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FDP zu Gesundheit und Pflege

Aus dem Programm „Von hier aus weiter. Landtagswahlprogramm der Freien Demokraten Nordrhein-Westfalen (Beschlussfassung vom 22. Januar 2022)“

Landtagswahl Nordrhein-Westfalen 2022, 15. Mai 2022Original-PDF, 96 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gesundheit und Pflege

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-0,7), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 3 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheitdeutlich Bürgerrechte zuerst (-2), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 1 deutlich Bürgerrechte zuerst, 0 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 2 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 1 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Kontrollierte Cannabis-Abgabe an Erwachsene unterstützen

Die FDP unterstützt den Plan der Bundesregierung, Cannabis kontrolliert an Erwachsene abzugeben. Der Verkauf soll in Geschäften mit Lizenz stattfinden.

Die Bundesregierung will Cannabis für Erwachsene erlauben. Der Verkauf soll nur in besonderen Geschäften möglich sein. Diese Geschäfte brauchen eine Erlaubnis. Die FDP in NRW unterstützt diesen Plan.

Das Programm stellt sich hinter das Vorhaben des Bundes. Die Abgabe soll nur an Erwachsene erfolgen. Verkaufen dürfen sollen nur lizenzierte Geschäfte.

Originalzitat anzeigen (Seite 76)
„Wir unterstützen das Vorhaben der neuen Bundesregierung, die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene in lizenzierten Geschäften einzuführen.“
Seite 76 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheitdeutlich Bürgerrechte zuerst

    Der heute verbotene Verkauf von Cannabis an Erwachsene würde erlaubt, womit eine Strafbarkeit in diesem Bereich entfiele.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Freigabe für Erwachsene stärkt die Selbstbestimmung beim Konsum und weicht von der bisherigen Verbotspolitik ab.

Krankenhausstrukturen reformieren und Leistungen konzentrieren

Die FDP will die Reform der Krankenhausplanung vor Ort umsetzen. Schwierige Behandlungen sollen an geeigneten Standorten gebündelt, doppelte Angebote in Ballungsräumen abgebaut und die Versorgung in der Fläche gesichert werden.

Die FDP will die Krankenhäuser neu ordnen. Schwierige Behandlungen sollen nur besonders geeignete Häuser machen. In großen Städten gibt es manche Angebote doppelt. Das soll weniger werden. Auf dem Land soll die Versorgung sicher bleiben.

Das Land soll den Strukturwandel mit gezielter Investitionsförderung begleiten. Krankenhäuser sollen stärker untereinander sowie mit niedergelassenen Ärzten und Reha-Kliniken zusammenarbeiten. Die Kapazitäten der Reha-Kliniken, die in der Pandemie als Hilfskrankenhäuser dienten, sollen stärker einbezogen und gesichert werden. In schlecht versorgten Gebieten sollen Kommunen leichter Medizinische Versorgungszentren (MVZ) gründen können. Auch Zweigpraxen und ausgelagerte Praxisräume sollen dort mit weniger Bürokratie möglich sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 76)
„Dabei wollen wir die Behandlungsqualität verbessern, indem wir komplexe Leistungen an besonders geeigneten Standorten konzentrieren, ineffiziente Doppelstrukturen in Ballungszentren reduzieren“
Seite 76 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Der Punkt verbindet öffentliche Investitionsförderung mit Effizienzgewinnen durch Konzentration und weniger Bürokratie bei Praxisgründungen.

Hausärztliche Versorgung auf dem Land sichern

Die FDP will die wohnortnahe Versorgung vor allem im ländlichen Raum sichern und dafür mehr Medizin-Studienplätze schaffen. Landarzt-Programme sollen verstärkt und der Quereinstieg in die Hausarzttätigkeit weiter unterstützt werden.

Auf dem Land fehlen Ärzte. Die FDP will mehr Studien-Plätze für Medizin schaffen. Sie will Programme für Land-Ärzte stärken. In Bielefeld soll man auch Pharmazie studieren können. Pharmazie ist das Fach für Apotheker.

Über das bestehende Hausarztaktionsprogramm hinaus sollen gemeinsam mit den Körperschaften bessere Bedingungen für neue Versorgungsformen und örtliche Kooperationen entstehen. Zusätzliche Studienplätze sind an der Universität Witten-Herdecke vorgesehen. Die medizinische Fakultät Ostwestfalen-Lippe soll wachsen, unter anderem durch ein Institut und einen Studiengang für Pharmazie an der Universität Bielefeld. Das soll dem Apothekermangel auf dem Land begegnen und Gründungen in der Region fördern. Auch für andere Gesundheitsberufe sollen Ausbildung und Weiterbildung erweitert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 76)
„Um mehr ärztlichen Nachwuchs gerade für ländliche Regionen zu gewinnen, wollen wir mehr Studienplätze an der Universität Witten-Herdecke schaffen“
Seite 76 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Studienplätze und verstärkte Förderprogramme für Landärzte bedeuten zusätzliche öffentliche Ausgaben für die Versorgung.

Digitalisierung im Gesundheitswesen ausbauen

Die FDP will digitale Anwendungen im Gesundheitswesen stärker nutzen, um Patientinnen und Patienten effizienter zu versorgen. Dazu zählen das Virtuelle Krankenhaus, Künstliche Intelligenz bei Diagnosen und die digitale Vernetzung aller Versorgungsbereiche.

Die FDP will mehr digitale Technik in der Medizin. Computer-Programme sollen bei der Diagnose helfen. Ärzte, Krankenhäuser und Pflege sollen digital verbunden sein. Die Daten sollen sicher sein. Die Nutzung soll freiwillig bleiben.

Genannt werden außerdem mobile Endgeräte in Arztpraxen und robotische Assistenzsysteme. Der medizinische Nutzen digitaler Anwendungen soll geprüft und ihre Funktion in Feldtests abgesichert werden. Datensicherheit soll Anreize für eine freiwillige Nutzung schaffen. Standards für Datengewinnung und Datenqualität sollen mit den Fachgesellschaften entstehen. Zudem will die FDP kostenlose, fälschungssichere medizinische Dokumente und Gesundheitszeugnisse ausbauen.

Originalzitat anzeigen (Seite 76)
„der weitere Ausbau des Erfolgsmodells Virtuelles Krankenhaus zur fachlichen Unterstützung der Kliniken vor Ort, der Ausbau Künstlicher Intelligenz zur Diagnose von Erkrankungen“
Seite 76 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Öffentlichen Gesundheitsdienst stärken und digitalisieren

Die FDP will die Gesundheitsämter digital vernetzen, für ärztlichen Nachwuchs attraktiver machen und von Aufgaben entlasten. Ein Landesgesundheitsamt mit einer schnellen Eingreiftruppe soll die örtlichen Ämter im Bedarfsfall unterstützen.

Die FDP will die Gesundheits-Ämter stärken. Die Ämter sollen digital zusammenarbeiten. Die Arbeit dort soll für junge Ärzte attraktiver werden. Ein Landes-Amt soll den Ämtern vor Ort schnell helfen können.

Für mehr Nachwuchs nennt das Programm längere Einstellungsfristen, einen eigenen Tarifvertrag, attraktive Arbeitszeitmodelle und zusätzliche Weiterbildungsstellen. Medizinstudierende sollen Famulaturen und das Wahlfach des Praktischen Jahres im Gesundheitsamt ableisten können. Das Landeszentrum für Gesundheit soll zum Landesgesundheitsamt mit mehr Kompetenzen und einer „Rapid Response Force“ werden. Untersuchungen vor einer Verbeamtung sollen wie in anderen Bundesländern ausgewählte niedergelassene Ärzte übernehmen.

Originalzitat anzeigen (Seite 77)
„Wir setzen uns dafür ein, den öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) zu digitalisieren und zu stärken.“
Seite 77 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der öffentliche Gesundheitsdienst soll mit mehr Stellen, eigenem Tarifvertrag und neuen Kompetenzen ausgebaut werden, also eine schrittweise Stärkung staatlicher Strukturen.

Prävention und psychische Gesundheit ausbauen

Die FDP will Vorsorge und Gesundheitsförderung für alle Altersgruppen ausbauen, damit Krankheiten vermieden oder früh erkannt werden. Zudem sollen Wartezeiten auf Psychotherapie sinken und psychische Erkrankungen entstigmatisiert werden.

Die FDP will mehr Vorsorge für die Gesundheit. Kinder und Jugendliche sollen zusätzliche Untersuchungen bekommen. Schulen sollen mehr über Gesundheit lehren. Erwachsene sollen alle zwei Jahre zur Vorsorge gehen. Wer eine Therapie braucht, soll kürzer warten.

Vorgesehen sind ergänzende Untersuchungen für Kinder und Jugendliche (U10, U11, J2) sowie die Einbindung von Zahnärzten und pädagogischen Einrichtungen. Gesundheitliche Bildung einschließlich mentaler Gesundheit soll in den Lehrplänen mehr Gewicht erhalten. Sucht ohne Substanzen wie Internet- oder Spielsucht soll stärker beachtet werden. Die FDP will Forschungsprojekte zu geschlechtsspezifischer Medizin und Pharmazie in NRW. Bei psychischen Erkrankungen sollen Aufklärung gestärkt und die Ausbildung psychologischer Psychotherapeuten ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 77)
„Dafür wollen wir die Angebote zur Prävention und Gesundheitsförderung ab dem Kindesalter für alle Altersgruppen ausbauen“
Seite 77 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen und mehr Therapieangebote erweitern die Leistungen des Gesundheitssystems schrittweise.

Rettungsdienst und Notfallversorgung verbessern

Die FDP will die Arbeitsbedingungen im Rettungsdienst verbessern und ihn digital besser ausstatten. Ein landesweites Online-System soll freie Kapazitäten der Krankenhäuser in Echtzeit anzeigen, und Notpraxen sollen die Notaufnahmen entlasten.

Die FDP will den Rettungs-Dienst besser machen. Die Mitarbeiter sollen bessere Arbeits-Bedingungen bekommen. Ein Online-System soll zeigen, wo Krankenhäuser freie Plätze haben. Not-Praxen sollen direkt an den Not-Aufnahmen sein.

Die Notfallversorgung zählt die Partei zur Daseinsvorsorge. Sie setzt auf gut ausgebildetes Personal, moderne Ausstattung sowie digitale Anwendungen und Dokumentation. Ambulante Notpraxen sollen an die Notaufnahmen der Kliniken angebunden werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 78)
„Zusätzlich setzen wir uns für ein NRW-weites webbasiertes Onlinemeldesystem ein, in dem in Echtzeit freie Versorgungskapazitäten in den Krankenhäusern einsehbar sind.“
Seite 78 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Selbstbestimmung am Lebensende erleichtern

Die FDP will ein selbstbestimmtes und würdevolles Sterben ermöglichen und die Hospiz- und Palliativversorgung verbessern. Ärztliche Sterbebegleitung soll nicht mit Strafe bedroht werden.

Menschen sollen am Ende ihres Lebens selbst entscheiden können. Die FDP will die Versorgung von Sterbenden verbessern. Ärzte sollen Sterbende begleiten dürfen. Dafür soll es keine Strafe geben.

Die Versorgung in Hospizen und in der Palliativmedizin soll weiter verbessert werden. Hausärztinnen und Hausärzte sollen enger mit der ambulanten Palliativversorgung vernetzt werden. Strafrechtliche Drohungen gegen Ärztinnen und Ärzte, die Sterbende begleiten, weist das Programm zurück.

Originalzitat anzeigen (Seite 78)
„Eine Strafandrohung gegen ärztliche Sterbebegleitung lehnen wir ab.“
Seite 78 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die FDP verteidigt die Straffreiheit ärztlicher Sterbebegleitung gegen eine diskutierte Neuregelung mit Strafandrohung und betont die Selbstbestimmung.

Pflegeberuf attraktiver machen und Pflegende entlasten

Die FDP will die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern, um dem Personalmangel zu begegnen. Dazu sollen weniger Bürokratie, bessere Bezahlung, digitale Technik, mehr Ausbildungsplätze und die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland beitragen.

In der Pflege fehlen Fachkräfte. Die FDP will den Beruf attraktiver machen. Technik und Roboter sollen die Arbeit leichter machen. Es soll mehr Ausbildungs-Plätze geben. Auch Pflege-Kräfte aus dem Ausland sollen kommen.

Genannt werden eine Personalbemessung nach Bedarf, leistungsgerechte Vergütung, Aufstiegschancen, verlässliche Dienstpläne und betriebliche Gesundheitsförderung. Elektronische Patientenkurven, automatische Medikamentenausgabe und robotische Lagerungshilfen sollen Zeit für Zuwendung schaffen. Ausgeschiedene Pflegekräfte sollen mit einer Initiative zurückgewonnen werden, ausländische Kräfte durch einfache Anerkennung und Sprachkurse. In der Ausbildung sollen die Pflegeassistenz als Einstieg zur Fachkraft, Reha-Kliniken als Ausbildungsstätten und Pflegestudiengänge ausgebaut werden. Geprüft wird ein Modellprojekt für Assistenzsysteme in Wohnungen Pflegebedürftiger; alle Pflegeformen sollen gleich behandelt und Angehörige stärker unterstützt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 79)
„Wir wollen die Arbeit in der Pflege durch digitale Anwendungen, Automatisierung sowie Robotik unterstützen und Pflegende dadurch entlasten.“
Seite 79 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Die Anwerbung von Pflegekräften aus der EU und Drittstaaten soll durch einfachere Anerkennung und Sprachkurse erleichtert werden.

Was sagen die anderen Parteien zu Gesundheit und Pflege?

Alle Programme in Nordrhein-Westfalen im Vergleich