Zum Inhalt springen
parteiprogramm

CDU zu Gleichstellung und Vielfalt

Aus dem Programm „Niedersachsen springt weiter. Regierungsprogramm 2022–2027 der CDU in Niedersachsen“

Landtagswahl Niedersachsen 2022, 9. Oktober 2022Original-PDF, 132 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gleichstellung und Vielfalt

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschaftausgewogen (-0,5), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 3 eher progressiv, 0 ausgewogen, 1 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Keine Nachteile bei Verzicht auf Gendersprache

Die CDU lehnt strikte Sprachvorgaben in Forschung und Lehre ab. Wer an Hochschulen, Wissenschaftseinrichtungen oder anderswo keine Gendersprache verwendet, soll dadurch keinen Nachteil haben; die Partei begründet das mit der Wissenschaftsfreiheit.

Die CDU will keine strengen Sprach-Regeln an Hochschulen. Niemand soll gendern müssen. Wer nicht gendert, soll keine Nachteile haben. Die CDU sagt: Die Wissenschaft soll frei bleiben.

Das Programm beschreibt die Hochschulen als Orte offener Debatten und will jeden Versuch abwehren, diesen Raum politisch einzuengen. Für die Geistes- und Sozialwissenschaften fordert es „Maß und Mitte“. Zugleich will die CDU Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung entgegentreten. Auf wachsende Wissenschaftsskepsis und Angriffe auf Forschende will sie mit mehr Wissenschaftskommunikation und Dialogformaten antworten.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„werden sicherstellen, dass niemand an Niedersachsens Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen und andernorts Nachteile bei Nicht-Verwendung sogenannter Gendersprache erleidet.“
Seite 35 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die CDU will Vorgaben zu geschlechtergerechter Sprache abwehren und herkömmlichen Sprachgebrauch absichern, was zum konservativen Pol passt.

Gleichstellung von Frauen in Beruf und Führung

Die CDU will die Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Alltag durchsetzen und Rollenbilder abbauen. Dazu sollen Familie und Beruf besser vereinbar werden, mehr Frauen in Führungspositionen und MINT-Berufe kommen und pflegende Frauen vor Altersarmut geschützt werden.

Frauen und Männer sollen die gleichen Chancen haben. Die CDU will mehr Plätze in der Kinder-Betreuung schaffen. Mehr Frauen sollen Chefinnen werden und Firmen gründen. Frauen, die lange Angehörige gepflegt haben, sollen mehr Rente bekommen.

Mehr Betreuungsplätze und flexiblere Betreuungszeiten sollen die Vereinbarkeit verbessern; Online-Schulungen und geregeltes Homeoffice sollen die Rückkehr in den Beruf nach der Familiengründung beschleunigen. Förder- und Mentorinnenprogramme sollen mehr Geld erhalten. Mit Unternehmen will die CDU ein Bündnis für Frauen in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) gründen und ein Netzwerk für Gründerinnen anstoßen. In Aufsichtsräten, Gremien und Führungsämtern soll ein ausgewogenes Verhältnis entstehen, die Landesverwaltung soll Vorbild sein. Lange Pflegezeiten sollen bei der Rente besser zählen, Mütter ohne Abschluss sollen leichter Arbeit finden, und Projekte gegen Langzeitarbeitslosigkeit von Frauen sind geplant.

Originalzitat anzeigen (Seite 112)
„dafür Sorge tragen, dass Männer und Frauen im Gleichgewicht in Aufsichtsräte, Gremien und Führungspositionen kommen.“
Seite 112 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Betreuungsplätze, höhere Fördermittel und bessere Rentenanerkennung von Pflegezeiten weiten öffentliche Leistungen aus.

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Abbau fester Rollenbilder und mehr Frauen in Führungspositionen verschieben den Stand schrittweise in Richtung Gleichstellung.

Frauen und Kinder besser vor Gewalt schützen

Die CDU will die Istanbul-Konvention, ein Abkommen des Europarats gegen Gewalt an Frauen, besser umsetzen. Schutzunterkünfte, Beratungsangebote und Präventionsprojekte sollen ausgebaut werden.

Die CDU will Frauen und Kinder besser vor Gewalt schützen. Es soll mehr Geld für Schutz-Unterkünfte geben. Beratung soll überall leicht erreichbar und anonym sein. Polizei, Gerichte und Beratungs-Stellen sollen eng zusammen-arbeiten.

Für Schutzunterbringung von Frauen und Männern soll mehr Geld bereitstehen, Wohnangebote für betroffene Frauen mit Kindern sollen wachsen und auch über Ländergrenzen hinweg möglich sein. Die Landeskoordinierungsstelle der Frauenberatungsstellen bleibt bestehen, anonyme und leicht zugängliche Beratung soll es landesweit geben. Bei Hochrisikofällen sollen Polizei, Justiz, Beratungsstellen und Kommunen vor Ort zusammenarbeiten, unterstützt durch Stellenanteile in den Polizeiinspektionen, um drohende Tötungsdelikte früh zu erkennen. Präventionsprojekte wie „Kein Täter werden“ in Hannover sollen weiterlaufen und ergänzt werden. Für Prostituierte sind mehr Schutz sowie Präventions- und Ausstiegsprogramme vorgesehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 113)
„die bessere Umsetzung der Istanbul-Konvention gewährleisten, um Frauen vor allen Formen von Gewalt zu schützen“
Seite 113 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Ausbau von Schutz- und Beratungsangeboten für von Gewalt betroffene Frauen stärkt schrittweise deren Selbstbestimmung und Gleichstellung.

LSBTI-Menschen vor Gewalt und Diskriminierung schützen

Die CDU will, dass lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen sicher und ohne Diskriminierung leben können. Polizei und Staatsanwaltschaften sollen für feindliche Gewalttaten sensibilisiert und Angebote auf dem Land ausgebaut werden.

LSBTI steht für lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und inter-geschlechtliche Menschen. Sie erleben noch oft Gewalt und Ablehnung. Die CDU will sie besser schützen. Die Polizei soll solche Taten besser erkennen. Auf dem Land soll es Gruppen und Beratung geben.

Das Programm nennt den Schutz von Minderheiten als vorrangig und verweist auf fortbestehende Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen. Ermittlungsbehörden sollen geschult werden; dabei soll Opferschutz nicht dazu führen, dass die Motive der Täter verdeckt bleiben. Die Ansprechpersonen für LSBTI bei der Polizei und der Landespräventionsrat sollen gestärkt werden. In ländlichen Regionen sollen Gruppen in Jugendzentren und Beratungsstellen in Kreisstädten entstehen, wofür die Kommunen Unterstützung erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 114)
„wollen wir Rahmenbedingungen schaffen, in denen die LSBTIQ-Gemeinschaft sicher und diskriminierungsfrei leben kann.“
Seite 114 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Schutz, Beratung und Sichtbarkeit für LSBTI-Menschen fördern schrittweise die Akzeptanz vielfältiger Lebensformen.

Was sagen die anderen Parteien zu Gleichstellung und Vielfalt?

Alle Programme in Niedersachsen im Vergleich