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Grüne zu Klima und Energie

Aus dem Programm „Gute Gründe für Grün. Regierungsprogramm von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landesverband Hamburg ab 2025“

Bürgerschaftswahl Hamburg 2025, 2. März 2025Original-PDF, 142 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Klima und Energie

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-0,9), aus 12 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 10 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 1 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Europaeher mehr EU (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 2 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 25 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich Klimaschutz zuerst, 23 eher Klimaschutz zuerst, 1 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Klimageld im Bund schnell einführen

Die Grünen wollen sich im Bund für eine rasche Einführung des Klimageldes einsetzen. Die Einnahmen aus der CO2-Abgabe sollen als Zahlung an alle Bürgerinnen und Bürger zurückfließen. Klimaschutz soll kleine und mittlere Einkommen nicht übermäßig belasten.

Die Grünen wollen ein Klima-Geld. Der Staat nimmt Geld durch die CO2-Abgabe ein. Dieses Geld soll er an alle Menschen auszahlen. Das hilft vor allem Menschen mit wenig Geld.

Das Programm verbindet Sozial- und Klimapolitik. Das Klimageld soll aus der CO2-Abgabe bezahlt und an alle ausgezahlt werden. Auf EU-Ebene unterstützen die Grünen ähnlich ausgerichtete Instrumente wie den Klima- und Sozialfonds. Nach Darstellung des Programms profitieren davon besonders Haushalte, deren Einkommen niedrig oder mittelhoch ist.

Originalzitat anzeigen (Seite 6)
„Auf Bundesebene machen wir uns für eine schnelle Umsetzung des Klimageldes, einer durch die CO2-Abgabe finanzierten Auszahlung des Staates an alle Bürger*innen, stark.“
Seite 6 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine neue staatliche Auszahlung an alle, die es heute nicht gibt, verteilt Einnahmen um und passt zum linken Pol.

  • Europaeher mehr EU

    Die Unterstützung für den Klima- und Sozialfonds der EU stärkt gemeinsame europäische Finanzinstrumente.

Sozialcheck für Klimaschutzmaßnahmen einführen

Die Grünen wollen in Hamburg einen „Sozialcheck“ entwickeln und im Klimaschutzgesetz festschreiben. Klimapolitische Vorhaben sollen in der Gesetzgebung darauf geprüft werden, wen sie wie stark belasten. Niemand soll durch Klimaschutz überfordert werden.

Die Grünen wollen einen Sozial-Check für Klima-Gesetze. Der Check prüft: Wer muss wie viel bezahlen? Die Kosten sollen gerecht verteilt sein. Menschen mit wenig Geld sollen besondere Hilfe bekommen.

Der Sozialcheck soll die Verteilungswirkungen klimapolitischer Maßnahmen im Gesetzgebungsverfahren sichtbar machen. Er soll im Hamburgischen Klimaschutzgesetz verankert werden. Wo es sinnvoll und möglich ist, sollen Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen gezielt bedacht werden, etwa bei Beratung und Förderung.

Originalzitat anzeigen (Seite 10)
„Deshalb werden wir den Sozialcheck für Klimaschutzmaßnahmen im Klimaschutzgesetz verankern und so sicherstellen, dass mögliche Kosten gerecht verteilt werden.“
Seite 10 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine verpflichtende Prüfung der Verteilungswirkung und gezielte Förderung für kleinere Einkommen verschieben die Politik in Richtung Umverteilung.

  • Klimaausgewogen

    Der Punkt verbindet Klimaschutz mit der Begrenzung von Kosten und nimmt zwischen beiden Anliegen keine Seite ein.

Kohleausstieg vor 2030 ohne Waldholz vollenden

Die Grünen wollen den Umbau der Hamburger Energieversorgung weg von fossilen Brennstoffen fortsetzen. Der Kohleausstieg soll früher gelingen als das Bundesziel 2030. Holz aus Wäldern soll nicht in großen Kraftwerken verbrannt werden.

Hamburg soll bald keine Kohle mehr verbrennen. Das soll vor dem Jahr 2030 klappen. Die Grünen wollen auch kein Holz aus dem Wald in Kraftwerken verbrennen. Statt-dessen setzen sie auf Abwärme, große Wärme-Pumpen und Wasserstoff.

Der Kohleausstieg soll durch das Abschalten des Heizkraftwerks Wedel und die Umrüstung von Tiefstack erreicht werden. Als langfristige Alternativen nennt das Programm Abwärme aus der Industrie, Großwärmepumpen und Wasserstoff. Öffentliche Versorger wie die Hamburger Energiewerke gelten dem Programm als Träger dieses Umbaus, da sie dem Gemeinwohl verpflichtet seien. Die Grünen begründen den Kurs auch mit der Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen.

Originalzitat anzeigen (Seite 6)
„Eine Verfeuerung von Waldholz im Kraftwerksmaßstab lehnen wir dabei ab und setzen stattdessen langfristig auf Industrieabwärme, Großwärmepumpen und Wasserstoff.“
Seite 6 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Energieversorgung soll weiter über starke öffentliche Unternehmen statt über private Anbieter umgebaut werden.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der bereits eingeleitete Kohleausstieg vor dem Bundesziel wird fortgesetzt und Waldholz als Ersatz ausgeschlossen, was den Klimaschutz schrittweise verschärft.

Windenergieflächen bis 2028 ausweisen

Die Grünen wollen die Windenergie in Hamburg weiter ausbauen und das Flächenziel des Bundes möglichst früh erfüllen. Bis 2028 sollen 0,5 Prozent der Landesfläche als Windenergiegebiete ausgewiesen sein. Bürgerinnen und Bürger sollen an den Gewinnen teilhaben können.

Die Grünen wollen mehr Wind-Räder in Hamburg. Bis 2028 soll es dafür genug Flächen geben. Auch im Hafen sollen Wind-Räder stehen. Anwohner sollen am Gewinn beteiligt werden.

Über die 0,5 Prozent hinaus befürworten die Grünen nach einer Prüfung des jeweiligen Standorts weitere Flächen. Unter anderem der Hafen soll stärker für Windstrom genutzt werden. Alte Anlagen sollen durch leistungsstärkere ersetzt werden (Repowering). Bei der Standortwahl sollen genügend große Abstände zu Naturschutzgebieten gelten. Ein in der laufenden Wahlperiode angestoßenes Bürgerenergiegesetz soll Anwohnern die Beteiligung an Windparks ermöglichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 7)
„Hierzu planen wir, die geforderten 0,5 % der Landesfläche Hamburgs bereits bis 2028 vollständig als Windenergiegebiete auszuweisen.“
Seite 7 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Das bestehende Flächenziel des Bundes soll früher erfüllt und um weitere Flächen ergänzt werden, was den Ausbau der Erneuerbaren beschleunigt.

Photovoltaik mit eigener Strategie ausbauen

Die Grünen wollen den Ausbau von Solaranlagen beschleunigen und dafür eine umfassende Photovoltaik-Strategie umsetzen. Bis 2030 soll die installierte Leistung 800 Megawatt Peak erreichen, bis 2035 dann 1,5 Gigawatt Peak. Die Stadt soll auf ihren eigenen Gebäuden vorangehen.

Die Grünen wollen viel mehr Solar-Anlagen in Hamburg. Sie sollen nicht nur auf Dächern stehen. Auch Balkone, Fassaden und Parkplätze sind möglich. Die Stadt soll auf ihren Gebäuden damit anfangen.

Neben Dächern sollen Balkone, Fassaden, Parkplätze, Schallschutzwände und Verkehrsflächen genutzt werden. Auch Agri-Photovoltaik, also Solarstrom und Ackerbau auf derselben Fläche, sowie Biodiversitäts-Solarparks kommen laut Programm grundsätzlich in Betracht. Mit dem Ziel für 2030 ließen sich nach Angaben der Grünen bis zu 200.000 Haushalte versorgen. Die bereits eingeleitete Solardachpflicht für Neubauten und Sanierungen bildet die Grundlage. Städtische Unternehmen sollen als Vorbild handeln und dafür auch externe Finanzierung nutzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 7)
„Bis 2030 wollen wir die Leistung der Photovoltaik-Anlagen dadurch auf 800 Megawatt Peak und bis 2035 auf 1,5 Gigawatt Peak deutlich steigern.“
Seite 7 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Solarausbau soll mit festen Zielwerten und zusätzlichen Flächen beschleunigt werden, was den bestehenden Kurs beim Klimaschutz verstärkt.

Stromnetz und Speicher für Erneuerbare ausbauen

Die Grünen wollen das Hamburger Stromnetz so umbauen, dass es vollständig mit erneuerbarem Strom arbeiten kann. Dafür sollen große und lokale Stromspeicher entstehen. Die Verteilnetze sollen modernisiert, digitalisiert und flexibler werden.

Solar-Anlagen und Wind-Räder brauchen gute Strom-Netze. Die Grünen wollen diese Netze erneuern. Dazu sollen große und kleine Strom-Speicher kommen. So ist immer Strom da.

Speicher sollen sicherstellen, dass Strom jederzeit verfügbar ist und das Netz gleichmäßig ausgelastet wird. Modernisierung, Digitalisierung und Flexibilisierung der örtlichen Verteilnetze haben laut Programm hohe Priorität. Der Rückkauf der Energienetze durch die Stadt gilt den Grünen als wichtige Voraussetzung dafür.

Originalzitat anzeigen (Seite 7)
„Damit wir das Hamburger Stromnetz fit für 100 Prozent Erneuerbare machen, müssen Großspeicher und Ortsnetzspeicher bereitstehen“
Seite 7 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Netze und Speicher sollen auf eine vollständig erneuerbare Stromversorgung ausgerichtet werden, was die Energiewende schrittweise voranbringt.

Wohngebäude sanieren, Effizienzstandards beibehalten

Die Grünen wollen den Energiebedarf in Gebäuden, Industrie und Verkehr deutlich senken. Dazu planen sie eine sozial ausgewogene Sanierungsoffensive für Wohnhäuser. Für Neubauten sollen weiterhin hohe Anforderungen an die Energieeffizienz gelten.

Häuser sollen weniger Energie verbrauchen. Die Grünen wollen deshalb viele Wohn-Häuser sanieren. Das soll gerecht ablaufen. Neue Häuser sollen weiter strenge Regeln zum Energie-Sparen erfüllen.

Das Programm nennt eine bessere Energieeffizienz als wichtige Voraussetzung für die Energiewende. Auch Strom und Wärme aus erneuerbaren Quellen sollen sparsam eingesetzt werden. Die Sanierungsoffensive richtet sich auf Wohngebäude und soll sozial gerecht gestaltet sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 7)
„Wir wollen eine sozial gerechte Sanierungsoffensive für Wohngebäude umsetzen und an hohen Energieeffizienz-Standards für Neubauten festhalten.“
Seite 7 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr Sanierungen und das Festhalten an hohen Neubaustandards stellen Klimaschutz vor niedrigere Baukosten.

Fernwärme klimaneutral machen und ausbauen

Die Grünen wollen die Fernwärme auf klimaneutrale Quellen umstellen und das städtische Netz erweitern. So sollen mehr Haushalte klimafreundlich heizen können und die Heizkosten bezahlbar bleiben. Städtische Unternehmen sollen für rechtlich sichere Preise sorgen.

Fernwärme kommt durch Rohre in die Häuser. Die Grünen wollen diese Wärme ohne Kohle erzeugen. Mehr Häuser sollen einen Anschluss bekommen. Die Preise sollen für Kunden klar und sicher sein.

Geplant sind Wärmepumpen, die Fluss- und Abwasser nutzen, sowie Anlagen, die Strom in Wärme umwandeln. Für Spitzenlast und als Reserve sollen Gaskraftwerke entstehen, die auf Wasserstoff umgestellt werden können. Unvermeidbare Abwärme aus Industrie und Müllverbrennung soll stärker genutzt werden. Das Kraftwerk Wedel wird ersetzt und Tiefstack umgerüstet. Auch private Fernwärmeanbieter sollen gute Bedingungen vorfinden.

Originalzitat anzeigen (Seite 7)
„werden wir das städtische Fernwärmenetz ausbauen und gute Rahmenbedingungen für private Fernwärmebetreiber sicherstellen“
Seite 7 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau erfolgt vor allem über das städtische Netz und öffentliche Investitionen, private Betreiber bleiben aber einbezogen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Fernwärme soll von fossilen auf klimaneutrale Quellen umgestellt und auf mehr Haushalte ausgedehnt werden.

Nahwärmenetze und kommunale Wärmeplanung voranbringen

Die Grünen wollen, dass sich jedes Haus an der Wärmewende beteiligt. Wo kein Fernwärmeanschluss möglich ist, sollen Lösungen auf Quartiersebene und Nahwärmenetze helfen. Eine kommunale Wärmeplanung soll den Rahmen setzen und Bürgerinnen und Bürgern Orientierung geben.

Nicht jedes Haus kann Fernwärme bekommen. Dort sollen kleine Wärme-Netze im Viertel helfen. Nachbarn nutzen dann gemeinsam saubere Energie. Die Stadt macht dazu einen Wärme-Plan. Der Plan zeigt, welche Heizung wo passt.

Quartiersansätze sollen Energieeffizienz und erneuerbare Energien in Stadtteilen und Wohnvierteln verbessern, deren Gebäude technisch oder wirtschaftlich nicht an die Fernwärme passen. Nahwärmenetze sollen auch am Stadtrand eine gemeinsame Versorgung ermöglichen und Kosten senken. Die Wärmeplanung soll den Bedarf genau ermitteln, erneuerbare Potenziale ausschöpfen und die Versorgung effizient und preiswert machen. Sie soll zudem die Grundlage für die nötige Infrastruktur bilden.

Originalzitat anzeigen (Seite 8)
„Wir unterstützen Nahwärmenetze, die es auch in Randlagen ermöglichen, gemeinsam erneuerbare Energiequellen zu nutzen und so die Kosten für alle zu senken.“
Seite 8 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Alle Gebäude sollen in die Umstellung auf erneuerbare Wärme einbezogen werden, was die Wärmewende schrittweise ausweitet.

Wärmepumpen-Förderung erhalten und ergänzen

Die Grünen wollen die Förderung für den Kauf von Wärmepumpen sichern. Die Bundesförderung soll bestehen bleiben und von Hamburg sinnvoll ergänzt werden. Das Programm begründet dies mit den hohen Anschaffungskosten, die sich erst nach Jahren im Betrieb auszahlen.

Wärme-Pumpen sind beim Kauf noch teuer. Später sparen sie Geld. Deshalb gibt der Staat Geld für den Kauf dazu. Die Grünen wollen diese Hilfe behalten. Hamburg soll noch eigene Hilfe dazugeben.

Für Gebäude ohne Anschluss an ein Wärmenetz sieht das Programm die Wärmepumpe als Alternative zur Gasheizung. Die Anschaffung wird mit bis zu 70 Prozent der Kosten und mit zinsgünstigen Krediten gefördert. Die Grünen wollen sich für den Fortbestand der Bundesmittel einsetzen und sie auf Landesebene ergänzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 8)
„Deshalb fördern wir die Anschaffung von Wärmepumpen mit bis zu 70 Prozent und mit zinsgünstigen Krediten.“
Seite 8 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Staatliche Zuschüsse und vergünstigte Kredite sollen erhalten und durch Landesmittel erweitert werden.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die bestehende Förderung für klimafreundliches Heizen wird gegen Kürzungen verteidigt und ergänzt.

Hafen zum Wasserstoff-Standort ausbauen

Die Grünen wollen grünen Wasserstoff mit hoher Priorität fördern, um die Industrie klimaneutral zu machen. Der Hamburger Hafen soll das norddeutsche Zentrum für Wasserstofftechnologie werden. In Moorburg sollen Elektrolyseure und ein industrielles Wasserstoffnetz entstehen.

Grüner Wasserstoff entsteht mit Strom aus Wind und Sonne. Er macht keine Abgase. Die Grünen wollen ihn im Hafen herstellen. Fabriken, Schiffe und Flugzeuge sollen ihn nutzen. 2027 soll es losgehen.

Am Standort des früheren Kohlekraftwerks Moorburg sollen Elektrolyseure gebaut werden; der Marktstart ist für 2027 vorgesehen. Ein Wasserstoffnetz soll Erzeuger und Abnehmer mit regionalen und überregionalen Märkten verbinden. Der Energiepark Tiefstack und der Flughafen sollen angeschlossen werden. Die Grünen befürworten außerdem ein Import-Terminal für grünen Ammoniak und den Import von grünem Methanol, etwa für Hochseeschiffe. Ziel sind eine dekarbonisierte Wirtschaft und zukunftsfähige Arbeitsplätze.

Originalzitat anzeigen (Seite 8)
„Wir GRÜNE wollen den Hamburger Hafen zum zentralen Standort für Wasserstofftechnologie in Norddeutschland machen.“
Seite 8 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Stadt baut Erzeugungsanlagen und Netz selbst auf und betreibt damit aktive Industriepolitik.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Wasserstoff soll fossile Energieträger in Industrie, Schifffahrt und Luftfahrt ersetzen und so Emissionen senken.

Klimaschutzgesetz und Klimaplan weiterentwickeln

Die Grünen wollen das Hamburgische Klimaschutzgesetz und den Klimaplan in den kommenden fünf Jahren weiterentwickeln. Ziel ist, den CO2-Ausstoß bis 2030 um 70 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Die dabei entstehenden Lasten sollen klein bleiben und sozial gerecht verteilt werden.

Hamburg hat ein Klima-Schutz-Gesetz. Die Grünen wollen es verbessern. Bis 2030 soll Hamburg viel weniger CO2 ausstoßen. Das Gesetz soll genug Maßnahmen dafür enthalten. Die Kosten sollen gerecht verteilt sein.

Im Gesetz sollen ausreichende Maßnahmen für das 2030-Ziel verankert werden, soweit das Land dafür zuständig ist. Wo Bund und EU handeln müssen, wollen sich die Grünen gemeinsam mit anderen Ländern und Städten dafür einsetzen. Der Klimaplan legt Ziele für Industrie, Gewerbe, Verkehr und private Haushalte fest. Die Arbeit soll in enger Abstimmung mit Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erfolgen.

Originalzitat anzeigen (Seite 10)
„Wir wollen – unter Berücksichtigung der begrenzten Regelungskompetenzen auf Landesebene – hinreichende Maßnahmen festschreiben, um das Reduktionsziel bis 2030 zu erreichen.“
Seite 10 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Das bestehende Ziel für 2030 soll mit zusätzlichen gesetzlich festgeschriebenen Maßnahmen abgesichert werden.

Sektorziele und Sofortprogramme festlegen

Die Grünen wollen jährliche Emissionsmengen für die einzelnen Sektoren festlegen, die Jahr für Jahr sinken. Wird eine Menge überschritten, soll ein Sofortprogramm den Rückstand ausgleichen. Die Maßnahmen des Klimaplans sollen ausreichend finanziert werden.

Jeder Bereich soll pro Jahr nur eine bestimmte Menge CO2 ausstoßen dürfen. Diese Menge wird jedes Jahr kleiner. Ist der Ausstoß zu hoch, muss die Stadt schnell handeln. Sie legt dann ein Sofort-Programm vor.

Die Jahresmengen sollen anfangs schneller und später langsamer sinken, weil Einsparungen mit der Zeit schwieriger werden. Ein Budgetansatz soll zeigen, wie viel CO2 bereits ausgestoßen wurde und wie viel noch bleibt. Projektionsberichte und Schätzbilanzen sollen die städtische CO2-Bilanz schneller und vollständiger liefern. Ein Sofortprogramm ist nur fällig, wenn die Stadt und nicht Bund oder EU für die Überschreitung verantwortlich ist.

Originalzitat anzeigen (Seite 10)
„Falls die Emissionsmengen überschritten werden, wollen wir mit einem Sofortprogramm-Mechanismus nachsteuern.“
Seite 10 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Jährliche Sektorziele mit verpflichtendem Nachsteuern machen die Klimavorgaben verbindlicher und strenger.

Hamburg bis 2040 klimaneutral machen

Die Grünen wollen, dass Hamburg bereits 2040 CO2-neutral ist, fünf Jahre vor dem bundesweiten Zieljahr. Sie unterstützen dafür die Volksinitiative „Hamburger Zukunftsentscheid“. Auch nach 2030 soll Hamburg ehrgeizigere Ziele verfolgen als der Bund.

Hamburg soll ab 2040 klima-neutral sein. Das heißt: Die Stadt stößt dann unterm Strich kein CO2 mehr aus. Deutschland plant das erst für 2045. Die Grünen unterstützen dazu eine Volks-Initiative.

Die Volksinitiative fordert laut Programm mehr Transparenz, Verbindlichkeit und Ehrgeiz beim Klimaschutz in Hamburg; die Grünen sagen ihr Unterstützung für diese Ziele zu. Das Programm verweist darauf, dass auch die Handelskammer das Zieljahr 2040 befürwortet. Die Grünen verstehen sich als Teil der Klimabewegung und bekennen sich zur Solidarität mit besonders betroffenen Weltregionen.

Originalzitat anzeigen (Seite 10)
„Hamburg soll entsprechend bereits im Jahr 2040 CO2-neutral werden – fünf Jahre früher als bundesweit geplant.“
Seite 10 im Original

Einordnung

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Das Zieljahr für Klimaneutralität wird um fünf Jahre vor das bundesweite Ziel gezogen, was das Klimaziel deutlich verschärft.

Klimaanpassung verbindlich in allen Planungen verankern

Die Grünen wollen, dass die Stadt bei jeder Entscheidung und Planung die Anpassung an die Folgen des Klimawandels einbezieht. Die Hamburger Klimaanpassungsstrategie soll weiterentwickelt und verbindlich werden. Das Programm begründet dies mit Hamburgs Lage als Großstadt nahe der Küste.

Das Klima ändert sich. Hamburg soll sich darauf vorbereiten. Die Grünen wollen: Die Stadt denkt bei jeder Planung an die Folgen. Das soll eine feste Regel werden. Das kostet viel Geld.

Das Programm vergleicht die Klimaanpassung mit dem Brandschutz, bei dem Hamburg seit dem großen Brand von 1842 keine Abstriche mache. Die Grünen räumen ein, dass dafür erhebliche Finanzmittel nötig sind, halten die Kosten des Nichthandelns aber für deutlich höher. Zur Anpassung zählt die Partei auch einen besseren Schutz der Ökosysteme, deren Leistungen etwa für Artenvielfalt, Luft- und Wasserqualität sie durch den Klimawandel bedroht sieht. Als Bausteine der Strategie nennt das Programm Hochwasserschutz, Regenwassermanagement, blau-grüne Infrastruktur, Hitzeschutz, Entsiegelung und eine Wasserstrategie.

Originalzitat anzeigen (Seite 11)
„Deswegen machen wir GRÜNE uns für eine verbindliche Klimaanpassung stark und wollen die Klimaanpassungsstrategie der Stadt weiterentwickeln.“
Seite 11 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Programm verlangt zusätzliche öffentliche Mittel für die Klimaanpassung und damit mehr staatliche Investitionen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Klimaanpassung soll verbindlicher Maßstab aller städtischen Planungen werden, auch bei hohen Kosten, was Klimabelangen Vorrang gibt.

Deiche erhöhen und Hochwasserschutz priorisieren

Die Grünen wollen die Elbdeiche verstärken und erhöhen. Der Schutz vor dem steigenden Meeresspiegel soll Vorrang vor anderen Nutzungen und Flächenwünschen bekommen. Das Programm verweist dabei auf die Sturmflut von 1962.

Das Meer steigt. Die Grünen wollen die Deiche an der Elbe höher und stärker machen. Der Schutz vor Hochwasser soll wichtiger sein als andere Pläne für die Flächen. Auch andere Deiche in Hamburg sollen erhalten bleiben.

Das laufende Deicherhöhungsprogramm setzt laut Programm auf sogenannte Klimadeiche wie an der Nordsee; damit soll Hamburgs Sicherheit bis 2050 hergestellt und bis 2100 vorbereitet werden. Die Deiche der zweiten Deichlinie an anderen Wasserwegen sollen erhalten, ertüchtigt und bei Bedarf neu geplant werden, als Beispiel wird Cranz genannt. Sie sollen auch bei veränderten Niederschlägen schützen. Außerdem soll die Infrastruktur an und hinter den Deichen so verbessert werden, dass die Entwässerung auch bei Sperrtiden funktioniert.

Originalzitat anzeigen (Seite 11)
„Wir müssen unsere Deiche an der Elbe verstärken und erhöhen. Der Anpassung an den steigenden Meeresspiegel wollen wir Priorität einräumen, auch vor anderen Nutzungen und Flächenansprüchen.“
Seite 11 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Anpassung an den Meeresspiegelanstieg soll Vorrang vor anderen Flächennutzungen erhalten, was Klimabelange über konkurrierende Interessen stellt.

Mehr Überschwemmungsflächen für Starkregen schaffen

Die Grünen wollen Hamburg besser auf Starkregen vorbereiten. Dazu sollen mehr Flächen entstehen, auf denen Wasser versickern oder sich sammeln kann, und mehr Dächer begrünt werden. Gewässer sollen durch zusätzliche Reinigungsanlagen für Regenwasser entlastet werden.

Manchmal regnet es sehr stark. Die Grünen wollen mehr Flächen, auf denen das Wasser Platz hat. Auch grüne Dächer sollen Regen auffangen. Die Menschen sollen Tipps bekommen, wie sie sich schützen können.

Die Stadtplanung soll Flächen für Versickerung und Überflutung fest einplanen. Aus der bereits vorhandenen Starkregenkarte, die Gefährdungen zeigt, sollen als nächster Schritt Handlungshinweise für die Bevölkerung entstehen. Damit Seen und Flüsse bei Starkregen nicht zu stark belastet werden, wollen die Grünen weitere dezentrale Anlagen zur Reinigung von Regenwasser bauen.

Originalzitat anzeigen (Seite 11)
„Damit wir bei künftigen Starkregenereignissen besser geschützt sind, wollen wir mehr Überschwemmungsflächen in der Stadt schaffen.“
Seite 11 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Moorböden erhalten und wiedervernässen

Die Grünen wollen die verbliebenen Hamburger Moorböden erhalten und durch höhere Wasserstände wieder funktionsfähig machen. Moore sollen so auch wieder als natürliche Kohlenstoffspeicher dienen. Dafür soll die Stadt Grundstücke auf Moorflächen ankaufen können.

Moore sind nasse Böden. Sie speichern viel CO2. Die Grünen wollen die Moore in Hamburg erhalten. Dafür soll das Wasser dort wieder höher stehen. Die Stadt soll Moor-Flächen kaufen können.

Die Partei will sich für ausreichend Geld zum Ankauf von Grundstücken auf Moorflächen einsetzen. Für die Landwirtschaft soll es Zielvorgaben geben, die den Moorschutz stärken. Der Dialog zwischen Landwirtschafts- und Naturschutzverbänden und der Umweltbehörde soll weitergehen. Außerdem sollen die Projekte des Aktionsprogramms „Natürlicher Klimaschutz“ umgesetzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Die in Hamburg noch verbliebenen Moorböden sollen erhalten bleiben und in ihrer Funktionsfähigkeit – auch als natürliche CO2-Speicher – durch das Anheben der Wasserstände wiederhergestellt werden.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Wiedervernässung und Zielvorgaben für die Landwirtschaft stärken den natürlichen Klimaschutz schrittweise, auch zulasten bisheriger Flächennutzung.

Klimafreundlich bauen mit hohen Effizienzstandards

Die Grünen wollen den Bausektor technologieoffen klimaneutral machen und dabei die Emissionen über den ganzen Lebenszyklus eines Gebäudes betrachten. Die Stadt und ihre Unternehmen sollen mit klimafreundlichen Baustoffen und im Standard Effizienzhaus 40 vorangehen.

Neue Häuser sollen dem Klima weniger schaden. Die Stadt soll selbst sehr sparsame Häuser bauen. Sie soll öfter mit Holz und anderen klimafreundlichen Stoffen bauen. So bleiben auch die Heizkosten niedrig.

Grundlage soll die Lebenszyklusanalyse sein, die Bau, Betrieb und Abriss erfasst. Forschung und Einsatz CO2-armer Baustoffe werden gefördert, vor allem als Ersatz für herkömmlichen Beton; Modul- und Holzbau sowie Cradle-to-Cradle-Materialien sollen deutlich zunehmen, eine Förderung von Recyclingbeton wird geprüft. Bei öffentlichen Ausschreibungen sollen bewährte klimafreundliche Baustoffe häufiger vorgeschrieben werden, der Bau der U5 gilt als Pilotprojekt. An hohen Effizienzstandards im Neubau hält das Programm fest, damit Heizkosten bezahlbar bleiben. Auch der Hitzeschutz im Sommer soll gewährleistet sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„Die Stadt und alle ihre öffentlichen Unternehmen sollen künftig im Standard Effizienzhaus 40 oder besser bauen und werden dies über geeignete Instrumente sicherstellen.“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Hohe Effizienzstandards sollen beibehalten und klimafreundliche Baustoffe bei öffentlichen Bauten häufiger vorgeschrieben werden, was den Klimaschutz im Bau schrittweise stärkt.

Energetische Sanierung ohne höhere Warmmieten

Die Grünen wollen mehr Gebäude energetisch sanieren, ohne dass die Kosten einseitig bei den Mietenden landen. Dafür soll die Modernisierungsumlage im Bund sinken und die Förderung für Vermietende steigen.

Alte Häuser sollen besser gedämmt werden. Die Mieter sollen dadurch nicht mehr zahlen. Vermieter sollen weniger Kosten auf die Miete aufschlagen dürfen. Dafür bekommen Vermieter mehr Förder-Geld.

Die Umlage soll ungefähr so hoch sein wie die eingesparten Heizkosten. Bessere Förderprogramme sollen Sanierungen für Vermietende wirtschaftlich machen und tiefe Sanierungen anreizen. Angestrebt wird eine Sanierungsrate von etwa zwei Prozent im Jahr und im Durchschnitt der Standard KfW-Effizienzhaus 70; höhere Standards werden unterstützt, aber nicht zur Regel gemacht. Serielles Sanieren nach dem niederländischen Energiesprong-Prinzip soll mit SAGA und Fördern & Wohnen schneller vorankommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 34)
„Dafür setzen wir uns auf Bundesebene für eine angemessene Absenkung der Modernisierungsumlage ein.“
Seite 34 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Vermietende sollen weniger Sanierungskosten auf die Miete umlegen dürfen, während die öffentliche Förderung steigt.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Sanierungsrate und die Sanierungstiefe sollen über Förderung steigen, was den Klimaschutz im Gebäudebestand schrittweise beschleunigt.

Stadt an Hitze und Starkregen anpassen

Die Grünen wollen die Anpassung an Klimafolgen fest in der Stadtentwicklung verankern. Mehr Grün, entsiegelte Flächen und Wasserelemente sollen Hamburg auf Hochwasser, Starkregen und Hitze vorbereiten.

Das Wetter wird extremer. Es gibt mehr Hitze und mehr starken Regen. Die Grünen wollen die Stadt darauf vorbereiten. Dafür soll es mehr Grün und mehr Wasser in den Vierteln geben.

Bei Neubauten und beim Umbau von Plätzen und Wegen soll stets geprüft werden, wie sich Hitze- und Regenschutz einbauen lassen. Vorrang beim Umbau sollen besonders überflutungsgefährdete Orte haben. Das Pilotprojekt „BlueGreen Street“ in der Königstraße soll auf weitere geeignete Orte, etwa Hauptverkehrsstraßen, übertragen werden. An stark genutzten Hitzeinseln sind Wasserspiele, Schatten und helle Oberflächen vorgesehen. Auch die Nutzung und Speicherung von Regenwasser für städtisches Grün und die Regeninfrastrukturanpassung (RISA) sollen vorangebracht werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Beim Umbau öffentlicher Räume wollen wir die Orte priorisieren, die am stärksten von Hochwasser durch Starkregen oder Überflutung bedroht sind.“
Seite 35 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Sportgroßveranstaltungen klimaneutral durchführen

Die Grünen wollen, dass große Sportereignisse in Hamburg klimaneutral stattfinden. Ihre Klimabilanz soll einheitlich geprüft werden, und öffentliche Fördergelder sollen davon abhängen. Vereine sollen zudem Landesmittel für die energetische Sanierung ihrer Anlagen erhalten.

Große Sport-Feste sollen dem Klima nicht schaden. Fachleute sollen prüfen, wie viel Treibhaus-Gas ein Fest verursacht. Nur dann soll es Geld von der Stadt geben. Vereine bekommen Hilfe, um ihre Anlagen sparsamer zu machen.

Das Programm verweist darauf, dass 2024 unter anderem die Handball-EM, der Ironman und Spiele der Fußball-Europameisterschaft in Hamburg stattfanden und damit auch die Anforderungen an Klimaschutz, Sicherheit und Infrastruktur wachsen. Die Klimabilanz solcher Veranstaltungen soll nach einem standardisierten Verfahren bewertet werden. Öffentliche Förderung soll an das Ergebnis geknüpft sein. Bei Neubau und Sanierung von Sportanlagen sollen Vereine weiterhin Geld des Landes für energetische Modernisierung bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 71)
„Wir wollen, dass alle Sportgroßveranstaltungen klimaneutral geplant und durchgeführt werden.“
Seite 71 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Öffentliche Förderung für Sportgroßveranstaltungen soll neu an eine Klimaprüfung gebunden werden, was eine zusätzliche Klimavorgabe bedeutet.

Klimaschutzverträge des Landes mit der Industrie

Die Grünen wollen, dass Hamburg als Bundesland Klimaschutzverträge mit energieintensiven Industriebetrieben abschließt. Die Stadt würde damit die Mehrkosten klimafreundlicher Produktion gegenüber herkömmlichen Verfahren ausgleichen. Das soll viel CO2 einsparen und den Umbau der Industrie anstoßen.

Klimafreundliche Herstellung ist für Fabriken oft teurer. Die Grünen wollen, dass Hamburg den Unterschied bezahlt. Dafür schließt die Stadt Verträge mit den Firmen. So soll weniger CO2 entstehen.

Das Programm greift die Idee der „Carbon Contracts for Difference“ auf, also Differenzverträge für CO2-arme Produktion. Zielgruppe sind Unternehmen der energieintensiven Industrie. Darüber hinaus sollen neue Technologien gezielt gefördert werden, die dem Klimaschutz stark nutzen, sich aber noch nicht wirtschaftlich betreiben lassen.

Originalzitat anzeigen (Seite 88)
„so als Bundesland über sogenannte Klimaschutzverträge mit Unternehmen der energieintensiven Industrie Mehrkosten klimafreundlicher Produktionsverfahren gegenüber herkömmlichen Verfahren ausgleichen“
Seite 88 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll Unternehmen Mehrkosten mit öffentlichem Geld ausgleichen, was mehr staatliche Industrieförderung bedeutet.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Ein zusätzliches Förderinstrument des Landes soll die Umstellung der Industrie auf klimafreundliche Verfahren beschleunigen.

Industrie beim Umstieg auf fossilfreie Energie unterstützen

Die Grünen wollen Hamburgs Industrie ausbauen und beim Wandel zu einer Wirtschaft ohne fossile Energieträger unterstützen. Die Mineralölbranche soll auf fossilfreie Kraftstoffe umstellen, kleine und mittlere Betriebe sollen Beratung erhalten. Als Kernaufgabe nennt das Programm die Versorgung der Industrie mit bezahlbarer fossilfreier Energie.

Hamburgs Fabriken sollen ohne Öl, Gas und Kohle arbeiten können. Die Grünen wollen ihnen dabei helfen. Kleine Firmen sollen Beratung bekommen. Die Öl-Firmen sollen neue, saubere Kraftstoffe herstellen.

Die Mineralölindustrie soll künftig Wasserstoff, Ammoniak, Ethanol und nachhaltigen Flugkraftstoff produzieren. An der HAW Hamburg soll im dortigen Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien und Energieeffizienz eine finanzierte Beratungsstelle für kleine und mittelständische Unternehmen entstehen. Im Branchennetzwerk Erneuerbare Energien soll ein Batterieforum eingerichtet werden, das auch Recycling einbezieht. Im Industriegebiet Billbrook sollen das Konzept zur Revitalisierung vorangetrieben und Unternehmen der Industrie 4.0 angesiedelt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 89)
„Wir unterstützen den Weg unserer Mineralölindustrie hin zur fossilfreien Kraftstoffproduktion von Wasserstoff über Ammoniak bis hin zu Ethanol und nachhaltigem Luftfahrtkraftstoff“
Seite 89 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Stadt soll den Umbau der Industrie mit öffentlich finanzierter Beratung und gezielter Ansiedlungspolitik lenken.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Industrie soll mit Beratung und Förderung schneller auf fossilfreie Energie und Kraftstoffe umstellen.

Netzentgelte reformieren, Strompreiszonen einführen

Die Grünen wollen sich beim Bund für eine Reform der Netzentgelte und für mehrere Strompreiszonen in Deutschland einsetzen. Aus Sicht des Programms ist Norddeutschland doppelt benachteiligt: Es zahlt höhere Netzentgelte und profitiert wegen der einheitlichen Preiszone nicht direkt vom eigenen Stromzubau. Zudem fordert die Partei einen stärkeren Netzausbau.

Im Norden wird viel Strom erzeugt. Trotzdem ist Strom dort nicht billiger. Die Grünen wollen das ändern. Deutschland soll verschiedene Preis-Zonen für Strom bekommen. Die Kosten für das Strom-Netz sollen neu geregelt werden.

Die Forderungen richten sich an die Bundesregierung. Bisher gilt in Deutschland eine einheitliche Strompreiszone; sie soll aufgeteilt werden. Der Netzausbau soll auf ein europäisches Supergrid zielen, also ein besonders leistungsfähiges Netz für den Ferntransport großer Strommengen.

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„Gegenüber der Bundesregierung setzen wir uns daher für eine Reform der Netzentgelte sowie für eine Aufteilung Deutschlands in Strompreiszonen ein.“
Seite 89 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Regionale Preiszonen würden die Strompreise stärker nach Angebot und Nachfrage vor Ort bilden als die heutige Einheitszone.

  • Europaeher mehr EU

    Mit dem Ziel eines europäischen Supergrids soll die Strominfrastruktur stärker europäisch verbunden werden.

Hafen zum Wasserstoff-Drehkreuz ausbauen

Die Grünen wollen den Hafen mit dem geplanten Sustainable Energy Hub zu einem europäischen Drehkreuz für Wasserstoff und fossilfreie Treibstoffe machen. Auf dem Gelände des früheren Kohlekraftwerks Moorburg und auf ehemaligen Tanklagerflächen sollen sich passende Unternehmen ansiedeln.

Die Grünen wollen im Hafen einen großen Standort für Wasserstoff aufbauen. Wasserstoff ist ein Energie-Träger ohne Kohle, Öl und Gas. Am alten Kohle-Kraftwerk Moorburg entsteht dafür eine Anlage. Dort sollen sich neue Firmen ansiedeln.

Der Sustainable Energy Hub ist entlang von Süderelbe und Rethe geplant. Als ersten Schritt nennt das Programm die Stilllegung des Kohlekraftwerks Moorburg im Jahr 2021. Dort fließen laut Programm über eine Milliarde Euro von privaten Geldgebern, Bund und Stadt in Erzeugung und Verteilung von Wasserstoff. Rund um den Elektrolyseur und auf frei gewordenen Tanklagerflächen sollen Firmen angesiedelt werden, die mit fossilfreier Energie arbeiten.

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„Mit dem Elektrolyseur und den freien Flächen der ehemaligen Tanklager wollen wir innovative Unternehmen ansiedeln, die an den Zukunftsmarkt fossilfreier Energie andocken.“
Seite 91 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft im Hafen soll fossile Energieträger in Industrie und Verkehr schrittweise ersetzen.

Schifffahrt im Hafen klimaneutral machen

Die Grünen wollen Hamburg zum Vorreiter einer klimaneutralen Schifffahrt machen. Dazu gehören Landstrom, Anlagen zum Bunkern alternativer Treibstoffe, ein niedrigeres Hafengeld für emissionsarme Schiffe und eine städtische Flotte mit Vorbildfunktion.

Schiffe sollen dem Klima weniger schaden. Im Hafen sollen sie Strom vom Land bekommen. Sie sollen dort auch neue Treibstoffe tanken können. Saubere Schiffe sollen weniger Hafen-Gebühr zahlen. Die Schiffe der Stadt sollen ein Vorbild sein.

Das Programm verweist auf den EU-Beschluss, die Schifffahrt bis 2050 klimaneutral zu machen, und auf ihre schrittweise Aufnahme in den Emissionshandel seit 2024. Reedereien sollen in Hamburg verlässlich Methanol und Ammoniak bunkern sowie Batterien laden können; dafür sollen Bunker- und Betankungsanlagen schnell geplant und gebaut werden. Die Partei sieht darin auch einen Standortvorteil. Die rund 50 städtischen Schiffe der „Flotte Hamburg“ sollen zeigen, wie Binnenschiffe, Barkassen und Fähren klimaschonend fahren können.

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„Wir wollen über eine Senkung des Hafengelds Anreize setzen für Schiffe, die bereits heute emissionsarm in den Hafen einfahren.“
Seite 95 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Landstrom, alternative Treibstoffe und Gebührenanreize sollen die Emissionen der Schifffahrt schrittweise senken.

Kreuzfahrt und Ausflugsschiffe emissionsärmer machen

Die Grünen wollen bis 2030 die Voraussetzungen für eine emissionsfreie touristische Schifffahrt auf der Elbe schaffen. Auf Kreuzfahrtunternehmen wollen sie regulierend einwirken, damit diese Landstrom nutzen und sauberere Treibstoffe einführen.

Ausflugs-Schiffe auf der Elbe sollen keine Abgase mehr ausstoßen. Bis 2030 wollen die Grünen dafür die Regeln und Anlagen schaffen. Kreuzfahrt-Schiffe sollen im Hafen Strom vom Land nutzen. Sie sollen auch sauberere Treibstoffe verwenden.

Vorbild ist die Alster, wo dies laut Programm bereits erreicht wurde. Für Umrüstung und Neuanschaffung von Barkassen und ähnlichen Booten kann ein Förderprogramm im Fonds für ökologischen Tourismus entstehen. Die Kreuzfahrt gilt dem Programm als wirtschaftliches Standbein; Abfahrten ab Hamburg ersparen Reisenden den Flug zum Starthafen. Angestrebt werden außerdem klimaneutrale Baustoffe wie CO2-freier Stahl, Kreislaufwirtschaft bei Renovierungen sowie Umwelt- und Arbeitsstandards, die über globale und europäische Vorgaben hinausgehen.

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„Wir streben zum Beispiel die konsequente Nutzung der Landstromanlagen an, ebenso die zielstrebige Einführung emissionsärmerer Treibstoffe“
Seite 98 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Touristische Schifffahrt und Kreuzfahrt sollen durch Regeln, Infrastruktur und Förderung schrittweise emissionsfrei werden.

Investitionen auf Klimaneutralität und Sanierung konzentrieren

Die Grünen wollen bei Investitionen Schwerpunkte setzen: Klimaneutralität von Verwaltung und städtischen Unternehmen, Mobilitätswende, Wirtschaftsstandort und sozialer Zusammenhalt. Für die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude soll zusätzlich eine Milliarde Euro in zehn Jahren fließen.

Die Grünen wollen das Geld der Stadt gezielt investieren. Vorrang hat der Klima-Schutz bei Gebäuden und Betrieben der Stadt. Dafür gibt es eine Milliarde Euro extra in zehn Jahren. Die Stadt soll ihre Gebäude nicht verkaufen. Sanieren ist wichtiger als neue Großprojekte.

Weitere Schwerpunkte sind der Ausbau von U-Bahn, S-Bahn, Fernverkehr, On-Demand-Angeboten und Radverkehr sowie Schulen, Häuser der Jugend und Stadtteilkulturzentren. Einen Verkauf öffentlicher Immobilien lehnt die Partei ab. Um Kosten zu senken, sollen bewährte Baulösungen wiederholt statt Gebäude einzeln geplant werden, etwa bei Jugendzentren, Sportstätten und Büros. Behörden sollen ein eigenes Mietbudget erhalten und selbst über Bürofläche entscheiden. Geplante Großprojekte werden auf Umsetzbarkeit geprüft; das Parlament soll Vorhaben in jeder Phase abbrechen können.

Originalzitat anzeigen (Seite 139)
„Wir nehmen nur für die energetische Sanierung der öffentlichen Immobilien zusätzlich eine Milliarde Euro über die nächsten 10 Jahre in die Hand.“
Seite 139 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Immobilien sollen im Eigentum der Stadt bleiben und mit zusätzlichen öffentlichen Investitionen saniert werden.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Investitionen in Klimaneutralität erhalten Vorrang und die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude wird mit zusätzlichem Geld beschleunigt.

Was sagen die anderen Parteien zu Klima und Energie?

Alle Programme in Hamburg im Vergleich