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SPD zu Gleichstellung und Vielfalt

Aus dem Programm „Fortschritt, der alle mitnimmt. Regierungsprogramm der SPD Niedersachsen 2022–2027“

Landtagswahl Niedersachsen 2022, 9. Oktober 2022Original-PDF, 71 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gleichstellung und Vielfalt

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 3 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 0 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 1 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 10 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 10 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Queere Themen in der Bildung verankern

Die SPD will queere Lebenswirklichkeiten fest in der Bildung verankern und Schüler, Eltern und Lehrkräfte dafür sensibilisieren. Als Grund nennt das Programm, dass sexuelle Orientierung und geschlechtliche Vielfalt an Schulen oft Anlass für Mobbing und Diskriminierung seien.

Die SPD will, dass queere Themen in der Schule vorkommen. Queer meint zum Beispiel schwule, lesbische oder trans Menschen. Kinder, Eltern und Lehrer sollen mehr darüber lernen. So soll es weniger Mobbing geben.

Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte sollen systematisch sensibilisiert sowie fort- und weitergebildet werden. Darüber hinaus plant die SPD gezielte Maßnahmen, damit auch die Gesellschaft insgesamt mehr Verständnis für queere Themen entwickelt. Das Programm begründet dies mit der Vielfalt der Gesellschaft, die sich auch bei Kindern und Jugendlichen zeige.

Originalzitat anzeigen (Seite 38)
„Deshalb stehen wir dafür ein, queere Realitäten in der Bildung aktiv zu verankern und Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte systematisch für queere Themen zu sensibilisieren“
Seite 38 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Queere Themen sollen systematisch in Unterricht und Fortbildung aufgenommen werden, was die Sichtbarkeit vielfältiger Lebensformen schrittweise ausbaut.

Parität von Frauen und Männern in Parlamenten erreichen

Die SPD will, dass Parlamente je zur Hälfte mit Frauen und Männern besetzt sind, und an einem verfassungsfesten Paritätsmodell für Niedersachsen arbeiten. Eine SPD-geführte Landesregierung soll paritätisch besetzt sein.

Im Landtag sitzen viel weniger Frauen als Männer. Die SPD will das ändern. Sie will Regeln dafür entwickeln. Die Regeln müssen zur Verfassung passen. In einer SPD-Regierung soll es gleich viele Frauen und Männer geben.

Das Programm nennt Frauenanteile von 30,7 Prozent im Bundestag, 27,7 Prozent im Landtag und 27 Prozent in den kommunalen Vertretungen. Weil Paritätsgesetze in Brandenburg und Thüringen vor den Verfassungsgerichten scheiterten, soll ein Modell für Niedersachsen unter Beachtung des Verfassungsrechts entwickelt werden. Falls Gesetzesänderungen nötig sind, will die SPD dafür Mehrheiten suchen. Parallel sollen Mentoring-Programme, eine bessere Vereinbarkeit von Politik und Privatleben sowie Frauennetzwerke helfen. Die Parteien sieht das Programm bei ihren Wahllisten in der Verantwortung.

Originalzitat anzeigen (Seite 45)
„Wir wollen die Unterrepräsentanz von Frauen in den parlamentarischen Vertretungen beenden.“
Seite 45 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Arbeit an einem Paritätsmodell und ein paritätisches Kabinett treiben die Gleichstellung voran, ohne dass bereits ein konkretes Gesetz festgelegt wird.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern

Die SPD will die Betreuung von Kindern unter zwölf Jahren ausbauen und flexibler machen. Mobiles Arbeiten und Homeoffice sollen geschlechtergerecht gestaltet werden, damit Frauen nicht durch Beruf und Familienarbeit überlastet werden.

Eltern sollen Arbeit und Familie besser verbinden können. Dafür soll es mehr Betreuung für Kinder unter zwölf Jahren geben. Arbeit von zu Hause soll Frauen nicht zusätzlich belasten. Auch Weiterbildung soll für Eltern leichter werden.

Das Programm verweist darauf, dass Homeoffice durch die Corona-Pandemie wichtiger geworden ist und Familienarbeit weiterhin überwiegend von Frauen geleistet wird. Es betont, dass Paare die Aufgaben in der Familie gerecht untereinander aushandeln müssen. Angebote des Zweiten Bildungswegs sollen so gestaltet sein, dass Familienarbeit einer Weiterqualifizierung nicht im Weg steht.

Originalzitat anzeigen (Seite 45)
„muss die Betreuung von Kindern unter zwölf Jahren weiter ausgebaut und flexibilisiert werden.“
Seite 45 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der weitere Ausbau der Kinderbetreuung erweitert öffentliche Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Eine gerechtere Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit zwischen den Geschlechtern zielt auf mehr Gleichstellung.

Schutz vor häuslicher Gewalt ausbauen

Die SPD will das Schutznetz für von Gewalt betroffene Frauen ausbauen und Frauenhäuser gesetzlich verlässlich finanzieren. Sie unterstützt einen bundesweiten Rechtsanspruch auf einen Frauenhausplatz. Auch die Täterberatung soll wachsen.

Frauen sollen besser vor Gewalt zu Hause geschützt werden. Frauen-Häuser sollen sicheres Geld bekommen. Jede Frau soll ein Recht auf einen Platz im Frauen-Haus haben. Auch Täter sollen Beratung bekommen. Polizei und Gerichte sollen mehr über das Thema lernen.

Beratungsstellen, Frauen- und Mädchenhäuser sowie Schutzwohnungen sollen gemeinsam mit den Kommunen ausgebaut und professionalisiert werden. Die Finanzierung der Frauenhäuser soll über das Finanzausgleichsgesetz des Landes gesichert werden. Der Landesaktionsplan III soll weiterentwickelt werden, auch mit Blick auf Kinder, die Gewalt miterleben. Polizei und Justiz erhalten Weiterbildungen und sollen enger mit Schutzeinrichtungen vor Ort zusammenarbeiten. Das Prinzip „Wer schlägt, geht“ soll durch Wegweisungen konsequent angewandt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Frauenhäuser werden wir künftig im niedersächsischen Gesetz über den Finanzausgleich absichern und so eine verlässliche Finanzierungsgrundlage für sie schaffen.“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine gesetzlich abgesicherte Finanzierung von Frauenhäusern und mehr Beratungsstellen erweitern öffentliche Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Ausbau des Schutzes für Frauen und ein Rechtsanspruch auf einen Frauenhausplatz stärken Gleichstellung und Selbstbestimmung.

Gleichstellungsgesetz für die Landesverwaltung verschärfen

Die SPD will das Niedersächsische Gleichstellungsgesetz weiterentwickeln, mit verbindlichen Gleichstellungsplänen und Sanktionen. Die Hälfte der Führungspositionen in der Landesverwaltung soll mit Frauen besetzt werden.

In den Behörden des Landes sollen Frauen gleiche Chancen haben. Jede Behörde soll einen festen Plan dafür bekommen. Die Leitung ist dafür verantwortlich. Die Hälfte der Chefs soll weiblich sein. Frauen sollen auch bei der Planung von Städten und Verkehr mitreden.

Vorgesehen sind verpflichtende Gleichstellungspläne in den Behörden, die unmittelbare Verantwortung der Behördenleitung und Sanktionen, wenn Ziele verfehlt werden. Der Frauenanteil in Führungsaufgaben soll ausgewertet und laufend beobachtet werden; das gilt auch für Unternehmen mit Landesbeteiligung. Bei Beurteilungen für höhere Aufgaben sollen Sorgeaufgaben von Männern und Frauen angemessen berücksichtigt werden. Bei Veränderungen in Städtebau, Wohnungsbau und Mobilität soll die Sicht von Frauen über Beteiligungsverfahren einfließen, etwa bei ÖPNV-Takten und der Sicherheit an Haltestellen.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Unser Ziel ist, die Hälfte der Führungspositionen mit Frauen zu besetzen.“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Verbindliche Gleichstellungspläne mit Sanktionen und ein Ziel von 50 Prozent Frauen in Führung verstärken die bestehenden Gleichstellungsregeln.

Begriff „Rasse“ aus Landesverfassung streichen

Die SPD will das Wort „Rasse“ aus der niedersächsischen Verfassung entfernen. Außerdem sollen Bevölkerung und Polizei stärker für Rassismus und Antisemitismus im Alltag sensibilisiert werden.

In der Verfassung von Niedersachsen steht das Wort „Rasse“. Die SPD will dieses Wort streichen. Die Menschen sollen Rassismus im Alltag besser erkennen. Das gilt auch für die Polizei.

Das Programm begründet die Streichung damit, dass die Verfassung die Grundlage des Zusammenlebens bilde. Die SPD will die Aufmerksamkeit für Alltagsrassismus und Alltagsantisemitismus erhöhen. Auch bei der Polizei soll das Bewusstsein dafür wachsen, damit Hass und Hetze häufiger entdeckt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Daher muss das Wort „Rasse“ aus der niedersächsischen Verfassung verbannt werden.“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Streichung des Begriffs aus der Verfassung und mehr Sensibilisierung für Alltagsrassismus verschieben den heutigen Stand in Richtung Vielfalt und Gleichstellung.

Hasskriminalität gegen queere Menschen bekämpfen

Die SPD will Hasskriminalität, insbesondere gegen queere Menschen, konsequenter verfolgen. Dazu sollen solche Taten umfassend statistisch erfasst, bei der Strafzumessung stärker berücksichtigt und von der Polizei besser erkannt werden.

Manche Menschen werden angegriffen, weil sie queer sind. Queer heißt zum Beispiel lesbisch, schwul oder trans. Die SPD will solche Taten strenger verfolgen. Die Polizei soll solche Taten besser erkennen und zählen.

Das Programm nennt drei Schritte. Paragraf 46 des Strafgesetzbuchs, der die Grundsätze der Strafzumessung regelt, soll um politisch oder ideologisch motivierte Hasskriminalität erweitert werden. Hasskriminalität soll in Niedersachsen vollständig in der Statistik auftauchen. Polizistinnen und Polizisten sollen geschult werden, damit sie Hassverbrechen gegen LSBTIQ* erkennen, auch wenn sich Betroffene nicht selbst outen.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„setzen uns für eine konsequente Bekämpfung von Hasskriminalität in Niedersachsen ein“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Hassmotive sollen bei der Strafzumessung stärker ins Gewicht fallen, was auf härtere Strafen im bestehenden Rahmen zielt.

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Schutz queerer Menschen soll durch Erfassung, Schulung und Strafzumessung schrittweise gestärkt werden.

Mehr Frauen in der Kommunalpolitik

Die SPD will den Anteil von Frauen in der Kommunalpolitik erhöhen. Dafür sollen geteilte Mandate und Elternzeit für Mandatsträger gesetzlich verankert werden.

In Gemeinde-Räten sitzen wenige Frauen. Die SPD will das ändern. Zwei Personen sollen sich ein Mandat teilen können. Ein Mandat ist ein Sitz im Rat. Auch Elternzeit soll im Rat möglich sein.

Mandatssharing, also das Teilen eines kommunalen Mandats, und Elternzeit in kommunalen Ämtern sollen eine gesetzliche Grundlage bekommen. Förderprogramme wie „Frau.Macht.Demokratie“ will die SPD fortsetzen. Ziel ist eine stärkere Vertretung von Frauen in den kommunalen Gremien.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„Wir wollen die Repräsentativität von Frauen in der Kommunalpolitik erhöhen und ein Mandatssharing und die Ermöglichung von Elternzeit gesetzlich absichern.“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Geteilte Mandate und Elternzeit in der Kommunalpolitik sollen die Gleichstellung von Frauen schrittweise voranbringen.

Barrierefreiheit und Teilhabe für Menschen mit Behinderung

Die SPD will Barrierefreiheit in allen Bereichen durchsetzen und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung stärken, auch auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ein Landeskompetenzzentrum soll Behörden und Wirtschaft beraten, und von privaten Unternehmen soll mehr Barrierefreiheit verlangt werden.

Menschen mit Behinderung sollen überall mitmachen können. Die SPD will deshalb Barrieren abbauen. Ein neues Zentrum des Landes berät Behörden und Firmen dazu. Auch private Firmen sollen mehr für Barriere-Freiheit tun. Menschen mit Behinderung sollen leichter normale Arbeit finden.

Das Programm verweist auf das überarbeitete Behindertengleichstellungsgesetz, das öffentliche Stellen zum barrierefreien Bauen verpflichtet. Für die Unterstützung von Menschen mit Behinderung sind im Landeshaushalt 2,6 Milliarden Euro vorgesehen. Bei der Fortschreibung der Inklusionspläne sollen neben Verbänden auch Betroffene selbst beteiligt werden. Die SPD setzt auf Unterstützungsangebote wie Gebärdensprachdolmetschen und Assistenzleistungen. In der Eingliederungshilfe sollen alle Angebote am Sozialraum ausgerichtet und ambulante sowie mobile Angebote gefördert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 68)
„Wir werden uns dafür einsetzen, Barrierefreiheit in allen Bereichen umzusetzen und die Teilhabe weiter zu stärken.“
Seite 68 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll auch von der Privatwirtschaft mehr Barrierefreiheit einfordern und Unterstützungsleistungen bereitstellen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Barrierefreiheit und Teilhabe bauen die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung schrittweise aus.

Queere Menschen in der Landesverfassung schützen

Die SPD will das Diskriminierungsverbot der Landesverfassung um die sexuelle und geschlechtliche Identität ergänzen. Ein Landesaktionsplan gegen Homo-, Trans- und Queerfeindlichkeit soll gestartet werden, und queere Zentren und Vereine sollen Unterstützung erhalten.

Die SPD will queere Menschen besser schützen. Queer sind zum Beispiel Lesben, Schwule und trans Menschen. Die Landes-Verfassung soll ihren Schutz ausdrücklich nennen. Ein Plan des Landes soll gegen Hass und Gewalt helfen. Queere Zentren sollen Unterstützung bekommen.

Die Partei will sich für rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung sowie Sichtbarkeit der LSBTIQ*-Community einsetzen. Diskriminierung, Gewalt und Hasskriminalität gegen queere Menschen will sie entgegentreten. Eine SPD-geführte Landesregierung soll den Landesaktionsplan anstoßen und umsetzen. Ehrenamtliche Vereine aus der Community leisten laut Programm einen großen Teil der queeren Bildungs- und Beratungsarbeit. Bestehende queere Zentren sollen erhalten und neue gegründet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 69)
„Dazu werden wir uns dafür einsetzen, den Artikel 3 Absatz 3 der Niedersächsischen Verfassung um das Merkmal der sexuellen und geschlechtlichen Identität zu erweitern.“
Seite 69 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein zusätzliches Schutzmerkmal in der Landesverfassung und ein Aktionsplan erweitern die Gleichstellung queerer Menschen innerhalb des bestehenden Rechtsrahmens.

Was sagen die anderen Parteien zu Gleichstellung und Vielfalt?

Alle Programme in Niedersachsen im Vergleich