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Grüne zur Bildung

Aus dem Programm „So wird's besser! Unser Plan für Niedersachsen. Wahlprogramm zur Landtagswahl 2022“

Landtagswahl Niedersachsen 2022, 9. Oktober 2022Original-PDF, 215 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 15 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 15 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 1 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1,1), aus 10 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich progressiv, 9 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Europaeher mehr EU (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 1 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 2 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

  • Migrationeher offen (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 2 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Gesamtschulen ausbauen, längeres gemeinsames Lernen

Die Grünen wollen integrierte Gesamtschulen ausbauen und stärken, damit Kinder länger gemeinsam lernen. Langfristig soll das gegliederte Schulsystem überwunden werden, weil die frühe Aufteilung aus Sicht der Partei die Bildungschancen vom Elternhaus abhängig macht.

Kinder sollen länger zusammen in eine Schule gehen. Die Grünen wollen deshalb mehr Gesamt-Schulen. Auch kleinere Gesamt-Schulen sollen möglich sein. Das hilft vor allem auf dem Land. Später soll es die Trennung in drei Schul-Arten nicht mehr geben.

Die Mindestgröße für Gesamtschulen soll sinken, um das Angebot besonders im ländlichen Raum zu verbessern. In Modellversuchen sollen integrierte Gesamtschulen um Grundschulklassen erweitert werden, sodass eine Schule von Klasse 1 bis 13 möglich wird. Oberschulen sollen sich zu Gesamtschulen entwickeln können, und Schulverbünde mit gemeinsamer Oberstufe sollen vorankommen. Gymnasien sollen durchlässiger werden. Hausaufgaben sollen künftig im Ganztag in der Schule erledigt werden, begleitet von pädagogischem Personal.

Originalzitat anzeigen (Seite 114)
„Unser langfristiges Ziel bleibt die Überwindung des dreigliedrigen Schulsystems.“
Seite 114 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Ausbau der Gesamtschulen und das Fernziel, das gegliederte Schulsystem abzulösen, verändern eine gewachsene Schulstruktur zugunsten von mehr Chancengleichheit.

Lernmittelfreiheit einführen

Die Grünen streben an, dass Lernmittel in Niedersachsen kostenlos werden, vor allem digitale. Tablets und Laptops sollen als Lernmittel gelten, weil Bildung aus Sicht der Partei von Beginn an kostenfrei sein soll.

Schul-Material soll in Niedersachsen nichts mehr kosten. Das gilt vor allem für digitale Medien. Tablets und Laptops sollen als Lern-Mittel zählen. Geld von Förder-Vereinen soll nur für Extra-Angebote da sein.

Digitale Endgeräte sollen offiziell als Lernmittel anerkannt werden. Das Geld schulischer Fördervereine soll ausschließlich zusätzlichen Angeboten zugutekommen. Kernaufgaben der Schule sollen damit nicht bezahlt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 114)
„Daher streben wir an, in Niedersachsen die Lernmittelfreiheit einzuführen – insbesondere im Bereich der digitalen Medien.“
Seite 114 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Kostenlose Lernmittel einschließlich digitaler Geräte verlagern Kosten von den Familien auf die öffentliche Hand.

Auf Sitzenbleiben und Abschulung verzichten

Die Grünen wollen das Sitzenbleiben und erzwungene Wechsel auf eine andere Schulform abschaffen, weil diese Erfahrungen aus Sicht der Partei den weiteren Bildungsweg belasten. Gymnasien und Realschulen sollen ihre Schülerinnen und Schüler bis zum Abschluss der Sekundarstufe I behalten.

Kinder sollen keine Klasse mehr wiederholen müssen. Sie sollen auch nicht die Schule wechseln müssen. Gymnasien und Real-Schulen sollen ihre Kinder bis zum Abschluss begleiten. Gesamt-Schulen sollen mit kleineren Klassen starten. Weniger Jugendliche sollen ohne Abschluss bleiben.

Das Programm verweist darauf, dass die meisten europäischen Länder ohne diese Praxis auskommen. Insbesondere die verbreitete Abschulung nach der sechsten Klasse soll enden. Solange es Abschulungen gibt, sollen die aufnehmenden Schulen strukturell gestärkt werden. Integrierte Gesamtschulen sollen grundsätzlich mit kleineren Klassen beginnen, was auch bei Neugründungen eingeplant werden soll. Zudem soll der Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss weiter sinken.

Originalzitat anzeigen (Seite 115)
„Hier gilt es, die Gymnasien und Realschulen stärker in die Verantwortung zu nehmen, aufgenommene Schüler*innen bis zum Sek I-Abschluss zu begleiten und zum Erfolg zu führen“
Seite 115 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Verzicht auf Sitzenbleiben und Abschulung löst hergebrachte Auslesemechanismen der Schule zugunsten von Förderung ab.

Mehr Eigenverantwortung und Notenverzicht für Schulen

Die Grünen wollen Schulen mehr pädagogische Freiräume geben und bürokratische Regeln entsprechend ändern. Modellschulen sollen eigenständiger entscheiden können, und auf längere Sicht sollen Schulen bis zur achten Klasse ohne Noten arbeiten dürfen.

Schulen sollen mehr selbst entscheiden können. Die Grünen wollen dafür Modell-Schulen einführen. Regeln sollen Schulen helfen und nicht bremsen. Später sollen Schulen bis Klasse 8 auf Noten verzichten können. Auch längere Praktika sollen zählen.

Freiräume für Projekte, fächerübergreifendes Lernen, selbstbestimmte Lernzeiten und soziales Lernen sollen wachsen. Modellschulen sollen bei Personal, Lerninhalten sowie jahrgangs- und fächerübergreifender Arbeit mehr Spielraum erhalten. Bei Noten und Schullaufbahnempfehlungen sollen Schulen andere Formen der Bewertung und Rückmeldung nutzen können. Außerschulische Leistungen wie längere Praktika sollen anerkannt werden können.

Originalzitat anzeigen (Seite 116)
„Perspektivisch wollen wir Schulen ermöglichen, bis Jahrgangsstufe 8 auf Noten verzichten zu können.“
Seite 116 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Möglichkeit, bis Klasse 8 auf Noten zu verzichten, weicht von der herkömmlichen Leistungsbewertung ab.

Inklusive Schule ausbauen, Förderschulen auslaufen lassen

Die Grünen wollen die inklusive Schule weiterentwickeln, die langfristig die Förderschulen ersetzen soll, und halten am Zeitplan für deren Auslaufen fest. Leitlinie ist die UN-Behindertenrechtskonvention; zudem soll Schulverweigerung deutlich zurückgehen.

Alle Kinder sollen zusammen zur Schule gehen. Das gilt auch für Kinder mit Behinderung. Förder-Schulen soll es später nicht mehr geben. Neue Schulen müssen ohne Hindernisse gebaut sein. Weniger Kinder sollen die Schule schwänzen oder abbrechen.

Bei Neubauten und größeren Umbauten von Schulen soll barrierefreie Infrastruktur in Ausschreibungen Pflicht werden. Das Landeskompetenzzentrum Barrierefreiheit soll zum Schulbau beraten und auch Vereinen und Unternehmen offenstehen. Der Aktionsplan des Landes soll weiterentwickelt, die Teilhabeberichterstattung ausgebaut und die schulische Inklusion wissenschaftlich begleitet werden. Gegen Schulabsentismus setzt das Programm auf mehr Schulsozialarbeit und aufsuchende soziale Arbeit in den Quartieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 117)
„Beim Auslaufen der Förderschule stehen wir zu dem verlässlichen Zeitplan.“
Seite 117 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Das Festhalten am Auslaufen der Förderschulen und der Ausbau der inklusiven Schule treiben die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung voran.

Schulschwänzen nicht mehr als Ordnungswidrigkeit ahnden

Die Grünen wollen Verstöße gegen die Schulpflicht bei Jugendlichen nicht mehr als Ordnungswidrigkeit verfolgen. Ziel sei, die Jugendlichen wieder für den Schulbesuch zu motivieren, statt sie zu bestrafen.

Manche Jugendliche gehen nicht zur Schule. Heute können sie dafür ein Bußgeld bekommen. Die Grünen wollen das abschaffen. Sie wollen die Jugendlichen lieber wieder für die Schule gewinnen.

Das Programm hält besonders den Beugearrest für kontraproduktiv. Das ist ein kurzer Freiheitsentzug, der verhängt werden kann, wenn ein Bußgeld nicht bezahlt wird. Künftig soll die Verletzung der Schulpflicht bei Jugendlichen nicht mehr zu ihren Lasten als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Im Vordergrund soll die Motivation zum Schulbesuch stehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 118)
„Verletzung der Schulpflicht bei Jugendlichen nicht länger als Ordnungswidrigkeit zu ihren Lasten ahnden.“
Seite 118 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Eine bestehende Sanktion samt möglichem Beugearrest gegen Jugendliche soll entfallen, was staatlichen Zwang verringert.

Inklusive Schulen personell und strukturell stärken

Die Grünen wollen inklusiv arbeitende Schulen mit mehr Personal, besserer Ausstattung und klaren rechtlichen Vorgaben unterstützen. An weiterführenden Schulen soll eine sonderpädagogische Grundversorgung eingeführt werden, und Teams aus verschiedenen Berufen sollen ausgebaut werden.

In inklusiven Schulen lernen Kinder mit und ohne Behinderung zusammen. Die Grünen wollen diesen Schulen mehr Personal geben. Fachleute für Förderung sollen fest an den Schulen arbeiten. Auch Therapeuten und Sozialarbeiter sollen dort helfen.

Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen sollen fest zu den allgemeinbildenden Schulen gehören, mit klar zugeordneten Aufgaben. Weitere Berufsgruppen wie Logopädie, Ergotherapie, Erziehung und Schulsozialarbeit sollen hinzukommen; Förderleistungen sollen einheitlich beantragt und finanziert werden. Die schlechtere Bezahlung therapeutischer Fachkräfte und unfreiwillige Teilzeit will das Programm beenden. Die Regionalzentren für schulische Inklusion sollen zu einem regionalen, leicht zugänglichen Beratungssystem werden, das auch die Sprachbildungszentren einbindet. Übergangsweise sollen Ombudsstellen Kindern und Familien helfen, deren Bedarf die Schulen derzeit nicht decken.

Originalzitat anzeigen (Seite 118)
„Wir werden zur strukturellen Stärkung aller inklusiv arbeitenden Schulen die sonderpädagogische Grundversorgung an weiterführenden Schulen einführen.“
Seite 118 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentlich finanziertes Personal und bessere Bezahlung an Schulen bedeuten höhere staatliche Ausgaben.

  • Gesellschafteher progressiv

    Der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung soll weiter ausgebaut werden, was Teilhabe und Gleichstellung stärkt.

Mehrsprachigkeit an Schulen fördern

Die Grünen wollen die Erst- und Familiensprachen der Schülerinnen und Schüler im Unterricht fördern und anerkennen. Ein Gesamtkonzept für Mehrsprachigkeit soll für alle Schulformen entwickelt und schrittweise umgesetzt werden.

Viele Kinder sprechen zu Hause eine andere Sprache als Deutsch. Die Grünen wollen diese Sprachen in der Schule fördern. Dafür soll es einen Plan für alle Schulen geben. Auch die Sprach-Förderung soll wachsen.

Eine Erhebung soll zeigen, welche Sprachen an den Schulen gesprochen werden, und als Grundlage für das Konzept dienen. Um Lehrkräfte für erst- und familiensprachlichen Unterricht zu gewinnen, sollen ausländische Abschlüsse schneller anerkannt und ein Studienangebot für herkunftssprachlichen Unterricht geschaffen werden. Mehrsprachiger Unterricht und Sprachförderung sollen ausgeweitet werden. Auch die Vielfalt unter den Lehrkräften soll gefördert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 119)
„Dazu wollen wir die Kompetenzen in den Erst- bzw. Familiensprachen fördern und anerkennen.“
Seite 119 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Herkunftssprachen sollen im Schulalltag stärker anerkannt werden, was die Schule auf eine vielfältige Gesellschaft ausrichtet.

  • Migrationeher offen

    Schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Förderung der Familiensprachen erweitern die Teilhabe von Zugewanderten.

Alle Schulen zu Ganztagsschulen ausbauen

Die Grünen wollen alle Schulen zu gebundenen Ganztagsschulen ausbauen, an vier Tagen pro Woche von 8 bis 15 Uhr. Der Ganztag soll Lernen, Bewegung, kreative Phasen und Angebote außerschulischer Partner verbinden und keine reine Betreuung am Nachmittag sein.

Die Grünen wollen, dass alle Schulen Ganztags-Schulen werden. Die Kinder sind dann an vier Tagen von 8 bis 15 Uhr dort. Lernen, Sport und kreative Zeiten sollen sich abwechseln. Vereine und Musikschulen sollen mitmachen.

Zur Qualität gehören laut Programm qualifiziertes Personal, gute Gebäude und Ausstattung sowie verlässlicher Unterricht. Partner wie Musikschulen, Kunstschaffende, Jugendverbände und Sportvereine sollen verlässliche Rahmenbedingungen für langfristige Zusammenarbeit erhalten. Vorgesehen sind tägliche Bewegungszeiten sowie Räume für Rückzug und Ruhe. Bestehende Horte sollen in den Ausbau einbezogen werden, und Schulen sollen sich zu Familienzentren mit Beratungsangeboten weiterentwickeln.

Originalzitat anzeigen (Seite 120)
„alle Schulen zu Ganztagsschulen an vier Tagen die Woche von acht bis fünfzehn Uhr mit einem pädagogischen Betreuungsangebot auszubauen.“
Seite 120 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der flächendeckende Ganztag weitet ein öffentliches Bildungs- und Betreuungsangebot aus und erfordert mehr staatliche Mittel.

Landesprogramm für gutes Schulessen auflegen

Die Grünen wollen ein Landesprogramm für Schulessen starten, das die Kommunen finanziell unterstützt. Jedes Kind soll an jeder Schule eine warme, gesunde Mahlzeit bekommen können, besonders auch Kinder aus Haushalten mit wenig Geld.

Die Grünen wollen gutes Essen an allen Schulen. Jedes Kind soll eine warme Mahlzeit bekommen können. Das gilt auch für Kinder aus armen Familien. Das Land soll den Städten und Gemeinden dafür Geld geben.

Das Essen soll aus gesunden, regionalen und saisonalen Zutaten bestehen und einen möglichst hohen Bio-Anteil haben. Das Programm begründet dies mit der gewachsenen Bedeutung der Ernährung durch den Ganztagsausbau. Berufsbildende Schulen für Kochen und Hauswirtschaft sowie ausbildende Werkstätten sollen kooperieren. Dadurch sollen auch Ausbildungsplätze entstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 121)
„werden wir ein Landesprogramm für gutes Schulessen auf den Weg bringen“
Seite 121 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein neues Förderprogramm des Landes soll Schulessen für alle Kinder mit öffentlichem Geld absichern.

Schulgebäude sanieren und modernisieren

Die Grünen wollen über einen Niedersachsenfonds in die energetische Sanierung und Modernisierung von Schulgebäuden investieren und so die Kommunen entlasten. Nach Darstellung des Programms sind viele Schulen marode und nicht barrierefrei, und die Kommunen können den Bedarf nicht allein finanzieren.

Viele Schul-Gebäude sind alt und kaputt. Die Grünen wollen sie reparieren und modern machen. Die Gebäude sollen auch weniger Energie verbrauchen. Das Land soll den Städten und Gemeinden mit Geld helfen.

Der Sanierungsbedarf soll grundsätzlich angegangen werden statt durch teure Einzelreparaturen. Bund, Land und Kommunen sollen gemeinsam handeln und dabei auch Belüftung und Hygiene berücksichtigen, als Lehre aus der Pandemie. Neue Schulbaurichtlinien sollen Gebäude ermöglichen, die zu Inklusion und Pädagogik passen.

Originalzitat anzeigen (Seite 121)
„Mit dem Niedersachsenfonds wollen wir auch in die energetische Sanierung und Modernisierung der Schulen investieren und hier die Kommunen unterstützen.“
Seite 121 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein Landesfonds soll zusätzliche öffentliche Investitionen in Schulgebäude finanzieren.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude soll mit Landesgeld vorangebracht werden, was den Klimaschutz im Gebäudebestand stärkt.

Digitalisierung der Schulen voranbringen

Die Grünen wollen, dass Geld aus dem Digitalpakt schneller an den Schulen ankommt, und die Schulen bei digitalen Angeboten besser begleiten. Digitale Mittel sollen pädagogisch eingebettet sein und als Werkzeug dienen, nicht als Selbstzweck.

Die Grünen wollen Schulen digitaler machen. Geld dafür soll schneller bei den Schulen ankommen. Fachleute sollen sich um die Computer und Netze kümmern. Kinder und Lehrkräfte sollen lernen, sicher mit Medien umzugehen.

Mehr Institute und Professuren sollen die Digitalisierung begleiten und sie in Aus-, Fort- und Weiterbildung stärker verankern. Für eine sichere IT-Infrastruktur sollen mit den Kommunen als Schulträgern Lösungen entwickelt werden, etwa eine eigene Ausbildung für IT-Administration an Schulen und Pools von Administratorinnen und Administratoren für mehrere Schulen. Medienkompetenz, Datenschutz und Netzsicherheit sollen in der Ausbildung von Lehrkräften und im Unterricht eine wichtige Rolle spielen. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern sollen für Desinformation, Cybermobbing und Cybergrooming sensibilisiert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 122)
„Niedersachsen benötigt mehr Institute und Professuren, um die Digitalisierung an Schulen zu begleiten“
Seite 122 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Nachhaltigkeit in den Lehrplänen verankern

Die Grünen wollen, dass Kitas und alle Schulformen globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung fest in ihren Lehrplänen haben. Beides gilt dem Programm als Querschnittsthema, in dem Zukunftsfragen behandelt und Lösungen erarbeitet werden.

Kinder sollen in Kita und Schule etwas über Nachhaltigkeit lernen. Nachhaltigkeit heißt: so leben, dass die Erde auch später noch gut ist. Die Grünen wollen das fest in die Lehrpläne schreiben. Auch Tierschutz gehört dazu.

Gefördert werden sollen fächerübergreifende und handlungsorientierte Konzepte, zu denen auch der Tierschutz zählt. Außerschulische Lernorte und Projekte sollen gestärkt und Eine-Welt-Promotorinnen und -Promotoren weiter unterstützt werden. Damit dafür Raum entsteht, hält das Programm eine Verschlankung der Lehrpläne für nötig.

Originalzitat anzeigen (Seite 123)
„Bildung für nachhaltige Entwicklung und globales Lernen in Kitas sowie in allen Schulformen in den Lehrplänen fest zu verankern“
Seite 123 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Lehrkräfte besser bezahlen und entlasten

Die Grünen wollen Lehrkräfte an Grund-, Haupt-, Real- und Oberschulen in der Regel nach der Besoldungsgruppe A13 bezahlen und die Arbeitsbedingungen im Schuldienst verbessern. Schulen sollen außerdem durch zusätzliches Personal von Verwaltungsarbeit entlastet werden.

Lehrkräfte an Grundschulen verdienen oft weniger als andere Lehrkräfte. Die Grünen wollen, dass sie gleich viel bekommen. Die Arbeit an Schulen soll leichter werden. Mehr Personal soll die Büro-Arbeit übernehmen.

Das Programm hält A13 seit der Neuordnung der Masterstudiengänge für diese Lehrämter auch für rechtlich geboten. Die Empfehlungen der Arbeitszeitkommission sollen umgesetzt werden, etwa durch eine angepasste Altersermäßigung. Auch Grund-, Haupt- und Realschulen sollen Funktionsstellen bekommen, zum Beispiel stellvertretende Schulleitungen an Grundschulen. Schulleitungen sollen ein eigenes Berufsbild und gezielte Weiterbildung mit Supervision und Coaching erhalten. Mehr Verwaltungskräfte, Schulsozialarbeit und pädagogische Mitarbeitende sollen besonders kleine Grundschulen entlasten; dazu kommt eine regionale Beratungsstruktur für Lehrkräfte.

Originalzitat anzeigen (Seite 123)
„dass auch Grund-, Haupt-, Real- und Oberschullehrer*innen in der Regel nach A13 bezahlt werden.“
Seite 123 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Besoldung und zusätzliches Personal im öffentlichen Schuldienst erhöhen die staatlichen Ausgaben.

Lehrkräftemangel mit Ausbildung und Quereinstieg angehen

Die Grünen wollen genug Lehrkräfte für alle Schulen gewinnen und so die Unterrichtsversorgung verbessern. Dazu sollen der Bedarf neu ermittelt, mehr Lehrkräfte und Sonderpädagogen ausgebildet und der Quereinstieg besser vorbereitet werden.

An vielen Schulen fehlen Lehrkräfte. Die Grünen wollen genau prüfen, wie viele fehlen. Dann sollen mehr Menschen für den Beruf ausgebildet werden. Auch Menschen aus anderen Berufen sollen besser vorbereitet in die Schule kommen.

Entlastungen und Reformen sollen wegen des Mangels in Stufenplänen erfolgen. Im Studiengang Sonderpädagogik sollen in Niedersachsen die Fachrichtungen „Sehen“ und „Hören“ angeboten werden. Ausländische Abschlüsse sollen einfacher anerkannt werden, und das Lehramtsstudium soll mehr Praxis mit regelmäßigen, eventuell bezahlten Schulpraktika enthalten. Der Quereinstieg soll eine echte Ausbildungs- und Vorbereitungsphase bekommen. Solange Lehrkräfte fehlen, sollen Schulen anderes Personal einsetzen dürfen und multiprofessionelle Teams ausbauen.

Originalzitat anzeigen (Seite 124)
„Hierzu führen wir eine ehrliche Lehrkräftebedarfsanalyse durch, die auch geplante und absehbare Reformvorhaben mitberücksichtigt.“
Seite 124 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Ausbildungskapazitäten und zusätzliches Personal im öffentlichen Schulwesen bedeuten einen schrittweisen Ausbau staatlicher Leistungen.

Lehrkräfte nach Jahrgangsstufen ausbilden

Die Grünen wollen die Ausbildung von Lehrkräften reformieren: Sie soll sich nicht mehr an Schulformen, sondern an Jahrgangsstufen orientieren. Damit sollen Lehrkräfte besser auf die gewachsenen Anforderungen des Berufs vorbereitet werden.

Heute lernen Lehrkräfte für eine bestimmte Schulform, zum Beispiel für das Gymnasium. Die Grünen wollen das ändern. Lehrkräfte sollen für bestimmte Klassenstufen ausgebildet werden. So sollen sie besser auf den Beruf vorbereitet sein.

Das Studium der Sonderpädagogik soll stärker in dieses Stufenmodell einbezogen werden. Eine Qualifizierungsoffensive soll Lehrkräfte auf individualisierten und inklusiven Unterricht im digitalen Zeitalter vorbereiten. Beide Ausbildungsphasen sollen sich stärker an integrativ arbeitenden Schulen und deren fächerübergreifendem, projektorientiertem Ansatz ausrichten. Die Rolle von Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen soll klarer bestimmt und ihre beruflichen Perspektiven sollen erweitert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 125)
„Lehrer*innen nicht länger nach Schulformen getrennt auszubilden, sondern orientiert an Jahrgangsstufen.“
Seite 125 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Abkehr von der schulformbezogenen Ausbildung lockert die Bindung an das gegliederte Schulsystem und richtet die Ausbildung auf integrative Schulen aus.

Duale Ausbildung aufwerten

Die Grünen wollen die duale Ausbildung attraktiver machen, um den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Dazu planen sie eine Fachkräfteinitiative mit Kammern und Handwerk sowie bessere Bedingungen für Auszubildende bei Mobilität, Wohnen und Ausbildungsqualität.

Die Grünen wollen die Ausbildung im Betrieb beliebter machen. Es fehlen nämlich Fachkräfte. Azubis sollen ein günstiges Ticket für Bus und Bahn bekommen. Es soll Wohnheime für Azubis geben. Eine neue Stelle soll prüfen, ob die Ausbildung gut ist.

Auszubildende sollen ein landesweites 365-Euro-Ticket für den Nahverkehr nutzen können. An Berufsschulstandorten sind Unterkünfte wie Azubiwohnheime für weit Anreisende vorgesehen. Die kostenlose Schülerbeförderung soll auch für die Sekundarstufe II und für berufsbildende Schulen gelten. Eine unabhängige, öffentlich bezahlte Stelle soll die Ausbildungsqualität in Betrieb und Schule prüfen und bei Mängeln Empfehlungen geben. Zudem sollen die Berufsberatung ausgebaut und Schule und Ausbildung enger verbunden werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 126)
„Gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern sowie dem Handwerk bringen wir eine neue Initiative zur Fachkräftegewinnung auf den Weg.“
Seite 126 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Vergünstigte Tickets, Wohnheime, kostenlose Beförderung und eine öffentlich finanzierte Prüfstelle erweitern staatliche Leistungen schrittweise.

Meisterausbildung gebührenfrei machen

Die Grünen wollen, dass die Meisterausbildung im Handwerk nichts mehr kostet. Sie begründen das mit der Ungleichbehandlung gegenüber dem Masterstudium, für das keine Gebühren anfallen.

Die Grünen wollen eine kostenlose Meister-Ausbildung. Heute kostet sie viel Geld. Ein Master-Studium kostet dagegen keine Gebühren. Die Grünen finden das ungerecht.

Nach dem Programm kostet die Meisterausbildung im Handwerk bis zu 10.000 Euro. Das Masterstudium ist dagegen gebührenfrei. Die Grünen wollen diese Kosten für angehende Meisterinnen und Meister streichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 127)
„Daher setzen wir uns für eine gebührenfreie Meisterausbildung ein.“
Seite 127 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Kosten der Meisterausbildung sollen statt von den Teilnehmenden von der öffentlichen Hand getragen werden, was öffentliche Leistungen ausweitet.

Berufsschulen modernisieren und Lehrkräfte gewinnen

Die Grünen wollen die Berufsschulen modernisieren, digital ausstatten und zu Zentren für Aus- und Weiterbildung ausbauen. Gegen den Mangel an Lehrkräften setzen sie auf Quereinsteiger, bessere Bezahlung für Fachpraxislehrkräfte und mehr Studienplätze.

Die Grünen wollen die Berufsschulen moderner machen. Die Schulen sollen bessere Technik bekommen. Es fehlen dort Lehrer. Darum sollen auch Menschen aus Handwerk und Industrie dort unterrichten. Lehrer für die Praxis sollen mehr Geld bekommen.

Eine Fachkräfteinitiative soll den Lehrberuf für Menschen aus Handwerk, Handel, Gewerbe und Industrie attraktiver machen. Fachpraxislehrkräfte sollen mit der Besoldungsstufe A10 einsteigen und bessere Aufstiegschancen haben, und es soll mehr Studienplätze für das Berufsschullehramt geben. Berufsschulen sollen als Kompetenzzentren auch Weiterbildungen und Umschulungen anbieten und eigenständiger werden. Die sogenannten Smart Factories, Lernwerkstätten nach dem Vorbild digital arbeitender Betriebe, sollen im ganzen Land entstehen. Gewerkschaften sollen an Berufsschulen über ihre Arbeit informieren dürfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 129)
„Wir befördern die niedersächsischen Berufsschulen mit einer Modernisierungs- und Digitalisierungsoffensive endlich ins 21. Jahrhundert.“
Seite 129 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Bessere Ausstattung, höhere Besoldung und mehr Studienplätze bedeuten zusätzliche öffentliche Ausgaben für Bildung.

Inklusion in der beruflichen Bildung gesetzlich verankern

Die Grünen wollen Inklusion an berufsbildenden Schulen im Schulgesetz festschreiben. Gemeinsamer Unterricht soll an allen berufsbildenden Schulformen ausgebaut werden, mit dem nötigen Personal und Geld.

Die Grünen wollen Inklusion an Berufsschulen ins Gesetz schreiben. Inklusion heißt: Menschen mit und ohne Behinderung lernen zusammen. Dafür soll es mehr Personal und Geld geben. Lehrer sollen dazu Fortbildungen bekommen.

Vorgesehen sind Fortbildungen für Lehrkräfte und eine weiterentwickelte sonderpädagogische Unterstützung. Den Studiengang Sonderpädagogik für berufsbildende Schulen in Hannover, den die Landesregierung gestrichen hat, wollen die Grünen wieder einrichten. Schulen und Schulträger sollen Beratung und Hilfe erhalten, wenn sie inklusive Lerngruppen aufbauen.

Originalzitat anzeigen (Seite 129)
„die Inklusion in der beruflichen Bildung auch im Schulgesetz zu verankern, um rechtliche Verbindlichkeit und gute Rahmenbedingungen zu definieren“
Seite 129 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die gesetzliche Verankerung und der Ausbau des gemeinsamen Unterrichts stärken die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung schrittweise.

Grundfinanzierung der Hochschulen stärken

Die Grünen wollen den Hochschulen eine verlässliche, am Bedarf orientierte Grundfinanzierung geben und die Abhängigkeit von Drittmitteln verringern. Das soll Planungssicherheit schaffen; die Kürzungen der bisherigen Landesregierung lehnt das Programm ab.

Die Grünen wollen den Hochschulen mehr festes Geld vom Land geben. Die Hochschulen sollen weniger von Dritt-Mitteln abhängen. Dritt-Mittel sind Gelder von außen, zum Beispiel für einzelne Projekte. So können die Hochschulen besser planen.

Das Land soll Bundes- und EU-Mittel verlässlich mitfinanzieren, damit Niedersachsens Hochschulen diese Programme gut nutzen können. Hochschulen sollen ein eigenes Profil und Spielraum für neue Wege haben; für Exzellenz sollen neben Forschung auch Lehre und Studienbedingungen zählen, unter Einbezug kleiner Fächer. Um die Wissenschaft unabhängig von autoritären Staaten zu halten, soll das Land Regionalkompetenzen aufbauen, vor allem zu China.

Originalzitat anzeigen (Seite 130)
„Wir streben an, die Finanzierung der Hochschulen weniger auf Drittmitteln aufzubauen, sondern mehr auf der staatlichen Grundfinanzierung.“
Seite 130 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr staatliche Grundfinanzierung statt wettbewerblich eingeworbener Drittmittel erhöht die öffentliche Finanzierung der Hochschulen.

Langzeitstudiengebühren abschaffen

Die Grünen wollen ein Studium ohne Gebühren und deshalb auch die Gebühren für Langzeitstudierende streichen. Aus ihrer Sicht sind Studiengebühren eine soziale Hürde; der Hochschulbesuch soll nicht vom Einkommen der Eltern abhängen.

Die Grünen wollen ein Studium ohne Gebühren. Wer sehr lange studiert, muss heute Gebühren zahlen. Die Grünen wollen diese Gebühren abschaffen. Studieren soll nicht vom Geld der Eltern abhängen.

Die Hochschulen sollen sich weiter öffnen und vielfältiger werden, vor allem für Menschen aus Familien ohne akademischen Hintergrund. Die Studienqualitätsmittel sollen bleiben, und Studierende sollen wieder maßgeblich über deren Verwendung bestimmen. Dieses Geld soll in Lehre und Studienqualität fließen und nicht Lücken beim Bauunterhalt stopfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 131)
„Deshalb setzen wir uns dafür ein, Langzeitstudiengebühren abzuschaffen.“
Seite 131 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die verbliebene Gebühr für Langzeitstudierende soll entfallen, womit das Studium vollständig öffentlich finanziert wäre.

Ausbildung und Studium besser verzahnen

Die Grünen wollen den Wechsel zwischen Berufsausbildung und Hochschule erleichtern und duale Studienangebote ausbauen. Auszubildende sollen neben ihrem Berufsabschluss auch einen Studienabschluss erreichen können.

Die Grünen wollen Ausbildung und Studium besser verbinden. Azubis sollen leichter auch studieren können. Es soll mehr duale Studien-Gänge geben. Dual heißt: Man lernt im Betrieb und an der Hochschule. Fach-Hochschulen sollen gestärkt werden.

Flexible Modelle, etwa in Teilzeit, sollen Ausbildung und Studium aufeinander abstimmen und zeitlich strecken. Die Hochschulen für angewandte Wissenschaften sollen weiter gestärkt werden. Berufstätige sollen neue Wege zu einem berufsbegleitenden Studium als akademische Weiterbildung erhalten. Für Dual- und Trialstudierende soll die Regelstudienzeit flexibler gelten, um Überlastung zu vermeiden.

Originalzitat anzeigen (Seite 132)
„Zudem schaffen wir eine höhere Durchlässigkeit zwischen dualer Ausbildung und Hochschulstudium und bauen praxisnahe sowie duale Studienmöglichkeiten aus.“
Seite 132 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

BAföG für mehr Studierende öffnen

Die Grünen wollen sich im Bund für eine Studienfinanzierung einsetzen, die ein Studium unabhängig vom Einkommen möglich macht. Das heutige BAföG reicht aus Sicht des Programms nicht für Bildungsgerechtigkeit. Auch wer in Teilzeit studiert, soll die Förderung bekommen können.

Die Grünen wollen das BAföG ändern. BAföG ist Geld vom Staat für Studierende. Auch Studierende in Teilzeit sollen es bekommen. Jeder soll studieren können, egal wie viel Geld die Familie hat.

Das Programm unterstützt das Vorhaben der Bundesregierung, das BAföG zu öffnen und weniger vom Einkommen der Eltern abhängig zu machen. Zusätzlich sollen Teilzeitstudierende anspruchsberechtigt werden. Für dual Studierende soll der Freibetrag für eigenes Einkommen ebenfalls gelten. Die Grünen wollen dies über die Bundesebene erreichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 134)
„Wir setzen uns dafür ein, dass auch Teilzeitstudierende BAföG beziehen können“
Seite 134 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die staatliche Studienförderung soll auf weitere Gruppen ausgeweitet werden, was öffentliche Leistungen ausbaut.

Forschung und Klimaschutz-Professuren ausbauen

Die Grünen wollen die Forschung von den Grundlagen bis zur Anwendung stärken, vor allem dort, wo es um den klimagerechten Umbau geht. Dafür sollen zusätzliche Professuren für Klimaschutz entstehen. Ergebnisse sollen schneller in die Praxis gelangen.

Die Grünen wollen die Forschung stärken. Besonders wichtig ist ihnen Forschung zum Klima. Es soll neue Professuren für Klimaschutz geben. Neue Ideen sollen schneller in der Praxis ankommen.

Der Transfer von Wissen und Technik soll schon bei neuen Ausschreibungen und Förderprogrammen mitgedacht werden. Geschlechtersensible Medizin und Diversity sollen in die Lehrpläne der Medizin und in die ärztliche Weiterbildung kommen. Das Programm verlangt Transparenz bei riskanten und militärisch nutzbaren Forschungsvorhaben und einen kritischeren Umgang mit Dual-Use-Forschung. Alternativen zu Tierversuchen sollen gefördert werden, um diese langfristig entbehrlich zu machen. Auch die Wissenschaftskommunikation soll mehr Förderung erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 135)
„Daher setzen wir uns dafür ein, die Forschung vom Grundlagenbereich bis zu konkreten anwendungsbezogenen Projekten zu stärken.“
Seite 135 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Forschung und neue Professuren sollen gezielt auf Klimaschutz und den klimagerechten Umbau ausgerichtet werden.

Mitbestimmung an Hochschulen ausweiten

Die Grünen wollen Studierenden und Beschäftigten an den Hochschulen mehr Rechte zur Mitbestimmung geben. Das Programm begründet dies damit, dass Hochschulen von demokratischer Kultur und funktionierender Selbstverwaltung leben.

Die Grünen wollen mehr Mitsprache an den Hochschulen. Studierende und Beschäftigte sollen mehr mitentscheiden. Auch Doktoranden sollen mitreden können. Die Gremien der Hochschulen sollen stärker werden.

Alle Gruppen, die an Hochschulen lehren, arbeiten oder studieren, sollen sich beteiligen können, ausdrücklich auch Promotionsstudierende. Die Gremien, vor allem Fakultätsrat und Senat, sollen mehr Gewicht bekommen. Außerdem sollen Studium und Lehre in den Hochschulpräsidien fester verankert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 136)
„Bereichen der Hochschulpolitik mehr Beteiligungsrechte für Studierende und Beschäftigte an“
Seite 136 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Hochschulen international und digital vernetzen

Die Grünen wollen die Hochschulen des Landes stärker europäisch und international vernetzen und Hindernisse für Auslandsaufenthalte abbauen. Rechtliche Regeln sollen so geändert werden, dass ein digitales Studium an mehreren Standorten leichter wird.

Die Grünen wollen, dass Hochschulen mehr mit anderen Ländern zusammenarbeiten. Studierende sollen leichter ins Ausland gehen können. Man soll auch digital an mehreren Orten studieren können. Dafür sollen die Regeln angepasst werden.

Die Hochschulen sollen gezielt gefördert werden, damit sie in europäischen Förderprogrammen Erfolg haben. Das soll Niedersachsen als Wissenschaftsstandort in Europa stärken und nach dem Programm auch die europäische Idee voranbringen. Die Technik für einen virtuellen Campus über Ländergrenzen hinweg sei vorhanden. Nun sollen die rechtlichen Bedingungen folgen.

Originalzitat anzeigen (Seite 136)
„Wir unterstützen die Hochschulen bei der internationalen Vernetzung und beim Abbau von Hürden bei der internationalen Mobilität von Studierenden“
Seite 136 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Die Hochschulen sollen stärker in europäische Programme und Netzwerke eingebunden werden, was die europäische Zusammenarbeit vertieft.

Ein Prozent des Bildungsetats für Weiterbildung

Die Grünen wollen die Erwachsenenbildung ausbauen. Die Weiterbildung soll künftig ein Prozent aller Bildungsausgaben erhalten. Die Partei begründet dies mit dem Wandel von Arbeitswelt und Gesellschaft, der mehr Förderung nötig mache.

Auch Erwachsene sollen weiter lernen können. Die Grünen wollen dafür mehr Geld geben. Ein Prozent vom Geld für Bildung soll in die Weiterbildung gehen. Es soll auch mehr Kurse im Internet geben.

Mehr Geld soll in Sprachkurse und Bildung für Geflüchtete, in Grundbildung, den zweiten Bildungsweg sowie in Qualifizierung und Nachwuchs beim Personal fließen. Geflüchtete Frauen sollen Zugang zu den Angeboten haben, etwa durch Kinderbetreuung oder eigene Sprachkurse für Frauen. Die Bildungsberatung, die von keinem Träger abhängt, soll gestärkt werden. Zudem sollen mehr Online-Formate entstehen und Lehrende die passende digitale Ausstattung erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 138)
„setzen sich dafür ein, das Bildungsbudget für Weiterbildung auf ein Prozent des gesamten Bildungsetats zu erhöhen“
Seite 138 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Anteil öffentlicher Mittel für Weiterbildung soll auf einen festen Zielwert steigen, was öffentliche Bildungsausgaben ausbaut.

Grundbildung und Alphabetisierung gebührenfrei machen

Die Grünen wollen Angebote zur Grundbildung, zur Alphabetisierung und zum Nachholen von Schulabschlüssen ausbauen und künftig kostenlos machen. Hohe Teilnahmebeiträge schrecken nach Ansicht des Programms Menschen ab.

Manche Erwachsene können nicht gut lesen und schreiben. Andere wollen einen Schul-Abschluss nachholen. Die Grünen wollen mehr Kurse dafür. Die Kurse sollen nichts kosten.

Das Programm sieht diese Angebote als Grundlage für weitere Bildung und für den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Wichtig seien sie besonders für Menschen in unsicheren Lebenslagen oder mit geringer formaler Bildung. Die Kurse sollen leicht zugänglich sein, die Menschen in ihrem Wohnumfeld aufsuchen und sowohl Jüngere als auch Ältere ansprechen.

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„Wir GRÜNEN wollen diese besonders fördern, ausbauen und weiterentwickeln.“
Seite 138 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Gebühren für Grundbildungskurse sollen entfallen und das Angebot öffentlich ausgebaut werden, was öffentliche Leistungen erweitert.

Vielfalt in Schulen und Kitas verankern

Die Grünen wollen mehr Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher mit Migrationsgeschichte gewinnen und muttersprachlichen Unterricht ausbauen. Kolonialgeschichte und Rassismuskritik sollen fester Teil der Lehrpläne werden. Ein Landesprogramm soll eine Kultur der Vielfalt fördern.

Die Grünen wollen mehr Lehrer und Erzieher mit Migrations-Geschichte einstellen. Es soll mehr Unterricht in der Muttersprache geben. Die Schule soll über Kolonial-Geschichte und Rassismus sprechen. Ein Programm vom Land soll Vielfalt fördern.

Muttersprachlicher Unterricht soll auch in Mathematik und Naturwissenschaften angeboten werden, das Fremdsprachenangebot soll wachsen. Ausländische Berufsabschlüsse im Bildungswesen sollen schneller und besser anerkannt werden. Für pädagogisches Personal sind mehr Aus- und Fortbildungen zu Diversity-Kompetenz vorgesehen. Lehrpläne, Schulbücher und Materialien sollen um Kolonialgeschichte, Rassismuskritik und die Geschichte der Herkunftsländer ergänzt werden. Ein Landesprogramm soll unter anderem Diversity-Schulungen im Landesdienst und in Bildungseinrichtungen ermöglichen. Zudem sollen Fachkräfte geschützte Räume und Empowerment-Angebote für von Diskriminierung Betroffene anbieten können.

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„Die Behandlung der Kolonialgeschichte und Rassismuskritik wie auch Inhalte zur Geschichte der Herkunftsländer von Menschen mit Migrationsgeschichte wollen wir fest in den Lehrplänen verankern“
Seite 166 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Lehrpläne und Fortbildungen sollen stärker auf Vielfalt, Rassismuskritik und Kolonialgeschichte ausgerichtet werden, was das bestehende System schrittweise in progressive Richtung verschiebt.

  • Migrationeher offen

    Schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse und mehr muttersprachlicher Unterricht erweitern die Teilhabe von Zugewanderten.

Konfessionsneutrales Pflichtfach zu Religionen einführen

Die Grünen wollen an den Schulen ein Pflichtfach „Religionen und Weltanschauungen“ einführen, das keiner Konfession zugeordnet ist und auf Religionswissenschaft beruht. Konfessionsschulen sollen im Gespräch mit den Religionsgemeinschaften zu Schulen werden, die Kindern jedes Bekenntnisses offenstehen.

Die Grünen wollen ein neues Schulfach für alle Kinder. Es heißt Religionen und Weltanschauungen. Es gehört zu keiner bestimmten Kirche. Schulen einer Konfession sollen sich für alle Kinder öffnen. Konfession heißt: eine bestimmte Glaubensrichtung.

Das Fach soll verschiedene Sichtweisen vermitteln. Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Religionsgemeinschaften sollen darin ihre Glaubensüberzeugungen selbst darstellen können. Die Umwandlung der Konfessionsschulen soll im Dialog mit den Religionsgemeinschaften erfolgen. Das Programm begründet beides mit Religionsfreiheit, der Trennung von Kirche und Staat und der Gleichbehandlung der Religionsgemeinschaften.

Originalzitat anzeigen (Seite 181)
„Wir setzen uns für ein konfessionsneutrales, religionswissenschaftlich fundiertes Pflichtfach „Religionen und Weltanschauungen“ an niedersächsischen Schulen ein.“
Seite 181 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Ein gemeinsames neutrales Pflichtfach und die Umwandlung der Konfessionsschulen würden die bisher konfessionell geprägte religiöse Bildung grundlegend umbauen.

Politische Bildung und Landeszentrale ausbauen

Die Grünen wollen der Landeszentrale für politische Bildung mehr Geld geben und sie ausbauen. Aus Sicht des Programms kommt ihr eine Schlüsselrolle zu, weil Falschinformationen die öffentliche Debatte gefährden. Auch andere Träger politischer Bildung sollen besser gefördert werden.

Die Landeszentrale für politische Bildung erklärt Menschen die Politik. Die Grünen wollen ihr mehr Geld geben. Auch Schulen sollen mehr über Demokratie lehren. Dafür sollen Lehrerinnen und Lehrer Fortbildungen bekommen.

Das Programm beschreibt die Landeszentrale als führend bei digitaler Demokratiebildung und wirft SPD und CDU vor, sie nicht gestärkt zu haben. Anerkannte Träger der Erwachsenenbildung sollen für politische Bildung eine höhere Vergütung erhalten. An Schulen soll Demokratiebildung durch Fortbildungen für Lehrkräfte und begleitende Projekte gefördert werden. Dasselbe soll für den organisierten Sport im Land gelten.

Originalzitat anzeigen (Seite 182)
„Wir GRÜNEN werden in den kommenden Jahren zusätzliche Mittel für die Landeszentrale bereitstellen und ihren Ausbau begleiten.“
Seite 182 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Niedersachsen im Vergleich