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Grüne zur Bildung

Aus dem Programm „Politik ändern. Berlin bleiben.“

Abgeordnetenhauswahl Berlin 2026, 20. September 2026Original-PDF, 256 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,1), aus 14 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 13 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 2 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 8 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Europaeher mehr EU (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 1 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 1 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

  • Migrationeher offen (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 4 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Umwelt- und Klimabildung ausbauen

Die Grünen wollen Umweltbildung in jedem Bezirk dauerhaft etablieren und beim Senat eine zentrale Stelle dafür schaffen. Schul- und Kitahöfe sollen naturnah werden, und Berlin soll ein „Klimahaus“ als Lernort bekommen.

Die Grünen wollen, dass Menschen mehr über Umwelt und Klima lernen. In jedem Bezirk soll es dafür Angebote geben. Schul-Höfe und Kita-Höfe sollen grüner werden. Berlin soll ein Klima-Haus bekommen. Dort können Menschen lernen und sich treffen.

Gartenarbeitsschulen sollen bestehen bleiben, Umweltbildungszentren und -projekte wachsen, und das Programm der Stadtnaturranger soll größer werden. Naturnahe Höfe an Schulen und Kitas sowie weitere Naturerfahrungsräume sollen überall entstehen. Sie sollen Kindern gesunde Aufenthaltsorte bieten, die Artenvielfalt fördern und spielerisches Lernen erlauben. Das „Klimahaus“ ist als zentraler Ort für Bildung, Begegnung und Teilhabe gedacht.

Originalzitat anzeigen (Seite 28)
„Wir wollen Umweltbildung in allen Bezirken fest verankern und eine zentrale Stabsstelle für Bildung für nachhaltige Entwicklung beim Senat einrichten.“
Seite 28 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Meisterausbildung gebührenfrei machen, Handwerk stärken

Die Grünen wollen die Meisterausbildung kostenlos, flexibler und geschlechtergerechter gestalten. Handwerksbetriebe sollen wohnortnahe Standorte behalten und mehr Parkplätze für den Wirtschaftsverkehr bekommen. Außerdem will die Partei die Ausbildung von Geflüchteten in Betrieben fördern.

Das Handwerk ist wichtig für den Klimaschutz in Berlin. Die Ausbildung zum Meister soll nichts mehr kosten. Man soll sie neben dem Beruf machen können. Betriebe sollen in den Wohn-Vierteln bleiben können. Betriebe sollen Hilfe bekommen, wenn sie Geflüchtete ausbilden.

Die Meisterausbildung soll sowohl neben dem Beruf als auch direkt nach der Lehre möglich sein. Die Partei will Aufstieg, Gründungen und Betriebsnachfolgen im Handwerk fördern und Betriebe unterstützen, die Beschäftigte zur Meisterqualifikation führen. Mit den Beteiligten soll besprochen werden, ob Teile der Meisterausbildung nach Thüringer Beispiel schon während des Abiturs an Oberstufenzentren angeboten werden können. Zusammen mit den Kammern sollen Unternehmen dabei begleitet werden, Geflüchtete als Auszubildende aufzunehmen. Das Handwerk gilt dem Programm als Schlüssel für den klimaneutralen Umbau, etwa bei Solaranlagen, Wärmepumpen und Dämmung.

Originalzitat anzeigen (Seite 102)
„Die Meister*innenausbildung soll gebührenfrei, geschlechtergerechter und flexibler gestaltet werden“
Seite 102 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Übernahme der Meistergebühren durch die öffentliche Hand weitet eine staatlich finanzierte Bildungsleistung aus.

  • Migrationeher offen

    Die Förderung der Ausbildung Geflüchteter in Betrieben stärkt deren Integration in den Arbeitsmarkt schrittweise.

Hochschulverträge neu aushandeln und Finanzierung erhöhen

Die Grünen wollen langfristige Hochschulverträge gemeinsam mit den Hochschulen neu gestalten und die Mittel verlässlich anheben. Damit sollen Planungssicherheit entstehen und das Vertrauen zurückkehren, das aus Sicht des Programms durch Kürzungen und die Kündigung der Verträge verloren ging. Dazu kommt ein Programm zur Sanierung der Gebäude.

Die Grünen wollen neue Verträge mit den Hochschulen schließen. Die Hochschulen sollen dabei mitreden. Sie sollen verlässlich mehr Geld bekommen. So können sie besser planen. Auch Hörsäle, Labore und Bibliotheken sollen erneuert werden.

Die Verträge sollen das wichtigste Steuerungsmittel der Berliner Wissenschaftspolitik sein und unter Beteiligung der Hochschulgremien entstehen. Die Finanzierung soll rechtlich abgesichert werden und steigende Kosten auffangen. Das Programm bekennt sich zur Wissenschaftsfreiheit und zur Autonomie der Hochschulen und will einen offenen Dialog zwischen Senat, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Eine Sanierungs- und Modernisierungsoffensive soll die Gebäude klimagerecht, barrierefrei und digital zeitgemäß machen. Zugleich sollen Verwaltung und Forschung von Bürokratie entlastet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 114)
„Deshalb wollen wir Hochschulverträge künftig in einem partizipativen Prozess mit den Hochschulen, unter Einbeziehung ihrer Gremien, neugestalten, die Finanzierung verlässlich erhöhen“
Seite 114 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentlichen Mittel für Hochschulen und ihre Gebäude sollen gegenüber den aktuellen Kürzungen wieder steigen, also mehr staatliche Investitionen.

Mehr Dauerstellen und Tarifvertrag an Hochschulen

Die Grünen wollen den Anteil unbefristeter Stellen in der Wissenschaft per Gesetz deutlich erhöhen, vor allem für promovierte Forschende. Lehrbeauftragte sollen besser bezahlt werden, und studentische Beschäftigte sollen einen neuen Tarifvertrag bekommen. Berlin soll nach dem Programm wieder Vorbild für attraktive Laufbahnen in der Wissenschaft werden.

Viele Forschende haben nur befristete Verträge. Die Grünen wollen mehr feste Stellen schaffen. Dafür soll es ein Gesetz geben. Lehrbeauftragte sollen mehr Geld bekommen. Studierende mit Job an der Hochschule sollen einen neuen Tarifvertrag bekommen.

Die gesetzliche Regelung soll mit der Verfassung vereinbar sein und besonders Postdocs zugutekommen. Mit den Hochschulen ist ein verbindlicher Dialog über weniger Befristungen geplant, verbunden mit Anreizen für mehr Dauerstellen. Daueraufgaben sollen ausschließlich Beschäftigte der Hochschule erledigen. Der neue Tarifvertrag soll Studierenden unabhängig von ihrer sozialen Herkunft ermöglichen, von wissenschaftlicher Arbeit zu leben; im Bund setzt sich die Partei für einen TV-Stud ein. Flache Hierarchien und Department-Strukturen will sie stärker fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 114)
„Wir wollen eine verfassungskonforme gesetzliche Grundlage schaffen, um den Anteil festangestellter Wissenschaftler*innen, insbesondere Postdocs, deutlich zu erhöhen.“
Seite 114 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Gesetzliche Vorgaben für mehr Dauerstellen, bessere Bezahlung und Tarifbindung stärken Arbeitnehmerrechte im öffentlichen Wissenschaftsbetrieb.

Forschung zu demokratischer Resilienz ausbauen

Die Grünen wollen Berlin zum wichtigsten Standort für Forschung über die Widerstandskraft der Demokratie machen. Als Grund nennt das Programm wachsende antidemokratische Bewegungen. Zugleich sollen Initiativen wachsen, die bedrohte Forschende und Studierende aufnehmen.

Die Grünen wollen mehr Forschung zum Schutz der Demokratie. Berlin soll dabei führend sein. Geforscht wird zum Beispiel zu gefälschten Videos und Hass im Internet. Berlin soll auch bedrohte Forschende aus anderen Ländern aufnehmen.

Das Vorhaben reicht von der Grundlagenforschung bis zur angewandten Forschung. Das Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft soll dauerhaft gesichert werden. Ausgebaut werden soll die Forschung zu Deepfakes, digitaler Hassrede, vor allem gegen FLINTA*-Forschende, und Verschwörungserzählungen. Kooperationen mit Staaten, in denen demokratische Freiheiten unter Druck stehen, sollen leichter zugänglich werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 116)
„wollen wir Bündnisgrüne Berlin zum führenden Forschungsstandort für demokratische Resilienz machen“
Seite 116 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Programme zur Aufnahme bedrohter Forschender und Studierender aus dem Ausland sollen ausgebaut werden, was Schutzangebote schrittweise erweitert.

Europa-Bildung in Schulen und Forschung stärken

Die Grünen wollen europäische Themen fest in den Lehrplänen verankern und allen Lernenden Auslandserfahrungen in Europa ermöglichen. Außerdem soll ein neues Forschungszentrum zu den Umbrüchen in Osteuropa entstehen.

Schülerinnen und Schüler sollen mehr über Europa lernen. Das soll fest im Lehrplan stehen. Alle Lernenden sollen ins europäische Ausland gehen können. Die Grünen wollen auch ein neues Forschungs-Zentrum zu Osteuropa gründen.

Geplant ist eine „Konzertierte Aktion Europa-Bildung“, eine gemeinsame Strategie aller Beteiligten, die Austauschprogramme bei Bildungs- und Jugendeinrichtungen bekannter macht. Proeuropäische Bildungsinitiativen sollen gefördert und das Modell der Europaschule auf sämtliche Bildungsbereiche übertragen werden. Ein „Centre for Eastern European Transitions“ soll als Bildungs- und Forschungsort den Austausch über Ländergrenzen hinweg ermöglichen und das Verständnis für frühere und heutige Umbrüche fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 121)
„Wir verankern europäische Themen wie Grundfreiheiten, Einigungsgeschichte und Unionsbürgerschaft verbindlich in den Lehrplänen“
Seite 121 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Verbindliche Europa-Themen im Unterricht und geförderte proeuropäische Initiativen stärken die Bindung an die EU schrittweise.

Freiwilligen Religionsunterricht nach Berliner Modell erhalten

Die Grünen wollen den freiwilligen Religions- und Weltanschauungsunterricht an Berliner Schulen beibehalten und stärken. Die Alevitische Gemeinde soll an der Humboldt-Universität einen eigenen Lehrstuhl bekommen.

In Berlin ist Religions-Unterricht freiwillig. Die Grünen wollen das so lassen. Der Unterricht soll bessere Bedingungen bekommen. Die Aleviten sollen einen eigenen Lehrstuhl an der Universität bekommen.

Das Programm lehnt es ab, das Berliner Modell abzuwickeln, und will die Rahmenbedingungen des Unterrichts verbessern. Der alevitische Lehrstuhl an der Humboldt-Universität soll die Ausbildung von Lehrkräften für alevitischen Religionsunterricht akademisch absichern. Außerdem wollen die Grünen alevitisches Leben sichtbarer machen und das Ehrenamt in alevitischen Gemeinden fördern. Projekte wie Kitas mehrerer Religionen werden unterstützt.

Originalzitat anzeigen (Seite 170)
„Wir halten am Berliner Modell des freiwilligen Religions- und Weltanschauungsunterrichts an Berliner Schulen fest, wollen ihn stärken und für bessere Rahmenbedingungen sorgen.“
Seite 170 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der freiwillige Unterricht wird gegen eine diskutierte Abwicklung verteidigt und eine weitere Glaubensgemeinschaft akademisch gleichgestellt.

Betreuungsschlüssel und Sprachbildung in Kitas verbessern

Die Grünen wollen, dass in Kitas mehr Fachkräfte auf die Kinder kommen, und die Sprachbildung ausbauen. Das Programm versteht die Kita als Lern- und Lebensraum, in dem das freie Spiel eine wichtige Rolle hat.

Die Grünen wollen mehr Fach-Kräfte für die Kinder in Kitas. Dann haben die Fach-Kräfte mehr Zeit für jedes Kind. Kinder sollen in der Kita besser Sprache lernen. Auch ihre erste Sprache soll gefördert werden.

Nach dem Programm ist die Kita mehr als Betreuung; Bildung wird dort als ganzheitlicher Vorgang verstanden, der auch auf die Schule vorbereitet. Das soll sich in der Umsetzung des Berliner Bildungsprogramms zeigen. Ein besserer Betreuungsschlüssel soll den Fachkräften ermöglichen, ihre Aufgaben gut zu erfüllen. Bei der Sprachbildung sollen auch die Erstsprachen von Kindern gefördert werden, die zu Hause nicht Deutsch sprechen. Dazu zählen Gebärdensprachen und alternative Kommunikationsformen bei Behinderung.

Originalzitat anzeigen (Seite 182)
„Deshalb wollen wir den Betreuungsschlüssel in Kitas weiter verbessern.“
Seite 182 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal je Kind und mehr Sprachförderung bauen die öffentlich finanzierte Kinderbetreuung schrittweise aus.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Förderung von Erstsprachen neben Deutsch und die Wertschätzung sprachlicher Vielfalt stehen für Offenheit gegenüber gesellschaftlicher Vielfalt.

Verbindliche Sprachförderung vor der Einschulung einführen

Die Grünen wollen, dass Kinder mit geringen Deutschkenntnissen früher unterstützt werden. Auf den Sprachtest bei Vierjährigen sollen nach dem Vorbild Hamburgs verpflichtende Förderangebote folgen, damit die Kinder später dem Unterricht folgen können.

Manche Kinder können vor der Schule noch nicht gut Deutsch. Die Grünen wollen diesen Kindern früher helfen. Mit vier Jahren gibt es einen Sprach-Test. Danach soll es feste Förder-Angebote geben. Hamburg macht das schon so.

Das Programm sieht vor, dass an die Sprachstandserhebung bei Vierjährigen verbindliche Förderangebote anschließen. Sprachbildung soll gemeinsam in Kita und Familie stattfinden, dafür sollen alltagsnahe Angebote der Sprach- und Familienbildung wachsen. Fachkräfte aus dem früheren Programm Sprach-Kitas sollen ihr Wissen in Berliner Kitas weiter einsetzen und weitergeben. Außerdem sollen Qualifizierungen und Weiterbildungen für Sprachkräfte eingeführt und nach Bedarf erweitert werden, vor allem für Kinder mit hohem Unterstützungsbedarf.

Originalzitat anzeigen (Seite 183)
„Nach Hamburger Vorbild wollen wir deshalb nach der Sprachstandserhebung bei Vierjährigen verbindlich entsprechende Förderangebote implementieren.“
Seite 183 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Staatliche Förderangebote in der frühen Bildung sollen verbindlich werden und wachsen, was öffentliche Leistungen schrittweise ausweitet.

Schulqualität steigern und Ziffernoten langfristig ersetzen

Die Grünen wollen alle Schulen nach dem Vorbild preisgekrönter Berliner Schulen weiterentwickeln. Auf längere Sicht sollen neue Prüfungsformen und Rückmeldungen zu Kompetenzen an die Stelle von Ziffernoten treten. Weniger Jugendliche sollen die Schule ohne Abschluss verlassen.

Die Grünen wollen die Schulen verbessern. Gute Berliner Schulen sollen das Vorbild sein. Später soll es statt Noten eine genaue Rückmeldung zum Lernen geben. Weniger Jugendliche sollen ohne Abschluss von der Schule gehen. Schüler sollen ihren Lehrern einmal im Jahr anonym Rückmeldung geben.

Neben Lesen, Schreiben und Rechnen sollen Bildung für nachhaltige Entwicklung, soziales Lernen und sogenannte Zukunftskompetenzen vermittelt werden. Zur Demokratiebildung zählt das Programm verbindlichen Unterricht über Zeitgeschichte, die deutsche Teilung und die DDR. Eine Gesamtstrategie Schulqualität soll unter Beteiligung entwickelt werden; Maßnahmen sollen wissenschaftlich überprüft und die nötige Zahl an Vergleichsarbeiten und Prüfungen ausgewertet werden. Jährliches anonymes Feedback der Schülerinnen und Schüler an Lehrkräfte soll in allen Schularten und Klassenstufen Pflicht werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 187)
„Zu einer modernen Pädagogik gehört perspektivisch auch der Übergang zu zeitgemäßen Prüfungsformaten und kompetenzbasiertem Lernfeedback statt Ziffernoten.“
Seite 187 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die überlieferte Notengebung soll langfristig durch neue Formen der Rückmeldung abgelöst werden, was einen Wandel der Schulkultur anstrebt.

Zahl der Gemeinschaftsschulen verdoppeln

Die Grünen wollen die Zahl der Gemeinschaftsschulen in Berlin verdoppeln, sodass es sie in allen Bezirken gibt. Das Programm begründet dies damit, dass langes gemeinsames Lernen laut Studien Leistungen steigere und Ungleichheit verringere. Der Wechsel von der Grundschule zur Oberschule soll reformiert werden.

In Gemeinschafts-Schulen lernen Kinder lange zusammen. Die Grünen wollen doppelt so viele davon in Berlin. Die Partei sagt: Gemeinsames Lernen macht Bildung gerechter. Der Wechsel auf die Oberschule soll weniger Druck machen.

Gemeinschaftsschulen sollen besser unterstützt werden und Raum für gemeinsames, inklusives Lernen bieten. Auch an Grundschulen soll langes gemeinsames Lernen gelten, die Klassen 5 und 6 sollen gestärkt werden. Der Übergang zur Oberschule soll gerechter werden, damit Kinder der Klassen 4 bis 6 weniger Druck erleben. Das Projekt „Familienzentren an Grundschulen“ soll dauerhaft bestehen. Die regionalen Schulaufsichten sollen sozialräumlich organisiert werden und stärker beraten.

Originalzitat anzeigen (Seite 187)
„Wir stärken die Gemeinschaftsschulen als Orte gemeinsamen Lernens und verdoppeln ihre Zahl berlinweit“
Seite 187 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Ausbau des gemeinsamen Lernens verschiebt das Schulsystem weg von der überlieferten frühen Aufteilung nach Schulformen.

Inklusive Bildung an allen Schulen umsetzen

Die Grünen wollen das Recht auf inklusive Bildung mit einem verbindlichen Umsetzungsplan garantieren, der zusammen mit Menschen mit Behinderungen entsteht. Anstelle neuer Förderschulen sollen inklusive Schwerpunktschulen entstehen. Fahrdienste zur Schule für Kinder mit Beeinträchtigungen soll das Land bezahlen.

Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen lernen. Die Grünen wollen dafür einen festen Plan machen. Menschen mit Behinderung sollen daran mitarbeiten. Es soll keine neuen Förder-Schulen geben. Stattdessen soll es Schulen mit Schwerpunkt Inklusion geben. Das Land soll den Fahrdienst zur Schule bezahlen.

Grundlage ist Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention. Mittel für individuelle und sonderpädagogische Förderung sollen gezielt an Schulen mit dem größten Bedarf gehen; die vom jetzigen Senat eingeführte gleichmäßige Verteilung soll zurückgenommen werden. Die Transportkosten sollen in Schul- und Ferienzeiten übernommen werden. Laut Programm werden über 3.000 Kinder mit Behinderungen oder Erkrankungen, auch wegen Long COVID und ME/CFS, kaum oder nicht unterrichtet; Rechtsänderungen sollen im Einzelfall Onlineunterricht erlauben. Vorgesehen sind zudem eine Aus- und Fortbildungsoffensive, Ferienbetreuung und engere Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe und Gesundheitsbereich.

Originalzitat anzeigen (Seite 188)
„Statt neuer Förderschulen schaffen wir inklusive Schwerpunktschulen, um die steigenden Bedarfe, insbesondere von neurodivergenten Schüler*innen, zu decken.“
Seite 188 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Übernahme von Transportkosten, mehr Personal und Ausstattung bedeuten zusätzliche öffentliche Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Verzicht auf neue Förderschulen zugunsten gemeinsamen Unterrichts stärkt Gleichstellung und Teilhabe von Kindern mit Behinderungen.

Privatschulfinanzierung an soziale Durchmischung koppeln

Die Grünen wollen die öffentliche Förderung von Privatschulen stärker davon abhängig machen, wie viele Kinder aus ärmeren Familien sie aufnehmen. Schulen mit guter sozialer Mischung sollen mehr Geld bekommen, solche mit dauerhaft schlechter Mischung weniger. Vorrang hat für die Partei das öffentliche Schulangebot.

Privat-Schulen bekommen Geld vom Staat. Die Grünen wollen dieses Geld anders verteilen. Schulen mit vielen Kindern aus armen Familien sollen mehr bekommen. Schulen mit wenigen solchen Kindern sollen weniger bekommen. Alle Kinder sollen Privat-Schulen besuchen können.

Das Programm erkennt an, dass private Schulen in Berlin einen Beitrag leisten. Sie sollen gemäß dem Sonderungsverbot des Grundgesetzes weiter für alle Kinder geöffnet werden, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Die Finanzierung soll die Übernahme sozialer Verantwortung abbilden. Schulen, deren soziale Zusammensetzung schlecht ist und sich nicht bessert, sollen weniger öffentliche Mittel erhalten als bisher. Privatschulen sollen sich weiterhin an der Integration geflüchteter Kinder beteiligen.

Originalzitat anzeigen (Seite 189)
„Privatschulen, die mehr Kinder aus ärmeren, bildungsfernen Familien unterrichten, stärker durch die öffentliche Hand gefördert werden“
Seite 189 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die staatliche Förderung privater Träger wird an soziale Kriterien gebunden und damit stärker reguliert und umverteilend ausgerichtet.

Schulsozialarbeit und multiprofessionelle Teams ausbauen

Die Grünen wollen mehr Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter einstellen und Schulstationen an allen Berliner Schulen ausbauen. Multiprofessionelle Teams sollen zusätzlich zu den Lehrkräften an die Schulen kommen. Das soll psychosoziale Unterstützung sichern und soziale Benachteiligung abbauen.

Die Grünen wollen mehr Sozial-Arbeiter an den Schulen. Sie helfen Kindern bei Problemen. Jede Schule soll eine Schul-Station haben. Auch andere Fachleute sollen die Lehrer unterstützen. So soll das Personal weniger überlastet sein.

Schulsozialarbeit soll auch an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen sowie an Förderzentren wachsen. Bestehende Schulstationen sollen abgesichert und in ihrer Qualität dauerhaft erhalten werden. Das Programm kündigt Investitionen in multiprofessionelle Teams, nachhaltige Schulgebäude und moderne Lernkonzepte an. Der Lehrkräftemangel soll angegangen und das Schulpersonal entlastet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 189)
„Wir wollen die Anzahl der Schulsozialarbeiter*innen erhöhen“
Seite 189 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentlich finanziertes Personal an Schulen ist ein schrittweiser Ausbau staatlicher Leistungen.

Informatik und Medienbildung ab Klasse 1 verankern

Die Grünen wollen Informatik und Medienbildung von der ersten Klasse an verpflichtend in die Lehrpläne aller Schulformen aufnehmen. Schülerinnen und Schüler sollen Algorithmen und künstliche Intelligenz verstehen und kritisch mit digitalen Medien umgehen. Handybeschränkungen unterstützt die Partei dort, wo eine Schule sie für richtig hält.

Kinder sollen ab der ersten Klasse etwas über Computer und Medien lernen. Das soll an allen Schulen Pflicht sein. Sie sollen falsche Nachrichten erkennen können. Jede Schule soll ein Medien-Team bekommen. Schulen dürfen selbst über Handy-Regeln entscheiden.

Die Medienkompetenzzentren sollen wachsen, und an jeder Schule soll ein Medienteam entstehen. Diese Teams helfen Lehrkräften und Lernenden, Desinformation zu erkennen, Quellen zu prüfen und KI-Anwendungen zu verstehen. Medien- und Informationskompetenz soll fächerübergreifend in den Rahmenlehrplänen stehen, etwa bei manipulierten Bildern im Kunstunterricht. Einschränkungen der privaten Handynutzung trägt die Partei mit, wenn die einzelne Schule sie als beste Lösung ansieht.

Originalzitat anzeigen (Seite 190)
„fordern wir die curriculare Integration der Kompetenzen der Informatik und Medienbildung verpflichtend ab der 1. Klasse in allen Schulformen“
Seite 190 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Mitbestimmung von Schülerinnen und Schülern stärken

Die Grünen wollen Schulen demokratischer organisieren. Schülervertretungen sollen eigenes Geld und pädagogische Begleitung bekommen, und auch Grundschulen sollen eine gewählte Vertretung aller Schülerinnen und Schüler erhalten. Politische Bildung soll als Bildungsziel in der Berliner Verfassung stehen.

Die Grünen wollen mehr Demokratie an Schulen. Schüler-Vertretungen sollen eigenes Geld bekommen. Auch an Grundschulen sollen Kinder ihre Vertretung wählen. Politische Bildung soll in der Berliner Verfassung stehen.

Schülervertretungen und die Schülerausschüsse der Bezirke sollen eigene Finanzmittel und pädagogische Unterstützung erhalten. An Grundschulen soll es künftig eine gewählte Gesamtvertretung der Schülerinnen und Schüler geben. In die Landesverfassung sollen zwei Punkte kommen: dass Schulen demokratisch organisiert sind und dass politische Bildung ein Bildungsziel ist; laut Programm ist das in den meisten Bundesländern der Fall. Außerdem sollen qualifizierte Umwelt- und Wildnispädagogen leichter Zugang zu den Berliner Wäldern bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 191)
„Auch an Grundschulen wollen wir eine gewählte Gesamtschüler*innenvertretung einführen.“
Seite 191 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Ganztag ausbauen und Schulessen kostenfrei machen

Die Grünen wollen die verlässliche Betreuung an Grundschulen bis 14:30 Uhr verlängern, auch für Kinder ohne Hortvertrag. Kostenloses Schulessen soll es künftig auch ab der 7. Klasse geben. Zudem will die Partei für einen späteren Schulbeginn werben und die Familienzentren an Grundschulen erhalten.

Grundschulen sollen Kinder länger betreuen, nämlich bis 14:30 Uhr. Das gilt auch für Kinder ohne Hort-Vertrag. Das Schulessen soll auch ab Klasse 7 nichts kosten. Die Schule soll morgens später anfangen können.

Die Betreuungszeit soll um mindestens eine Stunde wachsen. In dieser Zeit sollen Kinder den Lernstoff mit fachlicher Begleitung vertiefen, damit zu Hause keine Aufgaben mehr anfallen. Das soll Schulen auch die Entscheidung für einen späteren Unterrichtsbeginn erleichtern; das Programm verweist auf Studien, nach denen ein Beginn um 8 Uhr das Lernen erschwert. Ein hochwertiges Mittagessen soll ab der 7. Klasse für alle kostenfrei sein, wie es ein Bürgerrat zur Ernährung empfohlen hat. Die Familienzentren an Grundschulen sollen finanziell abgesichert werden, und Schulen sollen enger mit Vereinen, Musikschulen und Volkshochschulen zusammenarbeiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 191)
„Wir Grüne verlängern die Zeiten der verlässlichen Betreuung auch für Kinder ohne Hortvertrag in der Grundschule um mindestens eine Stunde auf 14:30 Uhr.“
Seite 191 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Längere Betreuung und kostenfreies Essen ab Klasse 7 erweitern bestehende öffentliche Leistungen.

Schulhöfe begrünen, Schulen öffnen und sanieren

Die Grünen wollen Schulhöfe entsiegeln und bepflanzen und alte Schulgebäude sanieren. Schulen sollen ihre Höfe, Spielplätze und Gemeinschaftsräume für den Stadtteil öffnen können. Außerdem soll die psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler mehr Beachtung finden.

Schulhöfe sollen grüner werden, mit mehr Bäumen und weniger Beton. Alte Schulen sollen repariert werden. Schulen sollen ihre Höfe für die Nachbarschaft öffnen können. Die seelische Gesundheit der Kinder soll wichtiger werden.

Auf den Schulhöfen sind Entsiegelung, Klassenzimmer im Grünen und neue Bäume als Schattenspender geplant. Die Öffnung von Höfen, Spielplätzen und Gemeinschaftsräumen soll die Vernetzung im Stadtteil verbessern; die Schulaufsicht soll nach Sozialräumen gegliedert werden. Die Sanierung alter Gebäude soll weitergehen. Für die mentale Gesundheit will die Partei Hilfesysteme besser verbinden, Aufklärung an Schulen fördern und das Wohlbefinden der Schülerschaft als Qualitätskriterium bei Evaluation und Schulentwicklung verankern.

Originalzitat anzeigen (Seite 192)
„Schulhöfe verwandeln wir in grüne Lebensorte: mit Entsiegelung, grünen Klassenzimmern und neuen, schattenspendenden Bäumen.“
Seite 192 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Punkt sieht zusätzliche öffentliche Investitionen in Schulgebäude und Schulhöfe vor.

Geflüchtete Kinder in Regelschulen unterrichten, Mehrsprachigkeit fördern

Die Grünen wollen den getrennten Unterricht in Flüchtlingsunterkünften beenden und allen Kindern einen Platz an einer Regelschule anbieten. Geflüchtete Kinder sollen möglichst rasch in Regelklassen wechseln. Zugleich soll der Unterricht in den Familiensprachen ausgebaut werden.

Geflüchtete Kinder sollen nicht mehr in Unterkünften lernen. Sie sollen an normale Schulen gehen. Sie sollen schnell mit anderen Kindern zusammen lernen. Kinder sollen auch Unterricht in ihrer Familien-Sprache bekommen.

Für den Wechsel aus Willkommensklassen in Regelklassen soll ein Konzept entstehen, das Alter und Kompetenzen berücksichtigt. „Deutsch als Zweitsprache“ soll als Schulfach mit festem Lehrplan anerkannt werden, dazu kommen Fortbildungen für Lehrkräfte. Die Familiensprachen der Schülerinnen und Schüler sollen erfasst werden, um Erstsprachenunterricht an mehr Schulen und in weiteren Sprachen anzubieten. Die Standorte der Staatlichen Europa-Schule Berlin sollen ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 193)
„Die separierende Unterbringung und Beschulung in Flüchtlingsunterkünften wollen wir schnellstmöglich beenden und allen Kindern einen Willkommensplatz an einer Regelschule anbieten.“
Seite 193 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Ausbau von Erstsprachenunterricht fördert sprachliche Vielfalt an Schulen.

  • Migrationeher offen

    Geflüchtete Kinder sollen statt in Unterkünften an Regelschulen lernen, was ihre Teilhabe gegenüber heute ausweitet.

Lehrkräfte entlasten und Teams an Schulen aufbauen

Die Grünen wollen die Arbeitszeit von Lehrkräften erfassen und auf dieser Grundlage ein neues Arbeitszeitmodell entwickeln. An allen Schulen sollen Teams aus mehreren Berufsgruppen arbeiten, ohne dass Lehrerstellen wegfallen. Auch Referendarinnen und Referendare sollen weniger unterrichten müssen.

Lehrerinnen und Lehrer sollen weniger Belastung haben. Die Schulen sollen ihre Arbeits-Zeit genau aufschreiben. Daraus soll ein neues Modell für die Arbeits-Zeit entstehen. An Schulen sollen Menschen aus verschiedenen Berufen zusammen arbeiten.

Das neue Arbeitszeitmodell soll sämtliche Aufgaben einer Lehrkraft abbilden und die unterschiedlichen Bedingungen der Schulen berücksichtigen. Multiprofessionelle Teams sollen Lehrkräften mehr Zeit für den Unterricht verschaffen; Zeiten für Teamarbeit werden angerechnet. Die erhöhte Unterrichtsverpflichtung im Referendariat soll zurückgenommen werden. Unterschiede zwischen verbeamteten und angestellten Lehrkräften will die Partei ausgleichen. Gibt es wieder genug voll ausgebildete Lehrkräfte, sollen kleinere Lerngruppen und mehr individuelle Förderung folgen.

Originalzitat anzeigen (Seite 193)
„Deshalb wollen wir Lehrkräfte entlasten, indem wir ihre Arbeitszeit systematisch erfassen und perspektivisch ein neues Arbeitszeitmodell entwickeln“
Seite 193 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliches Personal an Schulen und geringere Unterrichtspflichten bedeuten mehr öffentliche Ausgaben für Bildung.

Lehrkräfte gerechter auf Schulen verteilen

Die Grünen wollen erreichen, dass der Mangel an Lehrkräften nicht vor allem Schulen in schwieriger Lage trifft. Dazu sollen Einstellungskontingente zurückkehren und ein Stipendium Studierende an schlecht ausgestattete Schulen binden. Lehrkräfte mit ausländischen Abschlüssen sollen leichter in den Schuldienst kommen.

In Berlin fehlen Lehrerinnen und Lehrer. Manche Schulen trifft das besonders hart. Die Grünen wollen die Lehrkräfte besser verteilen. Studierende bekommen Geld, wenn sie später an solchen Schulen arbeiten. Lehrkräfte aus dem Ausland sollen leichter eine Stelle bekommen.

Das Stipendium erhalten Lehramtsstudierende, die sich für fünf Jahre nach dem Referendariat an eine Schule binden, die seit zwei Jahren oder länger schlechter mit Personal ausgestattet ist als der Berliner Durchschnitt. Für internationale Lehrkräfte soll es wieder die Lehrkraft mit nur einem Fach geben, dazu ein einfacheres Anerkennungsverfahren sowie kostenlose Vorbereitungs- und Deutschkurse. Quereinsteigende ohne pädagogische Ausbildung sollen vor oder zu Beginn ihrer Tätigkeit vorbereitet werden. Ein Programm soll geeignete Lehrkräfte zu Schulleitungen aufbauen, vor allem für Schulen in kritischer Lage. Fortbildungen sollen praxisnah und qualitätsgesichert sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 194)
„Deshalb führen wir Einstellungskontingente in verbesserter Form wieder ein und sorgen beispielsweise durch Anreize, Weiterbildungen oder zeitweise Abordnungen für eine Mindestausstattung an qualifizierten Lehrkräften an allen Schulen.“
Seite 194 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat soll die Verteilung von Lehrkräften stärker steuern und mit Stipendien und kostenlosen Kursen fördern.

  • Migrationeher offen

    Die Anerkennung ausländischer Lehramtsabschlüsse soll einfacher werden, was Zugewanderten den Berufszugang erleichtert.

Perspektivenjahr statt elftem Pflichtschuljahr einführen

Die Grünen lehnen ein verpflichtendes elftes Schuljahr für Jugendliche ohne Anschluss ab. Stattdessen setzen sie auf ein flexibles Perspektivenjahr und mehr Berufsorientierung an den Schulen. Alle Jugendlichen sollen eine Perspektive erhalten, auch ohne Abschluss.

Die Grünen wollen kein elftes Pflicht-Schuljahr. Stattdessen soll es ein Perspektiven-Jahr geben. Das Jahr soll flexibel sein. Schulen sollen mehr über Berufe informieren. Alle sollen mehrere Betriebe kennenlernen.

Das Perspektivenjahr soll aus der bisherigen Integrierten Berufsausbildungsvorbereitung (IBA) hervorgehen. In den Klassen 8 bis 10 sollen alle Schülerinnen und Schüler wenigstens fünf Betriebe über Praktika und Praxistage kennenlernen. Berufsorientierung ohne Rollenklischees soll in allen Schulformen verbindlich werden, und Lehrkräfte sollen dazu fortgebildet werden. Die Jugendberufsagenturen der Bezirke sollen zu zentralen Anlaufstellen mit mehr Mitteln werden. An den Oberstufenzentren sollen die gymnasialen Oberstufen bleiben, zusätzliches Personal kommen und mehr Möglichkeiten entstehen, das Abitur neben der Ausbildung abzulegen.

Originalzitat anzeigen (Seite 196)
„Statt 3.000 Jugendliche zu einem 11. Pflichtschuljahr zu zwingen, setzen wir auf eine Stärkung der Berufsorientierung an Schulen und ein flexibles Perspektivenjahr“
Seite 196 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Die Partei wendet sich gegen eine zusätzliche staatliche Schulpflicht im elften Jahr und setzt auf freiwillige Angebote.

Ausbildungsgarantie per Umlage einführen

Die Grünen wollen eine Ausbildungsgarantie schaffen, die über eine Umlage finanziert wird. Die berufliche Erstausbildung soll grundlegend neu geordnet werden, mit Kompetenzzentren und einem neuen Landesinstitut. Hintergrund ist aus Sicht der Partei der starke Rückgang betrieblicher Ausbildungsplätze in Berlin.

Jeder junge Mensch soll einen Ausbildungs-Platz bekommen. Das nennt man Ausbildungs-Garantie. Bezahlt wird sie über eine Umlage. Das heißt: Betriebe zahlen gemeinsam in einen Topf ein. Es soll auch mehr Ausbildung an Schulen geben.

Kompetenzzentren sollen betriebliche, schulische und überbetriebliche Ausbildung zusammenführen und gleichrangige Partner der Betriebe sein. Als organisatorische Stütze ist ein Landesinstitut für berufliche Bildung vorgesehen. Schulische und außerbetriebliche Angebote sollen vor allem dort wachsen, wo Betriebe zu wenige Plätze anbieten. Auszubildende aller Betriebe sollen sich beschweren und in Krisen Hilfe bekommen können; Frauen im Handwerk sollen gezielt gestärkt werden. Nachhaltigkeit wird fester Teil der Berufsbildung, Lehrkräfte werden für den Einsatz von KI qualifiziert, und europäische Austauschprogramme sollen an Berufsschulen beworben werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 197)
„Zudem machen wir die duale Ausbildung zu einer gleichwertigen Alternative zum Studium, indem wir sie durch eine umlagefinanzierte Ausbildungsgarantie stärken.“
Seite 197 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine Garantie auf einen Ausbildungsplatz mit Umlagefinanzierung und mehr staatlicher Ausbildung baut das System der Berufsausbildung um.

Studium flexibler machen, mehr Prüfungsversuche erlauben

Die Grünen wollen Studierenden mehr Prüfungsversuche geben und das Teilzeitstudium stärken. Das endgültige Nichtbestehen hat aus Sicht der Partei oft unverhältnismäßige Folgen für die Betroffenen. Lehrpläne sollen flexibler werden.

Studierende sollen Prüfungen öfter wiederholen dürfen. Wer endgültig durchfällt, darf das Fach heute nie wieder studieren. Die Grünen finden das zu hart. Studieren in Teilzeit soll leichter werden.

Die Partei will prüfen, ob es Wege zu alternativen Abschlüssen geben kann, und nennt das Jurastudium als Vorbild. Lehre und Prüfungen sollen sich stärker an den Lebensumständen der Studierenden ausrichten. Wahlfreiheit und Selbstbestimmung im Studium sollen gesichert werden. Qualifikationen, vor allem in aktuellen Forschungsfeldern, sollen sich hochschulübergreifend in ganz Berlin leichter erwerben lassen.

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„Deshalb werden wir die Anzahl der Prüfungsversuche erhöhen und prüfen, wie beispielsweise nach dem Vorbild des Jurastudiums Wege zu alternativen Abschlüssen ermöglicht werden können.“
Seite 198 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Hochschulbaugesellschaft für Sanierungen gründen

Die Grünen wollen eine Hochschulbaugesellschaft gründen, die die Gebäude der Berliner Hochschulen saniert. Die Gesellschaft soll die Arbeiten über Kredite finanzieren. Ziel ist es, den Verfall der Gebäude zu stoppen und den Sanierungsstau abzubauen.

Viele Gebäude der Berliner Hochschulen sind kaputt. Die Grünen wollen eine neue Bau-Gesellschaft gründen. Sie soll die Gebäude reparieren. Dabei soll sie auf Energie und Umwelt achten. Das Geld dafür soll aus Krediten kommen.

Die Gesellschaft soll gemeinsam mit der WISTA Management GmbH entstehen. Sie soll ein Gesamtkonzept für eine energetische und ökologische Sanierung erstellen und es selbst umsetzen. Die Finanzierung läuft über Kredite.

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„Wir setzen uns daher für die Gründung einer Hochschulbaugesellschaft in Kooperation mit der WISTA Management GmbH ein“
Seite 198 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine neue öffentliche Gesellschaft soll Investitionen in Hochschulgebäude über Kredite finanzieren, was öffentliche Investitionen ausweitet.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Hochschulgebäude sollen energetisch und ökologisch saniert werden, was den Klimaschutz im Gebäudebestand voranbringt.

Protest und Mitbestimmung an Hochschulen schützen

Die Grünen wollen Hochschulen als Orte für friedlichen Protest und strittige Debatten erhalten und ihre Autonomie gegen politische Eingriffe wahren. Zugleich sollen alle Studierenden, besonders Jüdinnen und Juden, sicher studieren können. Die Mitbestimmung in den Gremien soll wachsen.

Die Grünen wollen friedlichen Protest an Hochschulen schützen. Die Politik soll sich weniger in die Hochschulen einmischen. Alle sollen dort sicher studieren können. Das gilt besonders für jüdische Studierende. Studierende sollen mehr mitbestimmen.

Das Programm verlangt mehr moderierte und leicht zugängliche Debattenräume, die Polarisierung entgegenwirken sollen. Antisemitische und diskriminierende Äußerungen, Gewalt und Vandalismus sollen durch Präventionskonzepte verhindert werden. Jüdische und palästinensische Organisationen sollen gleichberechtigt am Diskurs teilnehmen können. Die Grünen unterstützen Initiativen für viertelparitätische Gremien, in denen die vier Gruppen der Hochschule gleich stark vertreten sind. Gemeinsam mit den Hochschulen soll geklärt werden, welche Regeln sie besser gegen antidemokratische Angriffe schützen.

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„Universitäten müssen Räume bleiben, in denen friedlicher Protest, studentischer Aktivismus und kontroverse Debatten möglich sind und geschützt werden.“
Seite 199 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Der Schutz von Protest an Hochschulen und die Begrenzung politischer Eingriffe stärken Freiheitsrechte schrittweise.

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Mitbestimmung aller Hochschulgruppen und Prävention gegen Diskriminierung verschieben den Stand in Richtung Gleichstellung.

Juristische Ausbildung reformieren

Die Grünen wollen über die Justizministerkonferenz eine Reform der Ausbildung von Juristinnen und Juristen anstoßen und alle Beteiligten einbeziehen. Themen wie Rassismus, Sexismus und Antisemitismus sollen fest zur Ausbildung gehören. Im Referendariat sollen die Unterhaltsbeihilfe steigen und die Grenze für Zuverdienst entfallen.

Die Grünen wollen die Ausbildung für Juristinnen und Juristen ändern. Dafür sollen alle Beteiligten mitreden. Der Lernstoff soll kleiner werden. Die Noten sollen besser nachvollziehbar sein. Im Referendariat soll es mehr Geld geben. Das Referendariat ist der praktische Teil der Ausbildung.

An der Debatte sollen unter anderem Studierende, Referendarinnen und Referendare, Lehrende, Prüfungsämter und Berufsverbände teilnehmen. Die Ausbildung soll die Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen von Diskriminierung sowie die kritische Reflexion des Rechts fest verankern. Weitere Ziele sind transparentere Noten, weniger Pflichtstoff, paritätisch besetzte Prüfungskommissionen, verdeckte Zweitkorrekturen in den Staatsexamen und ein kritischer Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Im Referendariat sollen praktische Leistungen mehr zählen, die Unterhaltsbeihilfe steigen und die Zuverdienstgrenze wegfallen. Für die Arbeitsgemeinschaften soll mit dem Kammergericht ein didaktisches Gesamtkonzept entstehen.

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„Wir Grüne wollen über die Justizministerkonferenz (JuMiKo) einen breiten Stakeholder-Prozess mit dem Ziel einer zeitgemäßen und praxistauglichen Reform der juristischen Ausbildung initiieren.“
Seite 240 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Diskriminierungsthemen als fester Ausbildungsinhalt und paritätische Prüfungskommissionen erweitern die Ausbildung um Gleichstellungs- und Vielfaltsziele.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

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