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Grüne zur Bildung

Aus dem Programm „Das GRÜNE Regierungsprogramm 2024–2029“

Landtagswahl Hessen 2023, 8. Oktober 2023Original-PDF, 85 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 12 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 12 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 5 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 1 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

  • Außenpolitikeher Diplomatie zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Diplomatie zuerst, 1 eher Diplomatie zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Abschreckung zuerst, 0 deutlich Abschreckung zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

In Bildung investieren, Ganztagsanspruch umsetzen

Die Grünen wollen stark in Kitas, Schulen, Ausbildung und Hochschulen investieren. Der Rechtsanspruch auf Bildung und Betreuung für Grundschulkinder soll so schnell wie möglich gelten. Alle Schülerinnen und Schüler sollen ein Tablet mit Lernsoftware erhalten.

Die Grünen wollen viel Geld für Bildung ausgeben. Das Geld ist für Kitas, Schulen, Ausbildung und Hochschulen. Grundschulkinder sollen ein Recht auf Betreuung bekommen. Jedes Schulkind soll ein Tablet mit Lern-Programmen bekommen.

Das Programm bezeichnet gute Bildung als wirksamstes Mittel für Chancengleichheit und Gerechtigkeit. Die Investitionen sollen von der Kita bis zur Hochschule reichen. Das Tablet samt Lernsoftware ist als digitale Grundausstattung für alle Schülerinnen und Schüler gedacht.

Originalzitat anzeigen (Seite 9)
„Den Rechtsanspruch auf Bildung und Betreuung werden wir für alle Grundschulkinder schnellstmöglich umsetzen.“
Seite 9 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Vorgesehen sind höhere öffentliche Investitionen in Bildung und eine vom Land gestellte digitale Ausstattung.

Duale Ausbildung aufwerten, Ausbildungswerke schaffen

Die Grünen wollen die duale Ausbildung attraktiver machen, weil die Zahl der Auszubildenden sinkt. Ausbildungswerke sollen Auszubildende ähnlich wie Studierendenwerke unterstützen, etwa mit Wohnraum.

Immer weniger junge Menschen machen eine Ausbildung. Die Grünen wollen die Ausbildung attraktiver machen. Neue Ausbildungs-Werke sollen helfen, zum Beispiel bei der Wohnung. Schüler sollen mehr über Berufe erfahren.

Zur Aufwertung zählt das Programm eine angemessene Bezahlung und eine bessere Infrastruktur. Ausbildungswerke sollen in lokalen Netzwerken in Stadt und Land Wohn- und andere Angebote machen. Auch Jugendliche mit Lernschwierigkeiten sollen einen Abschluss erreichen können. Betriebspraktika und Berufsorientierung sollen an allen Schulformen gestärkt werden. Die Grünen werben dafür, berufliche und akademische Bildung als gleichwertig zu behandeln.

Originalzitat anzeigen (Seite 16)
„Wir wollen die duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule stärken.“
Seite 16 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mit Ausbildungswerken soll ein neues öffentlich getragenes Unterstützungsangebot für Auszubildende entstehen.

Berufliche Ausbildung stärken, Schulgeld abschaffen

Die Grünen wollen die berufliche Ausbildung stärken und verbliebenes Schulgeld vor allem in sozialen Berufen streichen. Zusätzliche Anreize für Mangelberufe, mehr Ausbildungsplätze und ein Landesprogramm für Quereinstiege sollen dem Fachkräftemangel begegnen.

In Hessen fehlen Fach-Kräfte. Die Grünen wollen deshalb die Ausbildung stärken. Für manche Ausbildungen muss man Schul-Geld zahlen. Das soll wegfallen. Auch Menschen ohne Arbeit sollen wieder eine Stelle finden.

In allen Schulformen soll stärker auf die Möglichkeiten einer Berufsausbildung hingewiesen werden. Die Grünen treten für faire Ausbildungsvergütungen ein und begrüßen die Ausbildungsgarantie des Bundes. Kein Jugendlicher soll zwischen Schule und Beruf verloren gehen; auch Werkschulen werden als Brücke genannt. Programme zur Qualifizierung und Arbeitsmarktintegration sollen ausgebaut werden. Langzeitarbeitslose sollen gezielt vermittelt werden, auch über den sozialen Arbeitsmarkt.

Originalzitat anzeigen (Seite 29)
„Noch vorhandene Schulgelder für die Ausbildung insbesondere in sozialen Berufen wollen wir abschaffen, um den Zugang für alle zu erleichtern.“
Seite 29 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Wegfall von Schulgeld, neue Landesprogramme und der soziale Arbeitsmarkt erweitern öffentlich finanzierte Leistungen.

Inklusiven Schulbesuch für jedes Kind ermöglichen

Die Grünen wollen, dass jedes Kind eine inklusive Schule besuchen kann, und zugleich die Wahl zwischen inklusiver Schule und Förderschule erhalten. Inklusion soll von der Krippe bis zur Hochschule und in der Freizeit gelten.

Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen lernen können. Das wollen die Grünen für jedes Kind möglich machen. Eltern sollen aber auch eine Förder-Schule wählen können. Helfer in der Schule sollen die Kinder unterstützen.

Teilhabeassistenzen sollen gut qualifiziert sein und eng mit den Pädagoginnen und Pädagogen arbeiten; dafür strebt die Partei Rahmenvereinbarungen mit den Kommunen an. Schulen sollen Assistenzkräfte leichter in Pools bündeln können. Die Schulen des Landeswohlfahrtsverbandes erhalten Hilfe bei Ganztag und Schulsozialarbeit, seine Frühförderstellen für Kinder mit Sinnesbeeinträchtigungen und Autismus werden unterstützt. Alle Schülerinnen und Schüler sollen einen Abschluss erreichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Wir haben das Ziel, jedem Kind die inklusive Beschulung zu ermöglichen.“
Seite 35 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Gemeinsames Lernen soll ausgebaut werden, während die Förderschule als Wahlmöglichkeit bleibt.

Schulen in schwierigen Lagen gezielt besser ausstatten

Die Grünen wollen Schulen mit besonderen Herausforderungen zusätzliche Mittel geben. Die Zuweisung von Lehrkräften nach Sozialindex und die Schulsozialarbeit des Landes sollen ausgebaut werden, ebenso Schulpsychologie und Schulgesundheitspflege.

Manche Schulen haben es besonders schwer. Diese Schulen sollen mehr Lehrer und mehr Hilfe bekommen. Die Grünen wollen auch mehr Schul-Psychologen. Jede Schule soll ein festes Angebot dafür haben.

Für Schulen, die selbstständig oder pädagogisch selbstständig sind, gibt es ein eigenes Förderprogramm. Es soll so umgebaut werden, dass es Inklusion, Integration und Chancengerechtigkeit stärkt. Ein Schwerpunkt liegt auf den Abschlussklassen im Haupt- und Realschulbildungsgang, um den Wechsel in den Beruf zu erleichtern. Jede Schule soll ein festes schulpsychologisches Angebot erhalten. Die Corona-Aufholprogramme sollen weiterlaufen und sich stärker auf den größten Förderbedarf richten. Integrierte Gesamtschulen sollen so gefördert werden, dass sie überall in Hessen wählbar sind.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„wie die sozialindizierte Lehrkräftezuweisung und die vom Land geförderte Schulsozialarbeit, werden wir deswegen weiterführen und ausbauen“
Seite 44 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Stellen nach Sozialindex und mehr Schulsozialarbeit verteilen öffentliche Mittel stärker zugunsten benachteiligter Schulen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die gezielte Förderung integrierter Gesamtschulen und längeren gemeinsamen Lernens verschiebt das gegliederte Schulsystem schrittweise.

Schülerticket unabhängig vom Wohnort bezahlen

Die Grünen wollen die Schülerbeförderung für alle Schuljahrgänge neu und aus ihrer Sicht gerechter regeln. Ob die Kosten für das Schülerticket Hessen übernommen werden, soll nicht mehr vom Wohnort abhängen.

Viele Kinder fahren mit Bus und Bahn zur Schule. Bisher hängt vom Wohnort ab, wer das Ticket bezahlt bekommt. Die Grünen wollen das ändern. Fahrt-Kosten sollen keine Rolle bei der Schul-Wahl spielen.

Das Programm bezeichnet die Kriterien, nach denen die Träger der Schulwegkosten heute Fahrtkosten übernehmen, als veraltet. Die Regeln sollen für alle Jahrgänge gelten. Als Begründung nennt die Partei, dass Kosten für Mobilität die Entscheidung junger Menschen für einen Bildungsweg nicht beeinflussen sollen.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„Für uns darf die Kostenübernahme des ganzjährig und hessenweit gültigen Schülertickets nicht länger vom Wohnort abhängen.“
Seite 44 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Kostenübernahme für das Schülerticket würde auf mehr Schülerinnen und Schüler ausgedehnt, also eine öffentliche Leistung erweitert.

Ganztagsschulen ausbauen und Chancenbudget einführen

Die Grünen wollen den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder so schnell wie möglich umsetzen und auch weiterführende Schulen zu Ganztagsschulen ausbauen. Jedes Jahr sollen 50 weitere Schulen gebundene Ganztagsschulen werden können; ein dauerhaftes „Chancenbudget“ soll Zusatzangebote finanzieren.

Die Grünen wollen mehr Ganztags-Schulen. Dort lernen und spielen Kinder auch am Nachmittag. Jedes Jahr sollen 50 Schulen dazukommen. Schulen sollen außerdem eigenes Geld für Zusatz-Angebote bekommen, zum Beispiel für Sport und Kultur.

Der Ganztag soll Betreuung, Bildung und soziales Lernen verbinden und transparenten Qualitätskriterien folgen. Alle Eltern und Kinder, die es wünschen, sollen ein Angebot an einer gebundenen oder teilgebundenen Ganztagsschule erhalten. Das „Chancenbudget“ knüpft an die aufgestockten Schulbudgets des Corona-Programms „Löwenstark“ an. Schulen sollen damit eigenverantwortlich und mit außerschulischen Partnern Förderangebote sowie Angebote zu Kultur, Sport, Natur, Nachhaltigkeit und Berufsorientierung machen. Die Partei begründet den Ausbau damit, dass Bildungserfolg weniger vom Elternhaus abhängen soll.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„Wir werden die notwendigen Mittel bereitstellen, um pro Jahr 50 Schulen zusätzlich die Weiterentwicklung zu einer gebundenen Ganztagsschule zu ermöglichen.“
Seite 44 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Landesmittel für Ganztagsschulen und ein dauerhaftes Zusatzbudget bauen öffentliche Bildungsleistungen schrittweise aus.

Tablets für alle und digitale Bildung ausbauen

Die Grünen wollen allen Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I ein Tablet oder ähnliches Gerät bereitstellen, das über Mietkauf in ihr Eigentum übergeht. Zugleich sollen Medienschutz, Prävention und Informatikkenntnisse an Schulen gestärkt werden.

Alle Schüler ab Klasse 5 sollen ein Tablet bekommen. Wer wenig Geld hat, bekommt ein Gerät kostenlos geliehen. Schüler sollen auch lernen, sicher mit dem Internet umzugehen. In der Grundschule bleiben Lesen und Schreiben auf Papier am wichtigsten.

Für bedürftige Schülerinnen und Schüler ist ein Programm mit kostenlosen Leihgeräten vorgesehen. Das Schulportal Hessen soll neue digitale Funktionen erhalten, und mit den Schulträgern sollen Standards für die Ausstattung sowie ein Modell für die IT-Betreuung entstehen. Ab Klasse 5 soll ein Katalog geprüfter digitaler Lernmittel aufgebaut werden; Lehrkräfte sollen Unterrichtseinheiten gemeinsam erstellen und teilen. Informatik-Grundkompetenzen sollen fest in die Lehrpläne kommen. Fortbildungen zum Jugendmedienschutz, politische Bildung in der Sekundarstufe I und die Arbeit mit externen Präventionsanbietern sollen ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 45)
„Wir wollen eine digitale Grundausstattung für alle Schüler*innen der Sekundarstufe I.“
Seite 45 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine staatlich organisierte Geräteausstattung mit kostenlosen Leihgeräten für Bedürftige erweitert öffentliche Leistungen im Bildungsbereich.

Innovationsprogramm für modernen Schulbau auflegen

Die Grünen wollen gemeinsam mit den Schulträgern ein Programm für zeitgemäße Schulgebäude entwickeln. Schulen sollen aus Sicht der Partei als Lebensraum gestaltet werden, weil Kinder im Ganztag dort viele Stunden verbringen.

Kinder verbringen viel Zeit in der Schule. Deshalb sollen Schul-Gebäude moderner werden. Die Grünen wollen dafür ein Programm mit den Schul-Trägern entwickeln. Es soll größere Klassen-Räume und mehr Platz für Bewegung geben.

Das Programm soll Ganztag, Schulsozialarbeit, Digitalisierung und Inklusion bei Gebäuden und Schulhöfen berücksichtigen. Es soll nachhaltiges Bauen fördern, größere Klassenräume, Belüftungskonzepte und Bewegungsmöglichkeiten schaffen und die herkömmliche Bauweise aus Flur und Klassenräumen ablösen. Schülerlabore und Makerspaces sollen das Interesse an MINT-Fächern fördern. Schulen sollen sich mit Lernorten wie Naturräumen, Schulbauernhöfen und Abenteuerspielplätzen vernetzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 45)
„Wir werden deswegen mit den Schulträgern ein Innovationsprogramm für modernen Schulbau entwickeln“
Seite 45 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Noten vor Klasse 3 abschaffen, Prüfungen reformieren

Die Grünen wollen eine Lern- und Prüfungskultur mit weniger Prüfungsdruck und mehr individueller Begleitung. Ziffernnoten sollen vor der dritten Klasse entfallen, Klassenarbeiten seltener werden, und beim Abitur soll es mehr Wahlfreiheit geben.

Die Grünen wollen weniger Druck durch Prüfungen. In Klasse 1 und 2 soll es keine Noten mehr geben. Stattdessen gibt es Berichte über die Entwicklung des Kindes. Es soll weniger Klassen-Arbeiten geben. Beim Abitur sollen Schüler freier wählen können.

Klassische Leistungsnachweise sollen reduziert und durch andere Formate ergänzt werden; der Unterricht soll auch Phasen ohne Bewertung haben. Schulkonzepte, die Noten durch schriftliche Rückmeldungen ergänzen oder ablösen, sollen stärker gefördert werden. Bei den Abiturprüfungsfächern soll die Auswahl größer werden, Deutsch soll als erster Leistungskurs möglich sein, ebenso ein Wechsel der Fremdsprachenfolge. Außerschulische Lernorte, Demokratiebildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung sollen gestärkt werden, Letztere unter anderem über mehr geografische Bildung.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Ziffernbenotung vor der 3. Klasse wollen wir abschaffen und durch Entwicklungsberichte ersetzen.“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Wegfall von Ziffernnoten in den ersten Klassen und weniger Klassenarbeiten lösen überlieferte Formen schulischer Leistungsbewertung schrittweise ab.

Mehrsprachigkeit und Vielfalt im Unterricht fördern

Die Grünen sehen Mehrsprachigkeit als Gewinn und wollen sie gezielter fördern. Türkisch soll als Fremdsprache Regelangebot werden, Lehrinhalte sollen verschiedene Perspektiven abbilden, und trans, inter und nicht binäre Schülerinnen und Schüler sollen einen selbst gewählten Rufnamen nutzen können.

Viele Kinder sprechen mehrere Sprachen. Die Grünen wollen das stärker fördern. Türkisch soll ein normales Schul-Fach an allen Schulen werden können. Trans-Schüler sollen in der Schule den Namen benutzen dürfen, den sie selbst wählen.

In Grundschulen sind Projekte geplant, die das Lesen in mehreren Sprachen fördern; außerdem sollen herkunftssprachliche Kenntnisse gestärkt werden. Weitere Sprachen wie Griechisch sollen hinzukommen, und herkunftssprachlicher Unterricht soll allen offenstehen, die die Sprache zu Hause sprechen. Unterrichtsinhalte sollen etwa über internationale Literatur und historisch-politische Bildung unterschiedliche Sichtweisen zeigen. Antidiskriminierungsstrategien und Präventionsprogramme gelten der Partei als fester Teil des Bildungssystems, ebenso der modernisierte Lehrplan für Sexualerziehung.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Das Pilotprojekt für Türkisch als Fremdsprache wollen wir wie geplant zu einem Regelangebot für alle Schulen machen.“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Selbst gewählte Rufnamen für trans, inter und nicht binäre Jugendliche und vielfältigere Lehrinhalte stärken Vielfalt und Selbstbestimmung schrittweise.

  • Migrationeher offen

    Der Ausbau von Herkunftssprachen und Türkisch als Regelangebot wertet die Sprachen Zugewanderter im Schulsystem auf.

Verpflichtenden gemeinsamen Ethikunterricht einführen

Die Grünen wollen das Fach Ethik zu einem gemeinsamen Pflichtunterricht für alle ausbauen, der verschiedene Weltanschauungen behandelt. Sie begründen das mit zunehmender Säkularisierung und religiöser Vielfalt; der bekenntnisorientierte Religionsunterricht soll daneben bestehen bleiben.

Alle Schüler sollen gemeinsam Ethik-Unterricht haben. Dort lernen sie verschiedene Religionen und Welt-Bilder kennen. Den Religions-Unterricht soll es weiter geben. Auch der islamische Religions-Unterricht soll wachsen.

Ziel ist nach dem Programm, Respekt und Verständnis für unterschiedliche Weltanschauungen zu stärken. Der durch das Grundgesetz geschützte Religionsunterricht der Religionsgemeinschaften wird nicht angetastet und kann weiter angeboten werden. Der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht soll ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 47)
„Das Fach Ethik bauen wir deshalb aus und entwickeln es zu einem verpflichtenden gemeinsamen Ethikunterricht weiter, der verschiedene Weltanschauungen betrachtet.“
Seite 47 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein für alle verpflichtender weltanschaulich übergreifender Ethikunterricht verschiebt die Wertebildung weg vom rein konfessionellen Modell, lässt den Religionsunterricht aber bestehen.

Berufliche und akademische Bildung gleichstellen

Die Grünen wollen berufliche und akademische Bildungswege als gleichwertig anerkennen und Übergänge zwischen ihnen erleichtern. Sie begründen das mit der Wertschätzung individueller Stärken und dem hohen Fachkräftebedarf in Ausbildungsberufen.

Eine Ausbildung soll genauso viel zählen wie ein Studium. Auch an Gymnasien sollen Schüler mehr über Berufe lernen. Es soll mehr Praktika geben. Die Grünen wollen dazu ein großes Treffen zur Bildung, einen Bildungs-Gipfel.

An Gymnasien sollen Wahlpflichtangebote in handwerklichen, gesundheitlichen und anderen berufsnahen Bereichen sowie Praktika und Orientierungswochen gestärkt werden. Die Bildungsgänge beruflicher Schulen, die zum Studium berechtigen, sollen nach Bedarf ausgebaut werden. Ein Bildungsgipfel soll sich mit Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit beider Systeme befassen. Er soll auch junge Menschen ohne Schulabschluss auf dem Weg in den Beruf in den Blick nehmen.

Originalzitat anzeigen (Seite 47)
„Dafür braucht es eine Stärkung der beruflichen Orientierung und der Ausbildungsfähigkeit besonders an Gymnasien.“
Seite 47 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Mehr Politikunterricht und Mitbestimmung an Schulen

Die Grünen wollen das Fach Politik und Wirtschaft in allen Schulformen um eine Stunde aufstocken. Außerdem sollen Schülervertretungen und Eltern mehr Mitsprache bekommen, in der Schule, in den Kommunen und auf Landesebene.

Die Grünen wollen eine Stunde mehr Politik und Wirtschaft im Stundenplan. Das soll für alle Schulformen gelten. Schülerinnen und Schüler sollen mehr mitentscheiden können. Auch Eltern sollen mehr mitreden.

Die zusätzliche Stunde soll Zeit schaffen, damit sich neben den Mitgliedern der Schülervertretung weitere Schülerinnen und Schüler an Entscheidungen der Schule beteiligen können. Sie soll auch Raum für Themen geben, die Medienbildung und politische Bildung verbinden. Das Programm begründet dies damit, dass Schule oft der erste Ort demokratischer Erfahrung ist. Über die Gestaltung der Mittelstufe an Gymnasien, Gesamtschulen und verbundenen Haupt- und Realschulen soll vor Ort entschieden werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 48)
„Wir wollen in jeder Schulform die Stundentafel für das Fach Politik und Wirtschaft um eine weitere Unterrichtsstunde stärken.“
Seite 48 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Lehrkräfte gewinnen und Schulleitungen entlasten

Die Grünen wollen dem Lehrkräftemangel mit besseren Arbeitsbedingungen, mehr Fortbildung und neuen Wegen für den Quereinstieg begegnen. Schulen sollen zusätzlich eine Verwaltungsleitung bekommen können, die die pädagogische Leitung von Bürokratie entlastet.

Die Grünen wollen mehr Lehrerinnen und Lehrer gewinnen. Dafür sollen die Arbeitsbedingungen besser werden. Menschen aus anderen Berufen sollen neben der Arbeit studieren können. Schulen sollen eine zweite Leitung für die Verwaltung bekommen können.

Bei der Arbeitszeit von Lehrkräften sollen Aufgaben wie Teamarbeit, Schulentwicklung, Ganztag und die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen berücksichtigt werden. Die Zahl der Planstellen soll bei Bedarf angepasst werden. Fortbildungen zu individueller Förderung, Inklusion, Digitalisierung und Unterrichtsentwicklung sollen deutlich zunehmen. Quereinsteigende sollen sich über berufsbegleitende Masterstudiengänge und Nachqualifizierungen qualifizieren können, ohne dass die Unterrichtsqualität sinkt.

Originalzitat anzeigen (Seite 48)
„Bei Quereinsteiger*innen in den Lehrberuf wollen wir zukünftig auch auf Qualifizierung durch berufsbegleitende Masterstudiengänge und Nachqualifizierungen setzen.“
Seite 48 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Alle Berufsschulstandorte erhalten und weiterentwickeln

Die Grünen wollen sämtliche Berufsschulstandorte in Hessen erhalten und sie zu Kompetenzzentren ausbauen. Digitaler und hybrider Unterricht soll lange Anfahrten verringern, und das Land soll bei weiteren Mangelberufen das Schulgeld an Privatschulen tragen.

Die Grünen wollen alle Berufsschulen in Hessen behalten. Die Schulen sollen sich zu Fach-Zentren entwickeln. Unterricht soll öfter auch digital stattfinden. So werden lange Fahrten seltener. Für manche Berufe soll das Land das Schulgeld bezahlen.

Die Profile der beruflichen Schulen sollen sich am Bedarf der jeweiligen Region ausrichten, der Bedarf an Fachschulen für Sozialwesen soll gesichert werden. Besonders in regionalen Fachklassen und Landesfachklassen soll Distanz- und Hybridunterricht stärker genutzt werden. Digitale Mittel sollen auch die Zusammenarbeit mit Ausbildungsbetrieben verbessern. Bei Ausstattung und Besoldung von Schulleitungen sollen berufliche und allgemeinbildende Schulen gleichgestellt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 48)
„Wir sichern alle Berufsschulstandorte in Hessen und stellen durch die Entwicklung zu Kompetenzzentren eine qualitativ hochwertige Lehre und Beschulung sicher.“
Seite 48 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll alle Standorte erhalten und zusätzliche Schulgelder übernehmen, was öffentliche Leistungen schrittweise ausweitet.

Erwachsenen- und Weiterbildung ausbauen

Die Grünen wollen leicht zugängliche Bildungsangebote für Erwachsene erhalten und ausweiten. Volkshochschulen und andere anerkannte Träger sollen mehr Geld bekommen, der zweite Bildungsweg soll gestärkt werden.

Die Grünen wollen mehr Bildung für Erwachsene. Volkshochschulen sollen mehr Geld bekommen. Erwachsene sollen Schulabschlüsse leichter nachholen können. Auch eine erste Ausbildung soll später noch möglich sein.

Das Programm nennt lebensbegleitendes Lernen und soziale Teilhabe als Ziel. Mit den Anbietern soll geprüft werden, wie das Land Online-Lernplattformen unterstützen kann. Weiterbildungen zum Wandel der Wirtschaft und zur Digitalisierung sollen in die Betriebe gelangen. Bildungsinitiativen in benachteiligten Gebieten sollen gefördert werden. An den Schulen für Erwachsene soll die Förderung der Bildungssprache Deutsch wachsen, auch mit Blick auf Geflüchtete.

Originalzitat anzeigen (Seite 48)
„Die wichtige Arbeit der Volkshochschulen und weiteren anerkannten Träger der Weiterbildung werden wir deswegen weiterhin unterstützen und finanziell stärken.“
Seite 48 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentliche Finanzierung von Weiterbildungsträgern soll schrittweise steigen.

Hochschullehre der Forschung gleichstellen

Die Grünen betrachten Lehre und Forschung als gleichwertige Aufgaben der Hochschulen. Unterstützungsprogramme für Studierende sollen dauerhaft bestehen, die Hochschuldozentur soll ausgebaut und digitale Lehre hochschulübergreifend verfügbar werden.

Die Grünen finden: Lehre ist so wichtig wie Forschung. Hilfen für Studierende sollen dauerhaft bleiben. Es soll mehr Stellen für gute Lehre geben. Digitale Kurse sollen an allen Hochschulen abrufbar sein.

Die Kommission Studienerfolg soll weiterarbeiten und gemeinsame Konzepte zu Qualitätssicherung, Hochschuldidaktik und Kooperationsstudiengängen entwickeln. Die Lehrleistung wissenschaftlicher Mitarbeitender soll im Hochschulpakt stärker zählen. Der HessenHub soll ausgebaut und zum Standard für digitale Lehrangebote werden. Die Hochschulen sollen sich mit der Rolle künstlicher Intelligenz befassen, Chancengleichheit herstellen und Missbrauch verhindern.

Originalzitat anzeigen (Seite 50)
„Programme, die Studierende in ihrem Studium unterstützen, wollen wir dauerhaft einrichten.“
Seite 50 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Pakt gegen Bildungssackgassen schließen

Die Grünen wollen Wechsel zwischen Studium und Ausbildung erleichtern und die Beratung für Studienzweifelnde ausbauen. Der Bildungsweg soll nach dem Programm von Interessen und Fähigkeiten abhängen, nicht vom Elternhaus.

Die Grünen wollen, dass niemand in der Ausbildung feststeckt. Wer am Studium zweifelt, soll gute Beratung bekommen. Ein Wechsel soll leichter werden. Die Herkunft soll nicht über den Bildungsweg entscheiden.

Die Beratung soll gemeinsam mit Arbeitsagentur, Kammern und Hochschulen ausgebaut und besser vernetzt werden. Die Förderung für junge Menschen aus nicht akademischen Elternhäusern soll hessenweit angeboten werden. Im Bundesrat wollen die Grünen eine Reform der Studienfinanzierung unterstützen, die mehr Studierende erreicht. Orientierungsstudium, Studium in angepasster Geschwindigkeit und Hochschulzugang über eine Ausbildung sollen fortgeführt werden. Für das Teilzeitstudium ist eine flexible Regelstudienzeit geplant, Gasthörende sollen leichter Zugang erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 51)
„Wir wollen einen Pakt gegen Bildungssackgassen schließen, der Angebote stärkt, die einen Wechsel als Chance begreifen und Orientierung für vielfältige Karrierewege bieten.“
Seite 51 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Forschungsförderung flexibler machen, Transfer stärken

Die Grünen wollen die Hochschulen in ihrer Grundfinanzierung stärken und zugleich die Spitzenforschung fördern. Das Förderprogramm LOEWE soll flexibler und schneller werden, ein neuer Fonds soll Ausgründungen und den Transfer von Wissen in die Gesellschaft erleichtern.

Die Grünen wollen die Forschung in Hessen stärken. Das Förder-Programm LOEWE soll schneller entscheiden. Ein neuer Fonds soll Firmen-Gründungen an Hochschulen helfen. Wissen soll leichter in Wirtschaft und Gesellschaft ankommen.

LOEWE soll weniger auf Zentren ausgerichtet sein und die Hochschulen besser auf Bundeswettbewerbe vorbereiten. Europäische Partnerschaften sollen ausgebaut werden. An möglichst allen Hochschulen soll Gründungswissen vermittelt werden (Entrepreneurship Education). Regionale Netzwerke sollen den Transfer zu Wirtschaft, Kommunen und sozialen Initiativen tragen. Eine neue Förderlinie LOEWE TRANSFER soll Real- und Transferlabore, Transferprofessuren, Wissenschaftskommunikation und Bürgerforschung unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 51)
„Dafür wollen wir mit einem Transfer- und Gründungsfonds Start-up-Gründungen an Hochschulen und Wissenschaftskommunikation weiter erleichtern.“
Seite 51 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Open Science, Zivilklauseln und neue Forschungsschwerpunkte

Die Grünen wollen Ergebnisse und Daten aus landesfinanzierter Forschung grundsätzlich frei zugänglich machen. Hochschulen sollen per Gesetz Zivilklauseln beschließen können, also Selbstverpflichtungen auf zivile Forschung. Klima-, KI- sowie Friedens- und Konfliktforschung sollen Schwerpunkte sein.

Forschung mit Landes-Geld soll für alle frei lesbar sein. Hochschulen sollen Zivil-Klauseln beschließen dürfen. Das heißt: Sie forschen nur für zivile Zwecke. Forschung zu Klima, künstlicher Intelligenz und Frieden soll wachsen.

Über Zivilklauseln sollen die Senate und Hochschulversammlungen entscheiden können. Forschung zu Klimaschutz und ökologischer Krise wird unter anderem über den Ausbau des Senckenberg Naturmuseums in Frankfurt gefördert. Die Netzwerke hessian.AI und ZEVEDI sollen weiter wachsen. Gesellschaftliche und sozialökologische Fragen sowie die interdisziplinäre Friedens- und Konfliktforschung sollen als hessischer Schwerpunkt gestärkt werden. Der Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung wird fortgeführt.

Originalzitat anzeigen (Seite 52)
„Im Hochschulgesetz werden wir die Möglichkeit zur Verabschiedung von Zivilklauseln durch die Senate und Hochschulversammlungen verankern.“
Seite 52 im Original

Einordnung

  • Außenpolitikeher Diplomatie zuerst

    Die gesetzliche Möglichkeit von Zivilklauseln und der Ausbau der Friedensforschung setzen auf Zurückhaltung bei militärischer Forschung.

Hochschulräte auf Beratung beschränken, Mitbestimmung stärken

Die Grünen wollen die Hochschulautonomie fortführen und die internen Entscheidungswege transparenter machen. Hochschulräte sollen künftig nur noch beraten, Fachbereiche und Senate sollen stärker eingebunden werden.

Hochschulen sollen weiter viel selbst entscheiden. Die Wege der Entscheidung sollen klar sein. Hochschul-Räte sollen nur noch beraten. Fachbereiche und Senate sollen mehr mitreden.

Die Grundordnungen sollen offenlegen, wie Entscheidungen zustande kommen. Die Rolle der Fachbereichsräte bei der Budgetplanung soll geregelt werden, die Senate sollen bei Modellen der Mittelverteilung stärker mitwirken. Die Studienkommissionen werden überprüft und weiterentwickelt. Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, etwa in gemeinsamen Studiengängen, soll einfacher werden. Geprüft wird eine Landesstudierendenvertretung nach dem Delegationsprinzip.

Originalzitat anzeigen (Seite 52)
„Die Funktion der Hochschulräte soll künftig auf beratende Aufgaben beschränkt sein, insbesondere bei der Wahl von Präsident*innen.“
Seite 52 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Studierendenwerke mit Hochschulsozialpakt absichern

Die Grünen wollen die Studierendenwerke über einen Hochschulsozialpakt nach ihren Aufgaben finanzieren. Der Zuschuss des Landes soll im Gleichgewicht mit den Beiträgen der Studierenden stehen, um Preissteigerungen bei Mensa und Wohnheim zu dämpfen.

Studierenden-Werke bieten Mensa, Wohnheime und Beratung. Die Grünen wollen ihnen verlässlich Geld geben. Das Land soll so viel zahlen wie die Studierenden. So sollen die Preise stabil bleiben.

Das Programm sieht in den Studierendenwerken die soziale Infrastruktur des Studiums, von der besonders Studierende ohne wohlhabende Eltern und internationale Studierende profitieren. Bei einem neuen Landesprogramm wegen hoher Energiepreise sollen die Studierendenwerke erneut einbezogen werden, damit Wohnheimmieten stabil bleiben. Zielvereinbarungen sollen soziale, ökologische und strukturelle Ziele festlegen. Für die Mensen hält das Programm ein bundesweites Sanierungsprogramm für nötig.

Originalzitat anzeigen (Seite 53)
„Unser Ziel ist ein Gleichklang zwischen Sozialbeiträgen der Studierenden und Landeszuschuss für eine stabile Finanzierung der Studierendenwerke.“
Seite 53 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein höherer Landeszuschuss für die Studierendenwerke weitet öffentliche Leistungen schrittweise aus.

Hochschuletat jährlich erhöhen, Verwaltungskostenbeiträge abschaffen

Die Grünen wollen die Mittel des Hochschulpakts weiter um vier Prozent pro Jahr steigern. Studiengebühren lehnt die Partei ab, die Verwaltungskostenbeiträge der Studierenden sollen zügig wegfallen.

Die Hochschulen sollen jedes Jahr 4 Prozent mehr Geld bekommen. Studien-Gebühren soll es nicht geben. Studierende zahlen heute einen Beitrag für die Verwaltung. Dieser Beitrag soll bald wegfallen.

In die zweckgebundene Grundfinanzierung sollen dauerhafte Aufgaben wechseln: die Digitalisierung, die zusätzlichen 300 Professuren und der Mittelbau an Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Ein Mechanismus soll hohe Tarifabschlüsse ausgleichen, und bei Kriseninstrumenten sollen die Hochschulen berücksichtigt werden. Hochschulübergreifende Projekte erhalten einen Schwerpunkt. Eine fortlaufende Landeshochschulentwicklungsplanung mit externen Fachleuten soll Kooperationen und Schwerpunkte sichtbar machen.

Originalzitat anzeigen (Seite 53)
„Zur Finanzierung der Hochschulen lehnen wir Studiengebühren ab. Wir setzen uns im nächsten Hochschulpakt für einen zügigen Weg der Abschaffung der Verwaltungskostenbeiträge ein.“
Seite 53 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Steigende öffentliche Hochschulmittel und der Wegfall eines Beitrags der Studierenden verlagern Kosten schrittweise zum Staat.

Zentrum für Weiterbildung an Hochschulen schaffen

Die Grünen wollen die Weiterbildungsangebote der Hochschulen in einem gemeinsamen Zentrum zusammenführen. Begründet wird dies mit dem hohen Fachkräftebedarf durch den Wandel der Wirtschaft.

Die Wirtschaft braucht viele Fachkräfte. Hochschulen sollen deshalb mehr Weiterbildung anbieten. Ein gemeinsames Zentrum soll die Angebote sammeln. Der Einstieg in Technik und Naturwissenschaft soll leichter werden.

Für Bereiche mit besonderer Bedeutung für die Wissensgesellschaft soll staatliche Unterstützung aufgebaut werden. Zugleich sind Kooperationen mit Unternehmen geplant, die ihre Beschäftigten weiterqualifizieren wollen. In den MINT-Fächern sollen interdisziplinäre Studiengänge den Studienbeginn attraktiver machen. Nicht konsekutive Masterangebote sollen einen späteren Einstieg in diese Fächer ermöglichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 54)
„wollen wir die Angebote in einem hochschulübergreifenden Zentrum für Weiterbildung bündeln“
Seite 54 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Kulturelle Bildung für alle Kinder ausbauen

Die Grünen wollen, dass jedes Kind in Hessen Zugang zu kultureller Bildung hat. An den Schulen soll ein Pakt für kulturelle Bildung kreative Angebote verankern, Musikschulen sollen mehr öffentliches Geld erhalten und Bibliotheken zu Treffpunkten werden.

Jedes Kind soll Kunst und Musik kennenlernen können. Schulen sollen dafür feste Angebote bekommen. Musik-Schulen sollen mehr Geld vom Staat erhalten. Ihre Lehrer sollen besser bezahlt werden. Büchereien sollen Orte zum Treffen und Lernen werden.

Ein Pakt für kulturelle Bildung soll den Pakt für den Ganztag ergänzen, sodass Angebote von Kultureinrichtungen und freien Kunstschaffenden zum Schulalltag gehören. Mit den Kommunen will die Partei die Ergebnisse des Runden Tisches zur Musikschulfinanzierung umsetzen, die öffentlichen Beiträge deutlich anheben und Lehrkräfte angemessen bezahlen. Eine Modellförderung für Jugendkunstschulen wird geprüft. Ein Bibliotheksentwicklungsplan soll Bibliotheken zu „Wohnzimmern der Städte“ machen. Theaterpädagogik soll mehr Förderung erhalten, und ein „Institut für Kulturelle Bildung“ soll Vernetzung, Weiterbildung und Qualität sichern.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Dazu wollen wir in den Schulen den Pakt für den Ganztag durch einen Pakt für kulturelle Bildung ergänzen.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere öffentliche Beiträge für Musikschulen und neue Bildungsangebote weiten öffentliche Leistungen schrittweise aus.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Hessen im Vergleich