Zum Inhalt springen
parteiprogramm

FDP zu Arbeit und Sozialem

Aus dem Programm „Was das Land jetzt braucht. Wahlprogramm der Freien Demokraten (Programm der FDP Schleswig-Holstein zur Landtagswahl 2022)“

Landtagswahl Schleswig-Holstein 2022, 8. Mai 2022Original-PDF, 142 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Arbeit und Soziales

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen (0), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 1 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 1 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Arbeitszeitgesetz modernisieren und flexibilisieren

Die FDP will das Arbeitszeitgesetz auf einen einfachen Rahmen beschränken, den Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen ausfüllen. Individuelle Arbeitswünsche und Arbeitsmodelle sollen aus Sicht der Partei nicht unnötig eingeengt werden.

Ein Gesetz regelt, wie lange Menschen arbeiten dürfen. Die FDP will dieses Gesetz einfacher machen. Firmen und Beschäftigte sollen mehr selbst vereinbaren. So sollen Arbeitszeiten besser zum Leben passen.

Die FDP bekennt sich zur Tarifautonomie und hält einen hohen Organisationsgrad bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern für vorteilhaft. Sie will Arbeitszeitmodelle unterstützen, die mobiles Arbeiten berücksichtigen, sowie Arbeitszeitkonten mit langer Laufzeit. Moderne Arbeitszeitmodelle sollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Modellprojekte zur Ausbildung in Teilzeit sollen weiterlaufen und ausgeweitet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„das Arbeitszeitgesetz modernisieren: Es braucht hier einen einfachen, verständlichen Rahmen, der im Sinne der Tarifautonomie durch Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen etc. konkretisiert werden kann.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Die gesetzlichen Arbeitszeitvorgaben sollen auf einen einfachen Rahmen reduziert und die Ausgestaltung den Tarif- und Betriebsparteien überlassen werden, was weniger staatliche Regulierung bedeutet.

Liberales Bürgergeld statt vieler Einzelleistungen

Die FDP will ein liberales Bürgergeld einführen. Es soll die vielen verschiedenen Sozialleistungen ersetzen, die das Programm als unübersichtlich bezeichnet.

Heute gibt es viele verschiedene Hilfen vom Staat. Die FDP findet das zu kompliziert. Sie will stattdessen eine einzige Leistung. Diese heißt Bürgergeld.

Das Bürgergeld soll an die Stelle zahlreicher Transferleistungen treten. Die FDP bekennt sich zugleich zum Grundsatz von Fördern und Fordern. Ziel ihrer Arbeitsmarktpolitik ist es nach dem Programm, mehr Menschen den Weg in Arbeit zu erleichtern.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„ein liberales Bürgergeld anstelle vielfältiger und unübersichtlicher Transferleistungen.“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Mehrere Sozialleistungen sollen in einer Leistung gebündelt werden; das vereinfacht das System, ohne dass der Punkt mehr oder weniger Umverteilung festlegt.

Ausbildung, Weiterbildung und Arbeitsmarktintegration stärken

Die FDP will die berufliche Bildung, vor allem die duale Ausbildung und den MINT-Bereich, sowie die Fort- und Weiterbildung stärken. Mehr Menschen sollen Zugang zum Arbeitsmarkt finden, weil der Fachkräftemangel aus Sicht der Partei eine der größten Herausforderungen ist.

Die FDP will die Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule stärken. Menschen sollen ihr Leben lang dazulernen können. Jugendliche sollen bessere Hilfe bei der Berufswahl bekommen. Mehr Menschen sollen eine Arbeit finden.

Die Jugendberufsagenturen sollen ausgebaut und die Orientierung beim Übergang von der Schule in den Beruf verbessert werden. Jugendliche ohne Schulabschluss, Menschen mit Behinderung, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Migrationshintergrund sollen besser in Arbeit kommen, unter anderem durch stärkere Produktionsschulen. Die Erwerbstätigkeit von Frauen und Älteren soll durch gezielte Maßnahmen und Beratung steigen. Investitionen in die eigene Weiterbildung sollen einfacher werden, auch mit Online- und Hybridformaten. Für Alleinerziehende sind eigene Angebote vorgesehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Deshalb werden wir Ausbildungs-, Fort- und Weiterbildungsangebote weiter verbessern.“
Seite 58 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Arbeitsschutz verbessern und Missstände bekämpfen

Die FDP will die Aufgaben im Arbeitsschutz in den verschiedenen Branchen weiter konsequent angehen. Sie setzt auf gezielte Informationskampagnen und auf wirksame Möglichkeiten, bei Missständen einzugreifen.

Arbeit soll nicht krank machen. Die FDP will den Schutz bei der Arbeit verbessern. Betriebe und Beschäftigte sollen besser informiert werden. Bei schlimmen Zuständen soll der Staat eingreifen können.

Als Beispiele nennt das Programm die strukturelle Überlastung in Gesundheits- und Pflegeberufen, die körperlichen Belastungen beim Bau von Offshore-Windanlagen und prekäre Arbeitsverhältnisse in der Schlachtindustrie, besonders für ausländische Arbeitskräfte. Die Informationskampagnen sollen sich an Arbeitgeber und Arbeitnehmer richten und auch mehrsprachig sein. Arbeitsschutz sichert nach Darstellung der FDP die körperliche und psychische Gesundheit und damit Lebensqualität und Teilhabe.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Ebenso müssen effektive Möglichkeiten gegeben sein, gegen Missstände wirksam einzuschreiten.“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat soll Arbeitsschutzregeln wirksamer durchsetzen und gegen Missstände in Betrieben einschreiten können, was die Aufsicht über Unternehmen schrittweise stärkt.

Sozialleistungen wirksamer und transparenter machen

Die FDP will prüfen, wie wirksam staatliche Sozialleistungen sind, und offener darlegen, wohin Mittel fließen und welche Strukturen sie fördern. Das soll Hilfe zielgenauer und nachhaltiger machen.

Die FDP will prüfen, ob soziale Hilfen vom Staat gut wirken. Alle sollen sehen können, wohin das Geld geht. So soll die Hilfe besser bei den Menschen ankommen.

Nach dem Programm muss ein Sozialstaat seine Mittel effizient einsetzen. Geprüft werden soll, ob Initiativen, die wiederholt als Projekt Geld bekommen, eine dauerhafte institutionelle Förderung erhalten sollten. Ebenso soll untersucht werden, ob bestehende Strukturen funktionieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 94)
„tritt deswegen neben der Betrachtung der Wirksamkeit staatlicher Leistungen auch für eine Erhöhung der Transparenz beim Einsatz von Mitteln und bei den von ihnen geförderten Strukturen ein“
Seite 94 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Inklusion als Querschnittsaufgabe fortführen

Die FDP will Inklusion weiter als Aufgabe aller Politikbereiche behandeln und den Landesaktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention weiterentwickeln. Menschen mit Behinderungen sollen mehr Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen, und Kitas und Schulen sollen mehr Unterstützung für Inklusion erhalten.

Die FDP will Menschen mit Behinderungen überall besser beteiligen. Das gilt zum Beispiel für Kultur, Verkehr und Arbeit. Sie sollen mehr Chancen auf normale Arbeits-Plätze haben. Kitas und Schulen sollen dafür mehr Hilfe bekommen.

Nach dem Programm soll Teilhabe in regulären Kitas und Schulen möglich sein, soweit es dem Wohl der Kinder dient. Die Kompetenzteams Inklusion in der frühkindlichen Bildung sollen weiter ausgebaut werden. In der schulischen Inklusion will die FDP multiprofessionelle Teams in festen Strukturen schaffen. Leistungen verschiedener Träger sollen so in ein gemeinsames Konzept einfließen.

Originalzitat anzeigen (Seite 95)
„Ebenso treten wir für mehr Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen am ersten Arbeitsmarkt ein.“
Seite 95 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen soll in Arbeit, Kita und Schule schrittweise ausgebaut werden, was zu Gleichstellung und Vielfalt passt.

Ehrenamt stärker unterstützen

Die FDP will ehrenamtliches Engagement durch hauptamtliche Strukturen stützen, vor allem in der Jugendverbandsarbeit, und die Ehrenamtsstrategie des Landes weiterentwickeln. Die Ehrenamtskarte soll mehr Vergünstigungen bieten, insbesondere im Nahverkehr.

Viele Menschen helfen freiwillig und ohne Lohn. Das nennt man Ehrenamt. Die FDP will diese Menschen besser unterstützen. Die Ehrenamts-Karte soll mehr Vorteile bringen, zum Beispiel bei Bus und Bahn. Es soll auch Beratung bei Hass und Angriffen geben.

Das Programm folgt dem Grundsatz, dass Ehrenamt professionelle Hilfe bei Verwaltung, Organisation und Fachfragen braucht. Nach der Pandemie sollen Strukturen, Angebote und Netzwerke erhalten und ausgebaut werden. Die Ehrenamtsmesse soll wachsen, und beim Versicherungsschutz will die FDP Ehrenamtliche unterstützen. Schulen sollen enger mit örtlichen Vereinen zusammenarbeiten, vor allem im Sport. Für Ehrenamtliche, die Hass und Angriffe erleben, ist ein Beratungsangebot vorgesehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 95)
„eine Erweiterung der sog. Ehrenamtskarte um weitere Angebote, insbesondere beim ÖPNV auf den Weg bringen.“
Seite 95 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Teilhabe älterer Menschen fördern

Die FDP will Einsamkeit im Alter mit generationsübergreifenden Wohnprojekten und einer digitalen Plattform für alle Angebote begegnen. Zudem sollen Nahverkehr und Barrierefreiheit verbessert sowie Bildungs- und Präventionsangebote für Ältere ausgebaut werden.

Die FDP will, dass alte Menschen nicht einsam sind. Jung und Alt sollen zusammen wohnen können. Eine Internet-Seite soll alle Angebote gegen Einsamkeit zeigen. Busse und Bahnen sollen besser und ohne Hindernisse sein. Es soll mehr Kurse für ältere Menschen geben.

Das Programm will das Ehrenamt älterer Menschen fördern, vor allem in Bildung und Integration. Für die Mobilität sollen der öffentliche Nahverkehr verbessert, Verkehrsmittel barrierefreier und bürokratische Abläufe einfacher werden. Sportkurse und Gesundheitsberatung sollen als Vorsorge ausgebaut werden. Lernangebote sollen Älteren den Umgang mit neuer Technik vermitteln, gestützt durch den Ausbau digitaler Infrastruktur. Außerdem will die FDP barrierefreies Bauen fördern und das Land für Unternehmen der Gesundheitsbranche attraktiver machen.

Originalzitat anzeigen (Seite 96)
„Deshalb wollen wir gezielt generationsübergreifende Wohnprojekte fördern und uns für intragenerationellen Austausch einsetzen.“
Seite 96 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Was sagen die anderen Parteien zu Arbeit und Sozialem?

Alle Programme in Schleswig-Holstein im Vergleich