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FDP zu Arbeit und Sozialem

Aus dem Programm „Von hier aus weiter. Landtagswahlprogramm der Freien Demokraten Nordrhein-Westfalen (Beschlussfassung vom 22. Januar 2022)“

Landtagswahl Nordrhein-Westfalen 2022, 15. Mai 2022Original-PDF, 96 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Arbeit und Soziales

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt (+1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 0 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 3 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 2 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 2 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern

Die FDP will gezielte Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration für Menschen mit Beeinträchtigung, Fluchterfahrung oder Einwanderungsgeschichte stärken. Menschen ohne Schulabschluss und Langzeitarbeitslose sollen schrittweise ein- und aufsteigen können. Das Programm nennt den Zugang zum Arbeitsmarkt eine zentrale Gerechtigkeitsfrage.

Die FDP will mehr Menschen in Arbeit bringen. Das gilt für Menschen mit Behinderung und für Geflüchtete. Es gilt auch für Menschen ohne Schul-Abschluss. Der Wechsel vom Mini-Job in eine volle Stelle soll sich mehr lohnen.

Die Übergänge vom Mini- über den Midijob bis zur Vollzeitstelle sollen attraktiver werden. Die Arbeitslosigkeit im Land soll weiter sinken und unter den Bundesdurchschnitt fallen. Die Standortbedingungen sollen so gestaltet werden, dass Arbeitsplätze erhalten bleiben und neue entstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Wir wollen den Wechsel vom Mini- über den Midijob in eine reguläre Vollzeitstelle erleichtern, indem wir die Übergänge attraktiver gestalten.“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten und Eingewanderten sollen gestärkt werden, was Integration schrittweise fördert.

Kommunale Pauschalen für Wohnkosten ermöglichen

Die FDP will, dass Kreise und kreisfreie Städte die Kosten für Unterkunft und Heizung von Leistungsbeziehern als monatliche Pauschale auszahlen können. Das Land soll dafür die bundesrechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen. Das Programm sieht darin einen Schritt zum „liberalen Bürgergeld“.

Manche Menschen bekommen vom Staat Geld für Miete und Heizung. Die FDP will, dass Städte und Kreise dafür einen festen Betrag zahlen können. Der Betrag kann je nach Ort verschieden sein. Die Städte und Kreise sollen das selbst entscheiden.

Die Pauschale soll kommunal unterschiedlich hoch sein und von den Kreisen und kreisfreien Städten in eigener Verantwortung festgelegt werden. Das Land soll sowohl bestehende als auch künftige Spielräume des Bundesrechts nutzen. Die Pauschalierung ersetzt die Berücksichtigung der tatsächlichen Einzelkosten.

Originalzitat anzeigen (Seite 25)
„Auf dem Weg zum liberalen Bürgergeld wollen wir, dass die Pauschalierung von Leistungen auch vor Ort genutzt werden kann.“
Seite 25 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Statt der Einzelabrechnung der Wohnkosten sollen kommunale Pauschalen möglich werden, was Verwaltung vereinfacht und mehr Eigenverantwortung der Leistungsbezieher vorsieht.

Arbeitszeitgesetz flexibler gestalten, mobiles Arbeiten ausbauen

Die FDP will das Arbeitszeitgesetz flexibler machen und mobiles Arbeiten auch nach der Pandemie ausbauen, ohne es durch komplizierte Homeoffice-Vorgaben einzuengen. Die Gesamtarbeitszeit und die Pausen sollen gleich bleiben, nur die Einteilung soll freier werden. Das soll Beruf, Familie und Freizeit besser vereinbar machen.

Die FDP will freiere Regeln für die Arbeits-Zeit. Niemand soll mehr arbeiten als heute. Aber man soll die Zeit freier einteilen können. Arbeiten von zu Hause soll einfach bleiben. So passen Arbeit und Familie besser zusammen.

Die FDP knüpft dabei an Ziele der Bundesregierung an. Mehr Flexibilität kann laut Programm auch die Umweltbelastung senken. Ein Labor „Arbeit 4.0“ soll Austausch und Wissenstransfer zur künftigen Arbeitswelt fördern. Die Fachkräfteinitiativen des Landes sollen weiterentwickelt werden, unter anderem mit einem Leitbild für „Future Skills“ und attraktiveren tarifvertraglichen Lösungen. Beteiligt werden sollen die Bundesagentur für Arbeit, die Tarifpartner sowie Kammern und Verbände.

Originalzitat anzeigen (Seite 25)
„Niemand soll weniger Pausen machen oder mehr arbeiten als bisher, aber die Einteilung der Arbeitszeit muss flexibler möglich sein.“
Seite 25 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Die Regeln zur Arbeitszeit sollen gelockert und Homeoffice nicht zusätzlich reguliert werden, was weniger Regulierung bei unveränderter Gesamtarbeitszeit bedeutet.

Fachkräfte durch Bildung und Zuwanderung sichern

Die FDP sieht den Fachkräftemangel als größte Herausforderung für die Wirtschaft in den kommenden Jahren. Sie will ihm mit Bildung, Integration, Teilhabe und gezielter Zuwanderung qualifizierter Menschen begegnen. Für Auszubildende soll mehr Wohnraum entstehen.

Firmen finden oft zu wenig Fach-Leute. Die FDP will das ändern. Sie setzt auf gute Bildung. Sie will auch Fach-Leute aus dem Ausland holen. Für Azubis soll es mehr Wohnungen geben.

Nach dem Programm gelingt auch der digitale und klimaneutrale Umbau nur mit genügend qualifizierten Menschen. Die MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, sowie digitale Kompetenzen sollen weiter gestärkt werden. Nach dem Azubi-Ticket nennt die Partei Wohnraum für Auszubildende als nächsten Schritt. Auch für die Industrie soll das Fachkräfteangebot vor allem durch gezielte Einwanderung verbessert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 30)
„Wir setzen auf Bildung, auf Integration, auf Teilhabe und auch auf qualifizierte Zuwanderinnen und Zuwanderer.“
Seite 30 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Gezielte Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte soll ausgeweitet werden, was den heutigen Stand schrittweise in Richtung Offenheit verschiebt.

Zentrale Anlaufstelle für Sozialleistungen schaffen

Die FDP will eine „One-Stop-Agency“ als zentrale Anlauf- und Lotsenstelle für Unterstützungsleistungen einrichten. Menschen sollen Hilfen leichter finden und nutzen können. Ziel staatlicher Hilfe ist aus Sicht der Partei, dass Betroffene ihren Weg wieder selbstständig gehen.

Die FDP will eine einzige Stelle für alle Hilfen. Dort sollen Menschen in Not Rat bekommen. Sozialarbeiter sollen leicht erreichbar sein, zum Beispiel im Stadtteil-Café. Sie vermitteln dann weitere Hilfe.

Als erste Ansprechpartner sind Generalisten wie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter vorgesehen, die ohne große Hürden erreichbar sind. Sie sollen an spezialisierte Angebote weitervermitteln. Unterstützungsleistungen sollen zielgenauer werden. Die FDP setzt zugleich auf Eigeninitiative und will das Umfeld der Betroffenen stärken, etwa Familie, Ehrenamt und Nachbarschaft.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Wir wollen es den Menschen einfacher machen, Hilfsangebote zu erkennen und in Anspruch zu nehmen.“
Seite 46 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Teilhabe älterer Menschen stärken

Die FDP will ältere Menschen stärker am gesellschaftlichen Leben beteiligen und dafür eine Ansprechperson für Senioren beim Land einrichten. Gesetzliche Höchstaltersgrenzen sollen abgebaut und der Übergang in den Ruhestand flexibler werden. Zudem soll das Wohnen in der eigenen Wohnung möglichst lange möglich bleiben.

Die FDP will, dass alte Menschen gut mitmachen können. Beim Land soll es eine Person für ihre Anliegen geben. Feste Alters-Grenzen in Gesetzen sollen wegfallen. Alte Menschen sollen lange zu Hause wohnen können.

Die Ansprechperson soll dem Landtag jedes Jahr berichten und für Seniorenvertretungen wie für einzelne ältere Menschen erreichbar sein. Ehrenamt von Senioren soll auch mit geringerem Zeitaufwand als in Freiwilligendiensten gefördert werden. Der Zugang zu Nahversorgung, Mobilität, haushaltsnahen und vorpflegerischen Diensten soll leichter werden, Anbieter von Pflege und Altenhilfe sollen sich vor Ort vernetzen. Für langes Wohnen zu Hause setzt die FDP auf generationenübergreifende Wohnformen und technische Assistenzsysteme einschließlich Robotik.

Originalzitat anzeigen (Seite 49)
„Wir wollen eine Ansprechperson für die Belange von Seniorinnen und Senioren auf Landesebene etablieren, die jährlich dem Landtag einen Bericht vorlegen soll.“
Seite 49 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Teilhabe von Menschen mit Behinderung an Arbeit stärken

Die FDP will Menschen mit Behinderung besser in den Arbeitsmarkt einbinden und setzt dafür auf betriebsnahe Lösungen sowie digitale Hilfsmittel. Arbeitgeber sollen stärker aufgeklärt, Arbeitsassistenzen ausgeweitet werden.

Die FDP will Menschen mit Behinderung bei der Arbeit helfen. Firmen sollen mehr Informationen bekommen. Es soll mehr Assistenz am Arbeits-Platz geben. Auch digitale Technik soll dabei helfen.

Das Programm sieht vor, Arbeitgeber intensiver zu informieren und dabei die Inklusions-Fachberater der Kammern stärker einzubeziehen. Das Budget für Arbeit soll häufiger genutzt, die Arbeitsassistenz erweitert werden. Inklusionsunternehmen sollen weiterarbeiten, Werkstätten für behinderte Menschen weiterentwickelt werden; Werkstätten mit Firmenkooperationen gelten der FDP als Vorbild. Zudem will die Partei digitale Hilfsmittel und assistive Technik fördern, etwa mit künstlicher Intelligenz und Robotik, und ältere Menschen im Umgang mit digitalen Systemen schulen.

Originalzitat anzeigen (Seite 50)
„Wir wollen dabei auch das Budget für Arbeit verstärkt nutzen und zudem die bestehenden Angebote für Arbeitsassistenzen erweitern.“
Seite 50 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Inklusion von Menschen mit Behinderung in den regulären Arbeitsmarkt soll schrittweise ausgebaut werden, was zu mehr Gleichstellung führt.

Persönliches Budget stärker nutzen

Die FDP will, dass mehr Menschen mit Behinderung das persönliche Budget in Anspruch nehmen. Statt einer Sachleistung erhalten sie Geld und entscheiden selbst, wer die Hilfe erbringt.

Menschen mit Behinderung können Geld statt fertiger Hilfen bekommen. Das heißt persönliches Budget. Sie suchen dann selbst aus, wer ihnen hilft. Die FDP will, dass mehr Menschen das nutzen.

Das Programm begründet das Vorhaben mit dem Ziel eines selbstbestimmten Lebens und der Teilhabe in allen Lebensbereichen. Die Betroffenen werden als Kundinnen und Kunden verstanden, die Anbieter oder Helfer frei wählen. Dafür hält die FDP vor allem mehr Information und einfachere Verfahren für nötig.

Originalzitat anzeigen (Seite 50)
„Wir wollen deshalb die Inanspruchnahme des persönlichen Budgets ausbauen.“
Seite 50 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Geldleistungen mit freier Anbieterwahl sollen Sachleistungen häufiger ersetzen, was mehr Wahlfreiheit und Wettbewerb bedeutet.

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Menschen mit Behinderung sollen selbst über ihre Hilfen entscheiden, was die Selbstbestimmung schrittweise stärkt.

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