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CDU zu Gleichstellung und Vielfalt

Aus dem Programm „Unser Hessenprogramm 2024–2029 (Hessen weiter führen)“

Landtagswahl Hessen 2023, 8. Oktober 2023Original-PDF, 164 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gleichstellung und Vielfalt

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschaftausgewogen (0), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 4 eher progressiv, 0 ausgewogen, 4 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 1 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Gendern mit Sonderzeichen an Schulen ablehnen

Die CDU lehnt Gendersprache mit Sonderzeichen wie Doppelpunkt oder Unterstrich an hessischen Schulen ab. Maßgeblich sollen allein die amtlichen Rechtschreibregeln sein; aus Sicht der Partei erschweren solche Schreibweisen das Lesen.

Manche schreiben Wörter mit Doppelpunkt oder Unterstrich, um alle Geschlechter zu meinen. Die CDU will das an Schulen nicht. Sie sagt: Das macht das Lesen schwerer. An Schulen sollen nur die amtlichen Regeln für Rechtschreibung gelten.

Das Programm hält fest, dass allen Menschen in geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll. Schreibweisen mit Sonderzeichen ließen sich nach Auffassung der CDU aber nicht aussprechen und machten Schülerinnen und Schülern das Lesen schwerer. Für alle Schulen sollen deshalb ausschließlich die offiziellen Rechtschreibregeln gelten.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Wir sind gegen die Verwendung der Gendersprache mit Sonderzeichen an Hessens Schulen“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die CDU wendet sich gegen neuere geschlechterinklusive Schreibweisen an Schulen und hält an den überlieferten Rechtschreibregeln fest.

Keine Pflicht zum Gendern an Hochschulen

Die CDU lehnt es ab, dass an hessischen Hochschulen Gendersprache mit Sonderzeichen verpflichtend ist. Wer nicht gendert, soll dadurch keine Nachteile wie schlechtere Noten haben; maßgeblich sollen die Regeln des Rats für deutsche Rechtschreibung sein.

An Hochschulen soll niemand gendern müssen. Gendern heißt hier: Schreiben mit Sternchen oder ähnlichen Zeichen. Wer das nicht tut, soll keine schlechtere Note bekommen. Es sollen die amtlichen Regeln für Rechtschreibung gelten.

Das Programm hält fest, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll. Zugleich wendet es sich gegen einen Zwang zu Schreibweisen mit Sonderzeichen. Der Verzicht darauf soll weder die Bewertung verschlechtern noch andere Folgen haben. Als Maßstab nennt die CDU die Vorgaben des Rats für deutsche Rechtschreibung.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„Wir stehen weiter dafür, dass die vom Rat für deutsche Rechtschreibung vorgeschriebenen Regeln auch an hessischen Hochschulen angewendet werden.“
Seite 31 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die CDU stellt sich gegen verpflichtende Genderschreibweisen und verteidigt die herkömmlichen Rechtschreibregeln, was zum bewahrenden Pol passt.

Bündnis für Werte gründen, Diskriminierung entgegentreten

Die CDU will ein Bündnis für gelebte Werte im Alltag ins Leben rufen und so Respekt, Rücksicht und Zivilcourage stärken. Sie bekennt sich zu einer offenen Gesellschaft, wendet sich gegen jede Diskriminierung und will Altersgrenzen überprüfen.

Die CDU will mehr Respekt und Zusammenhalt im Alltag. Dafür will sie ein Bündnis mit Städten, Vereinen, Kirchen und Medien gründen. Niemand soll benachteiligt werden, zum Beispiel wegen Alter, Religion oder sexueller Orientierung. Alters-Grenzen will die CDU überprüfen.

Das Bündnis soll auf der hessischen „Respekt-Kampagne“ aufbauen und mit Initiativen vor Ort arbeiten; Schulen sollen eingebunden werden. Die Partei nennt als Diskriminierungsmerkmale sexuelle Orientierung, geschlechtliche Identität, Weltanschauung, Behinderung, Alter, Religion und kulturelle Herkunft. Bestehende Altersgrenzen sollen auf ihre Rechtfertigung geprüft werden, soweit das rechtlich möglich ist. Eine Aktion „HessenVorbilder“ soll engagierte Menschen landesweit bekannt machen und den Austausch zwischen Generationen fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„unter Beteiligung von Kommunen, dem Sport, von Kirchen, Verbänden und den Medien wollen wir ein Bündnis für gelebte Werte im Alltag gründen“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Überprüfung von Altersgrenzen und das ausdrückliche Eintreten gegen Diskriminierung, auch wegen sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität, bauen den Gleichbehandlungsschutz schrittweise aus.

Pflicht zur Gendersprache mit Sonderzeichen ablehnen

Die CDU will, dass allen Menschen geschlechtergerecht begegnet wird, lehnt aber jeden Zwang zum Gendern mit Sonderzeichen ab. Sprache soll nach ihrer Auffassung verbinden, weshalb sie die deutsche Sprache nach den geltenden Regeln verwenden will.

Die CDU will keine Pflicht zum Gendern mit Sonderzeichen. Das sind zum Beispiel Sternchen oder Doppelpunkte in Wörtern. Das gilt vor allem für Schulen und Hochschulen. Die CDU sagt: Sprache soll Menschen verbinden.

Das Programm bezeichnet die Pflege der deutschen Sprache als wichtige Klammer für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Partei will die Sprache regelkonform nutzen. Eine Verpflichtung zu Genderschreibweisen mit Sonderzeichen soll es besonders an Schulen und Hochschulen nicht geben. Zugleich hält das Programm am Ziel einer geschlechtergerechten Ansprache fest.

Originalzitat anzeigen (Seite 47)
„lehnen eine Verpflichtung zur Nutzung einer Gendersprache mit Sonderzeichen, insbesondere an Schulen und Hochschulen, ab“
Seite 47 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die CDU verteidigt die herkömmliche, regelkonforme Schreibweise gegen eine diskutierte Pflicht zu Genderformen mit Sonderzeichen.

Gleichstellung von Frauen im Beruf voranbringen

Die CDU will Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei Bezahlung und Führungspositionen abbauen. Sie will mehr Frauen für MINT-Berufe und Gründungen gewinnen, den Wiedereinstieg nach Familienzeiten erleichtern und häusliche Pflege stärker bei der Rente anrechnen lassen.

Frauen verdienen oft weniger als Männer. Die CDU will das ändern. Mehr Frauen sollen Chefinnen werden. Mehr junge Frauen sollen technische Berufe wählen. Wer Angehörige pflegt, soll mehr Rente bekommen.

Im öffentlichen Dienst soll der Weg auf Basis des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes bis zur vollständigen Gleichstellung weitergehen. Die CDU wirbt dafür, dass Männer mehr Sorgearbeit übernehmen, und will sich beim Bund für eine bessere Rentenanrechnung häuslicher Pflege einsetzen. Ein Bündnis mit Wirtschaft und Wissenschaft soll junge Frauen für MINT-Berufe gewinnen. Gründerinnen sollen durch Netzwerke und Mentorinnenprogramme unterstützt werden, ebenso die Rückkehr in den Beruf nach Erziehungs- oder Pflegezeiten. Außerdem will die CDU Forschung zur Frauengesundheit und Aufklärung über Endometriose fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 55)
„Wir setzen uns dafür ein, die Lohnlücke zu schließen.“
Seite 55 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Abbau von Lohnlücke und ungleicher Verteilung der Sorgearbeit treibt die Gleichstellung schrittweise voran.

Frauenhäuser und Hilfen gegen Gewalt sichern

Die CDU will Frauen besser vor Gewalt schützen, vor allem vor häuslicher Gewalt. Notrufe, Beratungsstellen und Frauenhäuser sollen bestehen bleiben und bei Bedarf ausgebaut werden.

Die CDU will Frauen vor Gewalt schützen. Es gibt Notrufe und Beratungs-Stellen für Frauen. Es gibt auch Frauen-Häuser. Diese Hilfen sollen bleiben. Wo es nötig ist, soll es mehr davon geben.

Das Programm nennt den Schutz vor Gewalt als Anliegen mit höchstem Stellenwert. Erhalten werden sollen Frauennotrufe sowie Stellen für Beratung und Intervention. Frauenhäuser für akute Krisen sollen überall im Land erreichbar sein. Ein Ausbau ist dort vorgesehen, wo er erforderlich ist.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„Die Angebote von Frauennotrufen, Beratungs- und Interventionsstellen und ein flächendeckend erreichbares Angebot von Frauenhäusern für akute Krisenfälle werden wir erhalten und wo erforderlich ausbauen.“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Erhalt und bedarfsweise Ausbau öffentlich getragener Schutzangebote erweitert staatliche Leistungen leicht.

Antidiskriminierung und Schutz von LSBT*IQ stärken

Die CDU will Rassismus, Hass und Diskriminierung bekämpfen und die hessische Antidiskriminierungsstrategie umsetzen. Beratungsstellen und die Meldestelle „Hessen gegen Hetze“ sollen gestärkt werden. Gewalt gegen LSBT*IQ will sie klarer erfassen und den Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt fortschreiben.

Die CDU ist gegen Rassismus und Hass. Sie will Beratungs-Stellen dafür stärken. Es gibt eine Melde-Stelle gegen Hetze. Diese soll bekannter werden. Auch queere Menschen sollen besser vor Gewalt geschützt sein.

Die Antidiskriminierungsstelle und das Demokratiezentrum Hessen sollen mit Partnern Prävention, Beratung und Vernetzung ausbauen. Die Meldestelle gegen Hetze soll enger mit der Justiz zusammenarbeiten. Radikalismus will die CDU unabhängig von politischer oder religiöser Richtung bekämpfen. Hassgewalt gegen LSBT*IQ soll deutlicher benannt, Prävention angestoßen und Opferschutz verstärkt werden. Der Landesaktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt wird überprüft und samt Förderangeboten weitergeführt. Veranstaltungen der Community sieht das Programm als Teil des Kulturangebots und will Ablehnung entgegentreten.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Die etablierte Antidiskriminierungsstelle und das Beratungsnetzwerk Demokratiezentrum Hessen werden wir stärken“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Ausbau von Antidiskriminierungsarbeit und die Fortführung des Aktionsplans für Vielfalt stärken Gleichstellung schrittweise.

Inklusion und Integration durch Sport fördern

Die CDU will Vereine besonders unterstützen, die inklusive Sportangebote für Menschen mit Behinderung schaffen. Das Programm „Sport integriert Hessen“ für Geflüchtete, Menschen mit Migrationshintergrund und sozial Benachteiligte soll ausgebaut werden.

Die CDU will Sport für Menschen mit Behinderung fördern. Vereine mit solchen Angeboten bekommen besondere Hilfe. Lotsen sollen Menschen mit Behinderung den Weg zum Sport zeigen. Auch Geflüchtete und Zugewanderte sollen leichter in Sportvereine kommen.

Die Förderung des Behinderten- und Rehabilitationssportverbands, von Special Olympics Hessen und des Gehörlosensportverbands soll auf hohem Niveau bleiben. Der Behindertensportverband soll beim Bau seines Sport- und Verwaltungszentrums in Fulda Hilfe erhalten. Lotsen sollen Menschen mit Behinderung zu Sportangeboten führen und das Ehrenamt entlasten. „Sport-Coaches“ sollen weiterhin landesweit als Ansprechpartner helfen, Menschen in Vereine einzubinden; auch Gesundheitssport und Präventionsprojekte werden gefördert.

Originalzitat anzeigen (Seite 99)
„Das zusammen mit der Sportjugend Hessen erfolgreich implementierte Programm „Sport integriert Hessen“ werden wir intensivieren und ausbauen.“
Seite 99 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Inklusive Angebote und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung sollen im bestehenden Rahmen weiter ausgebaut werden.

  • Migrationeher offen

    Integrationsangebote für Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund im Sport sollen ausgebaut werden.

Jüdisches Leben schützen, Antisemitismus bekämpfen

Die CDU sieht sich wegen der jüdischen Prägung Europas und der deutschen Verantwortung für den Holocaust in besonderer Pflicht für jüdisches Leben in Hessen. Sie will jüdische Einrichtungen schützen, das Amt des Antisemitismusbeauftragten stärken und den Staatsvertrag mit den jüdischen Gemeinden weiterentwickeln.

Die CDU will jüdische Menschen in Hessen besonders schützen. Auch Synagogen und jüdische Schulen sollen Schutz bekommen. Es gibt einen Beauftragten gegen Juden-Hass. Sein Amt soll stärker werden.

Geschützt werden sollen jüdische Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Synagogen, Gemeindehäuser und Schulen. Angriffe auf jüdische Menschen und Einrichtungen nennt das Programm einen Grund zu großer Sorge. Nach Darstellung der CDU ist Antisemitismus vor allem in einzelnen Migrantengruppen verbreitet. Dem will sie mit gezielten Integrationsprogrammen und entsprechenden Angeboten begegnen.

Originalzitat anzeigen (Seite 136)
„Wir verurteilen jede Form des Antisemitismus und stärken das von uns geschaffene Amt des Antisemitismusbeauftragten für Hessen.“
Seite 136 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Keine Pflicht zu Gendersprache in der Verwaltung

Die CDU lehnt es ab, in der Verwaltungssprache eine geschlechtergerechte Schreibweise mit Sonderzeichen vorzuschreiben. Sie begründet das damit, dass eine vorgeschriebene und unverständliche Sprache ihren Sinn verliere.

Manche schreiben Wörter mit Stern oder Doppelpunkt, um alle Geschlechter zu nennen. Die CDU will das in Ämtern nicht zur Pflicht machen. Sie sagt: Sprache muss verständlich sein. Ämter sollen nach den normalen Regeln schreiben.

Nach dem Programm soll die öffentliche Verwaltung die deutsche Sprache nach den geltenden Regeln verwenden. Eine Verpflichtung zu Gender-Schreibweisen mit Sonderzeichen wird abgelehnt. Die Partei argumentiert mit der Verständlichkeit für Bürgerinnen und Bürger.

Originalzitat anzeigen (Seite 138)
„Wir nutzen die deutsche Sprache regelgerecht und lehnen deshalb eine Verpflichtung zur Nutzung einer Gendersprache mit Sonderzeichen in der öffentlichen Verwaltungssprache klar ab.“
Seite 138 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die herkömmliche Schreibweise wird ausdrücklich gegen eine diskutierte Pflicht zu geschlechtergerechter Sprache verteidigt.

Was sagen die anderen Parteien zu Gleichstellung und Vielfalt?

Alle Programme in Hessen im Vergleich