Zum Inhalt springen
parteiprogramm

Grüne zu Gesundheit und Pflege

Aus dem Programm „Gute Gründe für Grün. Regierungsprogramm von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landesverband Hamburg ab 2025“

Bürgerschaftswahl Hamburg 2025, 2. März 2025Original-PDF, 142 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gesundheit und Pflege

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 14 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 14 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 2 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 4 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 1 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Hitzeaktionsplan umsetzen und Kühlzentren schaffen

Die Grünen wollen den 2024 fertiggestellten Hitzeaktionsplan weiter umsetzen und auswerten. Hinzukommen sollen mehr öffentliche Trinkwasserbrunnen und zeitweise Kühlzentren in öffentlichen Gebäuden. Das Programm begründet dies mit dem Gesundheitsrisiko, das Hitze für besonders gefährdete Gruppen bedeutet.

Große Hitze ist gefährlich für die Gesundheit. Hamburg hat einen Plan für den Schutz vor Hitze. Die Grünen wollen diesen Plan weiter umsetzen. Es soll mehr Brunnen mit Trinkwasser geben. Bei großer Hitze sollen kühle Räume für alle offen sein.

Als besonders gefährdet nennt das Programm Kleinkinder, Schwangere, Obdachlose, Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen, Alleinlebende sowie Personen, die viel im Freien arbeiten. Das begleitende Netzwerk zum Hitzeschutz soll seine Arbeit fortsetzen. Die Kühlzentren sollen während extremer Hitzewellen allen offenstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„Dazu gehören für uns auch eine bessere Versorgung mit öffentlichen Trinkwasserbrunnen in der Stadt sowie die Schaffung von temporären Kühlzentren in öffentlichen Gebäuden“
Seite 12 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Gesundheitscheck bei der Vorstellung in der Grundschule

Die Grünen wollen die Pflichtvorstellung kleiner Kinder in der Grundschule um eine Gesundheitsuntersuchung ergänzen. Geprüft werden sollen Entwicklungsstand, Sehen und Hören. Vor allem Kinder ohne Kinderarztpraxis sollen so erreicht werden.

Kleine Kinder stellen sich in der Grundschule vor. Die Grünen wollen dabei auch die Gesundheit prüfen. Fachleute schauen auf Entwicklung, Augen und Ohren. Das hilft Kindern ohne Kinderarzt.

Der Check soll eine Entwicklungsdiagnostik sowie eine Prüfung von Seh- und Hörvermögen umfassen. Kinder, die keine kinderärztliche Betreuung haben, sollen erfasst werden. Der schulärztliche Dienst soll sie weitervermitteln oder selbst versorgen.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Die Vorstellung der 4,5- oder 3,5-Jährigen in den Grundschulen wollen wir mit einem Gesundheitscheck verbinden.“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine zusätzliche öffentliche Vorsorgeuntersuchung durch den schulärztlichen Dienst erweitert staatliche Leistungen.

Psychische und körperliche Gesundheit an Schulen stärken

Die Grünen wollen wegen der steigenden Zahl psychisch erkrankter Schülerinnen und Schüler eine Versorgung nahe an den Schulen aufbauen. Das Projekt der Schulgesundheitsfachkräfte soll mit städtischem Geld ausgeweitet werden. Gesundheit gilt dem Programm als zentrale Voraussetzung für erfolgreiches Lernen.

Immer mehr Schüler haben seelische Probleme. Die Grünen wollen Hilfe in der Nähe der Schulen. Es soll mehr Gesundheits-Fachkräfte an Schulen geben. Die Stadt soll das bezahlen. Lehrer sollen dazu mehr Fortbildungen bekommen.

Die schulortnahe Versorgung soll im Rahmen der Schulentwicklungspläne mit den Fachbehörden und der Kassenärztlichen Vereinigung entstehen. Fortbildungen für Lehrkräfte zu interkulturellen und psychologischen Themen sollen ausgebaut, Erstanlaufstellen wie das „Aktionsbündnis seelische Gesundheit“ gestärkt werden. Die Schulgesundheitsfachkräfte arbeiten an Grundschulen mit niedrigem Sozialindex; das Projekt soll mit Blick auf das erwartete Pflegekompetenzgesetz weiterentwickelt werden, etwa bei der Begleitung chronisch kranker Kinder.

Originalzitat anzeigen (Seite 50)
„zusammen mit den zuständigen Fachbehörden und der Kassenärztlichen Vereinigung eine schulortnahe Versorgung entwickeln“
Seite 50 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Stadt soll zusätzliche Gesundheitsangebote an Schulen finanzieren, was öffentliche Leistungen ausbaut.

Pflege im Quartier planen und stärken

Die Grünen wollen eine verbindliche städtische Planung des Pflegebedarfs einführen, die sich an den Quartieren orientiert. Alle Pflegebedürftigen sollen Angebote finden, die zu ihren Bedürfnissen passen.

Die Grünen wollen die Pflege besser planen. Die Stadt soll wissen, welche Hilfe in welchem Viertel fehlt. Familie und Nachbarn sollen bei der Pflege mithelfen können. Angehörige sollen mehr Beratung bekommen.

Die Lotsenstruktur von QplusAlter, die auf Hilfe zur Selbsthilfe setzt, soll in ganz Hamburg angeboten werden. Für ambulante Pflege nach dem niederländischen Vorbild „Buurtzorg“, die Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft einbindet, ist ein Modellversuch geplant. Pflegestützpunkte sollen pflegende Angehörige häufiger zu Hause beraten. Einrichtungen, die auf LSBTIQ*-Personen eingestellt sind, sollen im Pflegekompass ein Siegel erhalten. Krankenhauspersonal, vor allem in Notaufnahmen, soll regelmäßig im Umgang mit Demenzkranken geschult werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Wir wollen eine verbindliche kommunale, quartiersorientierte Pflegebedarfsplanung aufstellen, um als Stadt den Überblick zu haben, welche Unterstützungsformen wir in den Bezirken brauchen.“
Seite 61 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine verbindliche öffentliche Bedarfsplanung und mehr Beratung stärken die steuernde Rolle der Stadt in der Pflege.

  • Gesellschafteher progressiv

    Pflegeangebote sollen gezielt auf queere Menschen und Menschen mit anderer Muttersprache zugeschnitten werden.

Wohnortnahe medizinische Grundversorgung sichern

Die Grünen wollen, dass Haus- und Kinderarztpraxen sowie niedrigschwellige Anlaufstellen in allen Stadtteilen erreichbar sind. Der Zugang zur Grundversorgung soll nicht vom Wohnort oder von der Mobilität abhängen.

Die Grünen wollen Arzt-Praxen in jedem Stadtteil. Der Weg zum Hausarzt und Kinderarzt soll kurz sein. Es soll auch Gesundheits-Zentren und Beratung in der Nähe geben. Das Gesundheits-Amt soll gestärkt werden.

Je nach Lage vor Ort gehören dazu Primärversorgungszentren wie die Poliklinik Veddel, bezirkliche Gesundheitszentren, Gesundheitskioske und Apotheken. Auf Bundesebene will die Partei erreichen, dass Patientinnen und Patienten erkennen können, wem eine Praxis oder ein Medizinisches Versorgungszentrum gehört; Anlass ist die Sorge vor gewinnorientierter Medizin. Der Öffentliche Gesundheitsdienst soll gestärkt werden, damit er Aufgaben wie Infektionsschutz, Hygiene und Schuleingangsuntersuchungen verlässlich erfüllt.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Deshalb soll die ambulante allgemeinmedizinische Versorgung mit Haus- und Kinderarztpraxen überall wohnortnah erreichbar sein.“
Seite 64 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein gestärkter öffentlicher Gesundheitsdienst und Transparenzpflichten für kapitalgetragene Praxen bedeuten mehr öffentliche Leistungen und Regulierung.

Kindervorsorge verbindlicher machen, Hebammen gewinnen

Die Grünen wollen per Gesetz dafür sorgen, dass alle Kinder an den Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Mütter und Familien sollen durch aufsuchende Angebote und mehr Hebammen besser versorgt werden.

Die Grünen wollen: Alle Kinder sollen zu den Vorsorge-Untersuchungen gehen. Familien bekommen Einladungen in mehreren Sprachen. Mütter und Familien sollen mehr Hilfe bekommen. Dafür soll es mehr Hebammen geben.

Geplant sind gesetzliche Grundlagen für ein ausgeweitetes verbindliches Einlade- und Meldewesen und für den Umgang mit versäumten Terminen. Einladungen sollen verständlicher und mehrsprachig werden, um Sprachbarrieren abzubauen. Für alle Kinder soll anschließende Diagnostik und Therapie bereitstehen. Babylotsen, Mütterberatung und Familienteams sollen nach dem in Harburg erprobten Modell stadtweit zusammenarbeiten. Qualifizierungsprogramme sollen Hebammen die Rückkehr in den Beruf erleichtern.

Originalzitat anzeigen (Seite 65)
„Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass auch Familien ohne Anbindung an die kinderärztliche Versorgung an den U-Untersuchungen teilnehmen“
Seite 65 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein verbindliches staatliches Einladewesen und ausgebaute aufsuchende Hilfen erweitern öffentliche Leistungen.

Hürden beim Zugang zur Gesundheitsversorgung abbauen

Die Grünen wollen Sprachmittlung in Praxen und Kliniken ausweiten und beim Bund als gesetzliche Leistung durchsetzen. Zudem sollen Praxen barrierefrei werden und Menschen ohne Krankenversicherung sowie Obdachlose besser versorgt werden.

Die Grünen wollen: Jeder soll mit dem Arzt sprechen können. Dafür soll es mehr Übersetzer in Praxen und Kliniken geben. Praxen sollen ohne Hindernisse erreichbar sein. Menschen ohne Kranken-Versicherung sollen Hilfe bekommen. Für obdachlose Menschen soll es eine feste Praxis geben.

Gemeinsam mit Kassenärztlicher Vereinigung und Krankenkassen soll auf barrierefreie Versorgung hingearbeitet werden, besonders bei gynäkologischen Praxen. Die Partei will prüfen, ob Hamburg ein bundesweiter Schwerpunkt für gruppentherapeutische Angebote in Gebärdensprache werden kann. Die Clearingstelle, die Ansprüche Unversicherter klärt und auch anonym berät, sowie der Fonds für Notfallbehandlungen sollen finanziell gesichert und ausgebaut werden. Für Obdachlose soll es zusätzlich zur mobilen Versorgung wenigstens eine Praxis geben, die leicht zu erreichen ist und regelmäßig geöffnet hat.

Originalzitat anzeigen (Seite 65)
„Deshalb wollen wir die Bereitstellung von Sprachmittlungsdiensten in Praxen und Aufnahmestationen von Krankenhäusern ausweiten und machen uns im Bund dafür stark, dass dies zur gesetzlichen Leistung wird.“
Seite 65 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Sprachmittlung als neue Kassenleistung und gesicherte Mittel für Unversicherte erweitern öffentliche Gesundheitsleistungen.

  • Migrationeher offen

    Sprachmittlung und anonyme Hilfe für Unversicherte erleichtern Zugewanderten den Zugang zur Versorgung.

Zentren für ME/CFS und FASD am UKE aufbauen

Die Grünen wollen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf einen Standort für Forschung und Behandlung postviraler Erkrankungen wie ME/CFS schaffen. Außerdem soll ein Kompetenzzentrum für Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD) entstehen.

Die Grünen wollen kranken Menschen mit Langzeit-Folgen nach Infektionen helfen. An der Uni-Klinik soll dazu geforscht und behandelt werden. Es soll auch ein Zentrum für FASD geben. FASD ist eine Behinderung durch Alkohol in der Schwangerschaft.

Nach dem Programm ist die Versorgung von Menschen mit Langzeitfolgen etwa nach Covid-19 vielerorts unbefriedigend. Fortbildungen für Ärztinnen und Ärzte auf diesem Gebiet sollen Vorrang haben, dazu steht die Partei im Austausch mit der Kassenärztlichen Vereinigung. Für langzeiterkrankte Schülerinnen und Schüler soll ein Unterrichtsangebot entwickelt werden. Das FASD-Kompetenzzentrum soll interdisziplinär arbeiten und das UKE einbeziehen, weil Betroffene oft Schwierigkeiten im Alltag haben.

Originalzitat anzeigen (Seite 65)
„Wir setzen uns dafür ein, dass am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ein neuer Forschungs- und auch Behandlungsstandort entsteht“
Seite 65 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue öffentlich getragene Forschungs- und Behandlungszentren bauen staatliche Gesundheitsleistungen aus.

Kliniken spezialisieren und Notfallzentren einrichten

Die Grünen wollen im Zuge der Krankenhausreform mit den Kliniken an weiterer Spezialisierung und transparenter Qualität arbeiten. Ambulante und stationäre Versorgung sollen enger verzahnt werden, vor allem durch Integrierte Notfallzentren in ganz Hamburg.

Die Grünen wollen die Kranken-Häuser weiter verbessern. Kliniken sollen sich auf bestimmte Aufgaben spezialisieren. Sie sollen genug Geld bekommen. In der ganzen Stadt soll es Notfall-Zentren geben. Dort arbeiten Praxen und Kliniken zusammen.

Die Partei setzt sich auf allen Ebenen für eine ausreichende Finanzierung der Krankenhäuser ein. Bei der Investitionsförderung sollen Anreize für mehr Nachhaltigkeit gesetzt werden. Für die Notfallzentren sind nach dem Programm Vorgaben des Bundes sowie die Kooperation von Kliniken und Kassenärztlicher Vereinigung nötig. Die Vielfalt der Hamburger Krankenhäuser vom Maximalversorger bis zur Basisversorgung im Stadtteil gilt der Partei als Stärke.

Originalzitat anzeigen (Seite 66)
„Wir unterstützen die Einrichtung von Integrierten Notfallzentren (INZ) im ganzen Stadtgebiet.“
Seite 66 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Forderung nach ausreichender öffentlicher Klinikfinanzierung und Investitionsförderung stärkt öffentliche Ausgaben im Gesundheitswesen.

Rauchverbot in Gastronomie und an Haltestellen ausweiten

Die Grünen wollen das Hamburger Passivraucherschutzgesetz verschärfen. Ausnahmen für das Rauchen in Gaststätten sollen entfallen, und auch Außengastronomie und Haltestellen sollen rauchfrei werden.

Die Grünen wollen weniger Rauchen an öffentlichen Orten. In Gaststätten soll man gar nicht mehr rauchen dürfen. Das gilt auch draußen vor Gaststätten. Auch an Haltestellen soll Rauchen verboten sein.

Die Partei begründet das Vorhaben damit, dass konsequenter Schutz vor Passivrauch aktiver Gesundheitsschutz sei. Die Reform betrifft drei Bereiche: die bisherigen Ausnahmen in der Gastronomie, die Außenbereiche von Lokalen und die Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs. Alle drei sollen Nichtraucherzonen werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 66)
„Wir wollen deshalb das Hamburger Passivraucherschutzgesetz dahingehend reformieren, Ausnahmen für das Rauchen in der Gastronomie zu streichen“
Seite 66 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Gestrichene Ausnahmen und neue Rauchverbotszonen verschärfen die Auflagen für Gastronomiebetriebe.

Prävention und Gesundheit am Arbeitsplatz stärken

Die Grünen wollen Gesundheitsförderung in allen Lebensphasen ausbauen und Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz verhindern. Auch die medizinische Versorgung von Gefangenen während und nach der Haft soll verbessert werden.

Die Grünen wollen, dass Menschen gesund bleiben. Es soll gesundes Essen in Kitas, Schulen und Heimen geben. Am Arbeits-Platz soll es keine Gewalt und Belästigung geben. Gefangene sollen auch nach der Haft gut versorgt sein.

Schwerpunkte der Prävention sind gesunde Ernährung in Kita, Schule, Krankenhaus und Pflegeheim, Bewegungsangebote im Quartier und mehr Gesundheitskompetenz. Die ILO-Konvention 190 gegen Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt soll im Bund und in Hamburg umgesetzt werden. Krankenkassen sollen Beschäftigte im Krankengeldbezug beraten und über das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) informieren, damit psychisch Erkrankte nicht in die Rente gedrängt werden. Betriebliche Gesundheitsförderung soll kassenübergreifend vor allem kleinen Unternehmen zugutekommen. Für Haftentlassene soll ein Entlassungsmanagement Behandlung und Versicherungsschutz lückenlos sichern; für die Früherkennung von Infektionen in Haft sollen Mittel bereitstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 66)
„Einen Schwerpunkt legen wir auf die Verhinderung von Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz durch intensive Aktivitäten zur Umsetzung der ILO-Konvention 190 auf Bundesebene und in Hamburg.“
Seite 66 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentliche Präventionsangebote, Vorgaben zum Arbeitsschutz und zusätzliche Mittel für Gefangenenversorgung stärken die Rolle des Staates.

Psychiatrische Hilfen und Notdienst ausbauen

Die Grünen wollen ambulante und aufsuchende Hilfen für psychisch kranke Menschen stärken und den psychiatrischen Notdienst ausbauen. So sollen wiederholte Klinikaufenthalte und Obdachlosigkeit vermieden werden. Auch die Traumabehandlung für Geflüchtete soll wachsen.

Die Grünen wollen mehr Hilfe für Menschen mit seelischen Krankheiten. Der psychiatrische Notdienst soll größer werden. Anträge auf Hilfe sollen die Ämter schneller bearbeiten. Auch Geflüchtete mit schlimmen Erlebnissen sollen mehr Behandlung bekommen.

Das Programm will bestehende aufsuchende Angebote wie die Ambulante Sozialpsychiatrie (ASP) stärken. Das Fachamt Eingliederungshilfe soll Anträge rasch bearbeiten und Gesamtplankonferenzen bald nach dem Antrag ansetzen; dafür soll die Sozialbehörde personell und digital gut ausgestattet sein. Der psychiatrische Notdienst im Öffentlichen Gesundheitsdienst soll ausgebaut werden. Weil viele traumatisierte Geflüchtete psychische Erkrankungen und Suchtprobleme entwickeln, soll die ambulante und stationäre Traumabehandlung erweitert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 67)
„Im Bereich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes ist es von entscheidender Bedeutung, den psychiatrischen Notdienst auszubauen.“
Seite 67 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Hilfsangebote und die Ausstattung der Sozialbehörde sollen ausgebaut werden, was mehr staatliche Leistungen bedeutet.

Pflegeausbildung und Rolle der Pflege stärken

Die Grünen wollen Ausbildungsabbrüche in der Pflege verringern, indem sie Schulsozialarbeit an Pflegeschulen fördern. Pflegefachkräfte sollen in der wohnortnahen Grundversorgung mehr Aufgaben übernehmen. Interkulturelle und diskriminierungsfreie Pflege soll verbindlich verankert werden.

Viele Menschen brechen die Ausbildung in der Pflege ab. Die Grünen wollen deshalb Sozial-Arbeiter an Pflege-Schulen fördern. Pflege-Kräfte sollen in den Stadtteilen mehr Aufgaben bekommen. Niemand soll in der Pflege benachteiligt werden.

Auf Grundlage des Pflegekompetenzgesetzes soll professionelle Pflege in der Primärversorgung stärker genutzt werden, etwa durch eine gestärkte Stellung von Community Health Nurses in lokalen Gesundheits- und Primärversorgungszentren. Beruflich Pflegende sollen mehr Einfluss auf die Strukturen der Gesundheitsversorgung erhalten. Das Angebot an Fachweiterbildungen soll wachsen, vor allem in der Kinderkrankenpflege. Pflegeeinrichtungen sollen Hilfe beim Erwerb von Siegeln wie „Lebensort Vielfalt“ bekommen. Interkulturalität und Diskriminierungsfreiheit sollen in Ausbildung und Einrichtungen verpflichtend sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 67)
„Dem wollen wir begegnen, indem wir die Einführung von Schulsozialarbeiter*innen an Pflegeschulen fördern.“
Seite 67 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Interkulturelle und diskriminierungsfreie Pflege soll verbindlich verankert werden, was Vielfalt als Maßstab stärkt.

Drogenpolitik auf Prävention und Entkriminalisierung ausrichten

Die Grünen wollen in der Drogen- und Suchtpolitik auf Vorbeugung, Schadensminderung und Entkriminalisierung statt auf Strafverfolgung von Abhängigen setzen. Die Suchthilfe soll dauerhaft finanziert und Aufklärung an Schulen verpflichtend werden. Das Cannabisgesetz soll in Hamburg umgesetzt werden.

Die Grünen wollen Süchtige nicht bestrafen. Sie wollen ihnen helfen und sie beraten. Schulen sollen Kinder früh über Drogen aufklären. Die Sucht-Hilfe soll genug Geld bekommen. Das Cannabis-Gesetz soll in Hamburg gelten.

Tarifsteigerungen in den Einrichtungen der Drogen- und Suchthilfe sowie der Prävention sollen von der Stadt ausgeglichen werden, damit Personal und Angebot erhalten bleiben. An Schulen soll Aufklärung noch vor der Pubertät Pflicht werden, in Zusammenarbeit mit der Suchthilfe. Das Cannabisgesetz will die Partei in einer Balance aus persönlicher Freiheit und öffentlicher Vorsorge umsetzen. In möglichen Modellregionen soll wissenschaftlich untersucht werden, wie kommerzielle Lieferketten auf Gesundheits- und Jugendschutz sowie den Schwarzmarkt wirken.

Originalzitat anzeigen (Seite 68)
„Statt einer Kriminalisierung von Abhängigen brauchen wir mehr Präventionsarbeit, Selbstbestimmung, Schadensminimierung, Entkriminalisierung sowie passgenaue Beratungs- und Hilfsangebote.“
Seite 68 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Abhängige sollen weniger strafrechtlich verfolgt werden, was Strafrecht zugunsten von Hilfe und Selbstbestimmung zurücknimmt.

  • Gesellschafteher progressiv

    Selbstbestimmung beim Konsum und die Umsetzung der Cannabis-Legalisierung werden unterstützt, was einem liberaleren Umgang mit Drogen entspricht.

Drug-Checking und niedrigschwellige Suchthilfe ermöglichen

Die Grünen wollen in Hamburg Drug-Checking anbieten, also die Untersuchung von Drogen auf ihre Inhaltsstoffe, um Konsumrisiken zu senken. Leicht zugängliche Hilfsangebote und die Versorgung mit Ersatzstoffen sollen gesichert werden.

Beim Drug-Checking prüfen Fachleute, was in einer Droge steckt. Die Grünen wollen das in Hamburg möglich machen. Das soll Menschen vor gefährlichen Stoffen schützen. Auch Hilfe ohne Hürden soll es weiter geben. Süchtige sollen Ersatz-Stoffe vom Arzt bekommen können.

Drug-Checking soll fest in vorhandenen Drogenberatungsstellen und Konsumräumen sowie mobil vor Ort, etwa in Clubs, stattfinden. Das in der Pandemie entstandene Substitutionsangebot beim Hauptbahnhof, das auch Menschen ohne Krankenversicherung nutzen können, soll dauerhaft gesichert werden. Einem Mangel an substituierenden Ärztinnen und Ärzten durch Ruhestand will die Partei gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung vorbeugen. Im Bund setzt sie sich für leichteren Zugang zur Substitution auch mit anderen Mitteln als Methadon und für eine bessere Vergütung ein.

Originalzitat anzeigen (Seite 68)
„Nun müssen die Möglichkeiten für die Wahrnehmung von Drug-Checking geschaffen werden.“
Seite 68 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Der Umgang mit illegalen Drogen soll stärker über Schadensminderung als über Strafverfolgung laufen, was dem Pol der Freiheitsrechte entspricht.

Glücksspiel strenger regulieren, Werbung verbieten

Die Grünen wollen den Schutz vor Glücksspielsucht verbessern. Bei der nächsten Reform des Glücksspielstaatsvertrags sollen Werbung für Glücksspiel und Sportwetten verboten und ein monatliches Einsatzlimit ohne Ausnahmen festgelegt werden.

Glücksspiel kann süchtig machen. Die Grünen wollen Werbung für Glücksspiel und Sport-Wetten verbieten. Jeder soll höchstens 1.000 Euro im Monat einsetzen dürfen. Für Spielhallen sollen die strengen Regeln bleiben.

Das Einsatzlimit soll bei höchstens 1.000 Euro pro Person und Monat liegen, und die bundesweite Sperrdatei soll erweitert werden. In Hamburg will die Partei die Regeln für Spielhallen und Wettvermittlungsstellen beibehalten, vor allem das Verbot von Mehrfachkonzessionen und die Abstandsvorgaben. Auf Bundes- und EU-Ebene tritt sie für strengere Regeln bis zum Verbot von glücksspielähnlichen Elementen in Computerspielen wie Lootboxen ein. Rechtsberatung für Spielsüchtige soll stärker gefördert werden, damit sie gegen illegale Angebote vorgehen können.

Originalzitat anzeigen (Seite 68)
„dass Werbung für Glücksspiel und Sportwetten untersagt, ein Einsatzlimit von höchstens 1.000 Euro pro Monat pro Spieler*in ohne Ausnahmen festgeschrieben und die bundesweite zentrale Sperrdatei ausgeweitet wird.“
Seite 68 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Glücksspielmarkt soll durch Werbeverbot und ausnahmsloses Einsatzlimit strenger reguliert werden als heute.

Pflegeangebote für queere Menschen ausbauen

Die Grünen wollen die Pflege für queere Menschen stark erweitern, etwa mit eigenen Fachstellen und geschultem Personal in Kliniken und Heimen. Das Programm schätzt die Zahl queerer Pflegebedürftiger in Hamburg auf 4.500 bis 9.000 und sieht einen Mangel an diskriminierungsfreien Angeboten, der zu Isolation führe.

In Hamburg brauchen viele queere Menschen Pflege. Für sie gibt es oft keine passenden Angebote. Die Grünen wollen deshalb viel mehr Angebote schaffen. Pflegekräfte sollen dafür geschult werden. Queere ältere Menschen sollen auch in wichtigen Gremien mitreden.

Geplant sind sensibilisierte Pflegestützpunkte, Leuchtturmprojekte und eine LSBTIQ*-Vertretung im Landespflegeausschuss. Aus dem Projekt „Älter werden unterm Regenbogen“ sollen zwei Fachstellen für Alter und Beratung hervorgehen. Die Qualifizierung von Pflegekräften und die Forschung zur Lage queerer Pflegebedürftiger sollen gefördert werden. Queere Seniorinnen und Senioren sollen einen festen Sitz im Landesseniorenrat erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 118)
„Wir wollen die Pflegeangebote für queere Menschen massiv ausbauen, unter anderem durch eigene Fachstellen für queeres Wohnen, Leben und Pflegen“
Seite 118 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue Fachstellen und geförderte Qualifizierung bedeuten zusätzliche öffentliche Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Belange queerer Menschen sollen in Pflege und Gremien stärker berücksichtigt werden als bisher.

Feuerwehr und Rettungsdienst neu aufstellen

Die Grünen wollen den Rettungsdienst medizinisch eigenständig organisieren und mit eigenem ärztlichem Personal ausstatten. Er soll enger mit Praxen, Kliniken und anderen Hilfsangeboten vernetzt werden, weil die Einsatzzahlen steigen. Die Sanierung der Freiwilligen Feuerwehren soll weiterlaufen.

Der Rettungs-Dienst hat immer mehr Einsätze. Die Grünen wollen ihm eigene Ärztinnen und Ärzte geben. Er soll besser mit Kliniken und Praxen zusammenarbeiten. Die Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr sollen weiter erneuert werden.

Ärztliches Personal soll rund um die Uhr in der Organisation und in der Leitstelle arbeiten. Die Integrierte Feuerwehrleitstelle erhält einen Neubau und soll mit ärztlichem Notdienst, Krankentransport und Pflegenotruf verknüpft werden, gestützt auf eine durchgehend digitale Rettungskette. Der „Hansesanitäter“ soll als neues Angebot für Fälle ohne Kliniktransport getestet werden, und der Krankentransport soll neu geordnet werden, um Bagatelleinsätze zu verringern. Für Sanitäterinnen und Sanitäter sind flexiblere Beschäftigungsmodelle, mehr Entwicklungsmöglichkeiten und eine modernere Ausbildungsumgebung vorgesehen. Hinzu kommen Qualitätsmanagement und Datenaustausch mit überregionalen Registern.

Originalzitat anzeigen (Seite 121)
„wollen wir den Rettungsdienst medizinisch unabhängig nach dem Vorbild Berlins aufstellen“
Seite 121 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr eigenes Personal, ein Neubau und Sanierungen bedeuten zusätzliche öffentliche Investitionen in die Daseinsvorsorge.

Ersthelfer-App und mehr Defibrillatoren einführen

Die Grünen wollen eine App einsetzen, die bei einem Notruf medizinisch geschulte Menschen in der Nähe alarmiert. Dazu kommen Wiederbelebungskurse und mehr öffentlich zugängliche Defibrillatoren. Begründet wird das damit, dass bei einem Herzstillstand jede Sekunde zählt und der Rettungsdienst einige Minuten braucht.

Bei einem Herz-Stillstand muss Hilfe sehr schnell kommen. Die Grünen wollen eine App für Ersthelfer. Die App ruft geschulte Menschen aus der Nähe. Es soll auch mehr Kurse für Wiederbelebung geben. An mehr Orten sollen Defibrillatoren hängen. Das sind Geräte, die das Herz wieder starten.

Regelmäßige Fortbildungen zur Wiederbelebung sollen in Schulen und öffentlichen Einrichtungen stattfinden. Laien-Defibrillatoren (AED) sollen an mehr öffentlichen Orten hängen und bei neuen öffentlichen Gebäuden standardmäßig eingeplant werden. Außerdem wollen die Grünen die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern bei der Rettung ausbauen.

Originalzitat anzeigen (Seite 122)
„Deshalb wollen wir eine Notruf-Ersthelfer-App in der Stadt zum Einsatz bringen, die es ermöglicht, medizinisch kundige Bürger*innen in der Umgebung zu Hilfe zu holen.“
Seite 122 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Psychiatrische Versorgung in Haft verbessern

Die Grünen wollen im Justizvollzug eine psychiatrische Kurzzeitstation schaffen und den Maßregelvollzug nach Bedarf ausbauen. Hintergrund ist nach dem Programm die Zunahme psychischer Erkrankungen unter Gefangenen. Die Vorbeugung gegen Suizide in Haft soll weiterentwickelt werden.

Immer mehr Gefangene haben seelische Krankheiten. Die Grünen wollen dafür eine eigene Station im Gefängnis einrichten. Auch der Maßregel-Vollzug soll mehr Plätze bekommen. Das ist eine Klinik für psychisch kranke Straftäter. Die Grünen wollen Suizide in Haft verhindern.

Die gesundheitliche Versorgung im Vollzug bewertet das Programm insgesamt als gut, sieht aber große Herausforderungen bei psychischen und psychiatrischen Erkrankungen. Der Ausbau des Maßregelvollzugs soll den Justizvollzug entlasten. Die bereits überarbeiteten Konzepte zur Suizidprävention sollen fortgeführt und angepasst werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 124)
„werden wir eine psychiatrische Kurzzeitstation im Justizvollzug einrichten“
Seite 124 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Was sagen die anderen Parteien zu Gesundheit und Pflege?

Alle Programme in Hamburg im Vergleich