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Grüne zu Migration und Integration

Aus dem Programm „Zukunft möglich machen! Bürgerschaftswahlprogramm 2023“

Bürgerschaftswahl Bremen 2023, 14. Mai 2023Original-PDF, 249 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Migration und Integration

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Europaeher mehr EU (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 1 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 1 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

  • Migrationeher offen (-1,3), aus 13 Punkten

    Punkte je Stufe: 4 deutlich offen, 9 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Arbeitsmarktzugang für ausländische Fachkräfte vereinfachen

Die Grünen wollen Fachkräften aus dem Ausland den Weg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Dazu sollen Qualifikationen einfacher anerkannt und Unternehmen bei der Einstellung unterstützt werden. Das Programm verweist auf den Fachkräftebedarf für den Umbau zur Klimaneutralität.

Die Grünen wollen Fachkräften aus dem Ausland die Arbeit hier leichter machen. Ihre Abschlüsse sollen einfacher anerkannt werden. Firmen sollen Hilfe bekommen, wenn sie diese Fachkräfte einstellen. Bremen braucht viele Fachkräfte.

Die Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen soll einfacher werden. Betriebe sollen Unterstützung erhalten, wenn sie ausländische Fachkräfte einstellen. Die Integration dieser Fachkräfte zählt das Programm zu den Bedürfnissen, an die sich die Arbeitswelt anpassen soll. Ohne ausreichend Fachkräfte kann die Klimaneutralität aus Sicht der Partei nicht gelingen.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Wir wollen den Zugang zum Arbeitsmarkt für Fachkräfte aus dem Ausland vereinfachen, indem wir die Anerkennung von Qualifikationen vereinfachen“
Seite 37 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Eine einfachere Anerkennung von Abschlüssen und Hilfen bei der Einstellung erleichtern die Zuwanderung in den Arbeitsmarkt schrittweise.

Geflüchtete Kinder schnell in Regelklassen bringen

Die Grünen wollen zugewanderte und geflüchtete Kinder und Jugendliche rasch in Regelklassen unterrichten. Dafür sollen Vorkurse gut ausgestattet und pädagogisch begleitet werden. Junge Geflüchtete sollen auch nach dem 18. Geburtstag eine Schule besuchen können.

Geflüchtete Kinder sollen schnell in normale Klassen kommen. Vorher gibt es Vorkurse. Die Grünen wollen diese Kurse gut ausstatten. Fachleute sollen den Kindern bei schlimmen Erlebnissen helfen. Junge Geflüchtete sollen auch über 18 zur Schule gehen können.

Vorgesehen sind sozial- und traumapädagogische Begleitung, eine Erfassung des Sprachstands und langfristige sprachliche Förderung. Es soll deutlich mehr Sprachmittlerinnen und Sprachmittler geben, auch für Elternabende, Schulpost und Elterngespräche. Für Vorkurse sollen genug Plätze vorgehalten werden, um auf starke Fluchtbewegungen kurzfristig reagieren zu können. Der Schulbesuch soll auch während länger dauernder Klageverfahren zur Altersfeststellung möglich sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 52)
„Unser Ziel ist es, allen Kindern und Jugendlichen so schnell wie möglich das Lernen in Regelklassen zu ermöglichen.“
Seite 52 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Vorgehaltene Kurskapazitäten und zusätzliches Fachpersonal bedeuten mehr öffentliche Bildungsausgaben.

  • Migrationeher offen

    Mehr Förderung, Sprachmittlung und Schulzugang über das 18. Lebensjahr hinaus erweitern die Rechte und Angebote für Geflüchtete.

Azubis vor Abschiebung schützen, Sprachförderung sichern

Die Grünen wollen sich dafür einsetzen, dass Auszubildende ohne gesicherten Aufenthaltsstatus nicht abgeschoben werden, damit Betriebe Planungssicherheit haben. Außerdem soll es auch nach der Schulzeit eine am Bedarf ausgerichtete Sprachförderung geben, die öffentlich unterstützt wird.

Manche Azubis haben kein sicheres Recht, in Deutschland zu bleiben. Die Grünen wollen, dass sie nicht abgeschoben werden. Das soll auch den Betrieben Sicherheit geben. Azubis sollen außerdem Hilfe beim Deutsch-Lernen bekommen. Der Staat soll diese Hilfe unterstützen.

Das Programm begründet die Sprachförderung damit, dass Berufsschulen Bildungssprache und Allgemeinbildung voraussetzen, die manche Jugendliche nicht ohne Hilfe nachholen können. Bislang leisten Ehrenamtliche diese Unterstützung. Die Grünen halten öffentliche Förderung und festgelegte Qualitätsstandards für nötig, um Lernerfolge und den Berufseinstieg abzusichern.

Originalzitat anzeigen (Seite 65)
„Wir wollen, dass Ausbildungsbetriebe die Sicherheit haben, dass die Azubis, die einen ungesicherten Aufenthaltsstatus haben, nicht von einer Abschiebung bedroht werden.“
Seite 65 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Auszubildende mit unsicherem Aufenthalt sollen besser vor Abschiebung geschützt werden, was die Rechte Zugewanderter schrittweise erweitert.

Geflüchtete aufnehmen, Abschiebehaft ablehnen, Integration beschleunigen

Die Grünen wollen Bremen als „sicheren Hafen“ für Geflüchtete erhalten und lehnen Abschiebehaft sowie Abschiebungen in Kriegs- und Krisengebiete ab. Zugewanderte sollen durch schnellere Berufsanerkennung, Sprachkurse und zügige Einbürgerung rascher Fuß fassen.

Die Grünen wollen Geflüchtete weiter aufnehmen. Sie lehnen Abschiebungen in Kriegs-Gebiete ab. Auch Abschiebe-Haft lehnen sie ab. Zugewanderte sollen schneller Arbeit finden und Deutsch lernen. Die Einbürgerung soll schneller gehen.

Abgelehnt werden auch Abschiebungen im Winter in kalte Regionen. Die Grünen halten an den Landesaufnahmeprogrammen fest und wollen die Programme zum erweiterten Familiennachzug neu auflegen und leichter zugänglich machen. Das Programm „Ankommen im Quartier“ soll mit besserer Kinderbetreuung, fest angestellten Lehrkräften und mehr Lernstunden dauerhaft laufen. Die Einbürgerungskampagne soll fortbestehen, und mehr Personal soll Anträge schneller bearbeiten. Integration versteht das Programm als Querschnittsaufgabe aller Politikfelder.

Originalzitat anzeigen (Seite 109)
„Daher lehnen wir Abschiebungen in Kriegs-und Krisengebiete oder im Winter in Kälteregionen und ebenso die Abschiebehaft ab.“
Seite 109 im Original

Einordnung

  • Migrationdeutlich offen

    Die Ablehnung von Abschiebehaft und von Abschiebungen in ganze Krisenregionen sowie neue Programme zum Familiennachzug verändern die heutige Praxis grundlegend in Richtung Offenheit.

Landesamt für Migration prüfen

Die Grünen wollen prüfen, ob Bremen ein eigenes Landesamt für Migration bekommt, das alle Zuständigkeiten rund um Einwanderung bündelt. Ein Leitfaden soll die Ausländerbehörden zudem anhalten, Spielräume zugunsten der Betroffenen zu nutzen.

Die Grünen denken über ein neues Amt für Migration nach. Dieses Amt soll sich um alles kümmern, was Eingewanderte brauchen. Die Behörden sollen außerdem einen Leitfaden bekommen. Sie sollen Menschen das Bleiben erlauben, wenn das Recht es zulässt.

Das geprüfte Landesamt soll als eigenständige Ausländerbehörde des Landes arbeiten und Aufenthaltsrecht, Versorgung, Unterbringung und Integrationskurse unter einem Dach vereinen. Neue Einwohnerinnen und Einwohner von Bremen und Bremerhaven sollen dort beim Ankommen unterstützt werden. Die Bremerhavener Ausländerbehörde und das Bremer Migrationsamt sollen einen Leitfaden erhalten. Er soll die Beschäftigten anleiten, auf Teilhabe und Schutz vor Gewalt zu achten und ein Bleiberecht zu gewähren, wo das rechtlich geht. Auch beim Familiennachzug soll das Ermessen zugunsten der Antragstellenden ausfallen.

Originalzitat anzeigen (Seite 110)
„Wir prüfen, ein Landesamt für Migration als eigenständige Ausländerbehörde auf Landesebene einzurichten.“
Seite 110 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Die Behörden sollen Ermessensspielräume bei Bleiberecht und Familiennachzug zugunsten der Betroffenen nutzen, was die Praxis schrittweise öffnet.

Beratung im Quartier und Sprachkurse sichern

Die Grünen wollen das Beratungsprogramm „Ankommen im Quartier“ für Geflüchtete dauerhaft fortführen. Kommunale Sprachkurse sollen weiterlaufen und Integrationskurse besser organisiert werden, um Zugewanderten ein selbstbestimmtes Leben zu erleichtern.

Die Grünen wollen ein Beratungs-Programm für Geflüchtete behalten. Es heißt „Ankommen im Quartier“. Auch die Sprachkurse der Stadt sollen weitergehen. Die Integrations-Kurse sollen besser werden.

Die Beratungsstellen des Programms helfen Geflüchteten, die schon in einer eigenen Wohnung leben, etwa bei Gesundheit, Bildung, Arbeit, Existenzsicherung und Angeboten für Kinder. Bei den städtischen Sprachkursen sollen die Qualität gesichert und Gruppen für verschiedene Lernstände eingerichtet werden. Für Integrationskurse sieht das Programm einheitliche Standards, mehr Unterrichtsstunden und individuelle Förderung vor. Hinzu kommen eine qualifizierte Kinderbetreuung und sichere Arbeitsverhältnisse für die Lehrkräfte.

Originalzitat anzeigen (Seite 111)
„Das Angebot an kommunalen Sprachkursen wollen wir deshalb fortsetzen, ihre Qualität sicherstellen und Lerngruppen für unterschiedliche Niveaus anbieten.“
Seite 111 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Bestehende Beratungs- und Sprachangebote für Geflüchtete sollen verstetigt und ausgebaut werden, was die Integrationsförderung schrittweise stärkt.

Unterbringung und Schutz Geflüchteter verbessern

Die Grünen wollen in der Erstaufnahme mehr Platz und Privatsphäre schaffen und besonders schutzbedürftige Geflüchtete schneller passend unterbringen und betreuen. Das Programm begründet dies mit Erfahrungen aus der Pandemie.

Die Grünen wollen mehr Platz in den Unterkünften für Geflüchtete. In einem Zimmer sollen höchstens zwei Personen wohnen. Schwangere und Alleinerziehende sollen schneller eine passende Unterkunft bekommen. Auch andere verletzliche Menschen sollen schnell Hilfe bekommen.

Der Umbau der Erstaufnahme in der Lindenstraße soll rasch fertig werden. Schwangere und Alleinerziehende sollen schneller in geeignete oder private Unterkünfte kommen; weitere Gruppen wie unbegleitete Minderjährige, Traumatisierte oder Menschen mit Behinderung sollen früh Beratung und passende Betreuung erhalten. Die psychologische Erstberatung in der Landeserstaufnahmestelle wird weiter gefördert, Schutzbedürftigkeit soll statistisch erfasst werden. Wohnberechtigungsscheine sollen großzügig an Geflüchtete gehen. Im Bund treten die Grünen dafür ein, geschlechtsspezifische Verfolgung stärker und Menschenhandel als Asylgrund anzuerkennen, auf EU-Ebene für eine soziale Mindestsicherung für EU-Zugewanderte.

Originalzitat anzeigen (Seite 111)
„Unser Ziel ist, dass Alleinreisende maximal zu zweit in einem Zimmer untergebracht werden sollen.“
Seite 111 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Höhere Unterbringungsstandards, leichterer Zugang zu Wohnraum und zusätzliche Asylgründe erweitern Schutz und Rechte Geflüchteter schrittweise.

Abschiebungen einschränken, Bleibeperspektiven schaffen

Die Grünen setzen bei abgelehnten Asylsuchenden auf freiwillige Ausreise und wollen Abschiebungen in Bremen und im Bund begrenzen. Abschiebehaft lehnen sie ab; langjährig in Bremen lebende Menschen ohne Papiere sollen über einen Stichtag ein Bleiberecht erhalten.

Die Grünen wollen möglichst wenige Abschiebungen. Abgelehnte Asyl-Suchende sollen freiwillig ausreisen. Niemand soll in ein Kriegs-Gebiet abgeschoben werden. Abschiebe-Haft lehnen die Grünen ab. Menschen ohne Papiere sollen bleiben dürfen, wenn sie schon lange in Bremen leben.

Bremen soll sich weiter als sicherer Hafen verstehen und stärker in Städtenetzwerken wie „Solidarity Cities“ mitarbeiten. Ausgeschlossen werden Abschiebungen aus Schulen, Hochschulen und Betrieben, was für die ganze Familie gelten soll, sowie in Kriegs- und Krisengebiete wie Afghanistan, Syrien oder die Ukraine. Hinzu kommt die Forderung nach einem allgemeinen Abschiebestopp im Winter für kalte Regionen. Im Bund unterstützen die Grünen ein Einwanderungsgesetz mit „Spurwechsel“, also dem Wechsel aus dem Asylverfahren in die reguläre Zuwanderung.

Originalzitat anzeigen (Seite 112)
„Zwangsweise Rückführungen sollen in Bremen weiterhin die Ausnahme bleiben und auch bundesweit eingeschränkt werden.“
Seite 112 im Original

Einordnung

  • Migrationdeutlich offen

    Die Ablehnung der Abschiebehaft, Abschiebestopps für ganze Regionen und ein Bleiberecht für Papierlose würden die heutige Rückführungspraxis grundlegend in Richtung Offenheit verändern.

Landesaufnahmeprogramme neu auflegen

Die Grünen wollen das Bremer Aufnahmeprogramm für den Nachzug von Familienangehörigen aus Syrien und Afghanistan in verbesserter Form neu starten. Bisherige Beschränkungen sollen überprüft werden.

Bremen hat ein eigenes Programm für Geflüchtete. Damit können Familien-Angehörige aus Syrien und Afghanistan nachkommen. Die Grünen wollen dieses Programm neu starten und verbessern. Sie wollen die bisherigen Hürden überprüfen.

Auf den Prüfstand sollen insbesondere die Altersgrenze und die Verpflichtungserklärung, mit der Angehörige für den Unterhalt der Nachziehenden einstehen. Außerdem unterstützen die Grünen das Resettlement-Programm des UN-Flüchtlingshilfswerks. Dieses Programm siedelt besonders gefährdete Geflüchtete um und gibt ihnen einen dauerhaften Aufenthaltstitel.

Originalzitat anzeigen (Seite 112)
„Das Landesaufnahmeprogramm für Familiennachzüge aus Syrien sowie Afghanistan werden wir neu und verbessert auflegen“
Seite 112 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Ein eigenes Aufnahmeprogramm für Familiennachzug soll erneuert und von Hürden entlastet werden, was die Aufnahme schrittweise erleichtert.

Einbürgerung aktiv fördern

Die Grünen wollen die Bremer Einbürgerungskampagne dauerhaft fortführen, damit mehr Menschen eingebürgert werden und die Wartezeiten sinken. Wer lange genug in Bremen lebt, soll von den Behörden direkt angesprochen werden.

Die Grünen wollen, dass mehr Menschen den deutschen Pass bekommen. Die Wartezeit soll kürzer werden. Die Behörde soll Menschen von sich aus anschreiben. Das gilt für alle, die schon lange genug in Bremen leben.

Die bestehende Kampagne soll verstetigt werden, mit dem Ziel einer höheren Einbürgerungsquote und möglichst kurzer Wartezeiten. Dafür prüfen die Grünen, wie zusätzliche Stellen geschaffen werden können. Personen, die wegen ihrer Aufenthaltszeit die Bedingungen erfüllen, sollen automatisch einen Brief erhalten und zusätzlich persönlich kontaktiert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 113)
„Menschen, die aufgrund ihrer Aufenthaltsdauer in Bremen die Voraussetzungen zur Einbürgerung erfüllen, sollen automatisch angeschrieben und persönlich kontaktiert werden.“
Seite 113 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Einbürgerungen sollen durch aktive Ansprache und kürzere Wartezeiten im bestehenden Recht erleichtert werden.

Europäische Flüchtlingspolitik an Menschenrechten ausrichten

Die Grünen fordern eine solidarische europäische Flüchtlingspolitik, die Schutzsuchenden ein faires, individuelles Asylverfahren garantiert. Den Grenzschutz wollen sie rechtsstaatlich gestalten und dem Europäischen Parlament unterstellen; Zurückweisungen an den Außengrenzen lehnen sie als rechtswidrig ab.

Die Grünen wollen: Europa schützt Menschen, die vor Krieg und Gewalt fliehen. Jeder Mensch soll ein faires Asyl-Verfahren bekommen. An den Grenzen der EU soll das Recht gelten. Das Europäische Parlament soll den Grenz-Schutz kontrollieren. Bremen soll ein ziviles Rettungs-Schiff mit Spenden unterstützen.

Die Partei kritisiert, dass sogenannte Pushbacks an den EU-Außengrenzen zunehmend als normal gelten. Aus ihrer Sicht hat die Grenzschutzagentur Frontex rechtsstaatliche Ansprüche bisher nicht erfüllt; sie befürwortet eine europäische Debatte über nötige institutionelle Änderungen. Kooperationen der EU mit Drittstaaten sollen an Menschen- und Grundrechte gebunden sein. Bremen soll eine Spendenpatenschaft für ein ziviles Seenotrettungsschiff übernehmen.

Originalzitat anzeigen (Seite 189)
„Wir fordern ein europäisches Grenzschutzsystem nach rechtsstaatlichen Maßstäben, das den Schutz von Geflüchteten sicherstellt und unter effektiver Kontrolle durch das Europäische Parlament steht.“
Seite 189 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Der Grenzschutz soll europäisch organisiert und stärker vom Europäischen Parlament kontrolliert werden, was die EU-Institutionen stärkt.

  • Migrationeher offen

    Der Schutz Geflüchteter, individuelle Asylverfahren und ein Ende von Zurückweisungen an den Außengrenzen sollen gegenüber der heutigen Praxis gestärkt werden.

Sichere Fluchtwege schaffen, Abschottung der EU beenden

Die Grünen fordern sichere Fluchtwege mit Aufnahmekontingenten und eine gerechte Verteilung der Ankommenden. Geschlossene Lager, Transitzonen, Außenlager in Drittstaaten und die Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache lehnen sie ab. Bremen soll zudem eine Spendenpatenschaft für ein ziviles Rettungsschiff übernehmen.

Die Grünen wollen sichere Wege für Menschen auf der Flucht. Sie sind gegen geschlossene Lager an den Grenzen der EU. Die EU soll nicht mehr mit der Küstenwache von Libyen zusammenarbeiten. Bremen soll Geld für ein Rettungs-Schiff sammeln.

Das Programm lehnt abgesperrte Großlager in der EU, Transitzonen, Lager in Drittstaaten und Abkommen zur Zurückweisung in Drittstaaten ab, weil sie aus Sicht der Partei Menschenrechte verletzen und autokratische Regierungen stärken. Auch Geld für repressive Regierungen entlang der Fluchtrouten soll es nicht geben. Anstelle der Einstufung sicherer Herkunftsländer sollen Rückübernahmeabkommen treten, die die Menschenrechte wahren; kooperierende Länder sollen im Gegenzug Visa-Erleichterungen oder Ausbildungspartnerschaften erhalten. Die EU soll das Flüchtlingshilfswerk UNHCR dauerhaft besser unterstützen. Die Partei verurteilt die Kriminalisierung privater Seenotretter und will, dass Bremen früh auf europäische Gesetzesvorhaben einwirkt.

Originalzitat anzeigen (Seite 190)
„Wir wollen sichere Fluchtwege mit Kontingenten und eine gerechte Verteilung, die sich an den Bedürfnissen der ankommenden Menschen und der Kommunen orientiert.“
Seite 190 im Original

Einordnung

  • Migrationdeutlich offen

    Sichere Fluchtwege, das Ende der Kooperation mit Libyens Küstenwache und der Verzicht auf sichere Herkunftsländer würden die heutige Asylpolitik grundlegend öffnen.

Klimaflucht rechtlich anerkennen, Klimagerechtigkeit stärken

Die Grünen wollen, dass Menschen, die wegen der Klimakrise ihre Heimat verlassen müssen, in anderen Staaten Schutz erhalten. Dafür soll das internationale Recht weiterentwickelt werden; Bremen soll dazu Anstöße an den Bund geben. Industriestaaten sollen ihre Finanzzusagen an arme und stark betroffene Länder einhalten.

Manche Menschen müssen wegen der Klima-Krise fliehen. Die Grünen wollen, dass sie in anderen Ländern Schutz bekommen. Dafür sollen sich die Regeln zwischen den Staaten ändern. Reiche Länder sollen armen Ländern das versprochene Geld zahlen.

Das Programm begründet die Forderung damit, dass Dürren, Extremwetter und der Untergang von Inselstaaten Menschen zur Migration zwingen. Die Industriestaaten tragen nach Darstellung der Partei eine besondere Verantwortung, weil sie historisch die meisten Treibhausgase ausgestoßen haben. Zugleich soll die Energiewende keine neuen Ungerechtigkeiten schaffen: Der Rohstoffabbau im globalen Süden soll weltweiten Mindeststandards für Arbeit und Umwelt unterliegen.

Originalzitat anzeigen (Seite 190)
„Das internationale Recht im Bereich Flucht und Migration muss weiterentwickelt werden, sodass Menschen auch aus diesen Gründen Schutz und Sicherheit in anderen Staaten finden.“
Seite 190 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Einhaltung von Klimafinanzzusagen und globale Standards für die Energiewende stärken den Klimaschutz innerhalb des bestehenden Rahmens.

  • Migrationdeutlich offen

    Klimafolgen als Schutzgrund wären ein neuer Schutztatbestand, den es im heutigen Recht nicht gibt.

Was sagen die anderen Parteien zu Migration und Integration?

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