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AfD zu Finanzen und Steuern

Aus dem Programm „Landeswahlprogramm des Landesverbandes Niedersachsen der Alternative für Deutschland“

Landtagswahl Niedersachsen 2022, 9. Oktober 2022Original-PDF, 84 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Finanzen und Steuern

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt (+0,9), aus 10 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 8 eher mehr Markt, 1 deutlich mehr Markt

  • Gesellschaftdeutlich konservativ (+2), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 0 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 1 deutlich konservativ

  • Europaeher weniger EU (+1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 0 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 2 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Klimaeher Wachstum zuerst (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 0 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 1 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

  • Migrationeher restriktiv (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 0 eher offen, 0 ausgewogen, 1 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Kommunen mehr Steuergeld und Kostenausgleich geben

Die AfD will Aufgaben und Steuereinnahmen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden klar aufteilen und den Kommunen einen größeren Anteil geben. Wer Kommunen eine Aufgabe überträgt, soll deren Kosten vollständig tragen.

Die AfD will, dass Gemeinden mehr Steuergeld bekommen. Gibt das Land den Gemeinden eine Aufgabe, soll es dafür ganz bezahlen. Es soll klar sein, wer welche Aufgabe hat. Länder und Gemeinden sollen bei Steuern ein wenig konkurrieren dürfen.

Bei einer Steuerreform, die auch Gewerbe- und Umsatzsteuer umfasst, sollen Einnahmen stärker an die unterste Ebene fließen. Die AfD befürwortet einen Steuerwettbewerb zwischen Ländern und zwischen Kommunen im Umfang einiger Prozentpunkte innerhalb einheitlicher Gesetze. Mindestens einmal je Wahlperiode soll per Wirtschaftlichkeitsanalyse geprüft werden, wie übernommene Aufgaben finanziert sind. Niedersachsen soll die Kostenfolgen übertragener Aufgaben gesetzlich regeln, etwa durch ein Konnexitäts-Ausführungsgesetz wie in anderen Bundesländern. Als Beispiel für unzureichend ausgeglichene Kosten nennt das Programm den Anspruch auf beitragsfreie Kinderbetreuung.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„Wir fordern, diese Lücke zu schließen und den Kommunen einen aufgabengerechten Steueranteil zuzusprechen.“
Seite 18 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Ein begrenzter Steuerwettbewerb zwischen Ländern und Kommunen und regelmäßige Aufgabenkritik setzen stärker auf Wettbewerb und Ausgabendisziplin.

Steuerschlupflöcher schließen, EU-Steuern ablehnen

Die AfD will alle deutschen Staatsbürger steuerpflichtig machen, auch wenn sie im Ausland wohnen, und Gewinnverschiebungen unterbinden. Eigene Steuern der EU lehnt sie ab.

Die AfD will, dass alle Deutschen in Deutschland Steuern zahlen. Das soll auch gelten, wenn sie im Ausland wohnen. Firmen sollen Gewinne aus Deutschland hier versteuern. Die EU soll keine eigenen Steuern erheben.

Die Steuerpflicht soll ausdrücklich auch für Deutsche gelten, die etwa in die Schweiz oder nach Monaco gezogen sind. Internationale Schlupflöcher sollen geschlossen werden, auch durch Regeln auf EU-Ebene. Ein neues Steuersystem für Deutschland will die AfD gemeinsam mit anderen Parteien und Organisationen wie dem Bund der Steuerzahler erarbeiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Zudem wollen wir, dass in Deutschland erzielte Gewinne künftig auch in Deutschland besteuert werden.“
Seite 17 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine an die Staatsbürgerschaft geknüpfte Steuerpflicht und das Schließen von Schlupflöchern weiten den staatlichen Zugriff auf hohe Einkommen und Gewinne aus.

  • Europaeher weniger EU

    Die AfD verteidigt die nationale Steuerhoheit gegen die diskutierte Einführung eigener EU-Steuern.

Subventionen kürzen und befristen

Die AfD will Subventionen abbauen, zeitlich eng begrenzen und regelmäßig auf ihre Wirtschaftlichkeit prüfen. Nach Darstellung des Programms mindern dauerhafte Hilfen die Leistungsbereitschaft der Empfänger und belasten die Mehrheit.

Die AfD will weniger Subventionen. Das ist Geld, das der Staat an Firmen oder Gruppen gibt. Die Hilfen sollen nur kurz laufen. Der Staat soll prüfen, ob sie sich lohnen.

Subventionen sollen nur für möglichst kurze Zeit vergeben werden. Wirtschaftlichkeitsanalysen sollen zum Standard gehören. Bewilligen und auszahlen soll nur ein kleiner, verantwortlicher Kreis von Personen dürfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Wir werden dafür sorgen, dass Subventionen reduziert, auf einen möglichst kurzen Zeitraum befristet und standardmäßig durch Wirtschaftlichkeitsanalysen überprüft werden.“
Seite 17 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Weniger und kürzere Subventionen verringern staatliche Eingriffe in die Wirtschaft schrittweise.

Förderung für bestimmte Vereine und Projekte streichen

Die AfD will die Gemeinnützigkeit enger fassen und staatliche Unterstützung für eine Reihe von Organisationen und Themen beenden. Aus ihrer Sicht handeln viele als gemeinnützig anerkannte ideologische und religiöse Vereine einseitig.

Die AfD will bestimmten Vereinen kein Staats-Geld mehr geben. Dazu gehören Islam-Verbände und Projekte zu Gender und sexueller Vielfalt. Auch Projekte zum Klima-Schutz sollen kein Geld bekommen. Nur Vereine, die zum Grund-Gesetz stehen, sollen Steuer-Vorteile haben.

Gemeinnützig sollen nur Vereine und Verbände sein, deren Zweck sich aus dem Grundgesetz herleiten lässt und die die freiheitlich-demokratische Grundordnung bejahen. Kein Geld mehr soll es geben für verfassungsfeindliche Gruppen, Islamverbände, Gender Mainstreaming und sexuelle Vielfalt, antikapitalistische Projekte, die Förderung illegaler Einwanderung, den Täter-Opfer-Ausgleich, Werbung für eine Drogenlegalisierung und das, was die Partei Klimaschutzpropaganda nennt. Das Programm betont, die AfD sei nicht gegen Pluralismus, Anderssein begründe aber keinen Anspruch auf staatliches Geld.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„Wir wollen die privilegierte Gemeinnützigkeit auf solche Vereine und Verbände beschränken, deren gesellschaftliches Interesse aus dem Grundgesetz abgeleitet werden kann“
Seite 18 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Staatliche Zuwendungen und Steuervorteile für Vereine sollen eingeschränkt werden, was öffentliche Ausgaben verringert.

  • Gesellschaftdeutlich konservativ

    Die Förderung von Gender Mainstreaming, sexueller Vielfalt und Islamverbänden soll vollständig entfallen, was bestehende Gleichstellungs- und Vielfaltsförderung abschafft.

  • Klimaeher Wachstum zuerst

    Öffentliche Mittel für Klimaschutz-Kommunikation sollen wegfallen, was den Klimaschutz als staatliches Anliegen zurückstuft.

  • Migrationeher restriktiv

    Organisationen, die nach Ansicht der Partei illegale Einwanderung fördern, sollen keine Unterstützung mehr erhalten.

Schuldenbremse beibehalten, neue Steuern ablehnen

Die AfD will die Schuldenbremse in der Landesverfassung unverändert erhalten. Das soll die Bürger vor steigenden Steuern und Abgaben schützen; neue Abgaben wie eine Betten- oder Pferdesteuer lehnt die Partei ab.

Die AfD will die Schulden-Bremse behalten. Das ist eine Regel, die neue Schulden des Landes begrenzt. Die Bürger sollen nicht mehr Steuern zahlen müssen. Eine Betten-Steuer oder Pferde-Steuer lehnt die AfD ab.

Die Schuldenbremse steht seit 2019 in der niedersächsischen Verfassung und soll auch unter einer neuen Regierung nicht gelockert werden. Neue staatliche Aufgaben sollen nur möglich sein, wenn ihre Finanzierung gesichert ist. Grundsätzlich vertritt das Programm die Auffassung, dass Geld beim Bürger besser angelegt wird als durch die öffentliche Verwaltung.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„Die seit 2019 in der Niedersächsischen Verfassung verankerte Schuldenbremse darf auch nach einem Regierungswechsel nicht aufgeweicht werden.“
Seite 18 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Die AfD verteidigt die bestehende Schuldenbremse gegen eine Lockerung und lehnt neue Steuern ab, was Haushaltsdisziplin und niedrige Abgaben betont.

Straßenausbaubeiträge landesweit abschaffen

Die AfD will, dass Anwohner in Niedersachsen nicht mehr für den Ausbau von Straßen zahlen müssen. Sie begründet das damit, dass alle von guten Straßen profitieren, die Beiträge aber Einzelne stark belasten.

Heute müssen Anwohner oft Geld zahlen, wenn ihre Straße erneuert wird. Die AfD will diese Beiträge abschaffen. Sie sagt: Gute Straßen nützen allen. Deshalb sollen nicht nur die Anwohner zahlen.

Die Beiträge sollen im ganzen Land entfallen. Nach Darstellung des Programms führt die Art der Erhebung in einzelnen Fällen zu hohen Kosten für Anlieger. Die AfD sieht darin eine ungleiche Belastung, die den sozialen Frieden in den betroffenen Gemeinden gefährde.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„In Niedersachsen sollen keine Straßenausbaubeiträge (Strabs) mehr erhoben werden.“
Seite 19 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Eine bestehende kommunale Abgabe für Grundstückseigentümer soll entfallen, was die Abgabenlast senkt.

Neuregelung der Grundsteuer ablehnen

Die AfD lehnt das neue niedersächsische Grundsteuergesetz ab. Sie erwartet, dass es die Bürger stärker belastet und das Steueraufkommen entgegen den Zusagen anderer Parteien steigt.

Niedersachsen hat die Grundsteuer neu geregelt. Die AfD ist dagegen. Sie glaubt, dass die Bürger dadurch mehr zahlen müssen.

Niedersachsen nutzt eine Öffnungsklausel und hat ein eigenes Landesgesetz zur Grundsteuer. Aus Sicht der AfD führt dieses Gesetz zu höheren Lasten für die Bürger. Das Versprechen, die Reform werde das Gesamtaufkommen nicht erhöhen, hält die Partei für nicht einlösbar.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„Die Neuregelung der Grundsteuer in Niedersachsen lehnen wir ab.“
Seite 19 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Die AfD wendet sich gegen eine Reform, die aus ihrer Sicht die Steuerlast erhöht, und stellt damit niedrige Abgaben in den Vordergrund.

Einheitliche Umsatzsteuer und einfachere Einkommensteuer

Die AfD will die Umsatzsteuer senken und nur noch einen einzigen Steuersatz haben. Außerdem will sie sich im Bund für ein deutlich einfacheres Einkommensteuerrecht einsetzen.

Heute gibt es bei der Umsatzsteuer verschiedene Sätze. Die AfD will nur noch einen Satz. Dieser soll niedriger sein. Auch die Regeln zur Einkommensteuer sollen einfacher werden.

Das Programm kritisiert, dass derzeit etwa Babynahrung mit 19 Prozent und Hundekekse mit 7 Prozent besteuert werden. Ein einheitlicher, gesenkter Satz soll solche Unterschiede beenden. Die Vereinfachung der Einkommensteuer will die AfD auf Bundesebene vorantreiben.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„Mit Blick auf die Umsatzsteuer streben wir eine Senkung und die Einführung eines einheitlichen Umsatzsteuersatzes an.“
Seite 19 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Die Umsatzsteuer soll sinken und das Steuerrecht einfacher werden, was in Richtung niedrigerer Abgaben geht.

Steuerverschwendung unter Strafe stellen

Die AfD will, dass Beamte und Amtsträger strafrechtlich belangt werden können, wenn sie Steuergeld verschwenden. Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit sollen sie haften, ähnlich wie Geschäftsführer in der Privatwirtschaft.

Die AfD will ein neues Gesetz. Wer im Staat Steuergeld verschwendet, soll bestraft werden. Das soll gelten, wenn jemand mit Absicht oder sehr leichtsinnig handelt.

Geplant ist ein eigener Straftatbestand für Staatsbedienstete und Amtsträger. Als Vorbild nennt das Programm die Haftung von Geschäftsführern für Organisationsversagen. Kommunalaufsicht und Rechnungshöfe sollen verpflichtet werden, solche Fälle zu ermitteln und anzuzeigen.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Die AfD fordert die Einführung eines Straftatbestandes der Steuerverschwendung für Staatsdiener und Amtsträger.“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Eine persönliche Haftung für verschwendete Steuermittel soll die Ausgabendisziplin des Staates stärken.

Steuerfreibetrag auf 15.000 Euro anheben

Die AfD will kleine und mittlere Einkommen und Renten steuerlich entlasten und dafür den Freibetrag auf mindestens 15.000 Euro im Jahr anheben. Der Steuertarif soll an die Inflation gekoppelt und die Doppelbesteuerung von Renten beendet werden.

Die AfD will weniger Steuern für kleine und mittlere Einkommen. Bis 15.000 Euro im Jahr soll man keine Steuer zahlen. Das soll auch für Renten gelten. Wenn die Preise steigen, soll die Steuer nicht automatisch mit-steigen.

Die AfD hält es für widersinnig, kleine Einkommen erst zu besteuern und dann mit staatlichen Leistungen aufzustocken. Der Freibetrag soll laufend an die Pfändungsfreigrenze angepasst werden und den Abstand zu Hartz IV vergrößern. Die Lohnnebenkosten sollen begrenzt werden. Die Kopplung der Steuerprogression an einen Inflationsindex soll verhindern, dass Lohnerhöhungen die Steuerlast überproportional erhöhen. Die Besteuerung von Renten sieht die Partei grundsätzlich kritisch; nach ihrer Rechnung würde der höhere Freibetrag eine doppelte Besteuerung vermeiden, solange die Rente 1.250 Euro nicht übersteigt.

Originalzitat anzeigen (Seite 40)
„Die AfD fordert die Anhebung der Steuerfreigrenze für Nettoeinkommen auf mindestens 15.000 Euro pro Jahr sowie eine fortlaufende Anpassung entsprechend der Pfändungsfreigrenze.“
Seite 40 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Markt

    Der Grundfreibetrag von gut 10.000 Euro soll auf mindestens 15.000 Euro steigen, also um mehr als ein Viertel, was die Steuerlast deutlich senkt.

Bargeld im Grundgesetz absichern

Die AfD will im Grundgesetz festschreiben, dass Bargeld überall in der Wirtschaft angenommen und ausgegeben werden muss. Sie sieht das Bargeld durch Entscheidungen auf EU-Ebene und einen digitalen Euro gefährdet.

Die AfD will Bargeld schützen. Alle Geschäfte und Firmen sollen Bargeld annehmen müssen. Das soll im Grundgesetz stehen. Die AfD fürchtet, dass ein digitaler Euro das Bargeld verdrängt.

Nach Darstellung des Programms haben EU-Kommission und Europäischer Gerichtshof zuletzt Entscheidungen getroffen, die das Bargeld schwächen. Ein digitaler Euro würde aus Sicht der Partei dessen Abschaffung weiter vorantreiben. Die Pflicht zur Annahme und Ausgabe soll für sämtliche Wirtschaftsbereiche gelten und Verfassungsrang erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 79)
„Bargeld muss weiter vollumfänglich Zahlungsmittel bleiben“
Seite 79 im Original

Einordnung

  • Europaeher weniger EU

    Eine nationale Verfassungsregel soll Bargeld gegen Entscheidungen der EU-Ebene und den digitalen Euro absichern.

Was sagen die anderen Parteien zu Finanzen und Steuern?

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