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FDP zu Klima und Energie

Aus dem Programm „Feuer und Flamme für Hessen. Programm zur Landtagswahl 2023“

Landtagswahl Hessen 2023, 8. Oktober 2023Original-PDF, 120 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Klima und Energie

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen (+0,3), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 2 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Europaeher mehr EU (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 1 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Klimaausgewogen (0), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 3 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 3 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Versorgungssicherheit und Kraftwerksstandorte sichern

Die FDP will Gas- und Strommangel verhindern und bestehende Kraftwerksstandorte in Hessen planerisch absichern. Sie rechnet damit, dass Kohle- und Gaskraftwerke, die stillgelegt werden sollten, vorerst weiterlaufen. Die Energiepolitik soll technologieoffen sein und heimische Energiequellen stärker nutzen.

Die FDP will, dass der Strom in Hessen nie ausfällt. Die Standorte von Kraftwerken sollen erhalten bleiben. Kohle- und Gas-Kraftwerke sollen erst einmal weiter laufen. Später sollen sie auf klima-freundliche Technik umgestellt werden. Außerdem soll Energie gespart werden.

Das Programm nennt regelbare Kraftwerke unverzichtbar für eine stabile Stromversorgung und hebt das Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg hervor. Die Umrüstung von Kraftwerken auf klimafreundliche Erzeugung will die FDP unterstützen. Die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten soll sinken, und es soll weder Förderverbote noch Verbote einzelner Technologien geben, wenn damit erzeugte Produkte importiert werden dürfen. Programme des Landes für Energiesparen und Effizienz sollen deutlich wachsen, mit individuellen Lösungen für Großverbraucher. Ohne sichere und bezahlbare Versorgung sieht die Partei den Industriestandort und viele Arbeitsplätze gefährdet.

Originalzitat anzeigen (Seite 23)
„Daher sollen die bestehenden Kraftwerksstandorte in Hessen planerisch gesichert werden.“
Seite 23 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Wachstum zuerst

    Der Weiterbetrieb von Kohle- und Gaskraftwerken und die Ablehnung von Förderverboten stellen Versorgungssicherheit und Preise vor einen schnelleren Ausstieg aus fossilen Energien.

Wasserstoff-Zukunftsgesetz für Hessen vorlegen

Die FDP will ein eigenes Landesgesetz für Wasserstoff einbringen. Es soll die Nutzung von Wasserstoff ohne Festlegung auf bestimmte Verfahren und den Aufbau der nötigen Infrastruktur fördern. Aus Sicht der Partei sichert Wasserstoff sowohl die Energieversorgung als auch die Klimaziele.

Wasserstoff ist ein Gas, das Energie liefern kann. Die FDP will ein neues Gesetz dafür machen. Das Gesetz soll Leitungen und Anlagen für Wasserstoff fördern. Hessen soll an die großen Wasserstoff-Leitungen angeschlossen werden.

Nach dem Programm kann Wasserstoff in Industrie, Verkehr sowie Strom- und Wärmeversorgung eingesetzt werden. Die FDP hält eine leistungsfähige Anbindung an die entstehenden nationalen und europäischen Fernleitungen für nötig, weil Hessens Wirtschaft und Klimaschutz sonst zurückfielen. Das Gesetz soll alles unterstützen, was den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft im Land beschleunigt. Die hessische Wirtschaft sei dazu bereit.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Daher werden wir ein Wasserstoff-Zukunftsgesetz für Hessen vorlegen, das die technologieoffene Nutzung von Wasserstoff und den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur fördern wird.“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Ein neues Fördergesetz für Wasserstoff baut eine klimafreundliche Energieinfrastruktur schrittweise aus.

Erneuerbare Energien und Stromnetze ausbauen

Die FDP will erneuerbare Energien weiter ausbauen, vor allem Biomasse, Biogas und Solarenergie. Die Stromnetze sollen zügig wachsen, darunter die Nord-Süd-Trassen Ultranet und SuedLink sowie die örtlichen Verteilnetze. Hessen soll eine einheitliche Strompreiszone bleiben.

Die FDP will mehr Strom aus Sonne, Biomasse und Biogas. Solar-Anlagen sollen auch auf Parkplätzen und an Autobahnen stehen. Die Strom-Leitungen sollen schneller gebaut werden. In ganz Hessen soll derselbe Strom-Preis gelten.

Für Photovoltaik nennt das Programm neben Dächern auch Freiflächen, überdachte Parkplätze, Schallschutzwände, Streifen an Autobahnen und Bahngleisen sowie Agri-PV. Bei der Windenergie sieht die FDP die größten Möglichkeiten auf See und verweist auf den Schwerpunkt des Bundes in Nord- und Ostsee. Bei der Trassenführung der Übertragungsleitungen sollen die Interessen Betroffener einfließen. Für die Verteilnetze soll Hessen im Bund bessere Investitionsbedingungen erreichen und regionale Hindernisse abbauen. Pläne, das Land wegen neuer Regeln zum Strombinnenmarkt in Preiszonen zu teilen, bewertet die Partei kritisch.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Der Ausbau erneuerbarer Energien trägt zur Versorgungssicherheit und Erreichung der Klimaziele bei und muss daher weiter voranschreiten.“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der weitere Ausbau von erneuerbaren Energien und Netzen treibt die Energiewende schrittweise voran, mit Schwerpunkt auf Solar und Biomasse statt Windkraft an Land.

Energie- und Fusionsforschung ausbauen

Die FDP will die Energieforschung in Hessen stärker fördern. Das Land soll an den Fördermitteln für Wasserstofftechnologien und E-Fuels teilhaben, die bisher an Hessen vorbeigingen. Auch die Forschung zur Kernfusion soll unterstützt werden.

Die FDP will mehr Forschung zu Energie in Hessen. Hessen soll mehr Förder-Geld für Wasserstoff-Projekte bekommen. Auch die Kern-Fusion soll erforscht werden. Das ist eine neue Art, Energie zu gewinnen.

Das Programm verweist auf die IPCEI-Projekte, bei denen der Bund über fünf Milliarden Euro für Wasserstofftechnologien und E-Fuels bereitstellt und rund neun Milliarden Euro private Investitionen hinzukommen. Diese Mittel erreichen Hessen nach Darstellung der FDP bislang nicht, was sie ändern will. Bei der Kernfusion hebt sie die TU Darmstadt und Unternehmen in deren Umfeld hervor. Die Partei sieht in der Fusion langfristig große Chancen für eine klimaneutrale und bezahlbare Energieversorgung.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Auch die Förderung der Energieforschung wollen wir in Hessen ausbauen.“
Seite 24 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Klimaschutz über Emissionshandel statt Sektorziele

Die FDP setzt beim Klimaschutz auf den europäischen Emissionshandel und marktwirtschaftliche Instrumente und lehnt nationale Ziele für einzelne Sektoren ab. Klimamaßnahmen des Landes sollen nach Wirksamkeit und Kosten überprüft und die günstigsten zuerst umgesetzt werden.

Die FDP will das Klima über den Handel mit Emissions-Rechten schützen. Firmen müssen dabei Rechte für ihren Ausstoß von Treibhaus-Gasen kaufen. Feste Ziele für einzelne Bereiche sieht die FDP kritisch. Das Land soll zuerst das tun, was wenig kostet und viel bringt.

Nach Ansicht der FDP zählt allein die Gesamtmenge der Emissionen; wo und wie eingespart wird, solle sich nach Technik und Wirtschaftlichkeit richten. Als Beispiel nennt das Programm die Nutzung der Abwärme von Rechenzentren zum Heizen von Gebäuden. Alle Förderprogramme und klimapolitischen Maßnahmen des Landes sollen auf ihre Wirkung in vermiedenen oder gebundenen Treibhausgasen geprüft werden. Kommunen sollen Hilfestellungen erhalten, und Klimabilanzrechner sollen Bruttoemissionen erfassen sowie die vor Ort möglichen CO2-Einsparungen einzelner Maßnahmen ausweisen.

Originalzitat anzeigen (Seite 89)
„Die national festgelegten Ziele für einzelne Sektoren sehen wir kritisch, denn für den Klimaschutz kommt es ausschließlich auf die Gesamtmenge der Treibhausgasemissionen an.“
Seite 89 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Der Klimaschutz soll stärker über ein Marktinstrument als über staatliche Einzelvorgaben erfolgen, was zum marktorientierten Pol passt.

  • Europaeher mehr EU

    Die Klimapolitik soll stärker über das europäische Handelssystem statt über nationale Ziele laufen, was die EU-Ebene gegenüber heute aufwertet.

  • Klimaeher Wachstum zuerst

    Verbindliche nationale Sektorziele sollen zugunsten einer Steuerung nach Wirtschaftlichkeit zurücktreten, was bestehende Klimavorgaben abschwächt.

Klimaanpassung planen und im Haushalt finanzieren

Die FDP betrachtet die Anpassung an den Klimawandel als Aufgabe von Land und Kommunen, weil sie Ortskenntnis erfordere. Für öffentliche Räume sollen Anpassungsmaßnahmen geplant und Haushaltsmittel eingeplant werden; auch private Vorsorge soll unterstützt werden.

Das Klima verändert sich. Die FDP will, dass sich Hessen darauf vorbereitet. Land und Gemeinden sollen dafür Pläne machen und Geld einplanen. Auch private Haus-Besitzer sollen Hilfe bekommen, zum Beispiel zum Schutz vor Starkregen.

Das Programm begründet dies damit, dass das Pariser Klimaabkommen die Erwärmung selbst im besten Fall nur begrenze. Im privaten Bereich nennt es Versickerungsflächen und die Beschattung von Gebäuden und Flächen, um das Grundwasser zu sichern und die Aufheizung der Städte zu bremsen. Der Schutz von Gebäuden vor Starkregen soll in die Förderung aufgenommen werden, wo er nach Darstellung der FDP bislang fehlt.

Originalzitat anzeigen (Seite 89)
„Wir fordern deshalb, mittel- und langfristige Anpassungsmaßnahmen für die öffentlichen Räume zu planen und für deren Realisierung Mittel in der Haushaltsplanung vorzusehen.“
Seite 89 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Für Klimaanpassung sollen zusätzliche öffentliche Mittel und neue Förderungen bereitgestellt werden, was mehr staatliche Investitionen bedeutet.

Synthetische Flugkraftstoffe und CO2-neutraler Flughafen Frankfurt

Die FDP will Hessen zum führenden Standort für CO2-neutral hergestellte Flugkraftstoffe nach dem Power-to-Liquid-Verfahren machen. Der Frankfurter Flughafen soll möglichst früh CO2-neutral werden, und an hessischen Flughäfen sollen kerosinbetriebene Hilfsturbinen am Boden verboten werden.

Flugzeuge brauchen noch lange flüssigen Treibstoff. Die FDP will, dass dieser Treibstoff künstlich und ohne zusätzliches CO2 entsteht. Hessen soll bei der Forschung dazu vorne sein. Der Flughafen Frankfurt soll bald CO2-neutral werden.

Aus CO2 und Wasserstoff soll Treibstoff entstehen. Die Technik dafür will die FDP voranbringen, bis sich die Herstellung im industriellen Maßstab zu konkurrenzfähigen Preisen lohnt. Genehmigungsverfahren und Förderprogramme für den Umbau des Frankfurter Flughafens will die FDP gemeinsam mit dem Bund zügig voranbringen. Die Verknüpfung von Flug und Bahn mit durchgehender Reisekette soll ausgebaut werden. Abgestellte Flugzeuge sollen über elektrische, mit erneuerbarer Energie betriebene Klimaanlagen (PCA) versorgt werden, statt Hilfsturbinen (APU) zu nutzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 90)
„Wir wollen Hessen zum führenden Standort für die Forschung, Entwicklung und Erprobung dieser Technologie machen und die bestehenden Initiativen intensiv ausbauen.“
Seite 90 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Luftverkehr soll durch synthetische Kraftstoffe und ein Verbot von Hilfsturbinen am Boden klimafreundlicher werden, was die Vorgaben schrittweise verschärft.

Technologieoffenheit beim Heizen, Gas- und Ölinfrastruktur erhalten

Die FDP will beim Heizen keine Technik vorgeben. Bestehende Öl- und Gasheizungen sollen mit erneuerbaren Wärmeerzeugern wie Wärmepumpen kombiniert und später mit Biobrennstoffen oder synthetischen Brennstoffen betrieben werden können; die vorhandene Infrastruktur soll deshalb bleiben.

Die FDP will den Menschen die Wahl ihrer Heizung lassen. Alte Öl- und Gas-Heizungen sollen mit einer Wärme-Pumpe zusammen arbeiten können. Später sollen sie mit klimaneutralen Brennstoffen laufen. Deshalb sollen die Leitungen und Anlagen bleiben.

Große Chancen für weniger CO2 im Gebäudebestand sieht das Programm darin, erneuerbare Wärmeerzeuger in bestehende Heizsysteme einzubinden, und will dies voranbringen. Daran anschließend sollen fortschrittliche Biobrennstoffe oder mit Power-to-X hergestellte synthetische Brennstoffe eingesetzt werden. Aus Sicht der FDP eröffnet das auch Gebäuden mit Öl- oder Gasheizung einen Weg zur Klimaneutralität.

Originalzitat anzeigen (Seite 90)
„sehen wir Freie Demokraten in dem künftigen Einsatz fortschrittlicher Biobrennstoffe oder synthetischer Fuels auf Basis von Power-to-X, auch für Gebäude mit Öl- oder Gas-Heiztechnik, eine klimaneutrale Perspektive und wollen die vorhandene Infrastruktur deshalb erhalten.“
Seite 90 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Die Wahl der Heiztechnik soll den Eigentümern überlassen bleiben statt staatlich vorgegeben zu werden, was auf weniger Regulierung zielt.

  • Klimaeher Wachstum zuerst

    Öl- und Gasheizungen sowie ihre Infrastruktur sollen weiter nutzbar bleiben, statt auf einen verbindlichen Heizungstausch zu setzen, was Vorgaben für den Gebäudebereich abschwächt.

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