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SSW zur Landwirtschaft

Aus dem Programm „Damit das Leben im Norden bezahlbar bleibt. Wahlprogramm des SSW zur Landtagswahl am 8. Mai 2022“

Landtagswahl Schleswig-Holstein 2022, 8. Mai 2022Original-PDF, 84 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Landwirtschaft

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-0,8), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 4 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Europaausgewogen (0), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 0 eher mehr EU, 1 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 2 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Düngeeinträge in Gewässer verringern

Der SSW will, dass möglichst wenig Dünger in Grund- und Oberflächenwasser gelangt. Dazu fordert er eine modernisierte Düngeverordnung und Regeln zum Abbau von Nährstoffüberschüssen.

Der SSW will das Wasser besser schützen. Es soll weniger Dünger in Flüsse, Seen und Grundwasser kommen. Dafür soll es neue Regeln geben. Die Technik dafür soll für Bauern bezahlbar sein.

Vorgesehen sind neue Untersuchungsmethoden und Warnstufen, die früh auf Belastungen hinweisen. Regeln sollen festlegen, wie Überschüsse an Stickstoff und Phosphat sinken. Nährstoffe sollen effizienter ausgebracht werden, um ein Überangebot in Gewässern zu vermeiden. Zugleich sollen die dafür nötigen Investitionen in Ausbringungstechnik für die Betriebe bezahlbar bleiben.

Originalzitat anzeigen (Seite 72)
„Wir wollen Düngeeinträge in unsere Gewässer minimieren. Wir wollen eine moderne Düngeverordnung und Untersuchungsmethoden sowie Warnstufen, die frühzeitig anschlagen.“
Seite 72 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Strengere Düngeregeln und Überwachung erweitern die Regulierung landwirtschaftlicher Betriebe innerhalb des bestehenden Rahmens.

Natur- und Klimaschutz in der Landwirtschaft vergüten

Der SSW will Landwirtinnen und Landwirte für Leistungen im Natur- und Umweltschutz bezahlen und den Vertragsnaturschutz stärken. Grünland, Niederungen und Moore sollen stärker als CO2-Speicher wirken, und die Artenvielfalt soll mehr Gewicht bekommen.

Bauern sollen Geld bekommen, wenn sie die Natur schützen. Wiesen und Moore sollen besser geschützt werden. Sie speichern CO2 und helfen so dem Klima. Auch Insekten sollen mehr Schutz bekommen.

Der Vertragsnaturschutz, also freiwillige bezahlte Vereinbarungen mit Betrieben, soll Anreize für Landschaftspflege setzen und naturnahe Kulturlandschaften schützen. Grünland soll gestärkt werden, weil es CO2 bindet. Die Nutzung von Niederungen und Moorflächen soll so angepasst werden, dass sie wieder mehr Kohlenstoff speichern; dafür fordert das Programm Klimaschutz- und Flächenprogramme. Biodiversität soll in der landwirtschaftlichen Ausbildung mehr Raum bekommen. Programme für Blühflächen sollen zum Insektenschutz ausgebaut werden, und seltene Nutztierrassen und Kulturpflanzen sollen stärker gefördert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 72)
„Wir wollen, dass Maßnahmen des Natur- und Umweltschutzes finanziell kompensiert werden, um einen Anreiz für die Landwirt:innen zu schaffen, diese umzusetzen.“
Seite 72 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Ausgleichszahlungen und Förderprogramme für Naturschutzleistungen sollen ausgebaut werden.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Moore, Niederungen und Grünland sollen stärker als CO2-Speicher geschützt und die Nutzung dafür angepasst werden, was den Klimaschutz schrittweise ausbaut.

Glyphosat beenden, Antibiotika in der Tierhaltung reduzieren

Der SSW lehnt den Einsatz von Glyphosat in Landwirtschaft und Privatgärten ab. Außerdem sollen in der Tierhaltung weniger Antibiotika, Hormone und Medikamente verwendet werden, um Resistenzen vorzubeugen.

Glyphosat ist ein Mittel gegen Unkraut. Der SSW will, dass niemand es mehr benutzt. Tiere in der Landwirtschaft sollen weniger Antibiotika bekommen. Antibiotika sind Medikamente gegen Bakterien. Sie sollen bei Menschen weiter wirken.

Pflanzenschutzmittel sollen nach dem Willen des SSW die Gesundheit nicht gefährden. Statt chemischer Mittel sollen mechanische und ökologische Bewirtschaftungsformen stärker erwogen werden. In der Tierhaltung will die Partei Medikamente, Hormone und Antibiotika nur noch in einem verantwortlichen Maß eingesetzt sehen. Das Programm begründet dies damit, dass Reserveantibiotika für die Behandlung von Menschen wirksam bleiben müssen.

Originalzitat anzeigen (Seite 73)
„Wir wollen keinen Einsatz von Glyphosat, weder im Privat- noch im Agrarbereich. Pflanzenschutzmittel dürfen nicht gesundheitsgefährdend sein.“
Seite 73 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein Verzicht auf Glyphosat und geringerer Medikamenteneinsatz bedeuten zusätzliche Auflagen für landwirtschaftliche Betriebe.

EU-Agrarförderung sozial und ökologisch ausrichten

Der SSW fordert eine Reform der EU-Agrarzahlungen, die soziale Kriterien sowie Umwelt-, Klima- und Tierschutz in den Mittelpunkt stellt. Ziel ist eine bäuerlich geprägte, nachhaltige Landwirtschaft, von der die Betriebe leben können.

Die EU gibt Bauern Geld. Der SSW will diese Regeln ändern. Das Geld soll mehr an Umwelt-Schutz, Tier-Schutz und soziale Regeln gebunden sein. Bauern sollen von ihrer Arbeit leben können.

Aus Sicht des Programms steht die Landwirtschaft durch Strukturwandel und Höfesterben unter Druck und sichert oft nicht die Existenz der Betriebe. Der SSW strebt eine ressourcenschonende Landwirtschaft an, die Tierwohl, Biodiversität sowie Gewässer- und Bodenschutz stärker beachtet; das Tierwohl soll dabei im Zentrum stehen. Der schleswig-holsteinische Dialogprozess zur Landwirtschaft im Jahr 2040 soll über die Zielformulierung hinaus fortgesetzt werden. Konventionelle und ökologische Betriebe sollen beide Unterstützung erhalten, und die Umstellung auf Ökolandbau soll leichter werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 73)
„Wir wollen, dass die EU-Agrarförderung sich stärker an sozialen und ökologischen Standards orientiert. Dafür brauchen wir eine Reform der EU-Agrarzahlungen.“
Seite 73 im Original

Einordnung

  • Europaausgewogen

    Die EU-Agrarförderung soll inhaltlich umgebaut werden, ohne Zuständigkeiten zur EU hin oder von ihr weg zu verlagern.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Fördergelder sollen stärker an Umwelt- und Klimaschutz gebunden werden, was dem Klimaschutz mehr Gewicht gibt.

Regionale Vermarktung stärken, Tiertransporte begrenzen

Der SSW will landwirtschaftliche Produkte stärker in der Region verarbeiten und vermarkten und Transporte von Lebensmitteln und lebenden Tieren verringern. Hochwertige Lebensmittel sollen für alle bezahlbar sein, und in der Fleischproduktion sollen Mindeststandards gelten.

Lebensmittel sollen mehr in der Region verarbeitet und verkauft werden. Lebende Tiere sollen nicht so weit transportiert werden. Gutes Essen soll auch für Menschen mit wenig Geld bezahlbar sein. In Fleisch-Betrieben sollen faire Löhne und Arbeits-Bedingungen gelten.

Die Veredlung von Agrarprodukten vor Ort soll gefördert werden; kurze Transportwege dienen laut Programm dem Klimaschutz und schaffen qualifizierte Arbeitsplätze. Transporte lebender Tiere sollen national und international begrenzt werden. Bio- und Regionalprodukte sollen auch für Menschen mit geringem Einkommen erschwinglich sein. Der Verbraucherschutz soll durch leicht verständliche Kennzeichnungen und Siegel gestärkt werden. In der Fleischproduktion verlangt der SSW die Einhaltung von Mindeststandards bei Lohn und Arbeitsbedingungen und lehnt Leiharbeit als Geschäftsmodell ab.

Originalzitat anzeigen (Seite 73)
„Die regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte muss gestärkt werden. In Vermarktungsstrategien müssen Regionalität, Nachhaltigkeit und fairer Handel berücksichtigt werden.“
Seite 73 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Grenzen für Tiertransporte, staatliche Förderung regionaler Verarbeitung und Mindeststandards in der Fleischproduktion erweitern Regulierung und Förderung schrittweise.

Traditionelle Fischerei erhalten und nachhaltig gestalten

Der SSW will die handwerkliche Fischerei in Schleswig-Holstein als Traditionsberuf sichern und zugleich die Fischbestände schützen. Fangquoten sollen wissenschaftlich begründet und besser kontrolliert werden; industrielle Überfischung lehnt die Partei ab.

Der SSW will die kleinen Fischerei-Betriebe im Land erhalten. Gleichzeitig sollen genug Fische im Meer bleiben. Fang-Mengen sollen nach Wissen der Forschung festgelegt werden. Schwere Schlepp-Netze soll es in empfindlichen Gebieten nicht geben.

Das Programm führt die heutigen Quoten auf eine aus seiner Sicht jahrzehntelang verfehlte EU-Fischereipolitik zurück und nennt sie teils existenzgefährdend. Mit Betrieben und Genossenschaften sollen tragfähige wirtschaftliche Lösungen erarbeitet werden. Die Vereinbarung, mit der Schweinswale und Meeresenten auf freiwilliger Basis geschützt werden, soll weiterlaufen, das MSC-Siegel soll weiterentwickelt werden. Der SSW will regionale Vermarktung, Aquakultur und Projekte für gefährdete Bestände wie das Aussetzen von Aalen stärken. Die Kormoranverordnung soll überprüft werden, und Schäden durch Kormorane sollen finanziell ersetzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 73)
„Wir wollen die handwerkliche und traditionelle Fischerei sichern und fördern; ihre wirtschaftliche Existenz darf nicht gefährdet werden.“
Seite 73 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Der Punkt verbindet staatliche Förderung und strengere Fangkontrollen mit dem Schutz der wirtschaftlichen Interessen der Fischereibetriebe.

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Alle Programme in Schleswig-Holstein im Vergleich