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SPD zur Bildung

Aus dem Programm „Wahlprogramm Abgeordnetenhauswahl 2026“

Abgeordnetenhauswahl Berlin 2026, 20. September 2026Original-PDF, 66 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,1), aus 10 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 9 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheitausgewogen (0), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 0 eher Bürgerrechte zuerst, 1 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 4 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Betreuungsschlüssel in Kitas verbessern

Die SPD will, dass in Kitas mehr Personal auf weniger Kinder kommt. Das soll mehr Zeit für individuelle Förderung, Elterngespräche und Dokumentation schaffen. Auch die landeseigenen Kita-Betriebe sollen finanziell abgesichert werden.

In den Kitas soll es mehr Personal für die Kinder geben. Dann haben die Fachkräfte mehr Zeit für jedes Kind. Die SPD will auch die Kitas des Landes Berlin mit mehr Geld sichern.

Der Personalschlüssel soll steigen, auch für Aufgaben ohne direkten Kontakt zum Kind wie Dokumentation und Elterngespräche. Der bessere Schlüssel für Kinder unter drei Jahren soll dauerhaft gelten, und in der nächsten Wahlperiode sollen die wissenschaftlich empfohlenen Werte erreicht werden. Gezählt werden soll nur Personal, das tatsächlich anwesend ist, also ohne Urlaub, Krankheit und Fortbildung. Geplant sind zudem eine höhere Fachkraft-Quote, ein höherer Personalzuschlag für Integrationskitas und gezielte Kita-Sozialarbeit. Die Kita-Eigenbetriebe des Landes sollen zusätzliche Investitionsmittel bekommen, und Elternvertretungen sollen Geschäftsstellen erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Wir verbessern deshalb den Betreuungsschlüssel in den Kitas weiter – spürbar im Alltag.“
Seite 37 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal und zusätzliche Investitionsmittel für öffentliche Kitas bauen eine öffentliche Leistung schrittweise aus.

Sprachförderung vor der Einschulung verbindlich machen

Die SPD will den Sprachstand aller Kinder verpflichtend feststellen und Kinder mit Förderbedarf vor der Schule gezielt unterstützen. Das verpflichtende letzte Kita-Jahr soll in ganz Berlin umgesetzt werden. Jedes Kind soll beim Schulstart dem Unterricht folgen können.

Alle Kinder sollen vor der Schule einen Sprach-Test machen. Kinder mit Problemen bekommen dann Hilfe beim Sprechen. Das letzte Kita-Jahr soll für alle Kinder Pflicht sein. So sollen alle Kinder in der Schule gut mitkommen.

Alle Kitas sollen zusätzliches Fachpersonal für Sprachbildung im Alltag erhalten, das nicht auf den Betreuungsschlüssel angerechnet wird. Der Personalzuschlag für Kinder nicht deutscher Herkunftssprache soll wieder eingeführt werden. Kitas in schwierigen Lagen sollen ein Zusatzangebot nach dem Muster des 2025 beendeten Programms „Sprach-Kitas“ bekommen. Für den Übergang in die Schule plant die SPD verbindliche Kooperationen zwischen Kita und Schule, gemeinsame Diagnostik und Übergangskonzepte. Familientreffpunkte sollen ausgebaut werden, und Schulen sollen Elterncafés anbieten.

Originalzitat anzeigen (Seite 38)
„Wir führen verpflichtende Sprachstandfeststellungen ein und stellen sicher, dass Kinder mit Förderbedarf vor der Einschulung gezielt unterstützt werden.“
Seite 38 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliches Personal und neue Förderangebote in Kitas bauen öffentliche Leistungen schrittweise aus.

Zahl der Gemeinschaftsschulen verdoppeln

Die SPD will doppelt so viele Gemeinschaftsschulen und an jeder weiterführenden Schule alle Abschlüsse bis zum Abitur ermöglichen. Sie begründet das damit, dass die Herkunft noch zu oft über den Bildungsweg entscheidet. Mehr Gymnasien ab Klasse 5 lehnt sie ab.

In Gemeinschafts-Schulen lernen alle Kinder lange zusammen. Die SPD will doppelt so viele davon. An jeder Schule soll man alle Abschlüsse machen können, auch das Abitur. Die SPD will nicht mehr Gymnasien, die schon ab Klasse 5 beginnen.

Jede Schule soll allein oder im Verbund mit anderen eine gymnasiale Oberstufe anbieten. Den Probeunterricht in seiner heutigen Form will die SPD beenden und durch ein geändertes Aufnahmeverfahren für Gymnasien ersetzen, das auch für Gymnasien ab Klasse 5 gilt. Der Übergang auf weiterführende Schulen ab Klasse 7 soll überprüft werden. Die Staatliche Europa-Schule Berlin soll alle Standorte behalten und neue bekommen. Freie Schulen, die wie öffentliche arbeiten, sollen vollständig finanziert werden können.

Originalzitat anzeigen (Seite 39)
„Die Gemeinschaftsschule ist unser Schulmodell der Zukunft. Daher verdoppeln wir die Zahl der Gemeinschaftsschulen.“
Seite 39 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr gemeinsames Lernen und kein Ausbau früh trennender Gymnasien verschieben das Schulsystem schrittweise in Richtung Gleichstellung der Bildungschancen.

Inklusion an Regelschulen ausbauen

Die SPD will, dass Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam an Regelschulen lernen. Förderzentren sollen nicht mehr werden, sondern nach einem verbindlichen Zehn-Jahres-Plan zu inklusiven Angeboten umgebaut werden.

Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen lernen. Die SPD will keine neuen Förder-Schulen. Die bestehenden sollen sich in zehn Jahren verändern. Die normalen Schulen bekommen dafür mehr Fachleute.

Die Regelschulen sollen genug sonderpädagogisch ausgebildete Lehr- und Fachkräfte erhalten, und die Förderschwerpunkte sollen gleichmäßig über Berlin verteilt sein. Inklusive Schwerpunktschulen will die SPD ausbauen. Für die rund 2.500 Schülerinnen und Schüler, die derzeit nicht beschult werden, soll mit Verbänden und Senat eine Strategie entstehen. Multiprofessionelle Teams und zeitweise Kleinklassen sollen die Inklusion unterstützen, ohne Lehrkräfte zu ersetzen. Das Wahlfach Deutsche Gebärdensprache soll weiter eingeführt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 40)
„Die Zahl der sonderpädagogischen Förderzentren wird nicht erweitert, vielmehr erfahren sie eine systematische Transformation zugunsten inklusiver Lösungen.“
Seite 40 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der schrittweise Umbau der Förderzentren zugunsten gemeinsamen Lernens stärkt Gleichstellung und Teilhabe von Kindern mit Behinderung.

Schulen eigenständiger machen, Schulaufsicht unabhängig stellen

Die SPD will den Schulen mehr eigene Entscheidungen bei Pädagogik, Personal und Geld geben. Zugleich sollen sie stärker mit erhobenen Daten arbeiten. Die Schulaufsicht soll eine unabhängige Kontroll- und Beschwerdestelle werden.

Schulen sollen mehr selbst entscheiden. Das gilt für Unterricht, Personal und Geld. Sie sollen öfter messen, wie gut die Kinder lernen. Die Schul-Aufsicht soll unabhängig werden und Beschwerden annehmen.

Regelmäßige Lernstandserhebungen, Feedbacksysteme für Schulen und ein Qualitätsmonitoring sollen ausgebaut werden. Die Daten sollen von Grundkompetenzen in Sprache und Mathematik über soziale Entwicklung bis zu Abschlussquoten und demokratischer Schulkultur reichen. Schulleitungen und Führungskräfte sollen für ihre erweiterten Aufgaben und den Umgang mit Schuldaten qualifiziert werden. Die heutige Doppelrolle der Schulaufsicht als Kontrolle und zugleich Vorgesetzte will die SPD auflösen.

Originalzitat anzeigen (Seite 40)
„Berliner Schulen sollen eigenständig handeln können: pädagogisch, in der Personalführung und beim Einsatz ihrer Mittel.“
Seite 40 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Lehrpläne verschlanken und Ganztag ausbauen

Die SPD will die Rahmenlehrpläne kürzen, die Stundentafel flexibler machen und den Ganztag an Grundschulen ausbauen. Unterricht und Angebote außerhalb des Unterrichts sollen enger verbunden werden. Unterrichtsmaterial soll für jedes Kind kostenlos bleiben.

Die Lehrpläne sollen kürzer werden. Schulen sollen ihre Stunden freier einteilen. Die Betreuung am Nachmittag soll bis Klasse 6 wachsen. Schul-Material bleibt für alle Kinder kostenlos.

Der Flex-Ganztag an Grundschulen soll bis einschließlich Klasse 6 ausgebaut werden. Kooperationen mit Sportvereinen, Musikschulen, Gartenarbeitsschulen, Jugendverkehrsschulen und Jugendkunstschulen sollen gestärkt werden. Auslandsaufenthalte will die SPD nach Hamburger Vorbild nach sozialen Kriterien fördern. In Kita und Ganztag sollen tägliche Bewegungsangebote, Ernährungsbildung, gesundes und kostenfreies Gemeinschaftsessen sowie Angebote zur Zahngesundheit verankert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 40)
„Deshalb verschlanken wir Rahmenlehrpläne und flexibilisieren die Stundentafel. Weitere Fächer führen wir nicht ein.“
Seite 40 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau des Ganztags und kostenfreie Angebote wie Essen und Lernmittel erweitern öffentliche Leistungen schrittweise.

Demokratiebildung und Mitbestimmung an Schulen stärken

Die SPD will die Fächer Politik und Ethik unverändert erhalten und lehnt eine Wahl zwischen Ethik und Religion ab. Schülerinnen und Schüler sollen ab der ersten Klasse mehr mitbestimmen. Das Programm begründet dies damit, dass junge Menschen Demokratiefeinden heute früher begegnen, oft über soziale Medien.

Die Fächer Politik und Ethik sollen bleiben, wie sie sind. Schüler sollen nicht zwischen Ethik und Religion wählen. Kinder sollen ab Klasse 1 mehr mitbestimmen. So sollen sie Demokratie lernen.

Schülervertretungen und der wöchentliche Klassenrat sollen gestärkt werden. Ein Wahlpflichtfach soll das Thema Empathie aufnehmen. Die SPD will messen, wie demokratisch Schulen sind, und im Bonusprogramm wieder freie Mittel für Demokratisierungsprojekte bereitstellen. Außerschulische Bildungsträger sollen über das Demokratiefördergesetz eine verlässliche Finanzierung erhalten. Die Landeszentrale für politische Bildung soll künftig beim Parlament angesiedelt sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 41)
„Die Schulfächer Politik und Ethik sind für Demokratiebildung gleichermaßen zentral. Deshalb bleiben sie unangetastet.“
Seite 41 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der gemeinsame Ethikunterricht wird ausdrücklich gegen ein diskutiertes Wahlmodell mit Religion verteidigt, was den bestehenden säkularen Stand bewahrt.

Handyverbot an Grundschulen, digitale Bildung ausbauen

Die SPD will Handys an allen Grundschulen verbieten und begründet das mit Gesundheits- und Kinderschutz. Zugleich soll ein neuer Rahmenlehrplan digitale Bildung in allen Fächern und Jahrgängen verankern.

An Grundschulen sollen Handys verboten sein. Das soll die Kinder schützen. Gleichzeitig sollen Kinder mehr über digitale Themen lernen. Dazu gehören soziale Medien und Sicherheit im Internet.

Der neue Rahmenlehrplan Digitales soll Medienkompetenz, den Umgang mit sozialen Medien und KI-Kenntnisse abdecken. Schon in der Grundschule sollen Themen wie Cybersicherheit, Cybermobbing, Desinformation und Risiken durch Gaming vorkommen. Den Digitalpakt Schule will die SPD unbürokratisch umsetzen und den Schulen eigene IT-Budgets geben. Für Schülerinnen und Schüler soll ein sozialverträgliches Modell für Endgeräte als Dienstleistung entstehen, und die Internetversorgung der Schulen soll Vorrang bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 41)
„Für besseren Gesundheits- und Kinderschutz setzen wir ein Handyverbot an allen Grundschulen durch.“
Seite 41 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Lehrkräfte entlasten und Schulpersonal ausbauen

Die SPD will die Arbeitszeit von Lehrkräften erfassen, sie entlasten und mehr nichtpädagogisches Personal einstellen. Jede Schule soll mindestens eine Stelle für Schulsozialarbeit haben. So sollen sich Pädagoginnen und Pädagogen auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können.

Lehrer sollen ihre Arbeitszeit aufschreiben können. Schulen bekommen mehr Personal für Verwaltung, Technik und Hausmeister-Arbeit. Jede Schule soll eine Stelle für Sozial-Arbeit haben. Lehrer haben dann mehr Zeit für den Unterricht.

Die Erfassung soll Unterricht und andere Aufgaben wie Gremien-, Eltern- und Verwaltungsarbeit umfassen. Die jüngste Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für Referendarinnen und Referendare soll zurückgenommen werden. Abschlüsse und Berufserfahrung von Lehrkräften aus dem Ausland sollen leichter anerkannt werden, auch durch flexiblere Sprachanforderungen. Pädagogisches Personal soll weiter nach sozialen Indikatoren verteilt werden. Ein Landesprogramm Schulstationen soll stufenweise kommen, und die Schools of Education sollen in der Lehrkräftebildung gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 42)
„Lehrkräfte sollen eine transparente und praktikable Arbeitszeiterfassung für unterrichtliche und außerunterrichtliche Tätigkeiten erhalten“
Seite 42 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Stellen für Sozialarbeit, Verwaltung und IT an Schulen bauen den öffentlichen Dienst schrittweise aus.

Schulbauoffensive mit Schwerpunkt Sanierung fortsetzen

Die SPD will den Schulbau im bisherigen Umfang weiterführen und stärker auf die Sanierung bestehender Gebäude setzen. Die Finanzierung soll öffentlich bleiben; Partnerschaften mit privaten Investoren im Schulbau lehnt sie ab.

Berlin soll weiter viele Schulen bauen und reparieren. Alte Schul-Gebäude sollen jetzt stärker saniert werden. Das Geld dafür soll vom Staat kommen. Private Firmen sollen keine Schulen für das Land finanzieren.

Nach Angaben des Programms sind seit Beginn der Offensive mehr als 50.000 Schulplätze durch Neubau und Erweiterung entstanden. Die landeseigene HOWOGE soll mehr Kredite aufnehmen dürfen, um den Schulbau zu finanzieren. Pädagogische Qualität, Klimaresilienz und Barrierefreiheit sollen Leitlinien bleiben. Die Ablehnung öffentlich-privater Partnerschaften gilt für Plätze an öffentlichen wie an freien Schulen.

Originalzitat anzeigen (Seite 42)
„Wir setzen diese Offensive in gleicher Intensität fort und verlagern den Schwerpunkt stärker auf Sanierungen der Bestandsgebäude.“
Seite 42 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche, kreditfinanzierte Investitionen werden fortgeführt und private Beteiligung am Schulbau abgelehnt, was die Rolle des Staates stärkt.

Berufliche Bildung modernisieren

Die SPD will die beruflichen Schulen mit einem eigenen Entwicklungsplan, besserer Ausstattung und einem Landesinstitut stärken. Alle Jugendlichen sollen einen Abschluss und einen Anschluss erreichen. Die Berufsorientierung soll schon in der Grundschule beginnen.

Die Berufs-Schulen sollen besser werden. Sie bekommen einen Plan, moderne Technik und genug Lehrer. Ein neues Institut soll auf die Qualität achten. Kinder sollen schon in der Grundschule etwas über Berufe lernen.

Ein Landesinstitut für berufliche Schulen soll bei der Senatsverwaltung für Bildung entstehen und Qualität und Weiterentwicklung steuern. Das elfte Pflichtschuljahr soll weiterentwickelt und die Integrierte Berufsausbildungsvorbereitung für Jugendliche ohne Abschluss gestärkt werden. Jugendberufsagentur und Jugendberufshilfe sollen ebenfalls weiterentwickelt werden. Teams für Berufsorientierung sollen wachsen, mit besonderem Blick auf Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf. Schulen und Wirtschaft sollen enger zusammenarbeiten, um die duale Ausbildung sichtbarer zu machen.

Originalzitat anzeigen (Seite 42)
„Wir fordern einen Schulentwicklungsplan für die beruflichen Schulen, eine moderne technische und räumliche Ausstattung sowie ausreichend qualifizierte Lehrkräfte.“
Seite 42 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Erwachsenenbildung zugänglich und bezahlbar gestalten

Die SPD will Angebote für Erwachsene wie Volkshochschulen, Bibliotheken und den Zweiten Bildungsweg günstig oder gebührenfrei machen. Alphabetisierung und Grundbildung sollen gestärkt werden. Für Beschäftigte in der Erwachsenenbildung sollen bessere Arbeitsbedingungen gelten.

Auch Erwachsene sollen gut lernen können. Kurse sollen wenig oder nichts kosten. Menschen sollen besser lesen und schreiben lernen können. Wer in diesen Kursen unterrichtet, soll gute Arbeits-Bedingungen haben.

Die Stiftung Grundbildung soll ausreichend finanziert werden, und die Alpha-Bündnisse der Bezirke sollen vielfältige Angebote machen. Neben digitalen Angeboten setzt die SPD auf Lernorte in Wohnortnähe und will aufsuchende Bildungsarbeit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität erproben. Für die Beschäftigten ist ein Modell aus Festangestellten, arbeitnehmerähnlich Beschäftigten und Honorarkräften geplant, mit einem Tarifvertrag nach dem Muster des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Ein berlinweites Beratungsnetzwerk soll Frauen bei Beruf, Bildung und Beschäftigung unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 43)
„Deshalb gestalten wir den Zweiten Bildungsweg und das lebenslange Lernen zugänglich, bezahlbar und lebensnah.“
Seite 43 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Günstige oder gebührenfreie Bildungsangebote und tarifliche Absicherung der Beschäftigten bauen öffentliche Leistungen und Regulierung schrittweise aus.

Studienplätze erhalten und Hochschulen verlässlich finanzieren

Die SPD will die bestehenden Studienplätze in Berlin erhalten und die Hochschulen stabil finanzieren. Gebäude der Wissenschaft sollen über eine vom Land finanzierte Baugesellschaft saniert und neu gebaut werden. Das Programm sieht die Wissenschaft als Motor für Innovation und wirtschaftlichen Erfolg.

Berlin soll keine Studien-Plätze streichen. Die Hochschulen sollen sicher Geld bekommen. Eine neue Gesellschaft des Landes soll Hochschul-Gebäude bauen und reparieren. Berlin soll gute Forscher aus aller Welt gewinnen.

Die Hochschulfinanzierung soll sich am Pakt für Forschung und Innovation orientieren und durch eine finanziell unterlegte Forschungsstrategie ergänzt werden. Die Kosten der Hochschulbaugesellschaft sollen nicht aus den Budgets für Studium, Lehre, Forschung und Transfer bezahlt werden. Über die Einstein-Stiftung sollen Spitzenforschung und Berufungen gefördert werden. Die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen, etwa in der Berlin University Alliance, soll gestärkt werden. Geplant ist außerdem eine gemeinsame Bibliothek von Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften, bei der alle Standorte und Beschäftigten bleiben.

Originalzitat anzeigen (Seite 43)
„Statt Studienplätze zu kürzen, erhalten wir die vorhandenen Plätze an unseren Hochschulen, gewinnen internationale Spitzenforscher*innen und schaffen weitere sichtbare nationale Leuchttürme.“
Seite 43 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Verzicht auf Kürzungen und eine landesfinanzierte Baugesellschaft stehen für mehr öffentliche Investitionen statt Haushaltskürzungen.

Transfer aus der Forschung und Ausgründungen erleichtern

Die SPD will, dass Forschungsergebnisse häufiger in Unternehmen und in der Gesellschaft ankommen. Dazu sollen einheitliche Regeln für geistiges Eigentum Ausgründungen aus Hochschulen vereinfachen. Auch der Austausch zwischen Wissenschaft und Bevölkerung soll wachsen.

Die SPD will: Ideen aus der Forschung sollen genutzt werden. Forschende sollen leichter eine Firma gründen können. Dafür soll es in Berlin gleiche Regeln für alle Hochschulen geben. Die Wissenschaft soll auch mehr mit den Bürgern sprechen.

Geplant ist ein berlinweit einheitlicher Rahmen für geistiges Eigentum (IP), der Gründungen aus der Wissenschaft erleichtert und die Einrichtungen am Erfolg beteiligt. Die Transferstellen der Hochschulen sollen gestärkt werden. Transferleistungen sollen bei der Bewertung wissenschaftlicher Laufbahnen messbar zählen, und es soll Freisemester für Gründung und Transfer geben. Die Startup Factory JUNI sowie gemeinsame Vorhaben von Wissenschaft und Wirtschaft will die SPD fördern. Formate der Wissenschaftskommunikation wie die Lange Nacht der Wissenschaften oder die Berlin Science Week sollen ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„Mit einem einheitlichen Berliner IP-Rahmen vereinfachen wir Ausgründungen, stärken Transfer Offices und schaffen klare Regeln, damit Einrichtungen von erfolgreichen Gründungen profitieren können.“
Seite 44 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Studium bezahlbar halten, Wohnheimplätze verdoppeln

Die SPD will das Studium an staatlichen Hochschulen gebührenfrei halten und den Anteil an Wohnungen für Studierende verdoppeln. Im Bund setzt sie sich für ein BAföG ein, das nicht vom Einkommen der Eltern abhängt. Begründet wird das damit, dass das BAföG für das Leben in Berlin nicht ausreiche.

Studieren an staatlichen Hochschulen soll weiter nichts kosten. Die SPD will doppelt so viele Wohnungen für Studierende. Das BAföG ist Geld vom Staat für das Studium. Es soll nicht mehr vom Geld der Eltern abhängen. Auch das Semester-Ticket soll günstig bleiben.

Auf Bundesebene will die SPD ein elternunabhängiges BAföG in Form eines Stipendiums, Sätze, die regelmäßig der Inflation folgen, und eine Wohnkostenpauschale je nach Studienort. Wiederkommen sollen außerdem Beihilfen für die Ausbildung; im Handwerk sollen die Gebühren für den Meister erneut übernommen werden. Das Deutschland-Semesterticket soll erschwinglich bleiben und künftig Leihfahrräder einschließen. Der Zuschuss an das Studierendenwerk Berlin soll im nächsten Rahmenvertrag deutlich steigen, damit höhere Kosten nicht die Studierenden treffen. Für junge Menschen ohne akademischen Hintergrund sind zentrale Anlaufstellen und barrierefreie digitale Angebote vorgesehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„Bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum für Studierende bauen wir aus und verdoppeln die Quote an Studierendenwohnungen.“
Seite 44 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Die Quote an Studierendenwohnungen soll verdoppelt und das BAföG zu einem elternunabhängigen Stipendium umgebaut werden, was öffentliche Leistungen grundlegend ausweitet.

Flexibleres Studium und Weiterbildung als Hochschulaufgabe

Die SPD will Studienangebote stärker an erwerbstätige Studierende anpassen und die Betreuung verbessern. Akademische Weiterbildung soll künftig auch eine staatliche Aufgabe der Hochschulen sein. Das Programm begründet dies mit dem demografischen Wandel und den Veränderungen durch KI.

Viele Studierende arbeiten neben dem Studium. Die SPD will deshalb mehr Studiengänge, die dazu passen. Hochschulen sollen auch mehr Weiterbildung anbieten. Das soll eine Aufgabe des Staates werden. Menschen mit wenig Lohn sollen so besser lernen können.

Berufsbegleitende, hybride und duale Studienangebote sollen ausgebaut werden. Die SPD will die Betreuungsschlüssel verbessern, Lehrverpflichtungen flexibler gestalten und die Hochschuldidaktik stärken; die dafür zuständigen Einrichtungen sollen systematisch überprüft und weiterentwickelt werden. Weiterbildung gilt nach dem Beihilferecht bisher überwiegend als Marktaufgabe, was das Programm für unzureichend hält. Vor allem Beschäftigte mit mittlerem und niedrigem Lohn sollen nicht allein auf private Anbieter angewiesen sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„Deshalb definieren wir akademische Weiterbildung künftig auch als hoheitliche Aufgabe der Hochschulen.“
Seite 44 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Weiterbildung soll stärker vom Markt in die öffentliche Verantwortung der Hochschulen verlagert werden.

Dauerstellen in der Wissenschaft zur Regel machen

Die SPD will mehr unbefristete Stellen für wissenschaftliches Personal schaffen. Wer promoviert ist, soll in der Regel unbefristet beschäftigt werden. Über den Bundesrat will sie das Gesetz über befristete Verträge in der Wissenschaft reformieren.

Viele Forschende haben nur Verträge auf Zeit. Die SPD will mehr feste Stellen an Hochschulen. Wer einen Doktortitel hat, soll meist eine feste Stelle bekommen. Dafür will die SPD auch ein Bundes-Gesetz ändern.

Das Forum Gute Arbeit soll weiterlaufen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen früher eine berufliche Perspektive erhalten. Die Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes will die SPD im Bundesrat vorantreiben und dabei ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts berücksichtigen. Tenure-Track-Professuren, also Professuren mit Aussicht auf eine Dauerstelle, sollen zunehmen. Zudem unterstützt die SPD die Humboldt-Universität bei einem Lehrstuhl für alevitische Theologie, an dem Lehrkräfte und Geistliche ausgebildet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 45)
„Unbefristete Beschäftigung für promovierte Wissenschaftler*innen machen wir zum Regelfall.“
Seite 45 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Befristungen im öffentlichen Wissenschaftsbetrieb sollen zugunsten von Dauerstellen zurückgedrängt werden, was Beschäftigte stärker schützt.

Antisemitismus an Hochschulen bekämpfen, Diversität fördern

Die SPD will gegen Antisemitismus, Islamismus, Rassismus und Diskriminierung an Hochschulen vorgehen und die Vorbeugung stärken. Zugleich sollen Gleichstellung und Diversität mehr Förderung erhalten. Das Programm betont, dass die Wissenschaftsfreiheit gilt und demokratischer Protest möglich bleibt.

Jüdische Menschen sollen sich an Hochschulen sicher fühlen. Die SPD will gegen Hass auf Juden und gegen Rassismus vorgehen. Protest soll an Hochschulen aber weiter möglich sein. Es soll mehr Stellen für Beschwerden geben. Benachteiligte Studierende sollen mehr Hilfe bekommen.

Die Hochschulen sollen dabei unterstützt werden, im Rahmen ihrer Autonomie gegen antisemitische oder rassistische Agitation vorzugehen. Angebote gegen Diskriminierung und der Schutz vor Machtmissbrauch sollen wachsen, verbunden mit ausreichenden Beschwerdestrukturen. Das Berliner Chancengleichheitsprogramm bleibt und erhält eine neue Förderlinie für Diversität bei Professuren und in Leitungspositionen. Für Studierende mit Behinderung und solche aus Nicht-Akademikerfamilien sollen sich die Bedingungen verbessern. Für Studierende mit Flucht- oder Migrationsgeschichte will die SPD flexible Einstiege mit Sprach- und Brückenkursen testen, einschließlich längerer BAföG-Förderung.

Originalzitat anzeigen (Seite 45)
„Politische Agitation, die Antisemitismus oder Rassismus verbreitet, dulden wir nicht.“
Seite 45 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheitausgewogen

    Der Punkt verbindet ein konsequentes Vorgehen gegen hetzerische Agitation mit der Zusage, dass Wissenschaftsfreiheit und Protest gewahrt bleiben.

  • Gesellschafteher progressiv

    Programme für Gleichstellung und Diversität an Hochschulen sollen ausgebaut und um eine neue Förderlinie ergänzt werden.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Berlin im Vergleich