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Grüne zum Verkehr

Aus dem Programm „Gute Gründe für Grün. Regierungsprogramm von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landesverband Hamburg ab 2025“

Bürgerschaftswahl Hamburg 2025, 2. März 2025Original-PDF, 142 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Verkehr

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 10 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 10 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Europaeher mehr EU (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 1 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-0,9), aus 14 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 13 eher Klimaschutz zuerst, 1 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Mobilitätswende mit 80-Prozent-Ziel fortsetzen

Die Grünen wollen, dass vier von fünf Wegen in Hamburg mit Bus und Bahn, zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden. Dafür sollen das Angebot wachsen und die Infrastruktur erneuert werden. Der Busverkehr soll bis 2030 ohne Emissionen fahren.

Die Grünen wollen weniger Auto-Verkehr. Die meisten Wege sollen mit Bus, Bahn, Rad oder zu Fuß gehen. Dafür bauen sie mehr Bahn-Strecken und Rad-Wege. Busse sollen bis 2030 ohne Abgase fahren.

Der Schienennahverkehr soll vor allem in bisher schlecht angebundenen Stadtteilen ausgebaut werden. Dort sollen auch autonome Kleinbusse fahren. Neue Ladestationen sollen den Umstieg auf elektrische Pkw und Lkw unterstützen. Radwege werden weiter ausgebaut, Gehwege sollen stärker verbessert werden. Nach Darstellung des Programms kommen auch Autofahrende besser voran, weil insgesamt weniger Verkehr entsteht.

Originalzitat anzeigen (Seite 9)
„Unser Ziel ist, dass 80 % der Wege in Hamburg über den Umweltverbund – also ÖPNV, Fuß- und Radverkehr – zurückgelegt werden.“
Seite 9 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau von Schiene, Bussen und Ladeinfrastruktur setzt auf mehr öffentliche Investitionen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Verkehr soll durch Ausbau von ÖPNV, Rad- und Fußwegen sowie emissionsfreie Busse schrittweise klimafreundlicher werden.

Mehr Tempo 30 nachts und sauberere Luft

Die Grünen wollen nachts auf mehr Straßen Tempo 30 ausweisen und den Lärmaktionsplan konsequenter umsetzen. Das Programm verweist auf über 230.000 Menschen in Hamburg, die nachts gesundheitsgefährdendem Lärm ausgesetzt seien. Luftschadstoffe aus Industrie und Schifffahrt sollen sinken.

Viele Menschen in Hamburg leiden nachts unter Lärm. Der meiste Lärm kommt von Autos. Die Grünen wollen nachts öfter Tempo 30. Auch die Luft soll sauberer werden. Schiffe im Hafen sollen Strom vom Land nutzen müssen.

Den größten Teil des Lärms führt das Programm auf den Straßenverkehr zurück; Elektromobilität allein reiche nicht aus. Bei der Luftreinhaltung orientieren sich die Grünen an den strengeren Zielen der überarbeiteten EU-Luftqualitätsrichtlinie. Industrieemissionen sollen durch bessere Filter und die Dekarbonisierung der Produktion sinken. Landstromanlagen mit Nutzungspflicht sollen die Belastung durch große Schiffe während der Liegezeit im Hafen verringern.

Originalzitat anzeigen (Seite 16)
„wir brauchen dringend mehr Ausweisungen von Tempo 30 nachts sowie eine konsequentere Umsetzung des Lärmaktionsplans.“
Seite 16 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr nächtliche Tempolimits und eine Landstrompflicht für Schiffe schaffen zusätzliche Auflagen für Verkehr und Schifffahrt.

Nachtflüge am Flughafen stärker einschränken

Die Grünen wollen die Betriebsregeln und Nachtflugbeschränkungen des Hamburger Flughafens überarbeiten. Abflüge nach 23 Uhr soll es fast nicht mehr geben, verspätete Landungen sollen deutlich seltener werden. Vermeidbare Verspätungen sollen härter sanktioniert werden.

Der Flughafen liegt mitten in der Stadt. Flugzeuge machen nachts Lärm. Die Grünen wollen: Nach 23 Uhr starten fast keine Flugzeuge mehr. Auch späte Landungen sollen seltener werden. Wer ohne guten Grund zu spät fliegt, soll mehr Strafe zahlen.

Verspätete Flüge sollen teils nur noch mit einer vorab erteilten Ausnahmegenehmigung der Lärmschutzbeauftragten möglich sein. Auch in den Tagesrandzeiten soll der Lärm weiter sinken. Sogenannte Flachstarts, die Treibstoff sparen, aber punktuell lauter sind, lehnt die Partei ab, weil sie den Lärmschutz der Anwohnenden höher gewichtet. Die „Allianz gegen den Fluglärm“ soll weiterentwickelt werden, und der Flughafen soll sich weiter an den Kosten für Schallschutz in Wohngebäuden beteiligen.

Originalzitat anzeigen (Seite 16)
„Durch eine Überarbeitung der Betriebsregeln sowie der Nachtflugbeschränkungen wollen wir Starts nach 23 Uhr nahezu ausschließen“
Seite 16 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Strengere Betriebsregeln und höhere Sanktionen für den Flughafen bedeuten mehr Regulierung zulasten des Flugbetriebs.

U- und S-Bahn-Netz stark ausbauen

Die Grünen wollen den Nahverkehr zum Rückgrat der Mobilität machen und dafür neue U- und S-Bahn-Linien sowie mindestens 36 Bahnhöfe bauen. Ziel ist, dass 80 Prozent der Wege mit Bus, Bahn, Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden.

Hamburg soll neue U-Bahnen und S-Bahnen bekommen. In 20 Jahren sollen mindestens 36 neue Bahnhöfe entstehen. Auch Stadtteile ohne Bahn sollen einen Anschluss bekommen. Für ältere Menschen soll es später ein günstigeres Ticket geben.

Genannt werden die U4 zur Horner Geest (Eröffnung 2026) und Richtung Grasbrook/Wilhelmsburg (Baubeginn 2027), die S4 bis Ende 2027, die S5 nach Eidelstedt und Schnelsen, die U5 für 180.000 Menschen sowie die Planung der S6 und eines Entlastungstunnels zwischen Hauptbahnhof und Altona. Geprüft werden Personenverkehr auf der Güterumgehungsbahn, Verlängerungen von U4 und U5 nach Osten und ein Ausbau des Bahnhofs Berliner Tor. Der Masterplan Hauptbahnhof soll umgesetzt, die Gleiskapazität erhöht und das S-Bahn-Netz digitalisiert werden, um über 30 Prozent mehr Kapazität zu erreichen. Eine Bahnverbindung von Bergedorf nach Geesthacht soll mit Schleswig-Holstein vorangebracht werden. Perspektivisch ist ein günstigeres Seniorenticket auf Grundlage des Deutschlandtickets vorgesehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 23)
„Unser Ziel ist es, dafür in den nächsten 20 Jahren mindestens 36 neue Bahnhöfe in allen Teilen der Stadt zu bauen.“
Seite 23 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau des Schienennetzes und vergünstigte Tickets bedeuten hohe öffentliche Investitionen und Leistungen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Verkehr soll vom Auto auf Bahn, Bus, Rad und Fußwege verlagert und klimaneutral werden.

Busse, autonome Shuttles, Stadtbahn und Fähren ausbauen

Die Grünen wollen den Busverkehr emissionsfrei machen und mit mehr Linien, Busspuren und 500 autonomen Kleinbussen verdichten. Langfristig soll eine Stadtbahn hinzukommen, und auch der Fährverkehr auf der Elbe soll wachsen.

Busse in Hamburg sollen ohne Abgase fahren. Es soll mehr Busse und eigene Busspuren geben. 500 Busse ohne Fahrer sollen am Stadtrand fahren. Später soll eine Stadtbahn dazukommen. Auch die Fähren sollen öfter fahren.

Busse sollen an Ampeln konsequenter Vorrang vor dem Autoverkehr erhalten, und Expressbuslinien sollen Querverbindungen zwischen Stadtteilen stärken. Autonome Midi-Busse und On-Demand-Verkehre sollen eine Mobilitätsgarantie in der Fläche ermöglichen; dafür will die Partei zusätzliche finanzielle Spielräume schaffen. Das Expressbusnetz könne bei genügend Nachfrage Grundlage eines Stadtbahnnetzes werden, wobei laufende Bauvorhaben Vorrang haben. Die Fährgesellschaft HADAG soll einen erweiterten Fahrplan und zusätzliche Schiffe bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Unser Ziel ist es, mit 500 autonomen Midi-Bussen im ÖPNV den Busverkehr in der äußeren Stadt als nächsten Schritt zum Hamburg-Takt erheblich zu verdichten.“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das öffentliche Verkehrsangebot soll mit zusätzlichen Finanzmitteln ausgeweitet werden.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Emissionsfreie Busse und Vorrang für den Nahverkehr gegenüber dem Auto sollen den Verkehr klimafreundlicher machen.

Infrastruktur sanieren und Baustellen besser koordinieren

Die Grünen wollen Straßen, Brücken und Energieinfrastruktur kontinuierlich sanieren und Planung, Umsetzung und Finanzierung beschleunigen. Baustellen sollen besser abgestimmt werden, damit sie den Verkehr weniger belasten.

Straßen, Brücken und Ampeln sollen in gutem Zustand bleiben. Die Stadt soll weiter viel reparieren. Baustellen sollen besser geplant werden. Firmen sollen gemeinsam bauen, damit eine Straße nur einmal aufgerissen wird.

Vorgesehen sind bessere Daten, eine stärkere Abstimmung der Bauprogramme etwa unter Leitungsbetreibern sowie Anreize und Verbote, die gemeinsames Bauen fördern. Ein Anreizsystem soll die Einhaltung von Terminen belohnen, Regelwerke sollen einfacher werden, und über Baumaßnahmen soll besser informiert werden. Anknüpfen will die Partei an durchschnittlich 186 sanierte Fahrstreifenkilometer pro Jahr. Beim Umbau sollen Flächen entsiegelt, Bäume gepflanzt und Regenwasser mitgeplant werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 25)
„Wir wollen unsere Straßen, Brücken, Ampeln und die öffentliche Beleuchtung in einem guten Zustand erhalten und deswegen die Sanierungsanstrengungen verstetigen.“
Seite 25 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Dauerhaft hohe öffentliche Investitionen in die Infrastruktur stehen für eine aktive Rolle des Staates.

Parkgebühren nach Fahrzeuggröße staffeln

Die Grünen wollen das Bewohnerparken gemeinsam mit dem Bund zu einem Quartiersparken weiterentwickeln. Wer ein größeres Fahrzeug hat und mehr öffentlichen Raum beansprucht, soll mehr zahlen, sobald das Bundesrecht dies zulässt.

Große Autos brauchen mehr Platz als kleine. Deshalb sollen sie beim Parken mehr kosten. Dafür muss erst ein Gesetz vom Bund passen. Das Parken für Anwohner soll zum Parken im Quartier werden.

Das Programm vergleicht einen Kleinwagen mit einem Transporter-Van, der deutlich mehr öffentliche Fläche belegt und trotzdem denselben Preis zahlt. Die Staffelung steht unter dem Vorbehalt einer passenden bundesgesetzlichen Grundlage. Eingebettet ist das Vorhaben in die bereits beschlossene Strategie Mobilitätswende.

Originalzitat anzeigen (Seite 25)
„Daher wollen wir die Parkgebühren bei entsprechender Bundesgesetzlage nach Fahrzeuggröße staffeln.“
Seite 25 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Gebühren für größere Fahrzeuge erweitern die staatliche Preissteuerung bei der Nutzung öffentlichen Raums.

Jährlich 100 Kilometer Radwege schaffen

Die Grünen wollen den Radwegebau von bisher 60 bis 80 auf mittelfristig 100 Kilometer pro Jahr steigern. Velorouten sollen fertig werden, Schulen ans Radnetz angebunden und Fahrradstellplätze an Stationen stark ausgebaut werden.

Hamburg soll jedes Jahr 100 Kilometer Radwege bauen oder erneuern. Die Radwege sollen breit sein und getrennt von der Straße. Schulen sollen gute Radwege bekommen. An Bahnhöfen soll es viel mehr Stellplätze für Räder geben.

Der Ausbau der bestehenden Velorouten soll in der kommenden Wahlperiode abgeschlossen, neue Routen sollen geplant und Radschnellwege umgesetzt werden. Bezirkliche Radkonzepte sollen lokale Zentren und weiterführende Schulen anbinden; Schulstraßen kommen ins Bündnis für den Fuß- und Radverkehr. Bis 2040 sind 40.000 Bike-and-Ride-Stellplätze an U-, S- und Fährstationen geplant. Neue Radwege sollen vorrangig 2,5 Meter breit und baulich von der Fahrbahn getrennt sein. Die untere Straßenverkehrsbehörde soll in die Verkehrsbehörde eingegliedert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 25)
„Wir wollen mittelfristig 100 Kilometer Fahrradwege im Jahr neu bauen, widmen oder auf qualitativ hohem Niveau sanieren.“
Seite 25 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der schnellere Ausbau der Radinfrastruktur soll mehr Wege vom Auto aufs Fahrrad verlagern.

Fußverkehrsstrategie und autoarme Quartiere umsetzen

Die Grünen wollen erstmals eine Fußverkehrsstrategie für ganz Hamburg auflegen und jährlich 80 bis 100 Kilometer Gehwege erneuern. Mit sogenannten Hamburg Blocks sollen innerstädtische Viertel nach dem Vorbild Barcelonas vom Durchgangsverkehr entlastet werden.

Hamburg soll einen Plan für Fußgänger bekommen. Jedes Jahr sollen 80 bis 100 Kilometer Gehwege neu werden. In manchen Vierteln sollen weniger Autos fahren. Aus Parkplätzen sollen Orte zum Treffen und Grün werden. Fußgänger sollen an Ampeln schneller Grün bekommen.

Der Zustand der Gehwege soll systematisch erfasst werden, besonders schlechte Stellen kommen zuerst an die Reihe. Als Ankerprojekt der Hamburg Blocks nennt das Programm freiRaum Ottensen, wo Durchgangsverkehr mit dem Auto unterbunden und Parkplätze zu Aufenthalts-, Grün- und Verkehrsflächen für Fuß und Rad werden. Das Umfeld von Haltestellen soll attraktiver, die Rechte von Fußgängerinnen und Fußgängern in den Regelwerken stärker werden. Für E-Roller ist ein Netz fester Stationen vorgesehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 26)
„Kernziel ist es, ebenfalls 80 bis 100 Kilometer Fußwege pro Jahr in Hamburg zu erneuern.“
Seite 26 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Autoarme Quartiere und Vorrang für den Fußverkehr drängen den Autoverkehr schrittweise zurück.

Null Verkehrstote anstreben und Tempo 30 ausweiten

Die Grünen verfolgen das Ziel, dass im Hamburger Verkehr niemand mehr stirbt. Dafür wollen sie deutlich mehr Tempo 30 vor allem auf Nebenstraßen und mindestens 20 zusätzliche Blitzer.

Im Hamburger Verkehr soll niemand mehr sterben. Dafür soll es auf mehr Straßen Tempo 30 geben. Mindestens 20 neue Blitzer sollen das Tempo kontrollieren. Das Geld aus den Blitzern soll neue Blitzer bezahlen.

Laut Programm sterben jährlich noch 20 bis 30 Menschen im Hamburger Verkehr, besonders gefährdet seien Kinder und Menschen über 65. Tempo 30 soll verstärkt dort geprüft werden, wo für einen Radweg kein Platz ist. Die Einnahmen aus der Geschwindigkeitsüberwachung sollen weitere Anlagen finanzieren. Hamburg soll einer Initiative des Deutschen Städtetages beitreten, die eine Reform des Straßenverkehrsgesetzes anstrebt und der sich über 1.000 Kommunen angeschlossen haben.

Originalzitat anzeigen (Seite 26)
„Wir glauben aber auch, dass wir deutlich mehr Tempo 30, insbesondere im nachgeordneten Netz, brauchen.“
Seite 26 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr Tempo 30 schränkt den Autoverkehr schrittweise ein, auch wenn das Programm dies vor allem mit Verkehrssicherheit begründet.

Autoarme Innenstadt und Hauptbahnhof-Umfeld weiterentwickeln

Die Grünen wollen die Innenstadt weiter autoarm umbauen und den öffentlichen Raum rund um den Hauptbahnhof neu ordnen. Die Wege vom Bahnhof in die City und nach St. Georg sollen einladender werden, was nach dem Programm auch das Sicherheitsgefühl verbessert.

Die Grünen wollen weniger Autos in der Innenstadt. Die Straßen am Hauptbahnhof sollen neu gestaltet werden. Fußgänger sollen dort mehr Platz bekommen. Die Menschen sollen sich am Bahnhof sicherer fühlen.

Die Steinstraße soll eine verkehrsberuhigte Allee mit breiteren, grüneren Seitenflächen werden, der Hammaburgplatz eine größere Grünfläche. Beim Masterplan Hauptbahnhof stehen Kirchenallee, Steintorbrücke und Glockengießerwall im Mittelpunkt. Die Flächen über dem Wallringtunnel sollen neu entwickelt werden. In der HafenCity sind niedrigere Geschwindigkeiten und mehr Grün vorgesehen. Park+Ride soll weiterentwickelt und an geeigneten Stellen ausgebaut werden, um Umland und äußere Stadtteile anzubinden.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Wir wollen die autoarme und lebendige Innenstadt auch in der nächsten Legislatur weiterentwickeln.“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Autoverkehr in der Innenstadt soll schrittweise weiter zurückgedrängt werden, was den Vorrang klimafreundlicher Mobilität ausbaut.

Tunnel für Ostanbindung des Hafens prüfen

Die Grünen wollen eine Anbindung des Hafens nach Osten per Tunnel erneut prüfen. Bedingung ist, dass die Veddel und die Harburger Chaussee dadurch entlastet werden.

Die Grünen wollen einen Tunnel für den Hafen-Verkehr prüfen. Der Tunnel soll den Hafen mit Georgswerder verbinden. Dafür stellen sie eine Bedingung. Die Veddel soll dann weniger Verkehr haben.

Der Tunnel würde die Haupthafenroute unter dem Müggenburger Zollhafen hindurch mit Georgswerder verbinden. Als Grundbedingung nennt das Programm, dass die Harburger Chaussee und die Veddel entlastet werden. Außerdem soll untersucht werden, ob sich so Durchgangsverkehr in nennenswertem Umfang aus der Innenstadt verlagern lässt. Daneben sollen öffentliche Räume am Wandsbeker Markt, am Überseering West und an der Bundesstraße mit den Bezirken aufgewertet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Wir werden zudem erneut eine Ostanbindung des Hafens durch einen Tunnel, der die Haupthafenroute unter dem Müggenburger Zollhafen an Georgswerder anbindet, in den Blick nehmen.“
Seite 27 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Verkehr elektrifizieren und digitalisieren

Die Grünen wollen Taxen, Busse und Carsharing-Fahrzeuge emissionsfrei machen und den Umstieg auf Elektroantriebe bei Pkw und Lkw fördern. Zugleich soll das Verkehrssystem stark digitalisiert werden, um durchgängige Mobilität und weniger Bürokratie zu erreichen.

Die Grünen wollen mehr Elektro-Autos in Hamburg. Busse und Taxen sollen ohne Abgase fahren. Dafür soll es mehr Lade-Punkte geben. Auch der Verkehr soll digitaler werden, zum Beispiel mit klugen Ampeln.

Bis 2030 sollen 40 Prozent der Pkw elektrisch fahren und 25 Prozent der Lkw emissionsfrei sein. Dafür sind 2.000 Ladepunkte bis 2025 vorgesehen. HVV Switch soll wachsen, stationäres Carsharing wird geprüft. Lieferverkehr auf der letzten Meile soll möglichst wenig Emissionen verursachen. Zur digitalen Strategie zählen autonomes Fahren im Nahverkehr, digitale U- und S-Bahnen, digitales Parkraummanagement und KI-gestützte Ampel- und Verkehrssteuerung.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Hier haben wir das Ziel, bis 2030 eine Elektrifizierungsquote von 40 % im PKW-Bereich zu erreichen sowie 25 % emissionsfreie LKW auf Hamburgs Straßen.“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Umstieg auf emissionsfreie Antriebe soll mit Zielquoten und Ladeinfrastruktur beschleunigt werden, was den Klimaschutz im Verkehr schrittweise stärkt.

Barrierefreie Wege und Seniorenticket schaffen

Die Grünen wollen Gehwege und Nahverkehr barrierefrei machen, damit Menschen in jedem Alter mobil bleiben. Langfristig soll es im HVV ein Seniorenticket geben, das auf dem Deutschlandticket aufbaut.

Die Grünen wollen Wege ohne Hindernisse. Kaputte Gehwege sollen schneller repariert werden. E-Roller sollen feste Abstell-Plätze bekommen. Später soll es ein Ticket für ältere Menschen geben.

Gehwege sollen schneller instand gesetzt und besser beleuchtet werden. Für E-Roller sind mehr feste Abstellflächen und Parkverbotszonen vorgesehen, auch in den Außenbezirken. Die Partei unterstützt ein Routingtool, das barrierefreie Strecken zum Ziel anzeigt, und will zusätzliche Bänke aufstellen. Bei autonomen On-Demand-Shuttles sollen die Bedürfnisse älterer Menschen beachtet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Perspektivisch wollen wir in Hamburg ein Senior*innenticket auf Basis des Deutschlandtickets im HVV schaffen.“
Seite 61 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein vergünstigtes Ticket für Ältere und Investitionen in öffentliche Wege erweitern öffentliche Leistungen.

Flugverkehr klimafreundlicher machen und stärker besteuern

Die Grünen wollen den Flugverkehr emissionsärmer machen und sehen die heutige Kapazität des Hamburger Flughafens als ausreichend an. Im Bund und in Europa setzen sie sich für eine Kerosinsteuer, eine Steuer auf Inlandsflüge, mehr Emissionshandel und höhere Quoten für nachhaltige Kraftstoffe ein. Die Bahn soll zur bequemen Alternative zum Flug werden.

Fliegen schadet dem Klima. Die Grünen wollen Flug-Benzin in Europa besteuern. Auch Flüge innerhalb von Deutschland sollen besteuert werden. Die Bahn soll eine gute Alternative zum Flugzeug sein. Der Flughafen Hamburg soll nicht größer werden.

Der Flughafen soll Lade- und Tankinfrastruktur für Wasserstoff, Batterien und nachhaltige Flugkraftstoffe aufbauen; seine Strategie „Net Zero 2035“ wird unterstützt. Hamburg soll über den Deutschlandtakt bundes- und europaweit besser per Bahn angebunden werden. Die Flughafenentgelte sollen stärkere Anreize für moderne, weniger schädliche Flugzeuge setzen, um Feinstaub, CO2 und Lärm zu senken. Flugzeuge sollen vor dem Start von emissionsfreien Schleppern statt mit eigenen Triebwerken bewegt werden, und Klein- und Privatflugzeuge sollen mehr nicht-fossile Kraftstoffe nutzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 90)
„für eine europäische Besteuerung von Kerosin und höhere Beimischungsquoten von SAF sowie für eine nationale Besteuerung innerdeutscher Flüge ein“
Seite 90 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Flugverkehr soll durch zusätzliche Steuern und Abgaben stärker belastet und reguliert werden.

  • Europaeher mehr EU

    Mit einer europäischen Kerosinbesteuerung und mehr Emissionshandel soll die EU zusätzliche gemeinsame Regeln setzen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Neue Steuern auf Kerosin und Inlandsflüge, mehr Emissionshandel und höhere Beimischungsquoten würden Klimavorgaben für den Flugverkehr verschärfen, auch mit höheren Kosten.

Haupthafenroute und neue Köhlbrandbrücke ausbauen

Die Grünen wollen die Haupthafenroute vom Köhlbrand bis zur Veddel ausbauen und beim Bund eine möglichst weitgehende Finanzierung erreichen. Sie unterstützen den Neubau einer leistungsfähigen Köhlbrandbrücke und einen Tunnel, der Anwohner vom Lkw-Verkehr entlastet.

Die wichtigste Straße durch den Hafen soll besser werden. Die alte Köhlbrand-Brücke kann nicht bleiben. Die Grünen wollen eine neue Brücke bauen. Ein Tunnel soll Lastwagen von Wohn-Gebieten fernhalten. Der Bund soll viel davon bezahlen.

Nach dem Programm lässt sich die bestehende Köhlbrandbrücke nicht mehr erhalten; die Entscheidung von 2024 für eine neue Brücke wird ausdrücklich mitgetragen. Die Route soll für den Schwerlastverkehr sicher, verlässlich und stadtverträglich werden. Der im Hafenentwicklungsplan enthaltene Tunnel zwischen Veddeler Damm und A252 soll gebaut werden, um die Veddel und den künftigen Stadtteil Grasbrook von Lkw-Staus zu entlasten. Die Finanzierung soll möglichst weitgehend der Bund übernehmen, weil die Route für die maritime Anbindung Deutschlands wichtig sei.

Originalzitat anzeigen (Seite 93)
„Unser Ziel ist, die Haupthafenroute als Lebensader des Hafens leistungsfähig auszubauen“
Seite 93 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Straße, Brücke und Tunnel sollen mit öffentlichen Mitteln von Stadt und Bund ausgebaut werden, was staatliche Investitionen erhöht.

Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw ausbauen

Die Grünen wollen alle Hamburger Wirtschaftsgebiete mit leistungsfähigen Ladepunkten versorgen und große Lade-Terminals für Lkw errichten. Begründet wird das damit, dass die Straßenlogistik auf batterieelektrische Fahrzeuge setze und das bisherige Angebot im Hafen nicht genüge.

Immer mehr Lastwagen fahren mit Strom. Im Hafen gibt es dafür zu wenige Lade-Stationen. Die Grünen wollen viele neue Lade-Stationen bauen. Auch große Lade-Plätze für Lastwagen auf langen Strecken sollen entstehen.

Hamburg wird im Programm als Drehkreuz für den Lkw-Verkehr mit Skandinavien beschrieben, weshalb auch Langstrecken elektrisch möglich werden sollen. Wegen knapper Flächen sollen Ladeplätze, Parkraum und Logistik häufiger mehrgeschossig gebaut werden. Bei städtischen Aufträgen im Bau- und Logistikbereich soll der Einsatz elektrischer Fahrzeuge nach und nach zur Anforderung werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 93)
„Wir wollen deshalb große Lade-Terminals für den LKW-Verkehr realisieren, sodass auch Langstreckenverkehre vollelektrisch und klimaneutral abgewickelt werden können.“
Seite 93 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr Ladeinfrastruktur und E-Fahrzeuge in städtischen Aufträgen sollen den Güterverkehr auf der Straße schrittweise klimaneutral machen.

Hafenbahn ausbauen und elektrifizieren

Die Grünen wollen die Hafenbahn vorrangig ausbauen, langfristig komplett elektrifizieren und digitalisieren. Der Bund soll sich an der Finanzierung beteiligen dürfen; zusätzlich sollen mehr Container per Schiff zwischen den Terminals bewegt werden.

Die Hafen-Bahn bringt schon heute die Hälfte der Güter zum Hafen und weg. Die Grünen wollen sie ausbauen. Die Züge sollen später nur noch mit Strom fahren. Der Bund soll mitbezahlen dürfen. Mehr Container sollen im Hafen per Schiff fahren.

Die im Hafenentwicklungsplan enthaltenen Ausbauprojekte der Hafenbahn sollen Vorrang bekommen; das Programm verweist auf das Bundesziel eines Schienenanteils von mindestens 25 Prozent im Güterverkehr bis 2030. Autonome Schienenfahrzeuge und intelligente Leittechnik sollen die Effizienz erhöhen. Bisher zahlt Hamburg Erhalt und Ausbau allein; das Beihilferecht soll so angepasst werden, dass der Bund mitfinanzieren kann. Der Containertransport auf dem Wasser zwischen Terminals und eine bessere Vernetzung von Daten sollen Straßen entlasten. Ein transparenter Investitionsplan mit Kennziffern und Nachhaltigkeitskriterien soll der Hafenbehörde HPA Planungssicherheit geben.

Originalzitat anzeigen (Seite 93)
„Für eine klimaneutrale, landseitige Hafenlogistik wollen wir die Hafenbahn und Rangierloks perspektivisch vollständig mit Batterien beziehungsweise Oberleitungen elektrifizieren.“
Seite 93 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau soll über öffentliche Investitionen von Stadt und künftig auch Bund laufen, was staatliche Ausgaben für Infrastruktur erhöht.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr Güter auf Schiene und Wasser sowie die Elektrifizierung der Hafenbahn sollen die Emissionen der Hafenlogistik schrittweise senken.

Auf die Autobahn A26 Ost verzichten

Die Grünen halten die geplante A26 Ost für verzichtbar und wollen auf allen Ebenen gegen das Bundesprojekt argumentieren. Aus ihrer Sicht bremst die Autobahn den Sustainable Energy Hub und den Ausbau der Hafenbahn und ist finanziell wie klimapolitisch verschwenderisch.

Der Bund plant eine neue Autobahn durch den Hafen. Sie heißt A26 Ost. Die Grünen halten diese Autobahn für unnötig. Sie sagen: Die Autobahn kostet viel Geld und schadet dem Klima. Auch die Moore dort sollen erhalten bleiben.

Das Programm argumentiert, dass eine ausgebaute Haupthafenroute, mehr Containertransporte auf dem Wasser und eine starke Hafenbahn die Autobahn ersetzen. Die Trasse liege auf derselben Fläche wie der Energie-Standort am früheren Kraftwerk Moorburg und wie Ausbaupläne der Hafenbahn. Die Moor-Ökosysteme vor Ort sollen bestehen bleiben. Weil der Bund Bauherr ist, kann Hamburg das Projekt nach Darstellung der Partei nicht allein stoppen.

Originalzitat anzeigen (Seite 94)
„Mit einer starken Haupthafenroute, zusätzlichen nassen Umfuhren und einer leistungsstarken Hafenbahn ist die A26 Ost verzichtbar.“
Seite 94 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Partei wendet sich gegen einen geplanten Autobahnneubau und begründet das unter anderem mit CO2-Bilanz und Moorschutz.

Parken für Handwerk und Wirtschaftsverkehr erleichtern

Die Grünen wollen bei der Mobilitätswende die Folgen für den Wirtschaftsverkehr berücksichtigen und unterstützen das Quartiersparken. Parkausnahmen für Betriebe sollen gebündelt und einfach erteilt werden.

Handwerker und Liefer-Dienste brauchen Autos und Lastwagen. Die Grünen wollen darauf Rücksicht nehmen. Betriebe sollen leichter eine Park-Erlaubnis bekommen. Die vielen verschiedenen Genehmigungen sollen zu einer werden.

Nach dem Programm soll weniger Autoverkehr gerade denen nutzen, die auf Pkw oder Lkw angewiesen sind. Zum Wirtschaftsverkehr zählt die Partei neben Kurier-, Express- und Paketdiensten auch Fahrzeuge anderer Gewerbe wie des Handwerks. Bis der Bund das Quartiersparken regelt, sollen Anträge für das Parken am Betriebssitz einfach sein und häufig genehmigt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 95)
„Wir machen uns dafür stark, die Vielzahl unterschiedlicher Parkausnahmegenehmigungen für die Dienstleistungen in Hamburg zusammenzufassen und diese unbürokratisch zu erteilen.“
Seite 95 im Original

Einordnung

  • Klimaausgewogen

    Die Mobilitätswende wird beibehalten, zugleich sollen Ausnahmen den gewerblichen Kfz-Verkehr schonen, sodass beide Anliegen verbunden werden.

Was sagen die anderen Parteien zum Verkehr?

Alle Programme in Hamburg im Vergleich