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Grüne zur Bildung

Aus dem Programm „Stabil in bewegten Zeiten. Baden-Württemberg kann es.“

Landtagswahl Baden-Württemberg 2026, 8. März 2026Original-PDF, 87 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 15 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 15 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst (+1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 0 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 2 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 3 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Europaeher mehr EU (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 1 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Migrationeher offen (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 3 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Aufstieg durch Bildung von Kita bis Meister

Die Grünen wollen das Aufstiegsversprechen erneuern und setzen dafür auf gute Bildung von der Kita an. Die berufliche Bildung soll gestärkt und der Meister dem Master gleichgestellt werden.

Die Grünen wollen gute Bildung für alle Kinder. Das soll schon in der Kita anfangen. Wer sich anstrengt, soll im Leben weiterkommen. Eine Ausbildung zum Meister soll so viel zählen wie ein Studium.

Das Programm bezeichnet gute Bildung als beste Wirtschafts- und Sozialpolitik und räumt ein, dass sie Geld kostet. Kein Talent soll verloren gehen, die Kita gilt als erste Weichenstellung. Junge Menschen sollen auf dem Weg in Ausbildung, Studium oder Gründung begleitet werden. Zugleich betont das Programm Pflichtgefühl und Leistungsbereitschaft: Wer sich anstrengt, soll davon profitieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 7)
„Durch die Stärkung der beruflichen Bildung und der Gleichwertigkeit von Master und Meister öffnen wir Türen und schaffen Chancen.“
Seite 7 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Hochschulen verlässlich finanzieren und sanieren

Die Grünen wollen in der kommenden Wahlperiode eine neue Vereinbarung zur Hochschulfinanzierung mit hoher Grundfinanzierung abschließen. Damit sollen Hochschulen unabhängig entscheiden und eigene Schwerpunkte setzen können.

Die Grünen wollen den Hochschulen weiter viel Geld geben. Dafür soll es einen neuen Vertrag geben. Die Hochschulen sollen selbst entscheiden können, wofür sie das Geld nutzen. Gebäude sollen saniert werden.

Das Programm verweist auf rund 23 Milliarden Euro, die in den nächsten fünf Jahren in die Hochschulen fließen. Die begonnene Sanierungsoffensive für Hochschulgebäude soll ausgebaut werden, möglichst mit umfassender Barrierefreiheit von Beginn an. Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sollen mehr Mittel und bessere Ausstattung für ihre Forschung bekommen. Exzellenzuniversitäten sowie die Hochschulen für angewandte Wissenschaften und die Duale Hochschule sollen gleichwertig gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Daran werden wir anknüpfen und in der nächsten Legislatur eine „Hochschulfinanzierungsvereinbarung IV“ auf den Weg bringen, die sich durch eine weiterhin hohe Grundfinanzierung und Verlässlichkeit auszeichnet.“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentliche Grundfinanzierung der Hochschulen soll hoch bleiben und Sanierungsinvestitionen sollen wachsen, also mehr öffentliche Ausgaben im bestehenden System.

Studiengebühren für ausländische Studierende abschaffen

Die Grünen wollen die Studiengebühren abschaffen, die ausländische Studierende in Baden-Württemberg zahlen. Das Vorhaben steht im Zusammenhang mit dem Ziel einer Bildung, die allen offensteht.

Studierende aus dem Ausland zahlen in Baden-Württemberg Gebühren. Die Grünen wollen diese Gebühren abschaffen. Das Studium soll für alle offen sein.

Die Gebühren für Studierende aus dem Ausland sollen entfallen. Das Programm nennt die Abschaffung zusammen mit der geplanten neuen Vereinbarung zur Hochschulfinanzierung. Als Leitbild gilt eine Bildung, die allen Menschen zugänglich ist.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Studiengebühren für ausländische Studierende schaffen wir ab.“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine Gebühr für eine begrenzte Gruppe entfällt, sodass das Studium wieder vollständig öffentlich finanziert wird.

  • Migrationeher offen

    Der Wegfall der Gebühren senkt eine Hürde für Studierende aus dem Ausland und erleichtert so die Bildungszuwanderung.

Bedrohte Spitzenforschende aus dem Ausland anwerben

Die Grünen wollen gezielt Spitzenforscherinnen und -forscher aus dem Ausland gewinnen, deren wissenschaftliche Freiheit im Herkunftsland gefährdet ist. Das Programm begründet dies mit dem weltweiten Druck autoritärer Kräfte auf Lehre und Forschung.

In manchen Ländern können Forscher nicht frei arbeiten. Die Grünen wollen solche Forscher nach Baden-Württemberg holen. Das Land soll ihnen dabei helfen. Auch ihre Familien sollen Unterstützung bekommen.

Helfen soll dabei die neu geschaffene Landesagentur, die für Fachkräfte-Zuwanderung zuständig ist. Dazu kommen zentrale Anlaufstellen an den Innovationscampus-Standorten. Attraktive Bedingungen wie berufliche Perspektiven für Partnerinnen und Partner sowie Kinderbetreuung sollen den Wechsel erleichtern.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Gleichzeitig werben wir gezielt internationale Spitzenforscher*innen an, die ihre wissenschaftliche Freiheit in ihren Herkunftsländern bedroht sehen“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Das Land soll die Zuwanderung hochqualifizierter Forschender aktiv fördern und erleichtern.

Kita-Qualität und Kita-Personal stärken

Die Grünen wollen in Kitas Teams aus verschiedenen Berufen ausbauen, den Orientierungsplan verbindlicher machen und einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel erreichen. Mehr Ausbildungswege für Erzieherinnen und Erzieher sollen verlässliche Öffnungszeiten sichern.

Die Grünen wollen bessere Kitas. In den Kitas sollen mehr Fachleute arbeiten, zum Beispiel für Sprache und Sozialarbeit. Eine Fachkraft soll sich um weniger Kinder kümmern. Es soll mehr Ausbildung für Erzieher geben. So bleiben die Kitas verlässlich geöffnet.

Zusätzliche Fachkräfte für Sprache, Sozialarbeit und Inklusion sollen die Erzieherinnen und Erzieher entlasten. Die regionalen Fachberatungen für Inklusion sollen landesweit ausgebaut und Schulkindergärten inklusiv geöffnet werden. Der Orientierungsplan soll verbindlicher umgesetzt werden, und die Grünen setzen sich für einen kindbezogenen Fachkraft-Kind-Schlüssel ein. Für verlässliche Öffnungszeiten sollen die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) und der „Direkteinstieg Kita“ ausgebaut werden; auch Tagespflegepersonen sollen sich zu Fachkräften weiterqualifizieren können. Kommunen sollen Hilfe erhalten, damit der Weg zum Kitaplatz einfacher und weniger bürokratisch wird.

Originalzitat anzeigen (Seite 28)
„Indem wir multiprofessionelle Teams stärken und mehr Fachkräfte für Sprachbildung, Sozialarbeit und Inklusion an die Kitas bringen, verbessern wir die Bedingungen für gelingende Inklusion.“
Seite 28 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal und ein besserer Betreuungsschlüssel bedeuten einen Ausbau öffentlicher Leistungen innerhalb des bestehenden Systems.

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Ausbau inklusiver Angebote in Kitas stärkt die gleichberechtigte Teilhabe von Kindern mit Behinderungen.

Sprachförderung „SprachFit“ fortführen und erweitern

Die Grünen wollen das Programm „SprachFit“ zur frühen Sprachförderung weiterführen und um mathematische Grundfähigkeiten ergänzen. Auch die Lesestrategie des Landes soll verstärkt werden, weil zu wenige Kinder die Standards im Lesen, Schreiben und Rechnen erreichen.

Viele Kinder können nicht gut genug lesen, schreiben und rechnen. Die Grünen wollen das Programm „SprachFit“ weiterführen. Es hilft Kindern beim Deutsch-Lernen. Neu soll auch frühe Hilfe für Mathe dazukommen. Kinder sollen auch mehr lesen üben.

„SprachFit“ läuft seit dem Schuljahr 2025/2026 und umfasst ein verbindliches Sprachtraining im letzten Kita-Jahr, Juniorklassen nach der Kita und je zwei zusätzliche Förderstunden in Klasse eins und zwei. Das Programm soll fortgesetzt und um die Förderung mathematischer Vorläuferfähigkeiten erweitert werden. Sprachbildung im Alltag von Kita und Schule soll bei Bedarf durch zusätzliche intensive Angebote ergänzt werden. Die Grünen wollen zudem an Modelle anknüpfen, die Herkunftssprachen einbeziehen und wertschätzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 28)
„Wir werden es fortführen und um eine Förderung von mathematischen Vorläuferfähigkeiten erweitern.“
Seite 28 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein staatliches Förderprogramm wird fortgeführt und inhaltlich ausgeweitet.

Startchancen-Programm auf mehr Einrichtungen ausweiten

Die Grünen wollen das „Startchancen-Programm BW“ auf weitere Schulen und Kitas in sozial schwierigen Lagen ausdehnen. Ein Sozialindex soll dafür sorgen, dass zusätzliches Geld dort ankommt, wo der Bedarf am größten ist.

Manche Schulen und Kitas haben es besonders schwer. Sie bekommen extra Geld aus einem Programm. Die Grünen wollen: Mehr Schulen und Kitas sollen dieses Geld bekommen. Ein Sozial-Index zeigt, wo die Hilfe am nötigsten ist.

Das Programm richtet sich an Einrichtungen in sozial herausfordernden Lagen. Die Verteilung der Mittel soll sich an einem neu entwickelten Sozialindex orientieren, der auch künftig für die Steuerung von Ressourcen genutzt werden soll. Programme wie „Rückenwind“ und das Startchancen-Programm haben nach Darstellung der Grünen den Aufbau von Teams aus verschiedenen Berufen an Schulen ermöglicht.

Originalzitat anzeigen (Seite 29)
„Zur Förderung von Schulen und Kitas in sozial herausfordernden Lagen wollen wir das „Startchancen-Programm BW“ auf weitere Einrichtungen ausweiten.“
Seite 29 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche öffentliche Mittel sollen gezielt an Einrichtungen in sozial benachteiligten Lagen fließen, was umverteilend wirkt.

Finanzbildung an Schulen verankern

Die Grünen wollen Finanzbildung fest im Schulunterricht verankern. Junge Menschen sollen unabhängig vom Elternhaus lernen, mit Themen wie Steuern, Versicherungen und Altersvorsorge umzugehen.

Die Grünen wollen: Schüler lernen in der Schule mehr über Geld. Sie lernen auch etwas über Steuern und Versicherungen. Das soll allen helfen. Es soll nicht davon abhängen, was die Eltern wissen.

Das Programm begründet das Vorhaben damit, dass alle jungen Menschen erfolgreich am Wirtschaftsleben teilnehmen sollen, gleich welche Möglichkeiten ihre Eltern haben. Inhalte sollen der Umgang mit Geld sowie Steuern, Versicherungen und Vorsorge sein. Die Finanzbildung soll in den Schulen verankert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 29)
„möchten wir auch die Finanzbildung rund um Geld, Steuern, Versicherungen und Vorsorge in den Schulen verankern.“
Seite 29 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Lehramtsstudium und Referendariat praxisnäher gestalten

Die Grünen wollen die Ausbildung von Lehrkräften stärker an der Praxis ausrichten und das duale Lehramtsstudium ausweiten. Das Referendariat soll planbarer werden, unter anderem durch neue Prüfungsformate und Bezahlung über die Sommerferien.

Die Grünen wollen die Ausbildung von Lehrern verbessern. Studenten sollen früher in Schulen üben. Das Referendariat ist die Praxis-Zeit nach dem Studium. Es soll vielleicht zwei Start-Termine im Jahr geben. Wer im Sommer fertig wird, bekommt in den Ferien weiter Geld.

Neue Studienplätze und einfachere Quer- und Direkteinstiege sollen die Unterrichtsversorgung sichern; die Kapazitäten sollen flexibel dem Bedarf folgen. Der duale Master im Lehramt soll zeitnah evaluiert und ausgeweitet, Praxisprojekte wie „Lehr:Werkstatt“ sollen gestärkt und im gymnasialen Lehramt mehr pädagogische Anteile verankert werden. Für das Referendariat wird ein zweiter Einstiegstermin zur Jahresmitte geprüft; dazu kommen neue Prüfungsformate und Begleitprogramme. Lehramtsanwärterinnen und -anwärter, die zum Schuljahresende fertig werden, sollen in den Sommerferien weiter Gehalt bekommen. Mehr Studierende sollen für die Sekundarstufe I und die Sonderpädagogik gewonnen werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 30)
„Wir setzen uns für eine Verbesserung der Qualität in allen Lehramtsstudiengängen und für einen stärkeren Praxisbezug im Lehramtsstudium in Baden-Württemberg ein.“
Seite 30 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Ganztagsschulen ausbauen und Qualität sichern

Die Grünen wollen weiter in Ganztagsangebote investieren und die Kommunen bei Bauvorhaben unterstützen, damit der Rechtsanspruch für Grundschulkinder ab September 2029 erfüllt wird. Bevorzugt wird ein verbindliches, rhythmisiertes Modell, das für Eltern kostenlos ist.

Ab September 2029 haben Grundschul-Kinder ein Recht auf Betreuung den ganzen Tag. Die Grünen wollen mehr Ganztags-Schulen. Das Land gibt den Städten und Gemeinden Geld dafür. Die Kinder machen ihre Aufgaben in der Schule. Es soll Ruhe-Räume und ein warmes Mittagessen geben.

Das Land soll verlässlicher Partner der Kommunen und Schulträger bleiben und Investitionen weiter fördern. Schulleitungen von Ganztagsschulen sollen schrittweise, zuerst an Grundschulen, Verwaltungspersonal zur Entlastung bekommen; die Mittagszeit soll besser organisiert werden. Ein Qualitätsrahmen für das verbindliche Ganztagsmodell wird gefördert, bei dem Hausaufgaben in der Schule erledigt werden. Vorgesehen sind feste Ruheräume, ein warmes und gesundes Mittagessen sowie engere Zusammenarbeit von Lehrkräften, pädagogischen Fachkräften und außerschulischen Partnern.

Originalzitat anzeigen (Seite 30)
„Wir werden auch weiterhin in den Ausbau der Ganztagesangebote investieren.“
Seite 30 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Weitere Landesinvestitionen in kostenfreie Ganztagsangebote bauen öffentliche Leistungen aus.

Einheitliche Bildungsakte und Bildungs-ID einführen

Die Grünen wollen die Schülerakten zu einer einheitlichen Bildungsakte zusammenführen und jedem Kind eine Bildungs-ID geben. So sollen Förderbedarfe beim Wechsel zwischen Einrichtungen nicht verloren gehen und die Qualität von Bildungseinrichtungen anhand von Daten überprüft werden können.

Die Grünen wollen eine Bildungs-Akte für jedes Kind. Jedes Kind bekommt eine eigene Nummer, die Bildungs-ID. So wissen neue Lehrer, welche Hilfe ein Kind braucht. Die Daten zeigen auch, wie gut Schulen arbeiten.

Kinder sollen von der Krippe bis zum Übergang in Ausbildung oder Studium durchgehend begleitet werden, und Informationen über Förderbedarf sollen lückenlos weitergegeben werden. Die Bildungs-ID soll deutschlandweit kompatibel sein, die Kommunen werden einbezogen. Die Zusammenarbeit zwischen Kita und Grundschule soll gestärkt werden. Außerdem soll das Verfahren Kompass 4, das bei der Wahl der weiterführenden Schulart helfen soll, evaluiert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 30)
„Wir wollen außerdem die bestehenden Schülerakten zu einer Bildungsakte vereinheitlichen und mit einer individueller Bildungs-ID für eine durchgängige Dokumentation entlang des Bildungswegs sorgen.“
Seite 30 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Eine durchgängige personenbezogene Kennung für alle Schülerinnen und Schüler erweitert die staatliche Datenerfassung gegenüber heute.

Kostenfreies Mittagessen an Schulen einführen

Die Grünen wollen, dass alle Kinder in der Schule ein kostenloses, ausgewogenes Mittagessen bekommen, zuerst an den Startchancen-Schulen. Kinder mit Allergien oder Unverträglichkeiten sollen sicher verpflegt werden und eigenes Essen in der Mensa essen dürfen.

Die Grünen wollen ein kostenloses Mittagessen für alle Schul-Kinder. Es beginnt an Schulen mit besonderer Förderung. Das Essen soll gesund sein. Manche Kinder vertragen bestimmte Lebensmittel nicht. Sie dürfen eigenes Essen in die Mensa mitbringen.

Das Programm begründet das Vorhaben damit, dass gute Bildung nicht vom Geld der Familie abhängen dürfe. Der Start ist an allen Startchancen-Schulen vorgesehen. Für Kinder und Jugendliche mit Unverträglichkeiten, Zöliakie, Allergien oder Autoimmunerkrankungen sollen in Krippen, Kitas und Schulen die Voraussetzungen für sichere Verpflegung entstehen. Sie sollen das Recht bekommen, mitgebrachte Speisen in der Mensa zu essen, damit sie nicht von der Tischgemeinschaft ausgeschlossen sind.

Originalzitat anzeigen (Seite 30)
„Deshalb sollen, beginnend an allen Startchancen-Schulen, alle Kinder ein ausgewogenes, nachhaltiges und kostenfreies Mittagessen erhalten.“
Seite 30 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein kostenfreies Schulessen ist eine neue öffentlich finanzierte Leistung, die zunächst schrittweise an bestimmten Schulen beginnt.

Ethik für alle Jahrgänge, islamischen Religionsunterricht fortsetzen

Die Grünen wollen Ethik schrittweise in allen Klassenstufen als Ergänzung zum Religionsunterricht anbieten. Der islamische Religionsunterricht soll in Zusammenarbeit mit Hochschulen weitergehen, und der gemeinsame Unterricht der beiden großen Kirchen soll stärker gefördert werden.

Die Grünen wollen das Fach Ethik in allen Klassen anbieten. Das soll Schritt für Schritt kommen. Es ist auch für Kinder ohne Religions-Unterricht. Den islamischen Religions-Unterricht soll es weiter geben. Evangelische und katholische Kinder sollen öfter gemeinsam Religion haben.

Ethik soll allen Kindern ein Angebot zu Fragen wie Frieden, Gerechtigkeit und Zusammenleben machen, auch jenen ohne Religionsunterricht; Modelle für eine engere Kooperation von Ethik und konfessionellem Unterricht werden unterstützt. Unter Verweis auf das Grundgesetz wollen die Grünen den islamischen Religionsunterricht fortführen, und zwar gemeinsam mit Hochschulen und Universitäten. Er soll muslimischen Kindern fundierte religiöse Bildung sowie Erziehung zu Mündigkeit und Toleranz bieten. Der konfessionell-kooperative Unterricht der evangelischen und katholischen Kirche soll verstärkt gefördert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„Wir wollen das Fach Ethik ergänzend zum konfessionellen Unterricht stufenweise für alle Jahrgangsstufen einführen“
Seite 31 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein Ethikangebot für alle Jahrgänge und die Fortführung des islamischen Religionsunterrichts erweitern das Angebot über den christlich-konfessionellen Unterricht hinaus.

Hausaufgaben in den Unterricht verlagern

Die Grünen wollen den Schulerfolg weniger vom Elternhaus abhängig machen. Dafür sollen Übungen stärker im Unterricht stattfinden, schulische Lernhilfen ausgebaut und Grundschulen zu Anlaufstellen für Familien werden können.

Nicht alle Eltern können bei Hausaufgaben helfen. Die Grünen wollen: Kinder üben mehr im Unterricht. Dort helfen die Lehrer. Es soll mehr Lern-Hilfe in der Schule geben. Grundschulen können auch ein Treffpunkt für Familien werden.

Übungs- und Vertiefungsaufgaben sollen verstärkt Teil des Unterrichts werden, damit Lehrkräfte gezielt fördern können; das soll laut Programm Schulstress und die Belastung der Familien senken. Hilfsangebote innerhalb der Schule wie „Lernen mit Rückenwind“ sollen weiter ausgebaut werden. Grundschulen können als Familiengrundschulzentren ein Netzwerk zur Unterstützung von Familien im Quartier bilden. Die Zusammenarbeit mit Eltern, Vereinen und weiteren Partnern wird zunächst an den Startchancen-Schulen gezielt gefördert.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„Wir unterstützen Unterrichtskonzepte, die Hausaufgaben von der Freizeit stärker in den Unterricht verlagern.“
Seite 31 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Aktionsplan für inklusive Bildung an Schulen

Die Grünen wollen mit einem Aktionsplan mehr inklusiven Unterricht ermöglichen und die Bedingungen dafür verbessern. Möglichst viele Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sollen einen allgemeinbildenden Abschluss erreichen; Eltern sollen zwischen inklusiven und sonderpädagogischen Angeboten wählen können.

Die Grünen wollen: Kinder mit und ohne Behinderung lernen öfter gemeinsam. Dafür machen sie einen Plan. Schulen bekommen mehr Personal und Geld dafür. Eltern können weiter wählen: gemeinsame Schule oder besondere Förder-Schule. Lange kranke Kinder sollen online mitmachen können.

Zum Aktionsplan gehören Regionalbudgets, eine gerechte Personalausstattung, gezielte Aus- und Weiterbildung sowie eine neu mit den Kommunen abgestimmte Schulbegleitung. Die Grünen wollen sich dabei an erfolgreichen Praxisbeispielen und der Bildungswissenschaft orientieren. Das Annelie-Wellensiek-Zentrum, in dem Menschen mit Behinderungen Lehrkräfte fortbilden, soll weiter gefördert und ausgebaut werden. Schulsanierungen sollen bauliche Barrieren abbauen. Langzeiterkrankte Kinder sollen zeitweise online am Schulleben teilnehmen können.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„Mit einem Aktionsplan wollen wir – entsprechend dem Auftrag der UN-Behindertenrechtskonvention – mehr gelingende inklusive Bildung an unseren Schulen ermöglichen und die Bedingungen dafür gezielt verbessern.“
Seite 31 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Aktionsplan baut gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung aus und stärkt damit Gleichstellung, ohne die Sonderschulen abzuschaffen.

Schulen mehr Freiräume geben und entlasten

Die Grünen wollen Schulen mehr eigene Spielräume geben und Schulleitungen sowie Lehrkräfte von Verwaltungsarbeit befreien. Ein Innovationsbudget, Schulnetzwerke und eine neue Prüfungskultur sollen die Qualität des Unterrichts heben.

Die Grünen wollen: Schulen entscheiden mehr selbst. Lehrer und Schulleiter sollen weniger Büro-Arbeit haben. Dafür kommen mehr Verwaltungs-Kräfte. Schulen bekommen Geld für neue Ideen. Prüfungen sollen moderner werden.

Schulnetzwerke sollen erfolgreiche Qualitätskonzepte verbreiten, und die Schulaufsicht soll stärker beraten. Mehr administratives Fachpersonal und Fortbildungen sollen Schulleitungen stärken; der Ausbau multiprofessioneller Teams mit pädagogischen Assistenzen, Schulsozialarbeit und Schulbegleitung geht weiter. Zahlungen wie Geld für Ausflüge oder Klassenkassen sollen möglichst digital und bargeldlos laufen. Im Unterricht sollen Kompetenzen wie Zusammenarbeit, Kreativität und kritisches Denken, projektorientiertes Lernen und ein reflektierter Einsatz von künstlicher Intelligenz gefördert werden. Neue Prüfungsformen sollen prozessorientiertes Arbeiten stärker berücksichtigen und auch neurodivergenten Menschen helfen; hinzu kommen mehr Gesundheitskompetenz und ein differenzierter Sportunterricht.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„Wir entlasten Schulleitungen und Lehrkräfte von Verwaltungsaufgaben.“
Seite 31 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Demokratie- und Medienbildung an Schulen ausbauen

Die Grünen wollen Demokratie- und Medienbildung an Schulen weiter ausbauen und Schülerinnen und Schüler stärker mitbestimmen lassen. Das neue Pflichtfach „Informatik und Medienbildung“ soll verstetigt werden und allen Wissen über künstliche Intelligenz vermitteln.

Die Grünen wollen: Schüler lernen mehr über Demokratie und Medien. Sie sollen in der Schule mehr mitreden. Sie lernen, Nachrichten zu prüfen. Sie lernen auch, wie Künstliche Intelligenz funktioniert. Dafür braucht es gut ausgebildete Lehrer.

Schülerinnen und Schüler sollen sich etwa an der Schulentwicklung beteiligen; Jugendforen, Demokratieworkshops und Projekte mit Vereinen und Unternehmen sollen Mitbestimmung erfahrbar machen. Für das seit 2025/2026 bestehende Pflichtfach sollen Bildungspläne aufgebaut und qualifizierte Lehrkräfte gewonnen werden, auch über einen neuen Weg ins Lehramt für Medienpädagoginnen und -pädagogen. Die Leitperspektiven der Bildungspläne sollen zehn Jahre nach ihrer Einführung evaluiert und verbindlicher werden. Mehrgenerationen-Programme sollen den Austausch zwischen Jung und Alt fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„Über integrierte und projektgebundene Formate wollen wir die Demokratie- und Medienbildung noch stärker ausbauen und den Schüler*innen die Möglichkeit geben, sich aktiv einzubringen“
Seite 32 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Gedenkstättenbesuch für alle Schüler*innen

Die Grünen wollen, dass alle Schülerinnen und Schüler während ihrer Schulzeit wenigstens einmal eine Gedenkstätte für NS-Verbrechen besuchen. Die Förderung solcher Fahrten soll ausgebaut und vereinfacht werden, um Erinnerungskultur zu stärken und Antisemitismus entgegenzutreten.

Die Grünen wollen: Jeder Schüler besucht einmal eine Gedenk-Stätte. Dort erinnert man an die Verbrechen der Nazis. Schulen bekommen dafür leichter Geld. Die Grünen wollen so gegen Juden-Hass und Menschen-Hass vorgehen.

Das Programm stellt sich gegen Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in jeder Form. Bestehende Fördermöglichkeiten für Gedenkstättenfahrten sollen ausgebaut und vereinfacht werden. Schulen sollen sie künftig ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand nutzen können.

Originalzitat anzeigen (Seite 33)
„Jede*r Schüler*in soll im Laufe der Schullaufbahn mindestens eine Gedenkstätte zu nationalsozialistischen Gewaltverbrechen besuchen.“
Seite 33 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Schulgebäude sanieren und modernisieren

Die Grünen wollen die Kommunen weiter bei Sanierung und Modernisierung von Schulen unterstützen und die Schulbauförderung um eine „Innovationskomponente“ für moderne Raumkonzepte ergänzen. Sport- und Schwimmstätten sollen stärker gefördert und Anträge einfacher werden.

Die Grünen wollen Schulen sanieren und modern machen. Das Land gibt dafür Geld an Städte und Gemeinden. Es gibt extra Geld für neue Raum-Ideen. Auch Sporthallen und Schwimmbäder für Schulen bekommen mehr Geld. Die Anträge sollen einfacher werden.

Schulgebäude sollen funktional, sicher, gesundheitsfördernd und an Klimafolgen angepasst sein und Räume für kooperatives und inklusives Lernen, Rückzug und Kreativität bieten. Sanierungen sollen Barrieren abbauen und eine gute Belüftung der Klassenräume sichern. Schulhöfe, die Bewegung fördern, sollen außerhalb der Schulzeit öffentlich nutzbar sein. Schulträger sollen bei der Antragstellung weniger Bürokratie haben. Öffentliche Bibliotheken sollen zu Begegnungsorten werden, die auch abends und am Wochenende offen sind.

Originalzitat anzeigen (Seite 33)
„Hierfür führen wir im Schulbauförderprogramm des Landes eine „Innovationskomponente“ ein.“
Seite 33 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentliche Förderung für Schulbau und Sanierung wird fortgeführt und um neue Fördertatbestände erweitert.

Schulsozialarbeit und Schulpsychologie ausbauen

Die Grünen wollen, dass das Land ein Drittel der Kosten der Schulsozialarbeit trägt, und dafür die Zuschüsse erhöhen. Wegen zunehmender psychischer Belastungen bei Kindern und Jugendlichen sollen zudem schulpsychologische Angebote mit zusätzlichen Stellen erweitert werden.

Immer mehr Kinder und Jugendliche haben seelische Probleme. Die Grünen wollen mehr Schul-Psychologen. Das Land soll auch mehr für Schul-Sozialarbeit zahlen. Es soll ein Drittel der Kosten übernehmen. Schulen bekommen Hilfe gegen Mobbing und Gewalt.

Die Landeszuschüsse zur Schulsozialarbeit sollen steigen und bei wachsenden Kosten zügig angepasst werden, damit die Quote stabil bleibt. Die Schulpsychologie soll dauerhaft gesicherte zusätzliche Stellen erhalten und vorbeugende Gruppenangebote an Schulen machen. Für Lehrkräfte werden Fortbildung und psychologische Supervision zum Umgang mit belasteten Schülerinnen und Schülern ausgebaut. Schulen sollen bei Konzepten gegen Mobbing und Gewalt sowie bei wissenschaftlich belegten Programmen zur Stressbewältigung unterstützt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 34)
„Deshalb wollen wir die Zuschüsse des Landes zur finanziellen Unterstützung der Schulsozialarbeit erhöhen und – wie im „Pakt für Familien mit Kindern“ angestrebt – ein Drittel der Kosten übernehmen.“
Seite 34 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Landeszuschüsse und zusätzliche Stellen weiten öffentlich finanzierte Unterstützungsangebote an Schulen aus.

Grundschullehrkräfte nach A13/E13 bezahlen

Die Grünen wollen Lehrkräfte an Grundschulen künftig in die Besoldungsgruppe A13 beziehungsweise die Entgeltgruppe E13 einstufen. Sie begründen das damit, dass in der Grundschule die Basis für den weiteren Bildungsweg gelegt wird.

Die Grünen wollen: Lehrer an Grundschulen bekommen mehr Geld. Sie sollen in die Gehalts-Stufe A13 oder E13 kommen. Die Grundschule ist für alle Kinder sehr wichtig. Lehrer sollen auch weiter in Teilzeit arbeiten können.

A13 ist eine Besoldungsgruppe für Beamtinnen und Beamte, E13 die entsprechende Entgeltgruppe für Angestellte. Neben der höheren Einstufung soll kontinuierliche Fortbildung die Professionalisierung stärken. Flexible Arbeitsmodelle wie Teilzeit sollen erhalten bleiben, um Beruf und Familie vereinbar zu halten. Lehrkräfte sollen zudem mehr Raum für Zusammenarbeit im Team bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 34)
„Deshalb werten wir die Arbeit der Grundschullehrkräfte auf und bezahlen sie künftig nach A13/E13.“
Seite 34 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine höhere Besoldung für Grundschullehrkräfte erhöht die öffentlichen Ausgaben für Personal im Bildungswesen.

Oberstufen an Gemeinschaftsschulen flächendeckend ausbauen

Die Grünen wollen, dass Gemeinschaftsschulen möglichst überall im Land eine eigene gymnasiale Oberstufe anbieten. Aus Sicht des Programms hält diese Schulart den Weg bis zur Hochschulreife lange offen und fördert starke wie schwächere Schüler.

Die Grünen wollen mehr Oberstufen an Gemeinschafts-Schulen. Eine Oberstufe führt zum Abitur. Möglichst überall im Land soll es dieses Angebot geben. So bleibt der Weg zum Abitur lange offen.

Das Programm verweist darauf, dass die Grünen die Gemeinschaftsschule 2012 eingeführt haben. Neben eigenen Oberstufen unterstützt die Partei Schulversuche für eine digital-hybride Oberstufe und für Verbünde zwischen allgemeinbildenden und beruflichen Gymnasien. Wo beides nicht möglich ist, soll die Zusammenarbeit mit beruflichen Gymnasien gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Unser Ziel ist ein möglichst flächendeckendes Angebot von gymnasialen Oberstufen an Gemeinschaftsschulen.“
Seite 35 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Enquete-Kommission zur Zukunft der Schule einsetzen

Die Grünen wollen eine Enquete-Kommission des Landtags einsetzen, die über die künftige Schullandschaft berät. Der Dialog soll sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützen und an die Schulreformen zum Schuljahr 2025/2026 anknüpfen.

Die Grünen wollen eine Kommission im Landtag gründen. Sie soll über die Zukunft der Schulen sprechen. Viele Gruppen sollen mitreden. Die Forschung soll die Grundlage sein.

Die Kommission soll Bildungsqualität, Chancengerechtigkeit und eine dauerhaft stabile, übersichtlichere Schulstruktur behandeln. Beteiligt werden sollen Schülerinnen und Schüler, Eltern, Wissenschaft, Lehrkräfte, Schulträger sowie Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Das Programm ordnet das Vorhaben in die sogenannte Politik des Gehörtwerdens ein.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Dabei sollen grundlegende Fragen zur Entwicklung der Bildungsqualität, der Chancengerechtigkeit und zur Weiterentwicklung einer langfristig stabilen übersichtlicheren Schullandschaft diskutiert werden.“
Seite 35 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Schulen nach Bedarf mit Ressourcen ausstatten

Die Grünen wollen Lehrerstellen und Mittel an allen Schularten nach einheitlichen, nachvollziehbaren Kriterien verteilen. Maßgeblich sollen die Aufgaben der Schule, Klassengrößen und die soziale Zusammensetzung der Schülerschaft sein.

Die Grünen wollen Geld und Personal gerechter an Schulen verteilen. Schulen mit schwierigen Bedingungen sollen mehr bekommen. Die Regeln sollen für alle klar sein. Schulleitungen sollen mehr selbst entscheiden.

Das Programm verspricht eine gute Unterrichtsversorgung an sämtlichen Schulen. Es verweist auf Pilotprojekte in einigen Landkreisen, auf deren Erfahrungen aufgebaut werden soll. Personalbudgets und flexible Personalstrategien vor Ort sollen den Schulleitungen mehr Spielraum geben.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Wir schaffen eine faire und transparente Ressourcenzuweisung in allen Schularten.“
Seite 35 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Staatliche Mittel sollen stärker nach sozialer Lage der Schulen verteilt werden, was eine schrittweise Umverteilung innerhalb des Systems ist.

Sprachförderung und Lernwerkstätten für zugewanderte Jugendliche

Die Grünen wollen zugewanderte Kinder und Jugendliche in Vorbereitungsklassen so fördern, dass sie vor Ausbildungsbeginn mindestens das Sprachniveau B1 erreichen. Für Jugendliche, für die reguläre Bildungsgänge nicht passen, sollen Lernwerkstätten entstehen.

Die Grünen wollen zugewanderten Jugendlichen beim Deutsch-Lernen helfen. Sie sollen vor der Ausbildung gut Deutsch können. Dafür gibt es mehr Vorbereitungs-Klassen. Neue Lern-Werkstätten verbinden Sprache, Rechnen und praktische Arbeit.

Die Vorbereitungsklassen VKL und VABO sollen mit qualifiziertem Personal ausgebaut werden, um den Wechsel in den Regelunterricht zu erleichtern. Bei Jugendlichen, die erst spät nach Deutschland kommen, sollen Sprachstand, Fachkenntnisse und Potenziale getestet werden. Lernwerkstätten sollen intensive Sprachförderung, mathematische Grundlagen und handwerkliche Projekte mit individueller Betreuung verbinden. Die Leistungsstärksten sollen auf die Schulfremdenprüfung vorbereitet werden, um ohne zusätzliches Vorbereitungsjahr in eine Ausbildung zu kommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Kinder in den VKL und Jugendliche im VABO werden wir so weit fördern, dass sie bis zum Eintritt in AV/AVdual oder in eine Berufsausbildung mindestens die Sprachniveau-Stufe B1 erreichen können.“
Seite 35 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Die Integrationsangebote für zugewanderte Jugendliche sollen ausgebaut werden, was ihre Teilhabe schrittweise erleichtert.

Übergang von Schule in Ausbildung absichern

Die Grünen wollen die Ausbildungsvorbereitung an Berufsschulen erhalten und stärken und Jugendberufsagenturen im ganzen Land dauerhaft einrichten. So sollen Jugendliche ohne Ausbildungsplatz früh erreicht und Jugendarbeitslosigkeit verringert werden.

Manche Jugendliche finden keinen Ausbildungs-Platz. Die Grünen wollen ihnen besser helfen. Überall im Land soll es Jugend-Berufs-Agenturen geben. Dort arbeiten Ämter und Jugendhilfe zusammen.

Jugendberufsagenturen sind Kooperationen von Arbeitsagenturen, Jobcentern, Kommunen und Jugendhilfe. Individuelle Begleitung bei Berufsfindung und Berufseinstieg soll es auch an allgemeinbildenden Schulen geben. Das Netzwerk Teilzeitausbildung, das vor allem Alleinerziehenden und gesundheitlich Beeinträchtigten dient, soll gestärkt und die assistierte Ausbildung bekannter werden. Daten der Bildungs-ID sollen bei Jugendlichen ohne Anschlussperspektive mit Jobcentern geteilt werden können.

Originalzitat anzeigen (Seite 36)
„Wir möchten die Jugendberufsagenturen in Baden-Württemberg dauerhaft und flächendeckend verankern.“
Seite 36 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Unterstützungsstrukturen für Jugendliche am Übergang in den Beruf sollen ausgebaut und verstetigt werden.

Berufsschulpflicht ausweiten

Die Grünen wollen die Pflicht zum Besuch der Berufsschule verlängern. Sie soll für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz bis zum Ende des zwölften Schulbesuchsjahres gelten.

Die Grünen wollen die Berufsschul-Pflicht verlängern. Jugendliche ohne Ausbildung müssen dann länger zur Schule. Die Pflicht gilt bis zum zwölften Schuljahr. Für Azubis gilt sie bis etwa 21 Jahre.

Für Jugendliche ohne Ausbildungsverhältnis soll die Pflicht bis zum Abschluss des zwölften Schulbesuchsjahres reichen. Wer in einer Ausbildung ist, soll bis zum Ende jenes Schuljahres berufsschulpflichtig bleiben, in dem das 21. Lebensjahr vollendet wird. Das Vorhaben steht im Zusammenhang mit dem Ziel, dass mehr junge Menschen einen Abschluss erreichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 36)
„Jugendliche ohne Ausbildungsverhältnis sollen bis zur Vollendung des zwölften Schulbesuchsjahrs berufsschulpflichtig werden.“
Seite 36 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Eine bestehende staatliche Schulpflicht wird zeitlich ausgedehnt, was eine schrittweise Ausweitung staatlicher Pflichten ist.

Ausbildungsoffensive und Wohnraum für Auszubildende

Die Grünen wollen mit Landesmitteln eine Ausbildungsoffensive starten, die kleinere Betriebe entlastet und Ausbildung solidarisch finanziert. Außerdem sollen mehr bezahlbare Wohnheimplätze und Auszubildendenwerke entstehen, um berufliche und akademische Bildung gleichwertiger zu machen.

Die Grünen wollen die Ausbildung stärken. Das Land gibt dafür Geld. Kleine Betriebe sollen weniger Last tragen. Azubis sollen mehr günstige Wohnheim-Plätze bekommen.

Die Berufsorientierung soll gemeinsam mit Schule und Wirtschaft weiterentwickelt werden. Für Mangelberufe in Handwerk, Industrie sowie Kinder- und Altenpflege sollen Paten- und Vorstellungsprogramme an Schulen verstärkt und Projektschulen gefördert werden. Das Impulsprogramm „Junges Wohnen“ soll junge Menschen unterstützen, und die Zahl der Wohnheimplätze soll deutlich steigen. Auszubildendenwerke sollen mit Betrieben, Kammern und Berufsschulen zusammenarbeiten; auch Berufsschulen sollen zeitgemäß ausgestattet werden.

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„Wir unterstützen den lokalen Aufbau von Auszubildendenwerken, die Wohnraum, Beratung und soziale Unterstützung für Auszubildende bereitstellen“
Seite 37 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll zusätzliche Mittel für Ausbildung und geförderten Wohnraum bereitstellen, also öffentliche Leistungen ausbauen.

Studium bezahlbar halten: Studierendenwerke stärker fördern

Die Grünen wollen die Landeszuschüsse an die Studierendenwerke anheben und dauerhaft an die Preisentwicklung koppeln. Damit sollen günstiger Wohnraum, Mensaessen und Beratung trotz gestiegener Lebenshaltungskosten gesichert werden.

Studieren ist teurer geworden. Die Grünen wollen den Studierenden-Werken mehr Geld geben. So bleiben Wohnen und Essen für Studierende günstig. BAföG-Anträge sollen schneller fertig sein.

Eine langfristige Dynamisierung der Zuschüsse soll Planungssicherheit schaffen und Inflation ausgleichen. Die Studierendenwerke sollen damit auch psychologische Beratung und BAföG-Dienste ausbauen. Wohnheimplätze sollen ausgebaut werden; nach Angaben des Programms entstehen derzeit 1.300 Wohneinheiten. Das Jugendticket BW soll auf alle Studierenden und Auszubildenden ausgedehnt werden, Mensen sollen möglichst regional und gesund kochen, und BAföG-Verfahren sollen durch Digitalisierung und Vereinfachungen auf Bundesebene schneller werden.

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„Deshalb erhöhen wir die Landeszuschüsse an die Studierendenwerke.“
Seite 37 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere und dynamisierte Landeszuschüsse erweitern öffentliche Leistungen für Studierende innerhalb des bestehenden Systems.

Studierendenkongress einführen, Mitbestimmung sichern

Die Grünen wollen einen landesweiten Studierendenkongress einrichten, der Studierende, Hochschulleitungen, Studierendenwerke und Politik zusammenbringt. Zugleich bekennt sich das Programm zur Verfassten Studierendenschaft als Interessenvertretung.

Die Grünen wollen einen Kongress für Studierende. Dort sprechen Studierende mit Hochschulen und Politik. Auch zufällig ausgewählte Studierende machen mit. Studierende sollen weiter an Hochschulen mitbestimmen.

Am Kongress sollen neben Studierendenvertretungen auch zufällig ausgewählte Studierende teilnehmen. Die Ergebnisse sollen in kooperative Maßnahmen einfließen, die mehrere Hochschulen übergreifen. Die Verfasste Studierendenschaft soll als rechtsfähige Vertretung aller Immatrikulierten erhalten bleiben.

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„Wir werden einen Studierendenkongress des Landes etablieren“
Seite 37 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Grundförderung für Volkshochschulen anheben

Die Grünen streben an, die Grundförderung der allgemeinen Weiterbildung auf das Niveau vergleichbarer Flächenländer zu heben. Volkshochschulen und kirchliche Träger sollen so bezahlbare Angebote für alle bereithalten können.

Volkshochschulen bieten Kurse für alle an. Die Grünen wollen ihnen mehr Geld geben. So bleiben die Kurse bezahlbar. Auch die Beratung zur Weiterbildung soll dauerhaft bleiben.

Das Programm bezeichnet Volkshochschulen und kirchliche Weiterbildungsträger als zentrale Säulen der Weiterbildung sowie der Integrations- und Deutschkurse. Das Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung soll dauerhaft finanziert und im Gesetz verankert werden. Begründet wird dies mit dem Beitrag der Weiterbildung zu Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Originalzitat anzeigen (Seite 38)
„streben wir eine Anhebung der allgemeinen Grundförderung auf das Niveau vergleichbarer Flächenländer an“
Seite 38 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentliche Förderung der Weiterbildung soll erhöht und dauerhaft abgesichert werden.

Europäischen Austausch in Bildung ausbauen

Die Grünen wollen, dass mehr junge Menschen Europa durch Austausch, Ausbildung und Studium über Grenzen hinweg erleben. Dazu sollen Erasmus+ bekannter werden, grenzüberschreitende Ausbildungen zunehmen und Hochschulverbünde wie EUCOR wachsen.

Junge Menschen sollen Europa besser kennenlernen. Mehr Azubis sollen einen Teil ihrer Ausbildung im Nachbar-Land machen. Das Programm Erasmus+ soll bekannter werden. Hochschulen sollen enger mit Hochschulen in Europa zusammenarbeiten. Schulen sollen mehr über Europa lehren.

Eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll Erasmus+ bei Auszubildenden, Schülern, Lehrkräften und Verwaltungspersonal bekannter machen. Städtepartnerschaften sollen intensiviert und Europaschulen besser vernetzt werden. Der Universitätsverbund EUCOR soll wachsen, und das Land will die Teilnahme an Europäischen Hochschulallianzen stärker fördern sowie gemeinsame europäische Abschlüsse („European Degrees“) ermöglichen. Der Mikroprojektefonds für deutsch-französische Begegnungen soll weiterlaufen. Europapolitische Inhalte sollen an den Schulen vertieft werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 84)
„Wir setzen uns dafür ein, dass in Zukunft mehr Auszubildende eine grenzüberschreitende duale Ausbildung absolvieren können.“
Seite 84 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Mehr grenzüberschreitende Ausbildung, europäische Abschlüsse und Hochschulallianzen vertiefen die europäische Zusammenarbeit schrittweise.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Baden-Württemberg im Vergleich