 207)
„Dafür führen wir die Biotonne verpflichtend ein und starten eine Mülltrennungskampagne in größeren Gebäudekomplexen“
Seite 207 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Was sagen die anderen Parteien zu Gesundheit und Pflege?

Alle Programme in Bremen im Vergleich