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SSW zu Europa

Aus dem Programm „Damit das Leben im Norden bezahlbar bleibt. Wahlprogramm des SSW zur Landtagswahl am 8. Mai 2022“

Landtagswahl Schleswig-Holstein 2022, 8. Mai 2022Original-PDF, 84 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Europa

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 2 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 1 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Europaeher mehr EU (-0,7), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 3 eher mehr EU, 1 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

EU-Minderheitenkommissar einsetzen, Minority SafePack umsetzen

Der SSW fordert eine eigene Minderheitenpolitik der EU mit einem dafür zuständigen Kommissar oder einer Kommissarin. Bund und Land sollen die Forderungen der Minority-SafePack-Initiative umsetzen, einer Initiative europäischer Minderheitenorganisationen.

Der SSW will, dass die EU sich mehr um Minderheiten kümmert. Dafür soll es in der EU-Kommission eine eigene zuständige Person geben. Minderheiten-Verbände aus Europa haben gemeinsam Forderungen aufgestellt. Bund und Land sollen diese Forderungen umsetzen.

Die EU-Minderheitenpolitik soll alle Minderheiten und Volksgruppen dauerhaft anerkennen, schützen und fördern. Bei der Minority-SafePack-Initiative will der SSW weder Untätigkeit noch eine Abschwächung der Forderungen akzeptieren. Adressaten der Umsetzung sind der Bund und das Land Schleswig-Holstein.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Wir wollen, dass die EU eine:n Minderheitenkommissar:in einsetzt und fordern eine EU-Minderheitenpolitik, die Anerkennung, Schutz und Förderung aller Minderheiten und Volksgruppen langfristig sichert.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Anerkennung und Förderung von Minderheiten sollen europaweit ausgebaut werden, was kulturelle Vielfalt stärkt.

  • Europaeher mehr EU

    Die EU soll ein neues Kommissarsamt und eine eigene Minderheitenpolitik erhalten, also zusätzliche gemeinsame Aufgaben übernehmen.

Grenzkontrollen zu Dänemark abschaffen

Der SSW will die Kontrollen an der deutsch-dänischen Grenze möglichst bald beenden, damit der Alltag im Grenzland wieder normal verläuft. Solange wegen der Pandemie noch kontrolliert wird, sollen beide Staaten ihr Vorgehen abstimmen und offen kommunizieren.

Der SSW will die Kontrollen an der Grenze zu Dänemark beenden. Das soll so schnell wie möglich passieren. Bis dahin sollen Deutschland und Dänemark gleiche Regeln haben. Das hilft Menschen, die täglich über die Grenze fahren.

Das Programm bezeichnet Dänemark als einen der wichtigsten Partner des Landes und verlangt, grenzüberschreitende Strukturen vor allem mit Süddänemark auszubauen. Die Schließungen und Kontrollen in der Coronapandemie nennt der SSW nachvollziehbar, sie hätten aber Hürden errichtet, die als überwunden galten. Verbleibende Maßnahmen sollen auf beiden Seiten einheitlich sein. Rücksicht soll vor allem auf Pendelnde genommen werden, also Beschäftigte, Schülerinnen und Schüler, Studierende und Familien. Das Regionskontor Sønderjylland-Schleswig und die Minderheiten sollen mit ihrem Wissen einbezogen werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„Dazu gehört so zeitnah wie möglich die Abschaffung der Grenzkontrollen.“
Seite 22 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Die wieder eingeführten Kontrollen an einer EU-Binnengrenze sollen entfallen, was die Freizügigkeit im Schengen-Raum wiederherstellt.

Kooperierende und sozialere EU statt Zentralstaat

Der SSW lehnt einen europäischen Gesamtstaat mit Zentralregierung ab und will eine EU der Zusammenarbeit, die nationale und regionale Besonderheiten achtet. Zugleich soll die EU sozialer werden und Arbeitnehmerrechte sichern.

Der SSW will keinen einzigen großen Staat Europa. Die Länder sollen in der EU zusammenarbeiten. Die EU soll auf Regionen und ihre Besonderheiten achten. Sie soll sozialer werden und Arbeitnehmer schützen.

Schleswig-Holstein soll sich dafür unter anderem im Ausschuss der Regionen einsetzen. Das Programm betont den Nutzen von Freizügigkeit, offenen Binnengrenzen und EU-Fördergeldern für das Land und verweist auf die Belastung durch Grenzschließungen in der Pandemie. Der SSW hat die Konferenz zur Zukunft Europas unterstützt und erhofft sich eine bürgernähere EU. Bei der Öffnung der Märkte sollen die Rechte der Beschäftigten gewahrt und Lohndumping innerhalb Europas eingedämmt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 50)
„Wir wollen keinen gesamteuropäischen Staat mit einer europäischen Zentralregierung, sondern eine kooperierende EU“
Seite 50 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Schutz von Arbeitnehmerrechten und Eindämmung von Lohndumping setzen der Marktliberalisierung Grenzen.

  • Europaausgewogen

    Der Punkt bejaht die EU und offene Grenzen, lehnt aber einen europäischen Zentralstaat ab.

Mehr EU-Fördermittel für Schleswig-Holstein einwerben

Der SSW will die Verwaltung der EU-Fonds im Land besser abstimmen und mehr Fördergeld aus Brüssel einwerben. Das Land soll bei den Wiederaufbauprogrammen der EU nicht benachteiligt werden.

Die EU gibt Geld für Projekte im Land. Der SSW will mehr von diesem Geld nach Schleswig-Holstein holen. Dafür soll es Beratung für Anträge geben. Das Land soll auch beim Start von Projekten mit Geld helfen.

Neue Beratungsstellen sollen Institutionen, Kommunen und private Partner bei Anträgen für EU-Projekte unterstützen. Das Hanse-Office in Brüssel und die Ministerien sollen gemeinsam mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein stärker Projekte akquirieren. Die Anschubfinanzierung für EU-Projekte soll wiederkommen, und die Beteiligung der Wirtschaft soll geprüft und gestärkt werden. Der SSW nennt dies eine Europapolitik von unten, die sich am Nutzen für die Menschen vor Ort ausrichtet.

Originalzitat anzeigen (Seite 52)
„Wir wollen die Verwaltung der EU-Fonds auf Landesebene besser koordinieren und die Einwerbung von EU-Fördermitteln gezielt stärken.“
Seite 52 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Zusammenarbeit mit Dänemark, Norden und Ostseeraum vertiefen

Der SSW will Schleswig-Holstein enger mit Dänemark, den nordischen Ländern und dem Ostseeraum verbinden. Ziel ist eine gemeinsame Wachstumsregion mit leichterem Zugang zu Arbeit, Ausbildung und Studium über die Grenze.

Der SSW will mehr mit Dänemark und den Ländern im Norden zusammenarbeiten. Menschen sollen leichter auf der anderen Seite der Grenze arbeiten und lernen können. Straßen und Schienen über die Grenze sollen besser werden. Auch rund um die Ostsee soll das Land mehr mitgestalten.

Berufsabschlüsse sollen in beiden Ländern schneller anerkannt und weitere gemeinsame Ausbildungen und Studiengänge geschaffen werden, bis hin zu einem deutsch-dänischen Hochschulverbund. Der Jütlandkorridor von Hamburg bis Skagen und die Fehmarnbelt-Achse sollen durch Vereinbarungen und Investitionen in Verkehrswege gestärkt werden. Wirtschaftscluster wie erneuerbare Energien, Wasserstoff, Tourismus und maritime Wirtschaft sollen Fördergeld erhalten und von weniger rechtlichen Hürden profitieren. Die Kulturvereinbarung von 2013 soll weiterlaufen und ein deutsch-dänisches Jugendwerk entstehen. Das Land soll gegenüber dem Nordischen Rat aktiver auftreten und die Ostseepolitik mitgestalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 53)
„Wir wollen die Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn auf allen Ebenen intensivieren, um gemeinsam den Wirtschaftsaufschwung nach der Coronapandemie zu ermöglichen“
Seite 53 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Investitionen in Infrastruktur und Fördergeld für Wirtschaftscluster stehen für aktive staatliche Wirtschaftspolitik.

Nordseezusammenarbeit erneuern und vertiefen

Der SSW will die Kooperation der Nordsee-Anrainer ausbauen und die Rolle Schleswig-Holsteins in der Nordseekommission weiterentwickeln. Auch nach dem Brexit sollen die Beziehungen zu Großbritannien fortbestehen und wachsen. Die Partei sieht darin eine strategische Perspektive für das Land.

Der SSW will mehr Zusammenarbeit mit den Ländern an der Nordsee. Das gilt auch für Großbritannien nach dem Austritt aus der EU. Schleswig-Holstein soll in der Nordsee-Kommission stärker mitarbeiten. Auch mit Friesland in den Niederlanden soll es mehr Austausch geben.

Neben wirtschaftlichen Strategien strebt der SSW mehr kulturellen Austausch und eine Abstimmung beim Tourismusmarketing an. Die Zusammenarbeit mit der niederländischen Provinz Fryslân sowie mit Groningen und Drenthe soll intensiver werden, auch mit Blick auf die friesische Kulturarbeit und den Außenhandel mit den Niederlanden. Weitere Staaten und Regionen sollen für die Nordseekooperation gewonnen werden. Die Mitarbeit in der Konferenz der peripheren Küstenregionen (KPKR) will die Partei neu ausrichten und die Nordseepolitik mit der Ostseepolitik und der deutsch-dänischen Zusammenarbeit verzahnen.

Originalzitat anzeigen (Seite 54)
„Wir wollen, dass auch nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU die Beziehungen zu unseren Nachbarn im Nordseebereich bestehen bleiben.“
Seite 54 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

EU-Jugendcheck einführen, Erasmus+ ausbauen

Der SSW will jungen Menschen in der EU bessere Perspektiven verschaffen. Dazu fordert die Partei einen europäischen Jugendcheck für neue Gesetze, mehr und einfachere Austauschprogramme sowie Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit. Die Coronakrise soll aus Sicht des Programms nicht zulasten der Jüngeren gehen.

Der SSW will mehr für junge Menschen in Europa tun. Die EU soll bei neuen Gesetzen prüfen, was sie für junge Leute bedeuten. Das nennt man Jugend-Check. Austausch-Programme wie Erasmus+ sollen größer und einfacher werden. Weniger junge Menschen sollen arbeitslos sein.

Der Bund soll die europäische Jugendgarantie weiter umsetzen und ausreichend finanzieren. Auch die Jugendstrategie der EU soll auf Bundesebene fortgeführt werden. Erasmus+ und ähnliche Programme sollen wachsen und weniger Bürokratie verlangen. Das Programm begründet dies damit, dass Brexit und Pandemie gezeigt hätten, wie wenig selbstverständlich Freizügigkeit und Chancen in Europa seien.

Originalzitat anzeigen (Seite 55)
„Wir wollen die Einführung eines Jugendchecks auf europäischer Ebene, der die Auswirkung von neuen Gesetzen und Beschlüssen auf junge Menschen bewertet.“
Seite 55 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Ein neues Prüfverfahren auf EU-Ebene und der Ausbau gemeinsamer EU-Programme erweitern die gemeinsame europäische Politik schrittweise.

Was sagen die anderen Parteien zu Europa?

Alle Programme in Schleswig-Holstein im Vergleich