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Grüne zur Familie

Aus dem Programm „Gute Gründe für Grün. Regierungsprogramm von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landesverband Hamburg ab 2025“

Bürgerschaftswahl Hamburg 2025, 2. März 2025Original-PDF, 142 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Familie

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,1), aus 7 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 6 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 2 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Inklusive Spielplätze und bessere Sportstätten schaffen

Die Grünen wollen gesetzlich als Ziel festlegen, dass jeder Spielplatz inklusive Spielgeräte bekommt. Bezirkliche Sportanlagen sollen modernisiert und ihre Vergabe einfacher werden.

Alle Kinder sollen auf Spielplätzen spielen können. Auch Kinder mit Behinderung. Die Grünen wollen das in ein Gesetz schreiben. Sportplätze sollen modernen Kunstrasen bekommen.

Bei jedem Austausch von Geräten und bei jedem neuen Spielplatz soll Inklusion berücksichtigt werden. Kinder und Jugendliche sollen an der Gestaltung von Spielplätzen grundsätzlich mitwirken. Große Spielfelder sollen zu ökologischen Kunstrasenplätzen werden, damit sie länger nutzbar sind. Dafür sind laut Programm mehr Sportplatzwarte in den Bezirksämtern nötig, und der steigende Bedarf beim Sportstättenmanagement soll finanziell gedeckt werden. Das Beantragen und Zuteilen von Zeiten auf bezirklichen Anlagen soll transparenter werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 39)
„Wir wollen mit einer gesetzlichen Zielvorgabe dafür sorgen, dass künftig alle Spielplätze inklusive Spielgeräte haben.“
Seite 39 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Eine gesetzliche Zielvorgabe für inklusive Spielgeräte baut die Teilhabe von Kindern mit Behinderung schrittweise aus.

Eltern besser erreichen und Kita-Sozialarbeit aufbauen

Die Grünen wollen Eltern besser über Kinderbetreuung informieren und Familien, die dem Bildungssystem fernstehen, aktiv aufsuchen. Kita-Sozialarbeit soll Familien beraten und die Teams entlasten. Ziel ist ein wohnortnahes Betreuungsangebot für alle Eltern.

Nicht alle Eltern kennen die Angebote der Kitas. Die Grünen wollen besser informieren, auch in mehreren Sprachen. Fachleute sollen auf Familien zugehen. In Kitas soll es Sozial-Arbeit geben. Jede Familie soll eine Kita in der Nähe finden.

Das Informationsangebot zur Kindertagesbetreuung ab dem frühesten Alter soll überprüft und verbessert werden, mit leichtem Zugang über verschiedene Medien und Rücksicht auf unterschiedliche Sprachkenntnisse. Aufsuchende Bildungsarbeit soll Ungleichheiten vor allem bei der Sprachentwicklung früh angehen. Modelle der Kita-Sozialarbeit sollen Sozial-, Erziehungs- und Familienberatung für Kita-Eltern bieten.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Wo eine verfestigte Distanz zum Bildungssystem vorliegt, wollen wir durch aufsuchende Bildungsarbeit aufklären und Angebote machen.“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Aufsuchende Arbeit und Kita-Sozialarbeit sind zusätzliche öffentliche Beratungsangebote.

Kita-Gutschein bei veränderter Lebenslage ein Jahr behalten

Die Grünen wollen das Kita-Gutschein-System stärker am Bedarf des Kindes ausrichten. Ändert sich die Lage der Eltern, etwa durch ein Geschwisterkind oder Jobverlust, soll der Gutschein ein Jahr lang unverändert gelten statt wie bisher vier Monate. Alleinerziehende sollen auch ohne Berufstätigkeit acht Stunden Betreuung beantragen können.

In Hamburg bekommen Eltern einen Gutschein für die Kita. Verliert ein Elternteil die Arbeit, wird der Gutschein heute nach 4 Monaten kleiner. Die Grünen wollen: Er bleibt ein Jahr gleich. Allein-Erziehende sollen immer 8 Stunden Kita bekommen können.

Als Anlässe nennt das Programm die Geburt eines Geschwisterkindes sowie weniger oder keine Arbeit eines Elternteils. Die Partei begründet die längere Frist mit der Routine des Kindes und der Planungssicherheit der Kitas. Außerdem soll der sogenannte Prio-10-Gutschein häufiger genutzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Für Alleinerziehende wollen wir indes, dass sie auch ohne eine entsprechende Berufstätigkeit einen 8-Stunden-Kita-Gutschein beantragen können“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Längere Fristen und ein Anspruch für Alleinerziehende ohne Erwerbsarbeit weiten die öffentlich finanzierte Betreuung aus.

Kostenlosen Kita-Anspruch auf sechs Stunden erhöhen

Die Grünen wollen den kostenlosen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung von fünf auf sechs Stunden täglich anheben. Jedes Kind soll den Gutschein dafür schon bei der Geburt erhalten, gültig bis zur Einschulung. Das soll Bildungschancen verbessern, Halbtagsarbeit der Eltern ermöglichen und Bürokratie abbauen.

Heute haben Kinder ein Recht auf 5 Stunden Kita am Tag ohne Kosten. Die Grünen wollen 6 Stunden. Jedes Kind soll den Gutschein gleich bei der Geburt bekommen. Er gilt bis zur Schule. Eltern müssen dann weniger Anträge stellen.

Sechs Stunden gelten laut Programm als Mindestmaß für ganzheitliche und inklusive Bildung, Betreuung und Erziehung. Der längere Anspruch soll besonders benachteiligten Kindern mehr Bildungsangebote sichern und Eltern einen Anreiz für sozialversicherungspflichtige Arbeit jenseits von Minijobs geben. Das mehr als zwanzig Jahre alte Gutschein-System soll umfassend evaluiert und angepasst, seine Verwaltung vereinfacht werden. Ein neuer Antrag wäre nur noch nötig, wenn sich in der Familie etwas ändert.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Den Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung wollen wir auf 6 Stunden aufstocken.“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der kostenlose Anspruch steigt von fünf auf sechs Stunden, also um ein Fünftel, und erweitert damit eine bestehende öffentliche Leistung.

Kindergrundsicherung im Bund durchsetzen

Die Grünen wollen sich auf Bundesebene für eine Kindergrundsicherung einsetzen. Das Programm begründet dies damit, dass in Hamburg etwa jedes vierte Kind in Armut lebt und Herkunft zu oft über Chancen entscheidet.

In Hamburg ist etwa jedes vierte Kind arm. Die Grünen wollen deshalb eine Kinder-Grundsicherung. Das ist eine Geldleistung für Kinder vom Staat. Die Ämter sollen von sich aus auf Familien zugehen.

Die Behörden sollen dafür ihre Organisation umstellen und von sich aus an sämtliche Familien herantreten. Das Programm weist darauf hin, dass Kinder oft arm sind, obwohl ihre Familien Ansprüche auf Leistungen hätten. Kinderarmut ist aus Sicht der Partei ein bundesweites Problem.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Deshalb setzen wir uns im Bund für eine Kindergrundsicherung ein.“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine Kindergrundsicherung gibt es heute nicht; sie würde die Leistungen für Kinder zu einem neuen System umbauen, bei dem der Staat aktiv auszahlt.

Jugendhilfe und offene Jugendarbeit dauerhaft finanzieren

Die Grünen wollen die Mittel für die Offene Kinder- und Jugendarbeit erhöhen und die Förderung in der Jugendhilfe von befristeten Projekten auf langfristige Finanzierung umstellen. Das soll unsichere Arbeitsverhältnisse beenden und Fachkräfte halten.

Jugendtreffs und Spielhäuser sollen mehr Geld bekommen. Bisher gibt es das Geld oft nur für kurze Zeit. Die Grünen wollen, dass es dauerhaft fließt. So bekommen die Beschäftigten sichere Stellen.

Die Finanzierung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit soll so steigen, dass bestehende Angebote gesichert sind und neue Bedarfe gedeckt werden können; ihre Systematik soll überprüft und dynamisiert werden. Förderzeiträume sollen sich am Doppelhaushalt orientieren, und Projekte der Daseinsvorsorge oder mit Rechtsanspruch sollen eine Regelfinanzierung erhalten. Freie Träger und die Vielfalt der Träger sollen gestärkt werden. Fachleute aus Politik, Praxis, Wissenschaft und Verwaltung sollen in einer Kommission ein Verfahren mit weniger Bürokratie und bedarfsgerechter Finanzierung erarbeiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Das Zuwendungsrecht in der Jugendhilfe wollen wir so ändern, dass Befristungen die Ausnahme und nicht die Regel sind.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Mittel und eine dauerhafte Regelfinanzierung bauen öffentliche Leistungen der Jugendhilfe schrittweise aus.

Hilfen für junge Menschen in der Jugendhilfe ausbauen

Die Grünen wollen junge Menschen, die in Heimen oder Pflegefamilien aufgewachsen sind, auch nach dem 18. Geburtstag unterstützen. Weitere Vorhaben betreffen Vormundschaften, Eltern mit Lernschwierigkeiten und Betroffene von Gewalt in Heimen.

Manche Jugendliche wachsen im Heim oder in Pflege-Familien auf. Sie sollen auch als Erwachsene noch Hilfe bekommen. Eltern mit geistiger Behinderung sollen ein weiteres Wohn-Projekt bekommen. Opfer von Gewalt in Heimen sollen Anerkennung erhalten.

Careleaver, also junge Menschen nach dem Verlassen der Jugendhilfe, sollen kostenfreie Unterstützung, Möglichkeiten zum Austausch und passenden Wohnraum erhalten. Kinder und Jugendliche mit Vormund sollen qualifiziert und verlässlich betreut werden. Für die Begleitete Elternschaft gibt es laut Programm bisher ein Wohnhaus mit Plätzen für elf Familien; mindestens ein weiteres Projekt soll hinzukommen. Auf Bundesebene setzt sich die Partei für die Anerkennung von Menschen ein, die in stationären Einrichtungen Gewalt erlitten haben, und will einen Entschädigungsfonds auch für Hamburg prüfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Die Angebotsstruktur für Careleaver soll im Hinblick auf für sie kostenfreie weitere Unterstützung auch nach Volljährigkeit, Austausch und Selbstorganisation sowie adäquate Wohnmöglichkeiten weiter ausgebaut werden.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche kostenfreie Hilfen und Wohnangebote erweitern öffentliche Sozialleistungen schrittweise.

Kinderschutz ausbauen und besser koordinieren

Die Grünen wollen Kinder besser vor Ausbeutung, Vernachlässigung und Gewalt schützen. Dazu sollen ein weiteres Kinderschutzzentrum entstehen, Behörden enger zusammenarbeiten und Jugendämter genug Personal haben.

Die Grünen wollen Kinder besser vor Gewalt schützen. Es soll ein weiteres Kinderschutz-Zentrum geben. Ämter, Kitas und Gerichte sollen enger zusammenarbeiten. Eltern sollen Hilfe bei der Erziehung bekommen. Die Jugendämter sollen genug Personal haben.

Ein zusätzliches Kinderschutzzentrum ist für den Bereich Hamburg-West/Wandsbek vorgesehen, Kinderschutzhäuser sollen ausreichend finanziert werden. Kitas, Jugendämter, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen sowie Justiz sollen nach dem Vorbild des Childhood House zusammenarbeiten, wobei Kooperations- und Verwaltungskosten mitfinanziert werden. Gegen sexualisierte Gewalt plant die Partei einen behördenübergreifenden Maßnahmenplan und prüft eine unabhängige Beauftragtenstelle. Die „Frühen Hilfen“ und die Fachstelle „Schutzkonzepte“ sollen dauerhaft finanziert werden. Beratungsstellen, Jugendämter und Kitas sollen zusätzliches Geld für Angebote zur gewaltfreien Erziehung erhalten. Das Personal im Jugendamt und im Allgemeinen Sozialen Dienst soll durch Personalentwicklung und gute Arbeitsbedingungen gesichert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Wir wollen die flächendeckende Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche stärken.“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche öffentliche Mittel und dauerhaft finanzierte Angebote bauen staatliche Leistungen im Kinderschutz aus.

Allianz gegen Fachkräftemangel in Kitas gründen

Die Grünen wollen ein Bündnis für gute Bildung und verlässliche Betreuung ins Leben rufen. Darin sollen Träger, Eltern, Fachkräfte und Gewerkschaften gemeinsam Schritte gegen den Personalmangel in Kitas ausarbeiten.

In Hamburger Kitas fehlen Fachkräfte. Die Grünen wollen deshalb ein Bündnis gründen. Dort reden Kitas, Eltern, Erzieher und Gewerkschaften miteinander. Zusammen suchen sie Lösungen.

Das Programm beschreibt, dass der Personalmangel in Kitas zu Unterbesetzung, verkürzten Betreuungszeiten und Abstrichen bei der Qualität führt. Aus Sicht der Grünen hilft dagegen nur ein Bündel an Maßnahmen. Diese sollen in der Allianz im gleichberechtigten Dialog mit Kita-Trägern, Elternvertretung, Erzieherinnen und Erziehern sowie Gewerkschaften entwickelt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 75)
„Im Rahmen einer „Allianz für gute Bildung und verlässliche Betreuung” wollen wir gemeinsam unter Beteiligung der relevanten Akteur*innen wie Kita-Trägern, Elternvertretung, Erzieher*innen und Gewerkschaften im Dialog und auf Augenhöhe die nächsten Schritte und Maßnahmen erarbeiten.“
Seite 75 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Kinder- und Gewaltschutz vor Gericht stärken

Die Grünen wollen das Childhood-Haus für Kinder, die Opfer oder Zeugen in Strafverfahren sind, weiter fördern. In Verfahren vor Familiengerichten soll der Schutz vor Gewalt gestärkt werden. Das Programm sieht die Rechte von Müttern durch den Einfluss sogenannter „Väterrechtler“ gefährdet.

Kinder sind manchmal Opfer oder Zeugen vor Gericht. Für sie gibt es das Childhood-Haus. Die Grünen wollen es weiter unterstützen. Bei Familien-Gerichten soll der Schutz vor Gewalt besser werden.

Zum Thema Kinder in Strafverfahren sollen umfassende Fortbildungen angeboten werden. Die Grünen wollen beobachten, ob „Väterrechtler“ in Hamburg etwa über Fortbildungen Einfluss auf familiengerichtliche Verfahren nehmen. Ziel ist nach dem Programm, eine einseitige Beeinflussung der Rechtspolitik zu verhindern.

Originalzitat anzeigen (Seite 123)
„setzen uns auch darüber hinaus für eine Stärkung des Gewaltschutzes in familiengerichtlichen Verfahren ein.“
Seite 123 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Punkt stärkt den Gewaltschutz und die Rechte von Müttern in Familienverfahren und wendet sich gegen den Einfluss von „Väterrechtlern“.

Was sagen die anderen Parteien zur Familie?

Alle Programme in Hamburg im Vergleich