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parteiprogramm

Linke zu Migration und Integration

Aus dem Programm „Berlin bezahlbar machen.“

Abgeordnetenhauswahl Berlin 2026, 20. September 2026Original-PDF, 336 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Migration und Integration

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 7 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 7 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschaftdeutlich progressiv (-2), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 1 deutlich progressiv, 0 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1,2), aus 14 Punkten

    Punkte je Stufe: 3 deutlich offen, 11 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Migrantische Beschäftigte vor Ausbeutung schützen

Die Linke will Beratung und Hilfe für ausländische Beschäftigte ausbauen, die nach Darstellung des Programms besonders häufig ausgebeutet werden. Ausländische Berufsabschlüsse sollen schneller anerkannt werden, und Geflüchtete sollen leichter Arbeit aufnehmen können.

Viele Beschäftigte aus dem Ausland werden bei der Arbeit ausgenutzt. Die Linke will mehr Beratung für sie. Berufs-Abschlüsse aus dem Ausland sollen schneller gelten. Geflüchtete sollen leichter arbeiten dürfen. Es soll mehr Sprachkurse neben der Arbeit geben.

Neben dem Beratungszentrum BEMA sollen Anlaufstellen in den Bezirken entstehen, ergänzt durch aufsuchende Beratung in migrantischen Gemeinschaften. Berufsbegleitende Sprachkurse sollen auch Grundwissen im Arbeitsrecht vermitteln. Die Kammern sollen Abschlüsse zügiger anerkennen, unter anderem durch einen leichteren Nachweis per praktischer Prüfung; das LaGeSo soll bei Gesundheitsberufen schneller arbeiten und genügend Anpassungslehrgänge anbieten. Behörden wie die Gewerbeämter sollen für Scheinselbstständigkeit und Arbeitsausbeutung sensibilisiert werden. Kriminelle Arbeitsausbeutung soll strafrechtlich stärker verfolgt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 105)
„Wir wollen die Beratungs- und Hilfsangebote für diese Beschäftigtengruppe wie das Berliner Beratungszentrum für Migration und Gute Arbeit (BEMA) weiter ausbauen.“
Seite 105 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentlich finanzierte Beratung und stärkere Verfolgung von Arbeitsausbeutung bauen den staatlichen Schutz von Beschäftigten aus.

  • Migrationeher offen

    Geflüchtete sollen leichter Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten und Zugewanderte mehr Unterstützung und schnellere Anerkennung ihrer Abschlüsse bekommen.

Schulplatz für neu angekommene Kinder sichern

Die Linke will, dass zugewanderte und geflüchtete Kinder vom ersten Tag in Berlin an zur Schule gehen können. Dafür sollen mehr Willkommensklassen entstehen. Unterricht getrennt von anderen Kindern in Gemeinschaftsunterkünften lehnt die Partei ab.

Manche Kinder kommen neu nach Berlin. Die Linke will, dass sie sofort zur Schule gehen können. Dafür soll es mehr Willkommens-Klassen geben. Das sind Klassen für Kinder, die noch Deutsch lernen. Unterricht in Unterkünften für Geflüchtete will die Linke nicht.

Schulräume, die derzeit anderen Zwecken dienen, sollen für Willkommensklassen frei werden; im Notfall sollen diese Klassen zeitweise etwas größer sein dürfen. Von Anfang an soll es Kontakt zu Regelklassen und die Aussicht auf einen baldigen Wechsel dorthin geben. Die Bezirke sollen den Übergang besser organisieren. Ein höherer Losanteil beim Wechsel in die Sekundarstufe I soll Benachteiligung verringern. Feste Altersgrenzen für Willkommensklassen lehnt die Partei ab.

Originalzitat anzeigen (Seite 163)
„Jedes Kind hat das Recht auf schulische Bildung, unabhängig von seiner Herkunft – und zwar ab der Ankunft in Berlin.“
Seite 163 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Der Zugang neu zugewanderter Kinder zur Regelschule soll beschleunigt und getrennter Unterricht in Unterkünften ausgeschlossen werden, was ihre Rechte gegenüber heute stärkt.

Junge Geflüchtete rechtlich gleichstellen

Die Linke will geflüchtete Kinder und Jugendliche rechtlich mit anderen jungen Menschen gleichstellen. Sie sollen sofort und ohne bürokratische Hürden psychosoziale Hilfe und Traumatherapie erhalten. Das Programm begründet dies damit, dass Hilfe heute oft erst in der akuten Krise ankomme.

Die Linke will gleiche Rechte für geflüchtete Kinder und Jugendliche. Sie sollen schnell Hilfe für die Seele bekommen. Dazu gehört auch eine Therapie nach schlimmen Erlebnissen. Es soll genug Wohnplätze für geflüchtete Kinder ohne Eltern geben.

Gefordert wird ein früh ansetzender, leicht erreichbarer Zugang zu Angeboten wie psychosozialen Zentren und zu traumatherapeutischer Behandlung. Das gilt nach dem Programm besonders für junge Menschen mit Flucht- oder Diskriminierungserfahrung. In stationären Einrichtungen der Hilfen zur Erziehung sollen Plätze für unbegleitete minderjährige Geflüchtete vorgehalten werden. Deren Zahl soll sich an der wechselhaften weltpolitischen Lage orientieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 182)
„Die Linke setzt sich für das Recht auf Kindheit für alle und eine umfassende rechtliche Gleichstellung junger Geflüchteter ein.“
Seite 182 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Rechtliche Gleichstellung und besserer Zugang zu Hilfen erweitern die Rechte junger Geflüchteter gegenüber heute.

Versorgung unabhängig vom Aufenthaltsstatus sichern

Die Linke will, dass alle Menschen in Berlin sozial und medizinisch versorgt und untergebracht werden, auch ohne gültige Papiere. Eine Berliner Stadtkarte soll das ermöglichen und Berlin im Netzwerk Solidarity Cities zu einem Zufluchtsort machen.

Manche Menschen in Berlin haben keine gültigen Papiere. Sie können sich nicht krankenversichern. Die Linke will, dass auch sie zum Arzt gehen können und eine Unterkunft bekommen. Dafür soll es eine Berliner Stadt-Karte geben.

Die Partei wirft dem bisherigen Senat vor, die Zusagen im Netzwerk Solidarity Cities nicht umzusetzen, und will das ändern. Berlin soll dafür seine Befugnisse als Bundesland nutzen, auch unabhängig von der Politik künftiger Bundesregierungen. Die Stadtkarte soll zusätzlich Sprachkurse und kulturelle Teilhabe zugänglich machen. Eine Kommission soll die Umsetzung ausarbeiten. Außerdem sollen Beratungsangebote für Menschen aus der EU gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 267)
„eine volle soziale und gesundheitliche Versorgung und Unterbringung unabhängig vom Aufenthaltsstatus“
Seite 267 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Kreis der Menschen mit Anspruch auf öffentliche Sozial- und Gesundheitsleistungen würde ausgeweitet.

  • Migrationdeutlich offen

    Volle Versorgung und eine Stadtkarte für Menschen ohne Aufenthaltsstatus gibt es heute nicht und würden deren Rechte grundlegend erweitern.

Einbürgerungen erleichtern und Rückstau abbauen

Die Linke will mehr Einbürgerungen ermöglichen und den Stau unbearbeiteter Anträge beenden. Dazu sollen rechtliche Spielräume genutzt und Anträge auch ohne Internet gestellt werden können.

Die Linke will, dass mehr Menschen den deutschen Pass bekommen. Viele Anträge warten noch auf Bearbeitung. Das soll aufhören. Man soll den Antrag auch auf Papier stellen können.

Das Land soll Ermessensspielräume sowie Ausnahme- und Härtefallregeln ausschöpfen, damit mehr Menschen eingebürgert werden. Das Landesamt für Einwanderung soll für Diskriminierung sensibilisiert werden. Neben dem digitalen Antrag soll es aus Gründen der Barrierefreiheit einen Weg ohne Computer geben. Die Beratung im Willkommenszentrum soll ausgebaut werden, vor allem mit mehr Personal für Fragen des Einbürgerungsrechts. Außerdem soll die Einbürgerung nach dem Willen der Partei nicht als Druckmittel gegen politisch aktive Menschen dienen.

Originalzitat anzeigen (Seite 277)
„Neben der digitalen Antragstellung muss im Sinne der Barrierefreiheit auch eine nicht-digitale Antragstellung ermöglicht werden und der Einbürgerungsrückstau beendet werden.“
Seite 277 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Einbürgerungen sollen im bestehenden Recht durch großzügige Auslegung und schnellere Verfahren erleichtert werden, was zum offenen Pol passt.

Verbindliche Einstellungsquote für Menschen mit Migrationsgeschichte

Die Linke will das Partizipationsgesetz um eine feste Quote ergänzen, damit Menschen mit Migrationsgeschichte im öffentlichen Dienst häufiger eingestellt und befördert werden. Begründet wird das damit, dass die Verwaltung die Bevölkerung Berlins nicht abbilde.

In den Berliner Ämtern arbeiten wenige Menschen mit Migrations-Geschichte. Die Linke will das ändern. Dafür soll es eine feste Quote geben. Eine Quote ist ein vorgeschriebener Anteil.

Laut Programm haben über 40 Prozent der Berlinerinnen und Berliner eine Migrationsgeschichte, in der Verwaltung seien sie zu wenig vertreten. Die Quote soll bei gleicher Eignung greifen, solange die Gruppe unterrepräsentiert ist. Die Förderpläne nach dem Partizipationsgesetz sollen begleitet und ausgewertet werden. Nach dem Vorbild der Frauenvertretungen soll es eigene Vertretungen für Beschäftigte mit Migrationsgeschichte geben, mit Befugnissen, Personal und Geld. Der Landesbeirat für Partizipation soll unabhängiger werden und Akteneinsicht sowie Informationsrechte bekommen; auch die Beiräte der Bezirke sollen mit einheitlichen Standards gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 277)
„mit einer verbindlichen Einstellungsquote dafür sorgen, dass Menschen mit Migrationsgeschichte bei gleicher Eignung und Unterrepräsentanz auch eingestellt und befördert werden“
Seite 277 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Eine verbindliche Quote und eigene Beschäftigtenvertretungen gibt es heute nicht; ihre Einführung ist ein grundlegender Schritt zu mehr Gleichstellung.

  • Migrationeher offen

    Menschen mit Migrationsgeschichte sollen mehr Teilhabe und Mitsprache in der Verwaltung erhalten.

Asylbewerberleistungsgesetz und Bezahlkarte abschaffen

Die Linke will sich im Bund dafür einsetzen, dass das Asylbewerberleistungsgesetz entfällt und Geflüchtete dieselbe Grundsicherung bekommen wie alle anderen. Die Bezahlkarte soll in Berlin nicht kommen oder wieder verschwinden.

Geflüchtete bekommen heute weniger Geld als andere Menschen in Not. Die Linke will das ändern. Alle sollen gleich viel Hilfe bekommen. Die Bezahl-Karte für Geflüchtete will die Linke nicht.

Das Asylbewerberleistungsgesetz gilt der Partei als Sonderrecht, das auf Bundesebene gestrichen werden soll. Alleinstehende in Gemeinschaftsunterkünften sollen den vollen Regelsatz statt des niedrigeren Satzes für Partner erhalten. EU-Bürgerinnen und EU-Bürger ohne Erwerbsarbeit sollen Sozialhilfe beziehen können. Die Bezahlkarte bezeichnet das Programm als diskriminierend.

Originalzitat anzeigen (Seite 278)
„dass das Asylbewerberleistungsgesetz als Sondergesetz abgeschafft wird und alle Menschen unabhängig vom Aufenthaltsstatus die gleichen existenzsichernden Leistungen erhalten“
Seite 278 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Sozialleistungen für Geflüchtete und Zugang zur Sozialhilfe für weitere Gruppen bedeuten mehr staatliche Leistungen.

  • Migrationdeutlich offen

    Ein eigenes Leistungsrecht für Asylsuchende und die Bezahlkarte sollen ganz entfallen, was die Rechte Zugewanderter grundlegend erweitert.

Abschiebungen beenden und Bleiberecht schaffen

Die Linke lehnt Abschiebungen grundsätzlich ab und will Menschen ohne gesicherten Aufenthalt über eine Stichtagsregelung legalisieren. Berlin soll dafür alle eigenen rechtlichen Möglichkeiten nutzen, einschließlich zeitweiser Abschiebestopps.

Die Linke will keine Abschiebungen. Menschen ohne sicheren Aufenthalt sollen bleiben dürfen. Dafür soll es ein neues Gesetz im Bund geben. Berlin soll Abschiebungen zeitweise stoppen.

Im Bund will die Partei eine Stichtagsregelung für eine bundesweite Legalisierung und ein erweitertes Chancenaufenthaltsrecht erreichen, um Kettenduldungen zu beenden. Haft, Bewegungsbeschränkungen und die Trennung von Familien lehnt sie ab. Opfer rechter Gewalt und von Hasskriminalität sollen bleiben dürfen, ebenso Rom*nja aus Drittstaaten über eine humanitäre Regelung, die mit der historischen Verantwortung Deutschlands begründet wird. Frauen, die Gewalt erfahren haben, sollen leichter einen von der Ehe unabhängigen Aufenthaltstitel bekommen. Über den Bundesrat soll erreicht werden, dass der Aufenthalt nicht mehr am Arbeitsvertrag hängt.

Originalzitat anzeigen (Seite 278)
„Für uns ist ganz klar, dass niemand abgeschoben wird, insbesondere nicht in Kriegs- und Krisengebiete.“
Seite 278 im Original

Einordnung

  • Migrationdeutlich offen

    Ein vollständiger Verzicht auf Abschiebungen und eine bundesweite Legalisierung würden die heutige Aufenthaltspolitik grundlegend in Richtung Offenheit ändern.

Landesaufnahmeprogramme für Menschen aus Krisengebieten auflegen

Die Linke will, dass Berlin über eigene Aufnahmeprogramme Menschen aus Kriegs- und Krisenregionen aufnimmt, vor allem besonders Verletzliche und Angehörige von Berlinerinnen und Berlinern. So soll die Stadt ihrem Anspruch als „sicherer Hafen“ entsprechen.

Berlin soll Menschen aus Kriegs-Gebieten aufnehmen. Dafür soll es eigene Programme der Stadt geben. Besonders Verwandte von Berlinern sollen kommen können. Auch sehr gefährdete Menschen sollen sicher einreisen.

Genannt werden Afghanistan, Syrien, Irak, Sudan, Libanon und Gaza. Die Programme sollen einen sicheren Fluchtweg nach Berlin bieten. Bei den Anforderungen an Lebensunterhalt, Pass und Sprachkenntnisse sollen die Behörden großzügig auslegen, ebenso beim Familiennachzug. Auf das Nachholen eines Visumverfahrens soll verzichtet werden, wenn es unzumutbar ist.

Originalzitat anzeigen (Seite 279)
„Daher wollen wir Landesaufnahmeprogramme insbesondere für Menschen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, dem Sudan sowie Gaza und dem Libanon aufsetzen“
Seite 279 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Zusätzliche Aufnahmeprogramme des Landes und eine großzügige Auslegung beim Familiennachzug erweitern die Zuwanderung von Schutzsuchenden.

Einwanderungsamt aus der Aufsicht des Innenressorts lösen

Die Linke will das Landesamt für Einwanderung der Aufsicht der Innenverwaltung entziehen. Aus Sicht des Programms fördert die jetzige Zuordnung einen sicherheitspolitischen Blick auf Flucht und Migration, an dessen Stelle ein humanitärer und sozialpolitischer treten soll.

Das Einwanderungs-Amt gehört heute zur Innen-Verwaltung. Die kümmert sich vor allem um Sicherheit. Die Linke will das ändern. Das Amt soll mehr auf Hilfe und Soziales achten.

Die Härtefallkommission soll mehr Personal bekommen und so arbeiten, dass möglichst viele Menschen bleiben können; ihre Mitglieder sollen zu Diskriminierung geschult werden. Die Verfahrenshinweise zum Aufenthalt in Berlin (VAB), nach denen die Behörde das Aufenthaltsgesetz anwendet, sollen überarbeitet werden. Daran sollen Organisationen von Geflüchteten, deren Unterstützer und die Partizipationsbeiräte mitwirken.

Originalzitat anzeigen (Seite 279)
„Das Landesamt für Einwanderung sollte in Zukunft nicht mehr unter die Rechts- und Fachaufsicht der Senatsverwaltung für Inneres fallen“
Seite 279 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Eine andere Zuständigkeit und großzügigere Verfahrensregeln sollen die Praxis der Behörde zugunsten von Bleibeperspektiven verschieben.

Geflüchteten Zugang zu Arbeit und Ausbildung öffnen

Die Linke will, dass Geflüchtete ohne Rücksicht auf ihren Aufenthaltsstatus arbeiten und eine Ausbildung machen können. Die Ausbildungsduldung soll auf weitere Tätigkeiten ausgedehnt werden, damit Betroffene Zeit für die Berufswahl haben.

Geflüchtete sollen arbeiten und eine Ausbildung machen dürfen. Ihr Aufenthalts-Status soll dabei egal sein. Auch ein Sprachkurs oder ein Praktikum soll vor Abschiebung schützen. Es soll mehr kostenlose Sprachkurse geben.

Die Duldung soll künftig auch bei Praktika, Sprachkursen, Weiterbildung oder Teilzeitarbeit gelten. Kostenlose Sprachkurse, vor allem berufsbezogene, sollen ausgebaut und verbessert werden. Die Arbeit der Integrationslotsinnen und -lotsen soll gesichert bleiben. In jedem Bezirk soll es Beratung zu Asyl-, Aufenthalts- und Einbürgerungsrecht geben, dazu eine stadtweite Struktur für Sprachmittlung. Beratung soll außerdem verhindern, dass Menschen über unseriöse Vermittler in ausbeuterische Arbeit geraten.

Originalzitat anzeigen (Seite 280)
„Deshalb muss die Ausbildungsduldung weiterentwickelt werden und auf Weiterbildungsangebote, Sprachkurse, Praktika oder eine Teilzeitbeschäftigung ausgeweitet werden.“
Seite 280 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentlich finanzierte Sprachkurse und Beratungsstellen bedeuten zusätzliche staatliche Leistungen.

  • Migrationeher offen

    Geduldete und andere Geflüchtete sollen mehr Rechte beim Zugang zu Arbeit und einen breiteren Schutz vor Abschiebung erhalten.

Gleichen Zugang zu Gesundheit und Regelschulen sichern

Die Linke will, dass Geflüchtete medizinisch so versorgt werden wie alle anderen in Berlin und dass ihre Kinder reguläre Schulen besuchen. Besonders schutzbedürftige Menschen sollen von Beginn an erkannt und unterstützt werden.

Geflüchtete sollen genauso zum Arzt gehen können wie alle anderen. Ihre Kinder sollen in normale Schulen gehen. Extra-Schulen nur für Geflüchtete lehnt die Linke ab. Besonders gefährdete Menschen sollen sofort Hilfe bekommen.

Gesundheitsversorgung soll nicht vom Aufenthaltsstatus abhängen, weder im Notfall noch bei chronischen Krankheiten, und nicht an unklaren Zuständigkeiten scheitern. Die Clearingstelle für Menschen ohne Zugang zum Regelsystem soll gestärkt werden, die Psychosozialen Zentren sollen auf Dauer eine feste Finanzierung erhalten. Besonders Schutzbedürftige sollen ab dem ersten Tag erkannt werden; Behörden sollen die Fachstellen des zuständigen Berliner Netzwerks einbeziehen und deren Bescheinigungen akzeptieren. Auch frühkindliche Bildung soll geflüchteten Kindern offenstehen. Jugend- und Schulsozialarbeit gegen Rassismus und digitale Gewalt soll ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 281)
„Wir lehnen segregierte Schulen für Geflüchtete ab und sichern die Beschulung an regulären Schulen“
Seite 281 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Dauerhafte Finanzierung von Therapiezentren und mehr Beratung erweitern öffentliche Leistungen.

  • Migrationeher offen

    Geflüchtete sollen bei Gesundheit und Schule dieselben Rechte wie die übrige Bevölkerung erhalten, was ihre Stellung schrittweise verbessert.

Landesbetrieb und gesetzliche Mindeststandards für Unterkünfte

Die Linke will einen Landesbetrieb für Soziales Wohnen gründen und per Gesetz Mindeststandards für Unterkünfte von Geflüchteten und Wohnungslosen festschreiben. Die Pflicht, während des Asylverfahrens in einer Unterkunft zu wohnen, soll entfallen.

Ein neuer Betrieb der Stadt soll Unterkünfte schaffen. Ein Gesetz soll festlegen, wie gut Unterkünfte mindestens sein müssen. Jeder Bezirk soll Plätze bereitstellen. Asyl-Suchende sollen nicht mehr in einer Unterkunft wohnen müssen.

Der Landesbetrieb soll Unterkünfte und Wohnraum für Geflüchtete, Wohnungs- und Obdachlose bereitstellen und so gewinnorientierten privaten Betreibern das Geschäft erschweren. Das Unterbringungsgesetz soll Raum- und Personalstandards, Prämien für die Bezirke je untergebrachter Person und Regeln für Notunterbringung enthalten. Alle Bezirke müssen Grundstücke oder Gebäude stellen; andernfalls legt der Senat Platzzahlen fest. Leerstehende Hotels, Hostels und Büros sollen zeitweise genutzt und die Kostenbeteiligung der Bewohner gedeckelt werden. Vorgesehen sind zudem mehr Sozialarbeit und psychologische Betreuung, Schutzkonzepte für Kinder und gegen Gewalt, barrierefreie Plätze sowie Vorrang für Unterkünfte mit Apartments.

Originalzitat anzeigen (Seite 283)
„Über ein soziales Unterbringungsgesetz sollen zukünftig gesetzliche Mindeststandards für Geflüchteten- und ASOG-Unterkünfte abgesichert und regelmäßig kontrolliert werden“
Seite 283 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein öffentlicher Betrieb soll private, gewinnorientierte Betreiber zurückdrängen, und neue gesetzliche Standards regulieren die Unterbringung stärker.

  • Migrationeher offen

    Bessere Unterbringungsstandards und das Ende der Wohnpflicht in Aufnahmeeinrichtungen erweitern die Rechte von Asylsuchenden.

Unterkünfte gemeinwohlorientiert und kommunal betreiben

Die Linke will Unterkünfte für Geflüchtete und Wohnungslose vorrangig nach Qualität und an nicht gewinnorientierte Träger vergeben. Langfristig soll ein Sozialbetrieb die Unterbringung in öffentliche Hand bringen. Der Bund soll sich mit einer Pauschale pro Person an den Kosten beteiligen.

Die Linke will bessere Unterkünfte für Geflüchtete und Wohnungslose. Die Betreiber sollen keinen Gewinn machen wollen. Später soll die Stadt die Unterkünfte selbst betreiben. Der Bund soll für jede Person Geld zahlen.

Die unabhängige Beschwerdestelle, die bisher für Unterkünfte des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten zuständig ist, soll auch für die bezirklichen Unterkünfte für Wohnungslose zuständig werden. Das Personal in den Unterkünften soll nach Tarif bezahlt und unbefristet beschäftigt werden; dafür will sich die Partei für einen Branchentarifvertrag einsetzen. Ein Sozialbetrieb soll gemeinsam mit sozialen Trägern wie der LIGA aufgebaut werden. Die Pauschale des Bundes begründet das Programm damit, dass Deutschland rechtlich zur Aufnahme verpflichtet sei und Länder und Kommunen die Kosten nicht allein tragen dürften.

Originalzitat anzeigen (Seite 285)
„Wir wollen, dass die Vergabe zum Unterkunftsbetrieb primär nach Qualitätsstandards erfolgt und an Einrichtungen, die gemeinwohlorientiert und nicht profitorientiert arbeiten.“
Seite 285 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Betrieb der Unterkünfte soll von gewinnorientierten Anbietern weg zu gemeinnützigen und kommunalen Trägern mit Tarifbindung verlagert werden.

  • Migrationeher offen

    Geflüchtete sollen bessere Unterbringungsstandards und Beschwerdemöglichkeiten erhalten, und die Aufnahmepflicht wird betont.

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