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CDU zu Klima und Energie

Aus dem Programm „Unser Hessenprogramm 2024–2029 (Hessen weiter führen)“

Landtagswahl Hessen 2023, 8. Oktober 2023Original-PDF, 164 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Klima und Energie

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen (+0,1), aus 10 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 4 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 5 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Europaausgewogen (+0,3), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 1 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 2 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Klimaausgewogen (-0,2), aus 17 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 7 eher Klimaschutz zuerst, 6 ausgewogen, 4 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Klimaschutz durch Green-Tech statt Verbote

Die CDU will Hessen zum führenden Standort für Öko-Tech-Forschung machen und setzt beim Klima- und Naturschutz auf Innovation statt auf Verbote. Hochschulen sollen zu Energiefragen technologieoffen forschen können.

Die CDU will das Klima mit neuer Technik schützen. Verbote hält sie für den falschen Weg. Hessen soll bei der Forschung zu Umwelt-Technik führend werden. Firmen aus diesem Bereich sollen nach Hessen kommen. Hochschulen sollen zu allen Energie-Techniken forschen dürfen.

Das Programm will Unternehmen aus dem Bereich grüner Technologien ansiedeln und Gründungen dort fördern. Green-Tech soll Teil der „Houses of“-Strategie werden, die Forschung, Wirtschaft und Politik zusammenbringt. Mit Blick auf Energiesicherheit und Energiewende sollen Hochschulen ohne Festlegung auf bestimmte Technologien forschen. Als Beispiel für ein förderwürdiges Start-up nennt die CDU „Focused Energy“, das von der TU Darmstadt unterstützt wird.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Wirksamer Natur- und Klimaschutz funktioniert nicht durch Gängelei oder Verbote, sondern mit innovativen, nachhaltigen und wirtschaftlich wertschöpfenden Lösungen.“
Seite 35 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Wachstum zuerst

    Klimaschutz soll über Technologie und wirtschaftliche Wertschöpfung statt über Verbote laufen, was Vorgaben zugunsten von Wachstum zurückstellt.

Anreize statt Sanierungspflicht für Wohngebäude

Die CDU will energetische Umbauten von Wohneigentum über Anreize fördern und Menschen beim Energiesparen unterstützen. Verpflichtende Sanierungen, wie sie auf EU-Ebene vorgeschlagen werden, lehnt sie als unverhältnismäßigen Eingriff in Eigentumsrechte ab.

Die CDU will Hausbesitzern beim Energie-Sparen helfen. Dafür soll es Anreize geben, zum Beispiel für den Umbau des Hauses. Eine Pflicht zur Sanierung will die CDU nicht. Solche Pflichten schlägt die EU vor. Die CDU findet das zu hart für Eigentümer.

Ziel der Anreize ist, dass Eigentümer ihre Häuser und Wohnungen energetisch umbauen und so ihre Energiekosten verringern. Die Ablehnung richtet sich gegen Vorschläge aus Brüssel für Sanierungspflichten. Die Partei begründet dies mit den Rechten der Eigentümer.

Originalzitat anzeigen (Seite 51)
„Zwangssanierungen, wie sie in Brüssel vorgeschlagen werden, lehnen wir als völlig unverhältnismäßige Eingriffe in die Rechte der Eigentümer ab.“
Seite 51 im Original

Einordnung

  • Europaeher weniger EU

    Ein konkreter Regelungsvorschlag der EU für Gebäude wird abgelehnt, die Entscheidung soll bei Eigentümern und nationaler Förderung bleiben.

  • Klimaeher Wachstum zuerst

    Die CDU wendet sich gegen diskutierte verbindliche Sanierungsvorgaben und setzt allein auf freiwillige Anreize, was Kosten für Eigentümer über strengere Klimavorgaben stellt.

Energetische Sanierung mit Landesprogramm fördern

Die CDU will ein Landesförderprogramm für energetische Maßnahmen an Gebäuden auflegen. Beim Bund will sie erreichen, dass die frühere Förderung für den Effizienzstandard 55 fünf Jahre länger gilt.

Die CDU will Geld für sparsame Häuser geben. Wer sein Haus dämmt, bekommt eine Förderung. Das gilt auch für Solar-Anlagen. Der Bund soll seine alte Förderung für Neubauten länger zahlen.

Gefördert werden sollen unter anderem die Dämmung von Außenwänden, Dach, oberster Geschossdecke und Kellerdecke sowie neue Fenster. Auch Photovoltaikanlagen, steckerfertige Mini-Solaranlagen, Hocheffizienzpumpen mit Schlammfilter und Energie-Checks der Verbraucherzentrale sind genannt. Auf Bundesebene will die CDU die bis zum Vorjahr geltende Förderung für den Effizienzstandard 55 um fünf Jahre verlängern und erst danach strengere Anforderungen zulassen. Das Programm begründet dies damit, dass die Bundesregierung das Bauen abrupt ausgebremst habe.

Originalzitat anzeigen (Seite 52)
„Wir werden ein Förderprogramm für energetische Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg bringen.“
Seite 52 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein neues staatliches Förderprogramm und verlängerte Bundesförderung erweitern öffentliche Ausgaben schrittweise.

  • Klimaausgewogen

    Der Punkt verbindet neue Förderung für Klimaschutz an Gebäuden mit dem Aufschub strengerer Effizienzvorgaben.

Heizungsverbote ablehnen, Holzheizung erhalten

Die CDU lehnt das Heizungsgesetz der Bundesregierung und ein Verbot von Gas- und Ölheizungen ab. Die Wärmeversorgung soll stattdessen über Anreize und technologieoffene Lösungen modernisiert werden. Heizen mit Holz und Biomasse soll auch im Neubau erlaubt bleiben.

Die CDU ist gegen das Heizungs-Gesetz vom Bund. Sie will keine Verbote für Gas-Heizungen und Öl-Heizungen. Sie will lieber Anreize geben. Heizen mit Holz soll weiter erlaubt sein.

Das Programm bezeichnet das Bundesgesetz als falschen Weg, weil ein kurzfristiges Verbot aus Sicht der CDU praktisch nicht umsetzbar und für viele nicht bezahlbar sei. Es führe zu Ablehnung und Verunsicherung. Die CDU setzt auf Anreize und Offenheit für verschiedene Techniken. Als waldreiches Land will Hessen nach dem Programm die Wärmeerzeugung mit Holz, Pellets und anderer Biomasse voranbringen, ausdrücklich auch in neuen Gebäuden.

Originalzitat anzeigen (Seite 52)
„Wir lehnen Verbote und Zwangsmaßnahmen in den Heizungskellern der Bürgerinnen und Bürger entschieden ab.“
Seite 52 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Anreize statt gesetzlicher Vorgaben bedeuten weniger Regulierung für Eigentümer.

  • Klimaeher Wachstum zuerst

    Die Ablehnung verbindlicher Heizungsvorgaben zugunsten von Anreizen stellt Kosten und Akzeptanz vor strengere Klimaregeln.

Hessen bis 2045 klimaneutral machen

Die CDU bekennt sich zur Klimaneutralität Hessens bis 2045 und zu den vereinbarten Zwischenschritten. Das hessische Klimagesetz soll an die geänderten Bundesregeln angepasst werden, wodurch feste Sektorenziele entfallen.

Hessen soll bis 2045 klimaneutral sein. Das heißt: Hessen schadet dem Klima dann nicht mehr. Die CDU will das Klima-Gesetz von Hessen ändern. Feste Ziele für einzelne Bereiche soll es dann nicht mehr geben. Die Landes-Verwaltung soll schon 2030 klimaneutral sein.

Klimamaßnahmen sollen nach dem Programm nur umgesetzt werden, wenn sie ökologisch nachhaltig, wirtschaftlich und sozial vertretbar, technologieoffen und wettbewerbsneutral sind. Weil der Bund verbindliche Sektorenziele abschafft, könne auch Hessen nicht mehr damit arbeiten; alle Sektoren sollen aber weiter angemessen beitragen. Auf Landesebene setzt die CDU auf Information, Vernetzung, Förderung und Anreize und will die Klimakommunen weiter unterstützen. Die Landesverwaltung soll bis 2030 netto-treibhausgasneutral werden und bei Gebäuden, Mobilität und Beschaffung als Vorbild dienen.

Originalzitat anzeigen (Seite 102)
„Die beschlossenen Ziele zur Reduzierung von Klimagasemissionen werden wir einhalten. Wir machen Hessen bis 2045 klimaneutral!“
Seite 102 im Original

Einordnung

  • Klimaausgewogen

    Das bestehende Ziel der Klimaneutralität 2045 bleibt, während verbindliche Sektorenziele im Landesgesetz entfallen sollen; der Punkt verbindet beide Richtungen.

Heizungs- und Verbrennerverbot sowie Sanierungspflichten ablehnen

Die CDU lehnt das von der Bundesregierung geplante faktische Verbot neuer Gas- und Ölheizungen ebenso ab wie ein pauschales Verbot von Autos mit Verbrennungsmotor. Auch auf EU-Ebene geplante Sanierungspflichten für Gebäude weist sie zurück.

Die CDU ist gegen ein Verbot von neuen Gas-Heizungen und Öl-Heizungen. Sie ist auch gegen ein Verbot von Autos mit Verbrenner-Motor. Die EU plant Pflichten zum Sanieren von Häusern. Auch das lehnt die CDU ab. Sie sagt: Verbote machen den Klimaschutz unbeliebt.

Aus Sicht des Programms passen pauschale Verbote nicht zum Alltag der Menschen, erzeugen Widerstand und schwächen die Zustimmung zum Klimaschutz. Die auf europäischer Ebene vorgesehenen Sanierungsvorschriften bezeichnet die CDU als unverhältnismäßigen Eingriff in die Rechte von Eigentümern. Stattdessen will sie Wirtschaft und Bürger dabei unterstützen, die Vorgaben auf effiziente Weise zu erreichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 102)
„Pauschale Verbote gehen an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbei, führen zu Widerstand und gefährden die Akzeptanz für den Klimaschutz.“
Seite 102 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Der Punkt wendet sich gegen neue Vorgaben für Eigentümer und Verbraucher und setzt auf weniger Regulierung.

  • Europaeher weniger EU

    Auf EU-Ebene vorgesehene Sanierungsvorschriften werden als Eingriff ins Eigentum zurückgewiesen, also weniger EU-Vorgaben.

  • Klimaeher Wachstum zuerst

    Geplante und beschlossene Klimavorgaben für Heizungen, Autos und Gebäude werden abgelehnt, was Kosten und Akzeptanz Vorrang vor strengeren Regeln gibt.

Europäischen Emissionshandel als Leitinstrument ausbauen

Die CDU sieht den europäischen Emissionshandel als zentrales Instrument des Klimaschutzes und unterstützt seine Ausweitung auf Gebäude und Verkehr. Langfristig strebt sie einen einheitlichen CO2-Preis für alle Sektoren in ganz Europa an.

Wer CO2 ausstößt, muss dafür Zertifikate kaufen. Das nennt man Emissions-Handel. Die CDU will diesen Handel in Europa ausweiten. Er soll auch für Gebäude und Verkehr gelten. Am Ende soll es in ganz Europa einen einzigen CO2-Preis geben.

Nach dem Programm soll der CO2-Ausstoß über einen Marktmechanismus auf EU-Ebene gesteuert werden, technologieoffen und wettbewerbsneutral. Die Einbeziehung von Gebäuden und Verkehr mit fester Obergrenze (ETS2) gilt der CDU als Garantie, dass diese Sektoren ihre Vorgaben erfüllen. Ein sektorübergreifender Zertifikatehandel soll dafür sorgen, dass sich die günstigste Technik zur CO2-Vermeidung durchsetzt. Europa soll so möglichst bis 2045 die erste klimaneutrale Region der Welt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 102)
„Wir unterstützen daher die auf europäischer Ebene beschlossenen Schritte zur Einführung des „ETS2“ als wichtigen marktwirtschaftlichen Ansatz für effizienten Klimaschutz.“
Seite 102 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Klimaschutz soll über Preise und Markt statt über staatliche Einzelvorgaben gesteuert werden.

  • Europaeher mehr EU

    Ein einheitlicher, sektorübergreifender CO2-Preis für ganz Europa würde die gemeinsame EU-Klimapolitik ausweiten.

  • Klimaausgewogen

    Der Punkt unterstützt die bereits beschlossene CO2-Bepreisung mit Obergrenze und verbindet Klimaziele mit Kosteneffizienz, ohne den heutigen Stand zu verschärfen oder zu lockern.

Klimaschutz durch Technik und CO2-Speicherung voranbringen

Die CDU setzt beim Klimaschutz auf technische Lösungen statt auf Verzicht. Sie will ein Sonderprogramm für Klimatechnologien auflegen, die Abscheidung und Speicherung von CO2 voranbringen und natürliche CO2-Senken ausbauen.

Die CDU will das Klima mit Technik schützen. Menschen sollen nicht verzichten müssen. Das Land soll Geld in neue Klima-Technik stecken. CO2 soll man einfangen und speichern können. Auch Wälder und Moore sollen mehr CO2 binden.

Mit dem Sonderprogramm „High-Tech-for-Climate“ will das Land zusammen mit Hochschulen und Unternehmen in Forschung, Entwicklung und Marktreife von Klimatechniken investieren. Vom Bund erwartet die CDU bessere rechtliche Voraussetzungen für CCS und CCU, also das Abscheiden und Speichern oder Nutzen von CO2, sowie internationale Kooperationen. Klimaschutzverträge (Carbon Contracts for Difference) sollen intensiv genutzt und auch für kleine und mittlere Unternehmen leicht zugänglich werden. Die CO2-Bindung in Wald, Mooren und Böden soll über Anreize ausgeweitet werden. Außerdem will die CDU kerntechnisches Wissen in Forschung und Aufsicht in Hessen erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 103)
„Technische Ansätze zur Abscheidung und Speicherung von CO2 aus der Atmosphäre oder im Rahmen von industriellen Produktionsprozessen treiben wir in diesem Zusammenhang voran.“
Seite 103 im Original

Einordnung

  • Klimaausgewogen

    Der Punkt will mehr in Klimatechnik und CO2-Senken investieren, lehnt aber Verzicht und Einschränkungen als Weg ab und verbindet so beide Anliegen.

Hessen zum Leitmarkt für Wasserstoff ausbauen

Die CDU will die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie weiter fördern und Hessen zum Leitmarkt machen. Dazu sollen Tankstellen und Infrastruktur ausgebaut und die Zusammenarbeit mit anderen Ländern verstärkt werden.

Die CDU will Wasserstoff stärker fördern. Wasserstoff ist ein Gas, das Energie liefern kann. Hessen soll dafür ein führender Markt werden. Es soll mehr Tankstellen für Wasserstoff geben. Handwerker für den Klimaschutz sollen gut ausgebildet werden.

Über Wasserstoffallianzen soll der Marktstart gefördert und in Wasserstoff-Tankstellen sowie Ladeinfrastruktur investiert werden. Einen Schwerpunkt legt das Programm auf kleine Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen mit Brennstoffzelle, für die zunächst im Ballungsraum die Infrastruktur entstehen soll. Bei der Förderung von dualer Ausbildung und Handwerk will die CDU besonders auf Fachkräfte für Klimaschutzmaßnahmen achten. Klimabildung soll fortgesetzt und aus Sicht der Partei wissenschaftlich fundiert und ideologiefrei vermittelt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 103)
„Die Förderung der Wasserstofftechnologie werden wir in Kooperation mit anderen Ländern intensivieren.“
Seite 103 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Förderung von Wasserstofftechnik und der zugehörigen Infrastruktur soll ausgebaut werden, was den klimafreundlichen Umbau schrittweise voranbringt.

Hessen an Klimafolgen anpassen

Die CDU will Hessen mit einer „Offensive Klimaanpassung“ auf die Folgen der Erderwärmung vorbereiten. Geplant sind Investitionen in Hochwasser- und Extremwetterschutz, Vorsorge gegen Stromausfälle und Hilfen für Land- und Forstwirtschaft.

Das Klima wird wärmer. Die CDU will Hessen darauf vorbereiten. Das Land soll mehr Geld für den Schutz vor Hochwasser und Unwetter ausgeben. Es soll Anlauf-Stellen für Notfälle bei Strom-Ausfall geben. Auch Bauern und Wald-Besitzer sollen Hilfe bekommen.

Die bestehenden Forschungsstellen sollen vernetzt und die KLIMPRAX-Projekte ausgeweitet werden, um alle staatlichen Ebenen auf wetterbedingte Katastrophen vorzubereiten. Für den klimagerechten Umbau der Infrastruktur will das Land Kommunen und private Investoren unterstützen; ein Klimafolgenfonds für Kommunen gilt als denkbar. Private Vorsorge soll ein eigenes Förderprogramm erhalten, und dezentrale Notfall-Anlaufpunkte sollen bei Stromausfällen helfen. Für Landwirte plant die CDU die Förderung von Mehrgefahren-Versicherungen und Forschung an klimaangepassten Sorten. Mit dem Finanzplatz Frankfurt sollen zudem Versicherungslösungen für internationale Klimaschäden entwickelt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 104)
„Die Klima-Anpassung an die nicht mehr vermeidbare Erderwärmung ist eine der CO2-Vermeidung gleichgestellte Aufgabe.“
Seite 104 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Punkt sieht zusätzliche öffentliche Investitionen und Förderprogramme für Schutz und Vorsorge vor.

Technologieoffene Energieforschung und Kernfusion ausbauen

Die CDU kündigt eine „Energieoffensive“ an, die keine Technik zur Energieerzeugung ausschließt. Hessen soll Leitstandort für Energieforschung werden, insbesondere für die lasergetriebene Kernfusion.

Die CDU will alle Arten von Energie erforschen lassen. Keine Technik soll von vornherein verboten sein. Hessen soll führend in der Energie-Forschung werden. Besonders wichtig ist der CDU die Kernfusion. Dabei verschmelzen Atomkerne und geben Energie ab.

Nach dem Programm sollen neue saubere Energien nicht durch staatliche Vorgaben, sondern durch Forschungs- und Technologieförderung zum Durchbruch kommen. Am House of Energy soll ein Exzellenzcluster „Saubere Energie 2040“ entstehen, das unter anderem Geothermie, vertikale Windkraft, Agro- und Floating-Photovoltaik, Speicher, Flüssigsalzreaktoren und Transmutationsanlagen erforscht. Die Fusionsforschung in Darmstadt soll intensiviert werden. Auf Bundesebene will die CDU erreichen, dass Fusionsforschung nicht mehr unter das Atomgesetz fällt. Zugleich betont sie eine „No-Blackout-Politik“: Der Umbau der Energieversorgung dürfe die Versorgungssicherheit nicht gefährden.

Originalzitat anzeigen (Seite 106)
„Wir wollen die langfristigen Chancen der lasergetriebenen Kernfusion nutzen und den Standort Hessen hierfür zum Leitstandort ausbauen.“
Seite 106 im Original

Einordnung

  • Klimaausgewogen

    Saubere Energien sollen stärker erforscht werden, zugleich lehnt der Punkt staatliche Vorgaben ab und stellt Versorgungssicherheit gleichrangig daneben.

Abgeschaltete Kernkraftwerke als Reserve erhalten

Die CDU will sich dafür einsetzen, die zuletzt abgeschalteten Kernkraftwerke vorerst als strategische Reserve zu erhalten und nicht zurückzubauen. Sie begründet das mit Versorgungssicherheit und stabilen Preisen in der Energiekrise.

Deutschland hat seine letzten Kern-Kraftwerke abgeschaltet. Die CDU will, dass man sie noch nicht abbaut. Sie sollen als Reserve bereitstehen. Die CDU sagt: Das hilft bei sicherem Strom und stabilen Preisen.

Aus Sicht des Programms können die Anlagen in der Energie- und Preiskrise zur Grundlast, zur Versorgungssicherheit und zu stabilen Preisen beitragen. Die Abschaltung bezeichnet die CDU als in der damaligen Lage unverantwortlich. Technologieoffenheit bedeute außerdem, Forschung auf diesem Gebiet in Deutschland möglich zu machen.

Originalzitat anzeigen (Seite 107)
„Kernkraftwerke als strategische Reserve zunächst weiterhin vorzuhalten und wenden uns somit auch gegen deren mittelfristigen Rückbau.“
Seite 107 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Stromnetze, Speicher und Wärmenetze ausbauen

Die CDU will Stromnetze auf allen Ebenen ausbauen, Energiespeicher voranbringen und Genehmigungen für Stromleitungen beschleunigen. Auch Nah- und Fernwärme sowie die Energieeffizienz sollen gesteigert werden.

Die CDU will mehr Strom-Leitungen bauen lassen. Genehmigungen dafür sollen schneller gehen. Strom soll man besser speichern können. Speicher sollen weniger Abgaben kosten. Es soll auch mehr Fernwärme geben.

Für Speicher wie Power-to-Gas, Power-to-Liquid und Batterien sollen regulatorische Hürden fallen; vom Bund erwartet die CDU, Speicher von Entgelten, Abgaben und Steuern zu entlasten. Bei überregionalen Leitungen soll möglichst auf vorgelagerte Raumordnungsverfahren verzichtet und die Umrüstung auf Hochtemperaturseile im Schnellverfahren erlaubt werden. Wärmenetze sollen wachsen und Abwärme aus Industrie und Rechenzentren besser genutzt werden. Der Wettbewerb „Bioenergie-Dorf“ soll neu aufgelegt werden, und Energieeffizienz will die CDU über Beratung und Anschubfinanzierung fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 107)
„Wir werden daher den Netzausbau auf allen Spannungsebenen unterstützen, smart grids und die Digitalisierung der Netze intensivieren und die Weiterentwicklung und Marktdurchdringung von Speichertechnologien vorantreiben.“
Seite 107 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Der Punkt will Verfahren verkürzen, regulatorische Hürden abbauen und Speicher von Abgaben und Steuern entlasten.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Netze, Speicher, Wärmenetze und Effizienz sollen schneller ausgebaut werden, was den Umstieg auf erneuerbare Energien schrittweise voranbringt.

Energiesparen durch Beratung und Abwrackprämie fördern

Die CDU will Energieeinsparungen in Haushalten, Gebäuden und Betrieben mit mehr Beratung und Förderung voranbringen. Beim Bund will sie sich für eine Abwrackprämie für alte Haushaltsgroßgeräte einsetzen.

Die CDU will, dass Menschen und Firmen weniger Energie verbrauchen. Dafür soll es mehr Beratung geben. Wer ein altes Gerät gegen ein sparsames tauscht, soll Geld bekommen. Das soll der Bund bezahlen.

Der Zuschuss für den Gerätetausch soll gelten, wenn das neue, besonders effiziente Gerät mindestens 30 Prozent Energie spart. Haushalte mit geringem Einkommen sollen intensiver beraten und durch Förderangebote von hohen Kosten entlastet werden. Zusammen mit privaten Partnern und Verbraucherzentralen soll die Energieberatung für den Gebäudebestand wachsen; Gutscheine sollen Untersuchungen von Bestandsbauten auf wirtschaftliche Einsparmöglichkeiten ermöglichen. Mit Industrie und Mittelstand will die CDU Beratung und Wissenstransfer verstärken und Carbon Contracts for Difference (staatliche Klimaschutzverträge) häufiger einsetzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 108)
„Um den Austausch energiefressender Altgeräte zu beschleunigen, werden wir uns beim Bund für eine Abwrackprämie einsetzen.“
Seite 108 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Punkt setzt auf zusätzliche staatliche Zuschüsse und Förderangebote.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr Beratung, Zuschüsse und Klimaschutzverträge sollen den Energieverbrauch schrittweise senken, ohne neue Verbote.

Modell „PrivatPlusEnergie“ für Eigenstromerzeuger einführen

Die CDU will sich beim Bund für ein Fördermodell namens „PrivatPlusEnergie“ einsetzen, das auf die Strompreisbremse folgen soll. Wer selbst Ökostrom erzeugt und nutzt, soll auch beim übrigen Stromverbrauch begünstigt werden.

Manche Menschen machen selbst Strom, zum Beispiel mit Solar-Anlagen. Die CDU will diese Menschen belohnen. Sie sollen auch für ihren restlichen Strom Hilfe bekommen. Dafür will die CDU beim Bund werben.

Das Modell soll privates Engagement bei der Energieerzeugung stärker belohnen. Mieterstrom- und Contracting-Modelle sollen ebenfalls von der Unterstützung erfasst werden. In einer zweiten Stufe will die CDU das Modell auf Industriebetriebe übertragen.

Originalzitat anzeigen (Seite 109)
„Wer selbst erneuerbaren Strom produziert und verbraucht, soll für seinen restlichen Verbrauch besonders gefördert werden.“
Seite 109 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Modell verlängert staatliche Eingriffe in den Strompreis als gezielte Förderung für eine Gruppe.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Ein neuer finanzieller Anreiz soll die private Erzeugung erneuerbaren Stroms ausweiten.

Photovoltaik mit 100.000-Dächer-Programm ausbauen

Die CDU will Solarenergie auf Dächern, Gewerbeflächen, an Verkehrswegen, über Parkplätzen und teils über Äckern und Gewässern ausbauen. Ein 100.000-Dächer-Programm mit günstigen oder zinslosen Darlehen und weniger Steuern und Bürokratie sollen Photovoltaik zur Regel machen.

Die CDU will viel mehr Solar-Anlagen in Hessen. Sie sollen auf Dächer, Parkplätze und neben Autobahnen. Es soll billige Kredite für 100.000 Dächer geben. Für selbst genutzten Solar-Strom soll man keine Steuern zahlen.

Ein Prozent der Landesfläche soll gemäß Energiegesetz für Photovoltaik bereitstehen, wobei Doppelnutzungen wie Dächer Vorrang haben. Das Darlehensprogramm soll auch Fassaden einschließen; das Solar-Kataster wird fortgeführt und auf Frei- und Konversionsflächen erweitert. Solarpflichten von Bund oder EU will die CDU mit Steueranreizen begleiten und Eigentümern alternative Energiequellen offenhalten. Auflagen des Denkmalschutzes für Solaranlagen sollen verringert werden. Bei Freiflächenanlagen soll die jährliche Zubaugrenze von 35 Megawatt deutlich steigen, die Beschränkung auf landwirtschaftlich benachteiligte Gebiete aber grundsätzlich bleiben. Hinzu kommen Agri-Photovoltaik, Anlagen an Lärmschutzwällen und eine Teststrecke für eine Solarüberdachung der Autobahn.

Originalzitat anzeigen (Seite 109)
„Wir starten das 100.000-Dächer-Programm zur Unterstützung des Photovoltaikausbaus.“
Seite 109 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Staatliche Darlehen stehen neben Steuerfreiheit und Bürokratieabbau, sodass sich Förderung und Entlastung die Waage halten.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Solarausbau soll durch Darlehen, mehr Flächen und höhere Zubaugrenzen beschleunigt werden, mit Anreizen statt Pflichten.

Windenergie ausbauen und Genehmigungen beschleunigen

Die CDU will die Windenergie in Hessen landschaftsverträglich und mit gesellschaftlicher Akzeptanz weiter ausbauen und die Verfahren deutlich verkürzen. Zugleich kritisiert sie, dass der Bund dem Land mehr als die 2011 vereinbarten zwei Prozent der Fläche vorschreibt.

Die CDU will mehr Wind-Räder in Hessen. Die Genehmigung soll schneller gehen. Alte Wind-Räder sollen durch neue ersetzt werden können. Die CDU ärgert sich aber über eine Vorgabe vom Bund zur Fläche.

Um die vom Bund verlangten 2,2 Prozent der Landesfläche zu erreichen, sollen vor allem bereits mit Anlagen bebaute Flächen als Vorrangflächen für Repowering gelten, also für den Ersatz alter durch neue Anlagen. Am Verwaltungsgerichtshof soll ein zusätzlicher Infrastruktur-Senat entstehen, um Verfahren zu entlasten. Beim Bund will die CDU für Superabschreibungen auf Investitionen in Windkraft und andere erneuerbare Energien werben. Die Bundesvorgabe widerspricht aus Sicht des Programms dem Föderalismus und der Bürgernähe.

Originalzitat anzeigen (Seite 110)
„Die Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen müssen substanziell gestrafft und beschleunigt werden.“
Seite 110 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Bessere Abschreibungen und kürzere Verfahren entlasten Investoren steuerlich und bürokratisch.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Schnellere Verfahren, Repowering-Flächen und Steuervorteile sollen den Windausbau schrittweise voranbringen, trotz Kritik an der höheren Flächenvorgabe.

Geothermie durch Abbau von Hürden voranbringen

Die CDU will Erdwärme stärker nutzen, sowohl nahe der Oberfläche als auch aus großer Tiefe. Dafür sollen rechtliche und bürokratische Hindernisse fallen, vor allem im Oberrheingraben mit seinen günstigen geologischen Bedingungen.

Die CDU will mehr Wärme aus der Erde nutzen. Das nennt man Geothermie. Dafür soll es weniger Vorschriften geben. Besonders gut geht das im Oberrhein-Graben.

Bei oberflächennaher Geothermie soll ein Ausgleich zwischen Nutzungsmöglichkeiten und den Vorsorgeregeln des Wasserrechts entstehen. Für die Tiefengeothermie will die CDU geologische und planungsrechtliche Grundlagen legen und Hemmnisse im Berg-, Bau- und Wasserrecht verringern. Sie will sich dafür einsetzen, dass solche Anlagen im Baurecht ähnlich wie Windräder bevorzugt werden. In der Forschung ist eine Zusammenarbeit mit Netzwerken in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg angestrebt.

Originalzitat anzeigen (Seite 110)
„Wir starten eine Offensive zur besseren Marktdurchdringung von Tiefengeothermie, insbesondere unter Nutzung der guten geologischen Bedingungen im Oberrheingraben.“
Seite 110 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Eine weitere erneuerbare Energiequelle soll durch erleichterte Verfahren stärker genutzt werden.

Biomasse, Holzheizung und Wasserkraft weiter unterstützen

Die CDU will Biogas, das Heizen mit Holz und die Wasserkraft als erneuerbare Energiequellen erhalten und fördern. Zusätzliche Auflagen und neue Ertragssteuern auf Bundesebene lehnt sie ab.

Die CDU will Energie aus Mist, Gülle und Pflanzen weiter fördern. Auch das Heizen mit Holz soll bleiben. Kleine Wasser-Kraftwerke und alte Mühlen bekommen weiter Geld. Neue strenge Regeln dafür will die CDU nicht.

Mist, Gülle, Reststoffe und Anbaubiomasse sollen stärker zur Energieerzeugung dienen; Gassammelleitungen und die Einspeisung ins Erdgasnetz sollen erleichtert werden. Für Biogas fordert die CDU faire Vergütungsmodelle. Holz aus hessischen Wäldern soll als Brennstoff bereitstehen, und die EU soll Holz samt Waldreststoffen als nachhaltig anerkennen. Bei der Wasserkraft strebt das Programm einen Ausgleich zwischen Gewässer- und Fischschutz und Energieerzeugung an und setzt die Förderung kleiner Anlagen fort.

Originalzitat anzeigen (Seite 111)
„Landwirtschaftliche Biomassenutzung und Biogaserzeugung erfahren weiterhin unsere Unterstützung.“
Seite 111 im Original

Einordnung

  • Klimaausgewogen

    Der Punkt stützt erneuerbare Energieformen, wehrt aber zugleich zusätzliche Umweltauflagen für sie ab.

Biogas und Biomasse aus der Landwirtschaft ausbauen

Die CDU will die Energiegewinnung aus landwirtschaftlicher Biomasse und Biogas weiter unterstützen und ausweiten. Auf Bundesebene setzt sie sich für faire Vergütungen und gegen zusätzliche Ertragssteuern ein.

Aus Mist, Gülle und Pflanzen kann man Energie machen. Die CDU will das stärker nutzen. Bauern sollen dafür fair bezahlt werden. Es soll keine neuen Steuern auf die Erträge geben. Biogas soll leichter ins Gasnetz kommen.

Mist, Gülle und Reststoffe sollen zusammen mit eigens angebauter Biomasse stärker zur Energieerzeugung dienen. Bürokratische Hürden und Einschränkungen bei der landwirtschaftlichen Förderung will die CDU nach Möglichkeit abbauen. Für Gassammelleitungen und die Einspeisung ins Erdgasnetz sollen die Bedingungen besser werden, um Verbundsysteme zu stärken. Beim Bund will sich die Partei für faire Vergütungsmodelle und gegen weitere Ertragssteuern einsetzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 124)
„Wir wollen noch stärker Mist, Gülle und landwirtschaftliche Reststoffe mit vielfältiger Anbaubiomasse für die Energieerzeugung nutzen.“
Seite 124 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Was sagen die anderen Parteien zu Klima und Energie?

Alle Programme in Hessen im Vergleich