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SPD zu Gleichstellung und Vielfalt

Aus dem Programm „Zukunftsprogramm zur Landtagswahl 2023 (Unser Zukunftsprogramm)“

Landtagswahl Hessen 2023, 8. Oktober 2023Original-PDF, 88 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gleichstellung und Vielfalt

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1,1), aus 9 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich progressiv, 8 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 2 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Diskriminierung an Schulen entgegenwirken

Die SPD will an Schulen gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Homophobie und andere Formen der Diskriminierung vorgehen. Dafür sollen leicht zugängliche Beratungs- und Beschwerdestellen sowie Diversitätsbeauftragte eingerichtet werden. Bildungseinrichtungen sollen für Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Diversität und Inklusion stehen.

Die SPD will Benachteiligung an Schulen bekämpfen. Dazu zählen Rassismus und Hass auf Juden. Betroffene sollen sich leicht beschweren können. Es soll Beauftragte für Vielfalt geben. Schulen sollen auch gegen feste Rollen-Bilder für Mädchen und Jungen arbeiten.

Das Programm nennt ausdrücklich Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Antislawismus, Sexismus und Homophobie. Die Diversitätsbeauftragten sollen aus dem Kreis der Betroffenen kommen. Die Schulen sollen der Vorstellung entgegenwirken, Menschen müssten sich nach dem ihnen zugeschriebenen Geschlecht verhalten. Aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen sollen in die Lehrpläne aufgenommen werden. Als Methode setzt die SPD auf fächerübergreifenden Projektunterricht jenseits des 45-Minuten-Takts.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Das erreichen wir unter anderem dadurch, dass wir niedrigschwellige Beratungs- und Beschwerdeangebote sowie Diversitätsbeauftragte von und durch Betroffene etablieren.“
Seite 17 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Neue Diversitätsbeauftragte, Beschwerdestellen und das Hinterfragen von Geschlechterrollen im Unterricht verschieben die Schule schrittweise in Richtung Vielfalt und Gleichstellung.

Inklusion voranbringen und Barrieren abbauen

Die SPD will die UN-Behindertenrechtskonvention in Hessen weiter umsetzen und Inklusion in der Landesregierung zentral koordinieren. Land und Behörden sollen als Vorbild vorangehen, etwa mit Anträgen in Leichter Sprache. Leistungen wie das Gehörlosengeld sollen ausgeweitet werden.

Die SPD will mehr für Menschen mit Behinderung tun. Eine Person in der Regierung soll sich um Inklusion kümmern. Inklusion heißt: Alle können überall mitmachen. Anträge soll es in Leichter Sprache geben. Gehörlose Menschen sollen mehr Geld bekommen.

Die Bauordnung soll bei der Quote barrierefreier Wohnungen geändert werden, und für barrierefreie Mobilität sind neue Regeln geplant. Das Gehörlosengeld soll schon ab einem Grad der Behinderung von 70 fließen, der Monatssatz von 150 Euro soll steigen, und die Nachweiskosten sollen nicht mehr bei den Antragstellenden liegen. Wer aus einem anderen Bundesland in eine hessische Einrichtung zieht, soll Blinden- und Taubblindengeld erhalten können. Geplant sind eine Ausbildungsinitiative für Teilhabe- und Taubblindenassistenz sowie Pflichtanteile zum Thema Behinderung in allen Studiengängen. Schülerinnen und Schüler sollen Grundlagen der Gebärdensprache lernen können, und der Landeswohlfahrtsverband soll gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 41)
„Die Inklusion in Hessen muss in der Landesregierung von einem oder einer Verantwortlichen koordiniert und gleichzeitig ressortübergreifend umgesetzt werden.“
Seite 41 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Gehörlosengeld soll für mehr Menschen gelten und steigen, und Bauvorgaben zur Barrierefreiheit werden strenger.

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Barrierefreiheit, Leichte Sprache und verpflichtende Inhalte zu Behinderung fördern Gleichstellung und Teilhabe.

Religiöse Vielfalt und islamischen Religionsunterricht ermöglichen

Die SPD will Religionsunterricht für alle Glaubensrichtungen ermöglichen, insbesondere einen islamischen Religionsunterricht nach den Vorgaben des Grundgesetzes. Die Zusammenarbeit von Staat und Religionsgemeinschaften soll weiterentwickelt werden. Hessen soll als religiös und weltanschaulich vielfältiges Land gestärkt werden.

In Hessen leben Menschen mit vielen Religionen. Die SPD will Religions-Unterricht für alle Glaubens-Richtungen. Dazu gehört auch islamischer Religions-Unterricht. Der Staat soll weiter mit den Religions-Gemeinschaften zusammenarbeiten.

Der islamische Religionsunterricht soll gemäß Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes nach den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt werden. Den Ethikunterricht begrüßt die SPD als Beitrag zum Miteinander religiöser und nichtreligiöser Weltanschauungen. An Hochschulen soll es genügend Lehrstühle zu Glauben und Weltanschauungen geben, und der Ausbau der islamischen Theologie soll leichter werden. Fachkräfte in Kitas sollen Unterstützung im Umgang mit religiöser Vielfalt bekommen. Das soziale Engagement von Kirchen und Religionsgemeinschaften will die SPD weiter unterstützen und die Religionsfreiheit schützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 48)
„Insbesondere bedarf es eines islamischen Religionsunterrichts, der im Einklang mit GG 7 (3) nach den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt wird.“
Seite 48 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Religionsunterricht für alle Glaubensrichtungen und der Ausbau islamischer Theologie erweitern die Gleichbehandlung der Religionen im bestehenden System.

Landesgesetz gegen Diskriminierung einführen

Die SPD will in Hessen ein Gesetz zum Schutz vor Diskriminierung schaffen und eine Landesbeauftragte dafür einsetzen. Außerdem soll das Integrationsgesetz des Landes grundlegend überarbeitet werden, um der Vielfalt der Gesellschaft gerecht zu werden.

Die SPD will ein neues Gesetz für Hessen. Es soll Menschen vor Benachteiligung schützen. Eine Beauftragte des Landes soll sich darum kümmern. Auch das Gesetz zur Integration soll neu gemacht werden.

Das Gesetz soll die Grundlage für dauerhafte Arbeit gegen Diskriminierung bilden. Nach dem Programm sollen alle Menschen unabhängig von sexueller und geschlechtlicher Identität oder Herkunft gleichberechtigt und selbstbestimmt leben können. Menschen mit Migrationsgeschichte bezeichnet die SPD als festen Teil der Gesellschaft. Deshalb soll das hessische Integrationsgesetz von Grund auf neu gefasst werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„werden wir ein Gesetz zum Schutz vor Diskriminierung schaffen. Außerdem werden wir eine zuständige Landesbeauftragte berufen.“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein eigenes Landesgesetz gegen Diskriminierung und eine Beauftragte bauen den Schutz von Vielfalt und Gleichbehandlung aus.

  • Migrationeher offen

    Das Integrationsgesetz soll mit Blick auf die Teilhabe von Menschen mit Migrationsgeschichte neu gefasst werden, was deren Stellung stärkt.

Parität im Landtag und Frauenquoten einführen

Die SPD will einen Gesetzentwurf für einen je zur Hälfte mit Frauen und Männern besetzten Landtag einbringen. Für Unternehmen, die mehrheitlich dem Land gehören, soll eine Frauenquote in Aufsichtsräten und Vorständen gelten. Das Gleichberechtigungsgesetz soll grundlegend erneuert werden.

Die SPD will mehr Frauen in der Politik. Im Landtag sollen gleich viele Frauen und Männer sitzen. Dafür will die SPD ein Gesetz vorschlagen. Firmen des Landes sollen eine feste Zahl von Frauen in der Führung haben. Männer sollen sich mehr um Kinder und Pflege kümmern.

Hessen soll eine Gleichstellungsstrategie bekommen, die unter anderem darauf zielt, dass Geld den Geschlechtern in gleichem Maß zugutekommt. In den Ministerien sollen mehr Frauen Leitungsposten übernehmen. Die SPD will erreichen, dass Männer deutlich mehr Sorgearbeit leisten, weil diese bisher überwiegend bei Frauen liegt und zu beruflichen und gesundheitlichen Nachteilen führe. Kommunale Programme für Alleinerziehende sollen gefördert werden. Das Hessische Gleichberechtigungsgesetz soll nach den Worten des Programms kernsaniert und Bildungs- und Vernetzungsangebote für Frauen sollen erweitert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Wir wollen die Repräsentanz von Frauen auch in der Politik stärken und ein paritätisch besetztes Landesparlament erreichen.“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Ein Paritätsgesetz für den Landtag und eine Frauenquote für Landesunternehmen wären neue verbindliche Gleichstellungsregeln, die es heute in Hessen nicht gibt.

Istanbul-Konvention umsetzen, Gewaltschutz ausbauen

Die SPD will die Istanbul-Konvention, ein europäisches Abkommen zum Schutz von Frauen vor Gewalt, in Hessen vollständig umsetzen. Schutzangebote sollen überall im Land vorhanden und ausreichend finanziert sein. Ein Schwerpunkt liegt auf barrierefreien Frauenhausplätzen und Vorbeugung.

Die SPD will Frauen besser vor Gewalt schützen. Dafür gibt es ein Abkommen in Europa. Hessen soll es ganz umsetzen. Es soll genug Plätze in Frauenhäusern geben. Auch Frauen mit Behinderung sollen dort Platz finden.

Das Land soll die Konvention überall dort umsetzen, wo es selbst zuständig ist, und die Kommunen dabei unterstützen. Häuslicher und sexualisierter Gewalt soll vorgebeugt werden. Die SPD will auch stärker gegen sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum und gegen geschlechtsspezifische Gewalt im Internet vorgehen. Benachteiligung aufgrund des Geschlechts im Gesundheitswesen soll enden, und Krankheiten, die vor allem Frauen betreffen, sollen kein Tabu mehr sein. Geflüchtete Frauen sollen Informationen über ihre Rechte und psychosoziale Hilfe erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Wir werden in den Teilen, in denen das Land Hessen Entscheidungsbefugnisse hat, die Istanbul Konvention vollumfänglich umsetzen.“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Schutz von Frauen vor Gewalt und der Abbau geschlechtsbezogener Benachteiligung sollen ausgebaut werden, was die Gleichstellung schrittweise voranbringt.

Queere Menschen schützen und fördern

Die SPD will den Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt ausbauen und eine Strategie gegen homo- und transfeindliche Hasskriminalität entwickeln. Queere Jugendangebote, Wohnprojekte und Pflegeeinrichtungen sollen gefördert werden. Bei Pflegeelternschaft und Kinderwunschbehandlung sollen queere Paare gleichgestellt werden.

Die SPD will queere Menschen besser schützen. Queer heißt zum Beispiel: schwul, lesbisch oder trans. Die Polizei soll feste Ansprech-Personen dafür bekommen. Treffpunkte für queere Jugendliche sollen mehr Geld erhalten. Queere Paare sollen leichter Pflege-Eltern werden können.

Bei der Polizei sollen hauptamtliche Ansprechpersonen für LSBTIQ*-Themen eingerichtet und Schutzräume ausgeweitet werden. Die queere Community soll am Ausbau des Aktionsplans beteiligt werden. Für queere Jugendprojekte sind mehr Geld und längere Laufzeiten vorgesehen, und Diversität soll Pflichtthema in der Ausbildung von Jugendleitern werden. Die Pflegeausbildung soll die Bedürfnisse queerer Menschen, besonders von trans Personen, berücksichtigen. Bei der Kinderwunschbehandlung sollen verschiedene Familienformen gleichgestellt und die Finanzierung erweitert werden. Ein vielfältiges Kulturangebot soll Hessen zu einem bevorzugten Reiseziel der Community machen.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Wir werden den hessischen Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt weiter ausbauen und finanziell besser ausstatten.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Bestehende Programme für queere Menschen sollen ausgebaut und verschiedene Familienformen bei Pflegeelternschaft und Kinderwunsch gleichgestellt werden, was die Vielfalt der Lebensformen stärkt.

Rassismus bekämpfen, Diversitäts-Quote einführen

Die SPD will Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung mit strukturellen Maßnahmen angehen, weil sie darin ein Problem der gesamten Gesellschaft sieht. In der Landesverwaltung soll eine Diversitäts-Quote gelten, damit sich Menschen mit Migrationsgeschichte dort wiederfinden.

Die SPD will gegen Rassismus und Benachteiligung vorgehen. Sie sagt: Das Problem betrifft die ganze Gesellschaft. In den Ämtern des Landes sollen mehr Menschen mit Migrations-Geschichte arbeiten. Dafür soll es eine Quote geben. Eine Quote ist ein fester Anteil.

Organisationen, die sich mit Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung auseinandersetzen, sollen stärker und dauerhaft gefördert werden. In staatlichen Institutionen sieht das Programm stärkere Kontrollmechanismen vor. Die politische Bildung und die Bildungsarbeit gegen Extremismus sollen deutlich ausgebaut werden, ebenso Angebote für Dialog und Begegnung. Für die Landesverwaltung plant die SPD eine Diversitäts-Quote. Behörden sollen außerdem diversitätssensibel arbeiten und interkulturelle Kompetenz aufbauen.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Wir wollen Rassismus und Diskriminierung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens bekämpfen.“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Förderung der Antidiskriminierungsarbeit und eine Diversitäts-Quote in der Verwaltung stärken Vielfalt und Gleichstellung.

  • Migrationeher offen

    Die Quote soll Menschen mit Migrationsgeschichte mehr Teilhabe im Staatsdienst verschaffen.

Hochschulen diskriminierungsfrei und familienfreundlich machen

Die SPD will an allen Hochschulen Anlaufstellen gegen Diskriminierung und Diversitätsbeauftragte einrichten. Studium und wissenschaftliche Laufbahn sollen sich besser mit Familie verbinden lassen. Ein Landesprogramm soll den Frauenanteil in der Wissenschaft erhöhen.

An Hochschulen sollen alle die gleichen Chancen haben. Die SPD will überall Stellen für Beratung und Beschwerden schaffen. Hochschulen sollen barrierefrei werden. Für Eltern soll es mehr Kita-Plätze und mehr Teilzeit-Studium geben. Frauen in der Wissenschaft sollen mehr Hilfe bekommen.

Leitbild des Programms sind gleiche Chancen unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, sozialer Herkunft und sexueller Identität. Der barrierefreie Umbau der Hochschulen und barrierefreie Lehre sollen stärker gefördert werden. Für Hochschulangehörige mit Kind will die SPD mehr Kitaplätze schaffen, auch früh morgens und abends, das Teilzeitstudium ausbauen und Studiengänge familienfreundlicher gestalten. Ein eigenes Landesprogramm soll Wissenschaftlerinnen in frühen Karrierephasen unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 81)
„Wir gehen konsequent gegen Diskriminierungen vor und werden flächendeckend Beratungs- und Beschwerdestellen/Diversitätsbeauftragte schaffen.“
Seite 81 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Neue Diversitätsbeauftragte, Beschwerdestellen und ein Frauenförderprogramm bauen Gleichstellungspolitik an Hochschulen aus.

Was sagen die anderen Parteien zu Gleichstellung und Vielfalt?

Alle Programme in Hessen im Vergleich