Zum Inhalt springen
parteiprogramm

FDP zur Familie

Aus dem Programm „Was das Land jetzt braucht. Wahlprogramm der Freien Demokraten (Programm der FDP Schleswig-Holstein zur Landtagswahl 2022)“

Landtagswahl Schleswig-Holstein 2022, 8. Mai 2022Original-PDF, 142 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Familie

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 5 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1,2), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich progressiv, 4 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Kita-Beiträge schrittweise abschaffen

Die FDP strebt an, dass Eltern für die Kita gar keine Beiträge mehr zahlen. Wegen der Haushaltslage soll das schrittweise geschehen, indem die Obergrenze für Elternbeiträge Jahr für Jahr sinkt.

Die Kita soll für Eltern irgendwann nichts mehr kosten. Das geht nicht auf einmal, weil das Geld knapp ist. Heute gibt es eine Höchst-Grenze für die Beiträge. Diese Grenze soll jedes Jahr sinken.

Zuerst soll der Beitragsdeckel für Kinder unter drei Jahren auf die Höhe des Deckels für ältere Kinder sinken. Danach soll der gemeinsame Deckel jedes Jahr um mindestens zehn Prozent fallen. Die FDP verweist auf die mit der Kita-Reform eingeführte landesweite Begrenzung der Elternbeiträge und will darauf aufbauen.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„Unser Ziel ist die vollständige Beitragsfreiheit. Dem müssen wir uns vor dem Hintergrund der herausfordernden Lage der öffentlichen Haushalte schrittweise nähern.“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Elternbeiträge sollen schrittweise sinken und durch öffentliche Mittel ersetzt werden, was die staatliche Finanzierung ausweitet.

Kita-Angebot, Qualität und Inklusion weiterentwickeln

Die FDP will die Kita-Reform fortführen: mehr Ganztagsplätze und flexible Betreuungszeiten, höhere Qualitätsstandards und mehr Inklusion. Grundlage für weitere Schritte soll die laufende Auswertung der Reform sein.

Die FDP will die Kitas weiter verbessern. Es soll mehr Ganztags-Plätze und flexible Zeiten geben. Die Regeln für gute Betreuung sollen strenger werden. Kinder mit besonderem Bedarf sollen leichter Hilfe in der Kita bekommen.

Elternwünsche sollen stärker in die Bedarfsplanung einfließen, und Eltern sollen keine größeren Betreuungsumfänge buchen müssen als gewünscht. Die Kita-Datenbank soll nutzerfreundlicher werden und mehr Suchkriterien bieten, etwa zweisprachige Angebote. Die bis 2025 laufende Evaluation soll zeigen, wo zusätzliche Anstrengungen nötig sind; ein Schwerpunkt liegt auf Sprachförderung. Für die Inklusion schlägt die FDP interdisziplinäre Teams in regionalen Zentren vor, die Einrichtungen je nach Lage unterstützen. Kitas in Sozialräumen mit besonderen Herausforderungen sollen mehr Personal und eigene Budgets erhalten, und die Kindertagespflege soll stets einbezogen werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„Diese Mindestanforderungen werden im Standard-Qualitäts-Kosten-Modell (SQKM) abgebildet. Hier wollen wir weitere Verbesserungen erwirken.“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Standards, mehr Personal und zusätzliche Budgets bedeuten einen Ausbau öffentlicher Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Ganztagsbetreuung und Inklusion sollen Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Teilhabe stärken.

Kita-Fachkräfte besser ausbilden und unterstützen

Die FDP will Ausbildung und Arbeitsbedingungen der Fachkräfte in Kitas und Tagespflege attraktiver machen. Dazu gehören mehr Praxis in der Ausbildung, mehr Qualifizierung und ein einfacherer Einstieg für Fachkräfte mit Abschlüssen von außerhalb.

Kitas brauchen gute Fachkräfte. Die FDP will die Ausbildung praktischer machen. Es soll mehr Fortbildungen geben. Wer einen Abschluss aus einem anderen Land hat, soll leichter anfangen können.

Wer Auszubildende anleitet, soll dafür anteilig freigestellt werden. Mehr Qualifizierungsangebote sind für Tagespflegepersonen, sozialpädagogische Assistenzkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher geplant. Die Beschäftigten sollen im Alltag stärker unterstützt werden und sich persönlich weiterentwickeln können. Abschlüsse aus anderen Bundesländern oder dem Ausland sollen einen möglichst unkomplizierten Einstieg erlauben.

Originalzitat anzeigen (Seite 33)
„Wir setzen uns daher für Freistellungsanteile für die Ausbildungsanleitung und mehr Qualifizierungsangebote für Tagespflegepersonen, Sozialpädagogische Assistentinnen und Assistenten und Erzieherinnen und Erzieher ein.“
Seite 33 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Hilfen für Familien und Jugendhilfe stärken

Die FDP will Unterstützungsangebote für Familien enger miteinander und mit der Jugendhilfe verknüpfen. Nach der Pandemie sollen zusätzliche Beratungs- und Freizeitangebote Belastungen ausgleichen, und die Kinderschutzzentren sollen ausgebaut werden.

Es gibt viele Hilfen für Familien. Die FDP will, dass diese Hilfen besser zusammenarbeiten. Nach Corona soll es mehr Beratung und Freizeit-Angebote geben. Auch Zentren für den Schutz von Kindern sollen wachsen.

Familienbildungsstätten, Familienzentren und frühe Hilfen sollen weiter verzahnt werden. Die Beratung im Rahmen der U-Untersuchungen soll mehr persönlichen Austausch ermöglichen. Die FDP will Belastungen durch die Corona-Krise ermitteln und über bestehende Strukturen ausgleichen. Bei der Umsetzung der Reform des SGB VIII sollen Land und Kommunen zusammenarbeiten, etwa bei der Heimaufsicht und der sogenannten inklusiven Lösung. Kinder und Jugendliche sollen in ihrem direkten Umfeld mehr mitbestimmen können.

Originalzitat anzeigen (Seite 34)
„Wir beabsichtigen die Fortsetzung der erfolgreichen Verzahnung der familienunterstützenden Angebote (Familienbildungsstätten, Familienzentren, frühe Hilfen) und einen noch stärkeren Austausch mit den Angeboten der Jugendhilfe.“
Seite 34 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Kinderwunschbehandlung kostenlos ermöglichen

Die FDP setzt sich für eine bundesweit einheitliche Regelung ein, nach der Paare mit unerfülltem Kinderwunsch aussichtsreiche Behandlungen kostenlos erhalten. Eine Familiengründung soll nach ihrer Auffassung nicht an den Kosten scheitern.

Manche Paare bekommen kein Kind, obwohl sie es wollen. Ärzte können oft helfen. Das kostet aber Geld. Die FDP will, dass diese Hilfe kostenlos wird. Die Regel soll in ganz Deutschland gleich sein.

Die Regelung soll bundesweit einheitlich gelten. Kostenfrei sollen Behandlungen sein, die medizinisch Aussicht auf Erfolg haben. Die FDP begründet das damit, dass niemandem aus Kostengründen die Gründung einer Familie versagt bleiben solle.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Daher setzen wir uns für eine bundeseinheitliche Regelung der Kinderwunschbehandlung ein, die für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch medizinisch aussichtsreiche Behandlungen kostenlos ermöglicht.“
Seite 35 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die volle Kostenübernahme für Kinderwunschbehandlungen erweitert eine solidarisch finanzierte Leistung.

  • Gesellschafteher progressiv

    Der leichtere Zugang zur Reproduktionsmedizin stärkt die Selbstbestimmung bei der Familiengründung.

Wechselmodell nach Trennungen vorrangig fördern

Die FDP will, dass Jugendämter nach einer Trennung der Eltern vorrangig das Wechselmodell fördern, bei dem das Kind abwechselnd bei beiden lebt. So sollen beide Elternteile einen gemeinsamen Alltag mit dem Kind behalten.

Manchmal trennen sich Eltern. Die FDP will, dass das Kind dann abwechselnd bei beiden wohnt. Das heißt Wechsel-Modell. Die Jugend-Ämter sollen das zuerst unterstützen. So bleibt die Bindung zu beiden Eltern.

Die FDP will die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Jugendämter dieses Modell bevorzugt unterstützen. Das soll dort gelten, wo die individuellen Voraussetzungen es zulassen. Begründet wird dies damit, dass persönliche Bindungen vor allem durch einen geteilten Alltag erhalten bleiben.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„so dass die Jugendämter vorrangig das Wechselmodell befördern, damit dieser gemeinsame Alltag überall dort auch stattfinden kann“
Seite 35 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Vorrang für das Wechselmodell weicht vom verbreiteten Modell eines hauptbetreuenden Elternteils ab und setzt auf gleichberechtigte Elternschaft.

Kinderrechte im Grundgesetz verankern

Die FDP unterstützt die Forderung, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. Damit sollen die Grundrechte von Kindern auch gegenüber Staat und Eltern eigens bestimmt werden.

Kinder haben Rechte wie alle Menschen. Die FDP will, dass ihre Rechte extra im Grundgesetz stehen. Das Grundgesetz ist das wichtigste Gesetz in Deutschland. So werden die Rechte von Kindern klarer.

Nach Auffassung der FDP haben Kinder Rechte als Bürger, verdienen aber darüber hinaus eine besondere Würdigung. Ihre Grundrechte sollen im Verhältnis zum Staat und zu den Eltern definiert werden. Die Partei will die entsprechende Forderung auf Bundesebene voranbringen.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Wir wollen deshalb die Forderung, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern, befördern und unterstützen.“
Seite 35 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Eigene Kinderrechte in der Verfassung würden die Stellung des Kindes gegenüber Eltern und Staat neu betonen.

Jugendarbeit und Jugendbeteiligung stärken

Die FDP will die Lage der Jugendverbände erheben und gemeinsam mit ihnen gezielte Hilfen entwickeln. Sie begründet das mit der überwiegend ehrenamtlichen Arbeit der Verbände in der Pandemie. Dazu kommen mehr Beratung, bessere Bedingungen im Freiwilligendienst und mehr Mitsprache junger Menschen.

Die FDP will Jugend-Verbände besser unterstützen. Zuerst will sie prüfen, wie es den Verbänden geht. Junge Menschen sollen in ihrer Gemeinde mehr mitreden können. Wer einen Freiwilligen-Dienst macht, soll bessere Bedingungen bekommen.

Das Programm sieht eine baldige Bestandsaufnahme zur Jugendverbandsarbeit vor, aus der zusammen mit den Beteiligten Unterstützungsmaßnahmen entstehen sollen. Beratungs- und Betreuungsangebote sollen gestärkt und bei Bedarf erweitert werden. Kinderarmut sollen Bund, Land und Kommunen gemeinsam angehen. Auch kleine Kommunen sollen Hilfe beim Aufbau einer repräsentativen Jugendvertretung erhalten. Für Freiwilligendienstleistende sollen etwa Taschengeld und Fahrtkostenzuschüsse besser werden. Außerdem soll jedes Schulkind Breitbandinternet nutzen können, und der Landtag soll mit modernen Formaten stärker mit jungen Menschen ins Gespräch kommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 36)
„Wir setzen uns daher für eine zeitnahe Bestandsaufnahme der Rahmenbedingungen der Jugendverbandsarbeit ein“
Seite 36 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Beratungsangebote und Leistungen für Freiwilligendienstleistende sollen ausgebaut werden, was öffentliche Leistungen schrittweise erweitert.

Jugendhilfe und Hilfe bei Wohnungslosigkeit ausbauen

Die FDP will die Jugendhilfe so ausrichten, dass junge Menschen unabhängig vom Elternhaus ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. Dazu sollen die beteiligten Stellen enger zusammenarbeiten und Jugendliche ohne Wohnung schneller Hilfe bekommen.

Die FDP will Jugendlichen in schwierigen Lagen besser helfen. Ämter und Einrichtungen sollen enger zusammen arbeiten. Jugendliche ohne Wohnung sollen schnell Hilfe bekommen. Dafür soll es eine Stelle geben, die immer erreichbar ist.

Jobcenter, Jugendämter, freie Träger der Jugendhilfe und Bildungseinrichtungen sollen stärker kooperieren. Maßnahmen für schwer erreichbare Jugendliche sollen so angelegt sein, dass sie auch nach einem Rückschlag weiterlaufen. Für Jugendliche, denen akut der Verlust der Wohnung droht, nennt das Programm eine dauerhaft erreichbare Anlaufstelle und Notfallwohnungen, über die die Zielgruppe informiert werden soll. Für wohnungslose junge Erwachsene soll ein „Housing First“-Ansatz geprüft werden, bei dem zuerst eine Wohnung vermittelt wird. Nach der Pandemie sollen Bildungs- und Jugendhilfeeinrichtungen den Kontakt zu bisher betreuten und neu betroffenen Jugendlichen wieder aufnehmen.

Originalzitat anzeigen (Seite 36)
„die schnelle Unterstützung von akut von Wohnungslosigkeit bedrohten Jugendlichen zu verbessern, z. B. durch eine ständig erreichbare Kontaktstelle und ein Angebot von Notfallwohnungen“
Seite 36 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Hilfsangebote wie Kontaktstelle und Notfallwohnungen sollen ausgebaut werden, was staatliche Leistungen schrittweise erweitert.

Familienrecht modernisieren, Vereinbarkeit verbessern

Die FDP will die Bundesregierung bei der Reform des Familienrechts unterstützen, darunter die Anerkennung von Mehrelternschaften und die neue Verantwortungsgemeinschaft. Im Land will sie Kinderbetreuung und flexible Arbeitsmodelle ausbauen, damit Familie und Beruf besser zusammenpassen. Das soll für alle Familienformen gelten.

Die FDP will neue Regeln für Familien unterstützen. Ein Kind soll mehr als zwei rechtliche Eltern haben können. Auch Menschen ohne Ehe sollen rechtlich füreinander einstehen können. Kitas sollen länger offen haben. Arbeit soll flexibler werden, damit Eltern Beruf und Familie schaffen.

Die Verantwortungsgemeinschaft soll es zwei oder mehr Volljährigen erlauben, auch ohne Ehe oder Liebesbeziehung rechtlich füreinander einzustehen. Die elterliche Sorge soll gleichberechtigt und am Kindeswohl orientiert ausgeübt werden können. Bei der Kinderbetreuung geht es der FDP vor allem um längere Betreuungszeiten. Gemeinsam mit den Sozialpartnern sollen Modelle zu Arbeitszeit, Arbeitsort und Arbeitsteilung wie Jobsharing gestärkt werden. Ausdrücklich einbezogen sind Patchwork- und Regenbogenfamilien.

Originalzitat anzeigen (Seite 113)
„die Bundesregierung bei der Einführung des Instituts der Verantwortungsgemeinschaft unterstützen“
Seite 113 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Mit Mehrelternschaften und der Verantwortungsgemeinschaft sollen neue Rechtsformen jenseits von Ehe und klassischer Elternschaft entstehen, die es heute nicht gibt.

Was sagen die anderen Parteien zur Familie?

Alle Programme in Schleswig-Holstein im Vergleich