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Grüne zur Familie

Aus dem Programm „So wird's besser! Unser Plan für Niedersachsen. Wahlprogramm zur Landtagswahl 2022“

Landtagswahl Niedersachsen 2022, 9. Oktober 2022Original-PDF, 215 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Familie

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 4 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1,2), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich progressiv, 3 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Kita-Qualität und Betreuungsschlüssel verbessern

Die Grünen wollen das Ganztagsangebot in Kitas schrittweise ausweiten und vor allem die Qualität der Betreuung heben. Kern ist ein besseres Verhältnis von Fachkräften zu Kindern, erreicht über einen Stufenplan für eine dritte Kraft pro Gruppe.

Die Grünen wollen mehr Ganztags-Plätze in Kitas. Die Betreuung soll auch besser werden. In jeder Gruppe soll eine dritte Fachkraft arbeiten. Das soll Schritt für Schritt kommen. Die Fachkräfte sollen mehr Zeit für Vorbereitung bekommen.

Das Programm sieht einheitliche Standards und ein Qualitätsmanagement für Kindertageseinrichtungen vor, dazu genügend Räume. Die dritte Kraft soll vollwertig zum Team gehören und nicht nur einzelne Stunden abdecken. Beschäftigte sollen mehr Verfügungszeiten erhalten, also Arbeitszeit ohne direkte Betreuung. Beim Ausbau sollen auch Alleinerziehende sowie Eltern mit Schicht- oder Wochenendarbeit bedacht werden. In Aus- und Weiterbildung sollen gesellschaftliche Vielfalt, Antirassismus und der Abbau von Geschlechterklischees fest verankert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 110)
„brauchen wir in den Kitas endlich einen Stufenplan für eine echte dritte Kraft, die mehr ist als eine stundenweise Ergänzung des Teams“
Seite 110 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal und ein größeres Ganztagsangebot in Kitas bedeuten einen Ausbau öffentlicher Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Vielfalt, Antirassismus und der Abbau von Geschlechterklischees sollen in der Ausbildung des Kita-Personals verankert werden.

Inklusion in Kitas gesetzlich regeln

Die Grünen wollen die Inklusion in Krippen und Kindergärten per Gesetz regeln. Jede Gruppe soll über heilpädagogisches Fachwissen verfügen, und Kitas sollen landesweit barrierefrei werden.

Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen in die Kita gehen. Die Grünen wollen dafür ein Gesetz. In jeder Gruppe soll jemand mit Wissen über Heil-Pädagogik arbeiten. Neue Kitas sollen ohne Hindernisse gebaut sein. Auch die Sprach-Förderung soll wachsen.

Für das heilpädagogische Fachwissen in den Gruppen ist eine Fortbildungsoffensive geplant. Bei neu gebauten Kitas sollen Barrierefreiheit und behindertengerechte Ausstattung vorgeschrieben werden; bei größeren Umbauten soll das ebenfalls angestrebt werden. Zudem sollen Angebote zur Sprachförderung und entsprechende Fortbildungen ausgebaut werden. Auch inklusive Bewegungsförderung nennt das Programm als Aufgabe der Kitas.

Originalzitat anzeigen (Seite 110)
„Die Umsetzung der Inklusion muss endlich gesetzlich geregelt werden. Dafür schreiben wir in jeder Gruppe eine heilpädagogische Expertise fest“
Seite 110 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue Vorgaben zu Personal und Barrierefreiheit erweitern öffentliche Leistungen und Regulierung.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die gesetzliche Verankerung der Inklusion in Kitas stärkt Teilhabe und Gleichstellung von Kindern mit Behinderung.

Umwelt- und Demokratiebildung in Kitas, Waldkindergärten fördern

Die Grünen wollen demokratische Teilhabe, Medienkompetenz und Umweltbildung in Kitas stärken. Waldkindergärten sollen mehr Förderung erhalten und leichter zu gründen sein.

Kinder sollen in der Kita mitbestimmen lernen. Sie sollen auch den Umgang mit Medien lernen. Die Grünen fördern Kitas mit viel Umwelt-Bildung. Wald-Kindergärten sollen mehr Geld bekommen. Ihre Gründung soll leichter werden.

Das Programm will Beteiligung, Selbstwirksamkeit und kindgerechte Beschwerdewege in Kitas unterstützen. Angebote zur frühen Medienkompetenz sollen gefördert werden, ebenso Kita-Konzepte mit Schwerpunkt Umweltbildung. Damit Zeit für Fortbildung und solche Konzepte bleibt, sollen mehr Fachkräfte und mehr Verfügungszeiten kommen. Bei der Betriebserlaubnis für Waldkindergärten will sich die Partei an Regelungen anderer Länder orientieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 111)
„Die Gründung und den Betrieb von Waldkindergärten und integrativen Waldkindergärten wollen wir erleichtern“
Seite 111 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mitbestimmung von Kindern und Umweltbildung sollen in Kitas mehr Gewicht bekommen, was neue pädagogische Leitbilder stärkt.

Regenbogenfamilien und Mehrelternschaft rechtlich anerkennen

Die Grünen wollen Regenbogen- und Patchwork-Familien rechtlich anerkennen lassen, etwa im Abstammungs- und Adoptionsrecht. Mehr als zwei Personen sollen rechtlich Eltern sein können. Familie ist nach dem Programm dort, wo Menschen füreinander sorgen.

Es gibt viele Arten von Familien. Die Grünen wollen, dass das Recht alle anerkennt. Ein Kind soll auch mehr als zwei Eltern haben können. Auch Menschen ohne Ehe sollen füreinander Verantwortung übernehmen können.

Auch Verantwortungsgemeinschaften, die weder auf einer Liebesbeziehung noch auf einer Ehe beruhen, sollen anerkannt werden. Das Programm verlangt außerdem gute berufliche und finanzielle Bedingungen für Menschen, die pflegen oder Kinder versorgen. Die Interessen von Kindern und Jugendlichen sollen besser gehört werden, unter anderem durch ein regelmäßiges Monitoring ihrer Lage in Niedersachsen.

Originalzitat anzeigen (Seite 139)
„dass sogenannte Regenbogen- und Patchwork-Familien endlich rechtlich anerkannt werden, z. B. im Familien-, Abstammungs- und Adoptionsrecht.“
Seite 139 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Mehrelternschaft und Verantwortungsgemeinschaften jenseits der Ehe gibt es rechtlich bisher nicht; ihre Einführung würde das Familien- und Abstammungsrecht grundlegend für neue Familienformen öffnen.

Jugendarbeit und Freiräume besser fördern

Die Grünen wollen Jugendverbände und Träger der Jugendarbeit stärker fördern und dafür das Jugendfördergesetz überarbeiten. Außerdem sollen Kommunen Hilfe bekommen, um Spiel- und Bewegungsflächen zu erhalten und neu zu schaffen.

Die Grünen wollen mehr Geld für Jugend-Arbeit geben. Dafür ändern sie ein Gesetz. Es soll mehr Plätze zum Spielen und Treffen geben. Dort müssen junge Menschen nichts kaufen.

Die Zuwendungen sollen sich am Bedarf orientieren und steigen, Projektmittel dauerhaft fließen und bürokratische Hürden sinken. Die politische Jugendbildung und die Landeszentrale für politische Bildung sollen gestärkt werden. In der Bauordnung des Landes sollen die Vorgaben für Spiel-, Freizeit- und Bewegungsflächen besser werden. Unter dem Motto „Spielplatz statt Parkplatz“ nennt das Programm Jugendzentren, Skateplätze und offene Treffs als öffentliche Orte ohne Konsumzwang.

Originalzitat anzeigen (Seite 141)
„werden wir das Jugendfördergesetz novellieren und an die Bedürfnisse der modernen Jugendarbeit anpassen“
Seite 141 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentlichen Zuwendungen für Jugendarbeit sollen steigen und dauerhaft gesichert werden, was öffentliche Leistungen ausbaut.

Neues Kinderschutzgesetz für Niedersachsen schaffen

Die Grünen wollen die Empfehlungen der Enquetekommission Kinderschutz umsetzen und durch ein neues Landesgesetz zum Kinderschutz absichern. Kinder und Jugendliche haben nach dem Programm ein Recht darauf, ohne Gewalt aufzuwachsen.

Kinder sollen ohne Gewalt aufwachsen. Die Grünen wollen dafür ein neues Gesetz machen. Kitas, Schulen und Sportvereine sollen Pläne zum Schutz haben. Man soll früh helfen, wenn ein Kind in Gefahr ist.

Im Mittelpunkt stehen Vorbeugung und frühes Eingreifen, wenn Kindern sexualisierte Gewalt oder Misshandlung droht. Dafür sieht das Programm Schutzkonzepte in Kitas, Schulen und Sportvereinen vor. Grundlage sind die Empfehlungen der Enquetekommission des Landtags zum Kinderschutz.

Originalzitat anzeigen (Seite 141)
„stärken wir die Prävention und ermöglichen eine frühzeitige Intervention“
Seite 141 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Jugendhilfe vor Kürzungen schützen und stärken

Die Grünen lehnen Kürzungen bei der Jugendhilfe und der Kinder- und Jugendarbeit ab. Sie wollen vor allem die aufsuchende Hilfe in Familien stärken, die Jugendwerkstätten sichern und verhindern, dass Hilfen mit dem 18. Geburtstag wegfallen.

Die Grünen wollen nicht bei der Jugendhilfe sparen. Jugendhilfe unterstützt Kinder, Jugendliche und Familien in schwierigen Lagen. Die Hilfe in den Familien soll stärker werden. Junge Menschen sollen auch nach dem 18. Geburtstag Hilfe bekommen.

Die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und freien Trägern soll überprüft und das Jugendhilferecht inklusiver gestaltet werden. Die Einrichtung von Ombudsstellen als Beschwerdestellen für Kinder, Jugendliche und Familien wollen die Grünen begleiten. Die Arbeit der Jugendwerkstätten soll gesichert und ihre Finanzierung dauerhafter angelegt werden. Beschäftigte der Jugendhilfe sowie Personal in Medizin, Pflege, Schule, Polizei und Justiz sollen im Umgang mit Traumata besser geschult werden. Außerdem soll die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe, besonders im Ganztag, verbessert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 142)
„BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich auf allen Ebenen gegen Sparmaßnahmen in der Jugendhilfe und bei der Kinder- und Jugendarbeit (auch der freien Träger) ein.“
Seite 142 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Punkt wendet sich gegen Einsparungen und will öffentliche Leistungen der Jugendhilfe ausbauen, was zum Pol mehr Staat passt.

Was sagen die anderen Parteien zur Familie?

Alle Programme in Niedersachsen im Vergleich