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parteiprogramm

Linke zur Bildung

Aus dem Programm „Berlin bezahlbar machen.“

Abgeordnetenhauswahl Berlin 2026, 20. September 2026Original-PDF, 336 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,1), aus 30 Punkten

    Punkte je Stufe: 2 deutlich mehr Staat, 28 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 2 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 13 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 13 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 4 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

  • Außenpolitikeher Diplomatie zuerst (-1,5), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich Diplomatie zuerst, 1 eher Diplomatie zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Abschreckung zuerst, 0 deutlich Abschreckung zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Studiengang für gemeinnützige Wohnungswirtschaft aufbauen

Die Linke will ein Institut und einen Studiengang für gemeinnützige Wohnungswirtschaft gründen. Damit sollen Fachkräfte für den von ihr angestrebten gemeinwohlorientierten Umbau der Branche ausgebildet werden.

Die Linke will ein neues Studien-Fach schaffen. Dort lernen Menschen, wie Wohnungs-Firmen ohne Gewinn-Ziel arbeiten. Dazu soll es auch ein neues Institut geben. Die Partei sagt: Bisher lernt man nur die Wirtschaft mit Gewinn-Ziel.

Das Institut wäre nach Angaben des Programms das erste seiner Art in Deutschland. Dort sollen heutige und künftige Beschäftigte von landeseigenen, genossenschaftlichen und gemeinwohlorientierten Unternehmen geschult werden. Die Partei begründet das damit, dass Hochschulen derzeit nur die Grundlagen der profitorientierten Immobilienwirtschaft vermitteln.

Originalzitat anzeigen (Seite 33)
„Wir wollen das bundesweit erste Institut sowie einen neuen Studiengang für gemeinnützige Wohnungswirtschaft aufbauen.“
Seite 33 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Ausbildung soll einen gemeinwohlorientierten statt profitorientierten Wohnungssektor stärken.

Ausbildungsumlage ausweiten und Azubi-Werk schaffen

Die Linke will die Ausbildungsumlage so ausbauen, dass ausbildende Betriebe ihre Kosten für sämtliche Auszubildenden vollständig ersetzt bekommen. So sollen mehr Ausbildungsplätze entstehen, da laut Programm jedes Jahr Tausende Bewerberinnen und Bewerber leer ausgehen. Zudem unterstützt die Partei ein Azubi-Werk mit günstigem Wohnraum.

Viele junge Menschen in Berlin finden keinen Ausbildungs-Platz. Die Linke will Betrieben helfen, die ausbilden. Diese Betriebe sollen ihre Kosten zurückbekommen. Das Geld kommt aus einer Umlage. Das heißt: Alle Betriebe zahlen in einen gemeinsamen Topf ein. Azubis sollen außerdem günstige Wohnungen bekommen.

Das kürzlich beschlossene Umlagemodell deckt aus Sicht der Partei nur wenige Ausbildungsverhältnisse ab. Die Verbundausbildung, bei der sich vor allem kleine und mittlere Betriebe zusammentun, soll stärker gefördert und begleitet werden. Auch das Land und seine Unternehmen sollen mehr ausbilden. Bessere Berufsorientierung an Schulen, leichtere Praktika, passgenaue Vermittlung und Bildungsketten sollen den Übergang in die Ausbildung verbessern, Hilfsangebote sollen Abbrüche verringern. Das Azubi-Werk nach Münchner Vorbild geht auf eine Initiative der DGB-Jugend zurück und soll neben Wohnraum auch Beratung und eine Beschwerdestelle bieten.

Originalzitat anzeigen (Seite 106)
„Wir werden dafür sorgen, dass den Ausbildungsbetrieben die vollen Kosten für alle Azubis erstattet werden.“
Seite 106 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die bestehende Umlage unter Betrieben soll auf alle Ausbildungsverhältnisse ausgedehnt und durch öffentliche Angebote ergänzt werden.

Gebührenfreie Bildung sichern und ausweiten

Die Linke will Bildung von der Kita bis zur Hochschule gebührenfrei halten und weitere Angebote kostenlos machen. Sie begründet das damit, dass Bildung zur Daseinsvorsorge gehöre und in Berlin jedes vierte Kind in Armut aufwachse.

Die Linke will, dass Bildung nichts kostet. Das gilt von der Kita bis zur Hochschule. Das kostenlose Fahrticket für Schüler soll bleiben. Auch ältere Schüler sollen kostenloses Mittagessen und Schulbücher bekommen. Die Betreuung nach dem Unterricht soll auch in Klasse vier kostenlos sein.

Das kostenfreie Ticket für alle Berliner Schülerinnen und Schüler soll bleiben. Die gebührenfreie ergänzende Förderung und Betreuung (eFöB, früher Hort) soll künftig auch die vierte Klasse umfassen. Lernmittelfreiheit und kostenloses Mittagessen sollen auf Mittel- und Oberstufe ausgedehnt werden. Für den Zugang zur eFöB soll es weiterhin keine Bedarfsprüfung geben.

Originalzitat anzeigen (Seite 153)
„Die Linke steht fest zum Prinzip der gebührenfreien Bildung von der Kita bis zur Hochschule.“
Seite 153 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Bestehende kostenfreie Bildungsleistungen sollen bleiben und auf weitere Jahrgänge ausgedehnt werden, was öffentliche Leistungen schrittweise ausbaut.

Gemeinschaftsschulen deutlich ausbauen

Die Linke will deutlich mehr Gemeinschaftsschulen, an denen Kinder von der Einschulung bis zum Abschluss zusammen lernen. Mittelfristig will sie das gegliederte Schulsystem überwinden. Aus ihrer Sicht lösen Gemeinschaftsschulen den Lernerfolg von der sozialen Herkunft.

An einer Gemeinschafts-Schule lernen alle Kinder zusammen. Das geht von der ersten Klasse bis zum Abschluss. Die Linke will viel mehr solche Schulen. Jeder Bezirk soll bis 2031 mindestens zwei neue starten. Später soll es keine getrennten Schulformen mehr geben.

Der Senat soll stärker steuern und jeden Bezirk verpflichten, bis 2031 mindestens zwei neue Gemeinschaftsschulen anzustoßen. Neue Schulgebäude sollen bevorzugt als Gemeinschaftsschulen entstehen und in der Schulbauoffensive Vorrang haben. Fusionen und Umwandlungen sollen über verbindliche Verfahren schneller gehen; Gymnasien will die Partei zur Umwandlung ermutigen. Vorgesehen sind Mindeststandards wie das Recht auf eine eigene Oberstufe. Schulen, die sich umwandeln, sollen externe Begleitung und zeitweise mehr Personal bekommen, und eine Langzeitstudie soll den Ausbau wissenschaftlich begleiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 153)
„Wir werden die Anzahl der Berliner Gemeinschaftsschulen als Schulen der Zukunft deutlich ausbauen.“
Seite 153 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Das gemeinsame Lernen soll gegenüber dem gegliederten Schulsystem ausgebaut werden, was eine überlieferte Schulstruktur schrittweise in Richtung Gleichstellung verändert.

Lehrkräfte entlasten und gerechter verteilen

Die Linke will mehr Lehrkräfte ausbilden, das vorhandene Personal entlasten und ausgebildete Lehrkräfte gleichmäßiger auf Bezirke und Schulen verteilen. Sie wirft dem Senat vor, den Lehrkräftemangel nur rechnerisch verringert zu haben. Kürzungen der schwarz-roten Koalition sollen zurückgenommen werden.

In Berlin fehlen Lehrerinnen und Lehrer. Die Linke will mehr von ihnen ausbilden. Sie sollen weniger Überstunden machen. Ihre Arbeitszeit soll genau erfasst werden. Die Lehrkräfte sollen gerechter auf die Schulen verteilt werden. Abschlüsse aus dem Ausland sollen leichter anerkannt werden.

Kleinere Klassen und der Weg dorthin sollen per Tarifvertrag oder im Schulgesetz geregelt werden. Das bisherige Castingverfahren soll einem zentralen Bewerbungsverfahren mit Wunschschulen weichen. Eine verbindliche Arbeitszeiterfassung soll nach einem Pilotprojekt in einem Bezirk rasch kommen; das Programm verweist auf zwei Millionen unbezahlte Mehrarbeitsstunden pro Jahr. Die Aussetzung des Profilbedarfs II und die höhere Lehrverpflichtung für Referendarinnen und Referendare, zusammen 470 Vollzeitstellen, sollen rückgängig gemacht und der Ausgleich für nicht verbeamtete Lehrkräfte wieder eingeführt werden. Bei ausländischen Lehramtsabschlüssen sind Erleichterungen geplant, etwa die Einstellung mit nur einem Fach und Sprachniveau C1 in ausgewählten Fächern. Hinzu kommen ein Pilotprojekt für geteilte Schulleitungen und neue Karrierewege für Erzieherinnen und Erzieher.

Originalzitat anzeigen (Seite 154)
„Stattdessen müssen der tatsächliche Personalbedarf klar benannt, die Ausbildungskapazitäten erhöht und das vorhandene Personal nachhaltig entlastet werden, perspektivisch auch durch kleinere Klassen.“
Seite 154 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Gestrichene Stellen sollen zurückkommen, mehr Personal ausgebildet und Arbeitszeit verbindlich erfasst werden, was öffentliche Ausgaben und Arbeitnehmerschutz schrittweise ausweitet.

  • Migrationeher offen

    Im Ausland erworbene Lehramtsabschlüsse sollen leichter anerkannt und Sprachanforderungen gesenkt werden, was Zugewanderten den Berufszugang erleichtert.

Multiprofessionelle Teams an Schulen ausbauen

Die Linke will Schulen mit mehr Personal neben den Lehrkräften ausstatten, etwa Schulassistenz, Verwaltungsleitungen und IT-Fachleute. Ein eigenes Budget soll Schulen erlauben, selbst weitere Fachkräfte wie Therapeutinnen und Therapeuten fest einzustellen. Starten sollen die Verbesserungen an Schulen in schwieriger Lage.

An Schulen sollen nicht nur Lehrkräfte arbeiten. Die Linke will mehr Helfer, IT-Fachleute und Verwaltungs-Kräfte. Schulen sollen eigenes Geld für weitere Fachleute bekommen. Das können zum Beispiel Sprach-Therapeuten sein. Zuerst bekommen besonders belastete Schulen diese Hilfe.

Pädagogische Unterrichtshilfen, Betreuungskräfte und Schulassistenz sollen zur Grundausstattung jeder Schule gehören. Jede Schule soll je eine volle Stelle für Verwaltungsleitung und IT-Administration bekommen, größere Schulen mehr. Das flexible Personalbudget wird nach Größe, Typisierung und Art der Schule gestaffelt und soll etwa Gesundheitsfachkräfte, Ergo- und Lerntherapie oder Logopädie ermöglichen. Beides soll zunächst an Schulen mit hoher Schultypisierung starten und dann schrittweise überall gelten. Alle Berufsgruppen mit direktem Kontakt zu Schülerinnen und Schülern sollen Teamstunden als Arbeitszeit, Arbeitsplätze und Sitze in den Schulgremien erhalten. Reinigungskräfte sollen nach der Rekommunalisierung der Schulreinigung zur Schulgemeinschaft gehören.

Originalzitat anzeigen (Seite 156)
„Darüber hinaus wollen wir ein flexibles Personalkostenbudget für multiprofessionelle Kollegien schaffen“
Seite 156 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Schulen sollen zusätzliche Stellen und ein eigenes Personalbudget erhalten, was öffentliche Ausgaben und Beschäftigung im öffentlichen Dienst schrittweise ausbaut.

Lehrkräftemangel geplant statt zufällig auffangen

Die Linke will, dass Schulen bei fehlenden Lehrkräften den Unterricht gezielt kürzen dürfen, statt dass Stunden ungeplant ausfallen. Sprachförderung und individuelle Förderung sollen dabei Vorrang erhalten, weil der Mangel aus Sicht des Programms bisher die Kinder mit dem größten Förderbedarf trifft.

In Berlin fehlen Lehrerinnen und Lehrer. Die Linke will, dass Schulen dann ihren Stundenplan gezielt kürzen dürfen. Unterricht soll nicht mehr zufällig ausfallen. Die Förderung einzelner Kinder und die Sprach-Förderung sollen Vorrang haben.

Der Vorrang von Sprach- und Einzelförderung soll in den Zumessungsrichtlinien stehen, also in den Regeln, nach denen Schulen Lehrkräftestunden erhalten. Schulen sollen bei länger andauerndem Mangel den Stundenplan vorübergehend verkleinern können. Stundentafel und Inhalte sollen bewusst nach Wichtigkeit geordnet werden. Schülerinnen und Schüler, pädagogisches Personal und Eltern sollen etwa über runde Tische beteiligt werden. Außerdem will die Partei die Lehrpläne kürzen und modernisieren, die sie als zum Teil veraltet und überladen ansieht.

Originalzitat anzeigen (Seite 157)
„Schulen müssen bei anhaltendem Lehrkräftemangel die Möglichkeit bekommen, ihren Stundenplan temporär gezielt zu reduzieren.“
Seite 157 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Besonders belastete Schulen zusätzlich ausstatten

Die Linke will Schulen mit vielen Problemlagen bevorzugt mit Geld und Personal versorgen. Dazu soll ein Modellprojekt „Zukunftsschulen“ kommen, in dem solche Schulen freier arbeiten können. Das Programm begründet dies damit, dass das Berliner Bildungssystem viele Kinder strukturell benachteilige.

Manche Schulen haben besonders viele Probleme. Die Linke will diesen Schulen mehr Geld und mehr Personal geben. Es soll auch ein neues Projekt geben. Es heißt „Zukunftsschulen“. Dort dürfen Schulen freier mit dem Lehrplan arbeiten.

Das Ergänzungsbudget zum Schulbudget, das frühere Bonusprogramm, soll weiterlaufen. Geld aus dem Startchancenprogramm von Bund und Ländern soll rasch und mit wenig Bürokratie ankommen. Verbesserungen bei der Stundenzuweisung sollen zuerst diesen Schulen zugutekommen, und im Ganztag sollen sie mehr Zeit für mittelbare pädagogische Arbeit bekommen. Am Modellprojekt können Schulen mit sehr hoher Schultypisierung freiwillig teilnehmen; sie erhalten mehr Stellen, mehr Mittel für Schulentwicklung und wissenschaftliche Begleitung. Die Schultypisierung soll überprüft und die Schulinspektion für alle Schulen weiterentwickelt werden, mit mehr Gewicht für Demokratie, Inklusion und Beschwerdestrukturen.

Originalzitat anzeigen (Seite 157)
„wollen wir die Schulen am stärksten unterstützen, an denen sich Herausforderungen bündeln. Sie brauchen weiterhin zusätzliche Ressourcen.“
Seite 157 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Bestehende Zusatzprogramme sollen fortgeführt und um weitere öffentliche Stellen und Mittel für belastete Schulen ergänzt werden, was öffentliche Leistungen schrittweise ausbaut.

Landesprogramm für Psychologie an Schulen einrichten

Die Linke will die psychosoziale Versorgung von Kindern und Jugendlichen ausbauen und dafür Psychologinnen und Psychologen direkt an die Schulen holen. Vorgesehen ist eine Fachkraft je 800 Schülerinnen und Schüler.

Die Linke will mehr für die seelische Gesundheit von Kindern tun. An den Schulen soll es Psychologinnen und Psychologen geben. Eine Fachkraft soll für 800 Kinder da sein. Kinder können dort einfach Hilfe bekommen.

Das neue Programm soll dem bestehenden für Schulsozialarbeit nachgebildet sein. Die Fachkräfte sollen leicht erreichbar sein und auch Beratungslehrkräfte und Schulprojekte unterstützen. Bezirke sollen Rahmenkonzepte erarbeiten, und Bildung, Jugend und Gesundheit sollen sich auf Bezirks- und Landesebene vernetzen. Das pädagogische Personal soll Fortbildungen erhalten, das Thema soll in die schuleigenen Lehrpläne kommen, und Programme unter Gleichaltrigen sollen wachsen. In jedem Bezirk soll ein Team gegen Schuldistanz nach dem Muster Neuköllns möglich werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 158)
„wollen wir zudem ein Landesprogramm Psychologie an Schulen einrichten und so eine*n Psycholog*in auf 800 Schüler*innen an die Schulen bringen“
Seite 158 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein neues, öffentlich finanziertes Landesprogramm mit festem Personalschlüssel erweitert die staatlichen Leistungen an Schulen.

Schulsozialarbeit an allen Schulen ausbauen

Die Linke will, dass jede Berliner Schule mindestens eine Stelle für Schulsozialarbeit hat, auch Oberstufenzentren und neu gegründete Schulen. Auf längere Sicht soll eine Fachkraft auf 150 Schülerinnen und Schüler kommen.

Jede Schule in Berlin soll mindestens eine Stelle für Schul-Sozialarbeit haben. Das gilt auch für neue Schulen. Später soll es noch mehr Stellen geben. Dann soll eine Fachkraft für 150 Kinder da sein.

Die Grundausstattung mit einer Stelle je Schule soll überall erreicht werden. Zusammen mit den Trägern will die Partei verbindliche Qualitätsstandards für die Angebote festlegen. Die Verwaltungskosten, die das Programm den Trägern erstattet, sollen den realen Kosten entsprechen und regelmäßig angepasst werden. Geprüft wird ein kommunaler Träger, damit Beschäftigte im öffentlichen Dienst angestellt werden können und dennoch unabhängig bleiben.

Originalzitat anzeigen (Seite 159)
„Perspektivisch streben wir einen Schlüssel von einem*r Schulsozialarbeiter*in auf 150 Schüler*innen an.“
Seite 159 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das bestehende Landesprogramm soll mit mehr Stellen und einem möglichen kommunalen Träger ausgebaut werden, was öffentliche Leistungen und öffentliche Beschäftigung stärkt.

Inklusive Schule mit Landeskonzept umsetzen

Die Linke will, dass alle Kinder wohnortnah eine inklusive Schule besuchen können, und beruft sich auf die UN-Behindertenrechtskonvention. Neue oder größere Förderzentren lehnt sie ab. Stattdessen soll ein Landeskonzept mit festen Zielen, Fristen und Investitionsmitteln entstehen.

Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen lernen. Das nennt man Inklusion. Die Linke will keine neuen Förder-Schulen bauen. Sie will einen Plan für ganz Berlin machen. Der Plan soll feste Ziele und Geld enthalten.

Als Zwischenlösung sollen die 36 geplanten inklusiven Schwerpunktschulen entstehen, vor allem mit Plätzen für geistige Entwicklung und Autismus; befristete Kleinklassen können helfen. Stunden für Förderung und Inklusion sollen ohne Obergrenze nach Bedarf zugewiesen, vollständig ausgezahlt und nicht für Vertretung verwendet werden. Die Obergrenze bei der Inklusionsassistenz soll fallen, der Nachteilsausgleich wachsen, und auch Gymnasien sollen sich stärker öffnen. Für die Beförderung von Kindern mit Behinderung zur Schule, zur Betreuung und zu Ausflügen soll ein Rechtsanspruch gelten, wobei das Land den Bezirken die Kosten ersetzt. Zusätzlich will die Partei mehr Plätze in Schulersatzprojekten für Krisensituationen schaffen.

Originalzitat anzeigen (Seite 159)
„Den Aus- und Neubau sonderpädagogischer Förderzentren lehnt Die Linke deshalb vehement ab.“
Seite 159 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Vorgesehen sind zusätzliche Investitionen, ungedeckelte Förderstunden und ein neuer Rechtsanspruch auf Beförderung, also mehr öffentliche Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Gemeinsames Lernen soll Vorrang vor getrennten Förderschulen bekommen, was die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung ausbaut.

Auslese beim Schulwechsel verringern

Die Linke will den Übergang auf die weiterführende Schule weniger von Noten abhängig machen. Der Probeunterricht soll entfallen, mehr Plätze sollen verlost werden, und das Sitzenbleiben soll auch an Gymnasien enden. Die Partei will damit Druck von Kindern nehmen und der sozialen Trennung an Schulen entgegenwirken.

Nach der Grundschule wechseln Kinder auf eine andere Schule. Die Linke will diesen Wechsel leichter machen. Den Probe-Unterricht soll es nicht mehr geben. Mehr Schulplätze sollen per Los vergeben werden. Auch am Gymnasium soll kein Kind mehr sitzenbleiben.

Bei der Schulformempfehlung sollen neben Mathematik, Deutsch und Englisch wieder weitere Stärken zählen, und das Urteil der Klassenkonferenz soll mehr Gewicht haben. Die Quoten für Härtefälle und Geschwister bleiben. Freiwilliges Wiederholen bleibt möglich, wenn es pädagogisch begründet ist. Jede Integrierte Sekundarschule und jede Gemeinschaftsschule soll über eine Oberstufe verfügen, notfalls im Verbund mit anderen Schulen. Die Partei hält an der sechsjährigen Grundschule mit festen Einzugsgebieten fest und will langfristig mehr Gemeinschaftsschulen sowie stärkere Bildungsverbünde.

Originalzitat anzeigen (Seite 161)
„Den Verzicht auf Probejahr und Abschulen werden wir beibehalten. Den Probeunterricht wollen wir abschaffen.“
Seite 161 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Leistungsbezogene Auslese beim Schulzugang soll zugunsten von Losverfahren und gemeinsamen Schulformen zurückgedrängt werden, was auf mehr Gleichstellung im Bildungssystem zielt.

Mehrsprachigkeit und Erstsprachenunterricht ausbauen

Die Linke betrachtet Mehrsprachigkeit als wertvolle Fähigkeit und will sie an Schulen fördern. Der Unterricht in der Erstsprache soll wachsen, und Arabisch und Kurdisch sollen als Fremdsprachen wählbar werden.

Viele Kinder in Berlin sprechen mehrere Sprachen. Die Linke findet das wertvoll. Kinder sollen in der Schule mehr Unterricht in ihrer ersten Sprache bekommen. Arabisch und Kurdisch sollen neue Schul-Fächer werden.

Der Erstsprachenunterricht soll je nach Bedarf zunehmen, vor allem an weiterführenden Schulen. Die Staatliche Europa-Schule soll neue Standorte und Sprachen erhalten, in erster Linie im Osten Berlins. Geprüft wird ein deutsch-arabischer oder deutsch-kurdischer Schulzweig. Sprachkenntnisse, die Schülerinnen und Schüler schon mitbringen, sollen leichter anerkannt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 163)
„Den erstsprachlichen Unterricht an Berliner Schulen werden wir bedarfsgerecht weiter ausbauen, insbesondere auch an weiterführenden Schulen.“
Seite 163 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Herkunftssprachen sollen im Schulsystem stärker verankert werden, was kulturelle Vielfalt gegenüber dem heutigen Stand schrittweise ausbaut.

  • Migrationeher offen

    Mehr Unterricht in Erstsprachen und die leichtere Anerkennung mitgebrachter Sprachkenntnisse erweitern die Angebote für Zugewanderte und ihre Kinder.

Schulen gegen extreme Rechte unterstützen

Die Linke will Schulen im Umgang mit rechtsextremen Vorfällen stärken. Geplant sind finanzierte Präventionsangebote, Fortbildungen, Leitlinien und Fördergeld für Projekte von Schülerinnen und Schülern. Die Partei verweist auf einen aus ihrer Sicht stattfindenden Rechtsruck in der Gesellschaft.

Die Linke will Schulen im Umgang mit extremen Rechten helfen. Es soll Angebote zur Vorbeugung geben. Lehrerinnen und Lehrer sollen Fortbildungen bekommen. Schülerinnen und Schüler sollen Geld für eigene Projekte für Demokratie bekommen.

Angebote zur Prävention und zur Stärkung von Schülerinnen und Schülern sollen ausreichend finanziert sein. Für das pädagogische Personal sind Fortbildungen und Leitlinien zum Verhalten gegenüber extremen Rechten vorgesehen. Die Partei beruft sich auf Paragraf 1 des Schulgesetzes und leitet daraus ab, dass Schule und Lehrkräfte demokratiefeindlichen Kräften entgegentreten sollen. Betroffenen von Vorfällen oder Anfeindungen sagt sie Unterstützung zu.

Originalzitat anzeigen (Seite 164)
„Für von Schüler*innen initiierte Projekte gegen Rechts und für Demokratie wollen wir spezielle Fördermöglichkeiten schaffen.“
Seite 164 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Schulen sollen mit zusätzlichen Programmen und Leitlinien ausdrücklich gegen rechtsextreme Einstellungen arbeiten, was eine auf Vielfalt und Offenheit gerichtete Wertebildung stärkt.

Mitbestimmung an Schulen stärken

Die Linke will Schulen demokratischer machen und Schülerinnen und Schülern mehr Mitsprache geben. Ihre Vertretungen sollen eigenes Geld und festgelegte Rechte bekommen. Der Klassenrat gilt der Partei dabei als wichtigstes Mittel.

Schülerinnen und Schüler sollen in der Schule mehr mitbestimmen. Ihre Vertretungen sollen eigenes Geld bekommen. Sie sollen auch klare Rechte haben. Das gilt auch an Grundschulen. Es soll Räume geben, die Schülerinnen und Schüler selbst gestalten.

Beteiligungsprojekte wie Schülerhaushalte, bei denen Schülerinnen und Schüler über Geld mitentscheiden, sollen ausgeweitet werden. Rückzugsorte und selbst verwaltete Räume ohne Bewertung, etwa Schulclubs an weiterführenden Schulen, sollen Förderung erhalten. Die gesetzlichen Gremien auf Ebene der Schule, des Bezirks und des Landes sollen mehr Hilfe bei ihrer Arbeit bekommen. Erweiterte Schulleitungen sollen an jeder Schule Pflicht werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 164)
„Die Arbeit der Schüler*innenvertretungen werden wir durch ein eigenes Budget und klare Rechte stärken, insbesondere auch an Grundschulen“
Seite 164 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Rechte und eigene Mittel für Schülervertretungen erweitern die Selbstbestimmung junger Menschen in der Schule schrittweise.

Politische Bildung an Schulen ausbauen

Die Linke will das Schulfach Politische Bildung stärken und es zusätzlich an Grundschulen ab der vierten Klasse und an Berufsschulen einführen. Außerschulische Träger und die Landeszentrale für politische Bildung sollen dauerhaft abgesichert werden. Ziel ist laut Programm, junge Menschen zu politischer Mündigkeit zu befähigen.

Die Linke will mehr Politik-Unterricht an Schulen. Das Fach soll es schon ab Klasse 4 geben. Auch Berufs-Schulen sollen das Fach bekommen. Vereine für politische Bildung sollen länger Geld erhalten.

Lehrkräfte sollen laufend Fortbildungen erhalten, mit einem Schwerpunkt auf kritischer Medienbildung und dem Umgang mit sozialen Medien. Das Programm „Politische Bildung an Berliner Schulen“ soll gestärkt werden. Eine ausreichend finanzierte Koordinierungsstelle soll die Zusammenarbeit von Schulen mit außerschulischen Trägern unterstützen. Diese Träger sollen durch längerfristige Förderung Planungssicherheit bekommen. Die Berliner Landeszentrale für politische Bildung soll unabhängiger werden und institutionell wie finanziell abgesichert sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 165)
„Wir wollen das bestehende Schulfach stärken und auch an Grundschulen (ab Jahrgangsstufe 4) sowie an beruflichen Schulen etablieren.“
Seite 165 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Medienbildung und digitale Ausstattung der Schulen ausbauen

Die Linke will Medienbildung ab der Grundschule verbindlich in den Lehrplänen verankern und alle Schülerinnen und Schüler mit Zugang zu digitalen Geräten und Internet für die Schule versorgen. Schulen sollen eigene Medienbeauftragte und IT-Administratoren bekommen. Bei Software setzt das Programm auf Open Source und einen vorsichtigen Umgang mit künstlicher Intelligenz.

Kinder sollen ab der Grundschule den Umgang mit Medien lernen. Alle Schüler sollen einen Laptop für die Schule nutzen können. Arme Familien bekommen das Gerät gestellt. Jede Schule soll Fachleute für die Technik bekommen. Computer-Programme sollen keine Noten vergeben.

Zur Medienbildung zählt das Programm den kritischen Umgang mit digitalen Werkzeugen, künstlicher Intelligenz und Datenschutz sowie die Vorbeugung gegen Mediensucht. Die bisherigen IT-Beauftragten sollen zu Medienbeauftragten mit festen Stunden werden und nur noch zur digitalen Schulentwicklung beraten; für Wartung soll es an jeder Schule IT-Administratoren geben, möglichst im öffentlichen Dienst. Geräte für Jugendliche aus Familien mit wenig Geld sollen aus dem DigitalPakt 2.0 bezahlt werden, dazu kommen Klassensätze auch für Grundschulen und kostenloses Internet für schulische Zwecke. Der Lernraum Berlin soll als Open-Source-Plattform weiterentwickelt, frei nutzbare Lernmaterialien (OER) sollen gefördert werden. Beim Einsatz von KI dürfen nach dem Programm keine Daten von Schülern oder Pädagogen an Anbieter gelangen, und Bewertungen bleiben Sache der Lehrkräfte. Kinder und Jugendliche sollen gezielt an Open-Source-Lösungen und unabhängige Plattformen herangeführt werden, um die Abhängigkeit von kommerzieller Software zu verringern.

Originalzitat anzeigen (Seite 166)
„Alle Schüler*innen müssen für schulische Zwecke Zugang zu digitalen Endgeräten wie z. B. Laptops haben. Jugendlichen, deren Familien dies nicht leisten können, muss ein Endgerät gestellt werden.“
Seite 166 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll Geräte, Internet und IT-Personal im öffentlichen Dienst bereitstellen und nicht-kommerzielle Software bevorzugen, was öffentliche Leistungen ausweitet.

Handyregeln von den Schulen selbst festlegen lassen

Die Linke lehnt pauschale Handyverbote für alle Jahrgänge ab. Jede Schulgemeinschaft soll ihre Regeln demokratisch selbst erarbeiten. Solange es keine solche Regelung gibt, soll bis zur neunten Klasse der Schultag grundsätzlich ohne Handy stattfinden.

Die Linke will kein Handy-Verbot für alle Klassen. Jede Schule soll ihre Handy-Regeln selbst beschließen. Schüler, Eltern und Lehrer entscheiden gemeinsam. Gibt es noch keine Regel, bleibt das Handy bis Klasse 9 aus.

Das Programm begründet den Grundsatz damit, dass Pausen Zeiten der Gemeinschaft sein sollen und nicht der Vereinzelung am Bildschirm. Schulen mit bestehendem Handykonzept dürfen es behalten. Alle anderen sollen ein Konzept entwickeln und bekommen dafür Leitlinien mit Praxisbeispielen sowie einen zusätzlichen Studientag.

Originalzitat anzeigen (Seite 167)
„Solange keine andere, von der Schulgemeinschaft beschlossene Regelung vorliegt, gilt für uns deshalb ein handyfreier Schultag bis einschließlich Jahrgangsstufe 9 als Grundsatz.“
Seite 167 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Noten bis Klasse 9 ersetzen, Hausaufgaben abbauen

Die Linke will Ziffernnoten bis zur neunten Klasse an allen Schularten durch mündliche und schriftliche Rückmeldungen ersetzen und Hausaufgaben abbauen. Das soll den Leistungsdruck senken und die eigene Motivation fördern. Hausaufgaben verstärken aus Sicht des Programms soziale Ungleichheit, weil nicht alle Kinder zu Hause Zeit, Ruhe und Hilfe haben.

Die Linke will bis Klasse 9 keine Noten mit Zahlen mehr. Lehrer sollen stattdessen sagen oder schreiben, wie ein Kind steht. Es soll weniger Hausaufgaben geben. Geübt wird vor allem in der Schule. Kinder sollen freie Zeit ohne Pflicht-Aufgaben haben.

Der Verzicht auf Ziffernnoten soll als Grundprinzip ins Schulgesetz kommen; die Schulkonferenz darf davon abweichen. In Veranstaltungen mit Fachleuten sowie Schülerinnen und Schülern sollen Konzepte entstehen, wie Schule auch nach Klasse 9 ohne klassische Noten auskommen könnte. Üben und Festigen soll vor allem in der Schule stattfinden. Dafür sieht das Programm kostenlose, ruhige und gut ausgestattete Räume innerhalb und außerhalb der Schule vor, in denen pädagogische Fachkräfte helfen. Außerdem will die Linke prüfen, die Zahl der Klassenarbeiten zu senken, und flexiblere Prüfungsformate einführen.

Originalzitat anzeigen (Seite 168)
„Ziffernnoten wollen wir an allen Schularten bis einschließlich Klasse 9 durch mündliche und schriftliche Rückmeldungen zum Leistungsstand ersetzen.“
Seite 168 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Bundeswehr-Kooperationen mit Schulen beenden

Die Linke will sämtliche Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Berliner Schulen beenden und Werbung sowie Rekrutierung bei Minderjährigen verbieten. Schulen sollen militärfreie Orte sein, an denen zivile Friedenspädagogik fest verankert ist. Eine Wehrpflicht lehnt die Partei in jeder Form ab.

Die Bundeswehr soll nicht mehr an Berliner Schulen kommen. Sie soll nicht bei Kindern und Jugendlichen für sich werben. Schulen sollen stattdessen Friedens-Erziehung anbieten. Die Linke ist gegen eine Wehrpflicht.

Nach Auffassung des Programms verstoßen Besuche von Jugendoffizieren, Social-Media-Kampagnen und Auftritte auf Ausbildungsmessen für Minderjährige gegen Grundsätze politischer Bildung wie das Überwältigungsverbot und das Kontroversitätsgebot. Auf Bundesebene will sich die Linke dafür einsetzen, dass der Straight-18-Standard der Vereinten Nationen und die UN-Kinderrechtskonvention umgesetzt werden, also niemand unter 18 Jahren rekrutiert wird. Das Programm verweist darauf, dass die UN Deutschland dafür mehrfach kritisiert habe. Auch eine aus Sicht der Partei zunehmende Militarisierung der Gesellschaft lehnt sie ab.

Originalzitat anzeigen (Seite 169)
„Wir wollen deshalb alle Kooperationen zwischen Bundeswehr und Berliner Schulen beenden und setzen uns für das Verbot jeglicher Werbung und Rekrutierung Minderjähriger ein.“
Seite 169 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Die Partei wendet sich ausdrücklich gegen die diskutierte Wiedereinführung einer Wehrpflicht und damit gegen eine neue staatliche Pflicht.

  • Außenpolitikdeutlich Diplomatie zuerst

    Die bestehende Zusammenarbeit von Bundeswehr und Schulen soll ganz enden und die Rekrutierung Minderjähriger verboten werden, was militärische Nachwuchsgewinnung deutlich zurückdrängt.

Schulbauoffensive fortsetzen und Schulgebäude öffnen

Die Linke will die Berliner Schulbauoffensive fortsetzen und möglichst beschleunigen, weil laut Programm noch über 25.000 Schulplätze fehlen. Schulgebäude sollen stärker für Sport, Musik und andere Nutzungen aus dem Stadtteil offenstehen. Über den Bundesrat will die Partei ein Sondervermögen für Bildung anstoßen.

Berlin soll weiter neue Schulen bauen und alte Schulen reparieren. Laut Programm fehlen noch über 25.000 Schulplätze. Vereine und Musikgruppen sollen Schulgebäude mitnutzen dürfen. Der Bund soll einen eigenen Geld-Topf für Bildung schaffen.

Grundlage soll eine wieder eingeführte landesweite Schulentwicklungsplanung sein, ergänzt um verbindliche Planungen der Bezirke. Neubauten sollen weiter nach dem Compartment-Standard entstehen, daneben soll die Sanierung bestehender Gebäude vorankommen, damit keine Plätze verloren gehen. Beim Denkmalschutz strebt das Programm flexiblere und standardisierte Regeln für Schulsanierungen an, für Gemeinschaftsschulen auch gestapelte Typenbauten. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE soll als Partnerin gestärkt werden. Für die Öffnung der Gebäude, etwa für Musikschulen, Chöre und Laienensembles, soll es eine landesweite Regelung nach dem Vorbild der Vorschriften für Sportanlagen geben.

Originalzitat anzeigen (Seite 169)
„Angesichts des immensen Investitionsbedarfs an Kitas, Schulen und Hochschulen wollen wir eine Bundesratsinitiative für ein Sondervermögen Bildung starten.“
Seite 169 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Investitionen in Schulgebäude sollen fortgeführt und über ein zusätzliches Sondervermögen ausgeweitet werden.

Mehr Personal im Ganztag an Grundschulen

Die Linke will den Personalschlüssel im Ganztag an Grundschulen deutlich verbessern: Eine Vollzeitkraft soll für 15 statt rechnerisch 22 Kinder da sein. Dafür sollen Bundesmittel aus dem Investitionsprogramm zum Ganztagsausbau genutzt werden. Auch Leitung, Räume, Mensen und Schulbibliotheken sollen besser ausgestattet werden.

Im Ganztag sollen mehr Erzieher arbeiten. Eine Fachkraft soll nur noch 15 Kinder betreuen. Heute sind es rechnerisch 22 Kinder. Schulen sollen mehr Mensen bekommen. Erzieher sollen überall nach Tarif-Vertrag bezahlt werden.

Für die Leitung des Ganztags ist schrittweise ein Schlüssel von einer Stelle je 150 Kinder geplant, höchstens zwei Vollzeitstellen. Für längere Ausfälle soll es eine Vertretungsreserve geben, und feste Stunden für mittelbare pädagogische Arbeit sollen auch bei freien Trägern gelten. Landesgeld sollen Träger nur bekommen, wenn sie Erzieherinnen und Erzieher nach Tarif bezahlen. Sonderpädagogischer Förderbedarf soll auch im Ganztag zu zusätzlichem Personal führen. Eigene Ganztagsräume sollen erhalten oder geschaffen, Mensen vor allem an Oberschulen ausgebaut und bestehende Schulbibliotheken unter Bestandsschutz gestellt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 170)
„Eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft soll nur noch für 15 Kinder plus Personalzuschläge statt der bisher rechnerisch 22 Kinder zuständig sein.“
Seite 170 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Die Zahl der Kinder je Fachkraft soll von 22 auf 15 sinken, also um mehr als ein Viertel, und Landesgeld an Tarifbezahlung gebunden werden, was öffentliche Leistungen und Regulierung stark ausweitet.

Schulreinigung in öffentliche Hand überführen

Die Linke will die Reinigung der Berliner Schulen in der kommenden Wahlperiode kommunalisieren, also von der öffentlichen Hand selbst erledigen lassen. Für das Schulmittagessen soll derselbe Schritt geprüft werden.

Die Schulen sollen von eigenen Beschäftigten der Bezirke geputzt werden. Heute machen das oft private Firmen. Das Land soll den Bezirken dafür Geld und Stellen geben. Beim Schul-Essen will die Linke das auch prüfen.

Weil die Schulreinigung Aufgabe der Bezirke ist, soll das Land ihnen die nötigen Stellen und Finanzmittel bereitstellen. Bei der Mittagessenversorgung will die Partei eine Kommunalisierung prüfen. Essensausgabe und digitale Bestellung sollen barrierefrei sein, damit jedes Kind, das möchte, eine hochwertige warme Mahlzeit bekommt.

Originalzitat anzeigen (Seite 170)
„Die Reinigung der Berliner Schulen soll innerhalb der bevorstehenden Legislaturperiode kommunalisiert werden.“
Seite 170 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine bisher an private Firmen vergebene Leistung soll vollständig in öffentliche Trägerschaft zurückgeholt werden.

Außerschulische Bildung verlässlich finanzieren

Die Linke will die Träger außerschulischer Bildung ausreichend finanzieren und ihre Zusammenarbeit mit Schulen vertiefen, vor allem im Ganztag. Kulturelle Bildung soll dauerhaft abgesichert sein, weil sie aus Sicht des Programms der Schlüssel zu kultureller Teilhabe ist.

Lern-Angebote außerhalb der Schule sollen genug Geld bekommen. Dazu gehören Musik-Schulen und Jugend-Kunstschulen. Sie sollen enger mit Schulen zusammenarbeiten. Das Geld soll sicher sein und nicht bei jedem Haushalt wackeln.

Gestärkt werden sollen die staatlichen Einrichtungen: Jugendkunstschulen, Jugendverkehrsschulen, Gartenarbeitsschulen und weitere grüne Lernorte sowie Musikschulen. Kulturelle Bildung soll nicht mehr bei jedem Doppelhaushalt um ihre Existenz fürchten müssen. Auch die Bildung für nachhaltige Entwicklung will die Partei voranbringen.

Originalzitat anzeigen (Seite 171)
„Wir kämpfen für eine auskömmliche Finanzierung der Träger und wollen Kooperationen zwischen Schulen und außerschulischen Angeboten intensivieren, insbesondere auch im Ganztagsbereich.“
Seite 171 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Bildungseinrichtungen und Träger sollen mehr und dauerhaft gesichertes Geld vom Land bekommen.

Berufliche Bildung stärken und Ausbildungsplatz garantieren

Die Linke will, dass alle die Schule mit einer Perspektive für Ausbildung oder Studium verlassen, und verspricht eine Ausbildungsgarantie. Berufsorientierung soll schon in der Grundschule beginnen und Aufgabe der ganzen Schule sein. Die Oberstufenzentren sollen technisch modernisiert werden.

Jeder junge Mensch soll nach der Schule einen Plan für den Beruf haben. Wer nicht studieren will, soll einen Ausbildungs-Platz angeboten bekommen. Schulen sollen früh über Berufe informieren. Alle Schulen sollen Werkstätten bekommen. Berufs-Schulen sollen moderne Technik erhalten.

Für die Oberstufenzentren (OSZ) soll ein verbindliches, ausfinanziertes Modell den Ersatz von Technik einschließlich IT-Hardware und Telefonanlagen sichern. Die Ausbildung von Lehrkräften für OSZ und Arbeitslehre soll gestärkt werden; Lehrkräfte für Fachpraxis sollen berufsbegleitend Master und Zweite Staatsprüfung ablegen können und eine eigene Laufbahn erhalten. Das Fach Wirtschaft-Arbeit-Technik soll an allen Schularten gestärkt werden, mit stufenweise eingerichteten Werkstätten an jeder Schule. Angebote wie Produktives Lernen und Praxislerngruppen sollen wachsen, Praktika zahlreicher und besser werden. Der Übergang in den Beruf soll als Qualitätskriterium in die Schulverträge kommen, und die Teams für Berufs- und Studienorientierung sollen mehr Anrechnungsstunden erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 172)
„Alle jungen Menschen, die kein Studium aufnehmen wollen, erhalten ein Angebot für einen Ausbildungsplatz (Ausbildungsgarantie).“
Seite 172 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine Garantie auf einen Ausbildungsplatz und mehr öffentliche Mittel für Berufsschulen erweitern staatliche Zusagen und Ausgaben.

Übergang von Schule in Ausbildung verbessern

Die Linke will das elfte Pflichtschuljahr ausbauen und Jugendlichen den Wechsel in eine duale Ausbildung erleichtern. Schulische und betriebliche Berufsbildung sollen künftig von einer einzigen Senatsverwaltung verantwortet werden, damit beim Übergang in den Beruf keine Brüche entstehen.

Die Linke will Jugendlichen nach der Schule besser helfen. Das elfte Schuljahr soll mehr Chancen bieten. Jugendliche sollen leichter in eine Ausbildung wechseln können. Eine einzige Behörde soll für die Berufsbildung zuständig sein.

Jugendliche in der Integrierten Berufsausbildungsvorbereitung sollen mehr Hilfe bekommen, um auch mitten im Jahr in eine duale Ausbildung zu wechseln. Die Partei prüft außerdem, ein Landesinstitut zu gründen. Die Jugendberufsagentur soll stärker aufsuchend beraten. Für Mädchen und junge Frauen, junge Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte, Alleinerziehende und junge Menschen mit Behinderungen soll es verbindliche Regeln zur beruflichen Förderung geben. Die Angebote sollen nach und nach barrierefrei werden und mehr Personal und Sachmittel erhalten, auch die Jugendberufshilfe der Bezirke.

Originalzitat anzeigen (Seite 173)
„Das elfte Pflichtschuljahr wollen wir zu einem echten Chancenjahr weiterentwickeln.“
Seite 173 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Beratungs- und Förderangebote für den Berufseinstieg sollen mehr Personal und Mittel erhalten, was staatliche Leistungen ausbaut.

Ethik als Pflichtfach behalten, Religionspflicht ablehnen

Die Linke will Ethik als reguläres Schulfach in Berlin beibehalten. Einen verpflichtenden Religionsunterricht lehnt sie ab, auch wenn er als Wahlpflichtfach gestaltet wäre.

In Berlin haben alle Schüler das Fach Ethik. Die Linke will, dass das so bleibt. Religion soll kein Pflicht-Fach werden. Das gilt auch für ein Wahl-Pflicht-Fach.

Das Programm bekennt sich zum Ethikunterricht als ordentlichem Fach an Berliner Schulen. Religionsunterricht soll nicht verpflichtend werden. Auch eine Lösung als Wahlpflichtfach, bei dem Schülerinnen und Schüler zwischen Fächern wählen müssten, lehnt die Partei ab.

Originalzitat anzeigen (Seite 173)
„Die Einführung von verpflichtendem Religionsunterricht lehnen wir ab, auch in Form eines Wahlpflichtfachs.“
Seite 173 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die heutige Berliner Regelung mit Ethik für alle wird gegen die diskutierte Einführung eines Wahlpflichtfachs Religion verteidigt, was zur progressiven Seite passt.

Schulgeld an Privatschulen verbindlich regeln

Die Linke will für Privatschulen eine verbindliche Schulgeldtabelle einführen und das Sonderungsverbot des Grundgesetzes durchsetzen. Dieses Verbot besagt, dass Privatschulen Kinder nicht nach dem Einkommen der Eltern auswählen dürfen. Vorrang hat für die Partei das öffentliche Schulsystem.

Die Linke will feste Regeln für das Schulgeld an Privat-Schulen. Privat-Schulen dürfen Kinder nicht nach dem Geld der Eltern auswählen. Das steht im Grundgesetz. Die Linke will, dass sich alle daran halten. Öffentliche Schulen sind der Partei am wichtigsten.

Eine verbindliche Tabelle soll festlegen, wie viel Schulgeld Schulen in freier Trägerschaft verlangen dürfen. Anreize für neue Privatschulen lehnt die Partei ab. Dazu zählt sie öffentliche Zuschüsse zu Baukosten und kürzere Wartezeiten. Das gilt aus ihrer Sicht besonders für Grundschulen.

Originalzitat anzeigen (Seite 173)
„Wir sprechen uns deshalb für eine verbindliche Schulgeldtabelle aus und pochen auf die Einhaltung des im Grundgesetz festgeschriebenen Sonderungsverbots.“
Seite 173 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Privatschulen sollen beim Schulgeld strenger reguliert und nicht mit öffentlichen Anreizen gefördert werden, was mehr Regulierung und Vorrang für öffentliche Angebote bedeutet.

Dozenten an Volkshoch- und Musikschulen fest anstellen

Die Linke will den bisher freiberuflichen Lehrkräften an Berliner Volkshochschulen und Musikschulen eine Festanstellung anbieten, ohne dass sie sich neu bewerben müssen. Das soll ihnen berufliche Sicherheit und den Bezirken Rechtssicherheit geben. Außerdem sollen Angebote zur Alphabetisierung und Grundbildung für Erwachsene weiter nach Bedarf finanziert werden.

Viele Lehrkräfte an Volkshochschulen und Musikschulen arbeiten ohne feste Stelle. Die Linke will ihnen eine feste Stelle anbieten. Sie müssen sich dafür nicht neu bewerben. Außerdem soll es weiter Geld für Kurse im Lesen, Schreiben und Rechnen geben.

Das Land soll den Bezirken das Geld für die Festanstellungen geben. Für Lehrkräfte, die weiter freiberuflich arbeiten wollen, soll Berlin rechtssichere Lösungen finden, aufbauend auf einer geplanten Neuregelung des Bundes. Vertretungen der Dozentinnen und Dozenten und die Gewerkschaften sollen eng beteiligt werden. Bei der Grundbildung verweist das Programm darauf, dass jeder achte Erwachsene nicht ausreichend lesen, schreiben und rechnen kann. Gefördert werden sollen Volkshochschulen, freie Träger und die Stiftung Grundbildung, mit dem Ziel leicht zugänglicher Angebote.

Originalzitat anzeigen (Seite 174)
„Deshalb wollen wir den bisher freiberuflich beschäftigten Kolleg*innen ein Einstellungsangebot machen, ohne Neubewerbung.“
Seite 174 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Freiberufliche Lehrkräfte sollen in öffentliche Festanstellungen wechseln können, finanziert vom Land, was öffentliche Beschäftigung und Ausgaben ausbaut.

Personalschlüssel und Qualität in Kitas verbessern

Die Linke will die Kita-Qualität durch mehr Personal und mehr Raum pro Kind erhöhen. Der Geburtenrückgang soll genutzt werden, um den Betreuungsschlüssel zu verbessern. Zudem sollen das bisherige Berliner Bildungsprogramm verteidigt sowie Kinderschutz und Gesundheitsschutz in Kitas gestärkt werden.

Die Linke will bessere Kitas. Eine Fachkraft soll sich um weniger Kinder kümmern. Jedes Kind soll mehr Platz haben. Alle Fachkräfte sollen wissen, wie sie Kinder schützen. Die Kitas sollen leiser und im Sommer kühler werden.

Angestrebt wird rechnerisch eine Fachkraft für drei Kinder unter drei Jahren und für 7,5 ältere Kinder. Ausfallzeiten durch Krankheit, Urlaub und Fortbildung sowie Zeiten für Dokumentation, Elterngespräche und Besprechungen sollen in die Personalbemessung einfließen; voll angerechnet werden sollen nur ausgebildete Fachkräfte. Die Partei lehnt eine Abkehr vom Bildungsprogramm ab, das Kinder als aktiv Handelnde sieht und Vielfalt, Diskriminierungssensibilität und Beteiligung betont. Für Kinderschutz-Qualifikationen und Supervision soll es feste Zeitkontingente geben, für Kinderschutzfachkräfte Zeitbudgets oder Personalzuschläge. Wegen hoher Fluktuation und Krankenstände fordert das Programm Gesundheits-, Lärm- und Hitzeschutz in jeder Kita.

Originalzitat anzeigen (Seite 184)
„Unser Ziel ist, dass auf eine Fachkraft rechnerisch drei Kinder unter drei Jahren bzw. 7,5 Kinder über drei Jahren entfallen.“
Seite 184 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal und Raum in Kitas bedeuten höhere öffentliche Ausgaben für eine bestehende Leistung.

  • Gesellschafteher progressiv

    Das Programm verteidigt ein Bildungsverständnis mit Vielfalt und Diskriminierungssensibilität ausdrücklich gegen eine Rücknahme.

Kita-Sozialarbeit ausbauen und regelfinanzieren

Die Linke will das Modellprogramm Kita-Sozialarbeit erhalten und stufenweise ausweiten. Mittelfristig sollen zehn Prozent der Berliner Kitakinder davon profitieren, langfristig soll es das Angebot überall geben. Nach Darstellung des Programms stärkt es den Kinderschutz und entlastet das Personal.

In manchen Kitas arbeiten Sozialarbeiter. Sie helfen Familien bei Anträgen und anderen Problemen. Die Linke will mehr davon. Bald soll jedes zehnte Kita-Kind diese Hilfe haben. Später soll es sie in ganz Berlin geben.

Laut Programm wirbt Kita-Sozialarbeit im Stadtteil für den Kitabesuch, unterstützt Familien bei Behördenangelegenheiten und vermittelt sie an weitere Hilfen. Sie wirke vorbeugend, senke Folgekosten in der Jugendhilfe und verringere Krankheitsfälle und Personalengpässe. Die Ausweitung soll in mehreren Stufen erfolgen und vor allem Kitas in schwierigen sozialen Lagen erreichen. Am Ende soll eine dauerhafte Regelfinanzierung im ganzen Land Berlin stehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 185)
„Langfristiges Ziel ist die flächendeckende Verankerung von Kita-Sozialarbeit im Land Berlin sowie ihre Regelfinanzierung.“
Seite 185 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein Modellprogramm wird zu einer dauerhaft öffentlich finanzierten Leistung ausgebaut.

Landeseigene Kitas stärken, Kita-Finanzierung umbauen

Die Linke will die landeseigenen Kitabetriebe stärken und ihren Anteil an den Berliner Kitaplätzen auf ein Drittel anheben. Räume und Personal sollen trotz sinkender Kinderzahlen im Kita-System bleiben. Die aus Sicht der Partei unzureichende Finanzierung der Kitas soll grundlegend überprüft werden.

Berlin hat eigene Kita-Betriebe. Die Linke will, dass sie jeden dritten Kita-Platz anbieten. Es gibt weniger Kinder als früher. Trotzdem sollen Räume und Personal bleiben. Die Linke will die Bezahlung der Kitas neu regeln. Sie prüft eine Abgabe für Arbeitgeber.

Bestehende Plätze sollen durch Sanierung gesichert werden; frei werdende Räume und Mittel sollen etwa in Sprachförderung, Therapieangebote und Barrierefreiheit fließen. Zeitweise ungenutzte Kitaräume sollen für Jugendhilfe, Ganztagsgrundschulen, Familienzentren, Gemeinschaftsunterkünfte und Volkshochschulen geöffnet werden. Für die fünf Kitaeigenbetriebe prüft die Partei eine begrenzte Kreditaufnahme und eine stärkere Rolle in städtebaulichen Verträgen. Der Eigenanteil der Träger von fünf Prozent soll schrittweise sinken, flexible Budgets werden erwogen. Geprüft wird außerdem ein Kitafonds, also eine gestaffelte, zweckgebundene Sonderabgabe für Arbeitgeber. Auf längere Sicht soll die Kita strukturell dem Bildungsbereich zugeordnet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 186)
„Für eine stabile Basis wollen wir die Eigenbetriebe des Landes Berlin stärken und ihren Anteil am gesamten Berliner Kitaplatzangebot auf ein Drittel erhöhen.“
Seite 186 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein höherer Anteil öffentlicher Betriebe, mehr Landesmittel und eine geprüfte Arbeitgeberabgabe verschieben die Kita-Versorgung in Richtung Staat.

Zugang zu Kita und Tagespflege erleichtern

Die Linke will Hürden beim Kitazugang abbauen, die laut Programm vor allem Kinder mit Behinderung und aus benachteiligten Gruppen treffen. Alle Familien sollen den Kita-Gutschein automatisch erhalten, und Jugendämter sollen auf einen Teil der Plätze zugreifen können. Die Kindertagespflege soll besser vergütet werden.

Nicht alle Kinder bekommen leicht einen Kita-Platz. Die Linke will das ändern. Jede Familie soll den Kita-Gutschein automatisch bekommen. Er soll leicht zu verstehen sein. Jugendämter sollen einige Plätze für Kinder in schwieriger Lage vergeben. Tagesmütter und Tagesväter sollen mehr Geld bekommen.

Der Gutschein soll zum ersten Geburtstag des Kindes kommen, auch in Leichter Sprache und in mehreren Sprachen. Aufsuchende Sozialarbeit soll gestärkt werden und Familienzentren, Arztpraxen, Gemeinschaftsunterkünfte und Stadtteilmütter einbeziehen. Das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern bleibt; das Land soll freigehaltene Plätze bei Freien Trägern und Eigenbetrieben bezahlen. Die Vergütung der Kindertagespflege soll reale Lebenshaltungskosten und Mieten abdecken, der bessere Betreuungsschlüssel soll dort ohne Einkommensverlust gelten. Verpflichtende Zusatzzahlungen, etwa über Kitafördervereine, lehnt die Partei als soziale Abgrenzung ab.

Originalzitat anzeigen (Seite 187)
„Jeder Berliner Familie muss zum ersten Geburtstag ihres Kindes der gut verständliche, auch in Leichter Sprache und mehrsprachig verfasste Kita-Gutschein zugehen.“
Seite 187 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentlich finanzierte Platzreserven, höhere Vergütung und das Vorgehen gegen private Zusatzzahlungen stärken staatliche Steuerung und Leistungen.

Sprachförderung und Inklusion in Kitas ausbauen

Die Linke will allen Kindern vor der Einschulung mindestens zwei Jahre Kita ermöglichen, um die Sprachkompetenz zu fördern. Herkunftssprachen sollen im Kitaalltag anerkannt und genutzt werden. Für Kinder mit Behinderung plant die Partei eine Offensive für barrierefreie frühkindliche Bildung.

Jedes Kind soll vor der Schule mindestens zwei Jahre in die Kita gehen können. Dort lernen Kinder besser sprechen. Auch die Sprachen der Familien sollen in der Kita Platz haben. Eltern sollen kein Bußgeld zahlen müssen. Kinder mit Behinderung sollen überall einen Kita-Platz finden.

Die Zuständigkeit von Jugend- und Schulämtern für Sprachstandsfeststellungen soll neu geregelt werden. Bußgelder gegen Eltern lehnt die Partei ab und setzt auf Sozialarbeit im Stadtteil. Mehrsprachigkeit soll etwa in Sprachwerkstätten der Kitas gefördert werden, was laut Programm auch dem Deutschlernen hilft. Zur Inklusion gehören wohnortnahe barrierefreie Plätze, individuelle Förderung statt fester Kategorien sowie heil-, sozial- und inklusionspädagogische Fachkräfte in allen Kitas. Inklusive Pädagogik soll Teil aller einschlägigen Ausbildungen werden, die Förderung soll beim Schulstart ohne Unterbrechung weiterlaufen. Kitas sollen regulär moderne Medien und medienpädagogische Konzepte erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 188)
„Wir stehen für das Ziel ein, allen Kindern einen mindestens 24-monatigen Kitabesuch vor Schuleintritt zu ermöglichen“
Seite 188 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Fachkräfte, barrierefreie Plätze und Medienausstattung erweitern öffentliche Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Anerkennung von Herkunftssprachen und selbstverständliche Inklusion stärken Vielfalt und Gleichstellung im Kitaalltag.

  • Migrationeher offen

    Herkunftssprachen zugewanderter Familien werden gefördert, und Bußgelder für Eltern werden abgelehnt, was Integration ohne Zwang betont.

Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern stärken

Die Linke will die Ausbildung für Kita-Fachkräfte verbessern und mehr davon an staatlichen Schulen stattfinden lassen. Private Schulen sollen dieselben Qualitätsvorgaben erfüllen. Begründet wird das damit, dass viele Fachkräfte bald in Rente gehen und der Beruf aus Sicht der Partei an fachlichem Niveau zu verlieren droht.

Die Linke will die Ausbildung für Kita-Fachkräfte besser machen. Mehr Menschen sollen an staatlichen Schulen lernen. Private Schulen sollen die gleichen Regeln einhalten. Praxis-Stunden in der Ausbildung sollen bezahlt werden.

Mit allen ausbildenden Einrichtungen sollen Zielvereinbarungen zur Qualität geschlossen werden, von denen künftig Genehmigung und Förderung abhängen. Quereinsteigende sollen sich so weiterqualifizieren können, dass sie die Stufe 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens erreichen und regulär ausgebildeten Fachkräften bei Status und Gehalt gleichstehen. Fachschulen sollen mehr Mittel für die Zusammenarbeit mit Praxiseinrichtungen erhalten. Praxisstunden sollen grundsätzlich bezahlt werden, und es soll eigene Ausbildungsverträge geben, die sich von normalen Arbeitsverträgen unterscheiden. Auf Bundesebene tritt die Partei für einheitliche Kita-Standards und weniger verschiedene sozialpädagogische Ausbildungsgänge ein. Außerdem will sie gezielt für den Kita-Beruf werben.

Originalzitat anzeigen (Seite 189)
„Wir werden eine Qualitätsinitiative in der Ausbildung in Gang setzen und den Anteil der staatlichen Schulen an der Ausbildung von Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen erhöhen.“
Seite 189 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der staatliche Anteil an der Ausbildung soll steigen und private Schulen sollen strengeren Auflagen unterliegen, was die öffentliche Rolle schrittweise ausweitet.

Hochschulen verlässlich finanzieren und sanieren

Die Linke will neue Hochschulverträge schließen, die die Hochschulen ausreichend finanzieren, und dabei vor allem Studienplätze sichern. Der Sanierungsstau soll abgebaut werden; eine kreditfähige öffentliche Hochschulbaugesellschaft akzeptiert die Partei nur unter Bedingungen.

Die Linke will den Hochschulen in Berlin genug Geld geben. Dafür soll es neue feste Verträge geben. Die Studien-Plätze sollen sicher sein. Alte Gebäude sollen repariert werden. Private Firmen sollen daran nicht einseitig verdienen.

Direkt nach der Wahl will die Partei erfassen, was bei Geld, Stellen und Studienkapazitäten gekürzt wurde und welchen Bedarf die Hochschulen haben. Mit ihnen soll ein Zielbild für die Hochschullandschaft 2035 entstehen, das auch künstlerische und konfessionelle Hochschulen einbezieht. Struktur-, Entwicklungs- und Personalplanung sollen die direkt gewählten Hochschulgremien erarbeiten. Eine Hochschulbaugesellschaft kommt für die Partei nur infrage, wenn Mitbestimmung und Arbeitsplätze in den Bauabteilungen gesichert sind, kein Outsourcing und keine Tarifflucht stattfinden und keine studentischen Freiräume verdrängt werden. Öffentlich-private Partnerschaften, bei denen Gewinne privat bleiben und Risiken bei Land oder Hochschulen liegen, lehnt sie ab.

Originalzitat anzeigen (Seite 219)
„Wir wollen nach der Kahlschlagpolitik des CDU-SPD-Senats verlässliche Hochschulverträge abschließen, welche den Aufgaben der Hochschulen gerecht werden und diese auskömmlich finanzieren.“
Seite 219 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentliches Geld für Hochschulen, die Rücknahme von Kürzungen und die Ablehnung bestimmter öffentlich-privater Partnerschaften stärken die Rolle des Staates.

Studium gebührenfrei halten, Studierendenwerk stärken

Die Linke will, dass in Berlin weiterhin keine Studiengebühren anfallen, auch nicht für Studierende aus dem Ausland. Das Studierendenwerk soll mehr Geld vom Land erhalten.

Das Studium in Berlin soll weiter nichts kosten. Das gilt auch für Studierende aus anderen Ländern. Das Studierenden-Werk soll mehr Geld bekommen. Es hilft Studierenden mit Beratung, Essen und Wohnen.

Die Zuschüsse des Landes an das Studierendenwerk sollen nach Bedarf steigen. Damit will die Partei Hilfen für Studierende von der Beratung über die Mensen bis zum Wohnen absichern. Die Gebührenfreiheit gilt nach dem Programm ausdrücklich auch für internationale Studierende.

Originalzitat anzeigen (Seite 220)
„Das Studium in Berlin bleibt studiengebührenfrei – auch für internationale Studierende.“
Seite 220 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Gebührenfreiheit wird bewahrt und die öffentlichen Zuschüsse an das Studierendenwerk sollen steigen, was öffentliche Leistungen ausbaut.

Open Science und Wissenschaftskommunikation ausbauen

Die Linke will, dass Hochschulen ihre Forschungsfragen zusammen mit der Stadtgesellschaft entwickeln und ihre Ergebnisse öffentlich zugänglich machen. Open Science soll gezielt gefördert und die Wissenschaftskommunikation ausgebaut werden.

Die Linke will: Forschung soll für alle offen sein. Die Hochschulen sollen mit den Menschen in Berlin zusammenarbeiten. Alle sollen die Ergebnisse der Forschung lesen können. Dafür soll es Förder-Geld geben.

Forschende und Lehrende sollen mehr Unterstützung erhalten, um ihre Ergebnisse frei zugänglich zu veröffentlichen (Open Research, Open Access). Dazu sollen auch gesetzliche Vorgaben umgesetzt werden. Angebote der Wissenschaftskommunikation sollen ausgebaut und dauerhaft gesichert werden. Die zuständige Senatsverwaltung soll diesen Prozess anstoßen und begleiten können.

Originalzitat anzeigen (Seite 221)
„Wir wollen Open Science durch gezielte Förderung weiter ausbauen“
Seite 221 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Dauerstellen und bessere Arbeitsbedingungen an Hochschulen

Die Linke will, dass dauerhafte Aufgaben an Hochschulen von unbefristet Beschäftigten erledigt werden. Lehraufträge sollen besser bezahlt, ausgelagerte Bereiche bei Bedarf zurückgeholt und das Lehrstuhlprinzip durch Departmentstrukturen ersetzt werden.

Die Linke will bessere Arbeit an den Hochschulen. Wer eine dauerhafte Aufgabe hat, soll eine feste Stelle bekommen. Lehr-Beauftragte sollen mehr Geld bekommen. Die Hochschulen sollen Arbeiten nicht an fremde Firmen abgeben.

Eine zentrale Stelle soll die Tätigkeitsprofile der Beschäftigten in Technik, Service, Verwaltung, Lehre und Forschung bewerten. Departmentstrukturen sollen mehr wissenschaftliche Selbstständigkeit neben der Professur ermöglichen. Die Vergütung von Lehraufträgen soll den gesamten Aufwand decken und den Mindestlohn nicht unterschreiten; Lehraufträge sollen die reguläre Lehre nicht ersetzen. Outsourcing sieht das Programm als Lohndumping und will betroffene Bereiche wo nötig wieder eingliedern. Das „Forum Gute Arbeit“ soll arbeitsfähig werden und alle Beschäftigtengruppen einbeziehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 221)
„Hierbei müssen Daueraufgaben grundsätzlich durch Dauerstellen abgesichert sein.“
Seite 221 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr unbefristete öffentliche Stellen, höhere Lehrauftragsentgelte und die Rücknahme von Outsourcing stärken öffentliche Beschäftigung gegenüber heute.

Hürden an Hochschulen abbauen, Diskriminierung verhindern

Die Linke will den Zugang zu Studium und Wissenschaft für benachteiligte Gruppen erleichtern. Dazu gehören Förderprogramme, mehr Inklusion, eine stärkere Antidiskriminierungsarbeit und mehr Gleichstellung von Frauen in der Wissenschaft.

Die Linke will: Alle sollen gut studieren können. Es soll mehr Hilfe für benachteiligte Studierende geben. Menschen mit Behinderung sollen passende Studien-Plätze bekommen. Die Hochschulen sollen mehr gegen Diskriminierung tun.

Mentoring und Hilfen für Studierende aus nicht-akademischen Familien und mit Migrationsgeschichte sollen ausgebaut, das Orientierungsstudium gesichert werden. Das Studium neben Beruf oder Sorgearbeit soll leichter werden. Die Hochschulen sollen ausländische Zugangsberechtigungen wieder selbst anerkennen, als Alternative zu Uni-Assist. Angebote für benachteiligte Gruppen, darunter nonbinäre und queere Personen, sollen wachsen. Strukturen gegen Diskriminierung und Machtmissbrauch sollen gestärkt und das Berliner Programm für Chancengleichheit ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 222)
„Wir wollen die strukturellen Hürden für das Studium und die wissenschaftliche Betätigung an den Hochschulen abbauen.“
Seite 222 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Ausbau von Gleichstellungs-, Inklusions- und Antidiskriminierungsangeboten, auch für queere und nonbinäre Personen, verschiebt den Stand schrittweise in Richtung Vielfalt.

  • Migrationeher offen

    Mehr Förderung für Studierende mit Migrationsgeschichte und eine einfachere Anerkennung ausländischer Zugangsberechtigungen erleichtern Zugewanderten das Studium.

Mitbestimmung an Hochschulen ausweiten

Die Linke will die Gremien der Hochschulen weiter demokratisieren. Beschäftigte in Technik, Service und Verwaltung sollen an der akademischen Selbstverwaltung teilnehmen und auch bei Berufungen mitentscheiden.

Die Linke will mehr Mitbestimmung an den Hochschulen. Alle Gruppen sollen mitreden können. Auch Beschäftigte aus Technik und Verwaltung sollen mitentscheiden. Zum Beispiel bei der Auswahl neuer Professorinnen und Professoren.

Beschäftigte aus Verwaltung, Technik und Service sind bisher pauschal von der Selbstverwaltung der Hochschulen ausgeschlossen; das soll entfallen. Die Hochschulen sollen Unterstützung bekommen, wenn sie viertelparitätische Gremien einführen, in denen alle vier Statusgruppen gleich stark vertreten sind. Die akademische Selbstverwaltung soll bei strukturellen Entscheidungen auf zentraler und dezentraler Ebene verpflichtend mitwirken.

Originalzitat anzeigen (Seite 223)
„Die Beteiligung aller Gruppen wollen wir durch die weitere Demokratisierung der Gremienstrukturen an den Hochschulen stärken“
Seite 223 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Lehre verbessern und Prüfungslast senken

Die Linke will die Qualität von Lehre und Studium fördern. Vorgesehen sind mehr forschungsorientierte Lehre, mehr studentische Tutorien, eine stärkere Rolle der Studierenden bei der Qualitätssicherung und weniger Prüfungen.

Die Linke will besseren Unterricht an den Hochschulen. Es soll mehr Tutorien geben. Das sind Lern-Gruppen, die Studierende leiten. Studierende sollen ihre Meinung zur Lehre sagen können. Es soll weniger Prüfungen geben.

Kooperationen mit Forschungseinrichtungen sollen ausgebaut und das Berliner Zentrum für Hochschullehre weiter unterstützt werden. Akkreditierungsverfahren sollen sich auf das Wesentliche beschränken, öffentlich und transparent ablaufen und das Feedback der Studierenden stärker gewichten, etwa über die Ausbildungskommissionen. Modularisierte Studiengänge sollen besser studierbar werden. Leistungen von anderen Hochschulen, vor allem aus Berlin und Brandenburg, sollen leichter anerkannt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 224)
„Um die Hürden beim Umgang mit Lehrinhalten zu reduzieren, wollen wir die studentischen Tutorien ausbauen und absichern.“
Seite 224 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Ordnungsmaßnahmen im Hochschulgesetz abschaffen

Die Linke will die Ordnungsmaßnahmen aus dem Berliner Hochschulgesetz streichen. Aus Sicht des Programms zielen sie einseitig darauf, Studierende zu disziplinieren.

Im Berliner Hochschul-Gesetz stehen Ordnungs-Maßnahmen. Das sind Strafen der Hochschule gegen Studierende. Die Linke will diese Strafen abschaffen. Sie findet: Die Regeln richten sich einseitig gegen Studierende.

Das Berliner Hochschulgesetz erlaubt den Hochschulen Ordnungsmaßnahmen gegen Studierende. Die Linke will diese Regelungen aufheben. Sie begründet das damit, dass die Maßnahmen einseitig der Disziplinierung von Studierenden dienten.

Originalzitat anzeigen (Seite 224)
„Wir wollen die Ordnungsmaßnahmen im Berliner Hochschulgesetz, welche einseitig auf eine Disziplinierung der Studierenden setzen, abschaffen.“
Seite 224 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Die Streichung der Ordnungsmaßnahmen nimmt den Hochschulen Sanktionsbefugnisse gegenüber Studierenden, betrifft aber nur einen begrenzten Bereich des Ordnungsrechts.

Forschungsfreiheit sichern und Zivilklauseln ausweiten

Die Linke will die Freiheit von Forschung und Lehre durch gute Finanzierung und den Schutz der Hochschulautonomie sichern. Bedrohte Forschungsrichtungen und angefeindete Forschende sollen Unterstützung erhalten, und Zivilklauseln sollen umgesetzt und ausgeweitet werden.

Die Linke will die Freiheit der Forschung schützen. Die Hochschulen sollen genug Geld bekommen. Bedrohte Forscherinnen und Forscher sollen Schutz bekommen. Hochschulen sollen nur für friedliche Zwecke forschen. Diese Regel heißt Zivil-Klausel.

Das Programm sieht Forschende Angriffen von rechts und kommerziellem Verwertungsdruck ausgesetzt. Durch Pooling sollen Beschäftigte über einzelne Projekte hinaus längerfristig arbeiten können, etwa in der Krebsforschung. Hochschulen und Forschungseinrichtungen sollen enger kooperieren und Infrastruktur gemeinsam nutzen, auch außerhalb der Exzellenzstrategie. Gestützt werden sollen unter anderem Friedens- und Konfliktforschung, Geschlechter- und Diversitätsforschung sowie Public Health. Die Linke lehnt es ab, internationale Forschungskooperationen unter dem Stichwort „Forschungssicherheit“ pauschal unter Verdacht zu stellen.

Originalzitat anzeigen (Seite 224)
„Wir wollen die Freiheit der Forschung sichern, indem wir Hochschulen und Wissenschaft finanziell gut ausstatten und ihre Autonomie schützen.“
Seite 224 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die gezielte Absicherung der Geschlechter- und Diversitätsforschung stärkt progressive Forschungsfelder gegenüber heute.

  • Außenpolitikeher Diplomatie zuerst

    Die Ausweitung von Zivilklauseln und die Ablehnung sicherheitspolitischer Vorbehalte bei Forschungskooperationen setzen auf Zurückhaltung gegenüber militärischer Forschung.

Jährlich 3.000 Lehrkräfte ausbilden

Die Linke will, dass Berlin jedes Jahr 3.000 Lehramtsabsolventinnen und -absolventen hervorbringt, weil der Einstellungsbedarf dauerhaft so hoch sei. Die Hochschulen sollen dafür zusätzliches Geld erhalten, und die Ausbildungskapazitäten sollen per Gesetz an den Bedarf gekoppelt werden.

Berlin braucht mehr Lehrerinnen und Lehrer. Die Linke will jedes Jahr 3.000 neue Lehrkräfte ausbilden. Die Hochschulen sollen dafür mehr Geld bekommen. Ein Gesetz soll regeln: Es gibt so viele Studien-Plätze, wie Berlin Lehrkräfte braucht.

Die lehrkräftebildenden Hochschulen sollen für die gesamte Wahlperiode Mittel zusätzlich zu den Hochschulverträgen bekommen. Der Umfang soll mindestens so groß sein wie bei zwei bisherigen Sonderprogrammen, nämlich „Steigerung Lehramtsabsolvierende“ und „Beste Lehrkräftebildung“. Die Ausbildungskapazitäten sollen sich verbindlich nach dem vorhergesagten Einstellungsbedarf richten. Über den Bundesrat will die Linke einen bundesweiten Staatsvertrag anstoßen, der eine gemeinsame Finanzierung durch Bund und Länder einschließt.

Originalzitat anzeigen (Seite 225)
„Wir streben eine Zielzahl von 3.000 Lehramtsabsolvent*innen jährlich an“
Seite 225 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche öffentliche Mittel und eine gesetzliche Bindung der Ausbildungskapazitäten bauen staatliche Leistungen im bestehenden System aus.

Lehramtsstudium praxisnäher gestalten

Die Linke will das Lehramtsstudium stärker auf den Beruf ausrichten. Didaktik, Erziehungswissenschaft und Schulpraxis sollen schon ab dem Bachelor mehr Gewicht bekommen, und das Praxissemester soll besser betreut werden.

Die Linke will das Lehramts-Studium ändern. Studierende sollen mehr Praxis an Schulen bekommen. Sie sollen früher lernen, wie man gut unterrichtet. Im Praxis-Semester sollen sie mehr Betreuung bekommen. Sie sollen dafür auch Geld bekommen.

Lehrkräftebildungsgesetz und Lehramtszugangsverordnung sollen angepasst werden; Didaktiklehrende sollen selbst Unterrichtserfahrung haben. Querschnittsthemen wie Inklusion, Antidiskriminierung, Demokratiebildung und Deutsch als Zweitsprache sollen verbindlich mehr Raum erhalten. Geprüft wird eine Universitäts- oder Laborschule; einen Bachelor of Education hält die Linke derzeit nicht für zielführend. Die Prüfungslast soll sinken, Quereinstiegs-Master und Flex-Master sollen ausgebaut werden. Mentorinnen und Mentoren an Schulen sollen mehr Abminderungsstunden bekommen, und die Tätigkeit im Praxissemester soll bezahlt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 226)
„Dazu wollen wir professionsbezogene Anteile und die Theorie-Praxis-Verzahnung im Lehramtsstudium ausbauen“
Seite 226 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Referendariat besser bezahlen und entlasten

Die Linke will die Ausbildung im Referendariat in den Mittelpunkt stellen und die Bezüge auf mindestens 1.800 Euro anheben. Die angerechnete Unterrichtsverpflichtung soll wieder auf sieben Wochenstunden sinken.

Referendare sind Lehrkräfte in Ausbildung. Die Linke will ihnen mindestens 1.800 Euro zahlen. Sie sollen weniger Stunden allein unterrichten müssen. So bleibt mehr Zeit zum Lernen. Erfahrene Lehrkräfte sollen sie besser begleiten.

Anleitung, Mentoring und Hospitation sollen abgesichert werden; dafür sollen anleitende Lehrkräfte Abminderungsstunden erhalten, die in den Zumessungsrichtlinien festgeschrieben werden. Die Ausbildung in Basisgruppen soll bleiben. Die von der schwarz-roten Koalition geplante Reform des Vorbereitungsdienstes lehnt die Linke in der vorliegenden Form ab. Bessere Teilzeitregelungen sollen Referendariat und Sorgearbeit vereinbar machen.

Originalzitat anzeigen (Seite 228)
„Daher werden wir die Bezüge im Referendariat auf mindestens 1.800 Euro erhöhen.“
Seite 228 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Bezüge und zusätzliche Entlastungsstunden bedeuten mehr öffentliche Ausgaben für die Lehrkräfteausbildung.

Quereinstieg in den Lehrberuf erleichtern

Die Linke sieht den Quereinstieg weiter als Weg, neue Lehrkräfte zu gewinnen, und will den Zugang erweitern. Die Liste der Mangelfächer soll überprüft und erweitert oder ganz abgeschafft werden, und auch Bewerberinnen und Bewerber mit nur einem Fach sollen unterrichten dürfen.

Manche Menschen werden Lehrkraft ohne Lehramts-Studium. Das nennt man Quer-Einstieg. Die Linke will das leichter machen. Auch Menschen mit nur einem Schul-Fach sollen Lehrkraft werden können. Sie bekommen dann eine Weiterbildung in Pädagogik.

Bisher setzt der Quereinstieg ein sogenanntes Mangelfach voraus. Als Beispiele für eine Erweiterung nennt das Programm die Anerkennung von Deutsch als Zweitsprache für das Fach Deutsch und den Zugang zum Grundschullehramt mit einem Abschluss in Erziehungswissenschaft. Wer ein Fach studiert hat, das kein Mangelfach ist, soll einsteigen können, wenn er ein Mangelfach nachstudiert. Ein-Fach-Lehrkräfte sollen nach pädagogischer Weiterqualifizierung arbeiten und auf Wunsch berufsbegleitend ein zweites Fach erwerben können.

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„Dazu wollen wir den Quereinstieg auch für Bewerber*innen mit einem Fach ohne das verpflichtende Studium eines zweiten Fachs öffnen.“
Seite 228 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Fort- und Weiterbildung an Schulen ausbauen

Die Linke will für die Beschäftigten der Berliner Schulen ein praxisnahes und qualitativ gutes Fort- und Weiterbildungsangebot. Zu Inklusion, Antidiskriminierung, Demokratie- und Medienbildung soll es verbindliche Angebote geben. Lebenslanges Lernen verbessert aus Sicht des Programms auch die Qualität der Schulen.

Die Linke will bessere Fortbildungen für Menschen, die an Schulen arbeiten. Manche Themen sollen Pflicht sein. Zum Beispiel Inklusion und Demokratie. Schulen sollen dafür zusätzliche Studientage bekommen.

Der Aufbau des Landesinstituts BLiQ soll transparenter ablaufen und bald evaluiert werden, wobei Lehramtsanwärter, Lehrkräfte und Schüler stärker gehört werden. Die Universitäten sollen eng eingebunden werden, unter anderem durch gemeinsame Formate für Lehramtsstudierende und aktive Lehrkräfte. Die Schulen sollen für die verbindlichen Themen weitere Studientage bekommen; im BLiQ sollen diese Themen auch personell fest verankert sein. Den Quereinstieg am Studienzentrum StEPS will die Linke extern überprüfen lassen, vor allem die fachwissenschaftliche Ausbildung in den weiteren Fächern.

Originalzitat anzeigen (Seite 229)
„Die Themenfelder Inklusion, Antidiskriminierung, Demokratiebildung und Medienbildung wollen wir durch verbindliche Fort- und Weiterbildungsangebote stärken.“
Seite 229 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Verbindliche Fortbildungen zu Inklusion und Antidiskriminierung bauen die Gleichstellungsarbeit an Schulen schrittweise aus.

Juristische Ausbildung und Examen reformieren

Die Linke will die juristische Ausbildung modernisieren: weniger Pflichtstoff im Examen, ein digitales erstes Examen und eine verdeckte Zweitkorrektur. Im Referendariat sollen mehr Ausbildungsplätze die langen Wartezeiten verkürzen, und die Teilzeitvariante soll ohne Gehaltskürzung möglich sein.

Die Linke will die Ausbildung für Juristen ändern. Im Examen soll es weniger Pflicht-Stoff geben. Man soll das Examen am Computer schreiben können. Der zweite Prüfer soll die erste Note nicht kennen. Es soll mehr Plätze im Referendariat geben.

Der Pflichtfachstoff soll schrumpfen, indem Systemverständnis und Methodik stärker zählen und einzelne Gebiete aus der staatlichen Prüfung ins Studium wandern. Gestärkt werden sollen Miet-, Sozial-, Umwelt- und Sexualstrafrecht. Auch in der mündlichen Prüfung sollen die Vornoten unbekannt bleiben; eine niedrigschwellige Ansprechstelle soll Konflikte dokumentieren, und Prüfungskommissionen sollen divers und geschlechtergerecht besetzt sein. Wartezeiten von teils über zwei Jahren auf das Referendariat will die Partei durch mehr Kapazitäten abbauen. Für Teilzeit sieht sie längere Ausbildungsabschnitte, einen Sechs-Stunden-Tag und den Wegfall der Kürzung der Bezüge um ein Fünftel vor. Die Anmeldung zu Prüfungen soll online möglich werden, und Justiz und Rechtsstaat sollen im Schulunterricht mehr Raum bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 308)
„Zudem wollen wir ein E-Examen im ersten Examen einführen. Die Zweitkorrektur der schriftlichen Aufsichtsarbeiten soll verdeckt, also ohne Kenntnis der Bewertung der Erstkorrektor*innen erfolgen.“
Seite 308 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Ausbildungsplätze und ungekürzte Bezüge in Teilzeit erhöhen die öffentlichen Ausgaben für die Ausbildung.

  • Gesellschafteher progressiv

    Geschlechtergerecht und divers besetzte Prüfungskommissionen sowie eine Stelle gegen Diskriminierung in Prüfungen bauen Gleichstellung aus.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Berlin im Vergleich