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Grüne zur Landwirtschaft

Aus dem Programm „Für unser schönes Bayern“

Landtagswahl Bayern 2023, 8. Oktober 2023Original-PDF, 103 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Landwirtschaft

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 5 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 2 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Bio-regionale Produkte und faire Erzeugerpreise stärken

Die Grünen wollen die Nachfrage nach regionalen, ökologischen und pflanzlichen Lebensmitteln aus Bayern steigern und Bio-Regio zur Standardmarke machen. In staatlichen Kantinen soll bis 2025 mindestens die Hälfte der Gerichte bio sein. Landwirte sollen von ihrer Arbeit verlässlich leben können.

Die Grünen wollen mehr Bio-Essen aus Bayern. In staatlichen Kantinen soll bis 2025 jedes zweite Gericht bio sein. Es soll überall auch Essen ohne Fleisch geben. Bauern sollen faire Preise bekommen. Lange Verträge mit Kantinen sollen den Bauern helfen.

Regionale Verarbeitung und Vermarktung sollen die Wertschöpfung im Land halten. Langfristige Verträge und kurze Lieferketten sollen Betriebe unabhängiger von internationalen Märkten machen, etwa durch Lieferverträge mit kommunalen und staatlichen Kantinen. Überall soll es eine vegane und vegetarische Wahlmöglichkeit geben. Für Milchbetriebe wollen sich die Grünen gegenüber Molkereien und Lebensmittelhandel für faire Preise einsetzen. Leitbild ist der familiengeführte Hof; Hofübernahmen und Gründungen sollen auch für Quereinsteiger leichter werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„Den Anfang machen staatliche Kantinen. Dort sollen bis 2025 mindestens 50 Prozent der angebotenen Gerichte bio sein.“
Seite 22 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat soll über Quoten in eigenen Kantinen und Lieferverträge die Nachfrage lenken und Erzeugerpreise stützen, also stärker in den Markt eingreifen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr ökologische und pflanzliche Produkte werden mit der Klimaerhitzung begründet und sollen die Landwirtschaft schrittweise klimafreundlicher machen.

Ökolandbau auf die Hälfte der Fläche ausweiten

Das gesetzliche Ziel von 30 Prozent Ökolandbau bis 2030 lässt sich nach Ansicht der Grünen früher schaffen; möglich seien sogar 50 Prozent ökologisch bewirtschaftete Agrarfläche. Dafür sollen langfristige Projekte gefördert und der Ökolandbau in Forschung und Lehre gestärkt werden.

Bis 2030 sollen 30 Prozent der Felder in Bayern bio sein. Das steht schon im Gesetz. Die Grünen wollen mehr: Die Hälfte der Felder soll bio werden. Dafür fördern sie Bio-Projekte. Die Hälfte vom Geld für Agrar-Forschung soll an den Öko-Landbau gehen.

Gefördert werden sollen Ökomodellregionen, landwirtschaftliche Genossenschaften, Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften, Kooperativen und biovegane Netzwerke. Mindestens 50 Prozent der Mittel für Agrarforschung sollen dem ökologischen Landbau zugutekommen, weil dessen Methoden nach Ansicht der Grünen auch konventionellen Höfen nützen. Hochschulen sollen genügend Lehrstühle für Ökolandbau und Agrarökologie erhalten. Hinzu kommen praxisnahe Weiterbildungen für Landwirte und die Förderung von Bio-Ausbildungsbetrieben.

Originalzitat anzeigen (Seite 23)
„Potenzial hat, dieses Ziel schneller zu erreichen und sogar die Hälfte der Fläche ökologisch zu bewirtschaften.“
Seite 23 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das höhere Bio-Ziel soll über mehr staatliche Förderung und eine Umschichtung von Forschungsgeldern erreicht werden.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Das bestehende Öko-Flächenziel soll über die heutigen 30 Prozent hinaus angehoben werden, was Umweltvorgaben für die Landwirtschaft verschärft.

Pestizide zurückdrängen, Naturschutzleistungen der Höfe honorieren

Die Grünen streben eine Landwirtschaft ohne chemisch-synthetische Pestizide an und wollen Glyphosat und Neonicotinoide in ganz Europa geächtet sehen. Zugleich sollen Leistungen der Betriebe für Natur-, Klima- und Artenschutz besser bezahlt und Gewässer sowie Böden stärker geschützt werden.

Die Grünen wollen keine chemischen Spritz-Mittel auf den Feldern. Zwei Mittel sollen in ganz Europa verboten werden. Bauern sollen mehr Geld für Natur-Schutz bekommen. An Bächen und Flüssen soll es Streifen ohne Dünger geben. Felder und Wiesen sollen nicht zugebaut werden.

Die Forschung zu agrarökologischem Pflanzenschutz soll stärker gefördert werden. Das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) wollen die Grünen grundlegend überarbeiten, auf nachweislich wirksame Maßnahmen konzentrieren und finanziell besser ausstatten. Naturnahe Gewässerrandstreifen ohne Dünger und Pestizide sollen Pflicht werden. Gegen Nitrat im Grundwasser setzt das Programm auf strenge Kontrollen der Düngung und auf flächengebundene Tierhaltung. Programme für Agrarflächen sollen verhindern, dass weitere Flächen für Straßen, Gewerbegebiete oder Parkplätze versiegelt werden. Eine Transformationsförderung soll Betriebe unterstützen, die etwa Agroforst oder solidarische Landwirtschaft erproben.

Originalzitat anzeigen (Seite 23)
„Wir wollen eine Landwirtschaft ohne chemisch-synthetische Pestizide. Wir setzen uns für eine europaweite Ächtung von krebserregendem Glyphosat und bienentötenden Neonicotinoiden ein“
Seite 23 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue Pflichten wie Gewässerrandstreifen, strengere Düngekontrollen und mehr Fördergeld bedeuten mehr Regulierung und staatliche Ausgaben in der Landwirtschaft.

Gentechnikfreie Landwirtschaft und Saatgutvielfalt sichern

Die Grünen wollen, dass Bayerns Landwirtschaft gentechnikfrei bleibt, und rechnen auch neue genomische Techniken zur Gentechnik. Patente auf Saatgut und Tiere lehnen sie ab; alte Sorten sollen mit einem Förderprogramm erhalten werden.

Die Grünen wollen keine Gentechnik auf den Feldern. Das gilt auch für neue Gentechnik-Methoden. Essen und Futter mit Gentechnik soll klar gekennzeichnet sein. Niemand soll ein Patent auf Saatgut oder Tiere haben. Alte Pflanzen-Sorten sollen erhalten bleiben.

Für neue Gentechniken fordert das Programm eine klare Regulierung. Lebens- und Futtermittel, bei deren Herstellung gentechnisch veränderte Organismen eingesetzt wurden, sollen deutlich gekennzeichnet werden. Die Grünen begründen dies damit, dass Agro-Gentechnik Ökosysteme verändere und Betriebe von Patenten und Agrarindustrie abhängig mache. Saatgut gilt dem Programm als Gemeingut, das frei verfügbar und vermehrbar bleiben soll, bei Wahrung von Sortenschutz und Züchterprivileg. Ein Förderprogramm und mehr Zusammenarbeit mit Züchtervereinigungen sollen alte, lokal angepasste Sorten sichern, ohne gentechnische Methoden.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Wir stehen für eine gentechnikfreie Landwirtschaft. Zu Gentechnik zählen dabei auch sogenannte neue genomische Techniken.“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der heutige Verzicht auf Gentechnik soll verteidigt und um Regulierung neuer Techniken, Kennzeichnungspflichten und ein Nein zu Patenten ergänzt werden.

Tierhaltung auf tiergerechte Systeme umstellen

Die Grünen wollen die Nutztierhaltung an den Bedürfnissen der Tiere ausrichten und den Umbau von Ställen stärker fördern. Die Haltungsformen 1 und 2 sollen bis 2035 überwunden, die Weidehaltung ausgebaut und der Antibiotikaeinsatz stark gesenkt werden.

Die Grünen wollen, dass es Tieren auf Höfen besser geht. Bauern bekommen Geld für bessere Ställe mit mehr Platz. Mehr Tiere sollen auf die Weide. Die zwei schlechtesten Haltungs-Formen soll es bis 2035 nicht mehr geben. Tiere sollen viel weniger Antibiotika bekommen.

Eine langfristige Strategie soll Tierhaltern Planungssicherheit geben. Neben dem Stallumbau sollen auch laufende Mehrkosten tiergerechter Haltung stärker gefördert werden, unter anderem durch eine Ringelschwanzprämie nach niedersächsischem Vorbild. Das Siegel „Geprüfte Qualität Bayern“ soll Tierwohlkriterien aufnehmen, und Erzeuger sollen mit Großabnehmern wie Kantinen und Gastronomie vernetzt werden. Die Zucht von Zweinutzungsrassen wird gefördert und die Beratung für Betriebe ausgebaut. Reserveantibiotika sollen in der Tierhaltung nicht mehr verwendet werden, um resistente Keime einzudämmen.

Originalzitat anzeigen (Seite 26)
„Förderprogramme für den Stallumbau auf tiergerechte Haltungssysteme mit mehr Platz und Außenklima wollen wir ausbauen.“
Seite 26 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere staatliche Förderung und strengere Vorgaben für Haltung und Antibiotika verstärken Eingriffe des Staates in die Tierhaltung.

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