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SPD zur Bildung

Aus dem Programm „Fortschritt, der alle mitnimmt. Regierungsprogramm der SPD Niedersachsen 2022–2027“

Landtagswahl Niedersachsen 2022, 9. Oktober 2022Original-PDF, 71 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,1), aus 17 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 16 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 4 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 2 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Mehr Geld für Kitas, Ganztag und Lehrkräfte

Die SPD will in Bildung investieren. Geld soll es für eine dritte Fachkraft in Kita-Gruppen, einen Anspruch auf Ganztagsschule, kostenlose digitale Lernmittel und eine höhere Bezahlung von Lehrkräften geben.

Die SPD will mehr Geld für Bildung ausgeben. In Kita-Gruppen soll eine dritte Fachkraft arbeiten. Alle Schul-Kinder sollen ein Recht auf Ganztags-Schule bekommen. Digitale Lernmittel sollen kostenlos sein. Alle Lehrkräfte sollen besser bezahlt werden.

Das Programm kündigt Mittel für mehrere Vorhaben an: die dritte Kraft in der Kita, ein Recht auf Ganztagsschule, digitale Lernmittelfreiheit und zusätzliche Fachkräfte. Alle Lehrkräfte sollen nach der Besoldungsstufe A13 beziehungsweise der Entgeltgruppe E13 bezahlt werden. Das Bildungssystem soll schrittweise verbessert werden. Dabei sollen Eltern, Schüler und Lehrkräfte nach dem Willen der SPD weniger Belastung haben.

Originalzitat anzeigen (Seite 4)
„die nötigen Finanzmittel für die dritte Kraft in der Kita, das Recht auf Ganztagsschule für alle Schülerinnen und Schüler, die digitale Lernmittelfreiheit“
Seite 4 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll mehr Geld für Kitas, Ganztagsschulen, kostenlose Lernmittel und höhere Lehrergehälter ausgeben, also öffentliche Leistungen ausbauen.

Recht auf Ausbildung und duale Ausbildung stärken

Die SPD spricht sich für ein Recht auf Ausbildung aus und will die Jugendberufsagenturen ausbauen, damit alle Schulabgängerinnen und Schulabgänger erreicht werden. Schulische Ausbildungen sollen gebührenfrei werden, und mehr junge Menschen sollen eine duale Ausbildung beginnen, auch im Handwerk.

Jeder junge Mensch soll eine Ausbildung machen können. Besondere Beratungs-Stellen sollen allen nach der Schule helfen. Ausbildung an Schulen soll nichts kosten. Schulen sollen mehr über Ausbildung im Betrieb informieren. Das Handwerk soll mehr Geld für Ausbildung bekommen.

Die Jugendberufsagenturen sollen die Angebote von Arbeitsagentur, Land und Kommunen besser abstimmen. Alle allgemeinbildenden Schulen sollen neben dem Studium auch für die duale Ausbildung werben, und Lehrkräfte sollen enger mit Ausbildungsbetrieben vernetzt werden. Für das Handwerk will die SPD die Prämien für bestandene Meisterprüfungen fortführen und mehr Geld für die Bildungsstätten des Handwerks bereitstellen. Die Qualifizierung von Zugewanderten für Handwerksbetriebe soll weiter finanziell gefördert werden. Bildung soll nach dem Programm von der Kita bis zur Hochschule kostenlos sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Wir sind für ein Recht auf Ausbildung und werden die Arbeit der Jugendberufsagenturen in Niedersachsen“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Gebührenfreie schulische Ausbildung und mehr Fördermittel für Ausbildung erweitern öffentliche Leistungen schrittweise.

Recht auf Weiterbildung und Weiterbildungsstrategie

Die SPD befürwortet ein Recht auf Weiterbildung und will eine Weiterbildungsstrategie für Niedersachsen auflegen, die auf den Wandel der Wirtschaft reagiert. Berufsschulen sollen auch Weiterbildungszentren werden, und Studienplätze in Informatik und Robotik sollen ausgebaut werden.

Die Arbeitswelt ändert sich stark. Darum sollen Menschen im Beruf weiter lernen können. Die SPD will ein Recht darauf. Berufsschulen sollen auch Kurse für Berufstätige anbieten. Es soll mehr Studienplätze für Informatik geben.

Angebote der Berufsschulen sollen mit der Weiterbildung in den Betrieben verknüpft werden, damit Wissen besser in die Unternehmen gelangt. Auch die Hochschulen sollen sich an der beruflichen Weiterbildung beteiligen. Studienplätze in Informatik, Kommunikationswissenschaften und Robotik will die SPD ausbauen und international sichtbar machen. Im Raum Braunschweig und Wolfsburg unterstützt sie außerdem eine Offensive, die Menschen für den Hightech-Bereich qualifiziert. Beschäftigte und Betriebe sollen bei Umschulung und Qualifizierung Hilfe bekommen, damit der Wandel ohne Arbeitslosigkeit gelingt.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Die Berufsschule von morgen soll zugleich Weiterbildungszentrum sein.“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein Recht auf Weiterbildung und mehr öffentliche Bildungsangebote erweitern staatliche Leistungen gegenüber heute.

Kitas ausbauen und dritte Kraft einführen

Die SPD will jedem Kind in Wohnortnähe einen Krippen- und Kita-Platz anbieten und das Angebot nach Bedarf ausbauen. Die Qualität soll vor allem durch eine dritte Betreuungskraft in den Gruppen steigen. Kitas gelten dem Programm als Bildungseinrichtungen, die gleiche Startchancen schaffen.

Die SPD will mehr Plätze in Krippen und Kitas. Jedes Kind soll einen Platz in der Nähe bekommen. In den Gruppen soll eine dritte Betreuungs-Person arbeiten. Kitas sollen auch länger geöffnet haben.

Geplant sind mehr Betreuungszeiten und die Umwandlung von Einrichtungen in Ganztags-Kitas. Die dritte Kraft soll nach einem Stufenplan überall eingeführt werden. Teams aus verschiedenen Berufen sollen ausgebaut werden, weil sie laut Programm besonders Kindern mit Unterstützungsbedarf helfen. Neubauten sollen die räumlichen Voraussetzungen für Barrierefreiheit erfüllen. Außerdem will die SPD Kitas zu Familienzentren weiterentwickeln, die Fachberatung stärken und Projekte etwa zu Sprachförderung, Bewegung, Musik und Demokratiebildung unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 36)
„Wir werden die Qualität in der Betreuung insbesondere durch eine dritte Kraft verbessern“
Seite 36 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Plätze, längere Betreuungszeiten und mehr Personal bauen eine öffentliche Leistung innerhalb des bestehenden Systems aus.

Mehr Fachkräfte für Kitas gewinnen

Die SPD will mit einem „Niedersachsenplan 2.0“ mehr Personal für Kitas gewinnen und die Zahl der Ausbildungsplätze erhöhen. Der Kita-Bereich soll für weitere Berufsgruppen und Quereinsteiger geöffnet werden, zudem soll Personal aus dem Ausland angeworben werden.

In Kitas fehlen Fachkräfte. Die SPD will deshalb mehr Menschen ausbilden. Auch Menschen aus anderen Berufen sollen in Kitas arbeiten können. Mehr Männer sollen in Kitas arbeiten. Zusätzlich sollen Fachkräfte aus dem Ausland kommen.

Vorgesehen sind zusätzliche Ausbildungsschulen, deren Gründung in Absprache mit den Trägern leichter werden soll. Die Arbeitsbedingungen in sozialen Berufen sollen besser werden, unter anderem durch mehr Verfügungsstunden. Bürokratische Hürden für den Quereinstieg sollen wegfallen. Kampagnen an allgemeinbildenden Schulen sollen für soziale Berufe werben, mit einem Schwerpunkt auf mehr Männern in Kitas. Programme zur Anwerbung von Personal aus anderen Ländern will die SPD unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Zur Gewinnung neuer Fachkräfte werden wir einen Niedersachsenplan 2.0 auflegen. Das Angebot an Ausbildungsplätzen müssen wir weiter ausbauen.“
Seite 37 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Männer in einem bisher von Frauen geprägten Beruf zielt auf den Abbau herkömmlicher Rollenbilder.

  • Migrationeher offen

    Die Anwerbung von Personal aus dem Ausland soll unterstützt werden, was Arbeitszuwanderung schrittweise erleichtert.

Inklusive Schule weiter ausbauen

Die SPD will die Bedingungen für Inklusion an allen Schulformen verbessern und mehr sonderpädagogisches und sozialpädagogisches Personal an die Schulen bringen. Ziel sind laut Programm mehr Teilhabe und gerechtere Bildungschancen für alle Kinder.

Die SPD will, dass alle Kinder gemeinsam lernen können. Das nennt man Inklusion. Dafür sollen mehr Fachleute an die Schulen kommen. Kinder mit Unterstützungs-Bedarf sollen mehr Hilfe bekommen.

Teams aus verschiedenen Berufen sollen die Förderung aller Kinder gemeinsam verantworten. Schulbegleitung soll fester Teil der Schulen werden und durch Pool-Lösungen wirksamer sein; wer auf eine Klassenassistenz pro Klasse umstellt, soll Hilfe erhalten und keine Nachteile haben. Die regionalen Beratungszentren für inklusive Schule (RZI) samt mobiler Dienste sollen landesweit ausgebaut werden, und Tagesbildungsstätten sollen sich schrittweise in Schulen umwandeln können. Außerdem will die SPD das Corona-Aufholprogramm „Startklar“ fortsetzen, das Modellprojekt „Zukunftsschule“ ausweiten und das Programm „Schule PLUS“ neu auflegen.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Alle Kinder und Jugendlichen haben gleiche Rechte. Deshalb ist unsere Schule die inklusive Schule.“
Seite 37 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliches Fachpersonal und mehr Beratungszentren bedeuten höhere öffentliche Ausgaben für Schulen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung soll an allen Schulformen weiter gestärkt werden, was Teilhabe und Gleichstellung schrittweise ausbaut.

Grundschulen zu Ganztagsschulen ausbauen

Die SPD will Grundschulen nach dem Bedarf der Eltern zu Ganztagsschulen weiterentwickeln und so den ab 2026 geltenden Rechtsanspruch erfüllen. Zugleich sollen Lesen, Schreiben und Rechnen in der Grundschule gezielt gestärkt werden.

Die SPD will mehr Ganztags-Grundschulen. Kein Kind muss dorthin gehen. Aber jedes Kind soll einen Platz bekommen, wenn die Eltern das wollen. Kinder sollen außerdem besser lesen, schreiben und rechnen lernen.

Die Finanzierung des Ausbaus soll gemeinsam mit dem Bund gesichert werden. Das Programm sieht im Ganztag ein Mittel gegen Bildungsbenachteiligung; zudem sollen sich Beruf und Familie so besser vereinbaren lassen. Die Qualität soll durch Projekte zu Gesundheit, Ernährung, Sport, Kultur, Gewaltprävention und Demokratiebildung steigen, und lokale Akteure wie Jugendverbände sowie die Jugendhilfe sollen stärker eingebunden werden. Für die Grundfertigkeiten sind mehr Unterstützung und eine erweiterte Stundentafel vorgesehen, damit alle Kinder am Ende der vierten Klasse die Mindeststandards der Kultusministerkonferenz in Deutsch und Mathematik erreichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 39)
„Deshalb sorgen wir für die Weiterentwicklung der Grundschulen zu Ganztagsgrundschulen nach Elternbedarf.“
Seite 39 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau der Ganztagsgrundschulen mit öffentlichem Geld erweitert eine staatliche Leistung im Rahmen des bereits beschlossenen Rechtsanspruchs.

Tablets für alle Schülerinnen und Schüler

Die SPD will alle Schülerinnen und Schüler mit einem persönlichen Tablet ausstatten und strebt eine digitale Lernmittelfreiheit an. Sie begründet das mit Chancengleichheit: Nicht jede Familie könne sich ein Gerät leisten.

Die SPD will jedem Schulkind ein Tablet geben. In Klasse 1 und 2 nutzen die Kinder Geräte der Schule. Ab Klasse 3 bekommt jedes Kind ein eigenes Gerät. So sollen alle Kinder die gleichen Chancen haben.

Die digitale Lernmittelfreiheit soll Geräte und Inhalte umfassen. Das Land will die Tablets bei einem externen Anbieter leasen, der auch die Wartung übernimmt, und sie nach einigen Jahren durch neue ersetzen. Für die Inhalte soll die Niedersächsische Bildungscloud ausgebaut werden, und der Breitbandausbau an Schulen soll weiter gefördert werden. An weiterführenden Schulen soll Informatik flächendeckend Unterrichtsfach werden. Als Grundsatz nennt das Programm, dass Technik der Pädagogik zu dienen habe.

Originalzitat anzeigen (Seite 39)
„Deswegen werden wir alle Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen mit einem persönlichen digitalen Endgerät, also einem Tablet, ausstatten.“
Seite 39 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll Geräte für alle Schulkinder bezahlen und damit die bestehende Lernmittelversorgung um eine öffentliche Leistung erweitern.

Demokratiebildung und Schülermitbestimmung stärken

Die SPD will Demokratie- und Friedensbildung an allen Schulen ausbauen und Schülerinnen und Schülern mehr Mitsprache geben. Schülervertretungen sollen schon in der Grundschule möglich sein, und jede Schule soll ein eigenes Demokratiebudget bekommen.

Die SPD will, dass Kinder in der Schule mehr mitbestimmen. Schon Grundschüler sollen Vertreter wählen können. Jede Schule soll Geld für Demokratie-Projekte bekommen. Über dieses Geld entscheiden die Schüler selbst.

Neben Demokratie- und Friedensbildung sollen auch Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie kulturelle und politische Bildung mehr Raum bekommen. Internationale Schulpartnerschaften sollen wachsen, „Demokratieschulen“ und „Demokratielernorte“ fortgeführt und Projekte wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und „Europaschulen“ gestärkt werden. Die Regeln für Grundschulen und für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung sollen so geändert werden, dass Klassensprecherwahlen Pflicht sein können. Zudem plant die SPD mehr Projektarbeit für soziales Lernen und Mentoringprogramme, die besonders Kindern aus ärmeren Familien zugutekommen sollen.

Originalzitat anzeigen (Seite 40)
„Wir stehen für mehr Partizipation und Mitbestimmung von Schülerinnen und Schülern und werden Schülervertretungen bereits ab der Grundschule ermöglichen.“
Seite 40 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Mitbestimmung schon für Grundschulkinder und zusätzliche Projekte gegen Rassismus erweitern Beteiligung und Vielfalt in der Schule schrittweise.

Schulformen gleichstellen, Gesamtschulen erleichtern

Die SPD will alle Schulformen gleichstellen und die Gründung von Gesamtschulen einfacher machen. Aus ihrer Sicht ist die Gesamtschule ein gleichberechtigter Teil des staatlichen Regelschulwesens und fördert alle Kinder am besten.

Die SPD will alle Schul-Formen gleich behandeln. Neue Gesamtschulen sollen leichter entstehen können. In einer Gesamtschule lernen Kinder mit verschiedenen Zielen gemeinsam. Die SPD findet diese Schule besonders gut für alle Kinder.

Die Gesamtschule soll in ihren verschiedenen Varianten als gleichberechtigte Regelschule gelten. Darüber hinaus sollen Schulen nach dem Willen der SPD weniger enge Vorgaben und mehr Freiheit und Flexibilität für ihre Arbeit erhalten. Das Programm begründet dies damit, dass gute Ergebnisse auch auf verschiedenen Wegen erreichbar seien.

Originalzitat anzeigen (Seite 40)
„Wir haben Wertschätzung für alle Schulformen in Niedersachsen und wollen deshalb die Schulformen gleichstellen.“
Seite 40 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Leichtere Gründungen von Gesamtschulen stärken das gemeinsame Lernen gegenüber dem herkömmlichen gegliederten Schulsystem, ohne dieses abzuschaffen.

Berufsbildende Schulen stärken und digital ausstatten

Die SPD will einen Pakt für die berufliche Bildung schließen und ein Investitionspaket für die digitale Ausstattung der berufsbildenden Schulen auflegen. Sie betrachtet berufliche und akademische Bildung als gleichwertig und will die Schulen auf eine digitalisierte Arbeitswelt vorbereiten.

Die SPD will die Berufsschulen stärken. Sie sollen Geld für moderne digitale Technik bekommen. Dazu gehören zum Beispiel 3D-Drucker und Roboter. Für die SPD ist eine Ausbildung genauso viel wert wie ein Studium.

Berufsbildende Schulen sollen besonders im ländlichen Raum als Bündelschulen erhalten bleiben. Gemeinsam mit den Partnern im Bündnis duale Ausbildung sollen sie zu regionalen Kompetenzzentren werden. Das System soll außerdem inklusiv ausgebaut werden, damit alle Jugendlichen Zugang zu beruflicher Bildung haben. Zur digitalen Ausstattung zählt das Programm Lernmanagementsysteme, frei verfügbare Lehrmaterialien, Robotik und Anwendungen der Industrie 4.0.

Originalzitat anzeigen (Seite 41)
„Wir wollen daher ein Investitionspaket für die digitale Ausstattung unserer berufsbildenden Schulen auflegen.“
Seite 41 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein zusätzliches Investitionspaket des Landes für die Ausstattung der Berufsschulen erhöht die öffentlichen Bildungsausgaben schrittweise.

A13 für alle Lehrkräfte einführen

Die SPD will alle Lehrkräfte unabhängig von der Schulart nach A13 beziehungsweise E13 bezahlen und die Besoldung dafür schrittweise anheben. Sie begründet das damit, dass alle Lehrerinnen und Lehrer für den Bildungserfolg gleich wichtig seien.

Lehrer an verschiedenen Schul-Arten verdienen unterschiedlich viel. Die SPD will das ändern. Alle Lehrer sollen die gleiche Gehalts-Stufe bekommen. Sie heißt A13 oder E13. Das Gehalt soll Schritt für Schritt steigen.

Die Unterschiede in der Bezahlung zwischen den Schularten sollen enden. Als ersten Schritt nennt das Programm die bereits erfolgte Angleichung bei den Grundschulleitungen. Zugleich will die SPD weiter deutlich mehr Lehrkräfte einstellen und die Arbeitsbedingungen spürbar verbessern.

Originalzitat anzeigen (Seite 42)
„Wir setzen A13/E13 für alle vollständig um, indem wir schrittweise die Besoldung anheben.“
Seite 42 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Besoldung für Lehrkräfte an bisher niedriger eingestuften Schularten und mehr Einstellungen steigern die öffentlichen Personalausgaben schrittweise.

Lehramtsausbildung reformieren und Lehrkräfte entlasten

Die SPD will die Lehramtsausbildung grundlegend reformieren, Lehrkräfte über eine neue Arbeitszeitverordnung entlasten und den Quereinstieg in den Beruf vereinfachen. So soll das Land als Arbeitgeber attraktiver werden und genügend Personal gewinnen.

Die SPD will die Ausbildung von Lehrern neu gestalten. Im Studium soll es mehr Praxis geben. Lehrer sollen weniger belastet sein. Menschen aus anderen Berufen sollen leichter Lehrer werden können.

Im Bachelor- und Masterstudium sollen Praxis und Pädagogik mehr Gewicht bekommen, Inklusion soll stärker verankert und die Zahl der Studienplätze am Bedarf ausgerichtet werden. Für Mangelfächer, vor allem im MINT-Bereich, sind Stipendien vorgesehen. Schulleitungen sollen vor Amtsantritt qualifiziert werden, und zwar in einer Schulleitungsakademie beim Landesinstitut NLQ. Auf Grundlage der Ergebnisse der Arbeitszeitkommission soll eine neue Arbeitszeitverordnung schrittweise entlasten und mehr Zeit für Teamarbeit vorsehen. Beim Quereinstieg plant die SPD einfachere Zulassung, bessere Anerkennung von Abschlüssen sowie Berufs- und Ehrenamtserfahrung und mehr berufsbegleitende Qualifizierung.

Originalzitat anzeigen (Seite 42)
„Deshalb stehen wir für eine grundlegende Reform der gesamten Lehramtsausbildung.“
Seite 42 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Mehr pädagogische Fachkräfte an Schulen einsetzen

Die SPD will zusätzliche pädagogische Fachkräfte an die Schulen bringen. Sonderpädagogik und Schulsozialarbeit sollen es an jeder Schule geben. Lehrkräfte sollen sich zudem regelmäßig fortbilden.

Die SPD will mehr Fachleute an den Schulen. Dazu gehören Sozial-Arbeiter und Sonder-Pädagogen. Lehrer sollen jedes Jahr eine Fortbildung machen. Auch die pädagogischen Mitarbeiter sollen bessere Arbeit bekommen.

Nach dem Programm gehören Sonderpädagogik, Schulsozialarbeit und weitere pädagogische Fachkräfte an jede Schule. Das Angebot an Fort- und Weiterbildung für Lehrkräfte soll wachsen, verbunden mit der Erwartung, dass jede Lehrkraft mindestens einmal im Schuljahr teilnimmt. Für pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter strebt die SPD mehr unbefristete Verträge an. Außerdem sollen deren Weiterbildungen hin zu Berufsabschlüssen unterstützt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 43)
„Wir werden zusätzliche pädagogische Fachkräfte ins Schulleben integrieren.“
Seite 43 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentlich finanziertes Personal an Schulen und mehr unbefristete Stellen bauen staatliche Leistungen schrittweise aus.

Hochschulen und Forschung in Niedersachsen ausbauen

Die SPD will Niedersachsen als Standort für Forschung und Wissenschaft profilieren. Die Hochschulen sollen weiter Planungssicherheit, mehr Professuren und modernisierte Gebäude erhalten. Forschung und Wirtschaft sollen regional enger vernetzt werden.

Die SPD will die Hochschulen im Land stärken. Es soll mehr Professoren geben. Die Gebäude sollen modern werden. Hochschulen sollen sicher planen können. Forschung und Firmen sollen enger zusammenarbeiten.

Die bis 2023 mit dem Hochschulentwicklungsvertrag gegebene Planungsgarantie soll fortgeschrieben werden. Geplant sind digitaler Zugang zur Hochschulbildung aus dem ganzen Land, eine weiterhin hohe Studierendenzahl von über 210.000 und mehr akademische Ausbildung in Gesundheit, Lehramt und Pflege. Regionale Innovationsräume zwischen Hochschulen, Gesellschaft und Wirtschaft sollen entstehen; Digitalagentur und ZDIN werden dauerhaft fortgeführt. Das in Hannover ansässige Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung soll zum nationalen Zentrum werden. Internationale Beziehungen, Spitzenforschung und Fächervielfalt sollen gefördert werden, etwa im Bündnis „Quantum Valley Lower Saxony“ mit dem Ziel eines Quantencomputers bis 2025.

Originalzitat anzeigen (Seite 48)
„Um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Hochschulen weiter zu steigern, werden wir u. a. die Zahl der Professuren merklich erhöhen.“
Seite 48 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Professuren, Gebäudesanierung und fortgeschriebene Finanzierungsgarantien bedeuten höhere öffentliche Investitionen in Hochschulen.

Befristungen an Hochschulen abbauen, Tarifvertrag für Studierende

Die SPD will die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft verbessern. Befristungen ohne Sachgrund sollen deutlich zurückgehen, studentische Beschäftigte einen Tarifvertrag bekommen und Pflichtpraktika mit Mindestlohn bezahlt werden.

Viele Menschen an Hochschulen haben nur Verträge auf Zeit. Die SPD will das deutlich verringern. Studierende mit Job an der Hochschule sollen einen Tarif-Vertrag bekommen. Für Pflicht-Praktika soll es den Mindest-Lohn geben.

Im nächsten Hochschulentwicklungsvertrag sollen Vereinbarungen stehen, die planbare Karrieren, gute Arbeit und berufliche Wege neben der Professur ermöglichen. Die Hochschulen sollen verpflichtet werden, den Anteil befristet Beschäftigter nachweisbar zu senken. Für studentische Beschäftigte strebt die SPD einen bundesweiten Tarifvertrag an; gelingt das nicht, soll einer auf Landesebene ausgehandelt werden. Die Nachwuchsförderung soll unter Gesichtspunkten der Gleichstellung neu ausgerichtet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 48)
„Als Arbeitgeber werden wir als Land sachgrundlos befristete Arbeitsverhältnisse insbesondere an den Hochschulen deutlich reduzieren“
Seite 48 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Weniger Befristungen, Tarifbindung für studentische Beschäftigte und Mindestlohn im Pflichtpraktikum verstärken die Regulierung des Arbeitsmarkts zugunsten der Beschäftigten.

Langzeitstudiengebühren abschaffen

Die SPD will die Gebühren für Langzeitstudierende abschaffen. Sie begründet das damit, dass viele Studierende nebenher arbeiten müssen und ihr Studium deshalb länger dauert.

Wer sehr lange studiert, muss in Niedersachsen Gebühren zahlen. Die SPD will diese Gebühren abschaffen. Viele Studierende müssen nebenbei arbeiten. Deshalb brauchen sie länger für das Studium.

Nach Darstellung des Programms bleibt Studierenden mit Nebenjob weniger Zeit zum Lernen, wodurch sich das Studium verlängert. Die Abschaffung der Gebühren soll allen ermöglichen, das gewählte Studium zu Ende zu bringen. Das Vorhaben steht im Zusammenhang mit dem Ziel, die Zahl der Studierenden im Land hoch zu halten.

Originalzitat anzeigen (Seite 49)
„Um jeder und jedem die Chance zu geben, das Studium ihrer oder seiner Wahl abzuschließen, sollen die Langzeitstudiengebühren abgeschafft werden.“
Seite 49 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine bestehende Gebühr für Studierende wird vollständig gestrichen, das Studium damit stärker öffentlich finanziert.

Mehr Exzellenzcluster und Forschungsfelder aufbauen

Die SPD will die Zahl der Exzellenzcluster in Niedersachsen über die bisherigen sechs hinaus erhöhen und weitere Forschungsbereiche ausbauen. Sie begründet das damit, dass aus jedem Cluster eine neue Zukunftsbranche im Land entstehen könne.

Die SPD will mehr Spitzen-Forschung in Niedersachsen. Dafür soll es mehr Exzellenz-Cluster geben. Das sind große Forschungs-Verbünde an Hochschulen. Die SPD hofft, dass daraus neue Branchen entstehen.

Ausgebaut werden sollen unter anderem die Forschung zu alternativen Energiesystemen, Klimafolgen, nachhaltiger Ressourcennutzung, Biodiversität, Biomedizin und Biotechnologie. Bei Big Data und Künstlicher Intelligenz soll das Land eine führende Rolle einnehmen, auch Themen wie Migration, Demokratie, Zusammenhalt und Bildung sollen erforscht werden. Das Forschungszentrum L3S in Hannover soll dauerhaft gefördert und das Zentrum für digitale Innovationen Niedersachsen erweitert werden. Für den Wissenstransfer zwischen Forschungspartnern will die SPD neue Ansätze entwickeln.

Originalzitat anzeigen (Seite 50)
„Wir werden die Zahl der Exzellenzcluster nochmals steigern, denn jedes neue Cluster bedeutet eine neue große Chance für die Entwicklung einer neuen Zukunftsbranche in Niedersachsen.“
Seite 50 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll mehr öffentliche Mittel in Forschung investieren, was den staatlichen Anteil schrittweise ausweitet.

Hochschulen sanieren und digitale Lehre fördern

Die SPD will sämtliche Hochschulen des Landes sanieren und in Gebäude, Personal und digitale Ausstattung investieren. Finanziert werden soll das über eine Hochschulentwicklungsgesellschaft. Außerdem soll ein Innovationsfonds flexible und digitale Studienformen fördern.

Die SPD will alle Hochschulen im Land sanieren. Sie will Geld für Gebäude, Personal und digitale Technik ausgeben. Eine neue Gesellschaft soll das bezahlen. Ein Fonds soll neue Formen des Studiums fördern, zum Beispiel das Fern-Studium.

Die Neubauten der Universitätsmedizin in Göttingen und der Medizinischen Hochschule in Hannover sollen bundesweit herausragende Projekte werden, daneben soll in der Fläche saniert werden. Die SPD sieht Hochschulen als Standortfaktoren. Teilzeit-, Fern- und berufsbegleitendes Studium sowie die Verbindung von Studium und Familienzeit sollen erhalten und erweitert werden. Dafür ist ein Innovationsfonds vorgesehen, eingebettet in eine umfassende Digitalisierungsstrategie.

Originalzitat anzeigen (Seite 50)
„Deshalb wollen wir alle Hochschulen sanieren und werden in die bauliche, personelle und digitale Infrastruktur investieren.“
Seite 50 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Geplant sind zusätzliche öffentliche Investitionen in Hochschulen über eine eigene Landesgesellschaft, also mehr staatliche Ausgaben.

Hochschulzugang öffnen, Fachhochschulen Promotionsrecht geben

Die SPD will den Zugang zum Studium sozial gerechter machen, weil Kinder aus Akademikerfamilien nach ihren Angaben deutlich häufiger studieren. Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sollen ein uneingeschränktes Promotionsrecht bekommen, und Studierende aus Nicht-EU-Staaten sollen für die Zeit des Studiums einen Duldungsstatus erhalten.

Die SPD will, dass mehr Menschen studieren können. Auch Kinder aus Familien ohne Studium sollen gute Chancen haben. Fachhochschulen sollen den Doktor-Titel vergeben dürfen. Studierende aus fernen Ländern sollen während des Studiums bleiben dürfen.

Laut Programm ist die Chance auf ein Studium für Akademikerkinder etwa sechsmal so hoch wie für junge Menschen aus bildungsfernen Familien. Die Studierendenwerke sollen beim Bau von Wohnraum, bei der Kinderbetreuung und bei psychosozialer Hilfe unterstützt werden. Fachhochschulen gelten der SPD als leichter zugänglich und sollen deshalb aufgewertet werden. In der Fläche sollen regionale Hochschulpartnerschaften mit der Erwachsenenbildung und digitale Lehre das Angebot erweitern.

Originalzitat anzeigen (Seite 51)
„Sie sollen daher das uneingeschränkte Promotionsrecht erhalten.“
Seite 51 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die soziale Infrastruktur für Studierende soll mit öffentlicher Unterstützung ausgebaut werden, um Ungleichheit beim Bildungszugang zu verringern.

  • Migrationeher offen

    Studierende aus Nicht-EU-Staaten sollen für die Studiendauer einen Aufenthaltsstatus bekommen, was den Aufenthalt erleichtert.

Erwachsenenbildung als vierte Bildungssäule absichern

Die SPD will die Erwachsenen- und Weiterbildung dauerhaft absichern und als vierte Säule des Bildungssystems anerkennen. Das Erwachsenenbildungsgesetz soll an digitale Angebote angepasst und die Landeszentrale für politische Bildung gestärkt werden.

Menschen lernen ihr ganzes Leben lang. Die SPD will Bildung für Erwachsene sicher finanzieren. Das Gesetz dazu soll zu digitalen Angeboten passen. Die Landeszentrale für politische Bildung soll größer werden.

Die erhöhte Finanzhilfe für das lebensbegleitende Lernen soll auf Dauer gelten. Der Digital Campus Niedersachsen soll ein reguläres Landesprogramm der Erwachsenenbildung werden. Angebote der politischen Bildung sollen digital, leicht bedienbar und zugänglich sein. Die Landeszentrale für Politische Bildung soll als Fach- und Netzwerkstelle für Beteiligung wachsen, vor allem bei der politischen Medienkompetenz.

Originalzitat anzeigen (Seite 51)
„Wir befürworten die strukturelle Absicherung der gesamten allgemeinen Erwachsenen- und Weiterbildung und eine Anerkennung des Systems des lebensbegleitenden Lernens als vierte Säule des Bildungssystems.“
Seite 51 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentliche Finanzierung der Erwachsenenbildung soll dauerhaft auf höherem Niveau festgeschrieben werden.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Niedersachsen im Vergleich