Zum Inhalt springen
parteiprogramm

SPD zu Klima und Energie

Aus dem Programm „Zukunftsprogramm 2023–2027“

Bürgerschaftswahl Bremen 2023, 14. Mai 2023Original-PDF, 188 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Klima und Energie

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 11 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 11 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 14 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 14 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Klimaneutralität bis 2038 mit Milliardeninvestitionen erreichen

Die SPD will Bremen bis 2038 klimaneutral machen und dafür in den Umbau der Wirtschaft investieren. Geld soll in grünen Stahl, klimafreundliches Fliegen und die Wasserstoffwirtschaft fließen. Das Programm begründet dies damit, dass der Umbau der Wirtschaft nur mit erheblichen Investitionen gelinge.

Die SPD will, dass Bremen bis 2038 klimaneutral ist. Klimaneutral heißt: Das Land schadet dem Klima nicht mehr. Dafür will die SPD viel Geld ausgeben. Das Geld ist für sauberen Stahl, Wasserstoff und die Häfen.

Das Programm verweist auf drei Milliarden Euro, die das Land zur Zukunftssicherung bereitgestellt hat. Investiert werden soll in grünen Stahl, klimafreundliches Fliegen und den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft, bei der Bremen Vorreiter werden soll. Als Ziel nennt die SPD die Klimaneutralität Bremens bis 2038. Zusätzlich sollen 500 Millionen Euro in die Häfen fließen, die das Programm als Rückgrat der bremischen Wirtschaft bezeichnet.

Originalzitat anzeigen (Seite 6)
„Wir investieren in grünen Stahl und klimafreundliches Fliegen, machen Bremen zum Vorreiter bei der Wasserstoffwirtschaft und arbeiten an dem Ziel, dass Bremen bis 2038 klimaneutral wird.“
Seite 6 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Umbau der Wirtschaft soll mit Milliarden an öffentlichen Investitionen gestützt werden, was eine aktivere Rolle des Staates bedeutet.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Das Programm hält am Ziel der Klimaneutralität 2038 fest und will es mit öffentlichen Investitionen in klimafreundliche Industrie voranbringen, was den Klimaschutz schrittweise stärkt.

Wirtschaft bis 2039 auf Erneuerbare umstellen

Die SPD will, dass die bremische Wirtschaft bis 2039 vollständig mit erneuerbaren Energien arbeitet, grüner Wasserstoff eingeschlossen. Fossiles Gas, Öl und Kohle sollen in der Industrie ersetzt werden. Das Programm sieht den Umbau als Voraussetzung für eine nachhaltige Zukunft und nicht als Belastung.

Die SPD will weg von Gas, Öl und Kohle. Bis 2039 soll die Wirtschaft nur noch saubere Energie nutzen. Dazu gehört auch grüner Wasserstoff. Das ist ein Gas, das man mit Öko-Strom herstellt. Die SPD sagt: Der Umbau sichert die Zukunft.

Als Zieljahr nennt das Programm 2039. Der Umbau soll Industrie, Dienstleistungen, Häfen, Logistik und Einzelhandel erfassen und gemeinsam von Unternehmen und Landesregierung getragen werden. Die SPD begründet das mit dem Klimawandel und mit der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, die der Krieg in der Ukraine sichtbar gemacht habe. Beschäftigte und Gewerkschaften sollen in den Wandel eingebunden werden, Aus- und Weiterbildung gilt als zentrale Aufgabe der Wirtschaftspolitik. Die Bedingungen für Wasserstoff hält das Programm im Land Bremen wegen der Windenergie im Norden für besonders günstig.

Originalzitat anzeigen (Seite 23)
„Es muss bis 2039 gelingen, komplett auf die Nutzung von erneuerbaren Energien (inklusive grünem Wasserstoff) umzustellen.“
Seite 23 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Das Zieljahr 2039 für die vollständige Umstellung liegt vor dem bundesweiten Klimaneutralitätsziel 2045 und stellt den Klimaschutz in den Mittelpunkt der Wirtschaftspolitik.

Wasserstoffwirtschaft in Bremen und Bremerhaven aufbauen

Die SPD will die Erzeugung von grünem Wasserstoff in Bremen ausbauen und das Land an das norddeutsche Pipelinenetz anschließen. In Bremerhaven soll eine Test- und Kompetenzregion für mobile Wasserstoffanwendungen entstehen. Eine Förderung innovativer Pilotanlagen will die Partei prüfen.

Die SPD will mehr grünen Wasserstoff in Bremen herstellen. Das ist ein Gas aus Öko-Strom. Bremen soll an Leitungen für Wasserstoff im Norden kommen. In Bremerhaven sollen Firmen und Forscher neue Technik testen. Die SPD prüft, ob das Land Test-Anlagen fördert.

Ab 2023 soll eine vom Land geförderte Pilotanlage von EWE, swb und ArcelorMittal in Mittelsbüren Wasserstoff erzeugen, der zu mehr als 80 Prozent ins Stahlwerk geht. Die Kapazität soll bis 2030 auf 50 bis 100 Megawatt wachsen. Über das Projekt Clean Hydrogen Coastline soll Wasserstoff aus Offshore-Windstrom, anfangs bis zu 300 Megawatt, per Pipeline zum Stahlwerk gelangen; weitere Gewerbegebiete könnten angeschlossen werden. Das Forschungsprojekt hyBit mit rund 30 Millionen Euro untersucht den Aufbau eines Wasserstoff-Hubs im Industriehafen. Auf der Luneplate in Bremerhaven entsteht ein Testfeld, unter anderem für Elektrolyse mit Meerwasser.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Die Erzeugungskapazitäten sollen bis zum Ende des Jahrzehnts am Bremer Standort auf 50 bis 100 MW ausgebaut werden.“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land fördert Pilotanlagen und Infrastruktur mit öffentlichen Mitteln und betreibt damit aktive Industriepolitik.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Ausbau von Erzeugung und Netz für grünen Wasserstoff soll fossile Energieträger in der Industrie schrittweise ersetzen.

Wind- und Solarenergie im Land ausbauen

Die SPD will mehr Windkraft und Solarstrom im Land Bremen erzeugen und dafür Flächen in Gewerbegebieten, Häfen und am Flughafen nutzen. Der Ausbau der Offshore-Windenergie soll in Bremerhaven Arbeitsplätze schaffen. Begründet wird das mit dem stark steigenden Bedarf an grünem Strom und Wasserstoff.

Die SPD will mehr Strom aus Wind und Sonne. Neue Wind-Räder sollen entstehen. Alte Wind-Räder sollen durch stärkere ersetzt werden. Solar-Anlagen sollen in Häfen, Gewerbe-Gebieten und am Flughafen stehen. In Bremerhaven soll die Wind-Kraft auf dem Meer neue Arbeit bringen.

Geplant sind neue Windkraftstandorte und der Ersatz alter Anlagen durch leistungsstärkere (Repowering), mehr Solarenergie sowie Förderung für dezentral erzeugten grünen Wasserstoff. Mit den Hafenbetreibern sollen Solarkapazitäten in den Häfen entstehen, am Flughafen sollen große Flächen für Solarstrom bereitstehen. Das Programm räumt ein, dass das Land seinen Bedarf nicht vollständig selbst decken kann, will den eigenen Anteil aber möglichst hoch halten. Für Bremerhaven sieht die SPD Chancen bei Test, Überwachung und Versorgung von Offshore-Anlagen, bei der Fertigung von Komponenten und beim Recycling von Windanlagen.

Originalzitat anzeigen (Seite 25)
„Wir werden im Land Bremen Windkraft durch die Erschließung neuer Standorte und das Repowering an alten Standorten weiter ausbauen, den Ausbau der Solarenergie vorantreiben und die dezentrale Produktion von grünem Wasserstoff fördern.“
Seite 25 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr Wind- und Solaranlagen auf zusätzlichen Flächen bauen die erneuerbare Stromerzeugung im bestehenden Rahmen schrittweise aus.

Gewerbegebiete verdichten und klimaneutral gestalten

Die SPD will Gewerbegebiete dichter bebauen und ökologisch sowie klimaneutral ausrichten. Solaranlagen oder begrünte Dächer sollen zum Standard werden, Windräder sollen auch in Gewerbegebieten stehen. Die Abstands- und Lärmregeln für Windkraft in Bremen sollen überarbeitet werden.

Gewerbe-Gebiete sollen dichter bebaut werden. Auf den Dächern soll es Solar-Anlagen oder Pflanzen geben. Auch Wind-Räder sollen dort stehen. Die Regeln für Abstand und Lärm will die SPD ändern.

Gebäude und Parkflächen sollen beispielsweise mehrstöckig angelegt werden. Neben großen Anlagen der Energieversorger sieht das Programm wachsenden Bedarf an firmeneigenen Windrädern auf Betriebsgeländen. Die geltenden Abstands- und Lärmvorgaben entsprechen aus Sicht der SPD nicht mehr dem technischen Stand. Neue Standorte für Windenergie sollen geprüft werden, etwa am Autobahnknoten von A 27 und A 281.

Originalzitat anzeigen (Seite 30)
„Photovoltaik und/oder Dachbegrünung müssen Standard werden. Auch Windkraft ist in die Gewerbegebiete zu integrieren.“
Seite 30 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue Standards für Dächer in Gewerbegebieten bedeuten zusätzliche Vorgaben für Unternehmen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Solar- oder Gründächer als Standard und gelockerte Abstandsregeln für Windräder bauen erneuerbare Energien innerhalb des bestehenden Rahmens aus.

Häfen für Wasserstoff und Energiewende ausbauen

Die SPD will die Häfen so ausbauen, dass Wasserstoff dort importiert und weitertransportiert werden kann. In Bremerhaven sollen Gewerbeflächen südlich des Fischereihafens, darunter das CO2-neutrale Gebiet LuneDelta, Unternehmen der Green Economy anziehen. Die Wertschöpfung aus dem Ausbau erneuerbarer Energien soll möglichst am Standort bleiben.

Die SPD will die Häfen auf Wasserstoff vorbereiten. Wasserstoff ist ein Gas, das Energie liefert. Es soll über die Häfen ins Land kommen. In Bremerhaven sollen sich umweltfreundliche Firmen ansiedeln.

Grundlage für den Wasserstoffausbau sollen die Ergebnisse einer laufenden Untersuchung sein. Projekte der Bremischen Wasserstoffstrategie wie „Grünes Gas für Bremerhaven“, ein Testfeld mit bis zu 10 MW Elektrolyseurleistung, sollen weiterlaufen. Südlich des Fischereihafens entsteht auf rund 150 Hektar ein großes Gewerbeentwicklungsgebiet. Eine Potenzialanalyse soll klären, wie Gewerbe- und Hafenflächen an seeschifftiefes Wasser angebunden werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„um unsere Häfen so weiterzuentwickeln, dass sie die infrastrukturellen Anforderungen einer wasserstoffbasierten Wirtschaft für den Import und Weitertransport von Wasserstoff erfüllen“
Seite 31 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll Infrastruktur und Gewerbeflächen gezielt entwickeln und so Ansiedlungen lenken.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur und klimaneutralen Gewerbegebieten treibt die Energiewende schrittweise voran.

Landstrom ausbauen und Hafenbetrieb CO2-neutral machen

Die SPD will die Versorgung von Schiffen mit Strom vom Land weiter ausbauen, damit an den Liegeplätzen deutlich weniger Abgase entstehen. Sie verfolgt das Ziel eines CO2-neutralen Hafenbetriebs und einer Schifffahrt ohne fossile Brennstoffe.

Schiffe im Hafen sollen Strom vom Land bekommen. Dann müssen ihre Motoren nicht laufen. So entstehen weniger Abgase. Der Hafen soll dem Klima nicht mehr schaden.

Für die Seeschifffahrt sind sieben feste Landstromanlagen mit einem Investitionsvolumen von mehr als 30 Millionen Euro in Planung, die zwischen 2023 und 2026 schrittweise entstehen sollen. Eine weitere Anlage ist für das neue Forschungsschiff „Walther Herwig 2“ vorgesehen. Für Binnenschiffe ist Landstrom laut Programm an allen Liegeplätzen möglich oder in Umsetzung, die Abnahme ist Pflicht. Die SPD verweist auf die seit über zehn Jahren bestehende „greenports“-Initiative.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„den weiteren Ausbau der Landstromversorgung voranzutreiben und dafür zu sorgen, Schiffsemissionen an den Liegeplätzen im Hafen drastisch zu verringern“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Ausbau von Landstrom setzt den bestehenden Kurs zur Senkung von Schiffsemissionen mit weiteren Investitionen fort.

Nachhaltigkeitsforschung stärken und Hochschulgebäude sanieren

Die SPD will Forschung zu Nachhaltigkeit und Klimawandel in Bremen ausbauen und die Zusammenarbeit der Einrichtungen stärken. Zugleich sollen Hochschulgebäude saniert werden, um Treibhausgase und Energie einzusparen.

Die SPD will mehr Forschung zu Klima und Nachhaltigkeit. Hochschulen und Institute sollen dabei mehr zusammenarbeiten. Die Gebäude der Hochschulen sollen erneuert werden. So verbrauchen sie weniger Energie. Das Gelände soll auch grüner werden.

Hochschulen und Forschungsinstitute sollen bei Nachhaltigkeit und Klimawandel enger kooperieren, unter Einbezug der Sozialwissenschaften. Auch die internationale Vernetzung in diesen Feldern soll wachsen. Die SPD will sich dafür einsetzen, dass der Bund die Länder bei klimaschonenden Investitionen im Hochschulbau unterstützt. Für die Sanierung will sie Geld des Landes und aus anderen Quellen einsetzen. Hinzu kommen Anreize, Wissenschafts- und Technologieareale stärker zu begrünen.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„werden selbst Landes- und weitere Mittel nutzen, um die Sanierung der Gebäude von Universität und Hochschulen voranzutreiben“
Seite 37 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Punkt sieht zusätzliche öffentliche Investitionen in Hochschulbauten vor.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Öffentliche Mittel sollen in die energetische Sanierung von Hochschulgebäuden fließen, was den Klimaschutz schrittweise ausbaut.

Energetische Sanierung fördern, schlechteste Gebäude zuerst

Die SPD will die energetische Sanierung des Gebäudebestands voranbringen und Wärmepumpen, Photovoltaik und Dämmung erleichtern. Gebäude mit dem schlechtesten energetischen Zustand sollen bei Bedarf zusätzlich gefördert werden.

Viele alte Häuser verbrauchen zu viel Energie. Die SPD will ihre Sanierung fördern. Die schlechtesten Häuser kommen zuerst dran. Vermieter dürfen dafür die Miete nicht erhöhen. Ältere Hausbesitzer bekommen besondere Kredite.

Die Zusatzförderung hängt von der künftigen Förderung des Bundes ab, und Vermieter müssen im Gegenzug auf Mieterhöhungen verzichten. Bei größeren zusammenhängenden Beständen bietet die öffentliche Hand an, die Wohnungen zu kaufen. Ältere Eigentümerinnen und Eigentümer sollen Darlehen ohne Zinsen und Tilgung erhalten, die erst bei Verkauf oder Erbfall fällig werden. Das Programm begründet dies mit sinkenden Wohnkosten und Arbeitsplätzen im Handwerk. Die Klimaschutzstrategie des Landes soll auch im Gebäudesektor umgesetzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Wir werden abhängig von der künftigen Bundesförderung die Sanierung jener Gebäude im schlechtesten energetischen Zustand im Bedarfsfall zusätzlich fördern („worst first“).“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche öffentliche Fördermittel, ein Verzicht auf Mieterhöhungen als Bedingung und ein Kaufangebot der öffentlichen Hand erweitern die staatliche Rolle.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Sanierung des Gebäudebestands soll mit zusätzlicher Förderung beschleunigt werden, was den Klimaschutz im Gebäudesektor schrittweise verstärkt.

Photovoltaik-Pflicht, Wärmeplanung und Fernwärme ausbauen

Die SPD will Solaranlagen auf Neubauten vorschreiben und dies mit Krediten unterstützen. Für alle Quartiere in Bremen und Bremerhaven sollen kommunale Wärmepläne den Zeitplan für die Umstellung auf erneuerbare Wärme festlegen.

Neue Häuser sollen Solar-Anlagen bekommen müssen. Dafür gibt es günstige Kredite. Die Städte sollen planen, wie Heizen ohne Öl und Gas geht. Mehr Häuser sollen Fernwärme bekommen. Mieter sollen leichter Strom vom eigenen Dach nutzen können.

Die Fernwärme soll ausgebaut und in festgelegten Ausbaugebieten angekündigt werden, damit Eigentümer sich frühzeitig darauf einrichten können. Die kommunalen Wohnungsgesellschaften sollen mehr Mieterstrom anbieten, und auf Bundesebene will die SPD dessen rechtliche Regeln deutlich vereinfachen. Gegen Hitze und Starkregen setzt das Programm auf begrünte Dächer und Fassaden sowie die Trennung von Grau- und Schwarzwasser.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Wir werden den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien durch eine Photovoltaik-Pflicht in Neubauten forcieren und mit einer Kreditförderung flankieren.“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Bauherren erhalten eine neue Vorgabe, die mit öffentlicher Kreditförderung begleitet wird, was Regulierung und staatliche Förderung verbindet.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Eine Solarpflicht im Neubau, Wärmepläne und mehr Fernwärme treiben die Umstellung auf erneuerbare Energien im bestehenden Rahmen voran.

Holzbau und nachhaltiges öffentliches Bauen fördern

Die SPD will den Holzbau mit weiteren Pilotprojekten voranbringen und ökologisches Bauen einfacher und günstiger machen. Öffentliche Bauherren sollen dabei als Vorbild dienen.

Die SPD will mehr Häuser aus Holz. Holz wächst nach und bindet CO2. Dafür soll es neue Vorzeige-Projekte geben. Wenn die Stadt baut, soll sie auf die Umwelt achten. Auch der Bund soll mehr Geld für sparsames Bauen geben.

Bei öffentlichen Bauten sollen nach dem Willen der SPD die Ökobilanz und der Anteil an nachwachsenden Rohstoffen zählen. Vorgeschrieben werden soll dort zudem ein Konzept für nachhaltige Energie und Mobilität. Forschung zu alternativen Baustoffen wie Zellulose, Hanf oder Seegras soll gefördert werden. Vom Bund fordert das Programm höhere Fördermittel für energieeffizientes Bauen. Hinzu kommen soll eine eigene zusätzliche Förderung für Sozialwohnungen, damit die Neubaumieten trotz steigender Baukosten auf heutigem Niveau bleiben.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„Wir wollen aufbauend auf dem Vorbildprojekt „Ellener Hof“ weitere Pionierprojekte bei öffentlichen wie privaten Vorhaben verwirklichen, um Holzbau zum Durchbruch zu verhelfen.“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Gefordert werden höhere öffentliche Fördermittel für energieeffizientes Bauen und sozialen Wohnungsbau.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Klimafreundliche Baustoffe und verbindliche Nachhaltigkeitskonzepte für öffentliche Bauten sollen gefördert werden, was den Klimaschutz im Bauwesen schrittweise stärkt.

CO2-Ziele der Klima-Enquete sozialverträglich erreichen

Die SPD will die CO2-Minderungsziele der Bremer Klima-Enquete erreichen und die nötigen Schritte in der kommenden Wahlperiode zügig umsetzen. Die Lasten sollen sozial gerecht verteilt werden, und Geld und Personal sollen dorthin fließen, wo sie am meisten CO2 einsparen.

Eine Kommission hat Klima-Ziele für Bremen festgelegt. Die SPD will diese Ziele erreichen. Wer mehr Geld hat, soll mehr von den Kosten tragen. Das Geld soll dort helfen, wo am meisten CO2 wegfällt.

Das Programm nennt drei Grundsätze: Mittel und Personal nach größter Wirkung auf die Emissionen einsetzen, die Lasten gerecht verteilen und den Klimaschutz auch als Chance für Wirtschaft, Arbeitsplätze und die Attraktivität beider Städte sehen. Politik, Verwaltung, Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sollen zusammenarbeiten. Die SPD will die Innovationskraft von Mittelstand, Forschung und Großunternehmen fördern und Bündnisse bereitwilliger Akteure bilden. Außerdem will sie das Handwerk bei der Gewinnung und Qualifizierung von Fachkräften unterstützen und Wasserstoffprojekte fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 78)
„Wir wollen die dort gesetzten CO2-Minderungsziele erreichen und die notwendigen Schritte in der neuen Legislaturperiode zügig sozialverträglich gehen.“
Seite 78 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Kosten sollen so verteilt werden, dass Leistungsstärkere mehr tragen, was auf Umverteilung zielt.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die SPD bekräftigt die bestehenden CO2-Minderungsziele und will sie zügig umsetzen, verbindet das aber mit Sozialverträglichkeit und wirtschaftlichen Chancen.

Wärmenetze ausbauen und Gebäude schneller sanieren

Die SPD will den Energiebedarf von Wohn- und Gewerbegebäuden senken und auf erneuerbare Energien umstellen. Dazu soll die Wärmeplanung für Bremen und Bremerhaven vorangetrieben und die energetische Sanierung beschleunigt werden.

Häuser sollen weniger Energie verbrauchen. Die SPD will mehr Wärme-Netze und Wärme-Pumpen. Alte Häuser sollen schneller saniert werden. Eigentümer sollen dafür Hilfe beim Bezahlen bekommen.

Vorgesehen ist ein Konzept für den schnellen Ausbau von Wärmenetzen und Wärmepumpen. Neben der Erweiterung der Fernwärme sollen Nahwärmenetze in Quartieren gefördert werden, wo das sinnvoll ist. Bundesprogramme zur Sanierung will die SPD unterstützen und bei Bedarf ergänzen. Der Schwerpunkt soll auf Häusern mit besonders hohem CO2-Ausstoß liegen. Zusammen mit der Bremer Aufbau-Bank sollen neue Förderkonzepte entstehen, damit Eigentümerinnen und Eigentümer die Kosten tragen können.

Originalzitat anzeigen (Seite 79)
„dass ein umfassendes Konzept für den raschen Ausbau von Wärmenetzen und Wärmepumpen erarbeitet wird“
Seite 79 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Förderung über die landeseigene Förderbank soll private Sanierungen mitfinanzieren.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Wärmeversorgung und Gebäudesanierung sollen schneller auf erneuerbare Energien umgestellt werden, was den Klimaschutz im Gebäudebereich schrittweise verstärkt.

Öffentliche Gebäude klimaneutral sanieren

Die SPD will Schulen, Kitas und andere öffentliche Gebäude so sanieren, dass ihr Energieverbrauch CO2-frei wird. Weil die regulären Haushalte dafür nicht ausreichen, sollen eigene Finanzierungskonzepte entstehen, die mit der Schuldenbremse vereinbar sind.

Bremen besitzt viele Schulen und Kitas. Diese Gebäude sollen kein CO2 mehr verursachen. Das kostet Milliarden. Der normale Haushalt reicht dafür nicht. Die SPD will deshalb neue Wege der Finanzierung finden.

Das Programm sieht die öffentliche Hand bei der Sanierung bestehender Gebäude in einer Vorbildrolle. Unter Verweis auf die Klima-Enquete bezeichnet es die Aufgabe als größten finanziellen Kraftakt des Landes. Es geht von Investitionen in Milliardenhöhe aus. Die Finanzierung soll außerhalb der ordentlichen Haushalte, aber im Einklang mit der Schuldenbremse der Landesverfassung organisiert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 79)
„werden wir hierzu Finanzierungskonzepte entwickeln, die mit der Schuldenbremse in der Landesverfassung konform gehen“
Seite 79 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Milliardeninvestitionen des Landes sollen über zusätzliche Finanzierungswege neben dem regulären Haushalt ermöglicht werden, wenn auch im Rahmen der Schuldenbremse.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der gesamte öffentliche Gebäudebestand soll CO2-frei versorgt werden, was den Klimaschutz mit hohen öffentlichen Ausgaben vorantreibt.

Was sagen die anderen Parteien zu Klima und Energie?

Alle Programme in Bremen im Vergleich