Zum Inhalt springen
parteiprogramm

SSW zu Demokratie und Staat

Aus dem Programm „Damit das Leben im Norden bezahlbar bleibt. Wahlprogramm des SSW zur Landtagswahl am 8. Mai 2022“

Landtagswahl Schleswig-Holstein 2022, 8. Mai 2022Original-PDF, 84 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Demokratie und Staat

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 2 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheitausgewogen (-0,5), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 1 eher Bürgerrechte zuerst, 1 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1,5), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich progressiv, 1 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Minderheitensprachen bei Einstellungen im Landesdienst berücksichtigen

Der SSW will, dass Kenntnisse in Minderheitensprachen bei Einstellungen in Landesbehörden im Landesteil Schleswig deutlicher als bevorzugtes Kriterium gelten. Dazu sollen die Sprachkenntnisse der Beschäftigten erfasst werden.

Manche Menschen sprechen Dänisch oder Friesisch. Das soll bei Bewerbungen bei Landes-Behörden im Norden ein Vorteil sein. Die Behörden sollen aufschreiben, wer welche Sprache kann. So können sie das bei neuen Stellen beachten.

Die Regelung soll für Landesbehörden im Landesteil Schleswig gelten. Dort soll das Beherrschen einer Minderheitensprache in den Einstellungskriterien klarer als erwünschte Qualifikation hervorgehoben werden. Die Kenntnisse sollen in den Personalakten und im Personalsystem KoPers des Landes stehen. So ließen sie sich bei der Besetzung von Stellen einbeziehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„Sprachkenntnisse müssen in den Personalakten und in KoPers (Kooperatives Personalmanagement) verzeichnet werden, damit sie bei einer Stellenvergabe des Landes berücksichtigt werden können.“
Seite 12 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Minderheitensprachen sollen in der Verwaltung stärker zählen, was Mehrsprachigkeit und Vielfalt schrittweise fördert.

Minderheitenschutz ins Grundgesetz, Verbandsklagerecht einführen

Der SSW will den Schutz und die Förderung der Minderheiten im Grundgesetz verankern. Auf Bundesebene soll außerdem ein Verbandsklagerecht für nationale Minderheiten und Volksgruppen entstehen. Das Land soll europäische Minderheitenabkommen im Sinne der Minderheiten umsetzen.

Der SSW will den Schutz der Minderheiten ins Grundgesetz schreiben. Minderheiten sollen außerdem als Gruppe vor Gericht klagen dürfen. Das nennt man Verbands-Klagerecht. Sie müssen dafür nicht selbst betroffen sein.

Für die Grundgesetzänderung will sich die Partei in Berlin einsetzen. Mit dem Verbandsklagerecht könnten Minderheiten oder Volksgruppen für die Allgemeinheit vor Gericht ziehen, auch wenn ihre eigenen Rechte nicht verletzt sind, um kollektive Rechtsgüter zu schützen. Schleswig-Holstein soll beim Rahmenabkommen zum Schutz nationaler Minderheiten und bei der Europäischen Sprachencharta die Forderungen der Minderheiten verwirklichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Wir wollen uns in Berlin für die Aufnahme des Schutzes und der Förderung der Minderheiten ins Grundgesetz einsetzen.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Ein neues Staatsziel im Grundgesetz und ein bisher nicht bestehendes Klagerecht für Minderheiten würden deren Rechtsstellung grundlegend erweitern.

Öffentlichen Dienst attraktiver machen, Weihnachtsgeld wiedereinführen

Der SSW will den öffentlichen Dienst im Wettbewerb um Fachkräfte stärken. Beamtinnen und Beamte sollen wieder Weihnachtsgeld oder eine Sonderzahlung erhalten, dazu kommen flexiblere Arbeitszeiten und eine Wahlfreiheit bei der Krankenversicherung.

Das Land braucht gute Leute in den Ämtern. Der SSW will die Arbeit dort attraktiver machen. Beamte sollen wieder Weihnachts-Geld bekommen. Arbeitszeiten sollen besser zur Familie passen. Beamte sollen ihre Kranken-Versicherung frei wählen können.

Das Programm sieht den Landesdienst in Konkurrenz mit Privatwirtschaft, Bund und anderen Ländern. Arbeitszeiten sollen sich stärker an verschiedenen Lebensphasen ausrichten, der Wechsel zwischen Laufbahngruppen soll leichter werden. Der Dienst soll besonders für Berufseinsteiger attraktiv bleiben, die Gesundheitsprävention besser werden. Die von der Jamaika-Koalition abgelehnte Initiative für eine pauschale Beihilfe und freie Wahl der Krankenversicherung will der SSW weiterverfolgen. Kommunen sollen mehr Spielraum im Personalmanagement bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Wir wollen eine Wiedereinführung des Weihnachtsgeldes für Beamt:innen oder alternativ eine „Sonderzahlung“ ermöglichen.“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Zahlungen und bessere Bedingungen für Landesbedienstete erhöhen die öffentlichen Ausgaben für den Staatsdienst.

Nordstaat verhindern, Eigenständigkeit des Landes bewahren

Der SSW lehnt einen Zusammenschluss Schleswig-Holsteins mit Hamburg oder weiteren norddeutschen Ländern ab. Das Land soll seine Selbstständigkeit und Identität behalten; ein Nordstaat wäre aus Sicht der Partei bürgerfern.

Manche wollen Schleswig-Holstein mit Hamburg zu einem Land machen. Das nennt man Nordstaat. Der SSW ist dagegen. Er sagt: Das Land soll eigenständig bleiben. So bleibt die Politik nah bei den Menschen.

Die Partei hält den möglichen Nutzen einer Länderfusion für deutlich kleiner als deren Kosten und Nachteile. Sie verweist auf die historisch gewachsene Selbstständigkeit des Landes. Mit dem SSW soll es auch keine vorbereitenden Schritte hin zu einer Fusion geben, während die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern ausdrücklich gewollt ist.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Wir wollen keinen Nordstaat, also die Fusion Schleswig-Holsteins mit Hamburg oder mehreren norddeutschen Bundesländern.“
Seite 24 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Verbindlichen Jugendcheck für Gesetze einführen

Der SSW will, dass alle Gesetze und Verordnungen des Landes auf ihre Folgen für Jugendliche geprüft werden. Begründet wird das damit, dass Minderjährige in der Politik kaum vertreten sind und keinen direkten Einfluss haben.

Der SSW will einen Jugend-Check. Eine unabhängige Stelle prüft dabei neue Gesetze. Sie schaut: Was bedeutet das Gesetz für Jugendliche? Jugendliche können nämlich selbst kaum mitentscheiden.

Die Prüfung soll verbindlich sein und von einer Stelle außerhalb von Landtag und Regierung durchgeführt werden. Sie soll Gesetzesvorhaben des Landtags und der Landesregierung sowie Landesverordnungen umfassen. Der SSW erwartet davon mehr Gerechtigkeit für junge Menschen.

Originalzitat anzeigen (Seite 38)
„In Zukunft soll eine externe Stelle alle Gesetzesvorhaben des Landtages und der Landesregierung und alle Verordnungen des Landes auf ihre Auswirkungen auf Jugendliche überprüfen.“
Seite 38 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Tag der Landesverfassung als Feiertag einführen

Der SSW will in Schleswig-Holstein einen weiteren arbeitsfreien Feiertag schaffen, den Tag der Landesverfassung. Das Programm nennt dies im Zusammenhang mit politischer Bildung.

Der SSW will einen neuen Feiertag in Schleswig-Holstein. Er soll Tag der Landes-Verfassung heißen. An diesem Tag müssen die Menschen nicht arbeiten.

Der neue Feiertag soll zu den bestehenden Feiertagen hinzukommen. Er soll arbeitsfrei sein. Die Forderung steht im Programm unter dem Ziel, politische Bildung als Aufgabe des gesamten Staates zu gestalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 49)
„Wir wollen den „Tag der Landesverfassung“ als zusätzlichen arbeitsfreien Feiertag in Schleswig-Holstein einführen.“
Seite 49 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein zusätzlicher arbeitsfreier Tag ist eine neue gesetzliche Vorgabe zugunsten der Beschäftigten.

Justiz besser ausstatten und modernisieren

Der SSW will mehr Stellen und eine bessere Ausstattung für die Justiz sowie deren vollständige Digitalisierung. Die Unabhängigkeit der Gerichte darf nach Ansicht der Partei nicht durch politische Einflussnahme leiden. Eingriffe in Freiheitsrechte zugunsten der Sicherheitsbehörden sollen nur zulässig sein, wenn sie unbedingt nötig und geeignet sind.

Der SSW will mehr Personal für Gerichte und Staats-Anwälte. Die Justiz soll digital arbeiten. Gerichte sollen unabhängig von der Politik bleiben. Auch die Gefängnisse sollen moderner werden und mehr Personal bekommen.

Vorgesehen sind mehr Spezialisierung in den Justizbehörden, ein gelockertes Verbot von Ton- und Filmaufnahmen in Gerichten und eine transparentere Wahl der Bundesrichter. Mediation und Täter-Opfer-Ausgleich sollen als Ergänzung gestärkt werden, ebenso das „Schleswig-Holstein-Modell“ im Betreuungswesen. Auf Bundesebene soll das Land weiter auf eine Neufassung der Tötungsdelikte drängen, deren Sprache laut Programm aus der NS-Zeit stammt. Die Justiz soll ihre Geschichte in der NS-Zeit und nach 1945 weiter aufarbeiten; Haftanstalten sollen baulich saniert und personell gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Wir wollen die Justiz besser ausstatten. Der Stellenaufbau muss konsequent weitergeführt werden.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheitausgewogen

    Der Punkt verbindet konsequente Strafverfolgung und eine stärkere Justiz mit strengen Hürden für Eingriffe in Freiheitsrechte.

Landesverfassungsbeschwerde, Demokratiefördergesetz und Bürgerräte

Der SSW will die demokratische Teilhabe erweitern. Bürgerinnen und Bürger sollen bei Grundrechten der Landesverfassung selbst Verfassungsbeschwerde erheben können, und ein Demokratieförderungsgesetz soll zivilgesellschaftliche Organisationen dauerhaft unterstützen. Außerdem will die Partei das Ehrenamt stärker würdigen und Bürgerräte prüfen.

Der SSW will mehr Mitsprache für die Menschen. Sie sollen beim Landes-Verfassungs-Gericht klagen können, wenn ihre Grundrechte verletzt sind. Vereine, die sich für Demokratie einsetzen, sollen dauerhaft Geld bekommen. Ehrenamtliche sollen mehr Vorteile haben. Die Partei will Bürger-Räte prüfen.

Die Partei bekennt sich zur repräsentativen Demokratie und will sie ergänzen. Organisationen, die aufklären und Opfer rechtsradikaler Angriffe unterstützen, sollen langfristig und angemessen gefördert werden. Für Ehrenamtliche sollen Freistellungen von der Arbeit und Steuervorteile ausgeweitet und landesweite Vernetzung ermöglicht werden. Bürgerräte aus repräsentativ ausgewählten Personen könnten auf Landes- und Kommunalebene Vorschläge für die Politik erarbeiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„Wir wollen den Menschen in Schleswig-Holstein das Recht geben, bei landesspezifischen Grundrechten Verfassungsbeschwerde einzulegen.“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Eine individuelle Verfassungsbeschwerde auf Landesebene erweitert die Möglichkeiten Einzelner, ihre Grundrechte gegenüber dem Staat durchzusetzen.

Was sagen die anderen Parteien zu Demokratie und Staat?

Alle Programme in Schleswig-Holstein im Vergleich