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parteiprogramm

Grüne zu Gesundheit und Pflege

Aus dem Programm „Für unser schönes Bayern“

Landtagswahl Bayern 2023, 8. Oktober 2023Original-PDF, 103 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gesundheit und Pflege

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 11 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 11 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 1 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 3 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 1 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Gesundes Aufwachsen von Kindern sichern

Die Grünen wollen überall in Bayern genug Hebammen, Geburtshelfer und Kinderärzte sicherstellen. In Kitas, Horten und Schulen soll es mehr Bewegung, psychosoziale Hilfe und staatlich bezuschusstes gesundes Essen geben. Die Partei begründet das damit, dass eine gesunde Lebensweise in der Kindheit meist bis ins Erwachsenenalter anhält.

Die Grünen wollen, dass Kinder gesund aufwachsen. Überall soll es genug Hebammen und Kinder-Ärzte geben. In Kita und Schule soll es mehr Sport geben. Der Staat zahlt einen Teil für gesundes Essen dort.

Mehr Sport, Bewegung und psychosoziale Versorgung sollen in Kita, Kindertagespflege, Hort und Schule Einzug halten. Das Essen dort soll gesund, regional und hochwertig sein und vom Freistaat mitfinanziert werden. Arme Kinder sowie Kinder mit seltenen Krankheiten oder Behinderungen und deren Eltern sollen eine zertifizierte Versorgung und Beratung bekommen. Pädagogische Fachkräfte sollen Fortbildungen zu Entwicklungsstörungen und psychischen Erkrankungen erhalten, um das Thema zu enttabuisieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 50)
„Für einen gesunden Start ins Leben sorgen wir durch eine flächendeckende Versorgung mit Hebammen, Geburtshelfer*innen und Kinderärzt*innen auf dem Land und in der Stadt.“
Seite 50 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Staatlich bezuschusstes Essen und der Ausbau der Versorgung bedeuten mehr öffentliche Leistungen als heute.

Prävention und Öffentlichen Gesundheitsdienst stärken

Die Grünen wollen Gesundheitsförderung und Prävention in allen Politikbereichen verankern und allen Menschen unabhängig von Einkommen oder Behinderung zugänglich machen. Der kommunale Öffentliche Gesundheitsdienst soll mehr Geld, mehr Personal und eine bessere digitale Ausstattung bekommen. Kommunen sollen außerdem Hilfe bei Hitzeaktionsplänen erhalten.

Die Grünen wollen, dass Menschen gar nicht erst krank werden. Alle sollen Zugang zu Vorsorge haben. Gesundheits-Ämter sollen mehr Geld und mehr Personal bekommen. Gemeinden sollen Pläne gegen große Hitze machen. Das Land soll sie dabei beraten und fördern.

Als Säulen der Vorsorge nennt das Programm unter anderem gute Ernährung, saubere Luft, Bewegung, gesundheitliche Bildung und psychisches Wohlbefinden. Kommunen sollen dabei unterstützt werden, gesundes Essen in Schulen, Kitas, Kliniken und Pflegeheimen anzubieten und bewegungsfreundliche Quartiere sowie Erholungsorte zu schaffen. Die Erstellung von Hitzeaktionsplänen soll strukturiert gefördert werden, mit Beratung beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Die Stärkung der Gesundheitsämter begründet die Partei mit früheren Kürzungen, deren Folgen in der Pandemie sichtbar geworden seien.

Originalzitat anzeigen (Seite 68)
„Wir stärken den kommunalen Öffentlichen Gesundheitsdienst mit einer auskömmlichen Finanzierung, einer besseren Personalausstattung und treiben die Digitalisierung voran.“
Seite 68 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Geld und Personal für Gesundheitsämter und Präventionsangebote bauen öffentliche Leistungen aus.

Gesundheitsversorgung in Stadt und Land sichern

Die Grünen wollen eine flächendeckende und hochwertige Gesundheitsversorgung in ganz Bayern erreichen, besonders auf dem Land. Dazu sollen der Bedarf sektorübergreifend ermittelt, mehr Kassensitze für Fachärztinnen und Fachärzte geschaffen und kommunale Gesundheits- und Pflegezentren unterstützt werden.

Auf dem Land ist der Weg zum Arzt oft weit. Die Grünen wollen überall in Bayern eine gute Versorgung. Es soll mehr Plätze für Fachärzte mit Kassen-Zulassung geben. Gemeinden sollen eigene Gesundheits-Zentren aufbauen können. Praxen, Kliniken und Pflege-Dienste sollen besser zusammenarbeiten.

Die Partei will die Versorgungslage und den Bedarf gründlich und über die Grenzen von ambulantem und stationärem Bereich hinweg erheben lassen. Das Konzept der Gesundheitsregionen Plus soll weiterentwickelt, erfolgreiche Projekte sollen ohne Doppelstrukturen dauerhaft fortgeführt werden. Kommunen sollen Unterstützung erhalten, wenn sie gemeinwohlorientierte Gesundheits- und Pflegezentren mit mehreren Berufsgruppen errichten oder gemeinnützigen Vereinen übertragen. Als Leitbild nennt das Programm eine vernetzte Versorgung, in der Arztpraxen, Gesundheitsämter, Pflegedienste und Krankenhäuser kooperieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 68)
„Wir setzen uns für eine Erhöhung der Kassensitze für Fachärzt*innen in Bayern ein.“
Seite 68 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Kassensitze und geförderte gemeinwohlorientierte Gesundheitszentren stärken die öffentliche Steuerung der Versorgung.

Krankenhaus in 30 Minuten erreichbar machen

Die Grünen wollen, dass jede Person in Bayern im Notfall oder zur Geburt binnen einer halben Stunde in einem passenden Krankenhaus sein kann. Weitere Privatisierungen von Kliniken lehnen sie ab. Telemedizin soll lange Wege und Wartezeiten verringern.

Die Grünen wollen Krankenhäuser in der Nähe. Im Notfall soll man höchstens 30 Minuten brauchen. Das gilt auch für eine Geburt. Krankenhäuser sollen nicht mehr an private Firmen verkauft werden. Ärzte sollen auch über Video beraten können.

Notaufnahme, Geburtshilfe und Kinderheilkunde zählen laut Programm in jeder Region zur Grundversorgung. Kliniken, die für die Versorgung gebraucht werden, sollen nach Möglichkeit in öffentliche Trägerschaft übergehen. Das Land soll Geld für IT-Investitionen geben und den Ausbau der Telemedizin in Kliniken fördern; die elektronische Patientenakte soll den Austausch zwischen Praxen, Therapeuten, Kliniken und Patienten unter Wahrung des Datenschutzes erleichtern. Asylsuchende sollen ab Beginn ihres Verfahrens eine Krankenkassenkarte bekommen. Bei Neubau und Umbau von Krankenhäusern soll Hitze- und Klimaschutz Pflicht werden, bei Pflegeeinrichtungen wird er gefördert.

Originalzitat anzeigen (Seite 69)
„Alle Menschen in Bayern müssen in Notsituationen oder bei Beginn einer Geburt innerhalb von 30 Minuten ein geeignetes Krankenhaus erreichen können.“
Seite 69 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Weitere Klinikprivatisierungen sollen unterbleiben und benötigte Häuser möglichst in öffentliche Hand kommen, was die Rolle des Staates in der Versorgung schrittweise stärkt.

  • Migrationeher offen

    Asylsuchende sollen schon mit Beginn des Verfahrens eine Krankenkassenkarte erhalten, was ihren Zugang zu Leistungen gegenüber heute erleichtert.

Rettungsdienst vernetzen und entlasten

Die Grünen wollen die Leitstellen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes und des Notrufs in ganz Bayern zusammenführen, damit Hilfesuchende schneller an die richtige Stelle gelangen. Der Rettungsdienst soll aus einer Hand organisiert, digitaler und bei Bedarf ausgebaut werden. Das soll laut Programm die Qualität sichern und die Einsatzkräfte entlasten.

Die Grünen wollen den Rettungs-Dienst verbessern. Die Nummern 112 und 116117 sollen eng zusammenarbeiten. So kommen Menschen schneller zur richtigen Hilfe. Der Rettungs-Dienst soll mehr mit Computern arbeiten. Schüler sollen jedes Jahr Erste Hilfe üben.

Eine einheitliche Notrufabfrage soll Patienten in die passende Versorgungsebene lenken. Telefonische und telemedizinische Bearbeitung von Anfragen soll im Rettungsdienstgesetz verankert werden, und Notfallsanitäter sollen die im Bundesrecht vorgesehenen Kompetenzen in Bayern vollständig ausüben dürfen. Geplant sind digitale Einsatzdokumentation, eine landesweite Übersicht über Versorgungskapazitäten, digitale Datenweitergabe und eine einheitliche Ersthelfer-App. Zur Vorbeugung von Überlastung sollen Gemeinde-Notfallsanitäter sowie sozialpsychiatrische und notfallpflegerische Teams eingeführt werden. Hinzu kommen jährliche Wiederbelebungsübungen an Schulen und eine Defibrillatorpflicht in großen und öffentlichen Gebäuden.

Originalzitat anzeigen (Seite 69)
„Wir werden bayernweit die Leitstellen der 116117 und der 112 technisch und organisatorisch miteinander verschränken“
Seite 69 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Nichtärztliche Gesundheitsberufe stärken

Die Grünen wollen Pflegekräften, Hebammen, Therapeuten und Medizinischen Fachangestellten mehr Aufgaben und Verantwortung in der Versorgung geben. Ausbildungs- und Studienplätze sollen am Bedarf ausgerichtet und erhöht werden. Begründet wird das mit Schwachstellen, die die Coronapandemie gezeigt habe.

Die Grünen wollen Gesundheits-Berufe stärken. Pflegekräfte, Hebammen und Therapeuten sollen mehr selbst entscheiden dürfen. Es soll mehr Plätze für Ausbildung und Studium geben. Wer einen Therapie-Beruf lernt, soll dafür Geld bekommen.

Hausarztpraxen in kommunaler Trägerschaft auf dem Land sollen mehr Praxis- und Versorgungsassistenten erhalten, damit Landärzte ihre Zeit besser nutzen können. Die Kapazitäten bei Medizinstudienplätzen, in der Pflegeausbildung, vor allem der Kinderkrankenpflege, und in medizinischen Fachausbildungen sollen überprüft und angehoben werden. Für Therapieberufe ist eine Ausbildungsvergütung nach dem Muster der Pflegeausbildung vorgesehen. Außerdem sollen in diesen Berufen sämtliche akademischen Abschlüsse möglich werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 70)
„Deshalb müssen wir nichtärztliche Gesundheitsberufe endlich stärker in die Versorgung einbinden und sie mit mehr Kompetenzen und Verantwortung ausstatten.“
Seite 70 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentlich finanzierte Ausbildungsplätze und eine neue Ausbildungsvergütung für Therapieberufe bauen staatliche Leistungen schrittweise aus.

Pflegeangebote ausbauen, Pflegeberuf aufwerten

Die Grünen wollen ambulante Pflege sowie Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflege ausbauen und damit auch pflegende Angehörige entlasten. Der Pflegeberuf soll durch mehr Personal, bessere Bezahlung und mehr Kompetenzen attraktiver werden. Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern soll zu einer Pflegekammer werden.

Die Grünen wollen mehr Pflege-Angebote. Zum Beispiel Pflege zu Hause oder für kurze Zeit. Das hilft auch Angehörigen, die pflegen. Pflegekräfte sollen mehr Geld bekommen. Es soll mehr Pflegekräfte geben. Pflegekräfte sollen eine eigene Kammer bekommen. Eine Kammer vertritt einen Beruf.

Neben den Pflegeformen nennt das Programm Nachbarschaftszentren als ergänzendes Angebot. Städte und Gemeinden sollen ihre Pflegeinfrastruktur selbst gestalten und dabei gemeinnützige und kommunale Träger bevorzugen dürfen, um bezahlbare Angebote zu ermöglichen. Qualifizierte Pflegefachkräfte sollen ärztliche Leistungen übernehmen, was laut Programm die Versorgung in Heimen verbessert und Klinikeinweisungen verringert. Vorgesehen sind ein besserer Personalschlüssel, mehr Ausbildungsplätze und eine stärkere Akademisierung nach Bedarf. Die Pflegekammer soll Aufgaben- und Kompetenzprofile festlegen und den politischen Einfluss der Pflegenden erhöhen.

Originalzitat anzeigen (Seite 71)
„Außerdem wollen wir mit einem verbesserten Pflegeschlüssel, einer bedarfsgerechten Akademisierung der Pflegeausbildung, mehr Ausbildungsplätzen und besserer Bezahlung den Pflegeberuf wieder attraktiver machen.“
Seite 71 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau öffentlicher Pflegeangebote und der Vorrang für gemeinnützige und kommunale Träger vor gewerblichen verschieben die Pflege schrittweise in Richtung öffentliche Steuerung.

Versorgung psychisch Erkrankter ausbauen

Die Grünen wollen, dass Menschen in psychischen Krisen schnell und in der Nähe ihres Wohnorts Hilfe bekommen. Dazu sollen mehr Therapieplätze entstehen und Kompetenzzentren als erste Anlaufstelle eingerichtet werden. Monatelange Wartezeiten hält das Programm für nicht zumutbar.

Die Grünen wollen Menschen mit seelischen Krankheiten besser helfen. Niemand soll monatelang auf eine Therapie warten. Dafür soll es mehr Therapie-Plätze geben. Neue Zentren sollen zeigen, wo ein Platz frei ist. Geflüchtete Kinder sollen bei Bedarf besondere Hilfe bekommen.

Vorgesehen ist ein flächendeckendes Angebot ambulanter und stationärer Therapie sowie von Beratung, etwa zur Suizidprävention und Suchthilfe. Mehr Therapeuten sollen eine Kassenzulassung erhalten, und angehende Psychotherapeuten sollen in der Ausbildung angemessen bezahlt werden. Genesungsbegleitung durch Menschen mit eigener Krankheitserfahrung (ExIn) soll überall in der sozialpsychiatrischen Versorgung verankert werden. Kompetenzzentren sollen einen raschen Überblick über freie Angebote geben. Hinzu kommen Aufklärungsprogramme gegen Stigmatisierung, mehr Geld für psychosoziale Arbeitsgemeinschaften und Steuerungsverbünde sowie eine Vorsorgeuntersuchung für kriegstraumatisierte geflüchtete Kinder vor der Einschulung.

Originalzitat anzeigen (Seite 71)
„Dafür braucht es mehr Psychotherapieplätze durch mehr Kassenzulassungen von Therapeut*innen und eine angemessene Ausbildungsvergütung von angehenden Psychotherapeut*innen.“
Seite 71 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr kassenfinanzierte Therapieplätze, neue Zentren und zusätzliche Mittel bauen öffentliche Gesundheitsleistungen schrittweise aus.

Hebammen fördern, Gendermedizin verankern

Die Grünen wollen die Hebammenversorgung mit einem Förderprogramm von 6 Millionen Euro im Jahr und mit hebammengeleiteten Kreißsälen verbessern. Zudem soll die Medizin Unterschiede zwischen den Geschlechtern stärker beachten, unter anderem durch einen Lehrstuhl für Gendermedizin. Das Programm begründet dies damit, dass Krankheiten sonst später erkannt würden.

Die Grünen wollen Hebammen mit mehr Geld unterstützen. Hebammen helfen bei der Geburt. Es soll Kreißsäle geben, die Hebammen leiten. Frauen sollen wählen können, wo sie ihr Kind bekommen. Die Medizin soll besser auf Frauen und Männer achten. Denn Krankheiten zeigen sich bei ihnen oft verschieden.

Aus dem Hebammenprogramm sollen Zuschüsse für die Gründung von Praxen und Geburtshäusern, Wohnmöglichkeiten im Studium und Stipendien bezahlt werden. Ein Sicherstellungszuschlag soll mehr freiberufliche Hebammen für die Wochenbettbetreuung in unterversorgte Regionen bringen, bei Hausgeburten ist ein Zuschlag je Geburt vorgesehen. Hebammenkreißsäle sollen den ärztlich geleiteten Kreißsaal ergänzen und nach dem Vorbild anderer Bundesländer gefördert werden. Geplant sind ferner ein bayerischer Frauengesundheitsbericht und die Beachtung der Geschlechterperspektive bei Landesförderungen im Gesundheitswesen. Als Beispiele nennt das Programm spät erkannte Herzinfarkte bei Frauen und Depressionen bei Männern.

Originalzitat anzeigen (Seite 72)
„Wir schaffen ein erweitertes bayerisches Förderprogramm für Hebammen in Höhe von 6 Millionen Euro pro Jahr.“
Seite 72 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein erweitertes Landesprogramm mit Zuschüssen, Stipendien und Zuschlägen erhöht die öffentlichen Ausgaben für die Geburtshilfe.

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein Lehrstuhl für Gendermedizin, ein Frauengesundheitsbericht und die Geschlechterperspektive bei Förderungen bauen Gleichstellung im Gesundheitswesen schrittweise aus.

Zugang zu Schwangerschaftsabbruch und Verhütung sichern

Die Grünen wollen, dass Frauen einen Schwangerschaftsabbruch in der Nähe ihres Wohnorts vornehmen lassen können, und planen dafür ein bayernweites Versorgungskonzept. Junge Menschen und Empfänger von Sozialleistungen sollen Verhütungsmittel kostenlos bekommen. Die staatliche Förderung der Kinderwunschbehandlung soll für alle Paare gelten.

Die Grünen wollen, dass Frauen eine Schwangerschaft in ihrer Nähe abbrechen können. Dafür soll es einen Plan für ganz Bayern geben. Junge Menschen sollen Verhütungs-Mittel kostenlos bekommen. Das gilt auch für Menschen mit Sozial-Leistungen. Alle Paare sollen Hilfe beim Kinder-Wunsch bekommen.

Das Versorgungskonzept soll die freie Wahl der Methode sichern und durch Fortbildungen für Ärzte ergänzt werden; das Thema soll fest zur medizinischen Ausbildung und Weiterbildung gehören. Medikamentöse Abbrüche mit telemedizinischer Begleitung sollen möglich werden. Bundesinitiativen für reproduktive Selbstbestimmung will die Partei unterstützen und rasch umsetzen, Aktionen gegen Frauen oder Einrichtungen will sie nicht hinnehmen. In öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Hochschulen sollen Hygieneartikel gratis bereitstehen. Die Kinderwunschförderung soll gleich-, verschiedengeschlechtliche und diverse Paare gleich behandeln; zudem soll transkulturelle Medizin und Psychotherapie flächendeckend angeboten werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 72)
„Entscheidet sich eine Frau für einen Schwangerschaftsabbruch, muss sie die Möglichkeit haben, diesen wohnortnah durchführen zu lassen.“
Seite 72 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Kostenlose Verhütungsmittel und Hygieneartikel sind zusätzliche öffentlich finanzierte Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein leichterer Zugang zu Abbrüchen, kostenlose Verhütung und Kinderwunschförderung für alle Paarformen erweitern Selbstbestimmung und Gleichstellung innerhalb des geltenden Rechts.

Drogenkonsumräume und Drug-Checking ermöglichen

Die Grünen wollen eine Drogenpolitik, die auf Jugendschutz, Aufklärung, Vorbeugung und Hilfe setzt. Kommunen sollen Drogenkonsumräume einrichten dürfen, und Drug-Checking soll in Bayern eingeführt werden. Die Menge Cannabis, deren Besitz zum Eigengebrauch straffrei bleibt, soll auf 15 Gramm steigen.

Die Grünen wollen bei Drogen mehr aufklären und helfen. Städte sollen Räume für den sicheren Drogen-Konsum einrichten dürfen. Menschen sollen ihre Drogen auf gefährliche Stoffe testen lassen können. Wer wenig Cannabis für sich selbst hat, soll keine Strafe bekommen. Die Grenze soll bei 15 Gramm liegen.

Ziel ist laut Programm, die Zahl der Suchtkranken und die Schäden durch Konsum zu senken. Dazu sollen Aufklärungskampagnen über legale und illegale Suchtmittel für jedes Alter und mehr Sozialarbeit an Schulen beitragen. Drug-Checking wird damit begründet, dass verunreinigte Substanzen besonders schädlich seien. Therapie- und Substitutionsangebote sollen ausgebaut werden. Die Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten soll in Bayern vorangetrieben werden, bis der Bund ein Cannabis-Kontrollgesetz beschließt. Weitere Kampagnen sollen neue Suchtformen wie Online-Sucht behandeln.

Originalzitat anzeigen (Seite 73)
„Kommunen bekommen mit uns die Möglichkeit, Drogenkonsumräume einzurichten, um sichere Aufenthaltsräume zu schaffen und damit die Verdrängungspolitik zu beenden.“
Seite 73 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Eine höhere straffreie Cannabis-Menge und zugelassene Konsumräume verringern die Strafverfolgung von Konsumenten innerhalb des bestehenden Rechts.

  • Gesellschafteher progressiv

    Schadensminderung und Entkriminalisierung statt Verdrängung stehen für einen liberaleren gesellschaftlichen Umgang mit Drogenkonsum als in Bayern bisher üblich.

Pflegestützpunkte in allen Landkreisen aufbauen

Die Grünen wollen in jedem Landkreis Pflegestützpunkte mit Beratung einrichten, um pflegende Angehörige zu entlasten. Zudem soll jede Kommune über ausreichend ambulante und stationäre Pflegeplätze verfügen.

Viele Menschen pflegen ihre Angehörigen selbst. Oft sind das Frauen. Die Grünen wollen ihnen helfen. In jedem Landkreis soll es eine Beratungs-Stelle für Pflege geben. Außerdem soll es überall genug Pflege-Plätze geben.

Das Programm verweist darauf, dass viele Menschen in Bayern, besonders Frauen, Angehörige selbst pflegen. Zu ihrer Entlastung sollen Pflegestützpunkte mit Beratungsangebot in sämtlichen Landkreisen entstehen. Außerdem sagen die Grünen zu, in allen bayerischen Kommunen für ausreichend Plätze in Pflegeheimen und bei ambulanten Diensten zu sorgen.

Originalzitat anzeigen (Seite 76)
„bauen wir Pflegestützpunkte mit einem guten Beratungsangebot in allen Landkreisen auf“
Seite 76 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der flächendeckende Ausbau von Beratung und Pflegeplätzen erweitert öffentliche Leistungen innerhalb des bestehenden Systems.

Angebote für psychische Gesundheit ausbauen

Die Grünen wollen mehr Beratungsstellen für psychische Gesundheit schaffen und sich für mehr therapeutisches Fachpersonal einsetzen. An jeder Schule soll es Sozial- und Jugendarbeit geben, damit Überlastung früh erkannt wird.

Die Grünen wollen mehr Hilfe für die seelische Gesundheit. Es soll mehr Beratungs-Stellen geben. Es soll auch mehr Therapeuten und Ärzte dafür geben. An jeder Schule sollen Sozial-Arbeiter arbeiten. Sie sollen früh merken, wenn ein Kind überlastet ist.

Geplant sind zusätzliche Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Barrierefreie und inklusive Kampagnen sollen über psychische Gesundheit und Überlastung aufklären. Die Grünen setzen sich für mehr Fachkräfte in Psychotherapie, Psychosomatik und Psychiatrie ein. Sozial- und Jugendarbeiterinnen und -arbeiter an allen Schulen sollen dafür sorgen, dass überlastete Kinder, Jugendliche und Eltern früh auffallen und Hilfe bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 76)
„Die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und allen Erwachsenen stärken wir durch mehr und ausreichend Beratungsstellen.“
Seite 76 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Beratungsstellen und Sozialarbeit an allen Schulen bauen öffentliche Angebote schrittweise aus.

Was sagen die anderen Parteien zu Gesundheit und Pflege?

Alle Programme in Bayern im Vergleich