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SPD zu Demokratie und Staat

Aus dem Programm „Fortschritt, der alle mitnimmt. Regierungsprogramm der SPD Niedersachsen 2022–2027“

Landtagswahl Niedersachsen 2022, 9. Oktober 2022Original-PDF, 71 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Demokratie und Staat

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 4 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 3 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 1 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Öffentlichen Dienst attraktiver machen

Die SPD will den öffentlichen Dienst als Arbeitgeber stärken, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Dazu gehören gute Bezahlung, mehr Aus- und Weiterbildung, Investitionen in Gebäude und ein Anspruch auf Bildungszeit für Beamte.

Die SPD will, dass mehr Menschen gern beim Staat arbeiten. Die Bezahlung soll gut sein. Es soll mehr Ausbildung und Weiterbildung geben. Beamte sollen bis zu fünf Tage im Jahr für Bildung frei bekommen.

Die eigene Ausbildung von Fachkräften, vor allem für die IT, soll wachsen, und Fortbildungen sollen bessere Aufstiegschancen bieten. Eine Investitionsoffensive soll landeseigene Gebäude modernisieren; dafür ist eine erneuerte Liegenschaftsverwaltung vorgesehen. Das Personalvertretungsrecht wird modernisiert, wobei in der Pandemie eingeführte Vereinfachungen bleiben sollen. Beschäftigte sollen Fahrradleasing und Jobtickets nutzen können. Besondere Anreize sollen Ingenieurinnen und Ingenieure im technischen Landesdienst halten oder zurückholen.

Originalzitat anzeigen (Seite 33)
„Wir stehen auch in der nächsten Legislaturperiode für eine gute Bezahlung im öffentlichen Dienst und werden dessen Attraktivität weiter hervorheben und steigern.“
Seite 33 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Investitionen, gute Bezahlung und zusätzliche Ansprüche für Staatsbedienstete stärken den öffentlichen Sektor schrittweise.

Verfahren zwischen Land und Kommunen vereinfachen

Die SPD will mit den Kommunen prüfen, wie die Abläufe zwischen ihnen und dem Land einfacher werden können. Das Land soll die Kommunen außerdem in die Lage versetzen, in soziale Zukunftsthemen zu investieren.

Die SPD will weniger Bürokratie zwischen Land und Kommunen. Kommunen sollen Geld öfter als feste Summe bekommen. Dann müssen sie weniger Anträge stellen. Für kleine Kommunen sollen einfachere Regeln gelten.

Als Beispiele nennt das Programm pauschale Zuweisungen statt aufwendiger Anträge und einfachere Regeln für kleine Gemeinden. Investieren sollen Kommunen vor allem in Gesundheit, Mobilität, Bildung und Integration. Das soll auch für Kommunen mit geringer Finanzkraft, hohen Schulden oder Defiziten möglich sein. Ziel sind gleichwertige Lebensverhältnisse im Land.

Originalzitat anzeigen (Seite 34)
„Dabei geht es zum Beispiel um die Zuweisung von Pauschalen anstelle aufwendiger Antragsverfahren oder vereinfachte Regelungen für kleine Kommunen.“
Seite 34 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Regionale Kooperationen als „Zukunftsregionen“ fördern

Die SPD will bis 2027 im ganzen Land 14 Kooperationen fördern, in denen Städte und Kreise gemeinsam an innovativen Themen arbeiten. Begründet wird das damit, dass einzelne Kommunen manche Aufgaben allein nicht gut lösen können.

Die SPD will, dass Städte und Kreise mehr zusammenarbeiten. Dafür gibt es das Programm „Zukunftsregionen“. Bis 2027 soll das Land 14 solche Zusammenschlüsse fördern. Manche Aufgaben schafft eine Kommune allein nicht gut.

Das Programm „Zukunftsregionen“ soll 14 Kooperationen über Stadt- und Kreisgrenzen hinweg unterstützen, verteilt über ganz Niedersachsen. Kommunen mit mittelzentralen Aufgaben sollen vorrangig Geld aus Programmen von EU, Bund und Land erhalten. Außerdem verweist das Programm auf das Projekt „Digitale Dörfer“ in Südniedersachsen, das eine nicht kommerzielle lokale Digitalplattform für den Austausch im Dorf erprobt.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Wir werden mit dem Programm „Zukunftsregionen“ bis 2027 landesweit und flächendeckend 14 Kooperationen bei innovativen Themen über Stadt- und Kreisgrenzen hinweg fördern.“
Seite 35 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Fördermittel für regionale Kooperationen sollen fortgeführt und gezielt eingesetzt werden, was staatliche Strukturpolitik schrittweise ausbaut.

Wahlalter 16 und mehr Jugendbeteiligung einführen

Die SPD will das Wahlalter bei Landtagswahlen auf 16 Jahre senken. Kinder und Jugendliche sollen in Schule, Kommune und Land mehr mitentscheiden können. Das Programm begründet dies damit, dass junge Menschen Demokratie erleben sollen.

Jugendliche sollen ab 16 Jahren den Landtag wählen dürfen. Das will die SPD. Junge Menschen sollen auch in der Schule mehr mitreden. Jede Gemeinde soll Jugendliche mitentscheiden lassen. Dafür sollen sie eigenes Geld bekommen.

Neben dem niedrigeren Wahlalter sollen Schülervertretungen mehr Rechte erhalten, damit sie Lehrer- und Elternvertretungen gleichgestellt sind. Jede Kommune soll verpflichtend Beteiligungsformate für junge Menschen einrichten, die über ein Budget und Entscheidungsbefugnisse verfügen. Das Jugendförderprogramm „Startklar für die Zukunft“ soll dauerhaft bestehen und in einem Jugendfördergesetz abgesichert werden. Die Förderung der Jugendverbände wird fortgeführt.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„Daher werden wir das Wahlalter bei Landtagswahlen auf 16 Jahre herabsetzen!“
Seite 44 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein niedrigeres Wahlalter und verpflichtende Jugendbeteiligung erweitern die Mitbestimmung junger Menschen über den heutigen Stand hinaus.

Justiz personell aufstocken und Gerichtsstandorte erhalten

Die SPD will Gerichte und Staatsanwaltschaften besser ausstatten und das Personal in allen Diensten auf den vollen errechneten Bedarf aufstocken. Die Gerichtsstruktur in der Fläche, vor allem kleine Amtsgerichte, soll erhalten bleiben.

Gerichte und Staats-Anwälte sollen mehr Personal bekommen. Das Land soll in die Gebäude der Justiz investieren. Kleine Amtsgerichte sollen bleiben. In allen Gerichten soll es Kontrollen am Eingang geben.

Maßstab für die Aufstockung ist ein Wert von 1,0 nach dem Personalbedarfssystem PEBB§Y. Ein Landesinvestitionsprogramm soll Sicherheit, Barrierefreiheit und Klimaneutralität der Justizgebäude verbessern; die Bauvorhaben in Oldenburg und Celle sollen schneller vorankommen. Zum Schutz der Beschäftigten sind flächendeckende Einlasskontrollen und stärkere regionale Sicherheitsteams geplant, private Sicherheitsdienste schließt die SPD aus. Um Amtsgerichte abzusichern, soll die Streitwertgrenze zwischen Amts- und Landgericht auf 7.500 Euro steigen.

Originalzitat anzeigen (Seite 55)
„Wir werden für eine gute personelle und sachliche Ausstattung von Gerichten und Staatsanwaltschaften sorgen.“
Seite 55 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal und Investitionen im öffentlichen Dienst sowie der Ausschluss privater Sicherheitsdienste stärken die staatliche Aufgabenwahrnehmung.

Justiz digitalisieren und Planungsverfahren beschleunigen

Die SPD will elektronischen Rechtsverkehr, elektronische Akte, Künstliche Intelligenz und Videoformate in der Justiz ausbauen. An den Verwaltungsgerichten sollen eigene Spruchkörper für Planungs- und Genehmigungsrecht entstehen, damit Verfahren etwa zur Windenergie schneller laufen.

Die Justiz soll digitaler arbeiten. Akten sollen elektronisch sein. Computer-Programme sollen bei großen Verfahren helfen. Entscheiden sollen aber weiter Richter. Besondere Kammern sollen Klagen zu Bau-Planungen schneller bearbeiten, zum Beispiel bei Windrädern.

Für die elektronische Akte und den elektronischen Rechtsverkehr sollen genügend Geld und Personal bereitstehen. KI und Legal Tech sollen vor allem Groß- und Massenverfahren aufbereiten, die richterliche Entscheidung jedoch nicht ersetzen. Videovernehmungen und hybride Sitzungen sollen häufiger möglich sein. Die Verwaltungsgerichte gelten laut Programm als stark belastet, unter anderem durch Asylverfahren, und sollen ausreichend Personal und Sachmittel erhalten. Die schnelleren Planungsverfahren begründet die SPD mit der Energiewende und dem Ziel eines klimaneutralen Landes.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„Die Digitalisierung der Justiz werden wir beschleunigen.“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Gerichtsverfahren zu Planung und Genehmigung sollen schneller werden, um den Ausbau etwa der Windenergie voranzubringen.

Justiz bürgernäher machen und Zugang zum Recht sichern

Die SPD will die Justiz bürgerfreundlicher gestalten und Hemmschwellen abbauen, etwa durch Servicestellen, Barrierefreiheit und digitale Rechtsantragsstellen. Sie will den Zugang zum Recht verteidigen, die Musterfeststellungsklage ausweiten und die Mediation stärken.

Die Justiz soll für Bürger leichter erreichbar sein. An Gerichten soll es Service-Stellen geben. Anträge sollen auch digital möglich sein. Hilfe bei den Kosten für Prozesse soll bleiben. Streit soll öfter ohne Urteil gelöst werden.

Die Musterfeststellungsklage soll für mehr Fälle gelten und einfacher werden, das Widerspruchsverfahren im Verwaltungsrecht soll breiter anwendbar sein. Kürzungen bei Beratungs- und Prozesskostenhilfe lehnt die SPD ab. Für gerichtliche und anwaltliche Mediation sollen zusätzliche Anreize entstehen, weil sie Konflikte dauerhaft beilege und Gerichte entlaste. Bei Gerichten und Staatsanwaltschaften sollen LSBTIQ-Ansprechpersonen benannt werden. Für Beschäftigte sind mehr Homeoffice, Fortbildung, bessere Aufstiegschancen und Frauenförderung vorgesehen; eine Fortbildungspflicht für Richterinnen und Richter wird geprüft.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„Den Bürgerservice werden wir durch zentrale Justizservicestellen an den Gerichten und gute Internetauftritte der Justiz verbessern.“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Kollektive Klagemöglichkeiten für Verbraucher sollen ausgeweitet und staatliche Kostenhilfen verteidigt werden.

  • Gesellschafteher progressiv

    Eigene LSBTIQ-Ansprechpersonen und Frauenförderung in der Justiz stärken Vielfalt und Gleichstellung schrittweise.

Landesdemokratiefördergesetz gegen Extremismus einführen

Die SPD will ein Landesdemokratiefördergesetz einführen und die Programme gegen Extremismus und Antisemitismus dauerhaft fortführen. Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus nennt das Programm als derzeit größte Bedrohungen der Demokratie. Jüdische Einrichtungen sollen weiter geschützt werden.

Die SPD will ein neues Gesetz für Niedersachsen. Es soll die Demokratie fördern. Programme gegen Extremismus und Juden-Hass sollen dauerhaft bleiben. Schon in der Grundschule soll es Vorbeugung geben. Jüdische Einrichtungen sollen weiter Schutz bekommen.

Die laufenden Landesprogramme sollen verstetigt werden. Prävention und Beratung will die SPD vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit stärken, beginnend in den Grundschulen. Offene Jugendarbeit, mobile Beratungsstellen und Streetworker sollen mehr Personal und Geld erhalten. Das Land soll jüdische Einrichtungen weiter bei der baulichen und technischen Sicherung unterstützen, und die Polizei soll die Gemeinden in Sicherheitsfragen beraten. Das Programm wendet sich gegen jede Form von Extremismus, ob von rechts, links oder religiös begründet.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Ein zentrales Anliegen ist die Einführung eines Landesdemokratiefördergesetzes als Anker gegen Demokratiefeindlichkeit, die wir voranbringen werden.“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein neues Fördergesetz und dauerhafte Programme gegen Antisemitismus und Extremismus sollen eine offene, vielfältige Gesellschaft stärken.

Ehrenamt mit Strategie und Pakt stärken

Die SPD will das ehrenamtliche Engagement nach der Corona-Pandemie neu beleben. Geplant sind eine Koordinierungsstelle in der Staatskanzlei, eine Ehrenamtsstrategie, ein Pakt mit Verbänden und Kommunen sowie mehr Vorteile für Engagierte.

Viele Menschen helfen freiwillig in Vereinen. Die SPD will dieses Ehrenamt stärken. Es soll eine neue Stelle bei der Landes-Regierung geben. Freiwillige sollen weniger Papier-Kram und mehr Vorteile haben. Jugend-Leiter sollen kostenlose Kurse bekommen.

Die Empfehlungen der Enquetekommission Ehrenamt vom Frühjahr 2022 sollen umgesetzt werden. Freiwilligenagenturen will die SPD ausbauen und den FreiwilligenServer zu einem Mitmach-Portal weiterentwickeln. Inhaber der Ehrenamtskarte sollen bessere Leistungen erhalten; Vergünstigungen und Freifahrten im Nahverkehr werden geprüft. Ein Landesprogramm soll 10.000 kostenlose Fortbildungen für die Jugendleiter-Card (Juleica) ermöglichen, und aktive Inhaber erhalten automatisch die Ehrenamtskarte. Eine mehrsprachige Kampagne soll Menschen mit Migrationsgeschichte gewinnen, und die Zusammenarbeit mit Minderheitenorganisationen, Vertriebenenverbänden und Russlanddeutschen soll wachsen.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„Zusammen mit Verbänden und Kommunen werden wir einen „Pakt des Ehrenamtes“ auf den Weg bringen, Bürokratiehürden weiter abbauen“
Seite 60 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

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