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Grüne zur Wirtschaft

Aus dem Programm „So wird's besser! Unser Plan für Niedersachsen. Wahlprogramm zur Landtagswahl 2022“

Landtagswahl Niedersachsen 2022, 9. Oktober 2022Original-PDF, 215 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Wirtschaft

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-0,8), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 5 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Europaausgewogen (0), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 0 eher mehr EU, 1 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1,2), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich Klimaschutz zuerst, 3 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Häfen zu nachhaltigen Energiestandorten entwickeln

Die Grünen wollen Energie- und Hafenwirtschaft verbinden und setzen auf eine Green-Harbour-Strategie sowie eine Hafenkooperation der norddeutschen Länder. Offshore-Windkraft soll weiter ausgebaut werden, und der Import grüner Gase soll Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region sichern.

Die Grünen wollen die Häfen umwelt-freundlicher machen. Die Länder im Norden sollen bei den Häfen zusammenarbeiten. Auf dem Meer sollen mehr Windräder stehen. Über die Häfen soll klima-freundliches Gas ins Land kommen. Das soll Arbeitsplätze bringen.

Das Programm sieht in der sogenannten Energiedrehscheibe Nordwest Chancen für maritime Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung. Der Import grüner Gase soll die Hafenwirtschaft an der Nordsee und im Binnenland stärken. Der Ausbau der Offshore-Windenergie samt Infrastruktur soll im Einklang mit Natur und örtlichen Bedingungen erfolgen. Ziel ist außerdem eine zukunftsfähige Anbindung der Häfen ans Hinterland über die Schiene.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Für eine nachhaltige Hafenwirtschaft setzen wir uns für die Umsetzung einer Green-Harbour-Strategie und einer nord-länderübergreifenden Hafenkooperation ein.“
Seite 37 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr Offshore-Windkraft und der Import grüner Gase bauen die erneuerbaren Energien schrittweise aus und verbinden dies mit wirtschaftlichen Zielen.

Verbrenner-Aus bis 2030 und VW-Umbau vorantreiben

Die Grünen wollen, dass ab spätestens 2030 keine neuen Autos mit fossilem Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Das Land soll seine Beteiligung an Volkswagen stärker nutzen, um den Wandel zum Mobilitätskonzern zu fördern. Niedersachsen soll nach dem Programm Vorreiter klimagerechter Mobilität werden.

Die Grünen wollen ab 2030 keine neuen Autos mit Benzin- oder Diesel-Motor. Das Land besitzt einen Teil von VW. Es soll diesen Einfluss stärker nutzen. VW soll mehr E-Autos bauen.

Das Programm unterstützt den Umbau der VW-Werke zu Produktionsstätten für E-Autos und die geplante Batteriefabrik in Salzgitter. Gefördert werden soll bei VW und Zulieferern ein Kurswechsel: Statt Verbrennungsmotoren und schweren SUV sollen kleinere, leichtere Fahrzeuge und Mobilitätsdienstleistungen im Mittelpunkt stehen. Das Batterie-Recycling im Land soll ausgebaut werden. Nach Ansicht der Grünen hat das Land seinen Einfluss im Aufsichtsrat bisher zu wenig genutzt, um VW rechtzeitig auf die Klimaanforderungen auszurichten.

Originalzitat anzeigen (Seite 42)
„Wir wollen, dass spätestens 2030 keine Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr auf den Markt kommen.“
Seite 42 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll seine Beteiligung an VW gezielter für politische Ziele einsetzen, was den staatlichen Einfluss auf das Unternehmen verstärkt.

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Das Ende neuer Verbrenner soll auf spätestens 2030 gelegt werden und damit früher greifen als das auf EU-Ebene vorgesehene Jahr 2035.

Strukturwandel mit aktiver Industriepolitik gestalten

Die Grünen wollen den Strukturwandel in der Autoindustrie und bei Zulieferern mit staatlicher Industrie- und Strukturpolitik steuern. Betriebe sollen Investitionshilfen, Bürgschaften und Qualifizierungsangebote erhalten. Beschäftigte sollen bei Weiterbildung finanziell abgesichert sein, und mehr Betriebe sollen nach Tarif zahlen.

Durch E-Autos fallen manche Arbeitsplätze weg. Die Grünen wollen, dass neue Arbeitsplätze an denselben Orten entstehen. Firmen sollen dafür Geld und Bürgschaften bekommen. Beschäftigte sollen bei Weiterbildung abgesichert sein.

Das Programm räumt ein, dass durch E-Mobilität, Automatisierung und Digitalisierung auch bei VW mittelfristig Arbeitsplätze wegfallen und viele Zulieferer ihr Geschäftsfeld verlieren. Zugleich wachse durch Energie- und Verkehrswende der Bedarf an Fachkräften und industriellem Wissen. Unternehmen sollen Hilfe bekommen, um neue Produkte zu entwickeln. Eine höhere Tarifbindung und abgesicherte Weiterbildung sollen gute Arbeit im Wandel sichern.

Originalzitat anzeigen (Seite 43)
„Durch eine aktive Industrie- und Strukturpolitik wollen wir dafür sorgen, dass die Jobs der Zukunft dahin kommen, wo Industrie und Menschen schon sind.“
Seite 43 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Investitionshilfen, Bürgschaften, abgesicherte Weiterbildung und mehr Tarifbindung erweitern die staatliche Lenkung und Absicherung schrittweise.

Ausbildungs- und Umschulungsinitiative im Handwerk starten

Die Grünen wollen zusammen mit dem Handwerk eine große Initiative für Ausbildung und Umschulung starten. Das Programm begründet das damit, dass Handwerksbetriebe für Sanierung, erneuerbare Energien, Wohnungsbau und digitale Netze gebraucht werden und viele Lehrstellen unbesetzt bleiben.

Die Grünen wollen mehr Fachleute für das Handwerk gewinnen. Dafür soll es eine große Aktion für Ausbildung und Umschulung geben. Die Ausbildung soll attraktiver werden. Das Handwerk ist laut Programm wichtig für den Klimaschutz.

Laut Programm kann etwa ein Fünftel der Lehrstellen im Handwerk derzeit nicht besetzt werden. Die duale Ausbildung gilt den Grünen als Kern der Fachkräftesicherung. Die Ausbildung soll attraktiver werden, unter anderem durch den Ausbau von Teilvergütungskonzepten für Auszubildende. Außerdem sollen die Bildungsstätten des Handwerks gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Wichtig ist uns dabei, diesen Bereich attraktiver zu machen und Teilvergütungskonzepte für Auszubildende in Handwerksberufen auszubauen.“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll mit einer eigenen Initiative und mehr Förderung in die Fachkräftesicherung eingreifen, was den staatlichen Einsatz schrittweise ausweitet.

Kapitalfonds für nachhaltige Gründungen schaffen

Die Grünen wollen einen Kapitalfonds für nachhaltige und innovative Gründungen einrichten, um Lücken beim Gründungskapital zu schließen. Zusätzlich soll privates Wagniskapital mobilisiert werden, und das Land soll sich zeitlich befristet an jungen Firmen beteiligen können.

Neue Firmen brauchen Geld für den Start. Die Grünen wollen dafür einen Fonds schaffen. Ein Fonds ist ein Geld-Topf für einen bestimmten Zweck. Auch private Geldgeber sollen mitmachen. Das Land soll für eine Zeit Mit-Eigentümer werden können.

Privates Wagniskapital soll auch größere Investitionen absichern, etwa in Greentech, künstliche Intelligenz, nachhaltige Mobilität, Kommunikations- und Biotechnologie. Vergabeverfahren sollen einfacher werden, damit Start-ups sich leichter um öffentliche Aufträge bewerben können. Dabei sollen Tariflöhne und gute Arbeitsbedingungen gesichert bleiben. Betriebliche Mitbestimmung soll von Beginn an zur öffentlichen Start-up-Förderung gehören.

Originalzitat anzeigen (Seite 48)
„werden wir einen Kapitalfonds für nachhaltige und innovative Gründungen schaffen“
Seite 48 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Der Punkt verbindet staatliche Instrumente wie Fonds, Landesbeteiligung und Tarifvorgaben mit privatem Wagniskapital und einfacheren Vergabeverfahren.

Nachhaltigen Tourismus verlässlich fördern

Die Grünen wollen den Tourismus in Niedersachsen nachhaltiger und naturnäher ausrichten und die Tourismusregionen dauerhaft finanziell fördern. Das Programm sieht in Trends wie Urlaub im Inland, Nachhaltigkeit und Regionalität Chancen für die Branche.

Viele Menschen machen Urlaub in Niedersachsen. Die Grünen wollen, dass dieser Urlaub die Natur schont. Die Urlaubs-Orte sollen verlässlich Geld vom Land bekommen. Die Anreise mit Bus und Bahn soll attraktiver werden.

Laut Programm hängen fast 300.000 Arbeitsplätze im Land direkt oder indirekt am Tourismus. Die landschaftlichen Besonderheiten der Regionen, etwa Wattenmeer, Weserbergland oder Grünes Band, sollen stärker herausgestellt werden. Die bestehenden Förderinstrumente sollen überprüft und angepasst werden. Campen außerhalb von Campingplätzen mit Zustimmung der Grundeigentümer soll einfacher werden. Zudem soll der Tourismus in Landtag und Landesregierung stärker vertreten sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 49)
„Wir treten für eine solide und verlässliche finanzielle Förderung der Tourismusregionen und deren Beratung bei der Etablierung einer nachhaltigen touristischen Entwicklung ein.“
Seite 49 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine dauerhafte öffentliche Finanzierung der Tourismusregionen und ihrer Kommunen weitet staatliche Förderung schrittweise aus.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Tourismus soll auf Nachhaltigkeit und Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr ausgerichtet werden, was Klimaanliegen schrittweise stärker gewichtet.

Regionale Wirtschaftskreisläufe mit Modellprojekten fördern

Die Grünen wollen Wertschöpfung in den Regionen durch Modellprojekte für regionale Kreisläufe stärken. Das soll ländlichen Räumen, dem Mittelstand und der Nachhaltigkeit zugutekommen. Laut Programm bleiben Gewinne so vor Ort, und die Regionen werden unabhängiger von globalen Krisen.

Die Grünen wollen die Wirtschaft in den Regionen stärken. Waren sollen kurze Wege haben. Das Geld soll in der Region bleiben. Dafür fördern die Grünen Modell-Projekte. Das soll vor allem dem Land und kleinen Firmen helfen.

Als Vorbilder nennt das Programm Dörfer, die ihre erneuerbare Energie selbst erzeugen, und Gemeinschaftsläden, in denen Landwirtinnen und Landwirte ihre Erzeugnisse anbieten. Der Ausbau der Kreislaufwirtschaft soll nachhaltige Wertschöpfungsketten mit kurzen Wegen schaffen. Die entstehenden Arbeitsplätze sollen in überregionale Strukturen und Netzwerke eingebunden werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 55)
„Wir GRÜNEN fördern die regionale Wertschöpfung durch Modellprojekte, die regionale Kreisläufe etablieren oder stärken.“
Seite 55 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Gemeinwohlbilanzen in Pilotprojekten erproben

Die Grünen halten das Bruttoinlandsprodukt allein für ungeeignet, um wirtschaftlichen Erfolg zu messen. Sie wollen Pilotprojekte zur Gemeinwohlbilanz einführen, die zeigen, wie Unternehmen auf Gesellschaft und Umwelt wirken. Private Firmen sollen bei Bedarf Geld für eine solche Bilanz erhalten.

Die Grünen wollen Erfolg in der Wirtschaft anders messen. Es soll nicht nur um Wachstum gehen. Firmen sollen auch zeigen, was sie für Umwelt und Gesellschaft tun. Das nennt man Gemeinwohl-Bilanz. Die Grünen wollen das in Projekten ausprobieren.

Neben dem Bruttoinlandsprodukt sollen Größen wie Ressourcenverbrauch, Nachhaltigkeit, Durchlässigkeit im Bildungssystem und soziale Gerechtigkeit einfließen. An den Pilotprojekten sollen Unternehmen mit Landesbeteiligung, kleine und mittlere Betriebe sowie Kommunen teilnehmen. Die nötigen Indikatoren sollen wissenschaftlich fundiert entwickelt werden. Das Programm erwartet, dass Transparenz und Vergleichbarkeit verantwortungsvolles Handeln fördern und Unternehmen für Beschäftigte attraktiver machen.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„Gemeinwohlbilanz-Pilotprojekte als niedersächsisches Markenzeichen etablieren“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Unternehmen sollen zusätzlich an sozialen und ökologischen Maßstäben gemessen werden, gefördert mit öffentlichem Geld, was die Gemeinwohlorientierung gegenüber reinen Marktkennzahlen stärkt.

Regionalförderung an Klimazielen ausrichten und vereinfachen

Die Grünen wollen die Förderprogramme von EU und Land für Stadt und Land auf den sozial-ökologischen Umbau ausrichten. Förderungen, die Umwelt- und Klimazielen widersprechen, sollen entfallen. Anträge sollen einfacher und digitaler werden.

Das Land und die EU geben Geld für Regionen. Die Grünen wollen dieses Geld für Klima-Schutz und soziale Angebote einsetzen. Was dem Klima schadet, soll kein Geld mehr bekommen. Anträge sollen einfacher werden.

Die Ämter für regionale Landesentwicklung sollen als regionale Förderstellen für Flächen- und Strukturförderung gestärkt werden. Die Programme sollen soziale Infrastruktur und nachhaltige Mobilität ermöglichen und sich am europäischen Green Deal sowie an den Regionalen Handlungsstrategien orientieren. Klimarelevante Programme sollen feste Klimaziele und einen Mindestanteil an Maßnahmen mit bilanzierbarer CO2-Einsparung erhalten. Geplant sind zudem mehr Beratung für Antragstellende und neue Verfahren, um Wirkung und Erfolg zu messen.

Originalzitat anzeigen (Seite 91)
„Wir stärken die Beratung für Antragsteller*innen, von den Kommunen bis zur ehrenamtlichen Initiative, vereinfachen den Antragstellungsprozess, verbessern die Möglichkeiten zur digitalen Antragstellung“
Seite 91 im Original

Einordnung

  • Europaausgewogen

    Die Förderung soll die Ziele des europäischen Green Deals aufgreifen, ohne die Zuständigkeiten der EU zu verändern.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Klimaschädliche Fördermaßnahmen sollen gestrichen und Klimaziele in Programmen festgeschrieben werden, was dem Klimaschutz Vorrang in der Förderung gibt.

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