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AfD zu Gleichstellung und Vielfalt

Aus dem Programm „Wahlprogramm der AfD Hessen zur Landtagswahl 2023“

Landtagswahl Hessen 2023, 8. Oktober 2023Original-PDF, 58 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gleichstellung und Vielfalt

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst (+1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 0 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 2 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher konservativ (+0,8), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 2 eher progressiv, 0 ausgewogen, 1 eher konservativ, 3 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Staatliche Akzeptanzprogramme für Kita-Kinder einstellen

Die AfD will Landesprogramme beenden, die bei Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter für Akzeptanz von Homo- und Transsexuellen werben. Sie nennt dies Frühsexualisierung und sieht die Einordnung von Lebensmodellen und Sexualität allein bei den Eltern.

Das Land hat Programme für Kitas und Grundschulen. Sie werben für Akzeptanz von homosexuellen und transsexuellen Menschen. Die AfD will diese Programme beenden. Sie sagt: Über solche Themen sollen nur die Eltern mit kleinen Kindern sprechen.

Als Beispiel nennt das Programm einen sogenannten Kita-Koffer aus einem Aktionsplan der Landesregierung, der den Begriff der normalen Familie hinterfrage. Aus Sicht der AfD geht das zu weit und wird in Hessen vor allem von den Grünen betrieben. Die Bewertung von Lebensformen und Sexualität soll bei den Eltern liegen, bis Kinder selbst Interesse an diesen Themen zeigen. Die Partei lehnt jede Form dessen ab, was sie Frühsexualisierung nennt.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„Deshalb werden wir alle staatlichen Kampagnen und Programme einstellen, die eine frühsexualisierte Vereinnahmung von Kindern zum Ziel haben.“
Seite 12 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich konservativ

    Bestehende Landesprogramme zur Akzeptanz sexueller Vielfalt bei Kindern sollen vollständig eingestellt werden.

Gender-Forschung und Gendersprache beenden

Die AfD will die Förderung von Gender-Studiengängen, -Professuren und -Forschungsprojekten einstellen und das frei werdende Geld in MINT-Fächer lenken. Geschlechtergerechte Sprache soll in Behörden und im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht mehr verwendet werden.

Die AfD will kein Geld mehr für Gender-Forschung ausgeben. Das Geld soll in Fächer wie Mathe und Technik fließen. Behörden und öffentliche Sender sollen nicht mehr gendern. Gendern heißt: Man schreibt zum Beispiel mit Sternchen. An Hochschulen soll Gendern keine Rolle bei Noten spielen.

Bestehende Gender-Professuren sollen nicht neu besetzt werden, laufende Forschungsprojekte sollen auslaufen. Die AfD hält die Methoden dieser Forschung für unwissenschaftlich und sieht keinen Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft. Gendern darf nach dem Programm nicht in die Bewertung von Studienleistungen einfließen. Das Programm verweist auf den Rat für deutsche Rechtschreibung und darauf, dass 71 Prozent der Deutschen das Gendern ablehnten. Auch staatliche Vorgaben für eine „politisch korrekte“ Sprache lehnt die Partei ab.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Dies bedeutet, dass die gezielte Förderung von Gender-Professuren und -Forschungsprojekten beendet werden muss.“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich konservativ

    Ein ganzes Forschungsfeld soll seine Förderung verlieren und geschlechtergerechte Sprache in Behörden und Rundfunk abgeschafft werden, was Gleichstellungspolitik grundlegend zurücknimmt.

Muezzin-Ruf, Vollverschleierung und Kopftuch im Staatsdienst verbieten

Die AfD will den Muezzin-Ruf unterbinden und die Vollverschleierung im öffentlichen Raum verbieten. Auch das Kopftuch soll im öffentlichen Dienst und für Kinder unter 14 Jahren in öffentlichen Einrichtungen untersagt werden. Scharia-Gerichte, Kinderehen und Vielehen sollen unterbunden werden.

Die AfD will den Muezzin-Ruf verbieten. Das ist der islamische Ruf zum Gebet. Frauen sollen sich draußen nicht ganz verschleiern dürfen. Im Staatsdienst soll das Kopftuch verboten sein. Das soll auch für Kinder unter 14 Jahren in öffentlichen Einrichtungen gelten.

Das Programm begründet das Verbot des Muezzin-Rufs damit, dass dieser aus Sicht der AfD einen Herrschaftsanspruch des Islam über alle Lebensbereiche verbreite. Kritik am Islam sieht die Partei durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Scharia-Gerichte, Paralleljustiz sowie Kinder- und Vielehen nach islamischem Recht sollen unterbunden werden. Das Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst begründet das Programm mit der Neutralitätspflicht des Staates.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Die Vollverschleierung von Frauen in der Öffentlichkeit soll, genau wie das Tragen eines Kopftuches im öffentlichen Dienst (Neutralitätsgebot des Staates) und bei Kindern unter 14 Jahren auch in öffentlichen Einrichtungen verboten werden.“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Der Staat würde die Religionsausübung Einzelner im öffentlichen Raum durch neue Verbote einschränken.

  • Gesellschaftdeutlich konservativ

    Neue Verbote religiöser Praxis und Kleidung, die es heute so nicht gibt, sollen die hergebrachte Kultur gegenüber dem Islam absichern.

Geschlechterquoten und Parität ablehnen

Die AfD lehnt Geschlechterquoten in Studium, Beruf und Politik sowie eigene Frauenstudiengänge ab. Frauen sollen sich aus ihrer Sicht durch Leistung durchsetzen; Frauenförderpläne sollen nur zur Orientierung dienen. Frauen, die sich für Familie statt Beruf entscheiden, sollen nicht benachteiligt werden und eine Grundsicherung erhalten.

Die AfD ist gegen Quoten für Frauen. Eine Quote legt fest, wie viele Stellen an Frauen gehen. Die AfD sagt: Leistung soll entscheiden. Frauen sollen selbst wählen, ob sie arbeiten oder Hausfrau und Mutter sind. Hausfrauen und Mütter sollen nicht arm werden.

Quoten gelten der AfD als leistungsfeindlich und als ungeeignet für die Gleichberechtigung; sie führten bei männlichen Kollegen zu Missachtung. Das Programm hält es für falsch, Gleichstellung zu erzwingen, weil Frauen andere Bedürfnisse hätten als Männer. In der Politik wünscht sich die Partei mehr Frauen, jedoch ohne Paritätsregeln, und setzt auf Werbung und Einbindung in Organisationen. Frauenförderpläne in Unternehmen und Behörden sollen nicht verbindlich sein. Für Frauen ohne Erwerbsarbeit verlangt die AfD eine gute Absicherung während der Kinderbetreuung und im Rentenalter.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„Die AfD Hessen lehnt Geschlechterquoten im Studium oder in der Arbeitswelt generell ab, da Quoten leistungsfeindlich sind.“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die Ablehnung von Quoten und verbindlichen Frauenförderplänen sowie die Aufwertung der Hausfrauen- und Mutterrolle verschieben den heutigen Stand in konservative Richtung.

Lohnlücke abbauen, Rückkehr in den Beruf erleichtern

Die AfD will Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern bei gleicher Leistung abbauen. Flexible Rückkehrmodelle und mehr Kinderbetreuung sollen Frauen den Wiedereinstieg und Aufstieg erleichtern. Alleinerziehende sollen bei Betreuungsplätzen und Schulen Vorrang erhalten.

Frauen und Männer sollen für gleiche Leistung gleich viel verdienen. Frauen sollen nach einer Pause leichter in den Beruf zurückkommen. Dafür soll es mehr Kinder-Betreuung geben. Alleinerziehende sollen zuerst einen Platz in Kita oder Schule bekommen.

Als Grund für wenige Frauen in Führungspositionen nennt das Programm die sogenannte Teilzeitfalle, die sich auch auf Einkommen und Rente auswirke. Rückkehrmodelle, etwa mit Telearbeit, sollen schnell und ohne viel Bürokratie gefördert werden. Befristete Stellen an Hochschulen sollen zugunsten unbefristeter abgebaut werden. Alleinerziehende Frauen tragen laut AfD ein hohes Armutsrisiko und brauchen besondere Unterstützung.

Originalzitat anzeigen (Seite 33)
„Hierzu ist es erforderlich, eine zügige und unbürokratische Umsetzung und die Förderung flexibler Rückkehrmodelle, z. B. durch Telearbeit, zu fördern und es muss ein Ausbau der Möglichkeiten der Kinderbetreuung erfolgen.“
Seite 33 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau der Kinderbetreuung und die Förderung von Rückkehrmodellen erweitern öffentliche Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Gleiche Bezahlung, leichterer Wiedereinstieg und mehr Kinderbetreuung fördern die Gleichstellung von Frauen im Beruf schrittweise.

Frauen vor Gewalt, Missbrauch und Diskriminierung schützen

Die AfD will Frauenhäuser und Beratungsstellen erneuern, ausbauen und weiter fördern. Aufklärungsprogramme an Schulen und in Vereinen sollen vor Gewalt und Diskriminierung schützen; Ärzte sollen Genitalverstümmelungen den Behörden melden müssen. Auch die Vorbeugung gegen sexuellen Missbrauch soll verstärkt werden.

Die AfD will Frauen besser vor Gewalt schützen. Es soll mehr und bessere Frauenhäuser geben. Dort finden Frauen Schutz. Schulen und Vereine sollen über Gewalt aufklären. Ärzte sollen Genital-Verstümmelung den Behörden melden. Opfer von Missbrauch sollen mehr Hilfe bekommen.

Das Programm führt patriarchale Familienverhältnisse und Genitalverstümmelung auf die Zuwanderung der vergangenen Jahre zurück und will Präventionskonzepte weiterentwickeln. Gegen sexuellen Missbrauch von Mädchen sollen Eltern, Erzieher und Lehrkräfte sensibilisiert und Beratungsangebote ausgebaut werden, auch mit Blick auf Gewalt an Frauen mit Behinderung. Im Berufsleben sollen Anlaufstellen für diskriminierte oder gemobbte Frauen entstehen; herabwürdigende Frauenbilder sollen Arbeitgeber sanktionieren. Bei der Prostitution will die AfD die Rechte freiwillig tätiger Frauen stärken und Zwangsprostitution bekämpfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 34)
„Daher ist es wichtig, Frauenhäuser und Interventions- und Beratungsstellen baulich zu erneuern und auszubauen sowie weiter zu fördern.“
Seite 34 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Eine neue Meldepflicht für Ärzte bei Genitalverstümmelung schafft eine zusätzliche staatliche Pflicht zugunsten der Strafverfolgung.

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Schutzeinrichtungen, Aufklärung über Selbstbestimmung und Anlaufstellen gegen Diskriminierung stärken die Stellung von Frauen schrittweise.

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