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parteiprogramm

AfD zur Familie

Aus dem Programm „Landeswahlprogramm des Landesverbandes Niedersachsen der Alternative für Deutschland“

Landtagswahl Niedersachsen 2022, 9. Oktober 2022Original-PDF, 84 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Familie

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher konservativ (+1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 0 eher progressiv, 0 ausgewogen, 4 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Klimaeher Wachstum zuerst (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 0 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 1 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Betreuungsgeld für die ersten drei Jahre einführen

Die AfD will ein Betreuungsgeld für die ersten drei Lebensjahre eines Kindes einführen, damit Eltern und Großeltern Kleinkinder selbst betreuen können. Sie verweist auf Studien, die Risiken der Betreuung außerhalb der Familie belegten.

Die AfD will ein neues Geld für Eltern. Eltern sollen es bekommen, wenn sie ihr kleines Kind zu Hause betreuen. Das Geld soll es drei Jahre lang geben. Die Höhe hängt vom früheren Lohn ab. Die AfD findet Betreuung in der Familie besser für kleine Kinder.

Die Leistung soll den Lohn ersetzen und sich am Nettoverdienst der vergangenen drei Jahre ausrichten. Nach oben ist sie auf das durchschnittliche Nettogehalt begrenzt. Darüber hinaus sollen Familien finanziell so gestärkt werden, dass Eltern frei wählen können, wie lange sie ihre Kinder selbst betreuen. Kinder gelten im Programm als größtes Armutsrisiko, wogegen die AfD entschiedene staatliche Maßnahmen verlangt.

Originalzitat anzeigen (Seite 41)
„Die AfD fordert daher die Einführung eines Betreuungsgeldes für die ersten drei Jahre, welches als Lohnersatzleistung gezahlt und am Nettolohn der letzten drei Jahre orientiert sein soll“
Seite 41 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine neue, dreijährige Lohnersatzleistung für Eltern würde eingeführt, die es heute nicht gibt.

  • Gesellschafteher konservativ

    Die Betreuung kleiner Kinder in der Familie soll gegenüber Krippe und Kita gezielt gefördert werden, was das traditionelle Familienmodell stärkt.

Keine Kinderrechte im Grundgesetz

Die AfD lehnt es ab, eigene Kinderrechte ins Grundgesetz zu schreiben. Aus ihrer Sicht bekäme der Staat dadurch ein unangemessenes Recht, in die Erziehung einzugreifen. Die traditionelle Familie aus Vater, Mutter und Kindern gilt ihr als Ideal.

Manche wollen Kinder-Rechte ins Grundgesetz schreiben. Die AfD ist dagegen. Sie meint: Der Staat könnte sich dann zu sehr in die Erziehung einmischen. Die Familie soll als Ganzes geschützt bleiben.

Die Partei verweist auf Artikel 6 des Grundgesetzes, der die Familie insgesamt unter besonderen staatlichen Schutz stellt. Eine Aufnahme von Kinderrechten wertet sie als Angriff auf Eltern, Kinder und Familien. Ihr Idealbild ist die Kernfamilie, also Mutter und Vater mit Kindern. Andere Formen des Zusammenlebens lehnt das Programm nicht ab, wendet sich aber gegen eine Herabwürdigung der traditionellen Familie. Der Staat soll finanzielle Hürden bei der Familienplanung verringern und Erziehungs- und Fürsorgeleistungen anerkennen.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Die AfD stellt sich klar gegen die populistische Forderung, „Kinderrechte“ ins Grundgesetz aufzunehmen.“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die geltende Verfassungslage wird gegen eine konkret diskutierte Änderung verteidigt und das traditionelle Familienbild betont.

Familiensplitting und 20.000 Euro Rentenbeitragsentlastung je Kind

Die AfD will das Ehegattensplitting zu einem Familiensplitting ausbauen, bei dem die Zahl der Kinder den Steuertarif bestimmt. Eltern sollen pro Kind 20.000 Euro an Rentenbeiträgen zurückbekommen oder erlassen bekommen. Familien sollen außerdem günstiger an Bauland und Wohneigentum kommen.

Die AfD will Familien mit Kindern weniger Steuern zahlen lassen. Je mehr Kinder, desto weniger Steuern. Für jedes Kind sollen Eltern 20.000 Euro Renten-Beiträge zurückbekommen. Familien sollen auch billiger Bauland bekommen.

Das Familiensplitting soll auch nach einer Trennung gelten, bis die Kinder 18 sind oder ihre erste Berufsausbildung beendet haben, höchstens bis 27. Die Entlastung bei den Rentenbeiträgen von 20.000 Euro je Geburt soll die spätere Rente nicht mindern. Ziel ist laut Programm, junge Menschen zur Familiengründung zu ermutigen und die Geburtenrate in Niedersachsen zu erhöhen. Beim Wohnen will die AfD neben günstigen Mietwohnungen vergünstigtes Bauland für Familien. Anstelle der Förderung von Energieeffizienzhäusern sieht sie Teilerlasse vor, die nach Kinderzahl gestaffelt sind.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Das Ehegattensplitting soll erhalten, aber zum Familiensplitting weiterentwickelt werden, sodass der Steuertarif der gemeinsamen Kinderanzahl angepasst und der sozialen Lage der Familie gerecht wird.“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Steuersenkungen für Familien stehen neben einer neuen, vom Staat getragenen Beitragsentlastung und Baulandvergünstigung, sodass sich Entlastung und zusätzliche öffentliche Leistung mischen.

  • Gesellschafteher konservativ

    Das Ehegattensplitting bleibt erhalten und die Politik wird auf mehr Geburten und Familiengründung ausgerichtet.

  • Klimaeher Wachstum zuerst

    Die Förderung von Energieeffizienzhäusern soll durch eine Förderung nach Kinderzahl ersetzt werden.

Gemeinsames Sorgerecht ab Geburt, Umgangsrechte stärken

Die AfD fordert, dass auch unverheiratete Eltern von Geburt an gemeinsam das Sorgerecht haben. Rechte und Pflichten beim Umgang sollen für beide Elternteile gestärkt werden. Wer den Umgang ohne schwerwiegenden Grund verhindert, soll Teile des Sorgerechts verlieren können.

Auch nicht verheiratete Eltern sollen gemeinsam für ihr Kind sorgen dürfen. Das soll ab der Geburt gelten. Beide Eltern sollen ihr Kind nach einer Trennung sehen können. Wer das verhindert, soll weniger Sorgerecht bekommen.

Das Programm will die Folgen von Trennungen aus Sicht des Kindes betrachten und getrennt lebende Eltern beraten und unterstützen. Weil die meisten Trennungskinder bei der Mutter leben, soll besonders auf die Beteiligung der Väter geachtet werden. Die Behinderung des Umgangs wertet die AfD als schweres Fehlverhalten; bei fehlender Einsicht soll das Sorgerecht zugunsten des kooperativen Elternteils eingeschränkt werden. Für Alleinerziehende verlangt die Partei mehr Unterstützung durch die Solidargemeinschaft, damit ihre Lage nicht in Armut führt. Außerdem will sie häusliche Pflege von Senioren und Mehrgenerationenhäuser fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 47)
„Wir fordern auch bei nichtehelichen Kindern ein gemeinsames Sorgerecht ab der Geburt.“
Seite 47 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Beitragsfreie Sportvereinsmitgliedschaft für jedes Kind

Jedes Kind soll kostenlos Mitglied in einem Sportverein seiner Wahl werden können; die Beiträge soll das Land übernehmen. Die AfD will damit Übergewicht bei Kindern entgegenwirken, Familien entlasten und den Nachwuchs der Vereine fördern. Zudem fordert sie mehr Aufklärung über Gefahren digitaler Medien.

Jedes Kind soll kostenlos in einen Sportverein gehen können. Das Land Niedersachsen soll die Beiträge bezahlen. Kinder sollen sich so mehr bewegen. Die AfD will auch mehr über Gefahren im Internet aufklären.

Die Partei begründet den Vorschlag mit steigenden Zahlen übergewichtiger Kinder und einem zunehmend digitalen Alltag der Jugend. Zugleich warnt sie vor Risiken des Internets wie Cybermobbing, Datenmissbrauch, Pornografie und Gewalt. Schulen und Eltern sollen Verantwortung für einen maßvollen, zeitlich begrenzten Umgang mit dem Netz übernehmen. Für Kinder, die Opfer von Cybermobbing oder Internetkriminalität wurden, sollen Schulen vorbeugen und es soll mehr Anlaufstellen geben.

Originalzitat anzeigen (Seite 48)
„soll jedes Kind die Möglichkeit erhalten, in einen Sportverein seiner Wahl beitragsfrei einzutreten. Die Kosten hat das Land Niedersachsen zu tragen.“
Seite 48 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll eine neue, aus Steuermitteln bezahlte Leistung für alle Kinder übernehmen.

Schwangerschaftsberatung auf Austragen des Kindes ausrichten

Die AfD will, dass die Konfliktberatung für Schwangere nicht ergebnisoffen ist, sondern das Ziel verfolgt, dass die Frau das Kind bekommt. Die Freigabe zur Adoption soll als Alternative zum Abbruch stärker vermittelt werden. Der Schutz ungeborenen Lebens soll in Schulen und im Rundfunk Thema sein.

Schwangere in Not gehen zu einer Beratung. Die AfD will: Die Beratung soll für das Kind werben. Frauen sollen dort mehr über Adoption erfahren. Auch Schulen und Rundfunk sollen über den Schutz ungeborener Kinder sprechen.

Das Programm beruft sich auf das Grundsatzprogramm der Partei, wonach der Lebensschutz schon beim Embryo beginnt, und sieht sich dabei im Einklang mit der Rechtsprechung. Die Adoptionsfreigabe verdient nach Ansicht der AfD gesellschaftlichen Respekt. Mit Frauen, die durch eine Gewalttat schwanger wurden, soll besonders sensibel umgegangen werden. Der Schutz Ungeborener soll in Lehrplänen sowie im öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk ausreichend behandelt werden, was die Partei als Umsetzung geltenden Verfassungsrechts versteht.

Originalzitat anzeigen (Seite 48)
„Die AfD fordert, im Beratungsgespräch für Schwangere in Not sollten Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch erwägen, auch die Alternative der lebensrettenden Adoptionsfreigabe ausreichend vermittelt werden.“
Seite 48 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die heute ergebnisoffene Pflichtberatung soll auf das Austragen des Kindes festgelegt werden, ohne das Abtreibungsrecht selbst zu ändern.

Was sagen die anderen Parteien zur Familie?

Alle Programme in Niedersachsen im Vergleich