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parteiprogramm

Linke zur Familie

Aus dem Programm „Berlin bezahlbar machen.“

Abgeordnetenhauswahl Berlin 2026, 20. September 2026Original-PDF, 336 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Familie

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 8 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 1 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 2 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 1 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

  • Außenpolitikeher Diplomatie zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Diplomatie zuerst, 1 eher Diplomatie zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Abschreckung zuerst, 0 deutlich Abschreckung zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Freiräume für Jugendliche sichern und ausbauen

Die Linke will nichtkommerzielle Treffpunkte für Jugendliche wie Jugendclubs, Abenteuerspielplätze und Bibliotheken erhalten und erweitern. In jedem Bezirk soll es mindestens einen selbstverwalteten Jugendort geben. Zudem lehnt sie Werbung der Bundeswehr bei jungen Menschen im öffentlichen Raum ab und will Polizeikontrollen ohne Verdacht abschaffen.

Jugendliche brauchen Orte, an denen sie sich treffen können. Dort sollen sie nichts bezahlen müssen. Die Linke will Jugendclubs und ähnliche Orte erhalten und ausbauen. Jeder Bezirk soll einen Ort haben, den Jugendliche selbst verwalten. Die Polizei soll nicht mehr ohne Verdacht kontrollieren.

Räume sollen abends und bei schlechtem Wetter besser nutzbar sein, unter anderem durch Zusammenarbeit der Jugendarbeit mit Stadtteilzentren sowie Kultur- und Sportvereinen. Jugendclubs gelten dem Programm als geeignete Orte für politische Bildung und leicht zugängliche Beteiligung. Bei der Planung von Stadt und Grünflächen sollen Bedürfnisse junger Menschen wie genügend Parkbänke beachtet werden. Die Ansprache Jugendlicher durch die Bundeswehr, etwa auf Stadtteilfesten, lehnt die Partei ab. Kontrollen ohne Verdacht träfen aus ihrer Sicht besonders oft junge Menschen, bei denen eine Migrationsgeschichte vermutet wird.

Originalzitat anzeigen (Seite 177)
„Die Linke wird sich für mindestens einen selbstverwalteten Jugendort pro Bezirk einsetzen“
Seite 177 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentlich finanzierte, nichtkommerzielle Jugendangebote sollen gesichert und ausgebaut werden, was öffentliche Leistungen erweitert.

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Verdachtsunabhängige Polizeikontrollen sollen wegfallen, was eine einzelne Befugnis der Polizei zugunsten von Bürgerrechten einschränkt.

  • Außenpolitikeher Diplomatie zuerst

    Die Ablehnung von Bundeswehr-Werbung bei Jugendlichen im öffentlichen Raum steht für Zurückhaltung gegenüber dem Militär.

Kinder- und Jugendhilfe dauerhaft finanzieren

Die Linke will die Kinder- und Jugendhilfe von Kürzungen ausnehmen und langfristig statt projektweise finanzieren. Gelder sollen zweckgebunden sein, und die Beschäftigten sollen nach Tarif bezahlt werden. Das Programm begründet dies damit, dass Beziehungsarbeit mit jungen Menschen Kontinuität brauche.

Die Linke will die Hilfe für Kinder und Jugendliche sichern. Das Geld soll nicht mehr nur für kurze Projekte fließen. Geld für Jugendclubs soll auch wirklich dort ankommen. Die Beschäftigten sollen Lohn nach Tarif bekommen. Ein Tarif ist ein fester Vertrag über Löhne.

Die Partei will kommunale Angebote stärken und weiter mit gemeinnützigen, tarifgebundenen Freien Trägern zusammenarbeiten. Sie prüft längere Zuwendungszeiträume und strebt mittelfristig ein neues Finanzierungsmodell ohne Projektlogik an. Nach dem Vorbild des Jugendförder-Gesetzes (JugFöG) sollen Mittel für die gesamte Kinder- und Jugendhilfe zweckgebunden werden, damit Bezirke sie nicht anders verwenden. Im Zuwendungsbereich sowie bei öffentlichen und Freien Trägern soll Tarifbindung gelten, Betriebs- und Personalräte sollen gefördert werden. Bei Hilfen zur Erziehung sollen junge Menschen mitentscheiden, unabhängige Schieds- und Ombudsstellen sollen ausgebaut werden. Armut allein soll nie Grund sein, Kinder von ihren Eltern zu trennen.

Originalzitat anzeigen (Seite 181)
„Mittelfristig sprechen wir uns für eine neue Finanzierungslogik und eine Abkehr vom Projektcharakter der Kinder- und Jugendhilfe aus“
Seite 181 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Dauerhafte öffentliche Finanzierung, Zweckbindung und Tarifbindung bauen staatliche Leistungen und Regulierung im bestehenden System aus.

Junge Volljährige in der Jugendhilfe absichern

Die Linke will junge Menschen besser schützen, die mit 18 Jahren aus der Jugendhilfe herausfallen. Die Übergangsphase ins Erwachsenenleben soll konzeptionell und finanziell gestärkt werden. Laut Programm droht vielen sogenannten Careleavern sonst mittelfristig Wohnungslosigkeit.

Manche junge Menschen leben in Heimen oder Pflegefamilien. Mit 18 Jahren verlieren viele von ihnen die Hilfe. Die Linke will das ändern. Sie will mehr Geld und bessere Pläne für diese Zeit. So sollen die jungen Menschen nicht ohne Wohnung dastehen.

Das Programm nennt besonders unbegleitete minderjährige Geflüchtete und andere Careleaver, also junge Menschen, die die Jugendhilfe verlassen. Es verweist darauf, dass ein Rechtsanspruch auf Hilfen zur Erziehung bis 21 Jahre besteht, in begründeten Einzelfällen bis 27 Jahre. Die Partei verweist außerdem auf überlastete Jugend- und Sozialämter. Deshalb soll die Zeit nach dem 18. Geburtstag mit Konzepten und Geld gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 182)
„wollen wir die sensible Übergangszeit zwischen Volljährigkeit und Erwachsenenalter mit einer konzeptionellen und finanziellen Stärkung in den Fokus rücken“
Seite 182 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentliche Mittel für eine bestehende Sozialleistung erweitern die staatliche Unterstützung schrittweise.

Alle Familienformen unterstützen

Die Linke vertritt einen offenen Familienbegriff und will alle Familienformen im Alltag unterstützen. Alleinerziehende und Pflegefamilien sollen besser abgesichert werden. Das Berliner Familienfördergesetz soll umgesetzt und weiterentwickelt werden.

Für die Linke ist Familie dort, wo Menschen füreinander sorgen. Sie will alle Arten von Familien unterstützen. Alleinerziehende sollen mehr Hilfe und mehr Sicherheit bekommen. Pflege-Familien sollen nicht schlechter dastehen als andere Familien. Beratungs-Stellen für Familien sollen dauerhaft Geld bekommen.

Netzwerke für Alleinerziehende sollen ausgebaut und deren soziale wie finanzielle Lage verbessert werden. Einzelpersonen, die ein Pflegekind aufnehmen wollen, sollen strukturelle und finanzielle Hilfe erhalten, um Beruf und Pflegeelternschaft zu vereinbaren. Pflegefamilien sollen wirtschaftlich mit anderen Familien gleichgestellt werden. Familien mit Kindern, die viel Versorgung brauchen, sollen regelmäßig eine Auszeit nach Art der Kurzzeitpflege nehmen können. Über das Familienfördergesetz (FamFöG) sollen Familienzentren, Familienservicebüros sowie Erziehungs- und Familienberatungsstellen gesichert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 182)
„Wir setzen uns für die Rechte von Alleinerziehenden, Patchwork- und Soloeltern, Regenbogen- und Pflegefamilien ein.“
Seite 182 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Bessere finanzielle Absicherung und dauerhaft finanzierte Familieninfrastruktur bauen öffentliche Leistungen aus.

  • Gesellschafteher progressiv

    Der offene Familienbegriff und die Förderung aller Familienformen stärken die Vielfalt der Lebensformen.

Hilfen zur Erziehung voll finanzieren und rekommunalisieren

Die Linke will, dass das Land Berlin die Kosten der Hilfen zur Erziehung vollständig übernimmt, weil die Bezirkshaushalte dafür aus ihrer Sicht nicht ausreichen. Zugleich sollen die Jugendämter wieder stärker steuern und eigene kommunale Angebote aufgebaut werden. Über die einzelne Hilfe sollen nicht Sparzwänge entscheiden.

Hilfen zur Erziehung unterstützen Kinder und Familien in schwierigen Lagen. Die Linke will: Das Land Berlin soll diese Hilfen ganz bezahlen. Die Jugend-Ämter sollen wieder mehr selbst entscheiden. Die Stadt soll eigene Angebote aufbauen.

Die Partei will die Bezirke finanziell und personell besser ausstatten und Qualitätsstandards sichern. Eigene kommunale Angebote sollen vor allem Notfälle abdecken und dort entstehen, wo private Anbieter nach Ansicht des Programms versagen. Gemeinnützige freie Träger mit Tarifbindung sollen Partner bleiben. Ein berlinweites, transparentes Belegungsmanagement soll Plätze allein nach fachlichen Maßstäben vergeben. Die Linke prüft außerdem, gewinnorientierte Konzerne aus der Jugendhilfe auszuschließen.

Originalzitat anzeigen (Seite 190)
„Für umfassend arbeitsfähige Jugendämter müssen die Kosten für die HzE vom Land Berlin in vollem Umfang getragen werden.“
Seite 190 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Landesgeld, eigene kommunale Angebote und weniger Marktmechanismen in der Jugendhilfe stärken die öffentliche Hand; ein Verbot gewinnorientierter Konzerne wird nur geprüft.

Jugendamt-Sozialdienst und Kinderschutz ausbauen

Die Linke will mehr Personal für den Regionalen Sozialen Dienst der Jugendämter, sodass jede Fachkraft weniger Fälle betreut. Das Netzwerk Kinderschutz soll weiter gefördert und fortentwickelt werden. Einrichtungen für junge Menschen sollen Schutzkonzepte gegen Gewalt vorlegen müssen.

Der Regionale Soziale Dienst gehört zum Jugend-Amt. Er hilft Familien und schützt Kinder. Die Linke will dort mehr Personal. Jede Fachkraft soll weniger Fälle haben. Einrichtungen für Kinder sollen Pläne zum Schutz vor Gewalt machen.

Bei der Personalausstattung orientiert sich die Partei an den Forderungen der Gewerkschaften. Beschäftigte sollen einen festen Anspruch auf Supervision und Fortbildung bekommen, und die Ausstattung mit Personal und Sachmitteln soll alle zwei Jahre überprüft werden. Geprüft werden auch Verwaltungsfachkräfte zur Entlastung und spezielle Ausbildungsmodule für die Arbeit im Jugendamt. Im Kinderschutz liegen die Schwerpunkte auf Prävention und Frühen Hilfen; der Hausbesuch nach einer Geburt soll gesichert und der Öffentliche Gesundheitsdienst angemessen ausgestattet werden. Kinderschutz soll Thema in der Aus- und Fortbildung für Familiengerichte sein. Schutzkonzepte gegen sexualisierte und körperliche Gewalt sollen gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen entstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 190)
„Der Regionale Soziale Dienst (RSD) braucht eine Personaloffensive: Wir streben eine deutliche Reduktion des fallzahlorientierten Personalstandards an“
Seite 190 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal und Mittel für Jugendämter und Kinderschutz bauen öffentliche Leistungen schrittweise aus.

Landesprogramme für Alleinerziehende ausbauen

Die Linke will die Landesprogramme für Alleinerziehende fortsetzen und erweitern. Das Programm begründet dies damit, dass Alleinerziehende, in Berlin zu über 85 Prozent Frauen, besonders oft unter unsicheren Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen litten.

Die Linke will Alleinerziehenden mehr helfen. Sie sollen leichter einen Schul-Abschluss oder Berufs-Abschluss nachholen können. Es soll mehr Ausbildungen in Teilzeit geben. Kinder sollen auch früh und spät betreut werden können. Für geflüchtete Alleinerziehende soll es eigene Angebote geben.

Vorgesehen sind bessere Wege, Abschlüsse nachzuholen, mehr Teilzeitausbildungsplätze und eine langfristige, verlässliche Beratung und Begleitung. Kinderbetreuung soll auch außerhalb der üblichen Zeiten möglich sein, damit Erwerbsarbeit und gesellschaftliche Teilhabe leichter werden. Für geflüchtete Alleinerziehende sollen passende Angebote für Spracherwerb und berufliche Qualifizierung erweitert und neu geschaffen werden, mit möglichst niedrigen Zugangshürden. Laut Programm haben rund 30 Prozent der alleinerziehenden Frauen in Berlin eine Migrationsgeschichte.

Originalzitat anzeigen (Seite 212)
„Die Linke will bestehende Landesprogramme für Alleinerziehende fortführen und ausbauen“
Seite 212 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau öffentlich finanzierter Förderprogramme und erweiterter Kinderbetreuung vergrößert staatliche Leistungen schrittweise.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die gezielte Unterstützung von Alleinerziehenden und ihrer Erwerbstätigkeit fördert Gleichstellung und unterschiedliche Familienformen.

  • Migrationeher offen

    Zusätzliche Sprach- und Qualifizierungsangebote für geflüchtete Alleinerziehende erweitern die Integrationsförderung.

Jugendliche vor rechter Anwerbung schützen

Die Linke will die Straßensozialarbeit in den Bezirken stärken und Ausstiegsprogramme ausbauen, weil Rechtsextreme nach ihrer Darstellung verstärkt um Jugendliche werben. Angebote gegen Kinderarmut sollen besser abgestimmt werden, da soziale Ungerechtigkeit junge Menschen aus Sicht des Programms anfälliger für autoritäres Denken macht.

Rechtsextreme werben um Jugendliche. Die Linke will deshalb mehr Sozialarbeit auf der Straße. Es soll mehr Programme für den Ausstieg aus der rechten Szene geben. Hilfen gegen Kinder-Armut sollen besser zusammenarbeiten.

Für akute Vorfälle in Jugendeinrichtungen sollen feste Abläufe, Zuständigkeiten und Meldewege gelten, die deeskalieren und Betroffene schützen. Ausstiegsprogramme sollen auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten sein. Weitere Maßnahmen sollen Risikofaktoren wie eigene Gewalterfahrungen, schlechten Zugang zu Bildung und mangelnde berufliche und soziale Einbindung abmildern. Eine „akzeptierende Jugendarbeit“ nach dem Muster der 1990er-Jahre lehnt die Linke ab, weil sie rechte Vorherrschaft aus ihrer Sicht fördert. Die Meinungsfreiheit der Träger der Jugendarbeit will die Partei verteidigen.

Originalzitat anzeigen (Seite 328)
„Hier brauchen wir eine Stärkung der bezirklichen Straßensozialarbeit sowie klare Handlungsanweisungen, Zuständigkeiten und Meldeketten“
Seite 328 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentliche Sozialarbeit und Präventionsprogramme bauen staatliche Leistungen schrittweise aus.

Was sagen die anderen Parteien zur Familie?

Alle Programme in Berlin im Vergleich