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SPD zur Bildung

Aus dem Programm „Weil es um dich geht.“

Landtagswahl Baden-Württemberg 2026, 8. März 2026Original-PDF, 58 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,3), aus 14 Punkten

    Punkte je Stufe: 4 deutlich mehr Staat, 10 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 4 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 3 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Gebührenfreie Bildung und Unterrichtsgarantie einführen

Die SPD will Bildung von der Kita bis zum höchsten Abschluss gebührenfrei machen, für akademische wie berufliche Wege. Außerdem fordert sie eine gesetzliche Garantie, dass Unterricht stattfindet. Die Herkunft soll nach dem Programm nicht über Chancen entscheiden.

Die SPD will Bildung ohne Gebühren. Das soll von der Kita bis zum Master oder Meister gelten. Außerdem soll ein Gesetz den Unterricht garantieren. Dann soll kein Unterricht mehr ausfallen.

Die Gebührenfreiheit soll alle Stufen umfassen, einschließlich Master und Meister. Die Unterrichtsgarantie soll gesetzlich verankert werden. Das Programm begründet sie mit Unterrichtsausfall, überlasteten Lehrkräften und fehlenden Kita-Plätzen im Land. Ziel ist nach Darstellung der SPD, dass alle die gleichen Chancen erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 5)
„Deshalb kämpfen wir für gebührenfreie Bildung – von der Kita bis zum höchsten Bildungsabschluss, ob Master oder Meister.“
Seite 5 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Kita- und Fortbildungsgebühren, die heute anfallen, sollen ganz entfallen und vom Staat getragen werden, was öffentliche Leistungen grundlegend ausweitet.

Meisterausbildung gebührenfrei machen und Handwerk stärken

Die SPD will die Meisterausbildung und weitere Aufstiegsfortbildungen vollständig von Gebühren befreien, um die berufliche Bildung der akademischen gleichzustellen. Im Handwerk soll der Meistergründungszuschuss doppelt so hoch ausfallen und künftig 20.000 Euro betragen. Auch die Teilzeitausbildung soll bekannter und besser gefördert werden.

Wer Meister werden will, soll keine Gebühren mehr zahlen. Das soll auch für ähnliche Abschlüsse gelten, etwa Techniker. Wer als Meister einen Betrieb gründet, soll 20.000 Euro bekommen. Die SPD will auch die Ausbildung in Teilzeit bekannter machen.

Die Gebührenfreiheit soll für Fortbildungen nach Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung gelten, etwa Fachwirt, Techniker, Betriebswirt und Fachkaufmann. Die Frist für den Antrag auf den Gründungszuschuss soll von zwei auf vier Jahre steigen; begründet wird dies mit Betrieben, die mangels Nachfolge schließen. Berufsbildungsstätten sollen verlässlich finanziert werden, und an Gymnasien soll die Berufsorientierung beide Wege gleich behandeln. Für die Teilzeitausbildung plant die SPD eine Informationskampagne, eine dauerhafte Förderung des zuständigen Netzwerks und eine Aufstockung geringer Vergütungen durch das Land. Eine lückenlose, kostenlose Kinderbetreuung soll vor allem Frauen volle Berufstätigkeit ermöglichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 10)
„Wir wollen die Meisterausbildung komplett gebührenfrei ermöglichen.“
Seite 10 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Fortbildungsgebühren sollen ganz entfallen und der Gründungszuschuss verdoppelt werden, was öffentliche Leistungen um weit mehr als ein Viertel ausweitet.

  • Gesellschafteher progressiv

    Kostenlose, durchgehende Kinderbetreuung soll Frauen die volle Teilhabe am Berufsleben erleichtern.

Kitas gebührenfrei machen, Ganztag ausbauen

Die SPD will, dass Eltern für Kitas keine Gebühren mehr zahlen und jedes Kind einen Platz in Wohnortnähe bekommt. Das letzte Kita-Jahr soll Pflicht werden, um alle Kinder gemeinsam auf die Schule vorzubereiten. Ganztagsangebote an Kitas und Schulen sollen wachsen.

Die SPD will kostenlose Kitas für alle Kinder. Jedes Kind soll einen Platz in der Nähe bekommen. Das letzte Jahr in der Kita soll Pflicht sein. Es soll mehr Betreuung über den ganzen Tag geben. Das Essen in der Schule soll gesund und kostenlos sein.

Das Programm verlangt verbindliche Qualitätsstandards, qualifiziertes Personal und individuelle Förderung. Die Sprachkitas sollen weiter unterstützt und ausgebaut werden. Gegen den Fachkräftemangel setzt die SPD auf multiprofessionelle Teams, Verwaltungs- und Hauswirtschaftskräfte sowie Anreize für Rückkehr und das Aufstocken von Teilzeit. Die Kindertagespflege soll finanziell besser gestellt werden, und Kitas mit vielen benachteiligten Kindern sollen nach einem Sozialindex mehr Mittel erhalten. Für den Ganztag an Schulen fordert die SPD pädagogische Qualität, genügend Personal und Räume sowie ein kostenfreies, gesundes Schulessen.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Kitas sind Bildungsorte – und müssen von Anfang an für alle Kinder gebührenfrei sein.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Die Kita-Gebühren sollen für alle Kinder ganz entfallen und das Schulessen kostenfrei werden, was neue öffentliche Leistungen für alle schafft.

Unterrichtsgarantie gesetzlich verankern

Die SPD will per Gesetz garantieren, dass Unterricht tatsächlich stattfindet. Dazu sollen mehr Lehrkräfte ausgebildet und Vertretungen besser organisiert werden. Das Programm begründet dies mit dem in der Landesverfassung verankerten Recht jedes Kindes auf Ausbildung.

Die SPD will: Unterricht soll nicht mehr ausfallen. Das soll in einem Gesetz stehen. Dafür soll es mehr Lehrerinnen und Lehrer geben. Wenn jemand krank ist, soll schnell Ersatz kommen.

Gegen den Lehrkräftemangel plant die SPD zusätzliche Studienplätze sowie bessere Bedingungen im Studium und im Referendariat. Der Quereinstieg soll einfacher und unbürokratischer werden, ohne Abstriche bei der Qualität. Die Reserve für Krankheitsvertretungen wird ausgebaut. Neue Lehrkräfte sollen beim Berufsstart von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen begleitet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Wir setzen uns für eine echte Unterrichtsgarantie ein, mit ausreichend Lehrkräften, funktionierenden Vertretungskonzepten und klaren Standards.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Studienplätze, mehr Lehrkräfte und eine größere Vertretungsreserve bauen das öffentliche Bildungsangebot aus.

Schulsystem auf zwei Säulen umstellen

Die SPD will das Schulsystem auf zwei gleichwertige Wege vereinfachen: das Gymnasium und eine integrative zweite Säule, die aus der Gemeinschaftsschule hervorgeht. Beide sollen bis zum Abitur führen. Nach Ansicht der Partei stärkt ein durchlässiges System Motivation und Chancengleichheit.

Die SPD will nur noch zwei Arten von weiterführenden Schulen. Die eine ist das Gymnasium. Die andere baut auf der Gemeinschafts-Schule auf. An beiden kann man das Abitur machen. Auch Berufs-Schulen sollen stärker werden.

Fächerübergreifendes Lernen soll ausgebaut und die Bildungspläne sollen überarbeitet werden. Demokratiebildung will die SPD an allen Schulen systematisch stärken, unter anderem durch mehr Gewicht für Gemeinschaftskunde und eine Aufwertung der Schülermitverantwortung. Die beruflichen Schulen sollen als Basis der Fachkräftesicherung gestärkt werden, mit besserer Sprachbildung, Austauschprogrammen für Auszubildende und psychosozialer Unterstützung in der Berufsvorbereitung. Eine erneute Mitfinanzierung der Berufseinstiegsbegleitung will die Partei prüfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Deshalb schaffen wir zwei gleichwertige Wege: das Gymnasium und eine leistungsstarke, integrative zweite Säule auf Basis einer weiterentwickelten Gemeinschaftsschule.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die heutige Vielfalt der Schularten soll einer integrativen zweiten Säule neben dem Gymnasium weichen, was auf mehr Chancengleichheit zielt.

Inklusion und Sprachförderung zum Standard machen

Die SPD will gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung zum Regelfall machen und dafür Personal, Räume und Strukturen bereitstellen. Kinder mit geringen Deutschkenntnissen sollen von Beginn an passende Sprachangebote bekommen. Die Partei versteht Inklusion als Menschenrecht und Sprachförderung als Voraussetzung für Integration.

Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen lernen. Das soll normal werden. Dafür soll es mehr Personal und passende Räume geben. Kinder mit wenig Deutsch sollen sofort Hilfe beim Lernen bekommen. Mehr Menschen sollen Gebärden-Sprache lernen können.

Das Programm fordert, dass bald zwei pädagogische Fachkräfte gemeinsam eine Gruppe betreuen. Die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) sollen regionale Förderzentren werden, die Regelschulen beraten und auf Wunsch der Eltern weiter Lernorte bleiben. Statt individueller Schulbegleitung sind kommunale Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter vorgesehen, und inklusive Pädagogik soll fest in die Ausbildung gehören. Die Deutsche Gebärdensprache soll landesweit anerkannt, gefördert und unterrichtet werden. Vorbereitungsklassen werden weiterentwickelt, Sprachstandserhebungen landesweit durchgeführt und herkunftssprachlicher Unterricht unter staatliche Aufsicht gestellt.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Jedes Kind hat das Recht auf ein wohnortnahes und gemeinsames Bildungsangebot.“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Gemeinsames Lernen soll Regelfall werden und die Gebärdensprache anerkannt werden, was Gleichstellung und Teilhabe schrittweise ausbaut.

  • Migrationeher offen

    Mehr Sprachförderung und staatlich organisierter Unterricht in Herkunftssprachen stärken Integration und Mehrsprachigkeit.

Digitale Bildung verpflichtend, Handyverbot bis Klasse 6

Die SPD will digitale Bildung in allen Schularten und Fächern zur Pflicht machen und einheitliche Regeln für Künstliche Intelligenz im Unterricht schaffen. Zugleich soll die private Nutzung von Smartphones in den Klassen 1 bis 6 gesetzlich verboten werden. Die Partei sieht digitale Fähigkeiten als Teil moderner Allgemeinbildung.

Alle Schülerinnen und Schüler sollen den Umgang mit digitalen Medien lernen. Das soll in allen Fächern Pflicht sein. Für KI im Unterricht soll es gleiche Regeln geben. In den Klassen 1 bis 6 sollen private Handys verboten sein.

Schülerinnen und Schüler sollen lernen, kritisch und kreativ mit digitalen Medien, Technik und KI umzugehen. Schulen sollen verlässliche digitale Infrastruktur, IT-Fachleute und pädagogische Konzepte erhalten. Lehrkräfte bekommen Fortbildungen zur digitalen Didaktik. Auf längere Sicht sollen digitale Geräte zu den kostenlosen Lernmitteln zählen.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Wir setzen uns für ein gesetzlich festgeschriebenes Verbot der privaten Nutzung digitaler Endgeräte wie Smartphones an Schulen in den Klassenstufen 1–6 ein.“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Digitale Geräte sollen künftig zu den kostenlosen Lernmitteln gehören und die Schul-IT öffentlich ausgebaut werden.

Schulgebäude sanieren und modernisieren

Die SPD will das Sanierungsprogramm des Bundes gezielt für Modernisierung und Neubau von Schulen einsetzen und die Bundesmittel durch Landesgeld in gleicher Höhe ergänzen. Viele Schulgebäude sind nach Darstellung des Programms baufällig, nicht barrierefrei oder verbrauchen zu viel Energie.

Viele Schulen sind in schlechtem Zustand. Die SPD will sie reparieren oder neu bauen. Der Bund gibt dafür Geld. Das Land soll genauso viel Geld dazugeben. Die Schulen sollen modern und barrierefrei werden.

Mit dem Geld sollen zeitgemäße Klassenzimmer, Digitalisierung, Barrierefreiheit und ein geringerer Energieverbrauch erreicht werden. Außerdem will die SPD die Förderrichtlinien des Landes für den Schulbau überarbeiten. Jeder Bundes-Euro soll durch einen Landes-Euro ergänzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Wir fordern für jeden Euro vom Bund einen Euro vom Land.“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll Bundesmittel in gleicher Höhe aufstocken und damit die öffentlichen Investitionen in Schulen erhöhen.

Lehrkräfte besser bezahlen und entlasten

Die SPD will auch Lehrkräfte an Grund-, Haupt- und Werkrealschulen nach A13 beziehungsweise E13 bezahlen. Multiprofessionelle Teams, mehr Schulsozialarbeit und kleinere Klassen sollen Lehrkräfte entlasten, damit sie sich auf den Unterricht konzentrieren können.

Lehrerinnen und Lehrer an Grund-Schulen sollen mehr Geld bekommen. Sie sollen so viel verdienen wie andere Lehrkräfte. An Schulen sollen mehr Fachleute helfen, zum Beispiel für Soziales und Computer. Die Klassen sollen kleiner werden. Lehrkräfte sollen weniger Büro-Arbeit haben.

Übernommene Referendarinnen und Referendare sollen auch in den Sommerferien Gehalt bekommen, und Fachlehrkräfte erhalten leichteren Zugang zur wissenschaftlichen Laufbahn. Für angehende Berufsschullehrkräfte soll die verlangte Betriebspraxis kürzer, in Teilzeit möglich und flexibler anerkannt werden. Schulsozialarbeit wird flächendeckend ausgebaut, wobei das Land die Hälfte der Kosten trägt; auch die Schulpsychologie wächst. Schulleitungen erhalten gesicherte Leitungszeit, Verwaltungsassistenzen und mehr Entscheidungsspielraum. Die Arbeitszeit von Lehrkräften soll zunächst erhoben und dann in Modellen zur Erfassung erprobt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Wir fordern A13/E13 auch für alle ausgebildeten Grund-, Haupt- und Werkrealschullehrkräfte.“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Besoldung, mehr Personal an Schulen und eine hälftige Landesfinanzierung der Schulsozialarbeit erhöhen die öffentlichen Ausgaben für Bildung.

Volkshochschulen und Musikschulen verlässlich finanzieren

Die SPD will den Volkshochschulen eine verlässliche Drittelfinanzierung sichern und den Landesanteil an den Personalkosten der Musikschulen auf 15 Prozent anheben. Beide Einrichtungen gelten im Programm als wichtige Orte für lebenslanges Lernen und kulturelle Bildung.

Volkshochschulen sollen sicher Geld bekommen. Das Land soll ein Drittel der Kosten zahlen. Musikschulen sollen mehr Geld vom Land bekommen. Auch Erwachsene sollen Schul-Abschlüsse leichter nachholen können.

Bei den Musikschulen bezieht sich der Landesanteil von 15 Prozent auf die anerkannten Kosten für pädagogisches Personal; das soll Planungssicherheit schaffen. Volkshochschulen spielen aus Sicht der Partei eine Rolle für politische Bildung, Teilhabe und den Wandel der Arbeitswelt. Der zweite Bildungsweg soll flexibler und digitaler gestaltet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 15)
„Wir erhöhen die Landesförderung auf 15 Prozent der anerkannten Kosten für das pädagogische Personal.“
Seite 15 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll seine Zuschüsse für Volkshochschulen und Musikschulen erhöhen und damit öffentliche Bildungsangebote stärken.

Forschungsstandort stärken und internationale Forschende anwerben

Die SPD will Baden-Württemberg als Standort für Spitzenforschung ausbauen und Forschende aus aller Welt gewinnen. Wer aus autoritären Staaten flieht, soll im Land wissenschaftlich arbeiten können. Ausgründungen aus Hochschulen sollen leichter werden.

Die SPD will mehr Forschung im Land. Forscher aus anderen Ländern sollen leichter kommen können. Das gilt auch für Forscher, die aus unfreien Staaten fliehen. Wer an einer Hochschule eine Firma gründet, soll mehr Hilfe bekommen.

Das Programm bekennt sich zur Exzellenzstrategie und zu den Innovationscampus-Modellen wie Cyber Valley und Quantum BW. Kleine und mittlere Unternehmen sollen leichter Zugang zur Forschungsinfrastruktur bekommen. Für internationale Forschende sind Anreizprogramme, einfachere Visa- und Anerkennungsverfahren und Berufungsnetzwerke vorgesehen. Gründerinnen und Gründer sollen ein zusätzliches Jahr für den Aufbau ihres Start-ups erhalten. Geplant ist außerdem eine Kooperationsstelle „Wissenschaft und Arbeitswelt“; über eine Zivilklausel sollen Hochschulen selbst entscheiden.

Originalzitat anzeigen (Seite 47)
„Wir schaffen gezielte Anreizprogramme, erleichtern Visa- und Berufsanerkennungsverfahren und fördern internationale Berufungsnetzwerke.“
Seite 47 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Einfachere Visa- und Anerkennungsverfahren sowie die Aufnahme geflohener Forschender erleichtern Zuwanderung in die Wissenschaft.

Studiengebühren vollständig abschaffen

Die SPD will die Gebühren für internationale Studierende und für das Zweitstudium streichen. Aus ihrer Sicht schaden die Gebühren dem Standort, machen Bildung schwerer zugänglich und vergrößern den Mangel an Fachkräften.

Manche Studierende zahlen in Baden-Württemberg Gebühren. Das betrifft Studierende aus dem Ausland und Menschen im zweiten Studium. Die SPD will diese Gebühren abschaffen. Das Land soll das fehlende Geld ersetzen.

Betroffen sind die Gebühren für Studierende aus dem Ausland und für ein Zweitstudium. Das Programm verweist darauf, dass die Zahl internationaler Studierender bundesweit steigt, im Land aber stagniert. Die wegfallenden Einnahmen sollen die Hochschulen aus dem Landeshaushalt ersetzt bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 47)
„Wir schaffen die Studiengebühren für internationale Studierende und für das Zweitstudium ab.“
Seite 47 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Bestehende Gebühren werden ganz abgeschafft und durch Steuermittel ersetzt, was die öffentliche Finanzierung des Studiums ausweitet.

  • Migrationeher offen

    Der Wegfall der Gebühren für internationale Studierende erleichtert den Zuzug zum Studium.

Studierende bei Wohnen und BAföG unterstützen

Die SPD will die Studierendenwerke verlässlich finanzieren und den Anteil der Studierenden mit Wohnheimplatz bis 2031 verdoppeln. Bei langer Bearbeitung von BAföG-Anträgen soll automatisch ein Großteil des erwarteten Betrags fließen.

Die SPD will Studierenden mehr helfen. Es soll doppelt so viele Plätze im Wohnheim geben. Wer lange auf BAföG wartet, bekommt schon einen großen Teil vom Geld. BAföG ist staatliche Hilfe für das Studium. Es soll auch genug Beratung bei seelischen Problemen geben.

Die Mittel für die Studierendenwerke sollen über einen Solidarpakt regelmäßig angepasst und um einen einmaligen Inflationsausgleich ergänzt werden. Zum Bundesprogramm „Junges Wohnen“ will die SPD Landesgeld in mindestens gleicher Höhe geben und Verfahren beschleunigen. Wohnheimzimmer sollen nicht an einen Wohnberechtigungsschein geknüpft werden. Das Land soll die Kosten der BAföG-Bearbeitung ganz tragen und die Ämter schneller digitalisieren. Nach sechs Wochen ohne Bescheid sollen 80 Prozent des voraussichtlichen BAföG-Betrags ausgezahlt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 47)
„Wenn Studierende nach sechs Wochen noch keinen Bescheid bekommen haben, erhalten sie automatisch 80 Prozent des ihnen voraussichtlich zustehenden Betrags ausgezahlt.“
Seite 47 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Landesmittel für Wohnheime, Studierendenwerke und BAföG-Verwaltung bauen öffentliche Leistungen für Studierende aus.

Sanierungsstau an Hochschulen und Unikliniken abbauen

Die SPD will den Rückstand bei Sanierungen an Hochschulen und Universitätskliniken abbauen und dafür die reformierte Schuldenbremse und Bundesmittel nutzen. Der Anteil der Grundfinanzierung an den Hochschulbudgets soll wieder steigen.

Viele Gebäude von Hochschulen und Uni-Kliniken sind alt. Die SPD will sie reparieren und erneuern. Dafür will sie auch Geld vom Bund nutzen. Die Hochschulen sollen mehr festes Geld vom Land bekommen. Bauen und Planen soll schneller gehen.

Das Programm hält an der Hochschulfinanzierungsvereinbarung fest, die den Hochschulen über mehrere Jahre eine feste Grundfinanzierung gibt. Planungs- und Bauzeiten sollen durch weniger Bürokratie kürzer werden, die Hochschulverwaltung soll digitaler arbeiten. Die SPD unterstützt, dass sich die Unikliniken in Heidelberg und Mannheim zu einem Verbund zusammenschließen. Sie steht zum eigenen Pflege-Tarifvertrag der Unikliniken. Der Zukunftsvertrag „Studium und Lehre stärken“ soll über 2028 hinaus fortgesetzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 48)
„Wir wollen den Sanierungsstau an den Hochschulen und den vier Universitätskliniken im Land überwinden.“
Seite 48 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche, auch kreditfinanzierte öffentliche Investitionen und eine höhere Grundfinanzierung stärken die staatliche Finanzierung der Hochschulen.

Gute Arbeit und Mitbestimmung an Hochschulen stärken

Die SPD will mehr unbefristete Stellen in der Wissenschaft und einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte. Studierende sollen mehr mitbestimmen können, und Schutzkonzepte sollen Machtmissbrauch an Hochschulen verhindern.

Viele Beschäftigte an Hochschulen haben nur Verträge auf Zeit. Die SPD will mehr feste Stellen. Studentische Hilfskräfte sollen einen Tarifvertrag bekommen. Studierende sollen an der Hochschule mehr mitentscheiden. Es soll besseren Schutz vor Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt geben.

Für dauerhafte Aufgaben sollen feste Stellen im akademischen Mittelbau entstehen. Bei Promotionsstellen soll verbindlich mindestens die Hälfte der Arbeitszeit der eigenen Qualifizierung dienen, und ein Kodex für gute Arbeit soll mit Personalvertretungen und Hochschulleitungen entstehen. Geplant sind studentische Prorektorinnen und Prorektoren, ein wiederhergestelltes politisches Mandat der Studierendenvertretungen und fakultätsübergreifende Listen bei Senatswahlen. Alle Statusgruppen sollen in den zentralen Gremien gleichberechtigt vertreten sein. Gegen Machtmissbrauch sieht das Programm Ansprechpersonen und möglichst eine zentrale Beschwerdestelle des Landes vor.

Originalzitat anzeigen (Seite 48)
„Deshalb setzen wir uns für einen Tarifvertrag und Mitbestimmung für studentische Beschäftigte an den Hochschulen in Baden-Württemberg ein.“
Seite 48 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Dauerstellen, ein Tarifvertrag für studentische Beschäftigte und verbindliche Vorgaben für Promotionsstellen stärken Arbeitnehmerrechte.

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Mitbestimmung der Studierenden und die Verankerung des Schutzes vor sexualisierter Gewalt im Gleichstellungsrecht bauen Teilhabe und Gleichstellung aus.

Angewandte Hochschulen und duales Studium ausbauen

Die SPD will die Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit mehr Forschungsgeld und einem erweiterten Promotionsrecht stärken. Das duale Studium an der DHBW soll um weitere Studiengänge wachsen.

Es gibt Hochschulen für angewandte Wissenschaften, kurz HAW. Dort lernt man nah an der Praxis. Die SPD will ihnen mehr Geld für Forschung geben. Sie sollen öfter Doktortitel vergeben dürfen. Auch das duale Studium soll mehr Fächer bekommen.

An den HAW sollen Teilzeitprofessuren möglich werden und Personal jenseits der Professur aufgebaut werden können. Lehrende sollen ihre Arbeitszeit flexibler zwischen Lehre, Forschung und Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft aufteilen können. Das Land soll sich verpflichten, Förderungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft mitzufinanzieren. Hochschulen und Universitäten sollen freiwillig enger zusammenarbeiten, um Doppelstrukturen zu vermeiden. An der Dualen Hochschule sollen die dezentralen Standorte gestärkt und mehr Professorinnen und Professoren fest angestellt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 48)
„Wir wollen daher die Forschungsmittel der HAWen erhöhen, das Promotionsrecht ausbauen und Teilzeitprofessuren einführen.“
Seite 48 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Forschungsmittel und mehr festes Personal an staatlichen Hochschulen bedeuten zusätzliche öffentliche Ausgaben.

Schwimmen und tägliche Bewegung für alle Kinder

Die SPD will, dass jedes Kind spätestens am Ende der Grundschule sicher schwimmen kann. Zudem sollen Kitas und Grundschulen verbindlich tägliche Bewegungseinheiten anbieten. Schwimmen gehört aus Sicht des Programms zur Grundbildung.

Die SPD will: Jedes Kind soll in der Grundschule schwimmen lernen. Das Ziel ist das Schwimm-Abzeichen in Bronze. Kinder in Kita und Grundschule sollen sich jeden Tag bewegen. Dafür soll es feste Zeiten geben.

Ein landesweites Bäderprogramm soll Bau und Sanierung von Schwimm- und Lehrschwimmbecken finanzieren. Lehrkräfte sollen für den Schwimmunterricht aus- und fortgebildet werden; mobile Schwimmangebote und die Zusammenarbeit mit Schwimmvereinen und der DLRG sollen wachsen. Die täglichen Bewegungseinheiten sollen mit Übungsleitern, Sportvereinen und Lehrkräften umgesetzt werden. Schulen und Sportvereine sollen im Ganztag langfristig kooperieren, mit fairer Vergütung für Vereinsmitarbeitende.

Originalzitat anzeigen (Seite 52)
„Deshalb fordern wir verbindliche Schwimmstandards und einen verpflichtenden Schwimmnachweis: das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze als Ziel für alle Grundschulkinder.“
Seite 52 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein Bäderprogramm und zusätzliche Angebote an Schulen bedeuten mehr öffentliche Investitionen.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Baden-Württemberg im Vergleich