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Linke zu Umwelt und Tierschutz

Aus dem Programm „Berlin bezahlbar machen.“

Abgeordnetenhauswahl Berlin 2026, 20. September 2026Original-PDF, 336 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Umwelt und Tierschutz

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 8 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1,1), aus 7 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich Klimaschutz zuerst, 6 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Flächennutzungsplan neu aufstellen, Versiegelung ab 2030 stoppen

Die Linke will den Flächennutzungsplan von 1994 in der nächsten Wahlperiode mit breiter Bürgerbeteiligung grundlegend überarbeiten und auf Klimaschutz, Klimaanpassung und Wohnraumsicherung ausrichten. Spätestens ab 2030 soll unter dem Strich keine zusätzliche Fläche mehr versiegelt werden. Das Tempelhofer Feld soll als Grünfläche festgeschrieben werden.

Berlin hat einen Plan für die Nutzung seiner Flächen. Er ist von 1994. Die Linke will ihn neu machen. Die Menschen sollen dabei mitreden. Ab 2030 soll Berlin keinen zusätzlichen Boden mehr zubauen. Das Tempelhofer Feld soll eine Grünfläche bleiben.

Der neue Plan soll Teil einer klimagerechten Stadt-, Landschafts- und Freiraumplanung werden und in eine stadtweite Freiflächenstrategie mit Etappenzielen eingebunden sein. Ökologisch wertvolle Freiflächen wie Parks, Friedhöfe, Kleingärten, Wälder und Wiesen sollen planerisch gesichert werden. Das erwartete Bevölkerungswachstum soll auf bereits vorhandene Bauflächen gelenkt werden. Den bisherigen Plan hält die Linke für nicht mehr zeitgemäß.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„Der Flächennutzungsplan (FNP) aus dem Jahr 1994, der aus der Zeit gefallen ist, soll in der kommenden Wahlperiode unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit grundlegend überarbeitet werden.“
Seite 44 im Original

Einordnung

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Eine Netto-Null-Versiegelung ab 2030 und die Ausrichtung der gesamten Flächenplanung auf Klimaschutz wären neue, strenge Vorgaben, die Bauen auf Freiflächen grundlegend einschränken.

Tempelhofer Feld als Freifläche erhalten

Die Linke will das Tempelhofer Feld vollständig unbebaut lassen und das per Volksentscheid beschlossene Gesetz bewahren. Bebauung und Privatisierung lehnt sie ab. Sie begründet das mit der Bedeutung des Feldes für Erholung, Stadtklima und Natur.

Das Tempelhofer Feld ist ein großer freier Platz in Berlin. Die Linke will, dass dort niemand baut. Die Berliner haben das in einer Abstimmung so entschieden. Dieses Gesetz soll bleiben. Das Feld ist gut für die Erholung, für die Luft und für Tiere und Pflanzen.

Nach dem Programm besuchen an warmen Tagen bis zu 100.000 Menschen das Feld als kostenlosen Ort für Freizeit und Erholung. In der dicht bebauten Innenstadt sei es besonders für Menschen in engen Wohnverhältnissen wichtig. Die Partei verweist außerdem auf seine Funktion als Kaltluftschneise und als Speicher für Versickerungswasser; zudem leben dort Tiere und Pflanzen. Zusammen mit den Nutzerinnen und Nutzern soll das Gebäude des früheren Flughafens weiterentwickelt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 52)
„Deshalb lehnen wir die Bebauung und die Privatisierung des Tempelhofer Feldes weiterhin ab.“
Seite 52 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Partei verteidigt die öffentliche, unbebaute Fläche ausdrücklich gegen die diskutierte Bebauung und Privatisierung.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Erhalt der Freifläche als Kaltluftschneise wird gegen die diskutierte Randbebauung verteidigt und stellt Stadtklima über zusätzliches Bauland.

Grünflächen sozial gerechter verteilen

Die Linke will eine Freiflächen-Strategie für ganz Berlin, damit Grünanlagen, Spielplätze und gute Umweltqualität unabhängig vom Einkommen erreichbar sind. Sozial belastete Gebiete sollen besonders profitieren, weil dort laut Programm die Umweltbelastungen oft höher sind.

Die Linke will mehr Parks und Spielplätze nah an den Wohnungen. Alle sollen sie nutzen können, egal wie viel Geld sie haben. Ärmere Stadtteile sollen zuerst besseres Grün bekommen. Dafür soll es einen Plan für die ganze Stadt geben.

Die Strategie soll konkrete Richtwerte enthalten, vor allem für Flächen, die Hitze mindern und nah an Wohnungen liegen. In Gebieten mit hoher sozialer Belastung oder Verletzlichkeit sollen das örtliche Klima und die Versorgung mit öffentlichem Grün verbessert werden. Dazu will die Linke den BaumEntscheid konsequent umsetzen und gesundheitsschädliche Umweltbelastungen abbauen. Außerdem fördert sie Initiativen aus der Zivilgesellschaft, die versiegelte Flächen in Grün- und Versickerungsflächen umwandeln. Begleitend nennt das Programm einen konsequenten Schutz von Mieterinnen und Mietern, weil Grünflächen aus seiner Sicht zur Verteuerung von Wohnraum genutzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 53)
„Berlin braucht eine gesamtstädtische Freiflächen-Strategie für eine sozial gerechtere Verteilung guter Umweltqualität“
Seite 53 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Grünflächen sollen ausgebaut und gezielt nach sozialen Kriterien verteilt werden, was mehr öffentliche Leistungen bedeutet.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Entsiegelung, hitzemindernde Flächen und die Umsetzung des BaumEntscheids stärken Klimavorgaben in der Stadtplanung schrittweise.

Baden in der Spree erlauben, Ufer öffnen

Die Linke will das Baden in Spree und Havel grundsätzlich erlauben und die Ufer der Berliner Gewässer öffentlich zugänglich machen. Dafür sieht das Programm Ankäufe und notfalls Enteignungen vor.

Die Linke will, dass man in der Spree und in der Havel baden darf. Die Ufer sollen für alle offen sein. Dafür soll Berlin Grundstücke kaufen. Im Notfall soll die Stadt Grundstücke auch enteignen.

Die Badegewässerverordnung soll entsprechend geändert werden, und Projekte für eine bessere Wasserqualität der Spree erhalten Unterstützung. Das Uferwegekonzept wird fortgeführt und überarbeitet; die Ufer sollen im Einklang mit dem Naturschutz gestaltet werden. Außerdem will die Linke die vom Abriss bedrohte Fischerpinte am Plötzensee erhalten und weiterentwickeln. Sie sieht darin einen bezahlbaren, naturnahen Erholungsort, vor allem für Menschen aus dicht bebauten Vierteln wie Wedding und Moabit.

Originalzitat anzeigen (Seite 54)
„streben eine Änderung der Badegewässerverordnung an, mit der das Baden in der Spree und Havel grundsätzlich erlaubt wird“
Seite 54 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentlicher Zugang zu Ufern soll durch Ankäufe und notfalls Enteignungen durchgesetzt werden, was öffentliches Eigentum gegenüber privatem stärkt.

Grünflächen dauerhaft sichern und ausweiten

Die Linke will Parks, Wälder, Friedhöfe, Kleingärten und Wasserflächen vor Bebauung schützen und zusätzliche Naturflächen schaffen. Vor allem in sozial benachteiligten Kiezen sollen Lärm, schlechte Luft und Hitze verringert und mehr Grün geschaffen werden.

Die Linke will Parks, Wälder und Kleingärten schützen. Dort soll niemand bauen dürfen. Es soll mehr Natur in der Stadt geben. Besonders ärmere Kieze sollen mehr Grün bekommen.

Der Umweltgerechtigkeitsatlas soll alle zwei Jahre aktualisiert werden und als Grundlage für Maßnahmen dienen. Gesetze zum Schutz von Grünanlagen sollen weiterentwickelt, die Charta Berliner Stadtgrün fortgeschrieben und der Artenschutzleitfaden neu aufgesetzt werden. Bei Neubauten soll ein verbindlicher Mindestanteil an Grün gelten (Biotopflächenfaktor). Der Wald soll weniger nach Holzertrag und stärker als naturnahes Ökosystem behandelt werden. Die EU-Renaturierungsverordnung soll umgesetzt werden, und in benachteiligten Stadtteilen soll das Land Flächen kaufen und begrünen.

Originalzitat anzeigen (Seite 202)
„Parks, Wälder, Friedhöfe, Kleingärten und Wasserflächen sind für das Leben in der sommerlichen Stadt essenziell wichtig. Sie dürfen nicht bebaut werden.“
Seite 202 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Bauverbote, Grünvorgaben für Neubauten und öffentliche Flächenankäufe verstärken die staatliche Regulierung der Bodennutzung.

Netto-Null-Versiegelung bis 2030 erreichen

Die Linke betrachtet Boden als Gemeingut und will bis 2030 erreichen, dass unterm Strich keine Fläche mehr neu versiegelt wird. Jede neue Versiegelung soll durch Entsiegelung gleicher Größe innerhalb Berlins ausgeglichen werden.

Versiegelt heißt: Der Boden ist mit Beton oder Asphalt bedeckt. Die Linke will das ab 2030 ausgleichen. Wer Boden zubaut, muss woanders in Berlin gleich viel Boden freilegen. Moore sollen wieder nass werden.

Das Entsiegelungsprogramm soll in der kommenden Wahlperiode umgesetzt werden, Ausgleichsflächen sollen möglichst nah liegen. Ein Kataster soll Verlust und Zugewinn von Grünflächen sowie Neu- und Ersatzpflanzungen offen erfassen. Die Bodenschutzkonzeption soll fertiggestellt und dem Abgeordnetenhaus vorgelegt werden. Moore wie der Barssee im Grunewald sollen als Kohlenstoffspeicher wiedervernässt werden. Gegen PFAS, Mikroplastik und andere Schadstoffe sind Aufklärung und Kontrollen vorgesehen; Sanierungen sollen die Verursacher bezahlen.

Originalzitat anzeigen (Seite 202)
„Wir treten für eine Netto-Null-Versiegelung bis 2030 ein. Wo versiegelt wird, muss innerhalb Berlins in gleicher Größe entsiegelt werden.“
Seite 202 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine verbindliche Ausgleichspflicht und das Verursacherprinzip bei Sanierungen erhöhen die Auflagen für Bauherren und Unternehmen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Ausgleichspflicht für Versiegelung und die Wiedervernässung von Mooren stellen Boden- und Klimaschutz über ungehinderte Flächennutzung.

Trinkwasser schützen und Wasserentnahme regulieren

Die Linke will die Qualität des Berliner Wassers langfristig sichern und der Trinkwasserversorgung bei allen Verwaltungsentscheidungen Vorrang geben. Private Brunnen und gewerbliche Wasserförderung sollen gemeldet werden, Firmen sollen für entnommenes Oberflächenwasser zahlen.

Die Linke will das Berliner Trinkwasser schützen. Trinkwasser soll immer Vorrang haben. Wer einen Brunnen hat, soll das melden. Firmen sollen für Wasser aus Flüssen und Seen bezahlen.

Bei Genehmigungen zur Grundwassernutzung sollen Mindeststände für das Grundwasser festgelegt werden, die Kosten des Wasserschutzes sollen die Verursacher tragen. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie soll bis 2031 umgesetzt werden, auch um Sanktionen zu vermeiden. Ein Bauprogramm soll Teiche und Pfuhle vor dem Versanden bewahren, der Bootsverkehr soll zum Schutz der Ufer strenger geregelt werden. Brunnen und Schwengelpumpen sollen erhalten und ausgebaut werden. Bäume sollen Regen- und aufbereitetes Grauwasser statt Trinkwasser bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 203)
„Wir werden eine Anzeigepflicht für alle privaten Brunnen und für gewerbliche Wasserförderung zur Offenlegung der Fördermengen einführen.“
Seite 203 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine neue Meldepflicht und ein Entgelt für Wasserentnahme durch Firmen erhöhen Regulierung und Abgaben für Unternehmen.

Berlin zur Schwammstadt umbauen

Die Linke will Berlin nach dem Schwammstadtprinzip umbauen, bei dem Regenwasser vor Ort versickert und gespeichert wird, statt in die Kanalisation zu fließen. So soll auch verhindert werden, dass Abwasser in die Spree und andere Gewässer gelangt.

Eine Schwammstadt speichert Regen wie ein Schwamm. Das Wasser soll im Boden versickern. Dann fließt weniger schmutziges Wasser in die Spree. Die Linke will Berlin so umbauen.

Landeseigene Wohnungsunternehmen und öffentliche Grundstücke sollen bei der Versickerung vorangehen. Im Gebiet der Mischwasserkanalisation sollen Flächen leichter vom Kanal abgekoppelt werden können, zuerst dort, wo Notüberläufe in offene Gewässer münden. Die Regenwasseragentur soll als Beratungsstelle besser ausgestattet werden. Gesetze sollen sparsamen Wasserverbrauch und die Nutzung von Grauwasser fördern, dazu kommen Pilotprojekte bei landeseigenen Wohnungsunternehmen. Regentonnen im öffentlichen Raum sollen leichter aufgestellt werden können.

Originalzitat anzeigen (Seite 204)
„Berlin verfolgt das Schwammstadtprinzip durch Entsiegelung, Regenwassermanagement und Ausbau und Pflege von Naturflächen.“
Seite 204 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Umbau der Stadt zur Regenwasserspeicherung baut die Anpassung an den Klimawandel schrittweise aus.

Kleingärten und Gemeinschaftsgärten gesetzlich sichern

Die Linke will Kleingärten und Gemeinschaftsgärten per Gesetz schützen und über die Bauleitplanung dauerhaft erhalten und ausbauen. Das Programm begründet dies damit, dass die Gärten Orte der Begegnung und Bildung seien und zur lokalen Erzeugung von Lebensmitteln beitrügen.

Die Linke will Kleingärten in Berlin schützen. Dafür soll es ein Gesetz geben. Auch Gemeinschafts-Gärten sollen bleiben. Es soll sogar mehr davon geben.

Der Schutz soll für öffentliche wie private Flächen gelten und zusätzlich im Flächennutzungsplan sowie in Bebauungsplänen verankert werden. Der bisherige Kleingartenentwicklungsplan soll mit Beteiligung der Stadtgesellschaft zu einem Stadtentwicklungsplan Kleingärten weiterentwickelt werden, über den das Abgeordnetenhaus abstimmt. Neue Grünflächen sollen einen verbindlichen Anteil an Gemeinschaftsgärten bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 205)
„Wir werden öffentliche und private Kleingartenflächen sowie Gemeinschaftsgärten daher durch ein Gesetz sichern“
Seite 205 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Luftverschmutzung und Lärm verringern

Die Linke will den Luftreinhalteplan sofort umsetzen und laufend aktualisieren. Luftverschmutzung und Verkehrslärm sollen unter anderem durch weniger Autoverkehr, niedrigere Geschwindigkeiten und mehr Bäume sinken; am Flughafen BER soll das Nachtflugverbot länger gelten.

Die Linke will sauberere Luft und weniger Lärm in Berlin. Dafür sollen weniger Autos fahren. Autos sollen auch langsamer fahren. Am Flughafen BER sollen nachts länger keine Flugzeuge fliegen. Die Partei will außerdem ein Verbot von Böllern.

Als Mittel nennt das Programm weniger motorisierten Individualverkehr, Temporeduzierungen, einen lärmmindernden Umbau von Straßen und Bahnstrecken sowie das Pflanzen von Bäumen und Sträuchern. In stark touristisch genutzten Gebieten soll der Umgebungslärm sinken. Der Lärmminderungsplan soll zusätzliche Schritte gegen Fluglärm rund um den BER enthalten, und gegenüber den Gesellschaftern des Flughafens will die Partei ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr vertreten. Im Bund will sie sich für ein umfassendes Böllerverbot einsetzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 205)
„Wir wollen die Maßnahmen des Luftreinhalteplans unverzüglich umsetzen und diesen stets aktualisieren.“
Seite 205 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Weniger Autoverkehr, niedrigere Geschwindigkeiten und ein längeres Nachtflugverbot schränken Verkehr zugunsten von Umwelt- und Gesundheitsschutz schrittweise ein.

Kreislaufwirtschaft und Abfallvermeidung ausbauen

Die Linke will die Kreislaufwirtschaft in Berlin ausbauen und folgt dabei der Reihenfolge vermeiden, wiederverwenden, verwerten, beseitigen. Reparieren, Leihen, Secondhand und Mehrweg sollen gefördert, Recyclingquoten erhöht und die Verwertung von Bioabfall erweitert werden.

Die Linke will weniger Müll in Berlin. Kaputte Dinge sollen öfter repariert werden. Dafür gibt es weiter Geld vom Land. In jedem Bezirk soll es ein Kaufhaus für gebrauchte Sachen geben. Restaurants sollen mehr Mehrweg-Verpackungen nutzen.

Der Reparaturbonus soll dauerhaft bleiben und ausgeweitet werden; je Bezirk soll es mindestens ein Secondhand-Kaufhaus und ein nachbarschaftliches Kreislaufzentrum geben. Die Zero-Waste-Agentur soll besser ausgestattet werden, stadtweite Kompetenzen bündeln und Fördermittel vergeben. Für kleine und mittlere Gastronomiebetriebe ist ein Mehrwegförderprogramm vorgesehen, während die Ordnungsämter mit mehr Personal und Geld Verstöße gegen die Mehrwegangebotspflicht systematisch verfolgen sollen. Hinzu kommen Pfandboxen an belebten Orten, höhere Sammel- und Recyclingquoten, eine zweite Biogasanlage und zusätzliche Investitionen in die Anlagen der Stadtreinigung BSR. Handel und Gastronomie sollen überschüssige Lebensmittel an gemeinnützige Einrichtungen spenden.

Originalzitat anzeigen (Seite 205)
„Wir verstetigen den Reparaturbonus und weiten diesen ebenso wie die Reparaturnetzwerke aus.“
Seite 205 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentliche Förderung, öffentlich getragene Reparatur- und Leihangebote und strengere Kontrolle von Betrieben erweitern die Rolle des Staates schrittweise.

Müllentsorgung wohnortnah und teils kostenlos anbieten

Die Linke will gegen illegale Müllablagerung die Entsorgungsangebote ausweiten und näher an die Wohnorte bringen. Aus Sicht des Programms darf die Entsorgung nicht vom Einkommen abhängen; die Stadtreinigung BSR soll mehr Personal erhalten.

Die Linke will eine sauberere Stadt. Es soll mehr Orte geben, um Müll abzugeben. Sperrmüll ist großer Müll wie alte Möbel. Jeder Haushalt soll ihn zweimal im Jahr kostenlos abholen lassen können. Die Stadt-Reinigung soll mehr Beschäftigte bekommen.

Geplant sind mehr Recyclinghöfe, feste Sperrmüllplätze in Großwohnsiedlungen, Unterflurcontainer vor allem in neuen Quartieren und mehr verlässlich stattfindende Kieztage der BSR, auch auf Parkplätzen des Einzelhandels. In besonders verschmutzten Stadtteilen soll häufiger gereinigt und sollen mehr Mülleimer aufgestellt werden. Wohnungsunternehmen sollen flächendeckend Hausmeister einstellen, und Anwohnende sowie Quartiersräte sollen stärker einbezogen werden. Die Einteilung in Straßenreinigungsklassen und die Kostenverteilung sollen überprüft werden. Die Bezirke sollen mehr Geld für die Pflege von Parks erhalten, und die Parkläufer sollen dauerhaft vom Senat finanziert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 207)
„Zusätzlich soll die Sperrmüllabholung zukünftig pro Haushalt zweimal pro Jahr kostenlos sein.“
Seite 207 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Kostenlose Abholung, mehr Personal bei der landeseigenen BSR und zusätzliche Mittel für die Bezirke bauen öffentliche Leistungen schrittweise aus.

Umweltbildung für alle Altersgruppen ausbauen

Die Linke will Angebote der Umweltbildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ausweiten. Das Programm versteht Klima- und Umweltschutz als Aufgabe, die alle Bereiche der Stadt betrifft.

Die Linke will mehr Umwelt-Bildung. Kinder sollen in Kita und Schule mehr über Klima und Natur lernen. Auch Erwachsene sollen Angebote bekommen. Schulhöfe sollen grüner werden. Die Schüler sollen dabei mitreden.

Genannt werden Schulgärten, Waldschulen, Stadtnatur-Ranger und Parkläufer als Teil dieser Bildungsarbeit. Die Projekte „Essbare Stadt“ und „grüne Lernorte“ sowie der Lange Tag der Stadtnatur sollen weiter gefördert werden. Die bezirklichen Koordinierungsstellen für Umweltbildung sollen gestärkt werden. Schulhöfe sollen naturnah und widerstandsfähig gegen Klimafolgen umgebaut werden, wobei die Schülerinnen und Schüler mitwirken.

Originalzitat anzeigen (Seite 208)
„In Kitas und Schulen sollen verstärkt Inhalte zur Klima- und Umweltbildung vermittelt werden.“
Seite 208 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr Klima- und Umweltbildung sowie klimaangepasste Schulhöfe stärken den Stellenwert des Klimaschutzes schrittweise.

Ausstieg aus Tierversuchen planen, Tierschutzstrukturen stärken

Die Linke will einen Plan für das Ende von Tierversuchen erarbeiten und Alternativmethoden fördern. Zudem sollen ein hauptamtlicher Landestierschutzbeauftragter wieder eingesetzt und Tierheim sowie Tiertafel finanziell unterstützt werden.

Die Linke will Tierversuche in Berlin beenden. Dafür soll es einen Plan mit festen Zeiten geben. Andere Forschungs-Methoden sollen gefördert werden. Berlin soll wieder einen Beauftragten für Tierschutz haben. Das Tierheim soll genug Geld bekommen.

Der Ausstiegsplan soll nach niederländischem Vorbild konkrete Schritte und Zeitpläne für die einzelnen Bereiche enthalten und gemeinsam mit Forschung, Industrie und Tierschutzverbänden entstehen. Der Berliner Forschungspreis für Alternativen zu Tierversuchen soll wieder vergeben werden. Der oder die Landestierschutzbeauftragte soll unabhängig arbeiten und ein eigenes Budget haben; das Tierschutzverbandsklagegesetz soll weiterentwickelt werden. Das Tierheim Berlin soll genug Mittel für Bildungs- und Aufklärungsarbeit erhalten, außerdem soll es Geld für die Kastration von Straßenkatzen geben. Die Zuständigkeit für alle Tierarten soll in einem Ressort für Umwelt und Tierschutz liegen.

Originalzitat anzeigen (Seite 209)
„Zusammen mit Vertreter*innen aus Forschung, Wissenschaft, Industrie und Tierschutzorganisationen wird ein Plan zum Ausstieg aus Tierversuchen entwickelt.“
Seite 209 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Rasseliste abschaffen, Jagdrecht und Stadttier-Management reformieren

Die Linke will die Liste als gefährlich eingestufter Hunderassen abschaffen und stattdessen die Eignung der Halterinnen und Halter prüfen. Das Jagdrecht soll auf Tier- und Naturschutz ausgerichtet werden, und für Tauben, Ratten und Vögel in der Stadt sind eigene Schutz- und Managementkonzepte vorgesehen.

Die Linke will die Rasse-Liste für Hunde abschaffen. Auf dieser Liste stehen Hunde-Rassen, die als gefährlich gelten. Stattdessen sollen Halter zeigen, dass sie Hunde halten können. Die Jagd auf Füchse und Marder soll enden. Für Tauben soll es betreute Tauben-Schläge geben.

Das Einschläfern von Hunden nach Bissvorfällen lehnt die Partei ab; Freilaufflächen sollen erhalten und erweitert werden. Bei der Jagd fordert sie ein vollständiges Verbot bleihaltiger Munition; Beutegreifer, etwa Marder und Füchse, sollen nicht mehr bejagt werden. Die Bezirke sollen Taubenschläge betreuen und den Bestand dort durch Austausch der Eier regulieren; ein Rattenmanagement soll Gesundheit, Wasserschutz und Tierwohl verbinden. Bei Bauplanung, Sanierung und Abriss soll der Schutz von Vögeln und Fledermäusen berücksichtigt werden. Öffentliche Kantinen sollen mindestens ein pflanzliches Gericht anbieten, und im Bund will die Partei höhere Haltungsstandards, ein Verbot von Zirkustieren und eine niedrigere Mehrwertsteuer auf pflanzliche Produkte erreichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 209)
„Wir lehnen die Vorverurteilung von Hunden aufgrund ihrer Rasse ab und wollen deshalb auch in Berlin die Rasseliste abschaffen.“
Seite 209 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Was sagen die anderen Parteien zu Umwelt und Tierschutz?

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