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AfD zu Gesundheit und Pflege

Aus dem Programm „Alles für Thüringen! Wahlprogramm der AfD Thüringen zur Landtagswahl 2024“

Landtagswahl Thüringen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 148 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gesundheit und Pflege

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 4 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheitausgewogen (+0,3), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 1 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 2 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher konservativ (+1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 0 eher progressiv, 0 ausgewogen, 2 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher restriktiv (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 0 eher offen, 0 ausgewogen, 1 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Geburtshilfe und ärztliche Versorgung sichern

Die AfD will erreichen, dass jede Geburtsklinik in höchstens 40 Minuten erreichbar ist und Geburten im Verhältnis eins zu eins betreut werden. Thüringen soll Ärzte, Kinderärzte und Hebammen selbst ausbilden und dafür sorgen, dass sie anschließend im Land bleiben.

Die AfD will, dass Frauen schnell zur Geburts-Klinik kommen. Der Weg soll höchstens 40 Minuten dauern. Bei der Geburt soll eine Hebamme nur für eine Frau da sein. Thüringen soll mehr Ärzte und Hebammen ausbilden und behalten.

Stationen für Frühgeborene sollen bestehen bleiben. Das Programm sieht kurze Wege zum Kreißsaal und die Einzelbetreuung als Sicherheitsfrage für Mutter und Kind. Nach Ansicht der Partei beeinflusst das Erlebnis der Geburt auch, ob Frauen weitere Kinder bekommen möchten. Vor- und Nachsorge sowie Hilfe bei der Rückbildung nach der Schwangerschaft sollen gewährleistet sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 29)
„Wir wollen eine entsprechende Versorgungsdichte und eine Erreichbarkeit der Geburtsklinik innerhalb von maximal 40 Minuten sicherstellen.“
Seite 29 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Feste Erreichbarkeits- und Betreuungsvorgaben sowie mehr Ausbildung erweitern die öffentliche Gesundheitsversorgung schrittweise.

Ärztemangel mit Studienplätzen und Stipendien bekämpfen

Die AfD will mehr Studienplätze in Human- und Zahnmedizin schaffen und Landesstipendien vergeben, wenn Studierende sich für zehn Jahre an unterversorgte Regionen binden. So soll die wohnortnahe ambulante Versorgung gesichert werden, vor allem auf dem Land.

In Thüringen fehlen Ärzte, vor allem auf dem Land. Die AfD will mehr Studien-Plätze für Medizin. Studenten sollen Geld vom Land bekommen. Dafür arbeiten sie später zehn Jahre in Gegenden mit wenigen Ärzten.

Das Programm verweist auf Praxen ohne Nachfolger, eine alternde Bevölkerung und lange Wartezeiten bei Fachärzten. Neben mehr Studienplätzen und Stipendien sollen an der Universität Jena Plätze für Bewerber aus Thüringen reserviert werden; Kommunen können ähnliche Stipendienmodelle auflegen. Bei der Auswahl sollen Praktika und medizinische Ausbildungen stärker zählen. Außerdem sollen Ärzte und Zahnärzte vollständig und angemessen vergütet werden, und die Lebens- und Arbeitsbedingungen auf dem Land sollen besser werden. Die Bürokratie im Gesundheitswesen will die AfD abbauen.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Attraktive Landesstipendien sollen bereitgestellt werden, damit sich Medizinstudenten im Gegenzug für eine Dauer von zehn Jahren verpflichten, in unterversorgten Gebieten Thüringens zu praktizieren.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr staatlich finanzierte Studienplätze und Stipendien bauen öffentliche Leistungen schrittweise aus.

Ländliche Krankenhäuser in kommunaler Hand erhalten

Die AfD will Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung auf dem Land erhalten und nicht an private Klinikketten abgeben. Das Land soll seine Investitionspflichten erfüllen, und eine Landesgesellschaft soll kommunale Träger finanziell entlasten.

Die AfD will kleine Krankenhäuser auf dem Land erhalten. Sie sollen Städten, Kreisen oder gemeinnützigen Trägern gehören. Private Klinik-Firmen sollen sie nicht kaufen. Das Land Thüringen soll mehr Geld für Krankenhäuser geben.

Das Programm kritisiert die Fallpauschalen (DRG-System) und den Verkauf kommunaler Häuser an gewinnorientierte Ketten. Der Freistaat soll den Investitionsstau abbauen und seine gesetzlichen Finanzierungspflichten einhalten. Kommunale Kliniken sollen sich zu regionalen Verbünden zusammenschließen, unterstützt von einer neuen Landesgesellschaft. Bei der Krankenhausplanung soll ein dichtes Netz der Notfallversorgung auf dem Land Vorrang haben, und der Rettungsdienst soll schneller eintreffen. Arbeits- und Ruhezeiten sollen strikt gelten, und Verwaltungskräfte sollen dem Klinikpersonal Bürokratie abnehmen.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung in ländlichen Gebieten Thüringens müssen stattdessen in kommunaler oder freier Trägerschaft verbleiben“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Punkt wendet sich gegen Privatisierung von Kliniken und will mehr Landesgeld sowie eine staatliche Gesellschaft einsetzen.

Pflege durch Angehörige besser bezahlen und anerkennen

Die AfD will die Pflege in der Familie stärken: Angehörige sollen so viel Geld erhalten wie Pflegedienste, besser beraten werden und Rentenansprüche für ihre Sorgearbeit bekommen. Auch in Heimen sollen bessere Arbeitsbedingungen frühere Pflegekräfte zurückholen.

Viele Menschen pflegen ihre Eltern oder Großeltern zu Hause. Die AfD will ihnen mehr Geld geben. Sie sollen so viel bekommen wie ein Pflege-Dienst. Die Pflege soll auch für die Rente zählen. In Pflege-Heimen soll die Arbeit besser werden.

Nach dem Programm findet Pflege überwiegend in Familien statt, meist getragen von Frauen, die mit Geld- und Organisationsfragen oft allein bleiben. Erwachsene Kinder sollen sich bewusst für die Pflege älterer Verwandter entscheiden können. Dazu soll ein Betreuungsnetzwerk die Beratung verbessern, und die Pflegesätze sollen auf das Niveau professioneller Dienste steigen. Familiäre Sorgearbeit soll bei der Rente angemessen zählen. Für die stationäre Pflege will die AfD ausgestiegenes Personal zurückgewinnen und den Rationalisierungsdruck verringern.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„die Pflegesätze sind bei häuslicher Pflege durch Angehörige an die Leistungen für Pflegedienstleister anzugleichen“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Pflegeleistungen für Angehörige und zusätzliche Rentenansprüche bauen Sozialleistungen aus.

  • Gesellschafteher konservativ

    Der Punkt stellt die Pflege innerhalb der Familie als bevorzugtes Modell in den Mittelpunkt.

Strenge Prüfungen für ausländisches Gesundheitspersonal

Die AfD will, dass Bewerber für Medizin und Pflege ohne Abschluss aus einem EU-Land eine Gleichwertigkeitsprüfung ablegen und Deutsch auf dem Niveau C1 nachweisen. Das aktive Anwerben von Ärzten und Pflegekräften im Ausland sieht sie kritisch.

Manche Ärzte und Pflege-Kräfte haben ihre Ausbildung außerhalb der EU gemacht. Die AfD will, dass sie eine Prüfung ablegen. Sie sollen auch sehr gut Deutsch können. Die AfD will nicht gezielt Personal aus anderen Ländern holen.

Die Prüfung soll nach dem Programm sicherstellen, dass die hiesigen Qualitätsansprüche eingehalten werden. C1 ist eine hohe Stufe des europäischen Sprachrahmens, auf der man eine Sprache fließend und sicher beherrscht. Gegen das Abwerben spricht aus Sicht der AfD, dass die Fachleute dann in ihren Heimatländern fehlen. Der Abwanderung in Deutschland ausgebildeter Mediziner will die Partei mit international konkurrenzfähiger Bezahlung und guten Arbeitsbedingungen begegnen.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„Ausländische Bewerber im medizinischen Bereich und der Pflege, welche keinen Ausbildungsabschluss eines EU-Landes nachweisen können, sollen eine Gleichwertigkeitsprüfung absolvieren.“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Migrationeher restriktiv

    Höhere Hürden bei Anerkennung und Sprache sowie Skepsis gegenüber Anwerbung erschweren die Zuwanderung von Fachkräften.

Klinikhygiene nach niederländischem Vorbild einführen

Die AfD will im Gesundheitswesen Hygieneregeln wie in den Niederlanden einführen, um Schäden durch multiresistente Keime so weit wie möglich zu senken. Patienten sollen bei der Einweisung ins Krankenhaus verpflichtend getestet werden, bezahlt von den gesetzlichen Kassen.

In Krankenhäusern gibt es gefährliche Keime. Viele Medikamente wirken nicht gegen sie. Die AfD will strenge Regeln für Sauberkeit wie in den Niederlanden. Patienten sollen im Krankenhaus einen Test auf diese Keime machen. Die Kranken-Kassen sollen den Test bezahlen.

Ziel ist es, Todesfälle, Amputationen und bleibende Schäden durch Keime wie MRSA auf ein Minimum zu bringen. Die Pflichttests sollen sowohl bei geplanten als auch bei akuten Krankenhausaufnahmen stattfinden. Die Kosten dafür sollen die gesetzlichen Krankenkassen tragen.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Die AfD fordert für das Gesundheitswesen die Übernahme eines Hygieneregimes nach niederländischem Vorbild“
Seite 61 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Medizinisches Personal vor Angriffen schützen

Die AfD verlangt, dass Behörden Rettungsdiensten, Notaufnahmen und Arztpraxen Schutzmaßnahmen gegen Angriffe anbieten. Laut Programm nehmen Übergriffe auf Personal und Patienten zu.

Ärzte und Rettungskräfte werden manchmal angegriffen. Die AfD sagt: Das passiert immer öfter. Die Behörden sollen deshalb beim Schutz helfen. Das gilt für Rettungsdienste, Notaufnahmen und Praxen.

Das Programm beschreibt, dass Angriffe auf medizinisches Personal, Rettungskräfte und Patienten häufiger und heftiger werden. Niedergelassene Ärzte könnten sich anders als Kliniken keinen Sicherheitsdienst leisten. Deshalb sollen die zuständigen Behörden passende Angebote zur Abwehr von Gefahren machen.

Originalzitat anzeigen (Seite 62)
„Die zuständigen Behörden haben Rettungsdiensten, Notaufnahmen und Privatpraxen geeignete Maßnahmen anzubieten, die der Gefahrenabwehr dienen.“
Seite 62 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Behörden sollen zusätzliche Schutzangebote für Praxen und Rettungsdienste schaffen, was den Sicherheitsaspekt schrittweise stärkt.

Legalisierung von Cannabis ablehnen

Die AfD lehnt die Legalisierung von Cannabis und eine gesellschaftliche Normalisierung des Konsums ab. Sie verweist auf Risiken für das Gehirn, besonders bei jungen Menschen. Für den medizinischen Einsatz zeigt sie sich offen.

Die AfD ist gegen erlaubtes Cannabis. Sie sagt: Cannabis kann dem Gehirn schaden. Das gilt besonders für junge Menschen. Als Medizin findet die AfD Cannabis in Ordnung.

Das Programm führt Studien an, nach denen Cannabiskonsum in der Jugend das Risiko lebenslanger psychischer Erkrankungen wie Schizophrenie deutlich erhöht. Besonders gefährdet seien Jugendliche und junge Erwachsene, deren Gehirn sich noch entwickelt. Eine Verwendung in der Medizin, etwa in der Schmerztherapie, befürwortet die Partei grundsätzlich.

Originalzitat anzeigen (Seite 62)
„Wir lehnen daher die Legalisierung und gesellschaftliche Normalisierung des Cannabiskonsums ab.“
Seite 62 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Die Ablehnung der Legalisierung läuft auf ein strengeres Drogenrecht als heute hinaus.

  • Gesellschafteher konservativ

    Die seit 2024 geltende Teillegalisierung wird abgelehnt, ohne dass eine konkrete Rücknahme ausgeführt wird; das weist in die konservative Richtung.

Corona-Politik im Untersuchungsausschuss aufarbeiten

Die AfD fordert einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik und will Verantwortliche gegebenenfalls vor Gericht bringen. Vergleichbare Einschränkungen soll es nicht mehr geben. Den Pandemievertrag der WHO lehnt sie ab.

Die AfD will die Corona-Politik prüfen lassen. Dafür soll es einen Untersuchungs-Ausschuss im Landtag geben. Verantwortliche sollen notfalls vor Gericht kommen. Die AfD ist auch gegen den Pandemie-Vertrag der WHO. Die WHO ist die Welt-Gesundheits-Organisation.

Aus Sicht des Programms haben die Corona-Maßnahmen von Bund und Land dem Gesundheitswesen schwer geschadet und das Vertrauen in die Ärzteschaft erschüttert. Die Partei kritisiert die anhaltende Werbung für COVID-19-Impfungen als einseitig und verweist auf Nebenwirkungen und begrenzten Schutz. Ein Untersuchungsausschuss soll klären, wie die Entscheidungen zustande kamen. Ziel ist, dass monatelange Grundrechtseinschränkungen dieser Art nicht wieder vorkommen. Der WHO-Pandemievertrag wird abgelehnt, weil er einem aus Sicht der AfD nicht demokratisch legitimierten Gremium große Befugnisse gebe.

Originalzitat anzeigen (Seite 63)
„Wir setzen uns dafür ein, dass das staatliche Handeln angesichts des Coronavirus aufgeklärt wird und verantwortliche Akteure auch des Gesundheitssystems gegebenenfalls gerichtlich zur Rechenschaft gezogen werden.“
Seite 63 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Staatliche Eingriffe in Grundrechte bei Pandemien sollen aufgearbeitet und künftig vermieden werden, was Freiheitsrechte gegenüber staatlichen Maßnahmen betont.

Was sagen die anderen Parteien zu Gesundheit und Pflege?

Alle Programme in Thüringen im Vergleich