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AfD zu Kultur und Medien

Aus dem Programm „DAS LAND ZUERST. Regierungsprogramm der AfD Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026“

Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026, 6. September 2026Original-PDF, 258 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Kultur und Medien

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt (+1), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 2 eher mehr Markt, 2 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher konservativ (+1,1), aus 11 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 0 eher progressiv, 0 ausgewogen, 10 eher konservativ, 1 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Politische Einflussnahme durch Schule, Programme und Rundfunk beenden

Die AfD will beenden, was sie als einseitige politische Beeinflussung ansieht. Sie nennt dabei Schulen, staatlich finanzierte Programme in Millionenhöhe und den beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Die AfD sagt: Schulen beeinflussen Kinder politisch einseitig. Das Gleiche sagt sie über teure staatliche Programme. Und über den Rundfunk, für den alle Beiträge zahlen. Die AfD will das stoppen.

Nach Darstellung der Partei werden Bürger an Schulen, durch staatliche Förderprogramme und durch den Rundfunk politisch in eine Richtung gelenkt. Den Rundfunkbeitrag bezeichnet das Programm als Zwangsgebühr. Die AfD kritisiert zudem, Erwachsene würden bevormundet, während Schulen Kindern zu wenig Bildung vermittelten. Schulen sollen sich wieder auf die Vermittlung von Wissen konzentrieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 6)
„Die einseitige politische Indoktrination nicht nur an Schulen, sondern auch durch millionenschwere staatliche Programme und durch einen zwangsgebührenfinanzierten Rundfunk muss gestoppt werden.“
Seite 6 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Staatliche Programme und Bildungsinhalte, die die Partei als einseitig ansieht, sollen entfallen, was sich gegen die heutige Förderung gesellschaftspolitischer Projekte richtet.

Patriotische Kulturpolitik und Kampagne „deutschdenken“ starten

Die AfD will die Kulturpolitik des Landes patriotisch ausrichten und die Landeskampagne „moderndenken“ durch eine Kampagne „deutschdenken“ ersetzen. Ziel ist aus Sicht der Partei ein neues nationales Selbstbewusstsein, das auch Voraussetzung für Integration sei.

Die AfD will eine patriotische Kultur-Politik. Patriotisch heißt: stolz auf das eigene Land. Eine neue Kampagne soll die deutsche Geschichte in Sachsen-Anhalt zeigen. Die Deutschen sollen so mehr Selbst-Bewusstsein bekommen.

Das Programm kritisiert, dass die bisherige Imagekampagne die Identität des Landes aus dem Bauhaus ableite. Die neue Kampagne soll stattdessen Personen wie Heinrich I., Otto I., Luther, Bismarck und Nietzsche sowie die Merseburger Zaubersprüche herausstellen. Vorgesehen sind die Beteiligung der Schulen, patriotische Tourismuskonzepte, Preise und Gedenkveranstaltungen. Die AfD sieht die Ursache der von ihr beklagten Politik in einem aus ihrer Sicht verfestigten Schuldkomplex und fehlendem Nationalstolz. Sachsen-Anhalt soll kulturpolitisch zum Vorbild für andere Länder werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„Die AfD Sachsen-Anhalt setzt dem eine deutschdenken-Kampagne entgegen, die darauf hinweist, dass Sachsen-Anhalt Wesentliches zur Entwicklung der deutschen Nation beigetragen hat.“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die Kulturpolitik soll über eine Kampagne stärker auf Nationalstolz und überlieferte Geschichte ausgerichtet werden, was zum konservativen Pol passt.

Landeszuschuss für Provenienzforschung streichen

Die AfD will den jährlichen Zuschuss des Landes an das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg vollständig beenden. Sie lehnt es ab, Museumsbestände ohne konkreten Anlass auf unrechtmäßige Erwerbungen zu prüfen, und sieht darin das Aufrechterhalten eines Schuldgefühls.

Die AfD will einem Zentrum in Magdeburg kein Landes-Geld mehr geben. Das Zentrum prüft, ob Museen Dinge zu Unrecht bekommen haben. Die AfD lehnt diese Prüfung ohne Anlass ab. Sie sagt: Das hält nur ein Schuld-Gefühl wach.

Der Zuschuss beträgt laut Programm 73.500 Euro im Jahr. Das Zentrum untersucht Erwerbungen aus der Kolonialzeit, der NS-Zeit sowie der SBZ und DDR. Die AfD kritisiert, dass geforscht wird, auch wenn kein früherer Eigentümer oder Erbe eine Rückgabe verlangt. Melden sich Geschädigte, soll Unrecht nach dem Programm weiterhin wiedergutgemacht werden. Eine koloniale Schuld hält die Partei für konstruiert.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Aktuell fördert das Land Sachsen-Anhalt das „Deutsche Zentrum Kulturgutverluste“ durch einen Zuschuss in Höhe von 73.500 Euro pro Jahr. Wir werden diesen Zuschuss komplett streichen.“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Das Land soll sich aus der Förderung der Aufarbeitung von NS- und Kolonialunrecht in Museen zurückziehen, was die Erinnerungskultur in konservative Richtung verschiebt.

Landesbeauftragten für Kriegerdenkmäler einsetzen

Die AfD will einen Landesbeauftragten berufen, der sich um den Erhalt der Denkmäler für gefallene Soldaten kümmert. Viele dieser Denkmäler seien in schlechtem Zustand; ihre Pflege versteht die Partei als Zeichen einer patriotischen Wende.

Die AfD will einen Beauftragten für Krieger-Denkmäler. Das sind Denkmäler für Soldaten, die im Krieg gestorben sind. Der Beauftragte soll sich um ihren Erhalt kümmern. Die AfD will die toten Soldaten so ehren.

Der Beauftragte soll alle Denkmäler im Land in einer Liste erfassen und feststellen, wo restauriert werden muss. Gemeinsam mit den Denkmalschutzbehörden soll er die Kommunen zu Erhaltungsarbeiten bewegen. Wo nötig, soll das Land Geld dazugeben. Gefördert werden sollen alle Denkmäler gleich, ohne politische Bewertung, also für beide Weltkriege ebenso wie für die Kriege von 1866 und 1870/71.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Wir werden deshalb einen Landesbeauftragten für den Erhalt der Kriegerdenkmäler einsetzen, der ein landesweites Verzeichnis erstellt, den Restaurierungsbedarf erfasst“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Ein neues Amt und Fördergeld sollen das Gedenken an gefallene Soldaten stärken, was überlieferte Traditionspflege ausbaut.

Traditionelle Bauweise für öffentliche Gebäude vorschreiben

Die AfD will in der Landesbauordnung festlegen, dass öffentliche Bauten von Land und Kommunen an eine anerkannte Bautradition anknüpfen müssen. Das Programm hält viele nach 1990 errichtete öffentliche Gebäude für hässlich und teuer. Öffentliche Bauten sollen aus Sicht der Partei der Mehrheit gefallen und historische Identität zeigen.

Die AfD will neue Regeln für öffentliche Gebäude. Diese Gebäude sollen in einem traditionellen Stil gebaut werden. Die Partei findet viele neue Gebäude hässlich. Die meisten Menschen sollen öffentliche Gebäude schön finden.

Die Bauordnung des Landes (BauO LSA) soll um eine Richtlinie ergänzt werden. Sie gilt für Bauten mit öffentlichem Zweck, deren Träger das Land oder eine Kommune ist. Bauformen ohne Bezug zur Tradition sollen vermieden und langlebige Materialien aus der Region bevorzugt werden. Als Negativbeispiele nennt das Programm die sogenannte „Sinuskurve“ und das Nord-LB-Gebäude in Magdeburg. Als Vorbild dient eine Anordnung von Donald Trump aus dessen erster Amtszeit.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„dass jedes Bauobjekt, bei dem das Land oder eine Kommune Träger ist und das einem öffentlichen Zweck dient, eine anerkannte Bautradition aufzugreifen hat“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Eine neue Vorgabe soll öffentliche Bauten auf überlieferte Bautraditionen und historische Identität festlegen, was zum bewahrenden Pol passt.

Kunstförderung auf deutsche Identität ausrichten

Die AfD will öffentliche Mittel für Kunst und Kultur überwiegend an Werke vergeben, die aus ihrer Sicht zur deutschen Identität beitragen. Das Programm sieht die wichtigste Aufgabe der Kunst in der Pflege kultureller Identität. Die Kunstfreiheit begründe keinen Anspruch auf Förderung.

Die AfD will Kunst anders fördern. Geld vom Staat soll vor allem an Kunst gehen, die deutsche Identität stärkt. Andere Kunst bleibt erlaubt. Sie soll aber weniger Geld vom Staat bekommen.

Das Programm bemängelt, dass die Theater des Landes kaum noch deutsche Stücke spielten, weder Klassiker wie Goethe, Schiller und Kleist noch neuere Autoren wie Botho Strauss. Stattdessen gebe es seichte Unterhaltung oder international ausgerichtete Stücke. Solche Kunst müsse nach dem Grundgesetz hingenommen, aber nicht finanziert werden. Die Überschrift des Kapitels verlangt, Patriotismus zu fördern und kein staatliches Geld für als antideutsch bezeichnete Kunst auszugeben.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„Deshalb werden wir mit Staats- und Steuergeld vorwiegend solche Kunst fördern, die einen Beitrag zu deutscher Identitätsfindung leistet.“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich konservativ

    Die Kulturförderung soll nach einem neuen inhaltlichen Maßstab umgebaut werden, der nationale Identität und Tradition in den Mittelpunkt stellt.

Brauchtumspflege in Ortschaften finanzieren

Die AfD will Ortschaften jährlich fünf Euro je Einwohner vom Land für Brauchtum und Tradition zukommen lassen. Damit sollen Heimatgefühl und nationale Identität gestärkt werden.

Die AfD will Bräuche und Traditionen in den Dörfern erhalten. Jede Ortschaft soll dafür Geld vom Land bekommen. Es sind fünf Euro pro Einwohner im Jahr. Der Ortschaftsrat entscheidet, wofür das Geld genutzt wird.

Das Geld soll als nicht zweckgebundene Schlüsselzuweisung fließen, also als pauschale Zahlung des Landes. Über die konkrete Verwendung im Rahmen der Brauchtums- und Traditionspflege stimmt der Ortschaftsrat ab. Das Programm stellt diese Förderung der bisherigen Landeszentrale für politische Bildung gegenüber, die es ablehnt.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Zu diesem Zweck sollen Ortschaften fünf Euro pro Einwohner und Jahr als ungebundene Schlüsselzuweisung für Brauchtum und Tradition vom Land erhalten.“
Seite 61 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll eine zusätzliche öffentliche Zuweisung an Ortschaften zahlen, also mehr öffentliche Ausgaben.

  • Gesellschafteher konservativ

    Eine neue Landeszahlung soll Brauchtum und Tradition fördern, was den heutigen Stand schrittweise zum bewahrenden Pol verschiebt.

Feuerwerksverbote verhindern

Die AfD will sich von der Kommune bis zum Bund gegen Verbote von privatem Silvesterfeuerwerk einsetzen. Das Programm betrachtet Feuerwerk als jahrhundertealte Tradition und ein Verbot als unangemessenen Eingriff in die Freiheit der Bürger.

Die AfD ist gegen ein Verbot von Feuerwerk. Böller und Raketen gehören für die Partei zu Silvester. Sie sieht darin eine alte Tradition. Jeder soll an Silvester privat Feuerwerk zünden dürfen.

Das Programm beschreibt Böller und Raketen als festen Bestandteil des Jahreswechsels und als Teil der Kultur. Ein Verbot würde aus Sicht der Partei diese Tradition beenden und Freiheitsrechte beschneiden. Eine AfD-Landesregierung soll deshalb auf jeder politischen Ebene gegen solche Verbote eintreten.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Feuerwerksverbote zu verhindern und jedem Bürger ein unbeschwertes privates Feuerwerk an Silvester zu ermöglichen“
Seite 61 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Der heutige Stand wird ausdrücklich gegen ein diskutiertes Verbot verteidigt und mit dem Erhalt einer Tradition begründet.

Staatsleistungen auf alle christlichen Kirchen verteilen

Die AfD will die jährlichen Staatsleistungen des Landes an die beiden großen Kirchen in eine allgemeine Förderung aller christlichen Kirchen umbauen. Das Geld soll nach Mitgliederzahl verteilt werden, die Gesamtsumme soll gleich bleiben.

Das Land zahlt jedes Jahr Geld an die zwei großen Kirchen. Die AfD will dieses Geld an alle christlichen Kirchen verteilen. Wer mehr Mitglieder hat, bekommt mehr. Die Summe soll insgesamt gleich bleiben.

Laut Programm zahlt Sachsen-Anhalt den großen Kirchen jährlich über 40 Millionen Euro als Entschädigung für 1803 enteignete Kirchengüter. Die AfD hält den ursprünglichen Grund für erloschen und sieht in den Zahlungen faktisch eine allgemeine Kirchenförderung. Nach einer Reform sollen die Mittel nur noch für geistliches Personal und den Erhalt von Gebäuden verwendet werden dürfen. Kirchen, die Geld erhalten wollen, sollen die Verwendung nachweisen und ihren gesamten Haushalt offenlegen.

Originalzitat anzeigen (Seite 67)
„Bei gleichbleibendem Gesamtvolumen sollen die Staatsleistungen allen christlichen Kirchen proportional zu ihrer Mitgliederzahl zugutekommen.“
Seite 67 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Statt die Staatsleistungen abzulösen, sollen sie als dauerhafte Förderung des Christentums fortgeführt und breiter verteilt werden.

Förderung der Evangelischen Akademie streichen

Die AfD will die Landesförderung für die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt sofort beenden. Sie begründet das damit, dass die Akademie aus Sicht des Programms überwiegend politische Inhalte statt kirchlicher Bildung anbiete.

Die Evangelische Akademie bekommt Geld vom Land. Die AfD will diese Zahlung sofort beenden. Die Partei sagt: Die Akademie macht vor allem Politik. Sie macht zu wenig Bildung über Kirche und Glauben.

Nach Angaben des Programms erhält die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e. V. jährlich 70.000 Euro vom Land. Die AfD hielte das allenfalls für vertretbar, wenn es um Theologie oder Kirchenmusik ginge. Das Programm wirft der Akademie vor, vor allem Positionen anderer Parteien zu Klima, Gender, Vielfalt und Einwanderung zu verbreiten und Andersdenkende als Gefahr für die Demokratie darzustellen.

Originalzitat anzeigen (Seite 67)
„Dergleichen darf nicht mit Steuergeld gefördert werden. Eine AfD-Landesregierung wird diese Zahlungen unverzüglich einstellen.“
Seite 67 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Eine Einrichtung soll ihre Förderung verlieren, weil sie Themen wie Gender, Vielfalt und Klimaschutz behandelt.

Rundfunk zu politischer Neutralität verpflichten

Die AfD will als Landesregierung darauf hinwirken, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk und öffentlich geförderte Radiosender politisch neutral und ausgewogen berichten müssen. Aus Sicht des Programms kommen kritische Stimmen in den Medien zu kurz, und die Meinungsfreiheit werde dort eingeschränkt.

Die AfD will neutrale Sender. Das soll für den öffentlichen Rundfunk gelten. Es soll auch für Radios gelten, die Geld vom Staat bekommen. Die AfD meint: Viele Meinungen kommen dort heute nicht vor.

Das Programm nennt Meinungs- und Redefreiheit die Grundlage einer freien Gesellschaft. Es beklagt, dass Kritiker nicht eingeladen und unbequeme Ansichten als Randpositionen dargestellt würden. Medien sollen nach dem Willen der AfD das gesamte Spektrum an politischen und kulturellen Ansichten zeigen und sachlich berichten. Als Leitlinien der Medienpolitik nennt die Partei weniger Staat, schlankere Strukturen und die Vertretung aller politischen Strömungen.

Originalzitat anzeigen (Seite 219)
„den öffentlichen Rundfunk und aus öffentlichen Mitteln geförderte Radiosender zu politischer Neutralität und Ausgewogenheit zu verpflichten.“
Seite 219 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Förderung für Radio Corax beenden

Die AfD will die Landesmedienanstalt auffordern, dem Sender Radio Corax in Halle keine Zuschüsse mehr zu zahlen, und alle sogenannten Freien Radios überprüfen lassen. Das Programm wirft dem Sender vor, linken Positionen, Gender-Themen und Antifa-Inhalten eine Bühne zu geben und Andersdenkende auszuschließen.

Radio Corax ist ein Radio-Sender in Halle. Er bekommt öffentliches Geld. Die AfD will, dass er kein Geld mehr bekommt. Sie sagt: Der Sender ist zu links und lässt andere Meinungen nicht zu. Auch alle anderen Freien Radios sollen geprüft werden.

Laut Programm erhielt Radio Corax von 2019 bis 2023 allein von der Medienanstalt Sachsen-Anhalt 968.438,61 Euro. Weitere Gelder kämen von der Stadt Halle, der Studentenschaft der Universität Halle-Wittenberg und dem Landesjugendamt. Die AfD argumentiert, Freie Radios seien nicht für alle zugänglich, sondern schirmten sich gegen abweichende Meinungen ab. Damit seien aus Sicht der Partei die Voraussetzungen für die Zulassung entfallen.

Originalzitat anzeigen (Seite 220)
„wird die neue Landesregierung die Landesmedienanstalt auffordern, die Bezuschussung einzustellen und auf einer Überprüfung aller „Freien Radios“ bestehen.“
Seite 220 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Einem Sender soll die Förderung unter anderem wegen seiner Inhalte zu Regenbogen- und Gender-Themen entzogen werden, was zum konservativen Pol passt.

Rundfunkstaatsverträge sofort kündigen

Die AfD will nach der Wahl als erste Handlung der Regierung die Rundfunkstaatsverträge kündigen. Damit soll Druck für Reformen entstehen, weil der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich aus Sicht des Programms nicht selbst erneuert.

Die Bundesländer haben Verträge über den öffentlichen Rundfunk. Die AfD will diese Verträge sofort kündigen. So will sie Reformen erzwingen. Sie meint: Der Rundfunk ändert sich nicht von allein.

Die Staatsverträge stehen aus Sicht der AfD für starre Strukturen, Bürokratie und Bevormundung. Das Programm wirft dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor, ein veraltetes System aus Rundfunkräten, Posten und Pflichtbeiträgen zu schützen. Als Ziel nennt die Partei ein modernes und transparentes Mediensystem, das sich wieder auf die Grundversorgung beschränkt.

Originalzitat anzeigen (Seite 220)
„Die Rundfunkstaatsverträge werden als erste Amtshandlung gekündigt, um echten Reformdruck zu erzeugen!“
Seite 220 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Markt

    Die Kündigung der Staatsverträge entzieht dem beitragsfinanzierten öffentlichen Rundfunk im Land die Grundlage und zielt auf deutlich weniger öffentliches Angebot.

Rundfunkbeitrag abschaffen, Grundfunk einführen

Die AfD will den Rundfunkbeitrag abschaffen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf ein Grundangebot verkleinern. Sie begründet das damit, dass jeder Haushalt unabhängig von Einkommen und Nutzung zahlen muss, was Geringverdiener besonders belaste.

Heute zahlt jede Wohnung den Rundfunk-Beitrag. Die AfD will diesen Beitrag abschaffen. Der öffentliche Rundfunk soll nur noch ein kleines Grund-Angebot machen. Sport oder Unterhaltung kann man dann freiwillig dazu buchen.

Das Programm nennt den Beitrag von 18,36 Euro pro Wohnung und Monat, also 220,32 Euro im Jahr. Zusätzlich zum Grundangebot sollen freiwillige Abos möglich sein, etwa für Sport oder Unterhaltung. Ob das Grundangebot aus dem Haushalt oder über Werbung bezahlt wird, will die AfD prüfen. Die Partei bezeichnet den Rundfunk als politisch nicht neutral.

Originalzitat anzeigen (Seite 221)
„Wir werden uns dafür einsetzen, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in ein verfassungskonformes Grundangebot zu überführen.“
Seite 221 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Markt

    Eine Pflichtabgabe soll ganz entfallen und das öffentliche Angebot auf eine Grundversorgung mit freiwilligen Abos schrumpfen, also deutlich weniger Abgaben und mehr Markt.

MDR-Struktur und Rundfunkaufsicht reformieren

Die AfD will, dass der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) eigenständig über seine Standorte entscheidet, um effizienter zu arbeiten. Außerdem sollen Versorgungsverträge im öffentlichen Rundfunk überprüft und die Aufsichtsgremien der Medien unabhängig von Parteien und fachlich besetzt werden.

Der MDR soll selbst entscheiden, wo er arbeitet. Die AfD will auch die Renten-Verträge beim Rundfunk prüfen. Sind sie zu hoch, will sie kürzen. In den Aufsichts-Gremien sollen Fachleute sitzen und keine Partei-Leute.

Das Programm hält die mehr als dreißig Jahre alten Standortvorgaben für überholt und kritisiert Ausgaben für Immobilien, Doppelstrukturen und Verwaltung. Versorgungsverträge sollen auf Rechtmäßigkeit und Sittenwidrigkeit geprüft werden; bei einer festgestellten unrechtmäßigen Überversorgung will die AfD Bezüge kürzen oder streichen. Für die Aufsichtsräte fordert die Partei transparente Besetzungsverfahren und klare Regeln für die Nachfolge. Sie beklagt, dass dort aktive und frühere Politiker über Programm, Personal und Etats mitentscheiden.

Originalzitat anzeigen (Seite 221)
„Er soll selbst über die Standorte entscheiden, denn er weiß am besten, wie man die Verwaltung, Produktion, Redaktion und Technik am richtigen Standort einsetzt.“
Seite 221 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Der Sender soll frei von staatlichen Standortvorgaben wirtschaftlicher arbeiten und Versorgungsbezüge sollen gekürzt werden können, was schrittweise zu mehr Effizienz und Sparsamkeit führt.

Medienanstalt Sachsen-Anhalt verschlanken und umbauen

Die AfD will die Medienanstalt Sachsen-Anhalt als Aufsichtsbehörde erhalten, sie aber verkleinern und auf Kernaufgaben beschränken. Langfristig soll sie aus dem Landeshaushalt statt aus dem Rundfunkbeitrag bezahlt werden, und ihre Gremien sollen nach Vorstellung der Partei weniger parteipolitisch geprägt sein.

Die Medienanstalt kontrolliert private Medien im Land. Die AfD will sie behalten, aber kleiner machen. Sie soll nur noch ihre wichtigsten Aufgaben erledigen. Später soll das Land sie bezahlen, nicht mehr der Rundfunk-Beitrag. Parteien sollen dort weniger Einfluss haben.

Als Kernaufgaben nennt das Programm die Sicherung der Meinungsvielfalt, die Rechtsaufsicht über Medien und den Schutz der Bürger vor Rechtsverstößen. Nebenprojekte sowie Förder- und Programmtätigkeiten, die die AfD als ideologisch geprägt ansieht, sollen überprüft und gegebenenfalls beendet werden. Ausgaben und Personal sollen sich am tatsächlichen Bedarf ausrichten und regelmäßig kontrolliert werden. Für Gremien und Leitung will die Partei mehr fachliche Qualifikation und klare Unvereinbarkeitsregeln prüfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 223)
„Ziel ist eine schlanke, effiziente und auf ihren Kernauftrag konzentrierte Medienanstalt, die sparsam mit öffentlichen Mitteln umgeht und politisch unabhängig arbeitet.“
Seite 223 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Eine Behörde soll verkleinert, auf Kernaufgaben beschränkt und an Haushaltsdisziplin gebunden werden, was den Staat schrittweise verschlankt.

Was sagen die anderen Parteien zu Kultur und Medien?

Alle Programme in Sachsen-Anhalt im Vergleich