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SPD zu Klima und Energie

Aus dem Programm „Fortschritt, der alle mitnimmt. Regierungsprogramm der SPD Niedersachsen 2022–2027“

Landtagswahl Niedersachsen 2022, 9. Oktober 2022Original-PDF, 71 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Klima und Energie

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 2 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 9 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich Klimaschutz zuerst, 7 eher Klimaschutz zuerst, 1 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Flüssiggas-Terminals als Übergang, kein Fracking

Die SPD will kurzfristig Anlagen für den Import von Flüssiggas bauen, um von russischem Gas loszukommen. Sie sollen später klimaneutrales Gas aufnehmen. Fracking lehnt die Partei ab.

Die SPD will schnell Anlagen für Flüssig-Gas bauen. So soll Niedersachsen kein Gas aus Russland mehr brauchen. Später soll dort klima-freundliches Gas ankommen. Fracking will die SPD nicht. Fracking ist eine Methode, um Gas aus tiefem Gestein zu holen.

Terminals sind in Stade und Wilhelmshaven vorgesehen; ihre Konzepte sehen laut Programm den späteren Umstieg auf grünes Gas bereits vor. Kurzfristig sollen zudem die strategischen Reserven an Kohle und Gas ausreichen. Die Vorgaben des Bundes zur Befüllung der Gasspeicher hält die SPD für richtig. Bis 2040 will sie schrittweise die Förderung fossiler Energien beenden. Energieintensive Betriebe sollen handlungsfähig bleiben und Arbeitsplätze halten können.

Originalzitat anzeigen (Seite 10)
„Wir müssen kurzfristig die nötige Infrastruktur für den Import von Flüssiggas schaffen – nur als Übergangslösung für fossiles Gas“
Seite 10 im Original

Einordnung

  • Klimaausgewogen

    Neue Infrastruktur für fossiles Gas dient der Versorgungssicherheit, wird aber mit dem Umstieg auf grünes Gas, dem Förderausstieg bis 2040 und der Ablehnung von Fracking verbunden.

Wind- und Solarenergie massiv ausbauen

Die SPD will den Ausbau von Photovoltaik und Windkraft stark beschleunigen, damit Niedersachsen bis 2040 seinen Energiebedarf rechnerisch vollständig aus erneuerbaren Quellen deckt. Dafür sollen Flächen bereitgestellt, Genehmigungen beschleunigt und Netze ausgebaut werden.

Die SPD will viel mehr Strom aus Sonne und Wind. Bis 2040 soll die ganze Energie in Niedersachsen daher kommen. Dafür soll es mehr Flächen für Anlagen geben. Genehmigungen sollen schneller gehen.

Für Photovoltaik nennt das Programm mindestens 65 Gigawatt, davon 50 auf Dächern und 15 auf Freiflächen. Windkraft an Land soll auf mindestens 30 Gigawatt wachsen. Auf See sind bis 2030 zunächst 20 Gigawatt geplant, bis 2040 dann das Doppelte, also 40 Gigawatt. Von der Fläche des Landes will die SPD 2,1 Prozent für Windräder vorsehen, auch im Wald; für Solaranlagen auf Freiflächen sind es 0,5 Prozent. Genehmigungen sollen einfacher ablaufen, gestützt auf Leitfäden, die gemeinsam mit Wirtschaft, Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunen erarbeitet werden. Hinzu kommen eine eigene Produktion von Solarmodulen im Land, intelligente Netze für Strom und Gas, bessere Bedingungen für Speicher und ein Hilfsprogramm für bedrohte Arten.

Originalzitat anzeigen (Seite 11)
„Deshalb werden wir das Ausbauziel für Photovoltaik auf mindestens 65 Gigawatt, davon 35 Gigawatt bis 2030, ausrichten“
Seite 11 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Ausbau erneuerbarer Energien soll mit höheren Zielen und festen Flächenvorgaben beschleunigt werden, was den Klimaschutz stärker gewichtet.

Bürger und Kommunen an Energiewende beteiligen

Die SPD will, dass Gemeinden und Einwohner vom Ausbau der erneuerbaren Energien finanziell profitieren. Das soll nach Darstellung des Programms Akzeptanz und Wertschöpfung vor Ort schaffen.

Gemeinden und Menschen vor Ort sollen an Wind- und Solaranlagen mitverdienen. Die SPD meint: Dann sind mehr Menschen dafür. Auch Strom unter Nachbarn soll günstiger werden.

Auf Bundesebene will sich die SPD für bessere Bedingungen für Bürgerenergie und Energiegenossenschaften einsetzen. Die Möglichkeiten für Kommunen, sich nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz finanziell zu beteiligen, sollen erweitert werden. Außerdem soll die Lücke zwischen Einspeisevergütung und Marktpreis geschlossen werden. Die Gebühren für die Durchleitung im Netz sollen sinken und für Nachbarschaftsstrom ganz entfallen.

Originalzitat anzeigen (Seite 11)
„Wir setzen uns dafür ein, dass Kommunen und die Bevölkerung am Ausbau der erneuerbaren Energien partizipieren können.“
Seite 11 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Bessere Bedingungen für Bürgerenergie und kommunale Beteiligung sollen den Ausbau der Erneuerbaren innerhalb des bestehenden Systems fördern.

Am Atomausstieg festhalten, Atommüll sicher lagern

Die SPD hält den Ausstieg aus der Atomkraft für unumkehrbar. Die Suche nach einem Endlager will sie transparent begleiten, den Atommüll aus der Asse zurückholen lassen und das Bergwerk Gorleben zurückbauen.

Die SPD will keine Atomkraft mehr. Die Suche nach einem Lager für Atom-Müll soll offen ablaufen. Der Atom-Müll aus dem Bergwerk Asse soll wieder herausgeholt werden. Das Bergwerk Gorleben soll abgebaut werden.

Bürgerinnen und Bürger sollen Informationen zur Endlagersuche erhalten, und Kommunen bekommen weiter Geld für die fachliche Begleitung. Das Begleitforum Endlagersuche soll regelmäßig überprüft werden. Das Bergwerk Asse II soll rasch gesichert werden. Schacht Konrad soll nach den Erfahrungen mit der Asse neu bewertet werden. Dass eingelagerte Stoffe zurückgeholt werden können, gilt dem Programm als Mindestanforderung; Gorleben sieht es als ungeeignet an.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„Der Atomausstieg ist für uns unumkehrbar und wird weiter konsequent vorangetrieben werden.“
Seite 12 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der bestehende Atomausstieg wird ausdrücklich gegen eine diskutierte Verlängerung der Laufzeiten verteidigt.

Wasserstoffwirtschaft und grünen Stahl aufbauen

Die SPD will Niedersachsen zum Vorreiter bei grünem Wasserstoff machen und die Stahlindustrie auf klimaneutrale Erzeugung umstellen. Dafür sollen Infrastruktur, Forschung und Schlüsselprojekte staatlich unterstützt werden.

Niedersachsen soll viel grünen Wasserstoff herstellen und nutzen. Wasserstoff ist ein Gas, das Energie speichert. Die Stahl-Werke sollen damit klimafreundlich arbeiten. Der Staat soll dabei mit Geld helfen.

Vorhandene Erdgasleitungen, Kavernenspeicher und Häfen sollen für Wasserstoff angepasst und umgewidmet werden; Importprojekte in Wilhelmshaven werden unterstützt. Elektrolyse-Anlagen sollen vor allem an der Küste entstehen, wo der Strom aus Windparks auf See ankommt. Forschung wird über Innovationsförderung und regionale Wasserstoffcluster gestützt. Gemeinsam mit dem Bund fördert das Land Schlüsselprojekte über das europäische IPCEI-Programm. Für grünen Stahl soll es staatliche Investitionshilfe, Absatzmärkte und ein mindestens europaweites Label geben.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„Wir setzen uns ein für die Einführung eines mindestens europaweiten Grünstahllabels und forcieren einen schnellen Ausbau von Strom- bzw. Wasserstoffnetzen.“
Seite 12 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Umbau soll mit staatlicher Förderung von Investitionen und Schlüsselprojekten gestützt werden.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Industrie und Energieversorgung sollen mit Wasserstoff schrittweise klimaneutral werden.

Niedersachsen bis 2040 klimaneutral machen

Die SPD will, dass Niedersachsen möglichst bis 2040 klimaneutral ist, und nennt dafür feste Zwischenziele. Moore und Wälder sollen renaturiert werden, damit sie mehr Treibhausgase binden.

Niedersachsen soll bis 2040 klimaneutral sein. Das heißt: Das Land schadet dem Klima dann nicht mehr. Die SPD nennt Ziele für die Jahre davor. Moore und Wälder sollen mehr schädliche Gase aufnehmen.

Gegenüber 1990 sollen die Emissionen bis 2025 um mindestens 50 Prozent sinken, bis 2030 um mindestens 75 Prozent und bis 2035 um mindestens 90 Prozent. Bis 2040 soll der Bedarf an Energie und Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Im Klimagesetz sollen verbindliche Flächenziele stehen: 2,1 Prozent für Windkraft an Land und 0,5 Prozent für Freiflächen-Solaranlagen. Natürliche Kohlenstoffspeicher sollen erhalten und erweitert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Wir wollen möglichst bis 2040 in Niedersachsen klimaneutral sein.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Das Ziel der Klimaneutralität soll vorgezogen und mit strengeren Zwischenzielen sowie verbindlichen Flächenvorgaben verbunden werden.

Landesverwaltung klimaneutral machen

Die Landesverwaltung soll nach dem Willen der SPD als Vorbild vorangehen und bis 2040 vollständig klimaneutral sein. Dazu gehören Solaranlagen auf Landesgebäuden, ein emissionsfreier Fuhrpark und Klimakriterien bei Einkauf und Förderung.

Die Behörden des Landes sollen ein Vorbild beim Klimaschutz sein. Bis 2040 sollen sie klimaneutral arbeiten. Auf alle Gebäude des Landes sollen Solaranlagen kommen. Die Autos des Landes sollen keine Abgase mehr ausstoßen.

Bis 2030 soll die Verwaltung zu 80 Prozent klimaneutral sein. Der Fuhrpark des Landes soll bis 2030 emissionsfrei werden. Auf landeseigenen Flächen soll eine gesetzliche Pflicht zu Klimaschutz und Klimaanpassung gelten. Das Land soll verstärkt mit klimaschonenden, recycelten und nachwachsenden Baustoffen bauen, sodass seine Gebäude mehr CO2 speichern, als beim Bau entsteht. Bei Beschaffungen wird ein CO2-Schattenpreis eingeführt, also ein rechnerischer Preis für Emissionen, und alle Förderprogramme werden auf Klimaschädlichkeit geprüft.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Dazu wollen wir bis 2025 35 Prozent, bis 2030 65 Prozent und bis 2038 alle Landesgebäude mit Photovoltaikanlagen ausstatten.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Für die öffentliche Hand sollen eigene Klimaziele, ein CO2-Schattenpreis und Klimaprüfungen gelten, was den Klimaschutz in der Verwaltung ausbaut.

Klimafonds einrichten, Klimaschutz kommunale Pflicht

Die SPD will einen Klimafonds schaffen, der Klimaschutzmaßnahmen dauerhaft und über mehrere Jahre finanziert. Für Städte und Gemeinden soll Klimaschutz zur Pflichtaufgabe werden.

Die SPD will einen Klima-Fonds gründen. Das ist ein Geldtopf für Klimaschutz über viele Jahre. Städte und Gemeinden müssen sich dann um Klimaschutz kümmern. In den Landkreisen soll es Beratungsstellen dafür geben.

Der Fonds soll öffentliche und private Investitionen sowie innovative Projekte zur Einsparung von CO2 unterstützen. Kommunen sollen Kataster erstellen, die zeigen, wo versiegelte Böden wieder geöffnet werden können. Auf Kreisebene sind regionale Klimaschutzagenturen geplant. Die Klimaschutz- und Energieagentur des Landes und das Zentrum für Nachhaltiges Bauen in Verden sollen Kommunen, Privatleute und Firmen beim nachhaltigen Bauen und Sanieren beraten. Die Umsetzung soll sozialverträglich und unter Beteiligung der Bevölkerung erfolgen.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Wir werden daher den Klimaschutz als Pflichtaufgabe auf kommunaler Ebene verankern, kommunale Entsiegelungskataster für eine gezieltere Entsiegelung von Böden erarbeiten und regionale Klimaschutzagenturen auf Kreisebene einrichten.“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein neuer öffentlicher Fonds und neue Agenturen bedeuten mehr staatliche Ausgaben und Aufgaben.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Klimaschutz soll für Kommunen verpflichtend werden und eine dauerhafte Finanzierung erhalten.

Wärmewende fördern, Solarpflicht für Neubauten

Die SPD will Hauseigentümer bei Sanierung, Energieeffizienz und Wärmepumpen finanziell unterstützen, damit Energie und Wärme bezahlbar bleiben. Für alle Neubauten soll eine Pflicht zu Solaranlagen gelten.

Wer ein Haus besitzt, soll Geld für klimafreundliches Heizen bekommen. Zum Beispiel für eine Wärmepumpe oder für bessere Dämmung. Auf jedes neue Gebäude muss eine Solaranlage. Wärme soll bezahlbar bleiben.

Das Programm verweist darauf, dass Gebäude knapp ein Fünftel der CO2-Emissionen im Land verursachen. Die Förderung soll gemeinsam mit dem Bund erfolgen. Bei der Wärmeversorgung setzt die SPD vor allem auf Wärmenetze. Mit den Kommunen sollen Wärmepläne entstehen, um ganze Quartiere gezielter energetisch zu sanieren. Auch klimaneutrale Fernwärme und Geothermie sollen stärker genutzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Deshalb werden wir zusammen mit dem Bund die Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer finanziell bei der Wärmewende unterstützen“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Solarpflicht soll auf alle Neubauten ausgedehnt und die Umstellung der Wärmeversorgung gefördert werden.

Was sagen die anderen Parteien zu Klima und Energie?

Alle Programme in Niedersachsen im Vergleich