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FDP zu Gleichstellung und Vielfalt

Aus dem Programm „Feuer und Flamme für Hessen. Programm zur Landtagswahl 2023“

Landtagswahl Hessen 2023, 8. Oktober 2023Original-PDF, 120 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gleichstellung und Vielfalt

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen (0), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 0 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 8 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Sexualkunde modernisieren, kostenlose Menstruationsprodukte

Die FDP will einen Sexualkundeunterricht, der sexuelle Vielfalt und Menstruation ausführlich behandelt. Ein Landesprogramm soll kostenlose Menstruationsprodukte in Bildungseinrichtungen ermöglichen.

Im Unterricht soll es um sexuelle Vielfalt gehen. Auch die Periode soll ein Thema sein. Die FDP will kostenlose Binden und Tampons an Schulen. Dafür soll es ein Programm vom Land geben.

Fachleute von außerhalb der Schule sollen in den Unterricht einbezogen werden. Bei den kostenlosen Produkten soll das Land mit den Schulträgern kooperieren. Dafür ist ein eigenes Landesprogramm vorgesehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 10)
„Wir stehen für einen modernen Sexualkundeunterricht, der Themen wie sexuelle Vielfalt sowie Menstruation und Menstruationshygiene umfassend und angemessen aufgreift“
Seite 10 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Sexuelle Vielfalt im Unterricht zu behandeln und Menstruationsprodukte kostenlos bereitzustellen, verschiebt die Schulpraxis in Richtung Vielfalt und Gleichstellung.

Istanbul-Konvention umsetzen, Frauenhäuser ausbauen

Die FDP fordert, die Istanbul-Konvention gegen Gewalt an Frauen und häusliche Gewalt auch in Hessen zügig und vollständig umzusetzen. Dazu gehören mehr Plätze in Frauenhäusern und eine anonyme, kostenlose Spurensicherung nach sexueller Gewalt.

Die FDP will Frauen besser vor Gewalt schützen. Es soll mehr Plätze in Frauen-Häusern geben. Opfer sollen Spuren kostenlos und anonym sichern lassen können. Dafür müssen sie keine Anzeige machen.

Bund und Länder sollen enger zusammenarbeiten. Die Spurensicherung soll unabhängig von einer Anzeige möglich sein. Die FDP will prüfen, ob Pilotprojekte wie das vom Bundesjustizministerium geförderte „Gewaltfrei in die Zukunft“ auch in Hessen starten. Ansprechpersonen bei Polizei und Justiz sollen nach einheitlichen Standards geschult werden. Frauenarztpraxen sollen routinemäßig über Hilfsangebote informieren, und die Arbeit mit Tätern und Täterinnen soll ausgebaut und fest verankert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 54)
„Wir setzen uns für einen zeitnahen bedarfsgerechten Ausbau von Frauenhausplätzen ein.“
Seite 54 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Schutzplätze und Hilfen gegen Gewalt an Frauen bauen bestehende Gleichstellungs- und Schutzpolitik schrittweise aus.

Gleiche Bezahlung und Chancen für Frauen

Die FDP fordert gleiche Bezahlung für gleiche Leistung und will die wirtschaftlichen Chancen von Frauen verbessern. Als zentrale Voraussetzung nennt sie den flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuung; Arbeitgeber sollen Gehaltsspannen und Einstufungskriterien offenlegen.

Frauen und Männer sollen für gleiche Leistung gleich viel Geld bekommen. Die FDP will mehr Kinder-Betreuung in ganz Hessen. Dann können Eltern leichter arbeiten. Arbeitgeber sollen sagen, wie viel Gehalt es für eine Stelle gibt.

Das Programm nennt einen Gehaltsunterschied von sechs Prozent bei gleicher Qualifikation, Arbeit und Biografie und bezeichnet ihn als nicht hinnehmbar. Die Verhandlungsposition von Frauen beim Gehalt soll gestärkt werden. Bessere Vereinbarkeit soll Frauen Erwerbsarbeit und Vätern mehr Familienarbeit ermöglichen. Zeiten ohne Erwerbsarbeit für Familie und Kinder sollen nach Ansicht der FDP nicht als Karrierepause gelten, sondern als Erfahrungszeit. Dabei soll die Freiheit gewahrt bleiben, den eigenen Lebensentwurf selbst zu gestalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 81)
„Wir fordern gleiche Bezahlung für gleiche Leistung. Wir unterstützen alle Impulse und Anstrengungen, um Verhandlungsstärke von Frauen in Bezug auf das Gehalt zu verbessern.“
Seite 81 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Gehaltstransparenz, Kinderbetreuung und geteilte Familienarbeit sollen die Gleichstellung von Frauen im Erwerbsleben voranbringen.

Vielfalt in Unternehmen ohne Regulierung fördern

Die FDP befürwortet Diversity Management in allen beruflichen Funktionen, will es aber nicht per Regulierung vorschreiben. Der Staat soll moderieren, informieren und kostengünstige Konzepte für den Mittelstand fördern.

Diversity Management heißt: Betriebe fördern die Vielfalt ihrer Beschäftigten. Die FDP findet das gut. Der Staat soll es aber nicht vorschreiben. Er soll informieren und gute Beispiele bekannt machen. Kleine und mittlere Betriebe sollen einfache Konzepte bekommen.

Die FDP will den wirtschaftlichen Nutzen von Vielfalt und passende Instrumente bekannt machen – in der Wirtschaft, im öffentlichen und im sozialen Sektor. Das hessische Wirtschafts- und das Sozialministerium sollen Dialoge über bewährte Beispiele anstoßen und unterstützen. Vielfalt am Arbeitsplatz soll Thema in der beruflichen Bildung und in Fortbildungen der Wirtschaft werden. Außerdem soll die Charta der Vielfalt in Hessen mehr Unterzeichner finden: Die FDP will zusätzliche Unternehmen im Land dafür gewinnen.

Originalzitat anzeigen (Seite 82)
„Die Freien Demokraten befürworten ein ganzheitliches Diversity Management in der Arbeitswelt“
Seite 82 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Der Staat soll Konzepte fördern und informieren, aber ausdrücklich keine Pflichten für Unternehmen einführen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Förderung von Vielfalt in Betrieben und in der beruflichen Bildung stärkt Gleichstellung, bleibt aber bei freiwilligen Mitteln.

Öffentlicher Dienst als Vorbild für Gleichstellung

Die FDP erwartet vom öffentlichen Dienst, dass er Gleichberechtigung und Diversity Management vorbildhaft umsetzt. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten, gleich viele Frauen in Führungspositionen, Jobsharing auf Leitungsebene und bessere Bedingungen für Teilzeitkräfte.

Behörden sollen ein Vorbild für Gleichberechtigung sein. Die FDP will dort gleich viele Frauen wie Männer in Führung. Zwei Personen sollen sich eine Leitungs-Stelle teilen können. Wer Teilzeit arbeitet, soll keine Nachteile haben.

Die Stellen der Frauen- und Behindertenbeauftragten sollen in einen breiteren Diversity-Ansatz überführt werden, wobei jede Dimension von Vielfalt weiter eigens behandelt wird. Gleichstellungsberichte sollen regelmäßig, nach einheitlichen Kriterien und öffentlich erscheinen; bei den Landesministerien sieht das Programm hier Nachholbedarf. Vorgesetzte sollen Teilzeitkräfte regelmäßig auf die Möglichkeit hinweisen, ihre Stunden aufzustocken. Wird eine Vollzeitstelle in Teilzeit besetzt, soll die Arbeitsmenge sinken und für den Rest eine weitere Teilzeitstelle ausgeschrieben oder ersatzweise eine Assistenz angeboten werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 82)
„Der öffentliche Dienst muss daher mit gutem Beispiel vorangehen.“
Seite 82 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Gleiche Repräsentanz von Frauen in Führung, Jobsharing und Diversity Management in der Verwaltung bauen die Gleichstellung schrittweise aus.

Aktionsplan für Vielfalt und Akzeptanz fortentwickeln

Die FDP will den Hessischen Aktionsplan für Vielfalt und Akzeptanz weiterentwickeln und strukturelle Hindernisse für die Gleichstellung von LSBTI-Menschen abbauen. Nach der rechtlichen Gleichstellung gehe es nun um die volle Teilhabe an der Gesellschaft.

Die FDP will mehr für lesbische, schwule, bisexuelle, trans und inter Menschen tun. Dafür gibt es in Hessen einen Aktions-Plan. Die FDP will diesen Plan verbessern. Auch kleine Gruppen sollen leichter Geld für ihre Arbeit bekommen.

Konkrete Schritte sollen gemeinsam mit dem „Runden Tisch“ oder einer vergleichbaren Beteiligungsform festgelegt werden. Lehrkräfte sollen für das Thema sensibilisiert und unterstützt werden, die Zusammenarbeit mit Projekten wie „SCHLAU“ soll enger werden. Die Förderverfahren sollen so gestaltet sein, dass nicht nur bereits professionell arbeitende Organisationen wie die Aids-Hilfen Geld erhalten können. Als Arbeitsfelder der LSBTI-Gruppen nennt das Programm Bildung, Gesundheit, psychosoziale Krisenhilfe sowie Jugend- und zunehmend Altenarbeit.

Originalzitat anzeigen (Seite 84)
„Deshalb muss der Aktionsplan fortentwickelt werden. Dies erfordert auch transparente und praktikable Verfahren“
Seite 84 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein bestehender Aktionsplan für die Gleichstellung von LSBTI-Menschen soll ausgebaut werden, was den heutigen Stand schrittweise in Richtung Vielfalt verschiebt.

Selbstbestimmung für trans und inter Menschen stärken

Die FDP will, dass die hessische Verwaltung trans Menschen die Identitätsfindung nicht erschwert, und begrüßt das vom Bund geplante Selbstbestimmungsgesetz. Außerdem soll sich Hessen dafür einsetzen, dass intersexuellen Kindern kein Geschlecht mehr durch Operationen zugewiesen wird.

Trans Menschen sollen selbst über ihr Geschlecht bestimmen können. Die Ämter in Hessen sollen ihnen das nicht schwer machen. Die FDP findet das geplante Selbstbestimmungs-Gesetz des Bundes gut. Kinder mit uneindeutigem Geschlecht sollen nicht mehr zwangsweise operiert werden.

Die freie Entfaltung der Persönlichkeit soll nach dem Programm nicht von externen Gutachten abhängen. Das Selbstbestimmungsgesetz solle zugleich gewährleisten, dass Schutzräume unangetastet bleiben. Beratungsangebote sollen überprüft und gezielt gefördert, die Zusammenarbeit mit Betroffenenorganisationen verstärkt werden. Eltern intersexueller Kinder sollen beratend begleitet werden; Angebote von Selbsthilfegruppen will die FDP unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 84)
„Alle administrativen Akte müssen vom Gedanken der Selbstbestimmung geprägt sein und spezifische Beratungsangebote sind zu evaluieren und gezielt zu fördern.“
Seite 84 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Verwaltungspraxis soll stärker auf geschlechtliche Selbstbestimmung ausgerichtet und das geplante Selbstbestimmungsgesetz des Bundes unterstützt werden, was zum progressiven Pol passt.

Digitale Angebote barrierefrei und diskriminierungsfrei gestalten

Die FDP will, dass digitale Lösungen barrierefrei sind und niemanden ausschließen. Algorithmen in öffentlich geförderten Projekten sollen keine Diskriminierung verfestigen und für die Öffentlichkeit nachvollziehbar sein.

Digitale Angebote sollen für alle Menschen nutzbar sein. Auch für Menschen mit Behinderung. Computer-Programme sollen niemanden benachteiligen. Bei staatlichen Projekten soll jeder prüfen können, wie die Programme entscheiden.

Nach Darstellung des Programms verfestigen KI-Systeme häufig bestehende Benachteiligungen; in öffentlich geförderten Vorhaben soll das verhindert werden. Algorithmen der öffentlichen Hand sollen offengelegt werden, wenn keine Sicherheitsgründe dagegen sprechen. Bei privaten Projekten setzt die FDP auf Sensibilisierung für die Wirkung verzerrter Daten.

Originalzitat anzeigen (Seite 119)
„Öffentliche Algorithmen sollen daher ebenso öffentlich nachvollziehbar sein, sofern keine Sicherheitsinteressen dem entgegenstehen.“
Seite 119 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Barrierefreiheit und Schutz vor Diskriminierung durch Algorithmen sollen ausgebaut werden, was Gleichstellung und Teilhabe stärkt.

Was sagen die anderen Parteien zu Gleichstellung und Vielfalt?

Alle Programme in Hessen im Vergleich